den verbleibenden Restbetrag von 1 Mill. Reichs- mark als gesetzliche Rücklage festzustellen. Sn der Dilanz selbst erscheinen Anlagen mit 18061056 Reichsmark, Materialien mit 622 929 Reichs-« mark, Kasse mit 9353 Reichsmark, Effekten 4140 Reichsmark. Außenstände betragen 1 268 709 Reichsmark, denen an Schulden 3 250 027 Reichsmark gegenüberstehen. Anter Verbindlichkeiten erscheint ein Erneuerungsfonds mit 3 765 946 Reichsmark, 5prozentige Goldonleihe 145 950 Reichsmark, Atzepte 545 000 Reichsmark, Darlehen 1 631 814 Reichsmark und zweifelhafte Forderungen 46 632 Reichsmark.
• Weitere Produktionseinschran- kung in der Stahlindustrie. Mit Rücksicht darauf, daß infolge der schlechten Marktlage die derzeitige Einschränkung der Produktion in Höhe von 35 Proz. nicht für genügend gehalten wird, soll einer demnächst stattfindenden Mitgliederversammlung der Rohstahlgemeinschaft der Vorschlag unterbreitet werden, die Produktionseinschränkung auf etwa 50 Proz. hinaufzusehen.
* Reue Oelf unde bei Peine. Wie der Hannoversche Landesdienst erfährt, sind zwei Bohrungen der Greifer-Werke Hannover in der Rähe von Peine ölfündig geworden. Bemer- kenswekt ist bei diesen Bohrungen, daß sie bereits in einer Tiefe von 250 Meter fündig wurden, während die Bohrungen bei Rienhagen erst in einer Tiefe von 700 bis 800 Meter Del angetroffen haben. Die Tagesproduktion beläuft sich bei der einen Bohrung zur Zeit auf 500 Kg., bei der zweiten auf etwa 1000 Kg. Das Del zeichnet sich durch hohen Bezingehalt aus: man spricht von 30 Proz.
* D i e Fusion L i n k e - H o f m a n n - Caro-Elag. Wie der DHD. erfährt, wurden in den Aufsichtsrat-Sitzungen der Oberschlesischen Eisenindustrie-A. G. und der Linke-Hofmann- Lauchhammer A.-G. am Samstagnachmittag die Anträge der Direktionen genehmigt. Danach wird die Oberschlesische Eisenindustrie A.-G. ihre ober- schlesischen Eiseninteressen abtrennen, um im Zusammengehen mit der Dberschlesischen Cisenbahn- bedarfs A.-G. und der Donnersmarckhütte eine neue zusammenfassende oberschlesische Montan- gesellschaft zu gründen. Die bei der 06er» schlesischen Eisenindustrie A.-G. verbleibenden Interessen sollen dann durch Fusion auf die Linke- Hofmann-Lauchhammer A.-G. übergehen, wobei diese den Aktionären der Dberschlesischen Eisenindustrie A.-G. für je eine Aktie dieser Gesellschaft eine Alt e der Linke-Hofmann-Lauchhammer A.-G. aushändigen wird. Gleichzeitig wird die Linke-Hofmann-Lauchhammer A.-G. die früher beschlossene Aufnahme der Eisenbahnmaterial- leihanstalt Aktien-Gesellschaft ((Slag) durch Fusion zur Durchführung bringen. Zur Bewerkstelligung dieser Transaktion sind infolge des Beiif.es der Linke-Hofmann-Lauchhammer A.-G. an Aktien ?e: Oler'ch'es scke i Eisenindustrie A -G. und der Elag nom. 10 Mill. Mk. Aktien der Linke-Hofmann-Lauchhammer A.-G. erforderlich, so daß sich das Kapital dieser Gesellschaft von. nom. 60 auf 70 Mill. Mk. erhöht. Es wurde berichtet, daß sich die Geschäftslage infolge durchgreifender Maßnahmen in der Zusammenfassung und Verbilligung der Betriebe in den letzten Monaten gebessert hat. Die immer noch fehlenden Reichsbahnaufträge sind durch die in letzte« Zeit hereingenommenen großen Auslandsaufträge zum Teil erseht.
• Kvnkursnachricht. Heber das Vermögen der Firma Wilhelm Beyer. G. m. b. H.. Möbelfabrik in Osthofen wurde das Konkursverfahren eröffnet. Forderungen sind bis zum 30. September beim Mntsgericht in Osthofen anzumelden
Frankfurter Abendbörfe.
Frankfurt a. M, 7. Sept. Die heutige Abendbörse verlief für Aktien bei ruhigem, zurückhaltendem Geschäft in festerer Stimmung. Das Aursniveau konnte sich gegenüber ben schwächeren Rachbörsekursen leicht heben. Die Llrnsah- tätigfeit war aber sehr gering. Montan- als auch Chemieaktien vernachlässigt. Deutsche Erdöl- Aktien erzielten eine neue geringe Steigerung. Am Anleihemarkt ging es etwas lebhafter zu, besonders wurden Schutzgebiets-Anleihen rege umgeseht und nicht unbeträchtlich höher gehandelt. 3m freien Verkehr hörte man zum Schluß einen Kurs von 6,700 nennen. Kriegsanleihen wurden im freien Verkehr zu 0,285 umgeseht. Die Abend- börse schloß in lustloser, zum Rachgeben geneigter Haltung. Deutsche Anleihen: Schuhgebietsanleihen 6,450, 3’ proz. Preußische Konsvls 0,365.
Der gefesselte Strom.
Roman von Hermann <5 t e g e m a n n.
5. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
Da überkam sie auf einmal ein wilder Trotz. Sieben Jahre warten! Sie lachte, es klang wie ein Schluchzen, aber es war ein zorniges Schluchzen. Sie fehlte sich geöemütigt, als wäre sie nicht mehr ein Mensch, der aus sich lebt, sondern nur ein Geschöpf, das sich nach Erlösung, nach Vereinigung mit einem anderen sehnt. Er brauchte nicht wiederzukommen, sie wartete nicht auf ihn?
Hanns Ingold kam nicht wieder. Er sah im Gasthof „Zur alten Post" und arbeitete. Sein ganzer Gefühlsausruhr war nach wildem Toben zu einem unbezähmbaren Arbeitseifer geworden. Er plante und rechnete. Es zuckte ihm in den Fäusten, das llntcrfte zu oberst zu kehren. Hier wo niemand auf ihn gewartet hatte außer seiner Mutter?
Der Gedanke, die ungebundenen Wasserkräfte des Rheins in den Dienst der Industrie zu zwingen und neues Leben aus dieser schlummernden Welt zu wecken, bekam eine dämonische Macht über ihn. Er vergaß Essen und Schlafen. Er fuhr nach Waldshut und Schaffhausen, machte Erhebungen über die Besiedlung der Umgegend, nahm ein Verzeichnis der industriellen Anlagen auf, suchte eine oberflächliche Schätzung der Ab- sahmöglichkeiten für die zu erzeugende Kraft zu gewinnen und warf den technischen Plan in rohen Umrissen aufs Papier. Reuntausendfechs- hundert Dollars hatte er sich im Laufe der Jahre am Gehalt und an Prämien erspart. Die setzte er bis auf den letzten Pfennig an sein Werk.
An einem Sonntagmorgen ging er, den Vater aufzusuchen und ihm von seinem Plan zu erzählen. Es hatte zwei Tage geregnet. Der Rhein glänzte topasgelb in ben Hellen Sonne . .
Der Fischmeister saß in Hemdärmeln über seinen Wrechnungen, der Salmenfang war mager, nur wenige Fische standen unter den Schnellen und wagten den Svrung durch den Lauffen. Sorgenvoll malte Christian Ingold seine Zahlen in das Hauptbuch der Fischereigenoffen- schäft.
Ausländische aw.o.ne^tan^r
(abgeft.) 38,75, 5proz. Silbermexikaner 16, 3proz. Mexikaner 11, Zolltürken 7,25. Bankaktien: Commerzbank 96,50, Darmstädter Dank 112,50, Discontogesellschaft 105,75, Dresdner Dank 101,50, Metallbank 80,75, Mitteldeutsche Creditbank 94,50, Reichsbank 127,75, Oesterreichische Kreditaktien 8,05, Wiener Bankverein 6. Montanaktien: Deutsch-Luxemburg 72, Mansfelder 70,75. Chemieaktien: Holzverkohlung 61, Rütgerswerke 80. Schiffahrtsaktien: Hapag 67,50. Industrieaktien: AEG. 98,50, Zement Heidelberg 68,75, Deutches Erdöl 91,50, Dyckerhoff & Widmann 34, Elektrisch Licht und Kraft 100, Hanfwerk Füßen 69.50, Lahmeyer 78, Mainkraft 74, Metallgesellschaft 102,50, Reckarsulmer 73,50, Dr. Paul Meyer 30,50, Julius Sichel 11, Schlickert 66,25, Wahß und Frehtag 73,25. Heilbronnzucker 60,50, Off- steinzucker 60,37.
Dors enkurse.
Frankfurt a.M
Berlin
0,272
0 281)
105.9
105
94.4
128.5
128.25
73
83
57.5
59
59
112.9 1 112,75
114 । 114,25
10
10,1
0 345 0,350 0,150 0 315 0,290
96
744
94.5
7,9
68 75
63.5
89,8 "4.7
7,25
38.75
132
96.5
75,75
122.5
123,25
66.5
70,35
60 105,75 80,75 91.5 8.05 0,03
63,25
101
128
64
103,5
129
77.75
122,5
134
97
112.75
113,75
1.30,5
146
48 64.5 76 5
65
82
50
'>7,5
70
73
52
43.9
72.5
59,62
112,75
130.75
22,2
45,5
68,75
77 5
65,62
82
63.6
67,75
W,1
77,1
78,75
123
123,3
46
72 1
59,2 . I
0.2775 0,355
0 345
0.55 0,1?
0.305 0,3
65
84
53
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28 75
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54 50,5 38^5
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65,75
89,75
10
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66.9
84
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47
78
121.9
123.25
61
72
101.25
98.6
76
0,550
0,305 i
0,28 |
55
47,25
72
61
80
100,12
98 5
78
73
66,25
86
58 12
48,75
29
40
98.5
59
0,3 । 0,814 ।
101
66,5 I 37
7,5
10.1 f2
59,5 i
Dorfe.
72,25
65,4
45,75
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58
113
130.5
21.67 |
46.5
67,5
77,5
66,4
82
0,3 0.815 102.5 6i,75 40 75
10 10
64
62,25
130 !
143.75 । 45
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77,25
63.5 ।
49, 50 |
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69.25 !
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94,5 .
7.2 1
8.75 |
131 I
97 ।
----- . 58,75
112.4 111,35
o 295 i 0,375 i 0,365
0 59
0,175
0,33 । 0,84 ! o3J
91.75 91.65 | 7.25
60. 103,F 80,-5
94
7.4 0.05
72.5 1 53
(Eigener Drahtbericht des „Gtehener Anzeigers".)
Berlin, 7. Sept. Die neue Woche begann an der Börse mit einer Fortführung der f e ft e n Tendenz. Tonangebend waren hierbei nicht die sonst im Dorderbrunde stehenden Werte, wie Montan- und Chemieaktien, sondern einige Nebenge b i e t e, an denen sich die Spekulation lebhaft betätigte. So standen Schiffahrtswerte nach ihrer Hausse am Samstag auch heute wieder im Mittelpunkte des Interesses, und die nächsten Schluhkurse der Vorwoche konnten noch um einige weitere Prozente anziehen. Neben günstigen Berichten über die Einnahmen namentlich des Nord»
5% Dcuttche RcichSanleihe ■ 4% Deutsche Reichsanleihe . 3*/«% Deutsche RcichSanleihe 3% Deutsche RcichSanleihe . Deutsche Svarprämienanleihe 4% Preußische Äonsols . . . 4% Hessen
3'A0/q beffen..........
3°/e Hessen ....
Deutsche Werth. Dollar-Anl. dto. Doll.-Schatz-Antreisug.') 4% Zollturken 5% Goldmerikoner ... .
Berliner HandclSaesellichast. Commerz- und Privat-Bank Darmst. und Nationalbank . Deutsche Bank.........
Deutsche BereinSbank .... DiSconto Commandit ... Metallbank...........
Mitteldeutsche Creditbank. . Oesterreichische Creditanstalt. Wessbank............
Bochumer Guß BuderuS............
Caro Deutsch-Luxemburg Gelsenkirchener Bergwerke. . Harpener Bergbau Kaliwerke Ascherßleben.... Kaliwerk Westeregeln .... Laurahükte........
Oberbedarf Phönix Bergbau ...... Rheinstahl Ricbeck Montan Tellus Bergbau
Samburg-Amertka Paket. . . Norddeutscher Llovd .... Cheramtsche Werke Albin . . Zementwerk Heidelberg . . . Philivv Holzmann Anglo-Conr-Guano .... Badische Anilin Chemische Mayer Alavin . . Goldschmidt GrieSteimer Electron .... Höchster tfarbiucrfc Holzverkohlung........
RütgerSwerke.........
Tcheideanftalt ........
Mlg. Elektrizitäts-Gesellschaft Bergmann -.....
Matukraftwerke Schuckert . ....... . ,
SiemeuS <fc HalSK .....
Adlerwerke.«leyer......
Daimler Motor«. ...... Heyligenftaedt.....
Meguin.............
Motorenwerke Mannheim .
Frankfurter Armaturen . . . Konservenfabrik Braun . . .
Schuhfabrik Her;
Sei..............
ftoff Waldhof......
ersabrik Frankenthal . . erfabrik Daghäusel . . .
Berliner
0,29 91,75 94,62 | 7,3 I 10
133 97
113 113,5
Lchluh- Ruri
SchluhK.
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StDIufr fi-.irs
Schluß mittag Mrte
Datum:
5. 9.
7 9.
5.9.
7 9
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„Habt ihr gestern keinen besseren Fang gehabt, Vater?" fragte der Ingenieur.
„Reun Kilo, und kein handfester Fisch darunter. Wenn der warme Regen jetzt die Lachse nicht heraufzieht, können wir die Rehe an die Sonne hängen."
Der Fischer klappte das Buch zu und legte es in die eiserne Truhe, wo er die Schriften und das Geld der Genossenschaft verwahrte.
„Es kann so nicht weitergehen, Vater. Ich hab' in den paar Wochen genug gesehen, um zu erkennen, daß hier die Welt stillsteht. Lind dabei braucht es nur einen Ruck, nur einen rechten Willen, und alles wird wieder lebendig!"
Langsam richtete Christian Ingold sich auf. Mißtrauisch, mit tiefgefalteten Brauen blickte er auf feinen Sohn.
„Das versteh' ich nicht. Die Welt ist, wie sie ist. Der Fisch bleibt Jahre aus und kommt auf einmal in Schwärmen. Am rechten Willen hat's uns nie gefehlt."
„Das weih ich und so mein' ich es auch nicht. Aber ihr, du und deine Mutter, ihr seid grau geworden in diesem fargen dumpfen Leben, und Rheinau ist, gerade wie ihr. langsam ins Schwinden gekommen. Es lebt hier ja niemand recht, Vater! Draußen dampft die Welt von neuen Ideen und Schweiß und Arbeit. Ich komme aus einem Land, wo sie in fünfzig Jahren die Wildnis, die der Exprehzug in drei Tagen nicht durchrast, in Oelfelder und Getreideländereien verwandelt und Riesenstädte aus dem Boden gestampft haben. Lind auf der Heimfahrt, da hab' ich den Rhein wiedergesehen, rauchend von Schleppdampfern. Aachen, Düsseldorf. Köln, Mainz, Mannheim find groß geworden und ich hab' eine ungeheure Kraft gespürt, die überall neue Werte schafft, aber ihr, ihr wendet ein Aeckerlein, das, seit hundert Jahren daliegt, zum hundertsten Mal um, schlagt ein paar Tannen, fangt den Lachs, der kaum noch den Weg zu euch herauffindet, und lebt euch langsam zum Tod. Dreitausendeinhundert Seelen hat Rheinau gehabt, als ich fortging, heute sind es zweitausendachthundertundneunzig."
Er hatte sich in Hitze gesprochen, aber sein Gesicht blieb klar und leuchtete von Energie.
btuLimcii Cloyds |oll oie Veranlassung hierzu vor allem das Bestehen eines größeren Decouoerts in Schiffahrtsaktien an der Hamburger Reeder-Börse sein. Ferner waren O e l w e r t e stark gesucht. Auch für heimische Staatsanleihen bestand großes Interesse, und die Spekulation erschloß sich hier ein neues Betätigungsfeld. Die Maßnahmen der Reichsfinanzinstitute zur Verbilligung des Zinssatzes für öffentliche Gelder und die Fortschritte in der Zusammenschlußbewegung in der ost- und westdeutschen Eisenindustrie riefen einen günstigen Eindruck hervor und boten auch den übrigen Börsengebieten einen guten Rückhalt. Die Effektenmärkte begannen daher die neue Woche durchweg in freundlicher Verfassung. Die Sage am Geldmarkt ist unverändert: tägliches Geld 8 bis 10 Proz., Monatsgeld 10 bis 11* Proz. Auch hierin wurden Abschlüsse getätigt. Im D e- visenverkehr setzte sich die rückläufige Bewegung der nordischen Valuten fort, angeblich im Zusamenhang mit dem heutigen Ausfall der ameri- konischen Börse. Oslo gegen London 22,71, Kopenhagen gegen London 19,45. Auch Mailand war wieder etwas schwächer mit 121,13 gegen London. Das englische Pfund hat sich gegen Kabel unwesentlich ermäßigt (4,84l6/ie). Veranlassung hierzu soll der starke saisonmäßige Devisenbedarf des englischen Warenhandels sein. Die Reichsmark notierte gegen Mittag in London 20,37, in Amsterdam 59,10, in Paris 5,07|.
Banknoten.
12,45
Getreidebörse.
Frankfurt. 7. Sept. Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer 24, Roggen, inlänb. 19,50, Sommergerste für Brauzwecke 25 bis 27, Hafer, inlänb. 20, Mais (gelb) 21, Weizenmehl, inlänb., Spezial 0 39 bis 39,50, Roggemnehl 28, Weizenkleie 11 bis 11,25, Roggenkleie 11,50, Erbsen 30 bis 40, Linsen 45 bis 70, Heu, süddeutsch:s. gut, trocken 8,50, Weizen- und Roggenstroh 4,00 Treber, getrocknet 18,50. Tendenz: Anziehend.
Frankfurter Schlachtviehmarkt.
Frankfurt a. M., 7. Sept. Auftrieb: 1605 Stück Rinder, darunter 498 Ochsen, 53 Bullen, 1054 Färsen und Kühe, 355 Kälber, 85 Schafe, 3808 Schweine. Es wurden bezahlt für 100 Pfb. Lebendgewicht: Rinder: Ochsen, vollfleischige ausgewachsene höchsten Schlachtwerts 62 bis 68, junge, fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemästete 54 bis 61, mäßig genährte junge und gut genährte ältere 43 bis 53; Bullen, voslfleischige ausgemästete Färsen höch-
Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M.
(In Billionen Mark auSgedrückt- BuenoS-AtrcS, Lcmdon, Neu- York, Japan, Rio de Janeiro für eine Einheit. Wien und BnbaiW für 100000 Bnheiterr. alles übrige für 100 Cmdciten.) Telegraphische Auszahlung.
Geld
1.20
18,58
104 19
40,318
19,77
168,55
16,96
69,00
112,21
80,90
59.65
12,89
Berlin, 7. Septbr.
Amerikanische Äolcn Belgische Noten Dänische Noten .......
Englische Noten ...... Französische Note» ...... Holländische Noten......
Italienische Noten Norwegisch« Noten Dentsch.Oesterr-.tioo «rose» Rumänische Note»......
Schwedische Note»
Schweizer Noten Spanische Noten Tschechoslowakische Noten . . Ungarische Noten
Frankfurter
Brief
4,22
18,68
104.71
-0.418
19 97
169.39
17,04
69,30
5 Septbr.
7. Septbr.
Amtliche Noti rung
Amtliche Notierung
Meld
Briet
Geld
Briet
Amst-Rolt.
168.89
169,31
168 96
'M
Bucn.-Aires
1.689
1.693
1,689
Brss- Antw-
18.71
18.75
Id 68
18,72
Christiania. Kopenhagen
90,24
90,46
89,64
89,86
105,37
105,63
104.42
104,68
Stoctholm .
112,44
112,72
112,42
112,70
HclstngforS.
10,57
10,61
10.587
10,60
Italien. . .
16.82
16,86
16,61
Fs
London. . .
20,346
20,39i
20,346
Ncuhork . .
4.195
4,215
4.195
4,205
Paris. . .
19,69.5
19,735
19.70
19,74
Schwei; . .
81,00
61,20
80 95
81,15
Spanien. .
39,78 1.700
59,9!
59,85
59,99
Yapan . . .
1,704
1,710
1,714
’Kio de Ian. Wien in D--
0.558
9.560
0 553
1.555
Oest. abgeft.
19,18
59,32
59.18
69,32
Prag ....
12,432
12,472
12,432
18,47.2
Belgrad . .
7,46
7.48
7.48
7,50
Budapest. .
5,895
5.915
5 895
5,915
Bulgarien
3,065
3,075
3.0 >
3,07
Lissabon
40,9'5
20,975
21 125
21,175
Danng. . .
80,70
«0.90
80 70
80,90
Konstantin-
3,495
2,505
2,43
2,45
Athen. . .
.24
6.26
6 21
6.26
Canada. . .
4,20
4.21
4,20
4,21
Uruguay . .
4,20
4,21
4,215
0,225
Der Alte strich langsam die Hemdärmel glatt und fuhr in den Rock. Eine Ader an seiner Schläfe war zackig aufgelaufen.
„Ich bin feit dem Krieg nicht mehr in die Welt hinausgekommen, aber das weiß ich, daß jeder zu seiner Sach' stehen muß. Meine Sach' liegt in dem Kasten da und hängt draußen an der Ankerkette, dazu steh' ich. Lind von den drei Buben, die ich in die Welt gesetzt habe, sagt mir keiner, daß wir's daran haben fehlen lassen. Keiner, auch der Hanns nicht, der das erste Recht hat. Mein's ist älter!“
„Allen Respekt, Vater, ich will dir feine Lehren geben. Aber das siehst du so gut ein wie ich, daß hier die Welt und das Leben still stehen, und Stillstand ist Rückschritt und Absterben."
„Lind du bist von Amerika heimgekommen, uns zu zeigen, wie die Welt vorwärts geht? Gut, Hanns! Ich habe gelesen, daß sie in Kanada Lachse fischen, die sy groß sind wie die Welse, die früher im Bodensee gelebt haben. Bring' mir die, bring' uns nut die Holländer wieder, die den Weg nicht mehr finden, weil der Rhein von tausend Schaufeln und Schrauben aufgewühlt und von den. Fabriken vergiftet wird, und du sollst der Rothelfer von Rheinau sein."
„Ich weiß Besseres, Vater."
So sag', was du Besseres weiht als das Beste, bas ich alter Rehschwenker mir denken kann."
„Ein Kraftwerk in der Au, das vierzig- tausend Pserdekräfte aus dem Rhein zieht und den elektrischen Strom über das ganze Land schickt! Dann stampfen auch wir Industrien aus dem Boden, dann singen unsere Sägmühlen ob der Bach voll oder leer läuft, dann werden unsere Stuben hell, dann werden sie in Rheinau wieder leben lernen!"
Der topasfarbene Rhein, der unter dem Fenster seine Wirbel wälzte und mit dumpfem Rauschen die Stube füllte, war nicht so gelb wie das bärtige Gesicht des Christian Ingold. In seinen Augen spiegelten rote Adern, hintenüber warf er das eckige Haupt und schrie:
„Ein Kraftwerk, eine Wasserbaute. die ben Rhein in sich hineinfriht! den Rhein! den Lauf- fen! Daß ich nicht lach'!"
ften Schlachtwerts 56 bis 60, vollfleischige jünaere 49 bis 55; Färsen und Kühe, vollfl2'schige ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwerts 43 bis 66 vollfleischige ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwerts bis zu I Jahren 54 bis 62, wenig gut entwickelte Färsen 49 bis 57. ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe 40 bis 52, mäßig genährte Kühe und Färsen 29 bis 40,- gering genährte Kühe und Färsen 17 bis 25. Kälber: Feinste Mastkälber 85 bis 90, mittlere Mast- und beste Saugkälber 75 bis 84, geringere Mast- und gute Saugkälber 65 bis 74. Schaf e Mastlärnmer und Masthärnmel 54 bis 60, geringere Masthärnmel und Schafe 50 bis 53 Schweine: Dollfleischige von 80 bis 100 Kilogramm 96 bis 97, vollfleischige unter 80 Kstg. gramm 90 bis 85, vollfleischige von 100 bis 120 Kilogramm 96 bis 98, vollfleischige von. 120 bis 150 Kilogramm 96 bis 98, Zettschweine über 150 Kilogramm 92 bis 96, unreine Sauen und geschnittene Eber 80 bis 90. Marktverlauf.- Flotter Handel, Markt geräumt.
Qyer.'he- «P^duk'e-'.borse.
Berlin, 7. Sept. Der Produktenmarkt lag heute wieder etwas fester. Das Angebot dex der Landwirte bleibt klein. Es notierten vcr 1000 Kg: Weizen, märk. 218 bis 224, do. Sept 242,50, do. Oft. 247,50 bis 243£0. do. De,. 254,50, Roggen, märk. 169 bis 1/5, do. Sept. 190 do- Oft. 195 bis 194,50, do. Dez. 196, Gerste,' märk., 213 bis 245, Futtergerste 180 biß 185, Hafer, märk. 180 bis 188, bo. Sept. 175. do. Dez. 191, Mais (loko Berlin) 214 bis 218, Raps 355 bis 360. per 100 Kg.: Weizenmehl 31 bis 34,25, Roggenmehl 24,75 bis 26,75, Weizenlleie 12,40 Roggenkleie 11,30, Diktoriaerbsen 27 bis 33, Futtererbsen 21 bis 24, Wicken 25 bis 23, Lu- pinen, blau 12,75 bis 14. Rapskuchen 16 bis 16,30, Leinkuchen 22,50 bis 22,30, Trockenschnitzel 12, Torfmelafse 8,90, Kartoffelflocken 18 bis 18,25 Zucker 21.
(In einem Teil der Auflage wiederholt.)
Ein neuer Zwischenfall in yaris.
Paris, 7. Sept (1.2L) Die deutschen Mitglieder der Friedenskonferenz haben gestern i m Hamen der Frieden sgefellf chast, des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold und der Deutschen Liga für Menschenrechte einen Kranz am Grabe des Unbekann- ten Soldaten niedergelegt, der die Inschrift trägt: „Dem Unbekannten Soldaten die. Soldaten des Friedens." Baid daraus begab sich eine Abordnung des Rationalverbandes der Kriegsteilnehmer zur Polizei und protestierte gegen die Anwesenheit der deutschen Kränze auf dem Grabe des Mn- bekannten Soldaten. Die Polizei hat schließlich dem Drängen nachgegeben und mit Z u st i m m u n g des Polizeipräsidenten den Befehl erteilt, die Inschriften von den Kränzen ;u entfernen, was auch im Lause des Abends geschah, heute morgen werden die Sränze selbst entfernt werden.
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CONSTANTIN CIGARETTE voll im tJimnat und gefchmaddidi vornehm in der dlufinadtung. Jn allen Spezialste[cloftcn izättfvicn
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Aber er lachte nicht, er stand mit drohengeballten Fäusten und maß feinen Sohn wie feinen größten Feind.
Hanns Ingold sah den Ausdruck in dem Gesicht des Vaters nicht, denn er stand mit entrückten, nach innen blickenden Augen und fuhr fort:
„Cs wird drei' oder vier Jahre Arbeit kosten. Erft müssen wir am Hungerstein ein paar Betonkrippen versenken, um Platz zu gewinnen. Dann fangen wir an zu sprengen. Don Sankt Joseph bis zum Wgld bauen wir eine Schwebebahn, vorn Llser bis zum Kloster eine Gleisbahn. Den Lehm müssen wir von Reßlau heranbringen. Wir stellen sofort Zerkleinerungsund Mischwerke auf und verarbeiten das ausgesprengte Felsmaterial an Ort und Stelle. Die Turbinenschächte —"
„Hanns, hör' auf, oder ich tu', was mich reut!"
Tief aus der Brust stieg der rauhe brüllende Ton. mit dem her Fischmeister den Romen seines Sohnes hinaussckrie. Er hatte die Faust erhoben und hielt sie schlagbereit geballt. An feinen Schläfen zitterten di: grauen Haare.
„Gilt das mir, Vater?"
Mehr aufgefchreckt und verwundert als betroffen fragte der Sohn.
„Ja, dir! In die Lehre, auf die hohe Schule, nach Aegypten bist du mit dem Geld, das ich aus dem Rhein gefischt habe, und icfot willst du ihn verunehren! Wo bleibe ich, wo bleibt alles, was die Retze regiert, wenn ihr mit fünfhundert Italienern gezogen kommt und den Laufsen sprengt! Wo bleibt der Salm, wenn ihr mit Dämmen und Schleusen das Wasser in eure Trichter leitet! Bist du heimgekommen, um dem Herrgott den Rhein zu korrigieren und mir ins Grab zu helfen! Hundert- und tausendmal hab' ich das Retz geschwenkt und aufgezogen am Lauffen, in allen Felstöpfen ist meine Angel geschwommen, es gibt keinen Fußbreit Wasser, über dem ich nicht im Schweiß die Ruder gerührt habe — und du kommst und sprengst den Rhein aus dem Bett und die Welt aus den Angeln! Verflucht jeder Pfennig, den ich für dich aus dem Rhein gefischt hab'! Verflucht du —
„Vater?" s Fortsetzung folgt)


