Ausgabe 
8.12.1925
 
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ilngebick sehr belicht :hmack nach folgendem

Rezept:

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General-Anzeiger für Oberheffen

Drud vnd Verlag: vrühl'sche Urüoerfitäts-Vuch- und Zleindruckerel N. Lange in Sletzen. Lchnfüeitung und Srschästsstelle: Zchulyrahe 7.

Die Regierungskrisis

Senkung des Preisniveaus herbeizuführen, die

uns

in

Die Sitzung des Völkerbundsrats

wechselnder QIrt. Arbeiter deckt sich erwerbslosen einem Bericht des überschritten hat.

also mit der Zahl der V o l l- in der Rheinprovinz, die nach LandeSarbeitSamts die 100 000

die Dinge ja außerordentlich einfach. Nach der Ein­stellung des Reichstages ist die Fortführung der Linie von Locarno eine Selbstverständlichkeit. Im Innern aber gilt es, der drohenden Wirtschafts- kataftrophe entgegenzuarbeiten und gleichzeitig eine

der Welt wieder konkurrenzfähig macht.

Die Besprechungen bei Hindenburg.

Die Partei-

3nna!)«e von anjtlae« für die Tagesnummer bis zum Rachmitiag vorher.

' Preis für I mm höhe für Anzeigen von 27 mm Brette örtlich 8, auswärts 10 Reichspfennig: für Re­klameanzeigen von 70 mm Breite 35 Reichspjennig, Plahvorschttjt 20', mehr.

Chesredakteur

Dr. Fnedr Wilh. Lang«. Derantwortlich.

für Politik und Feuilleton Dr. Fricdr Wilh. Lange» für den übrigen Teil Er .st Blumschein: für den An-

zeigenteil Hans Züslel, sämtlich m (Bießen.

Di^ wirtschaftspolitifchen Aufgaben des neuen Kabinetts führer beim Reichspräsidenten. Neue Beratungen der Fraktionen

gewerbe. Metallgewerbe sowie in Lohnarbeit D.e Zahl der ausländischen

auch der nördliche Teil Tirols, der noch zu Oesterreich gehört. Italien mit Gewalt einverleibt werden soll. Doch nicht das allein hat den DöllerbundSrat zu veranlassen, einzugreifen. es ist auch hier wieder die Untetbrüdung der deutschen Min­derheit. die zum Himmel schreit. Seit eini­gen Wochen wird von den Faszisten ein Kampf gegen das Deutschtum geführt, der an Bru­talität kaum seinesgleichen findet. Bon dcn Leiden der Südtiroler bis zu denen der Deut­schen in der Tschechei, in Jugoslawen, Rumä­nien und Polen ist nie ein kleiner Schritt. 11 e b c r a 11 das gleiche Bild: Verhältnis-. mäßig kleine Döllergruppen versuchen mit aller Gewalt starke deutsche Minderheiten entweder auszurotten oder zu entnationalisiercn. Will sich der Döllerbund die Achtung aller Ra.ionen er­ringen, dann mag er jetzt zeigen das; er eine Macht ist, die ihre Ausgabe, eine Hüterin des intemationa'cn Völkerrechts zu sein, auch zu er­fülle n weih.

Dergriechisch-bulgarischeUonM

Genf, 7. Dez. (£11.) Unter dem Vorsitz des italienischen Ratsmitgliedes Scialoja wurde heule vormittag um 11.46 llljr die 37. Ratssitzung eröffnet. Am Ratstisch haben die zehn Mitglieder und der Generalsekretär des Völkerbundes, Sir Eric Drummond, Platz genommen. Man bemerkte u. a. den britischen Außenminister Chamberlain, den scht edi- schen Außenminister 11 n b e n , den tschechischen Außenminister Benesch, Den f.anzö i'chen Ber­tie er Paul Boncour. den japanischen Bot­schafter 2 shi und den früheren belgischen Außenminister Hymans. Der Saal ist sehr stark beseht. Zahlreiches Publikum hat sich ein* gesunden, der Ratstisch ist auch von den in Genf weilenden Staatsmännern dicht umstanden. Alle überragt die hohe Gestalt des Danziger Senatspräsidenten Sa hm.

Die Beratungen.beginnen mit der Verhand­lung des griechisch-bulgarischen Zwi­schenfalles. Auf. Aufforderung des Vor­sitzenden nehmen der bulgarisch: Außenminister Kalkofs und der frühere griechische Außen­minister Rentis am Tische des Rates Platz. K. lkcfs verliest ein Dankschreiben d r bulgarischen Regierung für die Schnelligkeit und Exaktheit, mit Der der Völkerbundsrat seiner Aufgabe nach­gekommen sei, bewaffnete Konfliite zwischen Völ- derbundsmitgliedern im Keime zu ersticken. Der besondere Dank der bulgarischen Regierung gelte

Erscheint täglich.außer Sonntags und Feiertags.

Beilegen:

Gießener Familienblätter Heimat tm Bild Die Scholle

Mono».keziißspreir: 2 Reichsmark und 20 Reichspfennig für Träger- lohn, auch bei Nichter­scheinen einzelnerNummern infolge höherer Gewalt. Fernsprechanschlüsse: Schriftleitung 112, Der. lag und Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drohtnach- richten: »nztlaer Stehen.

Postscheckkonto: Sronlfurt am Main 11686.

Wieder einmal haben sich so ziemlich alle lei­tenden Staatsmänner Europas in Genf cinge- fundrn, kommt doch der diesjährigen Winter- sihung bzä VIlkerbundsrates eine überragende Bedeutung zu. Lassen wir nur einmal alle schwe­benden Streitfragen bis auf die der grie­chisch-bulgarischen Zwischenfalles aus der Debatte heraus, bann ergibt sich sofort, daß hier der Angelpunkt für die Rolle liegt, die der Bund in Zukunft im Leben der Rationen zu spi.len haben wird. Hier hat er zum erstenmal zu zeigen, ob er mehr ist als eine Vereinigung mit schönen Zielen und Absichten. Kommt er zu einer Entscheidung, die klar und unzweideutig den Angegriffenen gegen den Angreifer nicht nur in Schutz nimmt, sondern auch noch den Angreifer verurteilt, die entstandenen Sch a.m wieder gutzumachen, bann kann er sich einen moralischen Gewinn verbuchen, wer­den doch nun all: diejenigen, die bisher als Schwächere von Stärkeren mißhandelt und mit Un echt bebaut wurden, neue Hoffnung schöpfen. Wir möchten nur an die Minderheiten­frage erinnern, mit der sich der Rat in dieser Woche ebenfalls zu beschä tigen haben wi d. Da ist die Festsetzung polnischen Mili 1 ärs in Danzig, ein Vorgang, der, wenn er nicht durch den Völkerbund sofort aus der Welt ge­schafft wird, das wehrlose Danzig den schwerbe- wafsntten Polen nun auch militärisch auslie - f e r t und in Osteuropa einen Herd neuer Kon- fliklvmöglichkeiten errichtet. Als Polen die Er­laubnis erhielt, auf der Westerplatte eine Mu- nitiondanlage zu errichten, war der Locarno- Frieden noch nicht geschaffen. Eine seiner Rück­wirkungen wird für den Völlerbuno die fein, das Anrecht, was vor ihm geschah, wieder gut- zumachen, was um so leichter sein dürste, als ja Polen einen eigenen Hafen an der Ostsee hat. Reben Danzig werden auch die M e- mellänber in Gens erscheinen, um bittere Klage über daS Verhalten der Kownoer Re­gierung zu führen.

Will der Völkerbund ein Hort des Friedens fein, dann wird von ihm gerechter Weise ver­langt werden können, nicht erst dann als Frie­densstifter aufzutreten, wenn schon die ersten Schüsse gefallen sind, wie das beim bulgarisch- griechischen Konflikt geschah, sondern schon dort seine Autorität zur Geltung zu bringen, wo sich Zwischenfälle vorbereiten. Das ist jetzt an der italien.-österreichischen Grenze der Fall. Hier haben sich faszistische Verbände ernster Grenzverletzungen schuldig gemacht, es ist damit zu rechnen, daß über dirz oder lang

Berlin. 7. De;. (ZIL) Heber die heutigen Verhandlungen des Reichspräsidenten mit den Par­teiführern wird folgendes amtliches Kommu­nique ausgegeben:

Der Herr Reichspräsident empfing im Laufe des heutigen Tages die Führer der Frak­tionen des Reichstages (mit Ausnahme derer der Kommunisten und der völkischen Fraktion) zu 6in- zelbefprechungcn über die politische Lage und die Frage der Kabinettsbildung. Für oie sozialdemokra­tische Fraktion erschienen die Abg. Hermann 211 ü I - l e r und D i 11 m a n n. Für die der deutschnatio­nalen die Abg. Graf IBeftarp und Thomsen, für das Zentrum die Abg. Dr. Marx und Dr. Bell, für die Deutsche volkspartei die Abg. Dr. Scholz und Dr. Cur lins, für die Demokraten die Abg. Dr. Koch und Erkelenz, für die wirt­schaftliche Vereinigung die Abg. Drewitz und INollath und für die Bayerische Volkspartei der Abg. Laicht.

Der Herr Reichspräsident gab den Frak- tionsücrtretern gegenüber seiner Auffassung oahin Ausdruck, dah er angesichts der wirtschaftlichen Schwierigkeiten dieses Winkers bieBilbungbet sog. Große Koalition für wünschenswert erachte, sofern sich hierfür ein gemeinsames Arbeitsprogramm erreichen ließe. Er nahm hierzu die Aeußerungen aller crschienenen FrakNonL- oertreter entgegen und bat die für die Grosze Koali­tion in Betracht kommenden Fraktionen in der eige­nen Partei wie im gegenseitigen Benehmen die Frage der Bildung dieser Koalition sowie der 2tr- beitegrundlagcn für dieselben zu klären und ihm das Ergebnis alrbald mitzuteilen. Die Frakkionsoer- treter werden bis fnäteffene Donnerstag dem Herrn Reichspräsidenten ihre Entschließung be­kanntgeben.

3m eirt^lncn wirb von feiten der Parteien noch folgendes' bekannt: Rach dem ^Vorwärts" erklärten die Vertreter der Sozialdemo­kratie, bab'bic Entscheidung der Fraktion Vorbehalten bleiben müsse, die am M ttwoch nachmittag zulammentrete. Sie wollten aber auch jetzt schon nicht verhehlen, daß in der Fraktion gegen die Bildung einer Regierung der großen Koalition nach den Erfahrungen, die man im Herbst 1923 und seitdem gemacht habe, sehr starke Bedenken bestünden. Der Reichs­präsident ersuchte um Zustellung eines schrift­lichen Bescheides, den die sozialdemokra­tischen Vertreter zusagten. Der Beschluß der Fraktion wird dem Reichspräsidenten sofort zu- gekeltet werden.

Von der Deutschen Volkspartei wird partei- offiziös mitgeteilt, daß die Vertreter der Reichs- tagsfraktion, die Herren Dr. Scholz und Dr. Eurtius. auf den Hinweis des Herrn Reichs­präsidenten. daß die Bildung einer Reg erung auf breiter Basis angesichts der gegenwärtigen schweren Lage erwünscht fei, wofür nur das Zu­sammenarbeiten der Parteien von den Sozial- demokraten bis zur Deutschen Volkspartei in Frage käme, ihre Bereitwilligkeit z u Verhandlungen nach dieser Richtung er­klärten. Die Reic^tagSsraktion der D. Vp. ist auf Donnerstag vormittag 10 ilfjr einberufen wor­den. Wie die Telegeaphen-älnion erfahrt, wird der Reichspräsident erst dann einer Per­sönlichkeit den 21 uf trag xur Kabinetts- bildung erteilen, wenn ihm die Mitteilungen der Parteien über ihre Haltung zur Reg'erungs- bildung bekanntgegeben sind. Da die Partei­führer in den heutigen Besprechungen mit dem Reichspräsidenten zugesagl haben, die Stellung­nahme der Parteien bis Donnerstag zu unterbreiten, so dürfte der Auftrag zur Kabinetts­bildung frühestens am Freitag erfolgen.

Die Notlüge im rheimsch- Westfälischen Industriegebiet.

Rach Blattermcldungen aus Bochum machte in einer Pressekonferenz der Präsident des PoUzeibe- zirkes Bochum-Geifenkicchcn-Herne Landtagsabge­ordneter Dr. 5 t i e l e r ZHiffeilengen über die Not­lage des rheinisch-westfälischen Industriereviers. Von 542 000 Einwohnern des Polizeibezttkes Bo- chum-Gelsenkirchen-herne feien 6 1 0 0 0 aus­schließlich auf öffentliche Unter­stützung angewiesen. In dieser Zahl seien noch nicht die Rentenempfänger enthalten, die nebenbei auch noch Unterstützung beziehen. Die Fahl der Arbeitslosen belaufe sich auf 17 000 mit 25 000 Familienangehörigen, weiteren 2000 Arbeitern fei gekündigt. Dazu kämen noch viele Tausende oonfiurjarbeitern. Am ungün­stigsten lägen die Dinge in Gelsenkirchen, wo j e"b c v siebente Einwohner aus öffentlichen Mitteln unterstützt würde.

der Ansicht, daß kommunalpolitische und zahl­reiche staatliche Aufgaben zurückgeschraubt wer­den mühten zugunsten der Lebensnotwendig­keiten der deutschen wirtschaft.

Dr. Schacht fuhr fort, er glaube, daß die deutsche Wirtschaft über die schweren und grausamen Augen­blicke der Krise nicht hinwegkomwe. wenn sie rufe: .Hier muß der Staat helfen!" Der Schrei nach Staatshilfe sei eine Vorbedingung für die Soziali­sierung, die die deutsche Wirtschaft vermeiden wo'le. lieber die technische und organisatorische Umstellung denke er nicht pessimistisch.

Der Zusammenfcmuh der chemischen und der Eisenindustrie, der Schiffahrt und anderer Ge­werbe fein ein Beispiel dafür wie sich Ers ar* nisse erzielen lassen, die zur Steigerung uncrct internationalen WettbewerbLfähigicit beitragen müssen. DaS gleiche gelte für die Landwirtschaft. Die Reichsbank tue für sie. was sie nur tun tonne. Sie tonne aber keinm Kavita'lredit ax die Landwirtschaft geben. Eine gewisse fau>- männische Erziehung der Landwirt­schaft würde sehr gute Dienste leisten. Auch in der Landwirtschaft müsse sehr viel zur Verbes­serung der Produktion getan werden.

Zum Schluß kam Dr. Schacht auf d i e wirtschaftliche Bedeutung der Lo­carnoverträge zu sprechen. Die nächste Etappe n üsse sein, stabile Währun^sver- haltnisle .i ganz Europa heroeizulüh- ren. Leider zeige die Geschichte, daß nicir.a s jemand aus dem Beispiel der anderen lern n wolle. Es wäre das größte Unglück'für Euro a, wenn noch mehr Staaten am eig:n?n Leibe diele Erfahrung machen müßten, bevor sie zur ilm- kehr kommen. Wenn Locarno gescheitert wäre, wäre das Unheil gar nicht auszudenken. DaS ganze durch den DaweSplan geschaffene Werk Der wirtschaftlichen Vernunft wäre zerstört und die ausländischen Kredite aus Deutschland wür­den zurügezogen werden.

100 000 ausländische Arbeiter in Deutschland.

Freiburg, 7. Dez. (Wolff.) Rach einer amtlichen Veröffentlichung sind zur Zeit noch 99 781 ausländische Arbeiter in Deutschland be­schäftigt. Davon entfallen 43 331 auf die Tschecho­slowakei, Holland 14 333, Polen 13 310, Deuts ch- Oest erreich 7223, Jugoslawien 6410, Italien 3147. Rußland 2832, Ungarn 2123, Schweiz 1452, Bel­gien 884. Skandinavien 616, Franlrcich 276, die übrigen Lander 1799. 8000 Arbeiter sind ohne Genehmigung zugezogen. Von den Genehmigten arbeitet der größere Teil im Bergbau, Spinnstoff-

Der Reichsbantzpräsident zur Wirtschaftskrisis.

Dic Krcdiifragc. Staat und Wirt» schäft.

Stuttgart, 7. Dez. (WB.) Heute obenb hielt Reichsbankpräsident Dr. Schacht in der Han­delskammer einen Vortrag über Kreditfragen. Don der Kreditseite allein fei eine Besserung bet augenblicklichen Sage nicht zu erwarten, die Kreditnot mache aber auch nicht die ganze Rot des Landes au5. Die Stellung der Reichsbank sei heute wesentlich befestigter als vor drei Mo­naten. Deshalb sei sie jetzt in der Lage, der Wirtschaft weiter entgegen julom- men. Dieses Entgegenkommen zeige sich in der Ermäßigung des Zinssatzes. Der au­genblicklich r Zinssatz von 9 Pro-ent sei der nie» bivfte Sah für Kredite in Deutschland. Deshalb würde eine weitere Ermäßigung durchaus nicht die Wi.ckung haben, daß die übrigen Zinssätze fallen würden. Der Umftanb, daß die Reichsbank über einen starken Devisenbestand verfügt, er­mögliche ferner eine zweite Maßnahme, um der deutschm Wirtschaft zu Hihe zu kommen. Die Kredite der Golddiskontbank , die noch viel zu wenig in den kreisen der Industrie und des Handels bekannt seien, eröffneten die Mög­lich!, it, aus dem Devisenbestand der Reichsbank Währungskredite zu erhalten ohne Dean« spimchung deS deutschen Zahlungsmittelumlaufes. Di:se Kredite seien in erster Linie bestimmt für die Exportindustrie. Dr. Schacht drückte fetne Freude darüber aus, daß die ÄuSlands- kredite, die Deutschland hn Anspruch genommen habe, durch die Anleihen der letzten Wochen nicht wesentlich zugenommen hätten, da durch diese kurzfristige Kredite abgeb eckt worden seien. Di-s sei eine begrüßungSwerie Gesundungsbewe­gung, tocil dadurch eine Beruhigung in die öeut- >e Wirtschaft hineinkomme.

Dr. Schacht wandte sich dann gegen die Lasten, die der Industrie vom Staate auferlegi worden seien, und führte aus, es fei ein völliges Un­ding, der kranken und notleidenden Wirtschaft sozialpolitische und andere Ausgaben aufzuer­legen, wofür Golder beim besten Willen nicht vorhanden seien. Es wär- bedauerlich, wenn man die deutsche Wirtschaft erst zu Tode lau­fen liehe, bis die politischen Organe zu dieser Einsicht gekommen seien. Er sei nach wie vor

Nr 287 Erster Blatt 175. Jahrgang Dienstag, 8. Dezember (925

(Biehener Anzeiger

DaS Reichskabinett hat in drr letzten Sitzung, in der es noch voll amtierte, also noch Im weite­sten Umfange Handlungsfreiheiten brsaß, wei­tere Schritte zur Erzwingung der Preissen­kung beschlossen. 3n einer amtlichen Mitteilung werden fünf neue Maßregeln angdünbigt; in erster Linie Einschränkung der Geschäftsaufsicht, daneben Reform der Ausschreibung, Deform der Kartcklverorbnungen und ihre H.b.rtragungen auch auf die Innungen sowie endlich Vorschriften über das Feikhalten von Brot zu festem Gewicht. Man braucht sich auf die Einzelheiten vor her Hand noch gar nicht fest-ulegen, wir) vielmehr so­gar auch ohne genaue Kenttnis der Entwürfe zugeben tonnen, dah diese Absichten sehr löb­lich sind, zumal was die Einschränkung der Geschäftsaufsicht angeht.

Auch das war eine Maßnahme, die unmittel­bar nach der Stabilisierung als zweckmässig emp­funden wurde, um einen allgemeinen Zusammen­bruch zu verhindern. Eie stammte zwar auS der 3eit nach der Kriegserklärung, wurde abrr richtig aktuell erst 1924, hat sich jedoch seither zu For­men entwickelt, die sie in ihr Gegenteil verkehr­ten. Der ursprüngliche Gedanke war, guten Firmen Gelegenheit zur Abwicklung ihrer Verpflichtungen z u geben, wenn sie ihre Außenstände nicht rechtzeitig cintrciben konnten. Daraus hat sich dann aber ein System entwickelt, daS fast an ein Moratorium herangeht. Gewiß ist es unvermttdlich, daß eine Firma, wenn sie sich unter Geschäfts auf, ich! stellt, ihre Gläubiger auf denselben Weg bringen kann, loeit diese nun ihrerseits ihr Geld nicht be­kommen. Findige Leute find aber auf den Dreh aefomnten, daß sie mit Hilfe der dehnbaren Voraussetzungen der Geschäftsaufsicht um den Konkurs herumkommen und die Erfüllung ihrer Verpflichtungen ins Endlose hinauszögern können. So sind im Rveomber allein fast 1000 Geschäftsauffichten b antrr-gt worden. Es mutz also etwas geschehen, um den Kreis der Be­teiligten ' u beschränken, weil sonst eine Verewi­gung und eine Verallgemeinerung der Wirt­schaftskrise unvermeidlich ist.

3n welchem Rahmen dabei gearbeitet wer­den muh, darüber wird eine Verständigung mit den Handelskammern, die ja bereits eingeleitet ist, leicht zu erzielen Jein.

Die anderen Vorschläge, die von der Re­gierung vorgesehen sind, bedeuten eigentlich mehr Mittelchen, die an dem Symptom der Krankheit herum doktorn, anstatt d i e Krankheit selbst zu kurieren. Das ist ja überhaupt von Anbeginn an der Fehler der ganzen Aktton der Regierung gewesen, daß sie das Hebel nicht an der Wurzel Packte. Wie will man die Preise senken, wenn man gleichzeitig einen Steuerdruck auf die Wirtschaft legt, der ein Vielfaches des F r i e d e n s s a h e s au6- nmcht. Die eine Zahl, daß wir 1914 bei einem Volkseinkommen von über 40 Milliarden 8 Mil­liarden Abgaben hatten, heute dagegen bei einem Volkseinkommen von 30 Milliarden über 12 Milliarden, macht eigentlich jeden Kommentar überflüssig, zumal, da inzwischen die Priva t- wirtscha-ft völlig verarmt ist und der Staat jeden Pfennig in seine eigenen Taschen zieht. Wenn er das getan hätte, um nun wie­der billige Kredite zur Verfügung zu stel­len, so wäre das zwar ein überflüssiger Tkm - weg gewesen, aber es hätte sich darüber reden lassen. Statt dessen nahm auch die öffentliche Hand rasend hohe Zinsen und trug so wesentlich zur Verteuerung des Kredits bei. Ganz abge­sehen davon, daß der Goldsegen, der sich über Reich, Staat und Gemeinden ergötz, von ihnen zur äleberspannung ihrer Bedürf­nisse und zu Spekulationszwecken ausgcnaht wurde. Die Stadt Berlin hat nachweislich in einem Jahr ungefähr 50 Millionen Wk. in Effekten angelegt, auch Preußen hat sich an dieser kalten Sozialisierung" erfolgreich beteiligt.

Wir wären heute viel weiter, wenn die Steuerleistungen rechtzeitig dem Be darf angepaßt, gleichzeitig aber der Bedarf auch auf das Notwendigste beschränkt würde. Dann hätte die Privatwirtschaft mehr Geld, hätte auch billiger produzieren können, und vor allem die allgemeine Verwaltung wäre zu sehr viel größerer Sparsamkeit gezwungen gewesen. Wie alles, so haben wir ja auch das verkehrt angepackt. Wir haben mit dem Beamtenabbau angefangen, die Verwaltungsarbeit aber ruhig gelassen, anstatt zunächst die Verwaltung auf das unbedingt notwen­dige Maß abzubauen und danach die erforderliche Zahl der Beamten zu bemessen. Dieser zweite Teil der Abbauaktion muß kommen.

Die ganze Frage aber wird als die Erbschaft des Kabinetts Luther bet der Neubildung der Ne­gierung das Wichtigste sein. Außenpolitisch liegen