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Dienstag, 10. Zevruar 19za
Eichener Anzeiger (General-Anzeiger surGveryehen)
Nr. 34 Zweites Blatt
Aus der Provinz
nicht im
«reis Büdingen.
Zx 21 i b b a. 8. Sehr. 3m Seftfaale deS Sam- •jrinuS hielt gestern abend d^r Sportklub Viktoria 1912 sein biesiahriges Winter» vergnügen ab. baß sehr gut besucht war. Amin-» oberfetixtär Karl Pfeifer hielt eine her-- liche Begrüßungsansprache unb betonte beTonbciß in packenden Worten den Wert und btc Bedeutung beß Sports für die Ausbildung von Körper unb Geist. Diel Heiterkeit unb 'Beifall erregte das darauf flott gespielte Theaterstück .Der <£*U' ballgcgner". Gin Dali, verbunden nut komischen Dorträgen unb Toinbolaverlofung. fc’dl bic <tcu» teilnehmer noch lange in fröhlicher Stimmung beisammen. .
nb. RiDba. 9 Febr. Sie Dautatig» leit scheint in Diesem Jahre hier ganz außer», orbentlich stark zu werben. 2tn der Sazhauler ©trabe sind Drei neue Wohnhäuser geplant, unb am Ende der Bismarckstraße wird der Staat ein Wohnhaus für drei Familien errichten. Auch ein Privatmann hat in derselben Lage einen Bauplatz von der Gemeinde Äobben erwopben. so bah Die beiden Gemeinden 2libba unb Robben bald völlig durch Gebäude verbunden fern werden.
Krcis Spotten.
Zu MenzelS unermüdlichem Fleiß gesellte sich eine außerordentliche Gründlichkeit unb Ge- wllsenhafttgleit. Jeder Gamaschenknopf auf seinen Silbern mußte historische Treue haben Wegen einer geringfügigen Einzelheit durchstöberte er Än. 2lrchi«. ÄbRotSrfen, Su- Urte er alte Kleiderordnungen und Gferzier-
strumpf im Arm, zu zweien. Dreien, manchmal in ausgesprochenen Trupps in Der MittagSzcU Dem Ziele zu. 3m Sorfe trennt man sich unb icDcß steuert Dem ihm wohlbekannten Hause zu. Sei Dem Geklapper Der Stricknadeln werden nun ‘Hcuigfciten auSgerauscht. man erzählt sich sein» Sorgen und Freuden. liebt an dem Kleinkram bei Alltags unb fragt nach Dem unb jenen, ben man kennt oder schätzt. Sic Äaffcefannc spendet echten Bohnenkaffee, man ißl mit gutem Appetit Kuchen unb andere Leckerbissen, und im Fluge vergehen die Stunden. 3n der 2lbendzeit sammelt man sich wieder, den Heimweg anzutreten. An einem bet nächsten Tage wirb ein anbereß Dorf besucht, unb bad ..©trickengchen" wiederholt sich. biS alle be* suchlichcn Derpflichtungen erledigt sind. Innerhalb Der Dörfer verlegt man daS Stricken m die Wendstunden. Man fagt sich an oder wird dazu eingeladen. Kaffee und Kuchen würzen Die Plau- DcrftunDen. und Die Strümpfe wachsen im mechanischen Spiel der Finger. Siek' . ©trulabcnDc spielen im dörflichen Leben biS in die Marztage hinein eine nicht unbedeutende Aolle. c.bebt aber Die Sonne höher am Himmel und streicht i-ens- wind durchs Tal. so verschwinden sie. und die erwachende Statur zwingt die Frau in den Pflichtkreis ihrer Arbeit.
Kreis Lauterbach.
Der Stünftlerfel, gültig. Auf feiner einzigen schon in S e r o na toieDer umgekehrt, ohne Die reichen italienischen Kunstschätze Der Antike unö Renaissance gesehen zu haben. Frauenlrebe blteb feinem Leben fern. Einsam ging er fernen Weg. Die hat man von ihm gehört, daß er junge Künstler protegiert hat. 3hm hatte auch niemand ge» hollen, und seine Ansicht war. wer wrrllrch eiu>as kann, wird sich schon von selbst durchsetzen.
versammelt.
Kreis Friedberg.
Z Sab-Staubeim. 9. Febr. 3m Dienste Der Kostenbeschallung für Das noch zu emätfcnöe Kriegerdenkmal stand gestern aber» em Familienabend des Krieger- und Mili- tärvereins .Hassia". Es toar bre ^ste festliche Scranftaltung des Vereins feit 1914. Da auch andere Derbände dazu em geladen hatten, war der Flora-Palast bis zum letzten Platz gefüllt. An eine kernige Begrüßungsansprache des Präsidenten, ©tabto. Ehr. Schäfer, schloß sich ein sehr reichhaltiges Unterhaltungsprogramm, um & auMhmg ttd> ber ®mnerturn- pevein besonders verdient gemacht hat. 3m Mittelpunkt des 2lbends stand das vieraktige Schauspiel .Sie Heldin von SranSoaal von 5S Off ermann, das mit seinen erschütternden Szenen und lebenden Bildern einen tiefen Eindruck hinterlieh und der vaterländischen Stim- mung voll und ganz zu ihrem Rechte verhalf. Turner und Turnerinnen des Mannerturnverems zeigten unter Leitung von Oberturnwart W ack das Deutsche Turnen in ferner reichen Siel- gestaltigkeit. Stürmischen Beifall erntete der ober- hessische Heimatdichter Georg Heh aus Lei h- aestern der auf Bitten eines HA gen Heimatfreundes hin einmal von seinem Grundsatz, nur in Wandervereinen gelegentlich w)t;uwntlen, ab- gewichen war und sich m den Dienst ^9 4* en Sache, der Der Abend dienen sollte, gestellt hat. Er konnte nicht genug ferner ^ch^u ernsten und heiteren Dialcktdichtungen zum Bortrag bringen. Daß man lieber den Beginn des Tanzes hinaus- schob unb Dafür Herrn Heh noch Horen wollte das ist der beste Beweis für die Heimatkunst unseres oberhessischen Dialekt Dichters zu wecken versteht. __________
□ Laubach. 9. Febr. Auf Der heutigen g r äff. Holzversteigerung, Die im „©olm- fer Hof " stattfand, kam der Raummeter S u ch e n- scheitel auf 11 bis 12 Mk.. Buchenknup- pel 1. Kl. auf 6 bi- 8 Mk.. 2. Kl. auf 4 bis 6 Mk. sog. „Ziegelei-Holz" (minderwertig) 3 bis 4 Mk.. Fichtenknüppel gegen 3 bis 4 Mk. Das Holz steht in den Revieren Gonterskirchen unb Ruppertsburg.
O Schotten. 9. Febr. 3m Gasthaus zum kühlen ®runb hielt am SamStag abend der Männergesangverein Schotten seine erste Hauptversammlung ab. Der Prov. Vorsitzende Alles erstattete Bericht über Die Dertrcterversammlung des RidbalalsängerbundeS in Ribba. 2Nsbann wurden die Statuten in ihren Grundzügen genehmigt. Der prov. Dorstand wurde endgültig gewählt und ihm noch 2 Beisitzer zugeteilt. Den Beitrag setzte man auf vierteljährlich 80 Pfennig fest. Weiter be- schloh -die Sedammlung nach einigen Ausführungen des Dirigenten Weitz über 3mcd unb Ziele des Hess. Sängerbundes den Bei- tritl zu diesem Sunt). Hervorgehvben zu werden verdient Der einmütige Geist. Der in der von 46 Mitgliedern besuchten Sedammlung herrschte. Der De rein zählt z. Zt. über 50 Danaer. Rach einigen schön vorgetragene Liebern schloh der Dorsitzende die Sedammhmg mit einem begeistert ausgenommenen Hoch auf den Verein.
O Freienseen. 9. Febr. Demnächst feiert der Kirchendiener 3ung von Freienfeen. daS seltene Fest der Diamantenen Hoch» 8C1 tj—( Ruppertsburg. 8. Febr. Am Freitag sand im hiesigen Gemeindewall) die erste Brennholzver steigerung biefe8 Winters statt. Wohl an 300 Steigerer au$ ben Orten Ruppertsburg, Dillingen. Ronnenroch, Ober- Dessingen, Münster, Wetterfeld u a. hatten sich eingefunben. Rach Dem Sedauf der Versteigerungen in anderen Wäldern muhte man auch hier auf hohe Preise gefaßt sein. Allem bte Erwartungen wurden übertroffen. TS ko stet^i.Duchen- Scheiter 15 biS 17,50 Mk., Buchen-Knüppel 10 bis 12 50 Mk., Duchen-Stöcke 9 biS 11 Mk. unb Duchen-Reifig 1 biS 2 Mk. pro Rm Der Gern einbe. Die in der glücklichen Lage ist noch zwei gröbere Drennholzversteigerungen abhalicm zu können, ist bie hohe Einnahme zu gönnen. Allein ben Käufern Drängt sich doch unwill- kürlich die Frage auf: Worin liegen diese hohen Preise begründet, die doch in diesem gehoben Winter gar nicht den Kohlenpreisen angepaht finZ>??» Aus dem Dogeisberg. 8. Febr. 3m Februar jebes 3ahres, in Der Zeit, wo keine bäuerliche Arbeit Drängt, erwacht in unterer Dörflichen Welt ein schöner Brauch. Das sogenannte „6 trid engere n“. Unsere Frauen erinnern sich ihrer DerwanDten, Gevatterinnen unD Selannten, Die in benachbarten ober entfernteren Dörfern wohnen, unD machen sich auf, sie zu besuchen und ein paar SagftunDcn bei ihnen zu .stricken". Anbere Frauen, Die gleichfalls verwandtschaftliche Deziehungen zu Dem Dorfe haben, schließen sich an, unD so toanDcrt man, Den unvermeidlichen Henkellorb mit Dem Stnck-
Die Rationalgalerie in Berlin besitzt mehrere tausend Studienblätter und Skizzen von Menzels Hand.
Adolf Menzel hat sich sein Leben lang nicht viel um .Richtungen" und .Strömungen auf Dem Gebiet Der Kunst gekümmert. Schon in früher 3ugend bewahrte er sich Den klassizistischen unb romantischen Strömungen Der 3eit gegenüber seine künstlerische Unabhängigkeit. Wenn man ihn durchaus irgendwie rubrizieren will, mag man ihn einen .Realisten" nennen. Schärfste Beobachtung und getreue Wiedergabe Der Statur tn ihren verschiedensten Aeuherungen war ihm Kunst.
Vorschriften. Bocklin hat ihn deswegen einmal spöttisch einen „groben Gelehrten" genannt.
Reiche Erfolge waren Adolf Menzel be« schieden. Drei Hohenzollernkaiser haben ihn mit Ehrungen überhäuft. Wllhelm II., Der Deutschen Künstlern, die Stoffe auS Der Hohenzollernge- schichle verherrlichten, ein Mäzen zu fein Pflegte, machte ihn zum Ritter DeS „Schwarzen Adler- OrDens" und zur adligen ©feilen Die kleine Erzellens war sehr stolz auf Rang und Titel unb pflegte kein Hoffest zu vcdäumen. Heber MenzelS Urwüchsigkeit und Derbheit und gelegentliche Formlosigkeit kursierten allerhand ortgmclle Anekdoten.
Drohe Freude machte Dem Künstler eine einzigartige Ehrung, Die ihm Kaiser Wilhelm II. einmal im Frühjahr 1895 zuteil werben liest. Er erhielt eine Einladung nach Sanssouci. Als Erellenz — einen gewaltigen Zylinder auf Dem groben Haupt balancierend — Die Stufen Der Terrasse erklettert hatte, erwies ihm eine Wache. Offiziere in friDerizianischer Uniform, militärische Ehrenbezeugungen, fommanb-ert vom Kaiser selbst in ber Maske Des B^wrS Len- tulus. Adjutanten des Alten Fritz. Alle Damen unb Herren bes Hofes, die an dem Menzelfest teilnahmen. sowie Die Lakaien trugen echte Kostüme Der friderizianifchen Zeit. Die Tafel- nmDe" und das .Flötenkonzert', die beiden be- rühmten Eanssouci-Bilder MenzelS wurden von Damen und Herren der Hofgesellschaft in ben historischen Räumen bargcftellt. Kerzenlicht durchschimmerte die Zimmer, und die Rokokomusik machte bie Täuschung fast vollständig
Wo Licht ist. ist auch ©chatten. 2ldolf Menzel war ein Rationalist, ein ©eelenvettvanbter Les- fingS: ihm fehlten Temperament. Enthusiasmus. Seine schöpferische Phantasie warb von einem ungewöhnlichen, scharfen Verstände gezügelt vielleicht zu sehr gezügelt, unb hier ist bie Grenz« teiner Kunst.
Holzschnitt ausgesührt wurden. Ferner führte er die Illustrationen zu ben perlen ^'edrichS des Groben aus. sowie zu ^em grohen Holzschnttt w^rk »Aus König Friedrichs Zeit" unb ähnlichen ^^neben hatte Menzel sich aber auch mit aller Energie auf Die O e l m a l e r e t g.evwrfen. Die Rechtskonsultation" und der .Gerichtstag find Meisterstücke feinster Beobachtung und Far
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National“
aalcrie — stammen aus dieser Zen
9 Aber Menzel war auch em ausgezeichneter
Fontane sagt einmal von ihm.
»1. wer ist Menzel? Menzel ist i-Sr Meles.
Sim nicht ui faacn: Alles! rninde.^ns ist er D'e ganze Arche Roah. Tier und Meillchen.
Putthühner. Gänse. Papagei n andc-nten Schwerin und Seydlitz. Leopold von Dessau. Der alte Zieten. Ammen, Schlossenuagen. Zeathol'sche Kirchen, italiensche Platze.
Schuhschnallen. Broten. Wa.^ und Eisenwerke, Stadträte mit und ohne goß) ne K^te.
Minister, mißgestimmt m Kaschmirhosen. Straußfcöcrn. Hofball. Hummermayonnaise. Der Kaise^ Moltke. Gräfin Hacke. Dwmarck.
Er Durchstudierte ,,
Sic gioB unö kleine OMt; toaS kreuchtunö fleucht N Abt tiintiim Sptegelbtlde Meder .
hmb. Lauterbach. 8. Febr. Gestern waren eS 40 Iahrre. seitdem Molkerei - 3 n » spektor Ehristoph Möller m Den Dienst Der hiesigen Mosterei getreten war. 3n selten geistiger und körperlicher Frische konnte der 3ubilar diesen Ehrentag begehen. Herr Moller darf sich wegen seines lauteren, freundlichen Wesens nicht nur in hiesiger Stadt, sondern auch weit Darüber hinaus der größten Hochachtung uno Wertschätzung erfreuen Das kam bei seinem 40 Sicnftjubiläum so recht zum Ausdruck. Er hat die ganze Entwicklung Der hiesigen Molkerei von ihren kleineren Anfängen biS zu ihrer heutigen Blüte unD Gröhe mitgemacht. Heute gehört sie ja wohl mit zu ben größten unb bcbeutcnDJtcn Molkereien Deutschlands. Der Jubilar Darf stolz Darauf sein, dah er durch seinen Fleiß. feine Gewissenhaftigkeit unb Treue dazu beigetragen hat, die Molkerei zu dieser Höhe zu bringen. Während deS Kriege- und in Den fügenden Jahren ist seine treue Qlrbeit Dem Betriebe besonders wertvoll gewesen. An dem Ausdruck der Anerkennung hat es Darum aud) bet fron 40. Sicnftjubiläum des Jubilars nicht gefehlt Sie Molkereigenossenschaft Lauterbach-Fulda hatte e8 sich nicht nehmen lassen, zu Ehren ihres trauert unb geschätzten Beamten in ben Raumen der hiesigen Molkerei eine Feier zu veranstalten. Mit den Beamten unb Den Arbeitern war Der Aussichtsrat Der Molkereigenossenschaft erschienen. In herzlichen, anerkennenden Worten wurde von dem Aufsichtsrate, von ailolfcrcimfbcftor Sona der aus Fulda u. a. Der treuen ersprießlichen Wirksamkeit deS Molkereiinspektors Moller gedacht und durch Geschenke Der Anerkennung der treuen Dienste Ausdruck verliehen. Auch seine Mitarbeiter erfreuten ihn durch eue schöne Schreibgarnitur. Mit herzlichen persön- lichen Anerkennungsworten überreichte KreiS- biidtor St. Michel ein Diplom Der hessischen Staatsbehörde, in dem der Minister für Arbeit unb Wirtschaft bie höchste Anerkennuna der Staatsbehörde für die treu geleisteten Dienste unb die besten Glückwünsche Dem Jubilar ouS- sprach. Die Freude und Glückwünsche deS hi^ sigen Kirchenvorstanbes. zu dessen eifrigen unD treuen MitglieDem Herr Möller gehört, brachte Dekan Müller in herzlichen Worten zum Ausdruck.
Etarkenbura und Nkcinhcsscn.
' D a r m st a d t, 9. Febr. (Eig. Bericht.) Bef Der Haupt st aatskafse sind Ünrcgcb mähigkeitcn aufgeDcdt worden Der Schaden beläuft fich nach Den bisherigen Feststellungen auf 3 000 Mark. 3m Zusammenhang mit Dieser Angelegenheit ist ein Strafverfahren gegen zwei Sureaugehilfen eingeleitet worDen. Die Ortsgruppe DarmstaDt Der Deuts chn a 11 o - nalcn Dolkspartei hat für btc Beratung ihrer Mitglicbcr einen Wohnungea u S- schuh gebilbet. ber aus Mietern unb sitzem in gleicher Zahl unb einem juristischen Berater besteht. — Seit Dem 31. 3an. w'rD der HerrschastSdiener A D a m H u m m . der am 15. Rovember 1887 in BenShcim geboren ist, per- m i h t. Er war am Abend Des 31. 3an. in bie Stabt gegangen unb ist nicht wieder zurückge-
Er hatte sich früh ein gründliches zeichnerisches und malerisches Können erworben. Diese sozusagen handwerksmähige Grundlage ist■ W immer auherordentlich zustatten gekommen Durch strenge Sclbsterziehung hatte er es erreicht^datz er auch mit ber llnken Hand malen konnte. Alles Kunstzigcunertum war ihm widerwärtig. Das Abhängigsein der Künstler von „Stimmungen war ihm unverständlich. Er konnte jednzeit arbeiten. Morgens stand er früh auf, unb abenDÄ Dflcgte er vor Dem Schlafengehen einen kräftigen Rachttrunk zu tun. Aktstudien reizten ihn geringsten, und Italien, bas Land ilersehnsucht. war chm ziemlich gleich- - - ■ • 1 ’ i Italienreisc ist er
Landkreis (Dicken.
II. Lollar. 9. Febr. AuS der jüngsten GemeinderatSsitzung >st zu 6013^.01. An der Sitzung nahm Reg,-rungsbaume,ster Schneider vom Kreisamt G.esten teil^ um He vom Äreubauamt auSgearveUeten Entwürfe eineÄ Mehrfamilienhauses zu e-lautcriK Um der Wohnungsnot etwas zu fteuern. tiug sich Der Gerne nderat schan seit einiger Zeit mit dem Gedanken der Scrichtuna eines Mehrfamilienhauses Es wurde deshalb das Kreisbauamt edudj. in bider AngelegLihe t Vorschläge zu machen, ©o wurden den, heut- zwei Wohn- auSzeichnungca durch den Bertrller des Kreis- bauamtes vor gelegt und emge^fc Darüber Auf- Därung gegeben. Rach langer Sebatte Jam man zu dem Beschluß, den einen d-r beiden Ent- toüdc zur Ausschreibung zu bringen Sic laut- gewordenen Wünsche zu den Arbeiten nur ortsansässige Handwerker heranzu- ziehen, sollen berücksichtigt werden. - Ein Ge- such der Frau Okerwa-lt meist er Bruck um Sc- fr etung von den Dodchriften des tz 45 der Allgemeinen Bauordnung wurde befürwortet. — Her Geflügelzuchtverein Lollar hält am kommenden Sonntag hier eine Ausstellung ab und ersucht um Stiftung eines Eyren- Dreife*. Ein entsprechender Geldbetraa wurde genehmigt. Der in d esem Jahre ablaufende Pachtvertrag mit Apotheker Welker in Allendod soll auf fünf Jahre verlängert werden. Der Bürgermeister Wirb zu d e er Ser- handlung beauftragt, wie auch zum nächsten Punkt, das Gesuch deS Heinrich Deibel II.. He Ermäßigung ber 3 agdpacht brtr.
t Grünberg. 9. Febr. 3m Gasthaus L3um Wilbcn Mann" hielt Dr. Sell aus Kassel vor einer zahlreichen Zuhörerschaft einen feflelnben Vortrag über,baS Ausland- ‘guuqdit usbunaynjsn^, 21® uin 1 (p j 1 n d q He durch Di? Vorführung vom LichtbilDern e.ginzt fourben. sanden bei den Besuchern eine sehr beifällige Aufnahme. 3m Anschluß an den Vortrag wurde eine OrtSgruppedesVereins für daS Deutschtum im Ausland gegründet , der alle Anwesenden als Mitglieder beitraten. — Die Vergnügungssteuer für He karnevalistischen De ra n sta 11 u n - gen wurde hier auf DaS Zehnfache Der sonstigen Sähe erhöht.
ri Lich . 9. Febr. Reiseprediger W i e m e r sprach gestern hier und in Riederbessingen in ber Kirche und hielt am Abend im hiesigen Gemeindesaal einen Lichtbildervortrag über die Mission der Herrnhuter Brüdergemeinde unter ben Indianern unb Mischlingen in Mittel- unb Südamerika. Herr Wiemer bereiste früher regelmäßig ganz Oberhessen. Inzwischen war er im Dienst der Brüdergemeinde in Polen tätig. Don frort ausgewicsen. hat er seine frühere Tätigkeit als Missionsprediger wieder auf genommen und findet in allen oberhessischen Gemeinden, He er besucht, dankbare Zuhörer.
- Lauter. 9. Febr. Gestern abend sprach Prvfellor Dr. R 0 e s ch e n-Laubach im Saale deS Pihschen Gasthauses über Die S ch 1 cksa 1 c unseres Dorfes im Siebenjährigen Krieg Der LandjugenDbund. Ortsgruppe Lauter hatte alle Vereine und sämtliche Bewohner fre« Dorfes zu dieser Versammlung eingeladen, die auch au8 Der UmgegcnD. aus Drünberg usw. sehr gut besucht war. Der VoditzenDe. Landwirt Wilhelm Zimmer lDinamuhle) eröffnete bie Versammlung und sprach wre Befriedigung aus. den bekannten DeschichtS- und Altertums- sodchcr in ihrer Mitte zu sehen. Zunächst sprach Prof. R 0 c s ch e n über das T reffe n vom 21. März 1761. Der Feldzug 1761 auf Dem westdeutschen Kriegsschauplatz ist nach dem -Urteil Friedrich deS Grohen und Rapolevns. der sich auf St. Helena eingehend mit dem Studium des 7jährigen Krieges befaßte eine hervor- ragende Leistung des Herzogs Ferdinand von Braunschweig. Die Eröffnung fand hauptsächlich auf hessischem Boden statt. 3m Februar überfiel Herzog Ferdinand die Franzosen in ihren Winterquartieren. Er griff Titan *xn1ch ebenen Orten an. bei Langensalza. Sri&lar, ^arbürg. DaS deutsch-englische Heer ruckte mit Der Hauptmasse gegen Schwalm und Ohm vor und begann bie Belagerung von Kassel unb Ziegenhain. Die von den Franzosen stark besetzt waren. 3n ber Mitte deS März aber Drangen die Franzosen unter dem tüchtigen Herzog von Broglie wieder
vor und eS kam am 21. März zu Dem für Die deutschen Waffen verhängnisvollen Treffen von Grünberg und Laubach. Rachdern vorn 14. biS 16. März leichtere Treffen zw fchen den bei» Deifcitigen Vortruppen bei Lauter (auf dem -Hecgfeld"). bei Queckbvrn (am .Hällefch-Bcrg ). Siangcnrob (am .Schönborn"! stattgefunden hatten. drang General Luckner. ber Ur-Urgrohvater des im Skltlrieg berühmt geworbenen .Seeteufels". am 19. März biS Laubach vor mit 15 Schwadronen und 4 hessischen Grenadier-Bataillonen (zusammen gegen 3500 Mann), der Erbprinz von Braunschweig stand m't gegen 4000 Mann in der Gegend von Grünberg: das Hauptquartier war in Lehnheim. Die Deutsche Hauptmacht stand bei Homberg an Der Obm. Die französische bei Butzbach. Hungen. Lich Am Morgen des 21. brach Der rechte französische Flügel (12- 13 000 Mann) gegen Drünberg von Lich aus auf. der linke (5000 Mann) von Con- Dorf über Lumda gegen Atzenhain. General Dicsbach. ein geb. Schweizer, rückte gegen Lau- bach vor und griff hier Den General Luckner um 2 Ahr mittags an. Es gelang Luckner je- dvch. seinen Gegner abzuschütteln, und sich über Weickartshain unb Flensungen nach R-ederohmen zurückzuziehen. Mittlerweile war der Grbpnn.z von Braunschweig bei Atzenhain überfallen wor- den. In regelloser Flucht zogen sich seine Truppen nach Burg-Gemünden zurück. Zum Gluck traf gegen 3 Uhr General Luckner bei Rieder- ohmen ein und fiel Den verfolgenden Franzosen in Die rechte Flanke. Trotzdem verlor D:r ®rtp prinz Die Hälfte seines Truppenkörpers, gegen 2000 Mann. 11 Kanonen und 19 Fahnen. 3m Herbst 1762 erlebte Lauter wieder die Schrecken des Krieges. Vorn 9-11 September nahm bas deutsche Hauptheer eine feste Stellung ein. wobei Grünbcra in Der Mitte. Laubach am linken Flügel, die Hohen von Reinhardsham am rechten Flügel logen. Am 10. und 11. September sanden wieder hitzige Gefechte bei Laubach unb Atzenhain statt, worin jedoch die Franzoler mit schweren Verlusten abgewiesen wurden. Auf einer schematischen Karte zeigte Der Redner die Bewegungen ber Heere sehr anschaulich. Auch wurden Abbllbungen Der Heerführer unb farbige Zeichnungen der französischen unb deutschen Truppen jener Zeit geboten. Reicher Beifall folgte Den anziehenden Ausführungen, dem der Vorsitzende lebhaften Ausdruck gab. Bürgermeister 21 f f zeigte sodann noch Gemeinbevechnungen von 1753—63. welche die schweren Kriegs Drangsale des Dorfes bewiesen. Eine lebhafte Aussprache folgte, wobei noch manche anziehende Einzelheiten vom Redner geboten wurden. Unter vaterländischen Gesängen unb angeregter Unterhaltung blieb man bis zur mitternächtigen Stunbe
Die kleine Exzellenz.
Kur 20. Wiederkehr von Adolf von Menzels Todestag am 20. Februar 1925.
Von Albert Raetz.
Mit fürstlichem Gepränge wurden Die sterb- Lchcn Ucberreste des greifen Meisters an jenem rauhen Februartage vor 20 Jahren zu Grabe ge- getragen, und hinter seinem Sarge schritt an per Hpihe eines glänzenden Trauergefolges Wilhelm II.. Deutscher Kaiser und König von Preuyen.
Reunzig anspruchsvolle Lebensjahre voll rast- kosen Schaffens und voll großer Erfolge hatten ihr Ziel gesunden. Es wollte manchem seiner Verehre- gar nicht eingeh:n. daß er die interessante Personl.chkeit des kleinen Mannes unb großen Künstlers im © a f e 3 0 ft b am Potsdamer Platz ober in Frederichs Weinstuben sehen sollte: den großen markanten Kopl- von ber Maurerfraise umrahmt — mit der bartlosen Oberlippe unb ben scharfen, klugen Augen hinter ben großen Brillengläsern.
Der Aufstieg ist Adolf Menzel nicht leicht geworden. 3m Jahre 1815 wurde er in B r cs- 1 a u als Sohn eines Lithographen geboren. Als er 15 Jahre alt war. siedelten seine Eltern nach Berlin über. Zwei Jahre lang hatte er sich auf ber Akademie fortgebildet: da starb fein Vater. Run hatte er für den Unterhalt ber Familie auf- ?utommcn unb konnte fein Studium nicht fort» etzen. Mit eifener Energie nahm er Den Lebenslampf auf. Er wandte sich der Graphik zu. 3m 3ahre 1833 erschienen feine litographierten Federzeichnungen ..Künstlers Erdenw allen". Rach ber Herausgabe von zwölf ebenfalls litographierten Blättern aus ber brandenburgischen preußischen Geschichte betätigte er snh als Buchillustrator und schuf die berühmten Zeichnungen zu Kuglers .Geschichte Friedrichs des Großen", die Dann von Unzelmann und Den »cbrüDern Vogel in Musterhafter Weise in


