Dienstag, 8. September (925
Lietzener Anzeiger (Generalanzeiger für (VberHetzen)
Nr. 2(0 Zweites Blatt
Turnen, Sport und Spiel
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epkmber 1925, ließen erschien, Eispulver und le und $ri$te. mfer Speijeeis l beanftanbet > > Nahrungs- |
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Die deutsche Zehnkampfmeisterschast. Auch am zweiten Tage Der Kämpfe um Deutsche Zehnkampfmei st erschuft
der deutsche Meister Schüller Büchner, chouben ist am Start Peltzer schlügt Slevensan
aor Borner und stehen geblieben.
In 1:5,6.
mit dem Arneri-
Cine Mahnung zur Sparsamkeit
0 ® a r m ft a D t, 3. Sept Das hessische Desamtmini st erium mach', in c.aem Rund' schreiben an sämtliche staatlichen Dehörben auf eine Rebe des Präsidenten Der Verein i g t en Staaten von Qtortkimerifa auf- merflam. die biefer vor Den Ehefs Der Amerikanischen Departements in Der Budgetkon-
tourDen gute Leistungen erzielt. Den diesjährigen Titel holte sich Der Berliner Holz. Auch Den zweiten Platz konnte ein Berliner, 6 dj n u r r, an sich bringen. Die einzelnen Ergebnisse finD. 110-Meter-Hürden: Holz, S. E. Brandenburg- Berlin 17,7, Diskuswerfen: Bost, Viktoria, Hamburg, 35,33, Stabhochsprung: Leppke, Siemens, Berlin, 3,53, Speerwerfen: Schnurr, Atos, Berlin, 52,60, 1500-OHeter-Cauf: Dost Hamburg, und Kugel, Deutsche Hochschule f. L. Berlin, im toten Rennen 5:29,6. Gesamtergebnis: 1. Holz. S. C., Branbenburg, Berlin, 559 Punkte, 2. Schnurr, Atos, Berlin, 529 Punkte, 3. Leppke, Siemens, Berlin, 503 Punkte
Deutsche Frauenmeister- schasten 1925.
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Das zweite Zusammentreffen kaner Stevenson konnte Dr. Peltzer zu einer glän-
ito nötiger Dauer vorgesehen. Für -... —
M 3 wird die nachstehende Fassung vorgeschlagen:
Dachsmuth durchlief die Strecke in 23:45.6, oer- bcilcrte also den von Bedarfs Düsseldorf gehaltenen Rekord von 23:54.4 um 8,8 Sekunden. Zweiter wurde Petri in 23:59 vor Eisbach-Bingen 24:14.
Clnen Stabhochsprung von 3,75 Meter führte der Amerikaner Jones au» und sicherte sich damit einen überlegenen Sieg vor Bleile Berlin, der nur 3,40 Meter sprang. Dritter Baltcs-Dott- mund (3,20 Meter).
Deutsche Schwimmersiege in Budapest.
Der erste Tag de^ Schwimm-GtädtekampfeO Magdeburg-Budape t (der Sonntag), brachte zu- nätift die Ilustragung der beiden Städte-Zreistil-' ftaffcln 4x66,66 Meter und 4x200 Meter. Beide wurden von Magdeburg gewonnen. In Der ersten siegte die Magdeburger Mannschaft (Heitmann |96], Rademacher, Cordes, Frölich sHel- la-s) knapp in 2: 40 vor 2» 2 40,2. In
der 4x200-Meter-Staffel errang Magdeburg jedoch einen ganz überlegenen Sieg mit Gebrüder Rademacher. Heitmann Benccke in 10. 15,2, während Budapest 10: 44 benötigt«.
Der grobe Siratzenpreis des Saargebiels.
Bei äusterst ungünstiger Witterung — efl regnete ununterbrochen - kam am Sonntag Der ..Drohe Strahenpreis des Soargeoiet^" zum'Aus- trag. Zum fünften Male machten fich hier die Fahrer auf Den Weg Der 280 Kilometer langen Strecke. Als beste Berufsfahrer erwiesen sich O. Tietz und P. Kohl, Die beide das Ziel mit weitern Vorsprung erreichten. Sieger wurde Tietz im Endspurt in 9:35 00 vor Kohl 9:36 30; 3. Suter, Max, in 9:49:00.
Zweiter Tag des Schachturniers in Bad Münster am Stein.
In bem Schachturnier um D;c Meisterschaft vom Rhein gestalteten fich die Kämpfe des Montags wie folgt: Cs gewannen Gebhardt gegen Vorner. Brech gegen Härtel. Weihgerber gegen Dleutgen und Dleu 1 gen gegen Härtel, während Weihgerber gegen Ruchti remis machte.
Wei t spr u i. g: Köhler-D. S. E 509
Schlagballwerfen: Luxem-2in Sb.i ttcl 67,29
GefamtcrgcbniS. 1 Luxem-Eimsbuttel 197 Punkte. 2. Pahl^S. C. C. 176 Punkte, 3. Voh- B. S. E. 166 Punkte, 4. Köhler-B. S. C. 158 P.
Hochfprung: 1 v. Bredow-S. C. Brandenburg-Berlin 1,415, 2. Schmidt-Leipziger Ballspielclub 1,415 (durch Stechen entschieden), 3. Frl. Heister-Wilhelmshaven.
Ein „In-ernalionales". houbcn siegt. — Dr. Pelhers glänzende Revanche. z Zwei neue deutsche Rekorde.
Die 8. Internationalen Leichtathletikkämpfe des Düsseldorfer S. C. und des I. u. S. Bochum sind ein Ereignis in der deutschen Leichtathletik. Ein Internationales, das sportliche Ergebnisse brachte, die selten sonst geleistet werden, auf dem zwei deut- sche Rekorde verbessert wurden, internationale Leichtathleten internationale Leistungen ersten Ranges vollbrachten.
Hauben gewinnt die 100 Meter in 10,6.
Fünf Borläufe waren nötig, um die Teilnehmer am Endlauf zu ermitteln. Der Holländer van den Berge siegte im ersten vor Schlößke ll.-Berlin und Wege-Leipzig, Wondratschek-D. S. C. Berlin kampflos den zweiten vor Schüller und Bohn (Id. Gra- fenberg Düsseldorf!), da diese wegen eines dreimaligen Fehlstarts ausgeschlossen wurden. Borner, der für Teutonia Berlin startet, schlägt Schlöhke I., Büchner (!) - Magdeburg und Thumm, Hauben gewinnt den vierten vor den Berlinern Pampe und Dobermann-Ttarienburg, Nathan schlägt — bereits im Barkauf also — den Amerikaner Jones, hinter dem Hubrich-S ittgart und Most-Krefeld einlaufen. Den Endlauf gewinnt Houben in 10,6 einen halben Meter aor van den Berge-Holland und Na- than-Karlsruhe zwei Meter zurück.
Die 200 Meter
sehen Hauben, Schüller, Büchner, van den Berge und Borner am Start. In 22,2 Sekunden siegt
kößerche"
ASM
ViewcchlensürdieSemeindenund Oie Gemeindeverbände in Hetzen. (Bon unserer Darmstädter Redaktion.)
Der Landtagspräsident hat den Vorstand und den
* Preußische Kraftwerke „Ober- Weser, A -G., Kassel. Dem Preuhischen Landtage geht nunmehr Die Reichsmark-Eröff- nungsbrlanz Der Preuhischen Kraftwerke „Oberweser" zu. Die Eröffnungsbilanz per 1. April! 1924 weist ein Vermögen von 20 459 550 Reichsmark auf. Diefem Betrag stehen an Schulden: gegenüber 9 459 550 Reichsmark, so bah ein Lieberschuh von 11000 000 Reichsmark verbleibt. Es wird vorgeschlagen, DaS 900 Mill. Papiermari betragende Aktienkapital im Verhältnis von 90:1 zusammenzulegen auf 10 Mill. Reichsmark und
gen fieberte er der entsetzlich-grandiosen Erscheinung nach, sammelte Beweise, rang feiner unfachmännischen Feder Wort für Wort ab. bis er endlich den entscheidenden Schritt in die Öffentlichkeit wagte. Am 6. März dieses 450. Geburtstages Michelangelos schrieb er das kleine und doch so inhaltschwere Werk nieder, gestern erschien es im Buchhandel, heute verbreitet der Funke die Kunde durch die ganze Kulturwelt: Francesco la (Sana hat das einzige Selb ft porträt Michelangelos entdeckt, und zwar in der Sixtinischen Kapelle, in der Haut des geschundenen heiligen Bartholomäus.
Dies irae. Die Posaunen des Jüngsten Gerichts gellen. Furchtbar in feiner Unerbittlichkeit fleht der Weltenrichter inmitten der Zitternden und Zagenden. Selbst die Madonna verbirgt vor dem Grauen der jetzt anhebenden göttlichen Gerechtigkeit das Gesicht, selbst die Märtyrer heben die Marter- Instrumente, um den Erlöser zu versöhnen, Se- baftian ein Bündel Pfeile, Laurentius den riesigen Rost, auf dem er verbrannt wurde, Andreas bricht noch einmal unter dem Kreuz zusammen, Katharina erinnert an das Rad, Petrus zeigt die Himmels- schlüssel. Alle, alle haben unaussprechliche Furcht, alle flehen um Erbarmen, nur ein Gesicht verlangt fein Mitleid, nur eines wendet sich ab und auf grauenhafteste Weise dem Beschauer zu — das Ant litz Michelangelos. Das Auge Michelangelos ift m die blutige Hand hineingesunken, die Bartholomäus mit ber Linken hält, während er mit der Rechten und mit einer gewissen Verbissenheit dem Schiedsrichter das Mester zeigt, mit dem er lebendigen Leibes geschunden wurde.
Es ist kein Zweifel möglich, in diesem lebendigen Leibes Geschundenen verkörperte Michelangelos fein eigenes Schicksal. Schlafs, mit wohl durchgearbeiteten Händen und putzen hangt Die Haut herunter, gehalten von der Hand — Ieines Todfeindes, jenes berüchtigten ttv 'Arettno der seinen Reid auf Michelangelo m sittliche Entrüstung kleidete und ihm vorwarf, die Würde der Heiligen durch schamlose Nackcheit beleidigt zu haben, «einen Angriffen ist es in erster Linie zu i^rdanken wenn Paul IV. einigen der meifterhaswn Figuren Kleider
100-Meter-Lauf: 1. Frl. Gütfchow- Dresden 12,8. 2 Frl. Wittmcrnn-Siemens-Berlin 12,9, 3. Frl. Pöting-B. S. C. 13,1.
4mal-100-Meter-S taffe l: 1. D. S E. 53,3. 2. S. D. Dresdcnfia-DresDen 53,4. 3. Sportverein Eimsbüttel.
Weitfprung: 1. Aschenbacher-S. C. Char- lottenburg 5,10, 2. Pöting-B. S. C. 5,09, 3. Het- ster-WilhelmShaven 4,75.
Kugelstoßen: 1. Herrsch-B. S. C 10,91, Iacke-Viltoria 96 Magdeburg 10,55, 3. Mäder- S. C. Dernau 10,315.
Speerwerfen: 1. Riewe-S. E. E. 30,04. Mäder-S. E. Bernau 28,32, 3. Hauck-Frankfttrt 28,09, 4. Wittmann-Siemeiis-Berlin 26,14.
Diskuswerfen: 1. Reutter-Frankfurt 80 25.65. 2. Henoch-D. S. C. 25,14. 3. Heffe-S. C. C. 24,29. _
Dreikampf, bestehend aus 100-Meter- Lauf: 1. Voh-B. S. E. 13,02.
Aus den verkrampften Zügen, aus den schwarzen Augenhöhlen, die unerbittlich den verfolgen, der sie einmal betrachtet hat, schreit der Jammer der gequälten Kreatur, des von Menschen heim- gesuchten Menschen: Homo homini lupus! Und es schreit der sterbliche Mund: Ich brauche dein Erbarmen nicht, mir kann nichts Schlimmeres geschehen, als ich schon auf Erden durchlitt! Die Tragödie Michelangelo, jetzt verstehen wir sie in ihren» entschleierten Geheimnis, jetzt ist das Drama vollendet. Michelangelo hat das gan^e Inferno Dante» mit wenigen Zugen in feinen eigenen Zügen fest- gehalten, er, der begehrteste Künstler feiner Zeit, er, der lebendig Geschundene
Die Entstehung des „Jüngsten Gerichts" fällt in feine trostloseste Zelt. Er lebte in Einsamkeit mit feinem ungeheuren Zorn, nachts dichtend, tagsüber malend. Rur in wenigen Briefen schreibt er sich feine Qual vom Herzen oder vielmehr, er versucht es. Aber das Gewicht, das auf ihm lastet, ist zu schwer. Er will sterben. Er flieht die Aerzte. Schon körperlich herunter durch die schmerzhafte Stellung beim Derfenausmalen, fällt er vom Gerüst und schleppt sich wie ein todwundes Tier in seine Hohle. Wohl wird er vom leiblichen Erloschen durch die sanfte Gewalt eines eindringenden Freundes und Arztes bewahrt, dem wir somit in Wahrheit das Jüngste Gericht verdanken, aber die Verbitterung von feiner Seele vermag niemand wegzunehmen. Seltsam: Aus einer ähnlichen Abgrundtiefe heraus schuf Beethoven seinen Hymnus an die Freude In der Neunten, der andere Titane dagegen diesen fürchterlichen Tag des Zorns, aus besten fürchter- lichstem Detail heraus fein zerfoltertes Antlitz von spateren Geschlechtern jene Gerechtigkeit verlangt, die ihm feine Zeitgenossen verweigerten.
Aber selbst noch in diefem letzten Aufschrei — denn wer sollte ihn hören, wenn er selber sich vor dem Lautwerden fürchtete? — tritt der tragische Konflikt im Leben dieses ruhelosen Menschenscheue« zutage, der Zwiespalt zwischen Dollen und Nicht» wollen, zwischen Empörung und Angst, den er selber in den Vers meißelte
Vorrei voler. Signier. quel ch'io non voglio.
Ich möchte gern, o Herr, das, was ich nicht wiy.
Das Antlitz Michelangelos
Don Gustav W. Eberle in (Rom).
Linen vierhundert Jahren tiefen Schacht haben )ie Kunsthistoriker in die Geschichte hineingctrteben, m ein Selbstporträt Michelangelos zu entdecken. ?hre Suche blieb vergeblich. Dem Titanen wider- ' Ctbte es, Menschen aozuinalen, wenn sie nicht von ^lsrnnenschlicher Schönheit waren, und er selber !°«r sich bewußt, häßlich zu fein.
Millionen und Abermillionen Menscher sind seit oier Jahrhunderten durch die Sixtinische Kapelle gidangen, haben die Deckengemälde heruntergespie- etü, wie es der Baedeker vorschreibt, und ihre Er» tyitterung vor dem „Jüngsten Gericht" so gut Der- argen, als es ging. Zahllos die Gelehrten, die bald M-efe, bald jene historische Persönlichkeit in den ge- j eiligen Figuren des Universalgenies feststellten, tilg alle in der Gewißheit, daß der Künstler auf u alle Malersitte, sich selber irgendwo in sein Werk ’ hi ^einzukomponieren, verzichtet hatte, getreu seinem 1 dfcheu vor Porträtierungen im allgemeinen und : (Ibftbilbniffen im besonderen.
Und nun kommt ein Laie, ein Mediziner, Spe- iclift für ironische Krankheiten, und deutet in be- reiflicher Erschütterung auf das Jüngste Gericht:
— ba — Michelangelo Buonarroti!
Es ist eine unbeschreibliche Größe in dieser rifionären Geste, vor der die künftige Gelehr- sinkeit von zehn Generationen beschämt den Blick Nderzuschlagen hat.
Und noch eines, was für diesen römischen Uni« rerfitätslehrcr spricht: Dor zwei Jahren schon hat tr die unerhörte Entdeckung gemacht, aber die Beniation schweigend mit sich herumgetragen, bis ir Gewißheit hatte, bis die gesamte Michelangelo- literatur von ihm durchgearbeitet war. Er sagt sei- btt, daß ihn bas grauenhafte Antlitz von jener (betnabeten Entdeckerstunde an Tag und Nacht versalzte, daß er eine wahre geistige Folter zu er- tragen hatte, gequält von Zweifeln, herumgetrieben cm der schlafscheuchenden Frage, ob nicht doch schon vielleicht einer vor ihm--
Zwischen einer Vorlesung und der anderen, zwischen Injektionen und mikroskopischen Untersuchun-
V, A. nit.
wird entscheidende Derbesterungen bringen. Abge- sehen davon, daß eine weitverstreutc Gesetzesmaterie einmal zusammengestellt wird, bringt der Entwurf auch eine große Vereinheitlichung sowie Neuerungen grundsätzlicher Art. So wird die Zukunft uns, wenn der Entwurf Gefetzeskraft erlangt, den Einheitsstimmzettel für die Wahlen der Gemeindevertreter und der Kreistagsmitglieder bringen, wo- durch erheblich an Zeit und Geld gespart wird. Die Verteilung der Zahl der Sitze für den Provinzial- tag auf die einzelnen Kreise erfolgt im Verhältnis zur Einwohnerzahl und die Wahl selbst wird durch die Kreistage vorgenommen. Bisher wurden die Provinzialtagsmitglieder für die ganze Provinz ge- wählt. Eine hessische Provinz ist aber nur eine Zusammenfassung von Kreisel. Künftig würden somit die Kreise entsprechend ihrer Bedeutung, d. h. ihrer Größe, im Prooinzialtag vertreten fein, was bis jetzt nicht der Fall war.
Bei recht ungünstigem Wetter (amen Leipzig am Sonntag Die Deutschen Frauenmei st erschuften zum Austrag. Die zahlreiche und auch qualitativ verzügiiche Beteiligung sicherte Den Kämpfen eine interessante Abwicklung und ließ von vornherein gute Leistungen erwarten. So wurden auch Die 100 Meter von Frl. G ü t s chvw - DreSdeir in 12,8 vor Frl. Wi11mann - Berlin 12,9 gewonnen. 3m Vorjahre genügten 13,2 Sek- zur Meisterschaft. Auch in verschiedenen anderen Wettbewerben gab es Leistungsverbesserungen gegenüber den vorjährigen Meisterschaftskämpfen, in anderen allerdings auch genügten geringere Leistungen. Den neu eingeführten Dreikampf gewann Frl. L u e m - S. V. Eimsbüttel vor Frl. Pahl- Eh arlottenburg. Die Ergebnisse:
„J. Stimmberechtigt ist, wer am Wahltag Reichs- Iinjehörigcr und 20 Jahre alt ist und außerdem I Monate ununterbrochen in der Gemeinde v o h n t. Eine mehrfache Ausübung des Stimm- ' chis ist unzulässig." .....
„II. „Wohnen im Sinne des Abf. I ift ein aus icier Entschließung beruhender Aufenthalt unter Imftänben, bic auf d i e Absicht eines muernben Verweilens schließen I cflen."
Die Tendenz, eine längere Aufenthaltsdauer für ie Gemeinbewahlen zu forbern, findet sich in allen .indem des Reiches und die Bestimmungen des ^emeindewahlrechtes sind oder werden dementfpre- Ifjenb gcanbert. Auch der Gefetzentwurf vom Juni ■l'i25 verlangt eine Wohndauer von 6 Monaten, ,ü zwar' (wie auch der Abänderungsvorschlag) om Wahltage ab, während nach dem bis- irrigen Gesetz der Zeitraum von der Offenlegung ,r Listen an gerechnet wurde. Nach den geltenden , Stimmungen war ein Dreimonatiger Aufenthalt ii einer Gemeinde für die Ausübung bes Ge- irmbewahlrechts erforderlich, für die Wahlen des Kreistages und bes Prooinzialtaaes aber nur ein
<eimonatiger Aufenthalt in Hessen. In dem Ge- Mzmtwurf vom Juni d. I. wird nun einheitlich Kiiit sechsmonatige Aufenthaltsdauer verlangt.
lieber die Festsetzung von Wahltag und Wahl- ■yit wird (in Abänderung des Artikels 9, Absatz 3 Mts geltenden Gesetzes) folgender Wortlaut einer E neuen Bestimmung vorgeschlagen:
„Die Wahlen finden Sonntags statt; sie sind ■in der Zeit vom 1. April bis 30. September von i h Uhr vormittags bis 5 Uhr nachmittags, sonst von Uhr vormittags bis 6 Uhr nachmittags in allen Itz rwstimmungsbezirken der Provinz aleichzeitig vor- »inchmen. In Gemeinden unter 1500 Einwohnern ‘tginnt bic Wahlzeit um 10 Uhr vormittags und mbigt um 5 Uhr nachmittags."
Der größte Teil der jetzt die Landtagsausfchusse beschäftigenden Gesetzesänderungen beziehen sich auf bie Stimmabgabe, die Feststellung des Wahlergeb- Misses, die Zusammensetzung von Kommissionen usw. $Pi« meisten dieser in Artikel gefaßten Abanderungs- nrschläge ergeben sich aus der Notwendigkeit der jnglcid)ung des Wahloerfahrens für die Selbst- imallungsförper an das Verfahren, wie es bei ' n letzten Landtags- und Reichstagswahlen sowie •f den Präsidentenwahlen angewandt worden ist. ',Ür die drei verschiedenen Wahlgänge, die Ge- remdewahlen. die Kreistagswahlen und die Pro- iiizialtagswahlen ist die Einführung eines !tnheitsstimmzettels gegenwärtig noch Zcht möglich, daher werden amtliche Stimmzettel ii» jede dieser Wahlarten geliefert, doch finden h-für sinngemäß die Bestimmungen der letzten Zchlen über die Kantsdatenlisten (Kennzeichnung -lr>.) Anwendung.
Die Regelungen, die jeßt von den Ausschüssen 63 (genommen werden soVen. sind nur ein Rot- i.-lelf; erst der neue Gesetzentwurf für die kohlen der Gemeinden und Gemcindeverbande
s e r e n z gehalten hat. Die Rek>e enthält die folgenben VeitgeDanlen:
1. Sparsamkeit ist eine gebieterJ^K Rot» wenbigte.t; sie ist Sache DeS ganzen Volkes unD Der höchsten Äraflentfaitung würbig.
2 54 ist beule Pflicht Der Verwaltung, sich nicht aut neue Unternehmungen einzulassen. Das Bestreben nach neuer Betätigung tollte nicht ermutigt werden, wenn Diese nicht unbedingt notwendig ist für Das ®efamt- wvbl Des Volkes. Bereits vorhandene, bewährte und notwendige Einrichtungen finD nur mit Den denkbar kleinsten Mitteln fort.zufuhren.
3. Hand in Hand mit Der Verringerung Der Ausgaben muß eine stetige Herabsetzung Der Schulden und Die Befreiung von Der Last der entsprechenden Zinsen gehen.
4. Der Kampf um die Sparsamkeit verfolgt nur ein Ziel, nämlich, daß die DaoauS erwachlen- Den Vorteilen Dem ganzen Volke Durch Steuerermäßigungen zugute kommen. Mehrausgaben, Die weitere Steuerermäßigungen zu ver- oinbern drohen, oder Die etwas fo Unausdenkbares wie Steuere!Höhungen auch nur inS Auge fassen, werden nicht geduldet.
5. Mchreinkünste sollten nicht durch neue Ausgaben aufgesogen, sondern auf die weitere Herabsetzung der Steuern verwandt werden.
zcnden Revanche gestalten. Etwa vier Meter vor dem Amerikaner geht Dr. Peltzer in der Zeit 1:5,6 für die 500 Meter durchs Ziel. Die Zeit bedeutet eine Verbesserung des bestehenden deutschen Re- fords um ein Zehntel Sekunde.
Ein neuer deutscher 7500-ITlcler-Rctorb.
Eine Sensation gab es im 7500-Meter-Lauf. Der Start von Wachsmulh-B. S. C., dem deutschen 10 000-Meter-Meister, Petri-Hamburg und Eisbach- Bingen ließ hervorragende Leistungen erwarten, anmalen liefe, was dem Epigonen zu dem Spitznamen „Hofenmacher" verhalf, der dann noch in einem „Hemdenmacher" einen ebenso künstlerischen Nachfolger sand.
Recht beißend ist Michelangelos Rache^ freilich nicht ausgefallen, denn dieser Bartholomäus-Are- tino ist im übrigen als schöner Mann wieder- gegeben. Oder sollte gerade in dieser Gegenüber- stellung die — Ungerechtigkeit des Jüngsten Gerichts symbolisiert werden? Wie dem auch sei, Michelangelo war es offenbar nicht so sehr darum zu tun, einen einzelnen Gegner aufs Korn zu nehmen, als vielmehr um eine halbversteckte, schüchterne Darstellung seines eigenen Leids, in dem er das ganze menschliche Elend verkörpert sah. Schüchtern — denn Furcht war bic nächste Eigenschaft dieses zyklopischen Menschen, dieses unsteten Flücht- lings, Furcht vor seinen Auftraggebern, den Päpsten, Furch: vor seinen Gläubigern, Furcht vor feinen Neidern und falschen Freunden. Nur an einem einzigen Menschen hing er mit fo hunde- lieber Treue, wie dieser an ihm, an feinem unver gehlichen Diener Urbino, dem er in dem Bildnis des heiligen Jakobus, der sich mit einem un- befchreiblichen Blick nach dem zürnenden Gott an Bartholomäus anlehnt, ein Denkmal fetzte. Michel- angelo versteckte sein Märtyrerhaupt in die blutige Haut, weil er bei einer Entdeckung die Rache des Papstes fürchtete. Wie meisterhaft ihm Rache des Papstes fürchtet. Wie meisterhaft ihm bas gelang, das zeigt uns das ahnungslose Vorbei- gehen der Jahrhunderte, und doch, steht man jetzt, aufmerksam gemacht, davor, hält man das fälsch- sich als Selbftporträt bezeichnete Bild von Iacopo del Conte daneben, desien Original in den Florentiner Uffizien hängt, so verblüfft die sprechende, die mit Höllenaugen sprechende Aehnlichkeit.
Barcholomäus ist kahl, dieses Haupt dageaen von dichtem, schwarzem Haar umwallt — schon daraus ergibt sich unwiderleglich, dafe es sich also um verschiedene Personen handeln muß. Der die Haut oorzeigende Geschundene hat eine fliehende Stirn, der Kopf der Haut dagegen die quadrattsche, wie sie Iacopo bei Conte festhielt. Unnnötig, die Übrigen anatomischen Merkmale aufzuzeigen, hier wird man ja dem Mediziner ohne wefteres glauben.
l kltestei,rat des Landtags zur Beratung einer neuen bringe über die Abänderung wichtiger Beftimmun- ,,wn des Gesetzes über die Wahlen für die Gemein- icn und Gemeindeoerbände (kreise und Provinzen) i tf den 8. September einberufen. Auch der Gesetz- i,uöungsausschufe des Landtags tritt am 8. Septem- l«r zusammen, um dieselbe Vorlage zu beraten. Es nudelt sich hier nicht um eine Abänderung des Geir zentwurfs über die Wahlen für Gemeinden und («meinbeoerbanbe, ber am 26. Juni dem Hessischen i'cnbtQfl zugeleitet worden ift — dieser kommt für Dh demnächftigen Wahlen zur Erneuerung der Korn- i jnalparlamenie nicht in Frage, weil er noch nicht burd)beraien ift, überhaupt den Gesetzgebungsausschuß och nicht passiert bat — sondern um eine A b - -»der ung des letzt geltenden Wahlge- stz e s vom Jahre 1922.
Nach den bisherigen Bestimmungen des Art. 3 '«.«ses Wahlgesetzes war für die Gemeinde- .«rtreterwahl ein Wohnsitz von drei- | n d n a t i g e r Dauer in der Gemeinde er- iderlich. 3n dem jetzt dem Landtag zugegangenen iiänberungsentrourf ist ein Wohnsitz von sechs- •isnatlaer Dauer vorgesehen. Für den Ar-
Wirtschaft.
(Ermäßigung der Zinssätze für öffentliche Gelder.
Zur Durchführung ber geplanten Preissen- t u n g s a f t i o n hat bie Reichsregierung beschlossen, bie Bewirtschaftung ber öffentlichen Gelber bes Reiches so burchzuführcn, daß nicht nur keine Gefahr einer Steigerung ber privaten Gelbsätze besteht, vielmehr ber Antrieb zu ihrer Senkung gegeben wird. Es ist daher unter Mitwirkung der Reichsbank zwilchen denjenigen Stellen, die als Abgeber der öffentlichen Gelder in Betracht kommen, also zwischen Reichsfinanzministerium, Post, Reichsbahn und Reichsversicherungsanstaft, eine Abrede dahin getroffen worden, daß bei der Ausleihung an diejenigen Banken, die mit der Weitergabe öffentlicher Gelder betraut find, der Zinssatz 74 Prozent nicht über ft eigen darf. Der Zinssatz für langfristige Gelder Ist auf 8 Prozent herabgesetzt worden. Die mit der Weitergabe öffentlicher Gelder betrauten Banken haben sich verpflichtet, die Zinsermäßigung ihrem Kundenkreise in vollem Umfange zugute kommen zu lasten und darüber hinaus ihre Zinsmarge auf das Miadestmöglicbe zu beschränken. Hierüber sind beftimmte Vereinoarungen getroffen worden.


