ilngebick sehr belicht :hmack nach folgendem
Rezept:
handeln werden gticblll, jebackt and milde®Gewürz Mehl gemischt. - hemem n Zuck r m l de® Hom? gelöst id Die winntU- mischang. die «jch»«*' miteininoer und lugt. »a r Oetker's „Bicbn1* hmo. man noch soviel Mehl hm«, und auszeroht werden kinm r BlecHorm werden Kuchen rit Wachs bestrichenen B een -äse-tä 'schmeckend and billig- SKSSSS* r, Bielefeld.
1 1191’1
. siaZtvtetteln ivohn' . melDei5 erbracht, dah m verschiedenen Stell« 1 rui.rt Fflite Ss fonnte Spielsachen W [t, sie waren aus
**
Wan oiinele fing durch die 3 w e §oWf8.' "Ochste
Wage"! ® 6$
> Die^n SU öen en, wer d einer lben. koA^egter it ei5-leLrfl5 MB ler ÄurntttS-' n,e sich s *££ l^n öaö .« Pose
1t •» schuld,
SSs ÄS e<totek bi!
V0®» aufaSL6®* -ter in rj, nsfoss^ S'^S-A noch S^to. e in ßJ^ ton 1 ein
Mh? £ Uber OrÄ.M*
rr. _ ?40 a»n &«eM y ®!'®Ä Q",ll[
Asrg 'ÄS'LL Äh*«»
1 ^nterhaltungsle^ J?r die deutsch- firfT Don UR^ne4?er in ®c S”^3t5MaTi Ä?" m<Ü *fl. 5 DK» to n . "Z. $3n dem schon ten Geschichtsbuch'^ n Umsteller, tzaackr« m ft“"9’ln der iMule Rechnung ge. d^ deutsche Geschichte nm DM zeigt die. oberen Ausgabe eigen SW nach dm ^alb der Schule gern hreni Daterlandsgesühl W. das sich sreihM
Einschlag. 3M
Plckchen r. Dr Oetker's Btckpulrer „Bidon" - gestoß. Gewürznelken l gestoß. Kardamome jPlckch.v.Dr.Oetker's NarAffin, tucker )te abgeriebttt Schale I
von Zitrone 1
ibten Wut' lümbetä«1 L"«>»
MH
•n grient, iu S[lCD fle
Odeid un )U
Ü untet
VE ®ai »«”?
r?kss»*
IN er y .„dern, ; *»*&>•* Sas voiU w
General-Anzeiger für Oberheffen
Drud vnd Verlag: vrühl'sche Urüoerfitäts-Vuch- und Zleindruckerel N. Lange in Sletzen. Lchnfüeitung und Srschästsstelle: Zchulyrahe 7.
Die Regierungskrisis
Senkung des Preisniveaus herbeizuführen, die
uns
in
Die Sitzung des Völkerbundsrats
wechselnder QIrt. Arbeiter deckt sich erwerbslosen einem Bericht des überschritten hat.
also mit der Zahl der V o l l- in der Rheinprovinz, die nach LandeSarbeitSamts die 100 000
die Dinge ja außerordentlich einfach. Nach der Einstellung des Reichstages ist die Fortführung der Linie von Locarno eine Selbstverständlichkeit. Im Innern aber gilt es, der drohenden Wirtschafts- kataftrophe entgegenzuarbeiten und gleichzeitig eine
der Welt wieder konkurrenzfähig macht.
Die Besprechungen bei Hindenburg.
Die Partei-
3nna!)«e von anjtlae« für die Tagesnummer bis zum Rachmitiag vorher.
' Preis für I mm höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Reklameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspjennig, Plahvorschttjt 20', mehr.
Chesredakteur
Dr. Fnedr Wilh. Lang«. Derantwortlich.
für Politik und Feuilleton Dr. Fricdr Wilh. Lange» für den übrigen Teil Er .st Blumschein: für den An-
zeigenteil Hans Züslel, sämtlich m (Bießen.
Di^ wirtschaftspolitifchen Aufgaben des neuen Kabinetts führer beim Reichspräsidenten. — Neue Beratungen der Fraktionen
gewerbe. Metallgewerbe sowie in Lohnarbeit D.e Zahl der ausländischen
auch der nördliche Teil Tirols, der noch zu Oesterreich gehört. Italien mit Gewalt einverleibt werden soll. Doch nicht das allein hat den DöllerbundSrat zu veranlassen, einzugreifen. es ist auch hier wieder die Untetbrüdung der deutschen Minderheit. die zum Himmel schreit. Seit einigen Wochen wird von den Faszisten ein Kampf gegen das Deutschtum geführt, der an Brutalität kaum seinesgleichen findet. Bon dcn Leiden der Südtiroler bis zu denen der Deutschen in der Tschechei, in Jugoslawen, Rumänien und Polen ist nie ein kleiner Schritt. 11 e b c r a 11 das gleiche Bild: Verhältnis-. mäßig kleine Döllergruppen versuchen mit aller Gewalt starke deutsche Minderheiten entweder auszurotten oder zu entnationalisiercn. Will sich der Döllerbund die Achtung aller Ra.ionen erringen, dann mag er jetzt zeigen das; er eine Macht ist, die ihre Ausgabe, eine Hüterin des intemationa'cn Völkerrechts zu sein, auch zu erfülle n weih.
Dergriechisch-bulgarischeUonM
Genf, 7. Dez. (£11.) Unter dem Vorsitz des italienischen Ratsmitgliedes Scialoja wurde heule vormittag um 11.46 llljr die 37. Ratssitzung eröffnet. Am Ratstisch haben die zehn Mitglieder und der Generalsekretär des Völkerbundes, Sir Eric Drummond, Platz genommen. Man bemerkte u. a. den britischen Außenminister Chamberlain, den scht edi- schen Außenminister 11 n b e n , den tschechischen Außenminister Benesch, Den f.anzö i'chen Bertie er Paul Boncour. den japanischen Botschafter 2 shi und den früheren belgischen Außenminister Hymans. Der Saal ist sehr stark beseht. Zahlreiches Publikum hat sich ein* gesunden, der Ratstisch ist auch von den in Genf weilenden Staatsmännern dicht umstanden. Alle überragt die hohe Gestalt des Danziger Senatspräsidenten Sa hm.
Die Beratungen.beginnen mit der Verhandlung des griechisch-bulgarischen Zwischenfalles. Auf. Aufforderung des Vorsitzenden nehmen der bulgarisch: Außenminister Kalkofs und der frühere griechische Außenminister Rentis am Tische des Rates Platz. K. lkcfs verliest ein Dankschreiben d r bulgarischen Regierung für die Schnelligkeit und Exaktheit, mit Der der Völkerbundsrat seiner Aufgabe nachgekommen sei, bewaffnete Konfliite zwischen Völ- derbundsmitgliedern im Keime zu ersticken. Der besondere Dank der bulgarischen Regierung gelte
Erscheint täglich.außer Sonntags und Feiertags.
Beilegen:
Gießener Familienblätter Heimat tm Bild Die Scholle
Mono».keziißspreir: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Träger- lohn, auch bei Nichterscheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: Schriftleitung 112, Der. lag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drohtnach- richten: »nztlaer Stehen.
Postscheckkonto: Sronlfurt am Main 11686.
Wieder einmal haben sich so ziemlich alle leitenden Staatsmänner Europas in Genf cinge- fundrn, kommt doch der diesjährigen Winter- sihung bzä VIlkerbundsrates eine überragende Bedeutung zu. Lassen wir nur einmal alle schwebenden Streitfragen bis auf die der griechisch-bulgarischen Zwischenfalles aus der Debatte heraus, bann ergibt sich sofort, daß hier der Angelpunkt für die Rolle liegt, die der Bund in Zukunft im Leben der Rationen zu spi.len haben wird. Hier hat er zum erstenmal zu zeigen, ob er mehr ist als eine Vereinigung mit schönen Zielen und Absichten. Kommt er zu einer Entscheidung, die klar und unzweideutig den Angegriffenen gegen den Angreifer nicht nur in Schutz nimmt, sondern auch noch den Angreifer verurteilt, die entstandenen Sch a.m wieder gutzumachen, bann kann er sich einen moralischen Gewinn verbuchen, werden doch nun all: diejenigen, die bisher als Schwächere von Stärkeren mißhandelt und mit Un echt bebaut wurden, neue Hoffnung schöpfen. Wir möchten nur an die Minderheitenfrage erinnern, mit der sich der Rat in dieser Woche ebenfalls zu beschä tigen haben wi d. Da ist die Festsetzung polnischen Mili 1 ärs in Danzig, ein Vorgang, der, wenn er nicht durch den Völkerbund sofort aus der Welt geschafft wird, das wehrlose Danzig den schwerbe- wafsntten Polen nun auch militärisch auslie - f e r t und in Osteuropa einen Herd neuer Kon- fliklvmöglichkeiten errichtet. Als Polen die Erlaubnis erhielt, auf der Westerplatte eine Mu- nitiondanlage zu errichten, war der Locarno- Frieden noch nicht geschaffen. Eine seiner Rückwirkungen wird für den Völlerbuno die fein, das Anrecht, was vor ihm geschah, wieder gut- zumachen, was um so leichter sein dürste, als ja Polen einen eigenen Hafen an der Ostsee hat. Reben Danzig werden auch die M e- mellänber in Gens erscheinen, um bittere Klage über daS Verhalten der Kownoer Regierung zu führen.
Will der Völkerbund ein Hort des Friedens fein, dann wird von ihm gerechter Weise verlangt werden können, nicht erst dann als Friedensstifter aufzutreten, wenn schon die ersten Schüsse gefallen sind, wie das beim bulgarisch- griechischen Konflikt geschah, sondern schon dort seine Autorität zur Geltung zu bringen, wo sich Zwischenfälle vorbereiten. Das ist jetzt an der italien.-österreichischen Grenze der Fall. Hier haben sich faszistische Verbände ernster Grenzverletzungen schuldig gemacht, es ist damit zu rechnen, daß über dirz oder lang
Berlin. 7. De;. (ZIL) Heber die heutigen Verhandlungen des Reichspräsidenten mit den Parteiführern wird folgendes amtliches Kommunique ausgegeben:
Der Herr Reichspräsident empfing im Laufe des heutigen Tages die Führer der Fraktionen des Reichstages (mit Ausnahme derer der Kommunisten und der völkischen Fraktion) zu 6in- zelbefprechungcn über die politische Lage und die Frage der Kabinettsbildung. Für oie sozialdemokratische Fraktion erschienen die Abg. Hermann 211 ü I - l e r und D i 11 m a n n. Für die der deutschnationalen die Abg. Graf IBeftarp und Thomsen, für das Zentrum die Abg. Dr. Marx und Dr. Bell, für die Deutsche volkspartei die Abg. Dr. Scholz und Dr. Cur lins, für die Demokraten die Abg. Dr. Koch und Erkelenz, für die wirtschaftliche Vereinigung die Abg. Drewitz und INollath und für die Bayerische Volkspartei der Abg. Laicht.
Der Herr Reichspräsident gab den Frak- tionsücrtretern gegenüber seiner Auffassung oahin Ausdruck, dah er angesichts der wirtschaftlichen Schwierigkeiten dieses Winkers bieBilbungbet sog. Große Koalition für wünschenswert erachte, sofern sich hierfür ein gemeinsames Arbeitsprogramm erreichen ließe. Er nahm hierzu die Aeußerungen aller crschienenen FrakNonL- oertreter entgegen und bat die für die Grosze Koalition in Betracht kommenden Fraktionen in der eigenen Partei wie im gegenseitigen Benehmen die Frage der Bildung dieser Koalition sowie der 2tr- beitegrundlagcn für dieselben zu klären und ihm das Ergebnis alrbald mitzuteilen. Die Frakkionsoer- treter werden bis fnäteffene Donnerstag dem Herrn Reichspräsidenten ihre Entschließung bekanntgeben.
3m eirt^lncn wirb von feiten der Parteien noch folgendes' bekannt: Rach dem ^Vorwärts" erklärten die Vertreter der Sozialdemokratie, bab'bic Entscheidung der Fraktion Vorbehalten bleiben müsse, die am M ttwoch nachmittag zulammentrete. Sie wollten aber auch jetzt schon nicht verhehlen, daß in der Fraktion gegen die Bildung einer Regierung der großen Koalition nach den Erfahrungen, die man im Herbst 1923 und seitdem gemacht habe, sehr starke Bedenken bestünden. Der Reichspräsident ersuchte um Zustellung eines schriftlichen Bescheides, den die sozialdemokratischen Vertreter zusagten. Der Beschluß der Fraktion wird dem Reichspräsidenten sofort zu- gekeltet werden.
Von der Deutschen Volkspartei wird partei- offiziös mitgeteilt, daß die Vertreter der Reichs- tagsfraktion, die Herren Dr. Scholz und Dr. Eurtius. auf den Hinweis des Herrn Reichspräsidenten. daß die Bildung einer Reg erung auf breiter Basis angesichts der gegenwärtigen schweren Lage erwünscht fei, wofür nur das Zusammenarbeiten der Parteien von den Sozial- demokraten bis zur Deutschen Volkspartei in Frage käme, ihre Bereitwilligkeit z u Verhandlungen nach dieser Richtung erklärten. Die Reic^tagSsraktion der D. Vp. ist auf Donnerstag vormittag 10 ilfjr einberufen worden. — Wie die Telegeaphen-älnion erfahrt, wird der Reichspräsident erst dann einer Persönlichkeit den 21 uf trag xur Kabinetts- bildung erteilen, wenn ihm die Mitteilungen der Parteien über ihre Haltung zur Reg'erungs- bildung bekanntgegeben sind. Da die Parteiführer in den heutigen Besprechungen mit dem Reichspräsidenten zugesagl haben, die Stellungnahme der Parteien bis Donnerstag zu unterbreiten, so dürfte der Auftrag zur Kabinettsbildung frühestens am Freitag erfolgen.
Die Notlüge im rheimsch- Westfälischen Industriegebiet.
Rach Blattermcldungen aus Bochum machte in einer Pressekonferenz der Präsident des PoUzeibe- zirkes Bochum-Geifenkicchcn-Herne Landtagsabgeordneter Dr. 5 t i e l e r ZHiffeilengen über die Notlage des rheinisch-westfälischen Industriereviers. Von 542 000 Einwohnern des Polizeibezttkes Bo- chum-Gelsenkirchen-herne feien 6 1 0 0 0 ausschließlich auf öffentliche Unterstützung angewiesen. In dieser Zahl seien noch nicht die Rentenempfänger enthalten, die nebenbei auch noch Unterstützung beziehen. Die Fahl der Arbeitslosen belaufe sich auf 17 000 mit 25 000 Familienangehörigen, weiteren 2000 Arbeitern fei gekündigt. Dazu kämen noch viele Tausende oonfiurjarbeitern. Am ungünstigsten lägen die Dinge in Gelsenkirchen, wo j e"b c v siebente Einwohner aus öffentlichen Mitteln unterstützt würde.
der Ansicht, daß kommunalpolitische und zahlreiche staatliche Aufgaben zurückgeschraubt werden mühten zugunsten der Lebensnotwendigkeiten der deutschen wirtschaft.
Dr. Schacht fuhr fort, er glaube, daß die deutsche Wirtschaft über die schweren und grausamen Augenblicke der Krise nicht hinwegkomwe. wenn sie rufe: .Hier muß der Staat helfen!" Der Schrei nach Staatshilfe sei eine Vorbedingung für die Sozialisierung, die die deutsche Wirtschaft vermeiden wo'le. lieber die technische und organisatorische Umstellung denke er nicht pessimistisch.
Der Zusammenfcmuh der chemischen und der Eisenindustrie, der Schiffahrt und anderer Gewerbe fein ein Beispiel dafür wie sich Ers ar* nisse erzielen lassen, die zur Steigerung uncrct internationalen WettbewerbLfähigicit beitragen müssen. DaS gleiche gelte für die Landwirtschaft. Die Reichsbank tue für sie. was sie nur tun tonne. Sie tonne aber keinm Kavita'lredit ax die Landwirtschaft geben. Eine gewisse fau>- männische Erziehung der Landwirtschaft würde sehr gute Dienste leisten. Auch in der Landwirtschaft müsse sehr viel zur Verbesserung der Produktion getan werden.
Zum Schluß kam Dr. Schacht auf d i e wirtschaftliche Bedeutung der Locarnoverträge zu sprechen. Die nächste Etappe n üsse sein, stabile Währun^sver- haltnisle .i ganz Europa heroeizulüh- ren. Leider zeige die Geschichte, daß nicir.a s jemand aus dem Beispiel der anderen lern n wolle. Es wäre das größte Unglück'für Euro a, wenn noch mehr Staaten am eig:n?n Leibe diele Erfahrung machen müßten, bevor sie zur ilm- kehr kommen. Wenn Locarno gescheitert wäre, wäre das Unheil gar nicht auszudenken. DaS ganze durch den DaweSplan geschaffene Werk Der wirtschaftlichen Vernunft wäre zerstört und die ausländischen Kredite aus Deutschland würden zurügezogen werden.
100 000 ausländische Arbeiter in Deutschland.
Freiburg, 7. Dez. (Wolff.) Rach einer amtlichen Veröffentlichung sind zur Zeit noch 99 781 ausländische Arbeiter in Deutschland beschäftigt. Davon entfallen 43 331 auf die Tschechoslowakei, Holland 14 333, Polen 13 310, Deuts ch- Oest erreich 7223, Jugoslawien 6410, Italien 3147. Rußland 2832, Ungarn 2123, Schweiz 1452, Belgien 884. Skandinavien 616, Franlrcich 276, die übrigen Lander 1799. 8000 Arbeiter sind ohne Genehmigung zugezogen. Von den Genehmigten arbeitet der größere Teil im Bergbau, Spinnstoff-
Der Reichsbantzpräsident zur Wirtschaftskrisis.
Dic Krcdiifragc. — Staat und Wirt» schäft.
Stuttgart, 7. Dez. (WB.) Heute obenb hielt Reichsbankpräsident Dr. Schacht in der Handelskammer einen Vortrag über Kreditfragen. Don der Kreditseite allein fei eine Besserung bet augenblicklichen Sage nicht zu erwarten, die Kreditnot mache aber auch nicht die ganze Rot des Landes au5. Die Stellung der Reichsbank sei heute wesentlich befestigter als vor drei Monaten. Deshalb sei sie jetzt in der Lage, der Wirtschaft weiter entgegen julom- men. Dieses Entgegenkommen zeige sich in der Ermäßigung des Zinssatzes. Der augenblicklich r Zinssatz von 9 Pro-ent sei der nie» bivfte Sah für Kredite in Deutschland. Deshalb würde eine weitere Ermäßigung durchaus nicht die Wi.ckung haben, daß die übrigen Zinssätze fallen würden. Der Umftanb, daß die Reichsbank über einen starken Devisenbestand verfügt, ermögliche ferner eine zweite Maßnahme, um der deutschm Wirtschaft zu Hihe zu kommen. Die Kredite der Golddiskontbank , die noch viel zu wenig in den kreisen der Industrie und des Handels bekannt seien, eröffneten die Möglich!, it, aus dem Devisenbestand der Reichsbank Währungskredite zu erhalten ohne Dean« spimchung deS deutschen Zahlungsmittelumlaufes. Di:se Kredite seien in erster Linie bestimmt für die Exportindustrie. Dr. Schacht drückte fetne Freude darüber aus, daß die ÄuSlands- kredite, die Deutschland hn Anspruch genommen habe, durch die Anleihen der letzten Wochen nicht wesentlich zugenommen hätten, da durch diese kurzfristige Kredite abgeb eckt worden seien. Di-s sei eine begrüßungSwerie Gesundungsbewegung, tocil dadurch eine Beruhigung in die öeut- fä>e Wirtschaft hineinkomme.
Dr. Schacht wandte sich dann gegen die Lasten, die der Industrie vom Staate auferlegi worden seien, und führte aus, es fei ein völliges Unding, der kranken und notleidenden Wirtschaft sozialpolitische und andere Ausgaben aufzuerlegen, wofür Golder beim besten Willen nicht vorhanden seien. Es wär- bedauerlich, wenn man die deutsche Wirtschaft erst zu Tode laufen liehe, bis die politischen Organe zu dieser Einsicht gekommen seien. Er sei nach wie vor
Nr 287 Erster Blatt 175. Jahrgang Dienstag, 8. Dezember (925
(Biehener Anzeiger
DaS Reichskabinett hat in drr letzten Sitzung, in der es noch voll amtierte, also noch Im weitesten Umfange Handlungsfreiheiten brsaß, weitere Schritte zur Erzwingung der Preissenkung beschlossen. 3n einer amtlichen Mitteilung werden fünf neue Maßregeln angdünbigt; in erster Linie Einschränkung der Geschäftsaufsicht, daneben Reform der Ausschreibung, Deform der Kartcklverorbnungen und ihre H.b.rtragungen auch auf die Innungen sowie endlich Vorschriften über das Feikhalten von Brot zu festem Gewicht. Man braucht sich auf die Einzelheiten vor her Hand noch gar nicht fest-ulegen, wir) vielmehr sogar auch ohne genaue Kenttnis der Entwürfe zugeben tonnen, dah diese Absichten sehr löblich sind, zumal was die Einschränkung der Geschäftsaufsicht angeht.
Auch das war eine Maßnahme, die unmittelbar nach der Stabilisierung als zweckmässig empfunden wurde, um einen allgemeinen Zusammenbruch zu verhindern. Eie stammte zwar auS der 3eit nach der Kriegserklärung, wurde abrr richtig aktuell erst 1924, hat sich jedoch seither zu Formen entwickelt, die sie in ihr Gegenteil verkehrten. Der ursprüngliche Gedanke war, guten Firmen Gelegenheit zur Abwicklung ihrer Verpflichtungen z u geben, wenn sie ihre Außenstände nicht rechtzeitig cintrciben konnten. Daraus hat sich dann aber ein System entwickelt, daS fast an ein Moratorium herangeht. Gewiß ist es unvermttdlich, daß eine Firma, wenn sie sich unter Geschäfts auf, ich! stellt, ihre Gläubiger auf denselben Weg bringen kann, loeit diese nun ihrerseits ihr Geld nicht bekommen. Findige Leute find aber auf den Dreh aefomnten, daß sie mit Hilfe der dehnbaren Voraussetzungen der Geschäftsaufsicht um den Konkurs herumkommen und die Erfüllung ihrer Verpflichtungen ins Endlose hinauszögern können. So sind im Rveomber allein fast 1000 Geschäftsauffichten b antrr-gt worden. Es mutz also etwas geschehen, um den Kreis der Beteiligten ' u beschränken, weil sonst eine Verewigung und eine Verallgemeinerung der Wirtschaftskrise unvermeidlich ist.
3n welchem Rahmen dabei gearbeitet werden muh, darüber wird eine Verständigung mit den Handelskammern, die ja bereits eingeleitet ist, leicht zu erzielen Jein.
Die anderen Vorschläge, die von der Regierung vorgesehen sind, bedeuten eigentlich mehr Mittelchen, die an dem Symptom der Krankheit herum doktorn, anstatt d i e Krankheit selbst zu kurieren. Das ist ja überhaupt von Anbeginn an der Fehler der ganzen Aktton der Regierung gewesen, daß sie das Hebel nicht an der Wurzel Packte. Wie will man die Preise senken, wenn man gleichzeitig einen Steuerdruck auf die Wirtschaft legt, der ein Vielfaches des F r i e d e n s s a h e s au6- nmcht. Die eine Zahl, daß wir 1914 bei einem Volkseinkommen von über 40 Milliarden 8 Milliarden Abgaben hatten, heute dagegen bei einem Volkseinkommen von 30 Milliarden über 12 Milliarden, macht eigentlich jeden Kommentar überflüssig, zumal, da inzwischen die Priva t- wirtscha-ft völlig verarmt ist und der Staat jeden Pfennig in seine eigenen Taschen zieht. Wenn er das getan hätte, um nun wieder billige Kredite zur Verfügung zu stellen, so wäre das zwar ein überflüssiger Tkm - weg gewesen, aber es hätte sich darüber reden lassen. Statt dessen nahm auch die öffentliche Hand rasend hohe Zinsen und trug so wesentlich zur Verteuerung des Kredits bei. Ganz abgesehen davon, daß der Goldsegen, der sich über Reich, Staat und Gemeinden ergötz, von ihnen zur äleberspannung ihrer Bedürfnisse und zu Spekulationszwecken ausgcnaht wurde. Die Stadt Berlin hat nachweislich in einem Jahr ungefähr 50 Millionen Wk. in Effekten angelegt, auch Preußen hat sich an dieser „kalten Sozialisierung" erfolgreich beteiligt.
Wir wären heute viel weiter, wenn die Steuerleistungen rechtzeitig dem Be darf angepaßt, gleichzeitig aber der Bedarf auch auf das Notwendigste beschränkt würde. Dann hätte die Privatwirtschaft mehr Geld, hätte auch billiger produzieren können, und vor allem die allgemeine Verwaltung wäre zu sehr viel größerer Sparsamkeit gezwungen gewesen. Wie alles, so haben wir ja auch das verkehrt angepackt. Wir haben mit dem Beamtenabbau angefangen, die Verwaltungsarbeit aber ruhig gelassen, anstatt zunächst die Verwaltung auf das unbedingt notwendige Maß abzubauen und danach die erforderliche Zahl der Beamten zu bemessen. Dieser zweite Teil der Abbauaktion muß kommen.
Die ganze Frage aber wird als die Erbschaft des Kabinetts Luther bet der Neubildung der Negierung das Wichtigste sein. Außenpolitisch liegen


