Ausgabe 
8.8.1925
 
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ausgleich wird mit großer Mehrheit ange­nommen. Für die Hauszinssteuer ftimmien 225 Abgeordnete. dagegen 173, während sich sechs dec Summe enthielten. Der Antrag Tremmel (3.) wird angenommen. Damit ist die dritte Lesung sämtttcher Steuergesehe erledigt. Reichskanzler Dr. Luther beglückwünscht den F i n a n z m r n i ste r. Das Haus vertagt sich auf Samstage Zollvorlage.

Herabsetzung der Umsatzsteuer?

Berlin. 8. Aug. (TU.) Das Plenum des Reichstags hat gestern bei der dritten Lesung der Steueroorlagen den sozialdemokratischen Antrag auf Herabsetzung der Umsatzsteuer von 1.25 Proz. auf 1 Prozent abgelehnt. Damit ist jedoch diese Frage noch nicht endgültig erledigt, denn, wie wir aus parlamentarischen Kreisen hören, haben gestern neue Verhandlungen der Regierungspar­teien mit der Regierung stattgefunden, deren Er­gebnis war, daß durch einen Initiativ­antrag der Regierungsparteien die Umsatz st euer vom 1. Oktober 1925 für alle Waren, nicht nur für die Lebensmittel, auf 1 Prozent bemessen werden soll. Die erhöhte Umsatzsteuer, die sogenannte L u xu s st e u e r , soll b e st e h e n bleiben, wie sie gestern in dritter Lesung beschlossen wurde, lieber die Herabsetzung, der die Regierung bereits zugestimmt hat, soll je­doch erst nach Verabschiedung der Zollvorloge vom Reichstag abgestimmt werden.

3m Reichstag ist ferner in Form eines Ini­tiativantrags folgender Gesetzentwurf eingegan­gen. der von dcn Deutschnationalen, der Deutschen Volkspartei und dem Zentrum unterzeichnet ist: Ueberfteigt das Aufkommen aus der Lohn st euer in der Zeit vom 1. Oktober 1925 bis 31. März 1926 oder später in einem Zeit­raum von zwei auseinanderfolgenden Kalender- Vierteljahren den Betrag von 600 Millionen, so hat die Reichsregierung einen Gesetzentwurf vorzulegen, der eine Erhöhung der Ab­züge der kinderreichen Familien und der steuerfreien Beträge herbeiführt.

Deutschenhetze in Polen.

Preßverbote. Fortgang des Zlotyfturzes.

Beut h en, 7. Aug. (WTB.) Die gröhte deutsche Zeitung in Polen, derObersch lesi- sche Kurier", wurde in den letzten drei Wo­chen nicht weniger als dreimal beschlag­nahmt. Erst vor wenigen Tagen ist der verant­wortliche Redakteur des Blattes, Iendralski. zu drei Monaten Gefängnis verurteilt wor­den. weil das Blatt festgestellt hatte, datz das polnische Agrargesetz als gegen die Deutschen gerichtet zu betrachten sei. Heute verfiel die Zeitung der Beschlagnahme wegen der Wieder­gabe der Rede des Außenministers Dr. Stresemann im Reichstag über die Op­tantenfrage. Die Rede, die absichtlich von der polnischen Presse verschwiegen wird, hat ihren Eindruck nicht verfehlt.

Der systematischen Bekämpfung der deutschen Press --<(! Polen ist gegenüberzustellen die Be­handlung der polnischen Blätter in Deutsch­land. Seit dem Bestehen der Provinz Ober­schlesien ist kein einziges polnisches Blatt beschlagnahmt und gegen keine ein­zige polnische Zeitung öffentliche Anklage erhoben worden.

Wegen der ungenügenden Devisenzuteilung durch die Bank von Polen ist der Dollar heute im außerbörslichen Verkehr neuerlich sprunghaft g e st i e g e n und wird zu dem mittleren Kurse von 6,35 Zloty gehandelt. Die Bank von Polen hält noch an dem amtlichen Kurse von 5,18 für den Dollar fest.

Die nationaldemokratische GazetaPoranna schreibt: Der verräterische deutsche Angriff auf den Zloty hat das Matz von Geduld der polnischen Bevölkerung zum Ueberflietzen gebracht Es gibt jetzt keinen Polen mehr, der nicht racheschnaubend gerechte Vergeltung fordert gegen den räuberischen Angriff auf unseren finanziellen Be­sitzstand. Das Matz ist voll. ... Wir heben den hingeworfenen Handschuh auf. Das Wort hat jetzt vor allem die polnische Regierung. Ab morgen wird ein rücksichtsloses Einfuhrverbot für alle deutschen Waren erfolgen. Die Industrie-, Handels- und Landwirtschaftsorganisa­tionen müssen im Staatsinteresse von ihren Mitglie­dern den Abbruch aller Beziehungen zu den Deutschen verlangen. Eine lebhafte Pro­paganda mutz entfaltet werden, um die Deutschen auf allen Gebieten zu boykottieren. Don Putzig bis in die Pinsker Sümpfe, von den Ufern der Düna bis zu den sonnigen Ufern des Dnjestr und von den Karpathen bis in die nördlichen Mar­ken entringt sich der Brust der polnischen Ration ein mächtiger Schrei: Rieder mit Deutsch­land!

Polenausweisungen im Ruhrgebiet.

Herne, 8. Aug. (SU.) Die Stadtverwal­tung hat 20 polirische Einzel-Optanten und sechs polnische Familien als Gegenmatznahme für die polnischen Gewaltmatz­regeln aus g.e wiesen. Während im Jahre 1910 die in Herne ansässigen Polen noch21,6Prvz. der Gesamtbevölkerung ausmachten, ist diese Ziffer heute auf 2 Proz. herabgesunken.

Dor der Londoner Zusammenkunft.

Pessimismus in England. Kritik an Chamberlain.

London. 8. Aug. (TU.) Zu den bevor­stehenden Sicherheitsverhandlungen zwischen Briand und Chamberlain stellt die englische Presse eingehende Betrachtungen an. Die Blät­ter äußern sich wenig zuversichtlich. Die bedeutende politische ZeitschriftHe® States- man befürchtet, daß sich Chamberlain völlig zu der französischen These bekannthabeund zufrieden sei. ein Werkzeug der französischen Politik zu sein. Eine Verständi­gung zwischen London und Paris bedeute in die­sem Falle, datz es zu keinem Sicherheitspakt kommen werde, denn die Kluft zwischen Deutsch­land und Frankreich sei zu groß. Eie könne nur durch die energische Verfechtung einer deutlichen Politik Grotzbri- t a n n i e n s überbrückt werden. Riemals habe

irgendein englischer Autzenminister eine so gute Gelegenheit gehabt, mit Erfolg die Rolle eines ehrlichen Maklers zu spielen. Chamberlain wünsche sowohl den Frieden als auch eine deutsch-französische Verständigung. Vor allem aber scheine er zu wünschen, datz auch nicht die geringsten Differenzen zwischen London und dem Quai d'OrseY entstanden. Diese beiden Wünsche wären miteinander unvereinbar. Chamberlain verhalte sich völlig passiv.

Mit weniger harten Worten, aber ebenso deutlich, nimmt dieSaturday Review" zu der Lage Stellung. Briands Besuch, so schreibt das Blatt, sei eine lobenswerte Anstrengung, eine Formel zu finden, die grundsätzliche Gegen­ätze verbergen könne. Deutschland habe nicht die Absicht, einem Pakt zuzustimmen, der Frankreich gestatten würde, ohne Zustimmung des Völker­bundes militärische Hilfe nach Polen zu senden, und der eine Aenderung des Versailler Ver­trags unmöglich mache. Briand wisse, datzCham­berlain die französische These un­terstützen werde, so datz er im Falle eines Fehlschlags der Pattverhandlungen a l le Schuld auf De utschlandschieben könne. Auch die Tatsache, datz selbst die Belgier der Meinung wären, die französische Auffassung von der Unantastbarkeit des Versailler Vertrags sei unhaltbar, falle sehr ins Gewicht.

Die Entwaffnungsnote.

Berlin, 8. Aug. (TU.) Seit einigen lagen inben in Berlin zwischen der Interalliierten 2Ni- litärfontroUtommiffion und einer deutschen Tllililär- kommifsion Verhandlungen über bie s o g. Entwaffnungsnote statt. Deulschlanb weist nach wie vor verschiebene von ber Botschasterkonfe- renz gestellte Forderungen als nicht akzeptabel zu­rück. Die Verhandlungen nehmen, wie dasB. T." erfährt, einen befriedigenden Verlauf, so datz mit der Räumung Kölns in absehbarer Zeit zu rechnen sei. Auf alliierter Seife scheint man sich inzwischen von der Unmöglichkeit einiger der gestellten Forderungen überzeugt zu haben.

Ausstand in Syrien.

Schwere Niederlage der Franzosen. Englische Wühlarbeit. Vor der

Abberufung Sarrails.

Paris, 7. Aug. (WD.) Die Lage im Djebel Druse verschlimmert sich. Die Drusen sind eine kriegerische Bevölkerung von ungefähr 200 000 Seelen, die sich in einer gebirgigen Gegend an der äußersten Grenze von Syrien und Palästina befinden, d. h. in dem dem Mandat Frankreichs und England in Vordersyrien unterstellten Ge­biete. Ein Teil dieses Stammes hat sich jüngst erhoben, wie bereits zur Zeit der Verwaltung des Generals Weygand. 3n der vergangenen Woche sind die Drusen in Fühlung mit einer französischen Kolonne gekommen. 3m Verlaufe dieses Zusammenstoßes sollen sie allerdings Kriegsmaterial und mehrere Ge­schütze erbeutet haben. Die Ortschaft Seifra ist von ihnen beseht.

Der Jerusalemer Korrespondent desTemps" be­richtet über die letzten Kämpfe in Syrien noch wei­tere Einzelheiten.

Danach find die aufstänbifchen Drusen nad) kurzem Gefecht in bie Stabt Seifra eingebrun- gen, haben einen Teil ber französischen Be­satzung und ben Vize-Gouverneur gefangen ge­nommen unb belagern bie Zitabelle. Franzö­sische Abteilungen, bie sofort von Damaskus abqefanbt wurden, gerieten in einen Hinterhalt unb würben von ben Drusen aufgerieben.

Am Quai d'Orsay wird erklärt, datz ergänzende und ausführliche Angaben über die Lage noch nicht eingetroffen feien. Ein Urteil könne man sich erst bilden, wenn die Berichte des Generals Sar- r a i l eingegangen feien. Ein großer Teil der Rechts­presse fordert die sofortige Abberufung des Oberto mmnnbicrenben, der durch fein herausforderndes Auftreten die Drusen empört habe. Echo de Paris" stellt fest, daß auf den Vorschlag Sarrails hin einige Bataillone aus Syrien nach Marokko abtransportiert worden feien. Jetzt müsse man in größter Eile neue Truppen nach Syrien schicken.

Aus gewissen Anzeichen könne man schließen, daß die französischen Truppenkolonnen sich weiter zurückziehen müssen, da sie durch den unklugen Abtransport der einzelnen Bataillone erheblich geschwächt wurden. Der ..Eclair" fordert die sofortige Kaltstel­lung des Generals Sarrail. Einzelne Blätter sprechen die Vermutung aus, die Drusen seien von englischen Agenten aufge- wiegelst worden; ihre Wühlarbeit sei einwand­frei festgestellt. England sei bestrebt, Frank­reich den Weg nach Persien abzu­schneiden.

Der Bericht der Mossulkommissson.

London, 7, Aug. (WB.) Der Bericht der Völkerbundskonnnission über die Festsetzung ber Mossulgrenze ist soeben veröffentlicht worden. Die Kommission empfiehlt, das strittige Gebiet ungeteilt zu lassen. Sie stellt fest, daß die Gefühle der Mehrzahl der Bewohner sowie wirtschaftliche und geographische Gründe für bie Vereinigung des M o f s u l g e b i e t s mit dem Irak sprechen. Voraussetzung für diese Ver­einigung müsse jedoch sein, daß das Qratgebiet auf 25 Jahre unter dem effektiven Mandat des Völkerbundes verbleibe. Den Kurden solle im gewissen Umfang eine ört­liche Selbstverwaltung zugestanden wer- den. Die Kommiffion ist der Ueberzeugung, daß an- gesichts ber unsicheren Lage der Jrakregierung ernste politische Nachteile eintreten würben, wenn bas Mandat bes Völkerbunbes mit Ablauf des zwi­schen England unb bem Irak bestehenden Vertrags in vier Jahren sein Ende erreichen würbe. Für ben Fall, baß ber Dölkerbunbsrat sich für bie Teilung bes Mosiulgebiets entscheiben sollte, empfiehlt sie, bie Teilungslinie entlang bes kleinen ©ab (einem Nebenfluß des Tigris) verlaufen zu lassen.

Für den Fall, daß der 3rak nickt unter der Mandatsherrschaft des Völkerbundes bleibe, sei es besser und auch nach dem Wunsche der Mehrheit der Bevölkerung, mil der Türkei vereinigt zu werden, welche eine unvergleich­lich bessere Ordnung und größeren Schutz ver­bürge als der 3rak. 3n letzterem Falle sollte die Gegend von Diala, welche für die Bewässe­rung des 3rak notwendig ist, immerhin diesem Lande zugeteilt werden.

Die Kommission bestand aus dem schwedischen Gesandten von Wiersen, dem ehemaligen unga­

rischen Ministerpräsidenten Teleki und dem bel­gischen Obersten Paulis.

Eine Sparmahnung Churchills.

London. 7. Aug. (WTB.) 3m Unterhaus betonte Schatzkanzler Churchill die dringende Rotwendigkeit, in der Volkswirtschaft weit- gehende Ersparnisse zu erzielen. So not- wendig und berechtigt das Verlangen nach manchen Oludgaben auch sei, so sei doch die Zeit gelommen, jeder Ausgabenvermehrung endgültig Einhalt zu gebieten. Seine Absicht sei gewesen, mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln zu einer baldigen Verringerung der auf dem Dolle ruhenden Lasten zu gelangen. Es sei ein Ausschuß des Hinterhauses zur Begutachtung der Ausgaben für Verteidigungszwecke ein­gesetzt worden. Man dürfe sich jedoch keinen trügerischen Hoffmmgen auf weitgehende Erspar­nisse hingeben. Churchill wies darauf hin, daß es sich als notwendig Herausstellen tönne, das gesamte Lebenshaltungsniveau zu senken, wenn sich die wirtschaftliche Lage des Landes nicht bessere.

Die englische Arbeiterpartei.

London, 7. Aug. (TU.) Auf ber nächsten Jahreskonferenz ber englischen Arbeiterpar­tei, bie am 29. September in Liverpool statt- hnbet, soll ein Beschluß über eine Namensänbe- rung in ,,© o z i a l i st i s ch e Partei" gefaßt wer- ben. Von mehr als hunbert Zweigstellen ber La- bour Party wirb bie Anglieberung unb Auf­nahme ber Kommunistischen Partei unb mit ber Kommunistischen Partei oerroanbten Bewegungen gefordert.

Die Wettkonferenz für praktisches Christentum.

Stockholm, 8. Aug. (TU.) Die erste Sitzung der Kirchenkonferenz war mit den Be­richten der Ländervertreter über die soziale und kirchliche Lage ausgefüllt. Verschie­dene Redner wiesen auf die schwierigen kirch­lichen Verhältnisse der nationalen Min­derheiten in verschiedenen Staaten hin. Be­sonders beklagenswert wären hier die Zustände im Orient, wo sich die religiösen Minder­heiten nicht entwickeln könnten. Unter großem Beifall der Versammlung wandte sich der Ber­liner Llniversitätsprofessor Dr. D e i h m a n n ge­gen die Methode gut stilisierter Entschließun­gen, die nichts anderes seien als eine Kulisse firr unbehobene Schwierigkeiten. Auch in der Aussprache müsse man ungeschminkte Worte gebrauchen, besonders in den schwie­rigsten und delikatesten Fragen. Dies allein entspreche der christlichen Methode, ilm die Wirk­samkeit des Bundes zu erhöhen, wurden sieben Bezirke neben der Londoner Hauptstelle er­richtet. Deutschland, Holland, Oester­reich und Ungarn werden daher zu - fammenarbeiten. 3m weiteren Verlauf der Sitzung wurde über eine norwegische Denkschrift veryandelt, welche die Ausstattung des Völkerbundes mit militärischen Streitkräften fordert.

Der Präsident des deutschen evangelischen Kirchen-Ausschusses. Dr P a p l e r, begibt sich mit dem Vizepräsidenten Dr. Conrad und Oberkonsistorialrat Scholz nach Stockholm. Außer den genannten Herren nehmen noch Lan- desbischof D. 3hmels aus Dresden, Prälat Dr. Schoell aus Stuttgart. Geheimrat Prof. Dr. Deißmann aus Berlin. Reichsgerichts- Präsident Dr. Simons aus Leipzig und llni- versitatsprosessor Richter aus Berlin an der Konferenz teil.

Des Reichspräsidenten Münchener Reise.

München, 8. Aug. (TU.) Wie bieMünch­ner Neuesten Nachrichten" mitteilen, trifft Reich s. Präsident von Hindenburg am Mittwoch, 12. August, früh 8 Uhr, in München ein unb fährt nach bem Prinz-Karl-Palais, wo er bei Mini - fterpräfibent D r. Held Wohnung nimmt. Im Lause des Vormittags werben ihm bas Mini- fterium des Innern, bie bayerischen Behörden und ber Bayerische Lanbtag vorgestellt werben. Um die Mittagsstunden erfolgt ein Besuch im Rat­haus e. Am Nachmittag wird ber Reichspräsident voraussichtlich bas Deutsche Museum besichti­gen. Nach bem Abenbessen finbet 8.30 Uhr ein Empfang beim Ministerpräsidenten statt. Um 9.30 Uhr wirb ein Zapfenstreich abgehalten. Am Donnerstag früh erfolgt bann eine Fahrt in bas bayerische Hochland.

Aus aller Welt.

DasBischof'JubiläumDr. v.Kepplers.

Rottenburg, 5. Aug. (WTB.) Unter großer Teilnahme aus bem ganzen Lande wurde in der festlich geschmückten Stsdt das Doppel- jubiläum des Bischofs Dr. Paul Wilhelm von Keppler in Gegenwart der Kardinäle von München und Köln, zahlreicher Bischöfe und Aebte, der württembergischen Minister Bolz und B e Y e r l e und vieler Vertreter gefeiert. Vor­mittags um 8 Tlhr fand die feierliche Abholung des 3ubilars zum Dome statt. Dr. Keppler hielt selbst die Festpredigt. Don besonderer Feierlich­keit war das von dem Bischof gehaltene Pynti- fikalamt. Rach der Rückkehr zum Bischofspalast empfing der Bischof die zur Gratulation Erschie­nenen. Rachmittags fand ein Festmahl in Gegen­wart von 500 Personen statt. Der Bischof saß zwischen den beiden Kardinälen. Während des Mahles wies Kardinal Faulhaber auf die Treue und das Autoritätsgefühl der katholischen Kirche hin unb auf die Rotwendigkeit, daß das Autoritätsgefühl in dem bürgerlichen Leben der ganzen Welt gestärkt und erhalten werde. Die Organisation der Kirch: habe deshalb nicht nur religiösen, sondern auch einen großen bürger­lichen Wert. Rach weiteren Beg-rüßungSworten dankte der Bischof.

3m Schneesturm umgekvmmen.

Beim Besteigen des Hohen Kaisers ge­rieten fünf Personen in einen Schneesturm. Da­bei fanden der Sohn des Schomsteinfeaermeisters Gruber aus Reichenhall und der Münchener Friedrich Witt den Tod durch Erfrieren.

Eine Weinprobe für den Reichspräsidenten.

Koblenz, 7. Aug. (LH.) Die im Winzer- verband vereinigten deutschen Wein­bauern und vereinigten deutschen Wein- händler haben eine Probe Wein aus allen deutschen WeinbaugeLieten

zur Verfügung gestellt, bamil iie t>-v. * .

Präsidenten von Hindenburg aLi C - ü / c v; i der Reichsüusstellung / c : ! : d? r 3 Weine übermittelt werde.

Hoover Ehrendoktor der Llniversitol r. cf.

Der deutsche Botschafter F'-ch" v. Ma l h a n Überreichte dem ehemalige i Handelsseire- tärHoover das Chrendoktordiplom der rechts- und staatswissenschaftlichen Fakultät der Uni» versität Kiel, das ihm wegen seiner Verdienste um die Förderung der Humanität im allge­meinen und um die Wiederherstellung normaler Verhältnisse in Deutsch­land im besonderen verliehen wurde.

Ford übernimmt Jlugjeugfabrifation.

Nach Ansicht fachmännischer Kreise wird Henry Ford bereits in einem Jahre im Besitz einer eigenen Luftverkehrslinie fein. Mehr als hundert Flugzeuge werben in bas Fordsche Ver- kehrsunternehrnen eingestellt werben. Ford kaufte in biefen Tagen die gesamten Aktien ber Stoiit Metal Airoplane Company. Man glaubt, baß Forb in mc* nigen Jahren bie Serienfabrikation von Flugzeugen aufnehmen wirb.

Touristenabsiurz in den Oehtaler Alpen.

Im Oetztale stürzte am Kesfelwanbgletfcher ber Münchener Tourist Bieber vor ben Augen feiner Begleiter in eine Gletscherspalte und wurde durch den nachrutschenden Schnee verschüttet. Eine Rettungsexpedition konnte nur noch seine Leiche bergen.

Schwarze Pocken in Charlvttenburg.

Anfang der Woche erkrankte in Charlotten- burg ber fünf 3 ahre alte Sohn eines Schlossers unter pockenartigen Begleiterschei­nungen. Ein herbeigerufener Arzt stellte schwarze Pocken fest und ordnete die ileberfüfcrung in ein Krankenhaus an. Das Kind ist am Donners­tag gestorben. Die Polizei hat umfangreiche Vorkehrungen getroffen, um eine weitere Aus­breitung der Krankheit zu verhindern.

Ertappte Schmuggler.

3n Bingen wurden von der Polizei in Gemeinschaft mit Zollbeamten einige Zentner ge­schmuggelter Tabak. Zigaretten usw. in dem Augenblick beschlagnahmt, als die Ware von dem Schiff fortgeschafft werden sollte. Zwei auswärtigen Käufern konnte die Schmuggelware noch am Bahnhof abgenommen werden.

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 8. August 1925.

gut Weihe des Waldsportplatzes desDereinssürBeweyungsspiele

Am morgigen Sonntag findet die Ein­weihung des Waldsportplahes ftatt. Der 9. August kann mit Recht als ein großer Tag im sportlichen Leben Gießens bezeichnet werden, und zwar in zweierlei Beziehung-

Erstens dürfte eine Mannschaft mit der Spielstärke der Meistermannschaft des Fußball- sportvereins Frankfurt a. M. in Gießen ihr Können noch nicht gezeigt haben. 3hre Siege über den diesjährigen deutschen Meister3- F. C. Nürnberg", die süddeutsche Extraklasse ..Stutt­garter Kickers", den vorjährigen deutschen Meister und mehrjährigen norddeutschen WeisterHam­burger Sportverein", den Berliner MeisterHer­tha Berlin", den vorjährigen Tabellen-weiten WestdeutschlandsArminia Bielefeld" und manche andere Mannschaft von Rang und Rus stellen das wirklich große Können dieser Meister­eis zur Genüge unter Beweis. Annähernd 40 000 Menschen sanden es der Mühe teert, sich den harten Kampf um die höchste Würde des deut­schen Fußballsports in Frankfurt anzusehen. In­zwischen ist die Mannschaft durch neue Kräfte bedeutend verstärkt worden. Alle verfügen übet ein großes Können, werden aber überragt durch ihren Mittelläufer, den Schweizer P a ch e. dec bei der vorjährigen Olympiade in Paris im Endspiel um die Weltmeisterschaft als einer der Vesten auf dem Spielfeld bezeichnet wurde. Die Mannschaft des Plahvereins hat sich speziell für dieses Spiel seit Monaten einem intensiven Training unterzogen und wird versuchen, so ehrenvoll als möglich zu bestehen. Daß sie dabei als Sieger nicht in Frage kommt, ist jedem Kenner klar, das soll sie aber nicht Hins dem, kämpfend bis zum Schluß die unvermeidliche Riederlage ehrenvoll einzustecken.

Des weiteren wird an diesem Tag eine grob» zügig angelegte Platz an läge ihrer Bestim­mung übergeben. Sie kann ohne Hebertreibuni mit Recht als eine der idealsten und schönsten Deutschlands bezeichnet werden. Der Erbauer lieh sich von dem Grundgedanken leiten, all» von Der Ratur gebotenen Vorzüge auf diese« verhältnismäßig kleinen Raum in sorgfältigster Weise auszunutzen, um sie, in vielerlei Gestalt: ausgebaut, den .Mitgliedern des Vereins zu. Rutze zu führen. Beim Ausheben der Laufbahn stieß man auf eine Ader außergewöhnlich weißer und feinen Sandes, der bann aus einer Tiefe von 5 bis 6 Meter geholt und für das nuiu angelegte Luft-, Licht-, Sonnen- und Sandbad verwertet wurde. Wenige Schritte davon ent­fernt, legte man in der Erkenntnis der Ve« deutüng des nassen Elements in der Gesund* heitspflege ein Planschbecken mit Brause unb sachgemäß angebrachtem Zu- und Abfluß an. um sowohl den Mannschaften nach dem Training bezw. Wettspiel als auch denSandbadenden" die unerläßlich nachfolgende Waschung in dec Sonne zu ermöglichen. Für den Winter ift bereits eine Abzweigung der Wasserleitung z» dem projektierten Klubhaus, das auf der nach Rordwesten verlängerten Plahachse zu stehe» kommen soll, gelegt. Rund um das Spielfeld» erstrecken sich die Z u s ch a u e r r ä u m e, 6^ sämtlich mit feiner eingewalzter Schlacke Bebedtt sind, Gewähr für trockene und warme Fuß« sowie saubere Schuhe bieten, im Winter eine angenehme Zugabe für den Zuschauer. Der an der Ostseite gelegene Eingang für zu den Ter­rassen, deren praktische Anordnung unD Taubere Verfassung den verwöhntesten Zuschauet- ansprüchen genügen dürfte. Wert und Zweit" Mäßigkeit solch stufenartiger Anordnung d«i Plätze ließen manches Opfer nicht zu groß er­scheinen. Die an die Terrasse grenzende Oftefie des Platzes wird später noch mit Raturbänk« und -stühlen versehen, um so allen Vereins angehörigen, auch Frauen und Kindern, ew Ruhe-- und Erholungsplätzchen in schattig« Winkel zu schaffen. In der Südecke wurde eht Stück sumpfigen Waldgeländes, dessen Zrodem* legung schier unmöglich schien, in eine nieb* liche Parkanlage verwandelt, in der der ®e<

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