nationalen vollzählig waren und bei der Wirtschaftlichen Vereinigung 2, bei der Deutschen Volkspartei 5 und bei den Kommunisten 2 Ab- geordnete fehlten, während auf Seiten der Wei- m a r er Koalition ein Sozialdemokrat, der infolge einer Erkrankung vor der Abstimmung den Sitzungssaal verlieh, und die beiden Zen- trumsabgeordneten von Papen und Baumann, die ärzllich entschuldigt fehlten, an der Abstimmung nicht teilnahmen, und während einer der fünf fehlenden Abgeordneten der Deutschen Volkspartei sich wegen einer Familienangelegenheit entschuldigt hatte, hängt das Fehlen der vier anderen Abgeordneten Becker, von Eynern. Dr, Kriebel und Schmidt-Düsseldorf mit der gestern gegebenen politischen Situation zu- Tammen. Die Bildung eines Kabinetts der Volksgemeinschaft war bereits sehr weit gediehen, und so glaubten sich unter diesen Umständen die vier Abgeordneten zur Stimmenthaltung verpflichtet. Wie das Blatt betont, handelt es sich dabei nur um eine taktische Haltung. Die volksparteiliche Fraktion besteht ferner auf ihrer bisherigen Haltung, wonach eine Regierungsbildung mit Einschluß der Deutschnationalen angestrebt werden muß.
Die Berliner Presse zur Abstimmung.
Berlin. 9. Wai. lLckl.) Der ..Lokalanzeiger 'Bezeichnet das Abstimmungsergbnis als einen Zufallssieg der Regierungsparteien. der sich jeden Lag in das Gegenteil umkehren könne. Er nimmt an, dah dieDer- handlungen über die Kabinettserweiterung schon heute weitergehen werden.
Dre „Tägliche Rundschau" tagt: D i e Regierungskrise besteht fort und das 'Be- breden der Weimarer, sie zu einer dauernden preußischen Institution zu machen, wird vergeblich bleiben.
Die „Deutsche Zeitung' spricht von einem technischen Zufall. Die Regierungskvalition werde Lei allen künftigen Abstimmungen hoffnungslos in der Minderheit bleiben.
Auch die „Zeit" ift der Auffassung, daß die Eristenz des Kabinetts Braun weiterhin im Ungewissen schwebt mtd daß die Bemühungen um die Kabinettsbildung weitergehen werden.
Die „Vossische Zeitung" nennt das Ergebnis einen überraschenden Erfolg für das preußische Kabinett, der nur ermöglicht worden fei durch die Abwesenheit von 10 Abgeordneten der oppositionellen Parteien.
Das „Berliner Lageblatt" meint, für das erste liege keinerlei 'Veranlassung vor. irgendwelche Aenderung in der Zusammensehimg der Regierung Braun vorzunehmen. < । । .......
Auftvertungsdebatte im Reichstag.
'Berlin, 8. Mai. Las Haus jetzt die 'Beratung über den Entwurf eines Gesetzes über die A b= lofnng öffentlicher Anleihen und über die Aufwertung der Hypotheken und aiv . deren Ansprüchen fort.
Abg. Keil (So,3.) bedauert, daß die Regierung 1 entgegen ihrer seinerzeit bereits gegebenen Zusage ' eines Gesetzentwurfes für die Aufwertung so lange , hat warten lassen. Das neue Aufwertungsgesetz, das t die unzulängliche Regelung der dritten Stcuemob j. Verordnung erweitern solle, muss noch ncr dem * 30. Juni erlassen werden. Sollte cs bei der schemati- schen Aufwertungsmechode bleiben, dann müßte der Höchstsatz der Auswertung erheblich über 25 Proz. hinausgeben. Die Mittel für eine erhöhte Auswertung tonnten ausgebracht werden durch eine steuerliche Erfassung der Jnflations- gewinne, wie sie von den Sozialdemokraten beantragt worden sei.
Abg. H e r g t (Dschnl.) verlieft eine Erklärung der deutschnationalen Fraktion, in der es begrüßt wird, daß die Negierung mit vorliegendem Entwurf endlich die Initiative einer gerechten Regelung der Auswertungsstage ergriffen habe.
Diese Vorlage tönnte die Grundlage einer befriedigenden Regelung bilden. Sie fei aber in verschiedenen punkten verbesserungsbedürftig.
Besonders hinsichtlich der Höhe der Sätze und der Ausdehnung in der Aufwertung der öffentlichen Anleihen müßten die Gemeindeanleihen anders d' handell werden als die des Reiches.
2lbg. Schotter (Z.) gibt für feil? Fraktion eine Erklärung ab, die dem vom Iustizminister dar- gelegten Grundgedanken der Vorlage zustimmt, aber Verbesserungen für notwendig erklärt, die der Aufwertungsausschuß vornehmen müßte. Die Äuswertungsfrage sei nicht allein von rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten aus zu betrachten, sondern bei ihrer Lösung müßten die Grundsätze der sozialen Gerechtigkeit berücksichtigt werden. Das Zentrum werde in diesem Sinne im Auswertungsausschuß wirken.
Abg. Dr. Wunderlich (D. Vpk.) verliest eine in ähnlichem Sinne gehaltene Erklärung der Deutschen Volkspartei. Eine alle Teile befriedigende Lösung werde sich kaum erreichen lasten, denn bei aller Anerkennung der berechtigten Forderungen der durch die Inflation Geschädigten müsse auch daran gedacht werden, daß
die Stabilität dec Währung nicht von neuem gefährdet wird.
Abg. Korsch (Komm.) führt aus, die betrogenen Gläubiger und Sparer dürsten von diesem Reichstage keine Hilfe erwarten, denn mit der Annahme des Dawesabkommens seien alle Mittel des Reiches dem internationalen Kapital ausgeliefert worden.
Abg. Dietrich- Vaden (Dem.) fordert eine Aufwertung der Spareinlagen in angemessenen Grenzen. Die Kkiegsanleihezeichner dürie man nicht schlechter behandeln als andere Anleihe- zeichn er. Die Spekulanten, die in gewinnsüchtiger Absicht Reichsanleihen erworben haben, dürfen unter keinen Umständen in gleicher Weise berücksichtigt werden wie die Altbesitzer. Wenn der Staat nicht die Schulden bezahlt, die er bei seinen Bürgern hat, so uerbeffert er dadurch, volkswirtschaftlich gesehen, seine Finanzlage in keiner Weise. Die Deckung der von uns geforderten weitergehenden Auswertung muß in erster Linie durch die 00m Ausschuß 'beschlossene Vermögens zuwachs und Erhaltungssteuer erfolgen.
Abg. Dr Emminger (Bayer 6p.) sieht in den Vorlagen einen wesentlichen Fortschritt gegenüber dem bisher von der Regierung eingenommenen Standpunkt.
Die Auswertung- siane fei in erster £ir. c eine Frage des Rechts tmb der Rloeal
Im Auswertungsausschuß werde an der Verbesserung der Vorlagen zu arbeiten sein.
Abg. Seiffert (Völk.): Unter keinen Umständen dürfe die ungerechte Hauszins st euer verewigt werden. Zufassen könne man dagegen bei der Industrie, die in zahlreichen Beispielen, bei Umstellungen, Goldmarkbilanzen usw. zeige, daß sie über reichliche Geldmittel verfüge, so daß sie die Gewinnsteuer sehr wohl zahlen könne. Von einer ehrlichen Regelung der Ülufwectung hänge auch unser Ansehen im Auslande ab, denn dort warteten die entrechteten Auslanddeutschen darauf, daß man ihnen ein deutsches Recht gebe.
Abg. Feder (Nat.-Soz.) vertritt die Theorie einer soweit wie möglich gehenden Vermögens- r e g u l i e r u n g , die etwa dazu führen könne, daß jedermann 80 Proz. des Vorkriegsoermögens wieder hätte. Geld genua wäre hierfür bei den einzelnen Ländern wie bei der Industrie vorhanden. In der Landwirtschaft und beim Grundbesitz sei die Substanz erhallen geblieben.
Das Haus verweist die Aufwertungsgesetze an den Auf wer tungsausschuß.
Aus dem Finanzausschuß des Hessischen Landtags.
D a r m stadt, 8. Mai. Abg. Dr. Werner (Dntll) richtete eine Anfrage an die Regierung, welche Maßnahmen sie am Lage des Amtsantritts des neuen Reichspräsidenten als Feier bei dessen Einführung plane. Der Ausschuß setzte bann seine Beratungen bei Kap. 34 (Arbeitshaus Dieburg) fort, das an= genommen wurde. Zu Kap. 35 (Zentralstelle für Landesstatistik) lag ein Antrag Dr. Leuchtgens und Glaser vor. die Kosten für die Hilfskräfte zur Volkszählung zu streichen und dafür Beamte der Zentralverwaltung heranzu- ziehen. die entbehrlich sind. Der Antrag wurde gegen 4 Stimmen abgelehnt. Das Kapitel wurde genehmigt. Die Kapitel 36 bis 38 wurden zu- rückgestelll. Die Kapitel 39 (Aerztlichrr Dienst) und 40 (Tierärztlicher Dienst) wurden bewllligü Zu Kapitel 41 (Hebammenlehranstall) erklärte die Regierung auf eine Anfrage hin, daß das Hebcunmengesey dem Landtag bald vorgüegt werden kann. Das Kapitel wurde angenommen, ebenso das Kapitel 42 (Landes-Heil- und Pflegeanstall) und das Kapitel 43 (Aliceftifk) Zu Kapitel 44 (Dolksgesundheitspslege), das genehmigt wurde, lagen zwei Anträge Dr. 'Werner vor. daß alle Vereinigungen und Körperschaften, die aus laufenden Mitteln des Staates Dri- hilfen empfangen, Vertreter der Regierung oder des Landtags in ihren Vorstand oder Auffichts- rat aufzunehmen haben. Rach dem anderen Antrag soll der Zuschuß an den Heilstättenverein (Tuberkulosebekämpfung) von 30 000 auf 40 000 Mk. erhöht werden. Die Anträge wurden cüiftimmig angenommen, ebenfalls 'die Kapitel 46 (Staatsunterstützungskaste). 49 (Fonds für öffentliche und gemeinnützige Zwecke), 53 (Kunst strahenverwaltung). Ein zu diesem SXa= pitel vvrlicgeirder Antrag Hauck soll besonders behandelt werden.
Die deutsch-österreichische Patzsrage.
München, 8. Mai. (WB.) Heute vormittag traten in München im Staatsmini- sterium die Vertreter der Reichsregierung und der österreichischen Regierung zu Verhandlungen über die gegenseitige Aufhebung des Sichtvermerkzwanges im Reiseverkehr zwischen den beiden Ländern zusammen. Die deutschen Vertreter erklärten sich zur vollständigen gegenseitigen Aufhebung des Eichtvcrmerkzwanges und der Gebühren bereit. Die österreichischen Vertreter erklärten demgegenüber, daß sie ebenfalls ein weitgehendes Entgegenkommen wollten, daß sie aber zur Zeit nicht ermächtigt seien, auch die Gebühren für den Sichtvermerk fallen zu lassen. Deutscherseits wird die Beibehaltung der Gebühren bei Aufhebung des Sichtvermerks nicht für tragbar gehalten. Die Verhandlungen gehen weiter.
Ein Kabinett Dyvere in Veigien,
Brüssel, 9. Mai. (SU.) Ein offizielles Communiquc- bestätigt, dah Van de Dyvere die Kabinettsbildung übernommen hat. 3n politischen Kreisen wird erklärt, Van de Vyvere habe die Absicht, folgende Persönlichkeiten des allen Kabinetts wieder zu übernehmen: Poullet. Tschoffen, ©arten, Ruzette und Mohersoen. Dagegen werden Hymans, Rolf. Reufjean und Forthvmme nicht in das neue Kabinett eintreten. Es ist nicht ausgeschlossen, daß Van de Dyvere einen sozialistischen Führer zum Eintritt in das Kabinett auffordern wird Er selbst wird außer der Ministerpräsidentschast auch das Portefeuille des Finanzministers übernehmen.
Die Kämpfe in Französisch-Marokko.
Unruhe in Paris.
Paris, 9. Mai. (WTD. Funlspruch.) Heber die Operationen in Französisch-Marokko wird das folgende offizielle Kommunique verbreitet: Die tm Zentrum stehenden Truppen rücken Weller vor. In der Gegend von Saunat haben die Rif-Leute eine Rückzugsbewegung begonnen, nachdem sie starke Verluste erlitten hatten. 3n Susi und Safilet ließ Abd e 1 Krim bekanntgeben. daß er auf Fez marschieren wolle. Die Ankunft französischer' Verstattungen habe auf die in ihrer Haltung schwankenden Stämme günstig erngewirll. Lieber d e nach Französisch- Marokko abgehenden Verstärkungen berichtet „Journal", es werden 2 Geschwader Domben-Flugzeuge, bestehend aus 8 Offizieren, 19 Llnteroffizieren und 60 Mcuru abgehen.
Die Presse verfolgt die Er eigenste in Marokko mit gesteigerter Nervosität. Die Dürftigkeit der amtlichen Berichte wirb von den Blättern mit der Notwendigkeit begründet, den Gegner über die wahren Absichten des französische Oberkommandos im unllaren zu lcsisen. Das „Journal des Debats" schreibt: ($:n besonderer Grund zur Beunruhigung l ege nicht vor, wenn auch die Lage als ernst anzusehen sei. Die Llergha sei I über ihre Llfer getreten, wodurch der Fort- I gang der Operationen erheblich er» I lchwert werde. Gewiss- sranzös fche Posten seien noch von den feindlichen Harkas eingeschlossen und werde t durch Flugzeug7 ter» ! prrv'anliert. Die Truppenansammlungen, die feit
mehreren Lagen bet 5d}2|d)auen. beobachtet werden, rufen große Beunruhigung hervor. Man rechnet mit einem neuen Vorstoß Abd cl Krims bei Ghavul, nordwestlich von Fez, das das Ziel des marokkanischen (Gegenangriffs bilden wird. Die opposllionellen Blätter greifen die Regierung wegen der ungenügenden Vorbereitung in Marokko scharf an. „Liberte" veröffentlicht an leitender Stelle die Behauptung einer namhaften Persönlichkeit, daß die Angriffe Abd el Krims seit dem Verzicht auf das Ruhrgebiet und der älmbildung des Kabinetts § erriet datieren.
Aus aller Welt.
Revo8ver?chüsse im Theater.
Wien, 9. Mai. (T.U.) Bei der gestrigen „Peer. Gynt-Aufführung im Burgtheater ereignete sich ein aufregender Zwischenfall. In einer Loge saß die Mazedonierin K a r l i n c i u in Gesellschaft dreier Mazedonier, darunter einer namens A r - n a u t 0 v i c. Sie führten während der Bor- stellung ein politisches Gespräch, das teilweise so laut wurde, daß Nachbarn zur Ruhe mahnten.
Während des dritten Aktes fielen plötzlich 3 Schüsse. In der Loge fand man den Mazedonier Arnau- t 0 v i c tot vor, währcrtd die beiden anderen Verletzungen erlitten hatten. Frau Karlinciu wurde verhaftet und auf die Polizei gebracht. Sie gab an, daß der von ihr Erschossene ein Polizeispitzel gewesen sei, bet einige ihr nahestehende Personen des Mazedonischen Komitees verraten hätte. Im Vheater herrschte begreiflicherweise große Aufregung, erst nach einer halben Stunde konnte die Vorstellung fortgesetzt werben.
Das Baden-Badener Schachturnier.
Ergebnis der 17. Runde des internationalen Schachmeisterturniers: Reti (Oesterreich) gewann eine englische Partie gegen Carl (Deutschland) in 35 Zügen. Lrejbal (Tschechoslowakei) gewann eine sizilianische Partie gegen Mieses (Deutschland) in 50 Zügen. Riemzowitsch (Dänemark) verlor eine Partie gegen Bogoljubow (UEratne) in 40 Zügen. Colle (Belgien) gewann ein Damen» bauernspiel gegen Grünseld (Oesterreich) in 57 Zügen. Aljechin (Frankreich) gewarnt ein Damengambit gegen Marshall (Amerika) in 30 Zügen. Sämisch (Deutschland) gewann eine sizilianische Partie gegen Spielmann (Oesterreich) in 32 Zügen. Vates (England) verlor eine spanische Partie gegen Rubinstein (Polen) in 51 Zügen. Remis wurden die Partien Le Kolste (Holland) gegen Roselli (Italien) und Tarrasch (Deutschland) gegen Tartakower (Oesterreich). Abgebrochen wurde die Partie Thomas (Englatrd) gegen Ra» bllwwitsch (Rußland). Torre (Mexiko) war spielfrei.
2m Streit erschossen.
Rach einer Meldung aus Halte entstand in Teuchern zwischen einem Hauswirt und seinem Mieter wegen eines Wohnungsstreites eine Auseinandersetzung, in deren Verlauf der Hauswirt den Mieter durch zwei Schüsse tötete.
Dergunglück in Aiederschlefien.
Aus Waldenburg wird gemeldete 3n der 28. Abteilung des Iuliusschachtes wurden in der Mittagsschicht zwei Bergleute durch hereinbrechende Gesteinsmassen verschüttet. Die Bergarbeiter, die sofort zu Hilfe eilten, mußten, die Bergungsarbeiten aufgeben, da neue ungeheure Gesteinsmassen hereinbrachen. Es besteht keine Hoffnung, die beiden Leute zu retten.
Zwei Kinder verbrannt.
Rach einer Meldung aus Döbeln find gestern die beiden fünf und drei Jahre alten Söhnchen des Schlosserehepaares Grunert in ihren Betten verbrannt. Die Wohnung war voller Rauch. Wahrscheinlich hatten die beiden Kinder im Bett mit Streichhölzern gespielt.
Möhlrnbrand.
Die Holla,rdmühle in Waldenburg im Kreise Schlochau ist bis auf den Grund nledergebranill. Das Feuer, das in dem vorhandenen Fachwerk reiche Rahrung fand, breitete sich in kurzer Zell über das ganze Gebäude aus. 40 bis 50 Zentner Roggen wurde ein Raub der Flammen.
Eine neue Duderdootwette des Kapitäns Smith.
Der kanadische Leutnant Smith, der mit einem kleinen Ruderkahn von Amerika nach Rom gekommen war und in diesen Tagen von der hiesigen Sportwelt stark gefeiert wurde, ist eine neue Wette eingegangen. Der Großgrundbesitzer Martin Guglielmo setzte Smith 10000 Lire aus, wenn er mit seinem kleinen Kahn an der Küste des Tyrrhonischen Meeres entlang in einer bestimmten Zeit die Strecke Rom— Reapel zurücklegen würde.
Stemroürfc auf polizeibeamte.
Drei Irrsinnige, die aus dem Irrenhaus von Bergamo entsprungen waren, v e r s ch a^n z - t e n sich auf einem Hügel in ber Nähe der Stabt und bewarfen bie heranrückenbe Polizei mit Steinen. Trotz aller Bemühungen ber Polizei kennten die drei Irrsinnigen entkommen. Sie sind bis jetzt noch nicht wieder festgenommen worben.
Hungersnot in China.
Der „Malin" meldet aus Schanghai, daß die Provinz K w e i ch a u von einer Hunger- epidemie heimgesucht werde. Millionen von Menschen sind dem Huitgertode ausgesetzt. In mehr als sechzig D-zirten sterben die Unglücklichen vor Entkräftung auf der Straße. Tie Straßen sind mit Leichen übersät. Seit Auszehrung der Ernte des vergangenen Jahres ernähren sich die Bauern von Gras und Baumrinden. Die Blätter sämtlicher Bäume sind bereits ausgegessen. In den Dörfern lind zahlreiche Menschenfresser aufgetreten. Väter verkaufen ihre Kinder um eine Handvoll Reis. Lebensrnittel aufzutrecben ist unmöglich. Man befürchtet, dah keine Ab-- Hilfsmaßnahmen vor ber nächsten Aeis- ernte, die nicht vor fünf Monaten zu erwarten ist, getroffen werden können.
siLcttcrvoraussagc.
Heller dis tor-liig. Temperaturen wring orr- äirdcrt. strich,: ' leichte Regenfälle westliche Cßinbe.
Die .übliche _ s westliche Luftströmung un|c- res Bezirkes bedingt noch wechselnd wolkiges Wetter mit . einzelnen Regenfällen. Das die Wetterlage bedingend^ Hnupttief hat feine stationäre Lage über ten britischen Inseln aus gegeben und bewegt sich unter Abflachung ostwärts nach Skandinavien.
Aus Stadt und Land.
Gießen, den 9. Mai 1925.
Den Müttern!
(3 um 1 0. Ma i.)
Ein Tag im Jahre ist den Muttern geweiht: einmal sollen auch sie zu ihrem Rechte lammen, sollen spüren, daß sie getragen werden vom dankbaren Bewußtsein des Dolles, das in ihnen den Hort seiner Kraft, den Ouell feiner Gesundheit. die Wahrung edler Uebcrliefcrung sieht. So wäre es schön, wenn an diesem 10. Mai wiederum, wie im vorigen Jahre, überall da, wo eine Mutter ift, Blumen auf dem Tische stünden, ober das Bild an der Wand bekränzt wäre, wenn sie schon heimgegangen ist.
In der Mutter verehrt jeder feine Iugeird und die schönen Erinnerungen an die Zeit, wo er restlos glücklich war, weil er noch keine Sorgen batte und das Leben mit seinen grausamen Widerhaken noch nicht kannte. Ja, damals war noch feder Tag wie ein blitzender Sttrntaler, der dem suchenden Kind in den Schoß fällt. Man dachte noch nicht daran, daß die Tage auch einmal eine Last werden konnten, wo sich die Stunden träge hind'hnen wie graue Ungetüme.
Denkst du der Zeit, wo du abends vom lind- lichen Spiel heirnkamst und nach der Mutter riefst wo du sie in der Stube am Fenster sitzen fandest und sie dann deinen Kovf in ihre Hände bettete, die so warnt waren und so weich? Wo sie dir zu erzählen begann, als es dämmerte, und immer wieder die Märchen von vorn beginnen mußte, die so schön sind, daß sie einfach nicht zu Ende gehen durften? Denkst du daran?
Oder hast du vergessen, wie wundersam sie zu trösten verstand, als dir später bllteres. schwerstes Ungemach widerfuhr. Immer am schwersten sind die ersten Wunden, die uns hei- gebracht werden: und so frühe müssen viele diese Wunden fpuren. Niemand wolltest du da wohl etwas davon sagen: der Freundin nicht, nicht den Geschwistern und dem Vater auch nicht, aber vor der Mutter löste sich wie von selbst die Zunge, als wenn sie dir tragen helfen wollte, wo du doch selbst tragen mußtest. Schon der Gedanke der herzlichen Teilnahme tat so wohl.
Laßt uns denn am morgigen Tage wieder mal die Mütter und das Muttertum verherrlichen. Hm die Treuesten der Treuen und Liebens- wertesten aller Lieben muh es morgen froh und sonnig sein, und unsere Dankbarkeit für die Mutter mögen einige zarte Blumenkinder aus dem Mai zum Ausdruck bringen, die wir ihr in die Hand drücken.
Die Vorbereitung des 32. Mittel- rheinischen Kreisturnsestes schrettet in sämtlichen Ausschüssen rüstig vorwärts. Je mehr das Fest heranrückt, desto häufiger werden für alle Ausschüsse die Sitzungen, in denen die Mitglieder mit begeisterter Hingabe an die edle deutsche Turnsache eifrig tätig sind.
In den Ehrenausschuh sind die Herren Provinzialdirektor Graes, Se. Magnifizenz Geh. Kirchenrat Prof. D. Dr. Krüger, Landgerichtspräsident Qlcucnljagcn, der Kommandeur des Inf.-Rgts. Ar. 15 Oberst Fett, Oberbürgermeister Keller und Prof. Dr. Berge r-Berlin, 1. Vorsitzender der Deutschen Tumcrschaft, ein- getreten.
Dem Festausschuß gehören viele Bürger unserer Stadt an. Die große Fülle dieser ‘Hamen an dieser Stelle aufzuführen, würde für unfern Raum zu weit führen. Die (Rainen dieser Ausschußmitglieder weroen selbstverständlich in dem Festbuch zu ersehen fein.
Bei der Herrichtung der Turnplätze geht alles progranrmähig vor sich Die Erdbewegungsarbeiten auf dem Trieb sind zum größten Tell bereits bewältigt, der Rest dieser Arbeit dürfte wohl auch in etlichen Tagen erledigt fein. Die Plätze haben eine ganz ausgezeichnete Verfassung gewonnen und werden zweifellos den vollen Beifall aller Turngäste finden. In ihren Größenverhältnissen können die Plätze jede Kon- turrenz mit grohstädtifchLn Einrichtungen dieser Art aufnehmen, ja man behauptet nicht zu viel, wenn man sagt, daß manche Großstadt hinter der hiesigen Tum- und Sportplatzanlage zurück- bleiben wird. Aus dem Turnplatz an der Grimberg er Straße ist mittlerweile auch das große Festpodium erstanden, das einen weiten Raum für die Ehrengäste enthüll, weiterhin Arbeitsräume für die hiesige und die auswärtige Presse mit mehreren Lelephonzellen umfaßt, ganz oben die Stände für den Turnleiter, die Vorturner und die kritisch wertenden Lurnsachverständige'r trägt. Unmittelbar vor diesem Bau ist das Musikpodium errichtet, auf dem zwei Kapellen in Stärke von etwa 100 Musikern Platz finden In der sog. Kirschenallee werden Räume für die Sanitätswache. Feuerwehr, Polizei, sonstige Ar- bettsstellen und älmfleiberäumc für Turner und Turnerinnen eingerichtet Lieber die weiteren Bauarbeiten wird demnächst noch zu berichten sein.
Der Presseausschuh hat von seinen Obliegenheiten das Fe st buch bereits weit gefördert, ebenfo ist das Festabzeichen in Arbett. Der Plakat-Wettbewerb, den dieser Ausschuß zur Erlangung guter Werbeplakate unter alle hier in Dettacht kommenden Künstler Deutschlands ausgeschrieben hat, brachte 110 Entwürfe. Ein Preisgericht ist zrrr Bewertuirg der Arbeiten eingesetzt und gegenwärtig in Tätigkeit. Säm11 i che Entwürfe sind von morgen, Sonntag, nachmittag 2 älhr an in der Turnhalle am Oswaldsgarten bei freiem Eintritt auf einige Rachmittage, jeweils bis 6 älhr, zur allgemeinen Besichtigung durch unsere Mitbürger ausgestellt. Im 3ntereffe der Künstler muß natürlich gefordert werden, daß die Besucher iede Berührung der Plakate unterlassen: den Weisungen der Aufsichtspersonen ist unbedingt Folge zu leisten.
Eine schwierige Aufgalx: bat der Woh- nungs - Aus^' chuß zu bcwälttgen. Er ntuh etwa 20 000 Turner und Turnerinnen unterbringen. Hierfür sind zwar viele öffentliche Gebäude in anerkennenswerter Weise bereits zur Verfügung gestelll worden, aber damit ist natürlich noch nicht alles geschasst. Cs müffen vielmehr ircch in großem Umfange Privatquar- ticrc in Anspruch genommen werden. Hoffentlich findet _öer Ausschuß, wenn er sich demnächst an die Bürgerschosi wendet, überall volle und bereitwillige Alntcrftütjung., die jedermann um n leichter gewähren kann als die Turner bei solchen Festen ja außerordentlich bescheiden und 1 mir einer einfachen Gelcgenhttt zum Langstrxken,
W wird K
Ao [hci^rC LE einpt gcscha't
3t. Sie nach nach 2l der iln1 wurde ( logie un ernannt 12, Mai
11* ininiste Lrrcw 12. M im ? Schulen sahnen
LL Oiff1 SrM fildt. 5 nn 'Sn1
Gieß/ schaftlu rinärw Ehrend
Trieb g* heran, die D- für die Arbeite vchini Eisenbei schäft in Gieß mer a vereinis aus de lenst Deh der 2 gefchr ftemn
wiß z Halle bat A
morgen am Os frei ® turnfest


