Ausgabe 
8.6.1925
 
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Diese garm coc Verhandlung

Verhandlungen

Die Aliceschule in Gietzsn

macht, die verlesen wird und den Sach

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Elsaß hätten nach Aussage des Holzschläge durchfuhren können

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den Der- s Hcindcnb. i zubereiten, staatlichen sind. Bei

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under Beamten n sollen die Forsten rden, der Ausschuß

er stellbertreiendL :;b Houptinhader '.üiMelsbach, wird

14. Dezember 1923 begann, seien ergebnislos verlaufen.

hierauf brruommen.

Er ist 62 Jahre alt und wohnt in Freiburg. Er hat die Eoup-Verträge abgeschlossen. Zu­nächst gibt er eine V o r c; c s ch i ch t e, der Ver­handlungen, die mit einer Hu! chändlr- Versamm­lung c»S besetzten Gebietes in Koblenz am

W

füi* Nervenkranke u NcrvösiErschöpfte. Spasialknransialt Hob heim i. Tfinnss bei Fra kfurt a. M Üchrngl. eingerichtet, vorzügliche Verpflegung (auch Diät-Kpron). Mäßige Prei.se. Prospekt durch Dr. ML KehnIxe- Kalweys*, Nervenarzt.

noch ein Dürgerkindergarten, dessen Räume wur­den infolge der Wohnungsnot svrtgenommen. ein Ersah konnte nicht geboten werden, obgleich ein weiterer Kindergarten eine dringende Rotwen­digkeit wäre.

Der Kinderhort besteht ungefähr 1 Jahr und wird von 15 Kindern besucht, die zunächst ihre Schulausgaben erledigen und in der übr.gen Zeit entweder basteln, turnen, spielen und im Sommer Gartenarbeit verrichten, sowie gemeinsame Spa- ziergänqe unternehmen.

B.ide Institute hab.n sich um unsere Gießener Bürgergemeinschaft, wie auch um weite Dolks- freife in der Provinz Oberhessen und den an­schließenden preußischen Gebieten bisher große Verdienste ertoorb-. n. Den Anstalten bei ihrem weiteren Ausbau fördernd zur Seite zu stehen, sollte eine vornehme Aufgabe namentlich der öffentlichen Hand fein, denn hier wird beste Arbeit an der Jugend, an der Hoffnung unseres Volkes geleistet. *

Auf Befragen bestätigte der Zeuge, daß von der Besahungsbehörde für den Abschluß der Vertrage ein bestimmterTermin b. stimmt worden war, und daß die Desahungsbehörde, wenn die Verträge nicht abgeschwsse. würden, selbst die Abholzungen vornehme Firmen im

sich um Hölzer gehandelt, die pon der Be­satzungsbehörde gefällt worden seien, bei den coupes habe es sich jedoch um Hölzer gehandelt, die auf Dem Stock verkauft wurden. Minister Henrich habe gemeint. Obrrforstrat Kallenbach habe wohl die Zustimmung zu den vent-es nicht, aber zu den coupas erteilt. Aach der Feststellung des wahren Sachverhalts, was die Begriffe ven- tes und coupes bedeuten, sei Minister Henrich sehr verlegen gewesen. Der -Zeuge kam u. a. auf die Behauptung zu sprechen, daß die Firma die Desatzungsbehörde auf wertvolle Bestände ausmerksam gemacht habe! er wies diese Be­schuldigungen zurück. Die Besatzungsbehörden hätten sehr gründlich die deutschen Wald­bestände a u f g e n o m m e n. Ministerialrat Kutsch habe die falsche Behauptung weiter­verbreitet, obwohl er aufmerksam darauf ge­macht worden sei. daß er nur etwas vom Hören­sagen weiterbebe. Der Zeuge machte darauf auf- merksam, daß hessische Forstbeamte im Jahre 1922 im Auftrage der hessi­schen Forst behörde Wälder nieder­gelegt haben, deren Holz an die Be­satzungsbehörde verkauft wurde. Weiter erwähnte der Zeuge, daß Vorrichtungen zum Fällen der Bäume von den hessischen Oberförstereien gegen eine Mletgebühr entliehen waren, und zwar habe es sich dabei um die coupes gehandelt. (Lebhafte Spannung bei den Anwesenden.) Vergeblich habe er vom Landforstmeister Aus.unft über verschiedene Fra­gen, namentlich über die Verhandlungen in Kob­lenz usw., verlangt: eine Reihe von Schätzungen der gefällten Hölzer, durch die hessischen Forst­behörden im Geblet von Mitteldick sei viel zu hoch In seinen weiteren Ausführungen erwähnte der Zeuge u. a. die Tatsache, daß Landforst­meister Josef erst nach 11 Monaten sich ver­gewissert habe, über bas, was sein Referent, Oberforstrat Kallenbach, dem Vertreter der Firma erklärt hatte.

Samstag, Besichtigung der Wälder bei Kel­sterbach Fortsetzung der Verhandlungen Frei­tag, den 12. Juni.

Anerkennung des Examens der Hauswirtschafts­und Handarbeitslehrerinnen in der Aliceschule für die Anstellung an hessischen und preußischen Schulen, wodurch der Seminarbesuch ein sehr viel regerer wurde. Cs wurde dann das F r ö - bel-Seminar und die Kinderpflege­rinnenschule der Aliceschule eingegliedert. Seit einigen Jahren liegt die Leitung Der Schule in den Händen des Stadtschulrats Prof. Dr. Alles, unter dem die aufsteigende Dahn des Instituts kräftig beibehalten wurde. Heute könn­ten sogar den Anmeldungen entsprechend in den verschiedenen Zweigen Parallelklassen eingerich­tet werden, wenn nicht absoluter Raummangel jede Erweiterung unmöglich machte, älm der Raumnot der Volksschule etwas entgegenzuwir- ken, hat die Stadt das auf dem Schulhof Der Stadtknabenschule an der Aordanlage befindliche Schulgebäude der Aliceschule vor meh­reren Jahren für die Volksschule in Anspruch genommen und bis auf den heutigen Tag be­halten. Dadurch ist die Aliceschule in ihrer Ent­wickelung zweifellos gehemmt worden, denn viele Schülerinnen, die in Dem Institut Ausnahme be­gehrten und auch den Vorbedingungen gerecht wurden, mußten wegen mangelnder älnterbrin- gungsmöglichkeit zurückAewiesen werden. Das ist ein Zustand, der je länger je mehr zur abso­luten Anhaltbarkeit wird. Es müßte, schon un Interesse unserer bildungshungrigen Jugend, baldmöglichst dafür gesorgt werden, daß Der Alicenschule wieder ausreichende Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt wer­den, wobei natürlich auch die Stadt pekuniär mit- zuhelfen hätte, um dadurch einen Ausgleich der Rachteile herbeizuführen, die Dem Altceschulve- trieb durch den städtischen Anspruch auf das Gebäude des Instituts entstanden sind.

DgS Fröbelseminar.

im Rovcinber 1910 bei einer Besucherzahl von 1 Seminaristinnen und bei zunächst 5 Kindern im Kindergarten von Frl. M o e s e r gegründet, Ostern 1921 vom Aliceschulverein übernommen und der Aliceschule angegliedert, zeigt folgende Einteilung:

A. Abteilung für Kindergärtnerinnen (Auf­nahmebedingung 16. Lebensjahr, Absolvierung einer lOllalsjgen höheren Mädchenschule oder 9klassigen Mittelschule.

V>. Abteilung für Kinderpflegerinnsn (Auf­nahme vom 14. Lebensjahr an, Besuch einer Lklassigcn Volksschule.)

C. Abteilung Seminar-Kindergarten. (Kinder vom 3. bis 6. Lebensjahre.)

1). Abteilung Seminar Kinderhort. (Schul­kinder vom 6 bis 14 Lebensjahr)

Im Kindergärtnerinnen - Semi­nar, das z. Zt. 25 Schülerinnen zählt, erhalten die Schülerinnen in einer ll/8 jährigen Aus­bildungszeit einen wissenschaftlich-technisch-prak­tischen Unterricht, Der sie befähigen soll, sntweder als Erzieherin in Der Familie zu wirken, oder an Kindergärten, Horten oder sonstigen Erziehungs­heimen sich zu betätigen. Sie iönnen auch nach Ablegung eines praktischen Jahres an einem einjährigen Kursus für Jugendleiterinnen teil­te hm en, oder im Anschluß an ihre Ausbildung sich an einer sozialen Frguenschule weiterbilden.

Die Kinder pflege rinnen erhalten eine ähnliche Ausbildung, nur wirk) bei ihnen Die praktische Ausbildung noch mehr betont. Die am Ende Der 1- e jährigen Ausbildung abgelegte Prüfung berechtigt sie, als Kinderpflegerin in der Familie tätig zu fein, oder als Gehilfin an einem Kindergarten oder Erziehungsheim zu ar­beiten. Die Kinderpflegerinnenschule wird jetzt von 30 Schülerinnen besucht

Der Kindergarten wird jetzt von 90 Kindern besucht. Heber 60 Kinder sind bereits r-orgcnierit, die vorläufig wegen ileberfüllung keine Aufnahme finden können. Früher bestand

In dem vielseitigen Bildungswesen unserer Stadt nimmt die Aliceschule mit Dem Frö - bel-Seminar eine bcch-'d-ere Stelle ein. D'.e eigenartige Bede -Lung dieser Anstalt kommt ein­mal darin zum An-druck, daß sie auch heute noch überwiegend auf privater Grundlage lAliceschelverein) beruht, allerdings mit staat­lich genehmigten Lehrplänen und staatlich in Hessen sowohl wie in Preußen anerkannten Be- rechtigungsbcfugnissen, und zum andern in der Tatsache, daß sie jahrein, jahraus vielen jungen Madien aus Gießen und aus der Provinz Die Möglichkeit bietet, sich in gründlicher Weise für

Minister S) cur id;-: Dir Regierung habe nichts zu verschweigen, aber wenn sich die Unter­suchung gegen sie richtet so müsse ihr Gelegen- ii. daß sie drn Ausschuß auch

für unser heimisches Volksleben erscheint es an» gebracht, dieser Bildungsstätte hier mal einige Zeilen zu widmen.

Die Aliceschule. umfaßt Kurse, Haushaltungöschule, Seminare und Kinderpsl'gerinnenschule.

Die Kurse erstrecken sich auf Weißnähen und Jnstandhalten von Wäsche, Kleidermachen, Sticken, Waschen und Bügeln. Wer kürzlich Gelegenheit nahm, Die Handarbeits-Ausstellung der Älice-Schule im Konferenzzimmer Der Stadt- knabcnschnle an Der Rordanlage unD Die Aus­stellung im Fröbelseminar zu besuchen, wird bezeugen können, daß man dort ausgezeichnete Arbeiten der Schülerinnen zu sehrn bekam, die Den fleißigen Räherinnsn, wie auch ihren Leh­rerinnen in gleicher Weise Ehre machten. Be­dauerlich ist, daß Der Kochtürsus aus Raum­mangel eingehen muhte.

In der Haushaltungsschule werden die jungen Mädchen in halbjähriger Schuldauer für Die Tätigkeit im Haushalt vorbereitet. Es wird hier vermittelt Kochsertigkeit, Rähfertig- keit und Fertigkeit im Waschen. Bügeln und allen anderen Hausarbeiten. An Kenntnisten können erworben werden Nahrungsmittel- und Kochlehre, Haushaltungslunde, Gssundheitslehr: und Versicherungswesen, sowie bürgerliche Haus­haltungshuchführung.

Das Lehrerinnen-Seminar bereitet in zweijähriger Dauer für den Beruf Der Haus- wirtschafis- und Handarbeitslehrerin vor. Die allgemeinbildenden Fächer werden aufbauenD durch Die zwei Seminarjahre Durchgeführt: Der Fachunterricht vermittelt im ersten Jahre haus­wirtschaftliche Fertigkeiten und Kenntnisse, im zweiten Die auf Dem Gebiet Der Radelarbeit. Rack) Ablauf jedes Schuljahres wird eine Prü­fung abgelegt, Doch erst Die am Schluß Des zweiten Sen.inarjahres erfolgreich abgelegte Prü­fung berechtigt zur Anstellung als Lehrerin Der beiden technischen Fächer an Volks-, Mittel- und Höheren Mädchenschulen in Preußen und Hessen, in Hessen auch zur Anstellung an Mäd- chLnfortbildungsschulen.

Das Kindergärtuerinnen-Semi- n a r bildet in P/jäljriger Dauer Kindergärtne­rinnen aus und gibt ihnen die Grundlage für die Ausbildung als Jugendleiterin.

In Der K im rpflege rinnen schule beläuft sich» Die ürnterrichtsdauer auf V2 bis 1 Ihr. Bei erfolgreichem Abschluß erteilt die Schule das Zeugnis als Kinderpflegerin.

Die Aliceschule ist aus kleinen Anfängen und aus privaten Mitteln entstanden. Sie stand am Kriegsanfang nahe Dein Zusammenbruch. Geheimrat Fromme übernahm Den Vorsitz, ihm trat Prof. Dr. Kramer zur Seite, und es gelang in stets anerkennenswerter Weile, die Schule durch Die Kriegsjahre hindurch) nicht nur lebensfähig zu erhalten, sondern sie zu festigen und weiter auszubauen. Es kam dann auch zu einer Vereinbarung mit Preußen zwecks

. rotze Quantitäten Holz langt. Gr (Himmelst ach) tzaoe dbrau,hin Eingabe an den Reichskanzler

Darlegt. Es wird darin auch auf Die Beschlag­nahme der Holchestän >e u. t der Forsten Bezug genommen. Die Reichsregierung wird gebeten, zu Der Angelegenheit der Höchste serungen Stel­lung zu nehmen. Cs handelt sich zunächst um Die Lieferung des Holzes für rückstän­dige R e p a ' a t i o n s l i e s e r u n g e n. Die Hvlzhändler baten um ü -'; ?.i.)ung von Sach- verständigen zu Den Verhandlungen mit Der Be- sahungsi ci:övue. Die BesatzungsbeHörde habe ver-

Abg. Kaul (Soz.) ist ebenfalls Der Meinung. Daß der Deutschnationale Llntersuchungsantrag sich nicht gegen Die Regierung richtet: wäre diese Auffassung nicht bei Der Mehrheit Des Aus­schusses vorhanden, dann hast > dec M n.ister recht.

Abg. Schreiber (Dem.) vertritt Die Auf­fassung, Daß auch das Verhaltender Be­amten zur stlntersuchuv.g steht: wenn e5 sich nur um Die Feststellung Des' Verhalts der Firma Himmelsbach handle, so haste rot Ausschuß wohl eine andere Stellung eingenommen. Ls könne wohl weiterverhandelt werden: der Minister könne sich ja seine Stellung Vorbehalten.

mung Des Firma ininisters wird heute ausgesetzt. Morg bei Kelsterbach besichtigt w begibt sich dorthin.

Dr. h. c. Himmelsöast, t AufsiHLsratsborsitzende Der Firma ®c5i über

biete nicht Die Gewähr, daß die Regierung ge­nügende Informationen geben könne.

Abg. Haury (D. Vpt.) vertritt ebenfalls Die Aussa sung, daß die .Untersuchung sich auch gegen Die Reg'.eru.?, rickch :.

Rach längerer G s. ä ls.r. nungsvebatte zog Der Ausschuß sich zurüct, u.n über Die Frage Der Meiterbcrcst'ung aber i>:Vertagung zu beraten.

Rach etwa cinstünbigee SonDerbc.atung wurde um 11 Uhr Die Sitzung wieder eröffnet. Der Vorsitzende gab Delan.ii, t zunächst Die Vertreter der Fir in a H i m melsbach v e r n o m m e n werden sollten. Die Verneh­

auch dazu erboten. Cs sei eine durchaus falsche Anschauung gewesen, Die Besetzungsbchörd" hält» Die Holzschli g^ nicht Durchführe!', iönneri; er, Der Zeuge, habe diesen Stcurdpunkt auch in Bcrstn v-ertreten.

Hierauf wurde Joseph Himmelsbach Dcrncnuncn. Er sagte aus, Daß Direktor W o e r n e nach seiner Rücklehr aus Kobie.tz erklärt hätte, die Firma müsse im Auftrage der Besatzung Be­hörde Bäume im hessischen Staatswald fällen, wenn das nicht geschehe, so würde das als Fortsetzung des passiven Widerstandes ausgesaßt.

Direktor Wverne sei nach Darmstadt gefahren und habe mist Oberforfirat Kallenbach ver= bai-dclt. Die)er habe erklärt, es sei nottoe -big, daß die Werte in D e u t f d) e r Hand blieben und die Arbeiter beschäftigt würden. Oluf des Zeugen Verlangen nach einem Proto­koll sei Dststto- W erne nochmals nach Darm­stadt g:fahren; aber Oberforftrat Kalle buch h e dies entschieden abgelehnt. Der Zeuge r-er= las ein Schriststüel, das eine Rieder) chr ist der Besprechung mit Oberforftrat .Kallen­bach enthielt. Dieser hat danach prioa im ge= ü'jf1 ;rt, daß die Verträge abgeschlossen werden könnt n; man kn ne der Firm a leine ir Do r- Wurf daraus machen. Rach wci eren Aus­lichtungen schilderte der Zeuge die Schritte, de er in Darm st ad' i i seiner Angelegenheit unter­nommen hatte. Er hat hier in Begleitung des Zentrumsabgeordneten Knoll DieQltir.i'Jer nach-- einander ausgesucht. Minister Henrich Hache von den Verhandlungen mit Obrrforstrat Kallen­bach nichts gewußt Minister He ri.v h Ve erklärt, er müsse z -gestehen, daß er (Himmel buch) in gutem Glauben gehandeli habe In einer späteren Bes rechung sei indes ei Munster Henrich sehr aggressiv gewesen und habe ihm Lan­desverrat vvrgeworsen. In jener Besprechn g habe Mi' ister Raab das ausgesührt, was er gestern hier gesagt habe Der Zeuge hat dann den Minister Henrich aus Den Irr­tum aufmerksam gemacht, daß ventes und coupes nicht dasselbe seien. Bei den ventes habe es

88hi Ob ihre Garderobe (Herren-, Damen- u. Kinder-

Kleider), Decken, woll. und seid. Vorhänge, Gardinen, Federn, Handschuhe etc. etc. Oie meisten Gegenstände lassen sich durch i < liemisches Reinigen oder Färben sicher wieder

e neu herstellen. Trauersachen in 1-2 Tagen. 20V

Ein denkwürdiger Tag des Radsports.

Das Stiftungsfest des (tzrefkener Radfahrervcrerns $^85.

Der Gießener Radfahrerverein 1 88 5 feierte am Samstag, gestern und heute sein 40jähriges Stiftungsfest. Hiermw verbunden waren ein Straßenrennen um die Meisterschaft des Landesverbands Hessen vom Bund Deutscher Radfah­rer und Wettkämpfe im Saalsport.

Am Samstag abeird fand auf Der Lieoigs- höhe ein B e g r u ß u n g s a b e n d mit Ban­ne r w e i h e statt, an Dem außer sonstigen zahl­reichen Festgästen Vertreter des Bundes Deut­scher Radfahrer, des Landesverbands Hessen, des Lahngaues, sowie auswärtiger und hiesiger Radfahrer- und sonstiger Sportvereine trilnah- men. Auch die Provinz und die Stadt Gießen hatten Vertreter entsandt. S?;t musikalischen Teil des Abends hatte die Kapelle Topp über­nommen, die durch ihre guten Darbietungen wesentlich zur guten Stimmung der Teilnehmer beitrug und sich wiederholt zu Zugaben entschli-M ßen mußte. Die Begrüßung Der Feftversammlung erfolgte durch den Vorsitzenden des Festausschus­ses Adam Kircher, währeird die Weihe des neuen Banners durch Den 2. Vorsitzenden des Landesverbandes Hes'eu K l i n g - W e tz l a r er­folgte. Zahlreich waren Die Glückwünsche und Geschenke, welche dem feftgebenDen Verein vom Bund, dem LanDesverbar.d, dem Lahngau und vielen hiesigen und auswärtigen Sportveremen übermittelt wurden. Als Vertreter Der Stadt sprach Beigeordneter Dr. Frey. Der Gesang­vereinHeiterkeit" trug durch gesangliche Dar­bietungen wesentlich zur Verschönerung des Abends bei.

Begünstigt vom herrlichsten Sommerwetter ging am Sonntag früh bis nmtags der interessanteste und zugleich sportlich sehr gute Teil des Festes vor sich,

das Stzaf?e«rettnett um die Laudes­verbandsmeisterschaft des Landesver­bands Hessen des Bundes Deutscher Radfahrer.

-Die Rennstrecke war 186 Kilometer lang; sie führte von Gießen über Heuchelheim, Atzbach nach Wetzlar, durch das Dilltal nach Herborn, von da nach Gladenbach, weiter nach Mar­burg und Kirchhain, wo eine Zwangspause von einer Viertelstunde Halt gebot; von hier ging es über Kirtorf nach der Kreisstadt Alsfeld, von dort über Grünberg zurück nach G i e ße n.

Am Start beim Feldschlößchen an der Rod- heimer Straße erschienen um 6 Uhr früh 42 Fahrer, von denen der Starter um 6.10 Uhr 6 Altersfahrer auf die Reise schickte. 6.20 Uhr zog der Haupttrupp vom Start los in den prächtigen Morgen hinaus, gefolgt von einer Anzahl Autos, in denen die Ober­leitung, die Presse, Sanität usw. Platz hatten. Zwi­schen Heuchelheim und Wetzlar tarnen schon einige Abbauer rechts raus" aus dem Feld, Wetzlar wurde in flottem Tempo in geschlossener Folge passiert. Aus dem Wege nach Herborn gab es wieder einige Ausfälle durch zwei erfreulicherweise gut ver­laufene Stürze bzw- etlichen Radschaden, Herborn wurde 7.35 Uhr in immer noch geschlossener Front durchfahren. Kurz hinter -Herborn unternahm die Spitze der Fahrer einen träftigen Vorstoß, der den Erfolg hatte, daß ein großer Teil des Feldes ab- gehängt wurde und bald als zweite Gruppe hinter uns blieb. 8.35 passierte die Spitzengruppe, gefolgt von den Begleitautos, Gladenbach, von hier ging es trotz Der verschiedenen Berge in unverändert flotter Fahrt, bei Der es wieder einige Ausscheidende gab hier geriet ein Fahrer in den Staub des dicht hinter Den Spitzenfahrern laufenden Ober­leitungswagens und ka in dadurch auf stark ab­schüssiger Chaussee zum Stur^, der zum Glück gut abging gen Marburg, das von der nur noch aus 0 Mann bestehönden Spitzengruppe um 9.12 Uhr erreicht wurde. Kurz hinter Marburg gab es erneut etwas Malheur, so daß Die Spitze, Die in geschlossener Front um 9.52 Uhr in Kirchhain eintraf, nur nach aus folgenden 7 Fahrern bestand: Deibel- Gießen, Müller-Frankfurt, G u g a u-Frankfurf, H u p p e r t - Frankfurt, B ö 11 g e n = Frankfurt, Kleinöder - Fechenheim (Altersfahrer), Em­merich- Frankfurt. Nach einer kurzen Erholungs­rast, bei Der man noch Die Ankunft einiger Fahrer von Der zweiten Gruppe beobachten konnte, ging es um 10.10 Uhr weiter hinter der Spitzengruppe her. Zwischen Kirchhain und Kirtorf blieb auch der

als Hausfrau, Ha-iswirtstHusts- oder slchrert.!, Ka^crgürtueri--. usw. vor- säuUlickc DUDungsgänge, Die an Den Schulen bis jetzt nicht zu erlangen Der großen Bedeutung Des Instituts

han.dlmtgen zugegen sein müsse. Der NeDuer weist aus Den Damalig.n Zwang Der Verhältnisse hin und legt Dann dar, .caß Die Verträge unter» schrieben werden mußten. Während D:r Ver­handlungen habe er (Himmelsvach) Einsp r u ch gegen die Abholzung der Wälder erhoben, Diese Einsprüche seien aber von der Bcsatzungsbehöröe zurückgewiesen worden. Gcm LV\ a'tlich sei mit Den Deutschen Forstbeamten versucht worden, eine Verständigung zu erzielen, aber Die Be- satzungsbehörde habe gedrängt und so seien not­gedrungen Die Verträge z u st a n D e ge­kommen. Wir haben auch mit Den Reichs- ^tnb Den hessischen VcHörde; ouhandelt, um evtl. ^>olz aus dem unbesetzten Gebiet zu erlangen. Im -weiteren Verlaufe Dec Vernehmung schilderte 'Himmelsbach seine Versuche, bei Der Reichs­regierung eine Klärung der Angelegenheit zu erreichen. Es sei aber unmöglich gewesen, eine entscheidende Erklärung Dec Re^chrung zu er­lang, n. Aus Den weiteren Ausslrhruugen ist zu entnehmen, daß Die Verträge nur abgeschlossen werden sollten, wenn kein Verbot der Holz- lieferungcn erlassen werden sollte. Einen anderen Ausweg, als Die Verträge zu unterschreiben, gab es nicht; dem Zwang konnte inan nicht ent­gehen. Ein Versuch, Die Berliner Re­gierung über die Verträge zu infor­mieren, war vergeblich, da man auf Ab­lehnung stieß. Auch persönliche Versuche H'.m- Melsbachs in Berlin hatten keinen Erfolg. Auf alle Erllärungeit Der Firma wäre niemals eine Gegenerklärung Der Regierungsvertreter erfolgt. Die Verhandlungen feien, stets aus gegangen wie das Hornberger Schießen. Die Versuche, dje Verträge zu finanzieren, wären pergel lich ge­wesen. Die Lieferungen mußten sehr schnell er­folgen: viel Zeit zur Tleberlegung blieb nicht. Es wurden die Bestände geschlagen, Die am n ä ch st e n greifbar waren. Sein Resse, Josef Himmelsbach, habe rhm erklärt, Die Verträge wären ungünstig für Die Firma, V enn der Schnittlohn sei zu niedrig angesetzt gewesen, auch iDÖrc Frankenrechnung vereinbart und keinerlei Garantie geboten. Er (Hermann HimmelsbaH) habe Darauf erklärt, er glaubp nicht, daß die Verträge ausgesührt würden. Hermann Him­melsbach schloß Die Schilderung der Vorgeschichte mit der Erklärung, Daß die Firma nichts zu verheimlichen habe, sie habe ja auch Die Ver­träge nicht verheimlicht.

Aus Befragen deS Abg. Ritzel (Soz.) er­klärt Der Zeuge, Daß Der Vorwurf, die Firma habe besonders wertvolle Hölzer uno namentlich in Hessen geschlagen, ungerecht sei, die Bestände zum Schlagen wären Der Firma zugewiesen worden. Ebenfalls bestritt er die Behauptung. Daß Angestellte der Firma Die Desatzungsbehörde auf Die wertvollen Bestände aufmerksam gamacht haben. Man solle doch Die Beamten benennen, Die jene Behauptung auf­stellten.