sche Kultur suchten und fanden, wie unter anderem ihre Heirat mit deutschen Fürstentöchtern darlut. Hier war der rechte Ort, um in einer Zeit der Ostfragen die Jugend daran zu erinnern, daß es manche „Fragen" aibt, die für uns nie solche sind, es sei denn, daß selbstmörderische deutsche „Oojek- tinität" dem Gegner Handlangerdienste leistet.
Gewiß, um Glaß erinnern noch die Halbdutzend „Wächterdörfer" daran, daß hier ein Ausfallspunkt der Tschechen gegen die Polen bestanden hat — aber Nachod heißt immer noch zu deutsch „an der Grenze". Und so sicher es ist, daß die unmenschlichen, Schlesien verheerenden Hussitenkriege eines der trübsten Kapitel schlesischer Geschichte darstellen — so au Recht besteht die andere Tatsache, daß böhmische Fürsten und Könige Mehrer des Deutschtums im schönsten Sinne gewesen sind. Ohne Sinn ist es aber bestimmt and) nicht, wenn gerade heute zur Zeit der größten Deutschtumsverfolgung in der Tschechoslowakei Hus als Nationalheros drüben wieder gefeiert wird, ist er doch, was bei uns viel zu wenig beachtet wird, der erste große Hasser der Deutschen und dann erst der religiöse Fanatiker.
Und das „urpolnische" Schlesien? Ach, du lieber Himmel, cs'besteht ebenso wie ei n„urtschechisches" Schlesien nur in Einbildung und Machtgelüst der Nachfahren eines Boleslaw Chrobry, den nach kurzer Herrschaft über Schlesien bekanntlich schon Heinrich II. im Jahre 1018 in die gebührenden Grenzen zurhckwies. Wenn heute Polen an der Seite Frankreichs steht — nachdem wiederum wir ihm zur Staatlichkeit verhalfen haben — und Polen nicht zuletzt auf Schlesien hinweist, so wird man unwillkürlich an die Elbinger Konvention (Militär- straßen-Verbindung) und an die 1807 durch Napoleon erfolgte Begründung des Herzogtums Warschau erinnert. „Dour meubler un champ de ba- taille" hieß Napoleon das damals — heute spricht man gegnsrischerseits gar zu gern von „Ostpakten" u. dgl. Und um den Zobten, den Berg der Schlesier, wohnen noch immer Silingen, wie zu germanischer Urzeit?
Die historische Seite des Schulungskursue, die übrin?n5 an Hand von Karten und Plänen der prähistorischen Forschung die gebührende Achtung erwies, fand ihre notwendige Ergänzung in der Darbringung deutschen Kulturgutes, wie sie sich in Liedern und Mysterien, Sage und Märchen ebenso wiedersviegelt, wie in Feldbestellung oder Häuserbau oder germanisch-deutscher Rechtsauffassung. Kurzum, wie'man die Dinar auch ansah: Schlesien ist deutsch und wird deutsch bleiben: eine schlesische „Frage" gibt es für deutsche Jugend nicht!
Die Heimatkunde in der Schule.
Auf Einladung des Landesamts für !daS Dildungswes en fand vor einigen Tagen eine Versammlung von Schulmännern uni) Geschichtsforschern im Zeichensaal der Oberrealschule in Gießen statt . zwecks Behandlung der Heimatkunde an höheren und niederen Schulen.
Ministerialdirektor Ärstadt eröffnete die Versammlung, indem er in lichtvoller Weise aus- führte, daß tS sich bei dieser Frage im wesentlichen um alte Ansichten handle, die aber in neue zeitgemäße Formen gegossen werden müßten.
Sodann referierte im Auftrag des Landes- amts Oberschulrat Hofmann über die Ziele der Behandlung der Heimatkunde in den Schulen. Leider sprach der Redner so schnell, daß es sehr schwer, ja fast unmöglich war. den Zusammenhang der ©eJanfcngänge immer zu erfassen.
Sodann referierte Lehrer Eidmann aus »Darmstadt über die Art, tote er die Pflege der Heima.'runde in feiner Schale betreibe. Alle Dil-
>'le vvm Heimatgedanken ausgehen. Lebhaft empfahl er die Anlage eines Heimat- '»museums an jeder Schule und zeigte, wie er sich ein fr *>3 für seine Anstalt angelegt habe.
Hierauf sprach Lehrer S p a n g aus Bretzenheim über die Erforschung der O r t s Flur-, Boden-- und Fluhnamen, indem er die Bedeutung dieser Forschung betont? und einige Proben feiner Ableitungen der Versammlung mstteilte.
Dann behandelte Studienrat Eomo aus Dingen die Literatur der Heimatkunde, wobei er jedoch leider von einer Kritik über den Wert der einzelnen Werke völlig absah. Er empfahl die Abfassung von „Heimat heft en" und Zusammenfassung der ‘arbeit. •
Bei Eröffnung der Diskussion nahm Pros. Dr. Roeschen-Laubach als erster das Wort.
Pelzmärtel.
Ein Aürnberger Spielzeugroman.
Rach dem 3 a ienischen dec Terelah erzählt von Gustav W. Cberlein.
Copyright 1925 by QL Scherl ®. m. b. H., Berlin. 10. Fortsetzung. Nachdruck verboten.
Auch da. an hatte Karl der Große nicht gedacht, niemand hatte sich die Einzelheiten vor- gest^llt. Der Vorschlag Kunigundes war mit großer ^Begeiferung angenommen und, da die Zeit drängte, sofort in Szene gesetzt worden, al er die Durchführung des ganzen Planes hatte jeder dem Zufall überlassen zu können geglaubt. Karl der Große fühlte, daß er nicht gerade rm besten Lichte dastand.
„Cliur Mut," flüsterte Pelzmärtel ihm daher ins Ohr, „ich möchte nicht, daß du von deinem Ruhme einbützt, den du dir seinerzeit erworben hast. tJ) werde für dich tun, was ich kann."
Auch Pelzmärtel war es inztoischen klar geworden, Laß man sich an die Störche wenden mußte. Rur die Störche als die bevorzugten Geschöpfe konnten weiterhelfen, nur sie, die mit wenigen Flügelschlägen zwischen sich und die Menschen eine unüberwindliche Entfernung legen. Llnglück.icherweise gab es in diesem Augenblick in Rürnberg nur drei brauchbare Störche, nämlich Luginsland, Schnabelspih und Wiesenstelz. Dabei wußte man noch nicht einmal, ob Cug- inSla.'d seine Frau allein lassen konnte. Und was die launenhafte Schnabelspitz anbelangte, so war e3 zweifelhaft, ob sie für das Abenteuer zu haben sein würde.
Wol>n nur mit all dem kleinen Volk? Pelz- märtel legte den Finger an die Rase und dachte nach. 3e mehr er überlegte, desto abenteuerlicher kam ihm die Sache vor. Am Ende entschloß er sich, auf das Dach zu steigen, wo Bringglück wohnte, um ihr die Sache vorzutragen. Wenn irgendeiner, so muhte sie als alter Zugführer Rat wissen.
„Wo möchten sie denn am liebsten hin?" fragte Bringglück.
„Zu den Feen, um bprt Unterkunft und Rat zu erbitten."
„Rat? Worüber?"
Er sprach seine Befriedigung über die Art aus, wie Lehrer Gidmann die Anlage und Verwertung des Heimatmuseums betrieben Nüssen wolle. Auch sei er, auf Grund eigener Erfahrung, von der Bedeutung und Wichtigkeit der Erforschung dieser Flurnamen überzeugt. Aber diese Forschung sei für Laien sehr gefährlich. Auf Einzelheiten verschiedener offenbarer älnrichtig- keiten der Deutung, die ihm aufgefallen seien, könne er hier nicht eingehen. Daß „alle Bildung vom Heimatgedanken ausgehen müsse", wie verlangt worden sei. sei unmöglich. Auch h'er müsse mir die induktive Met hode angewandt werden, nicht aber in deduktiver Weise ein einziger Gedanke in den Mittelpunkt der Forschung und des ülnterrichtS gestellt werden. Cs müsse auch auf Gebiete außerhalb deS Heimatgedankens übergegangen werden. Man habe auch andere Ewigkeitswerte und blicke auf eine reiche Kultur von 4—5000 Jahren z.rrück. 3m übrigen gäbe es keine allgemeine Pädagogik, und die .Arbeitsgemeinschaft" und „Arbeitsschule", wie sie z. D. Gaudig vorschwebe, fei doch höchst bedenklich, wie auch seine Ausführungen über die „idyllische Behaglichkeit" der ülniversitätspro-- fessoren, denen wir doch das Beste unserer Bildung verdankten. Dagegen empfahl R o e s ch e n ein Zusammenarbeiten der einzelnen Schulen lGymnasium, Realgymnasium. Realschule und Volksschule) nach einer Richtung hin, aber „getrennt marschieren, vereinigt schlagen". Dringend empfahl er die Herstellung eines kritisch gereinigten kurzen Lehrbuchs der hessischen Geschichte sdie greulich entstellt fei) durch den „H i st o r i - scheu Verein für Hessen", und er könne als Vorstandsmitglied dieses Vereins sagen, daß hierzu Reigung vorhanden sei. Er wünschte Organisation nach Provinzen und Kreisen.
Studiendirektor Dr. Hainer- Laubach empfahl noch besonders die Beschaffung von Bildern von Dörfern. Städten und Gegenden der hessischen Heimat für die Schulen.
Professor Dr. Blecher- Friedberg wünschte eine bessere Ausbildung der Lehrer als Führer durch Museen.
Außerdem wurde auch die Pflege der Hei- iunbe in den Zweigen der Raturwissen- schäften und der Geographie eingehend erörtert. So wurde noch manche fruchtbare Anregung gegeben.
Als Ergebnis der Erörterungen wurde für die Provinz ein provifvris che r Ausschuß gebildet, zu dessen Schriftführern Prof. Dr. Blecher und Prof. Dreher aus Friedberg gewählt wurden.
Forderungen der hessischen Pensionäre.
• Darmstadt, 6. Dez. Der Hessische Pensionärverein hielt gestern hier eine Tagung ab. auf der Oderlehrer i. R. Kahl einen Vortrag über die wirtschaftliche Lage der Ruhestandsbeamten und Hinterbliebenen hielt. Der Redner forderte u. a. die Gleich stellung der Altpensionäre mit denReupenfionären und hofft, daß die Frage auf dem nunmehr beschrittenen Protzeßtoeye zugunsten der Alt- pensionäre entschieden wird. Bei den Landesregierungen hätte die Forderung bisher nut den Erfolg gehabt, daß die Regierungen unter Hinweis auf das Re ich s s p e r rg e se tz sich außerstande erklärten, die Forderung der Alt- Pensionäre zu erfüllen. Das Sperrgesetz werde am 1. April 1926 fallen, dann könnten die Pensionärvereine erproben, ob die Regierungen den Mut haben, zu erklären, daß zur Beseitigung deS Llnrechts an den Altpensionären keine Mittel vorhanden seien. An Forderungen, deren Erfüllung keinen Aufschub duldet, nannte der Redner u. a. eine allgemeine Erhöhung der Ruhegehälter und des Wohnungsgeldes, die Alt- und älnfallpensio- närfrage, sowie die Abänderung der Kannvorschriften in Muhvorschriften wegen der „nachgeheirateten" Frauen, sowie Anspruch der Haustöchter auf Versorgung.
Schwurgericht Meßen.
* Gießen, 7. Dez. Unter dem Vorsitze des Landgemchtsrats Strack wurde heute unter Ausschluß der Oeffentlichkeit gegen die Pflegerin Hedwig R.. zuletzt in Gießen wohnhaft, wegen
„Sie wollen die Unschuld des PuppenpeterS ans Licht bringen.“
„Ausgezeichnet," lobte Bringglück, „aber wie macht man das?"
Set Schlaumeier guckte in die Luft
„Hm, nicht so einfach!" sagte er nachdenklich.
Ratürlich halte er bereits seine 3dee, sogar drei 3deen, und z^ar folgendem
Erstens: Ein gute- Werk zu vollbringen, wenn es kein Opfer kostet, ist kein Verdienst.
Zweitens: Eine Strafe von zu kurzer Dauer wird sofort vergessen.
Drittens: 3e später die Freude kommt, um so süßer ist sie, nur muß sie noch rechtzeitig kommen.
Erstens also, folgerte Pelzmärtel, müssen Karl der Große. Kunigunde und Hans Sachs eine Reihe von Schichalsfällen erleben, bis sie ihr Ziel erreichen.
Zweitens soll Rürnberg mit Schrecken ein weiteres Weihnachtssest ohne Spielsachen heran- nahen sehen.
Drittens haben Peter, Otto und Liefe! noch viele Tränen zu vergießen, bis ihnen das Glück ihrer Wiedervereinigung zuteil wird.
3ch weiß nicht, ob Pelzmärtel damit recht tat oder nicht, ich weiß nur, daß er es so bestimmt hatte, und daß es folglich so kommen mußte.
„Zu welchen Feen wollen sie denn gehen,“ fragte jetzt Bringglück, „zu denen, die im Rorden. oder zu denen, die im Süden wohnen?"
Pelzmärtel schaute sich um: überall tiefer Schnee! Und zu den nordischen Feen war es so weit! Und wenn man endlich dort droben eintraf, konnte man sich nicht einmal wärmen. 3hr Palast ist aus Eis! nur die Dennliere, die Eisbären, die Pinguine, die Seehunds können in Bieter Kälte leben. ES ist bekannt, daß die Feen des Rordens ihre liebe Rot haben, Dienerschaft aufzutreiben: ihr garv.er Hofstaat besteht aus Wichteln und Zwergen, die tief unten in der Wärme der Erde leben.
Rein, so grausam wollte Pelzmärtel nicht fein.
„Sie wollen zu den Feen des Südens gehen," sagte er deshalb, und hatte damit die Störchin dort, wo er sie haben wollte.
Kindestötung verhandelt. Die Anklage vertrat Staatsanwalt Fischer, die Verteidigung führte Rechtsanwalt Dr. Aaron. Rach dem öffentlich verkündeten Urteil hielt das Gericht die Angellagte für überführt, am 14. 7. 1925 ihr uneheliches Kind gleich nach der Geburt vorsätzlich getötet zu haben und verurteilte sie zu 2 Jahren Gefängnis, abzüglich der erlittenen Untersuchungshaft. Angellagte und Staatsanwaltschaft erkannten die Rechtskraft des Urteils an.
Oderhessen.
Landkreis Gietzerr.
y. Lang-Göns, 6. Dez. Heute wurde der von der Kirchenregierung ernannte evangelische Pfarrer Wilhelm Wahl, seither in Gimbsheim (Rheinhessen) stehend, im feierlichen ©DtteSuienfte und in Gegenwart einer zahlreichen Gemeinde von Dekan G u ß m a n n - Kirchberg in seinen Dien st eingewiesen. Zur Verschönerung des Gottesdienstes trugen zwei von dem hiesigen Posaunenchore (Dirigent: Weißbindermeister Boller) vorgetragenen Stücke bei. Die Familie des Geistlichen wird erst in einigen Tagen nachfolgen können, da das Pfarrhaus soeben nach Wegzug von Familie Weber einer gründlichen inneren Erneuerung und auch teilweise neuen Unterkellerung unterzogen wird. Die Arbeiten werden von der Gemeinde mit anerkennenswerter Energie der Vollendung entgegengeführt.
X Langd, 7. Dez. Der hohe Schnee, der weithin Wald und Flur bedeckt, hat leider unseren Holzhauern eine unliebsame Unterbrechung ihrer Arbeit gebracht, nachdem sie kaum acht Tage hinausgegangen waren. — 3n der letzten Woche fanden hier zwei Vorträge statt. Pfarrer Groh führte in der Kirche die Geburt 3efu im Lichtbild vor. 3m Sannschen Saale hielt auf Einladung des hiesigen Kriegervereins Oberstleutnant v. Hagen einen Vortrag über die Marncschlacht. Beide Vorträge hatten zahlreiche Zuhörer angelockt.
Kreis Fricdderg.
Friedberg, 7. Dez. (WSR.) Die in Wohnbach wohnende Mutter des kürzlich in Frankfurt a. M. auf offener Straße ermordeten Kriminalbeamten Sack ist infolge der ungeheuren Aufregung über den tragischen Tod ihres Sohnes einem Herzschlage erlegen.
Bad-Rauheim, 7. Der. Die zweite Win erverarstallung des Dildungsvereins. die heute im Kurhause stattfand, hatte leider nicht den Besuch aufzuweiten, den das Thema deä Abends und die Art. wie es vom Redner behandelt wurde, verdient hätten. Professor Dr. Weber, der Leiter des hiesigen Medizinischen Instituts, sprach über „11 niete natürlichen Waffen im Kampf umsDasein". 3n sehr seiner, elementar-verständlicher Weise behandelte der Redner an zahlreichen Beispielen die wundervolle Wirkung der Schutzkräfte, tzie dem Menschen den Kampf ums Dasein ermöglichen und der ganzen lebendigen Welt Unsterblichkeit geben. Für Volksbildungsvereine ist solch ein Thema ein besonders geeigneter Vor- tragsstoff. — Die hiesigen Ougendverbände haben sich zwecks eindrucksvollerer Vertretung ihrer gemeinsamen Interessen zum Bad-Rau- heimer 3ugenbring zulammengeschlossen,ohne damit im einzelnen ihre Selbständigkeit auszir- geben. Den 3ugenbrtng bilden: Arbeiterjugend, Deutscher Pladftnderbund, Iungsturm, Quickborn, Wandervogel (e. V.). Was diese löbliche Vereinigung erstrebt, ist vor allem die Errichtung einer Jugendherberge und eines 3 u » aendheims. Die Stadtverwaltung hat den Bestrebungen der Jugend Unterstützung bereits zugesagt. Die erste gemeinsame Veranstaltung des 3ugenbrings war ein öffentlicher Lichtbildervortrag, den Turnlehrer Lehmann vom Turnverein 1850 über „Gymnastik. Sport und Kultur" hielt. Der Reinertrag des Abends, der gut besucht war, wird dem Jugendherberge- fonds zufließen.
Butzbach, 7. Dez. (WSR.) Bei den Meguinwerken geht der Abbau immer weiter. Zur Zeit sind nur noch etwa 400 Arbeiter beschäftigt gegenüber 2000 früher.
C Rieder flor st adt, 7. Dez. 3n seiner jüngsten Sitzung setzte der Gemeind erat die Preise für die Steine neu fest. Fast
„In diesem Falle," antwortete Bringglück, „wissen Luginsland und Wiesenstelz den Weg und wenn Schnabelspitz keine Geschichten macht, wird auch sie sich anschlietzen. Für mich wird Meister Konrad sorgen, wie er es immer getan hat."
Als die Morgendämmerung heraufzog, traten Wiesenstelz und Luginsland flugbereit? Bald da.aus erschien auch Schnabelspitz. Alles, was außergewöhnlich und sonderlich war, gefiel ihr. und halte man jemals etwas Sonderbareres gesehen als diese Reise Ende Dezember mit einer Puppe rittlings auf dem Hals? Es war beschlossen worden, daß die anderen Spielsachen während der Abwesenheit von Karl dem Großen, Kunigunde und Hans Sachs in dem unterirdischen Gang versteckt bleiben sollten. Pelzmärtel würde sie durch Zauberei friedlich einschlafen lassen und dafür sorgen, daß weder Mäuse noch Ratten oder Käfer sie belästigten. Er selber würde in eigener Person jeden Tag erscheinen, um das Erdv»rlies zu lüften, dessen Eingang unsichtbar zu machen dem kleinen Zauberer nicht schwer fiel. Kein Mensch sollte ihn mehr finden — eine weitere unerklärliche Ueberraschung für die Rürn- berger.
So war also alles aufs beste vorbereitet, und Karl der Große, Kunigunde und Hans Sachs wollten sich eben — die gefiederten Reittiere machten vor Abenteuerlust schon die Hälse lang — in den Sattel schwingen, als ein heftiger Streit ausbrach. Krachauf und die Gummikahe waren sich in die Haare geraten, weil eines den an» deren bei einer Spitzbüberei erli i cht Halen wollte.
„3ch habe sie dabei ertappt," schrie Krachauf, „wie sie auf die Dächer hinüberschielle. Sie will ausreißen, die Falsche. Glaubt nur nicht, daß sich eine Katze in einen unterirdischen Gang sperren läßt, wo es nicht einmal Mäuse gibt! Aber jetzt gerade muh sie dableiben. entweder alle oder keiner!"
„Und ich habe ihn dabei ertappt," schrie die Gummikahe, „wie er einen Storch an Schwanz zog, um zu sehen, ob er fest genug sei. Der Schlingel wollte sich daran anhängen! Glaubt nur nicht, daß ein Rußknacker jemals einer vernünftigen Tat fähig sei! A)er das gibt es nicht, daß einer so seine Gefährten hintergeht und
alle Prerse wurden im Preise herabgesetzt, für solche Arten, die in letzter Zeit geliefert oder angeboten wurden, die erzielten bezw. geforderten Preise auch für den Verkauf in klein wen Mengen angenommen- Der Steinbruch bleibt voll im Betrieb, man will sogar, falls eine Lieferung zu bekommen ist, sofort einige Arbeitslose zum Cteinellopfen heranziehen, denn im Frühjahr, wenn wieder Arbeitsgelegenheit vorhanden sein wird, werden nur wenige 2?ute Steine klopfen wollen. Außerdem könnten die Steine jetzt Im Winter für geringen Fuhrlohn an Ort und Stelle gebracht werden. Ein Sorgenkind ist in diesem Winter die Dampfheizung im Reuen Schulhaus. Rachdem sie erst vor einiger Zeit durchrep.iriert wurde, kommen immer wieder Klagen, daß die vorschriftsmäßige Temperatur erst gegen 10 Uhr erreicht würde. Scheinbar wird vormittags zu spät angeheizt; Der Heizer soll darauf hingetoiefen und vom Bürgermeister kontrolliert werden, ob er auch um 6 Uhr die Hebung anstellt. Die rückständigen Gelder aus 1 924 werden nochmals bis zum 1. 4. 26 gestundet; mit deir^inzelnen Schuldnern sollen aber Abkommen getroff.n werden, nach denen die geschuldeten Beträge in wöchentlichen Raten bis bah'n abgetragen werden. Mit dem Eingang der Rückstände au3 1925 ist vorläufig nicht zu rechnen. Es muß also Geld aufgenommen werden. Ein Mitglied deS Se- rneinderats erHärte sich in der Sage, ein Kas - sendarlehen von 10000 Mart zu 9l'3 Prozent sofort beschaffen zu können. Diese Lösung wurde allgemein begrüßt, denn man hofft, im April so viel Geld flüssig zu haben, daß dieses Darlehen wieder abgetragen werden kann. — Bei der letzten Treibjagd wurden 56 Hasen geschossen. Das Ergebnis war also sehr gering, ist aber nach den ungünstigen Jahren erklärlich. Außerdem suchten schon bei den ersten Schüssen viele Hasen daS Weite und gingen in die benachbarten Gemarkungen, bevor sich der Kreis der Treiber schließen konnte. — Der E i n- spruch gegen die Gemeinderatswahl ist noch nicht erledigt. Als Gründe wurden angegeben, daß am Nachmittag bei dem ft arten Andrang nicht nur Mann und Frau zu gleicher Zeit gewählt hatten, sondern das öfter 3 bis 4 Personen gleichzeitig in einer Wahlzelle ihre Stimme abgaben. Der alte Gemeinderat hat also Aussicht darauf, auch noch zu Beginn des neuen 3ahreS seine Tätigkeit auSzuüben.
Kreis Büdingerr.
)( Ortenberg, 7. Dez. Pfarrer CB lieb* n e r vom Katharinenstift in Wittenberg sprach hier in gutbesuchter Versammlung unseres Frauenvereins über „Diakoni.senarbeit in den Städten und Urwäldern Brasiliens". Der Redner, der selbst über ein Jahrzehnt Pfarrer an den deutsch-evangelischen Gemeinden Brasiliens gewesen ist, schilderte aus eigener Erfahrung die äußeren und inneren Röte, die die deutsch-evangellschen Gemeinden der Hebe rf ec immer mehr nach deutsch-evangelischen Schwestern 'rufen lassen. Auch der Segen, den solche Schwestern drüben bringen können, wurde überzeugend nachgewiesen. Das Katharinenstift in Wittenberg hat die Ausblldung solcher Schwestern übernommen und bereits 30 Schwestern hinaus- gesandt. Doch die Rachfrage nach Schwestern für unsere Gemeinden draußen wird immer größer. Eine Gabe von 15 Mk. gaben die Frauen Orten- bergs dem Redner für die wichtige Arbeit des Stifts mit.
—Hirzenhain, 5. Dez. Sein halb- tausendjähriges Jubiläum kann baS hiesige wellbekannte Buderussche Eisen- u n d Hüttenwerk demnächst begehen. DaS Werk, das schon im Jahre 1400 bestand, verdankte ferne Entstehung den Eisengruben des Riddertales, die jetzt längst ausgebeutet und zerfallen sind. Man hat gutze ferne Oscnplatten gefunden, die bereits um 1400 und 1500 gegossen worden sind^z. B. „Die Flucht nach Aegypten", „Der reiche Mann und dec arme Lazarus", „Die Hochzeit zu Kana", „Dte Witwe von Sarepta“ und andere biblische Bilder. Daneben hat man auch den Gott Jupiter verewigt ober ein deutsches Erntefest dargeftellt. Das Werk ist seiner Ueberlieferung treu geblieben und widmet sich heute noch der Herstellung von Ofen- und Eisen- platten. Dazu kommt die Erzeugung von Badewannen, Spülbecken, Wand- und Bodenplättchen, sanitären Artikeln, Herden, Maschinenteilen: ein besonderer Dau dient zum Emaillieren der Fabri-
ifwnu—riii m i ww■
eine schöne Reise mi macht, während die anderen int Dunkeln eingesperrt sind. Das ist nicht recht!"
Sie schrien so arg, daß Krach aufs Holzzopf, den er braucht, um die Kiefer wieder zu schließen, wenn er eine Ruß aufgeknackt hat, zerbrach. So stand er offenen Maules da, mit herabhängendem Kinn, unfähig, ein Wort her- auszubringen. Diese Gelegenheit benutzte Fifi, die Gummikatze, um Pelzmärtels Aufmerksamkeit von sich ab und auf Krach auf zu lenken. Sie wußte, daß er die Nußknacker ins Herz geschlossen hat und ihnen immer den Mund zurechtrichtet. Wie er nun damit beschäftigt war, führte sie ihren lang gehegten Plan aus. Es war keine leere Verleumdung gewesen, daß sie daran dachte, auszukneijen — ohne daß sich's jemand versah, war sie verschwunden, und wer sie gesucht hätte, würde sie beim Spaziergang fern auf den Giebeldächern angetroffen haben. Die Rürnberger Dächer sind halt die schönsten, die es gibt, und eine Katze bleibt immer eine Katze, auch wenn sie aus Gummi ist.
Gerade, a'S Krachaus wieder A sagen konnte, traf keuchend und schweißtrietend Bringglück ein. Es muß'e etwas Außerordentliches borgejaHen sein, daß sich die ha'blahme Störchin, die sich mit knapper Rot auf den Flügem halten konnte, entschloß, hierherzukommen. Wiesenstelz bekam Herzklopfen, und Kunigunde fühlte, daß sie erbleicht wäre, wenn sie sich nicht die Backen so schön rot geschminkt hätte.
Die Rachricht, die Bringglück brachte, war auch danach. Sie erzählte, daß alle Kinder ihr Gewissen befragt und der arme Otto weinend gestanden hätte, Pelzmärtel beleidigt zu haben. In Wirklichkeit war es ja nicht so schlimm gewesen, denn die Störche hatten nur gehört, wie dec Knale sich über die verpfuschte Weihnachten beklagte. Wer wollte es einem Kind verargen, wenn es Pelzmärtel damit in Zusammenhang brachte, ein ahnungsloses Kind, das sich plötzllch des Baiers, eines schonen Theaters und einer wunderbaren Puppe beraubt sah, gerade am Bora'.end des Freudenfestes für alle Kinder! Dem Pelzmärtel, der immer verständnisvoll urteilt, leuchtete das ohne weiteres ein.
(Sortierung folgt.)
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Fest der hiesige 2 24., seine verhältni schwere ersw'.en die säm Hause erfreute der f)b Iubeljx 4öah, i Mr li büchern den Tal, Ehefrau ihre 1Z02 toui M Leob bara M spater fr M efr
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