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Deutsche Städtetag. l angekündigt, daß bald ein Angriff erfolgen werde.

Keineswegs übertrieben erschienen die Berichte, wonach sich 2000 Drusen in unmittelbarer Um­

gebung der Stadt aufhalten.

Spitzenverbände, der der A:ichZstädtebund und deutsche Landkreis- tag. sowie das Geldinstitut des Deutschen Spar­kassen-- und Giroverbemdes. die Deutsche Giro­zentrale ihnen vorbehalll-s belgetretcn find.

Die Erwerbs'osennot.

Berlin. 5. Dez. (Wolff.) Die Geschäftsstelle des Deutschen Städtetages teilt mit: Im Anschluß an die Beratung des Gesetzentwurfs über die Arbeitslosenversicherung wurde in der Dor­slandssitzung eingehend die bedrohliche Lage er­örtert, wie sie in vielfachen Betriebseinschränkungen, Stillegungen und in der beängstigend a n ° steigenden Erwerbslosenziffer zutage tritt. Die Stadtverwaltungen sehen mit Sicherheit wieder die Zeiten kommen, wo sie nicht aus schwäch­lichem Entgegenkommen, sondern weil sie sich der überaus großen Notlage nicht verschließen können, nor die Aufgabe gestellt sehen werden, wieder N o t- st a n d s a r b e i t e n einzurichten, um den notleiden­den Massen Arbeit zu geben. Bei ihrer finanziellen '.Collage kann aber keine Rede davon sein, auch hier wieder die Gemeinden allein die Lasten tragen U> lassen. Reich und Staat sind in e r st e r Linie verpflichtet, das Nötige zu tun, um derartige folgen dec allgemeinen Wirtschaftslage abzufangen. Der Vorstand beschloß daher, an das Reich und die Länder mit der Forderung heranzutreten, daß die Reichsregierung und dir Länderregierungen nicht nur selbst für die Beschaffung von Notstandsarbeiten sorgen, sondern vor allem auch die nötigen Mittel b e r e i t z u st e l l e n , um den Gemeinden die Veranstaltung von Notstandsarbeilen zu er­möglichen. Es erscheint auch notwendig, daß der W i r t s ch a s t selbst die nötigen B e t r i e b s m i t- t e I zur Verfügung gestellt werden, damit die Wirt­schaft ihrerseits ihre Unternehmungen in Betrieb holten kann.

Der Finanzausschuß des Hessischen Landtags nahm zur Erwerbslosenfür­sorge einen Antrag Delp mit zehn gegen vier Stimmen an, der dahin abgeändert worden war, daß die Gemeinden zu der Unterstützungcaktion für die besonders Bedürftigen einen Vorschuß in Höhe der Hälfte der Aufwendungen erhalten sollen.

Die Gestaltung der Hauszins- steuer in Preußen.

Berlin, 5. Dez. (Wolff.) Amtlich. Entspre­chend der Auffassung des Reichstags und dem Bei­spiel anderer Länder, die bereits die Friedensmiete als Besteuerungsgrundlage eingeführt haben, beab­sichtigt die Regierung, die Befteuerungs- g r u~n b 1 a g e für die Hauszinssteuer vom 1. April 1926 ab zu wechseln. An Stelle der Grundver­mögenssteuer soll die F r i e d e n s m i e t e oder bei nichtvermieteten Grundstücken der Friedens­wert (ortsüblicher Mietzins ab I.Juli 1914) treten. Die Steuer soll in bestimmten Hundertsätzen der Friedensmiete (des Friedensmietwertes) erhoben werden. Neben der Umstellung der Besteuerungs­grundlage soll vom 1. April 1926 ab das Eigen- kapital, das der Grundeigentümer am 31. Dez. 1918 am Grundstück hatte, stärker als bisher steuer­mindernd berücksichtigt werden. Den Eigentümern der steuerpflichtigen Grundstücke wird in der nächsten Zeit eine Aufforderung zur Abgabe einer Erklä­rung über d i e Friedensmiete der ver­mieteten Raume ihres Grundstückes zugehen. Für die Minderung der Steuer sind von Eigentümern besondere Anträge bei der Deranlagungsbehörde zu stellen, für die ein von der Gemeindebehörde zu beziehender Vordruck zu benutzen ist.

Der Internationale Gewerk- fchaftsbund und Moskau.

Amsterdam. 5. Dez. (WB.) Der General- rat des Internationalen Gewerks Haftsbundes be­faßte sich mit der vor wenigen Tagen in Lon­don auf einer Besprechung von Vertretern des Internationalen Gewerkschaflsbundes und des englischen GewerlschaftsbundeS erörterten Frage der Zulassung der russischen Gewerk­schaf t e n zum Internationalen Gewerkschafts-- bund. In cin?r von Stenhuis-Holland einge­bracht :n Entschließung wurde der bereits im Fe­bruar bi'f'3 Jahres im Generalrat gefaßte Be­schluß mit 14 gegen 7 Stimmen bestätigt und die neue Beschlußfassung für überflüssig er­klärt. In der damaligen Entscheidung war zum Ausd uck gebracht worden, daß der Internatio­nal' G we ksch ft band nur dann bereit sei, eine Besprechung mit Vertretern des russischen Ge­werkschaft sbund^s über das Zusammengehen der beiden Gewe.lschastsbewegungen einzuberufen, wenn der ruf ische Gewertschaftsbuno vorher seine Bereitwilligkeit zum Eintritt in den Internationalen Gewerkschaftsbunö aus­drücklich erklärt habe.

Vorbereitungen für die Abrüstungskonferenz.

Genf. 6. Dez. (*2BcIif.) Das Aatskomitee für Abrüstungsfragen hat beschlossen bei dem Volke', bundsrat einen Antrag einzubringen. Deutschland, die Vereinigten Staa­ten und Rußland zu ersuchen, Vertreter in den Vorbereitenden Ausschuß für die Llb.üstungskonferenz zu entsenden. Das Komitee legte ferner in großen Zügen das Programm des Dorbereitenden Ausschusses fest und beschloß beim Völcerbundsrate zu beantragen, in der Frage der privaten Waffenfabrikation den Regierungen einen besonderen, von der Stu- dientemmisfton vo bereiteten revidierten Frage­bogen mit dem Ersuchen zuzuleiten, bis zum 1. Juni 1926 Antwort zu erteilen. In der Zwi­schen-eit sollen die vorbereitenden Studien über den Entwurf einer Konvention über die Kontrolle bet privaten Wafsensabrikation ansangen.

Ein französischer Erfolg in Syrien

Beirut, 6. Dez. (Reuter.) Französische Streitkräfte haben Hasbaya beseht. Damit kann die ganze Erhebung im Libanon als beendet betrachtet werden. Die Drusen hatten um die Ortschaft einen Wall aus Steinen gezogen, wo­durch der erste Angriff der Franzosen, die mit Tanks vorgingen, zumStehen gebracht wurde. Hierauf ging die französische Infanterie vor, um den Pairzerautos den Weg zu bahnen, die dann in Hasbaya eindrangen. Die französi­schen Flugzeuge konnten die Stadt nicht bom­bardieren, da in ihr neben Mohcunedanern eine große Anzahl Christen leben. Aus Anlaß der Ankunft des neuen französischen OberkoMmbsars be 2 ouvenel in Damaskus haben die in bet Rahe der Stadt sich avfhaltenden Freischaren

Parlamentarisches aus Hessen.

Ein Antrag das Bauernbundes ersucht die Regierung, bei der Reichsregierung darauf hin- zuwirken, daß die Beiträge zur Invaliden­versicherung. soweit sich Rückstände aus der Zeit vor dem 15. Oktober be Kontrollen nach diesem Zeitpunkt ergeben, nicht nach den neuen, sondern nach den vor dem 15. Oktober gültigen Sähen erhoben werden.

Der Bauernbund beantragt: Den durch älnwetter schwer geschädigten Ge­meinden i m K r e i s e L a u t e r b a ch: 1. Gre­benhain. 2. Bermuthshain, 3. Crainfeld, 4. Over- Moos. 5. Rieder-Moos, 6. MetzloZ, 7. Metzlos- gchaag. 8. Bannerod. 9. Lanzenhain. 10. Engel- rod, sind dieselben Unterstützungen zu gewäh­ren, wie den Gemeinden des Kreises Schot- t e n. Ebenso ist den weniger schwer geschädigten Gemeinden des Kreises Lauterbach, die nach­stehend angeführt sind, dieselben Erleichterungen staatlicherseits zuzugestehen wie den weniger stark beschädigten Gemeinden des Kreises Schotten, und zwar: 1. Vaitshain, 2. Rösberts, 3. Weid- Moos, 4. Steinfurt, 5. Altenschlirf, 6. Ilbes­hausen, 7. Eichenrod, 8. Eichelhain. 9. Hörgenau, 10. Hopfmannsfeld, 11. Wnnschen-Mo's, 12. Zah­men, 13. Heisters, 14. Herbstein, 15. Salz, 16.Rad­mühl, 17. Fleschenbach, 18. Freiensteinau, 19.Holz­mühl, 20. ®ungenau, 21. Reichlos.

Ein volksparteilicher Antrag zur Reurege­lung bei? Befoldungsverhältnisse der Schutzpolizei, der staatlichen Ortspolizei und der Gendarmerie ersucht die Regierung. 1. alsbald, und zwar spä­testens zum 1. Januar 1926 dem Landtag den Entwurf zu einem besonderen Polizeibeam­tengesetz vorzulegen, durch daä die Besol- Dung der gesamten Polizeibeamten (also der Schutzpolizei, der staatl. Ortspolizei und der Gen- barmerie) einet völligen (Neuregelung im Sinne einer Höher ei nstufung unterworfen wird, und zwar unabhängig von der Desoldungsrege- lung der übrigen Staatsbeamten; 2. bis zu dieser Reuregelung den sämtlichen obengenannten Po­lizeibeamten eine gleiche, lediglich nach Dienst- jahren abgestuftc Dienstaufwandsent- schädigung zu zahlen, und zwar a) für Beamte mit 2 bis 6 Dienstjah-en 20 Mark monatlich, b) für Beamte mit 712 Dienstjahren 30 Mk. monatlich, c) für Beamte über 12 Dienst­jahren 40 Mk.monatlich.

Ein deutschnationaler Antrag wünscht, daß mit Rücksicht darauf, daß in der gegenwärtigen unruhigen Zeit an die gesamten Polizei- und Sicherheitsbeamten (Gendarmerie. Polizei- und Strafanstaltswachtmeister) besondere Anforderun­gen gestellt werden und ein großer Teil von ihnen außergewöhnlichen Gefahren ausgesetzt ist, die genannten Beamten In eine besondere Gruppe der Desoldungsordnung aufgenommen werden.

Der sozialistische Abgeordnete Delp bean­tragt. der Landtag wolle beschließen, die Regie­rung zu ersuchen: 1. unverzüglich eine R e u- organisation des Po.lizeiwesens in der Richtung einer Bereinigung der Schutzpolizei mit der blauen Polizei und der Gendarmerie mit dem Ziele einer erheblichen Verminde­rung des Personalbedarfs in die Wege zu leiten und dem Landtag hierüber Vorlage zu machen: 2. gleichzeitig mit bet Reuorganisation der Polizei, spätestens aber mit einer neuen all­gemeinen Revision bet Gehalte der Staatsbeam­ten einen neuen B e s o l d u n g s p l a n für bic Polizeibeomten einschließlich der Gendarmerie und Strafanstaltsbeamten vorzu- legen. der den Lebensnotwendigkeiten dieser wich­tigen Beamtengruppen und namentlich auch den Besonderheiten ihres gefahrenvollen Dienstes gerecht wird; 3. bei der Reichsregierung auf die unverzügliche Reugestaltung des Desol- dungswesens im Sinne einer weitgehenden Vereinfachung und einer sozialeren Ausgestaltung des Gehaltstarifs, vor allem durch Besserstellung der gering besoldeten Deamtengruppen hinzu- wirken. Falls die Reichsregierung nicht rechtzeitig zu diesem Schritte zu bewegen ist. sind sväte- ftens bis zu dem mit dem 1. April 1926 in Aus­sicht stehenden Außerkrafttreten des Bisoldungs- sperrgesetzes Vereinbarungen mit den übrigen Ländern des Reichs oder doch mit denjenigen Ländern, deren Verhältnisse m t denen unseres Landes am ersten vergleichbar find, dahingehend zu treffen, daß diese Länder von sich aus eine neueDesoldungsorduung jm obigenSinne schaffen; 4. für den bevorstehenden Winter die indivi­duelle Fürsorge für den notleidenden Teil der Beamtenschaft einschließlich der Pensionäre und der Hinterbliebenen von Beamten und der ständigen vollbeschäftigten Staatsarbeiter, nötigenfalls durch äleberschreiten der dafür zur Verfügung gestellten Kredite, unter besonderer Berücksichtigung der durch die Besonderheiten des Dienstes der Polizeibeamten für diese be­stehenden Rotlage, nach Möglichkeit zu erweitern und bei Prüfung der Verhältnisse der in Betracht kommenden Beamten in weitherziger Weise zu verfahren.

Aus aller Welt.

Die Kältewelle.

Eine starke Kältewelle beherrscht seit einigen Tagen ganz Mittel- und Osteuropa. In D a h e r n herrscht strenger Frost. Sv wurde in München- Stadt am Samstag ein Temperaturminimum von 17 Grad, in Rhmphenburg 26 Grad und in Schleitzheim sogar 27 Grad gemessen. Auch ein Opfer hat die Kälte in Hollfeld (bei Würzburg) gefunden. Dort wurde eine alte Frau vor einer Scheune erfroren aufgesunden.

Von allen Wintersportplähen des südlichen Schwarzwaldes werden gute Schnee» schuhbahnen gemeldet. Auf dem Feldberg beträgt die Schneehöhe 92 Zentimeter, in Hinter­zarten 45 Zentimeter, auf dem Schauinsland 120, in Triberg 80 bis 90 Zentimeter. Did Sem- unter Rull. Von höher gelegen Punkten herr­lichste Fernsicht.

In ganz I t a l i e n ist die Temperatur nachts unter Rull gefallen. In Florenz und Vvlterra zeigte das Thermometer vier Grad, in Parma zchn.

In Rom wat am Tage vier Grad Wärme, nachts vier Grad Kälte. In Sulmvna liegt 80 Zentimeter Schnee, Auch aus Syrakus und

Caltanisfetta werden Schneefälle gemeldet. Seit drei Tagen herrscht auf dem Adriati chen Meer ein schwerer Sturm.

Aus Mailand werden minus 5 Grad Celsius gemeldet, aus Turin 9,2 Grad unter Null. Aus Venedig kommt die Nachricht, daß ein Teil der Lagunen zugefroren sei. Auf dem Hochplateau von A s i a g o (südöstl. Trient) herrscht eine Kälte von minus 18 Grad Celsius. Seit vor­gestern herrscht auch in ganz Frankreich starke Kälte. In der Provinz und in Paris sind ihr mehr als zwölf Personen zum Opfer gefallen. Die Loire ist zugefroren.

Ein schweres Lawinenunglück er­eignete sich in Lahn in Tirol. Etwa 30 Mann wurden im Derental von einer Law'.ne über­rascht. Fünf Mann wurden vom Wirbel in b i e Tiefe gerissen. Während zwei Marrn der Kolonne sich selbst wieder heraus­arbeiten konnten, wurden zwei andere als Leichen aus i>em Schnee gegraben.

SchMzusammensteß auf der Schelde.

Auf der Schelde bei Antwerpen stieß der amerikanische DampferFederal' mit dem englischen DampferAshton" zusammen. Die Ashton" sank in wenigen Minuten, hin­ter den Opfern des ülnfalles befinden sich der Kapitän, der Lotse und drei Mann bet Be­satzung.

Canjagden.

Simmern, 5. Dez. (WSR.) Einer Jagd­gesellschaft ist es gelungen, im Hochwald (Hunsrück) an einem Tage 18 Wild­schweine zu erlegen. In dem angrenzenden Teil der Eifel konnten an zwei Tagen sogar 75 Borstentiere zur Strecke gebracht werden.

Eröffnung der Zugsp'ttzenbahn im Februar.

Wie dieMünchener Reuesten Rachrichten" melden, hat die Bauleitung der Seilbahn auf die Zugspitze versichert, daß mit der Aufnahme des Betriebes im Februar 1926» zuverlässig ge­rechnet werden kann.

Schweres Grubenunglück in Bayern.

Ein schweres Grubenunglück ereignete sich in der staatlichen Kohlengrube Peisenberg in Oberbayern. Bei der Bohrarbeit im Gestein kamen mehrere Bergarbeiter auf einen nicht ^gegan­genen Schuß, der noch im Gestein steckte und dadurch zur Explosion gebracht wurde. Drei Berg­leute wurden furchtbar verstümmelt tot aufgefunben.

Go'dfunde in der Tschechoslowakei.

Wie diePrager Presse" meldet, hat die staatliche Berg- und Hüttenverwaltung seit einem Jahr Schürfungen auf Kupfer im Komitat A l t s o h l vorgenommen. Diese Schürfungen führten jedoch verhältnismäßig wenig kupfer­reiches Material zu Tage. Dagegen stieß man auf eine Quarzäder, die Gold in bedeuten­den Mengen besitzt. Es ist anzunehmen, daß auch im weiteren Umkreise des Fundorts Goldfunde gemacht werden, wodurch die Möglich­keit gegeben wäre, ein großes, rationell arbei­tendes Unternehmen ins Leben zu rufen.

Der entflohene Selbstmörder.

Als in Berlin einige Chauffeure von Racht- fährten in die Garage Aurückkehrten, fanden sie einen Chauffeur an einem Balken erhängt auf. Sie schnitten ihn schleunigst ab. packten ihn in ein Auto und wollten ihn in ein Krankenhaus bringen. Unterwegs tarn der Bewußtlose aber wieder zu sich, warf seine Begleiter mit Box- Hieben zur Seite, sprang aus dem Wagen und lief nach Hause. Die Deranlassung zu feinem Selbstmordversuch ist Liebeskummer.

Wolkig, stellenweise neblig, Temperaturen lang­sam ansteigend, Winde aus südlicher Richtung, meist trocken.

Die Luftdruckoerteilung über Europa ändert langsam ihr Bild. Das kontinentale Hochdruckgebiet wird von Westen her abgenblicklich stark angegriffen, doch ist sein Kerngebiet über Süddeutschland und den Alpen, durch starke Ausstrahlungskälte unterstützt, nur schwer zu überwinden. Immerhin dürfte sich die südliche Lufströmung.die auch in unserem Gebiete schon eingesetzt hat, langsam verstärken.

Gestrige Tagestemperaturen: Maximum: minus 9,7 Grad Celsius, Minimum: minus 19,6 Grad Cel­sius. Heutige Morgentemperatur: minus 18,9 Grad Celsius.

Aus der provinzialhauptstadt.

Gießen, den 7. Dezember 1925.

Gießener VZschenmarktpreise.

Es kosteten auf dem Samstag-Wochenmarkt das Pfund: Butter 2.10 bis 2.30 Mk., Matte 40 Pf.. Käse 65 bis 75 Pf.. Wirsing 15 Pf., Weißkraut 10 Pf., Rotkraut 15 Pf., gelbe Rüben 15 Pf., rote Ruben 12 Pf.. Spinat 40 Pf.. Unter- Kohlrabi 10 Pf.. Grünkohl 30 Pf., Rosenkohl 50 Pf., Feldsalat 1.20 Mk.. Tomaten 1.20 Mk., Zwiebeln 12 Ps.. Meerrettich 30 bis 80 Pf.. Schwarzwurzeln 50 Pf., Kartoffeln 4 Pf.. Aepsel 15 bis 18 Pf.. Birnen 30 Pf., junge Hahnen 1.20 Mk.. Suppenhühner 1.20 Mk.. Gänse 80 bis 110 Pf., Rüsse 60 bis 90 Pf.; das Stück: Blumen­kohl 60 bis 120 Pf.. Endivien 10 bis 20 Pf., Ober-Kohlrabi 10 Pf., Lauch 5 bis 10 Pf., Rettich 10 bis 20 Pf., Sellerie 20 bis 40 Pf.. Eier 19 bis 20 Pf.

Bornotizen.

Lageskalen der für Montag. Gesellschaft Liebig-Museum: 6x/< Ähr im Hörsaal von Prof. Dr. Schaum (Eingang Goethestrahe) öffentliche Vorträge. Gesellschaft der Kunst­freunde: 81/» Uhr, Hörsaal des Phyfikal. Insti­tuts, Lichtbilüer-Vorlrag. Gießener Freiwillige Feuerwehr: 8 UhrStadt Kassel" Monatsver­sammlung. Elsaß-Lothringer: 8l/< UhrHotel Köhler" Monatsversammlung. Lichtspielhaus, Dahnhofstraße:O alte Burschenherrllchkeit". Astoria-Lichtspiele:Die Sllaven-Königin".

A u s dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Ein theatralisches Ereignis allerersten Ranges wird Freitag, 11. Dez., bringen. An diesem Tage gelangt nämlich durch ein Frank­furter Operngastspiel Puccinis weltberühmte, hier noch nie gegebene OperTose a" zur Aufführung. Allererste Kräfte der Frankfurter Oper, wie Frau Gentner-Fischer, John Gläser, Adolf P e r m a n n , verbürgen durch ihre Mitwirkung eine Aufführung, wie sie selten geboten werden kann. Diese Opernaufführung zählt als Operetten­aufführung im Freitagabonnement. Bis Dienstag, 8. Dezember, haben die Freitagabonnenten das Vor­

recht auf ihre Plage gegen eine bestimmte Aufzah» hing; von da ab beginnt freier Verkauf an dee Tageskasse.

Der Gewerbeoerein hält am morgigen Dienstag, 8.39 Uhr, eine Mitgliederversammlung ab, in der Steuerobersekretär Frees über die Vermögenssteuererklärung sprechen wird. Außer­dem wird man sich u. a. über eine evtl. Ausstellung unterhalten, (^ieh Anzeige am Samstag.)

..Der Aetna" (Vulkanismus und Vegeta­tion) ist das Thema eines Lichtbilderoortrages, den Professor Dr. Funk am nächsten Donnerstagabend in der Neuen Aula der Universität halten wird. Näheres in der Anzeige am Samstag.

V

** Die Kälte, die wir nun schrn seit etwa einer Weche genießen, ist nachz-erabr sehr un­angenehm geworden. In der Rächt zum Sw tag sank die Temperatur auf 20,8 Grad, gestern: morgen zeigte das Thermometer sogar 21 Grab an. Die letzte Rächt brachte ein Minus von 19,6. heute früh waren es 18,9 Grad. Auch tagsüber war die Kälte gestern so schneidend, daß man es vielfach vorzog, i n toerrmer Zimmer zu bleiben, statt auf den Weih nach tsmaritbummel zu gehen. Infolgedessen zeichnete sich der kupferne Sonntag durch eine außerordentliche Oede des Verkehrs aus.. Auf dem Seltersweg, in der Mäusburg, in der Bahnhofstraße hatte man Platz, von dem sonst üblichen.Gedränge keine Spur, ja verschiedentlich war der Verkehr noch schwächer als der Werktagsverkehr in den glei­chen Stunden. Untere Geschäftswelt ist unten diesen älmständen gestern nicht auf ihre Rechnung gekommen, denn auch das Landvolk fehlte in auf­fälligem Maße, so daß in den meisten Läden das Personal ruhige Stunden hatte. Hoffen wir, daß die beiden nächsten Verkaufsfoorntage den gestrigen: Ausfall der Geschäfte wettmachen! Der Winter» sport kam dagegen gestern völlig zu feinem Recht. Im hohen Vogelsberg herrschte bei mäßiger Tem­peratur, prächtigem Sonnenschein und arrsgezeich- neten Schnceverhältnissen regstes Wintersports leben, das den Teilnehmern genußreiche Stun­den bereitete. Auch die Gießener Eisbahn und die Rodelstrecke aus dem Hinteren Trieb hatten Groß­betrieb. 2m Eisenbahnverkehr macht sich der Frost natürlich störend bemerkbar, die Züge haben mehr oder minuer Verspätung, im Bahnhofszugdienst, z. B. beim Rangieren ufw., empfindet man die Kalle ebenfalls sehr übel.

** Die Behandlung der Zugtiere im Winter. An^ alle Besitzer von Zugtieren und Leiter von Fuhrwerken richtet das Kreisamt in einer Bekanntmachung die dringende Mah­nung. bei Kälte und Straßenglätte ernstlich darauf Bedacht zu nehmen, daß die Zugtiere vor den nachteiligen Einflüssen der Witterung nach Möglichkeit geschützt werden, daß namentlich: 1. die Zugtiere niemals länger als unbedingt er­forderlich und niemals unbedeckt im Freien stehen gelassen werden; 2. das Zaumzeug im Stall auf­bewahrt oder andernfalls vor dem Anlegen das Gebiß erwärmt wird, und 3. die Hufeisen der Pferde zum Schutze gegen das Ausgleiten ge­hörig geschärft oder mit Stollen versehen sind.

geaeott Oer nsngetaaen Baae»

" Die städtischen Rotstandsarbei« ten. zu deren Vornahme die Stadtverordneten in ihrer jüngsten Sitzung einen Kredit bewillig­ten. werden sich vorerst auf folgende Tätigkeit erstrecken: Pl.inierungsarbeiten auf dem Trieb und auf dem Müllabladegelände im Schifsenber- ger Tal und im Reustädter Feld, Ausgleichungs­arbeiten an den Rändern unserer Steinbrüche.

** Protest gegen Stadtparla- mentsbeschlüsfe. Die Mittelst andsvereini- gung und der Hausbesiherverein laden im Samstag-Anzeigenteil zu einer Protest-Versamm­lung gegen Beschlüße der letzten Stadtverord­netenversammlung auf morgen, Dienstag, abend in das Kath. Vereinshaus ein. Räßeres in der Anzeige in unserer Samstag-Ausgabe.

** Auszeichnung eines Gießener Handwerksmeisters. Dem Schneidermeister Theo B o r n ö, Gießen, Walltorstr. 25, wurde in An betracht seiner hervorragenden Leistung auf der Fachausstellung für das Schneider-, Schneiderin­nengewerbe und verwandte Berufe zu Köln von der Ausstellungsleitung eine Ehrenurkunde nebst Plakette zuerkannt.

* Personalien. In den Ruhestand ver­seht wurde der Ministerialrat im Ministerium für Arbeit und Wirtschaft Hermann Freiherr Schenck zu Schweinsberg auf sein Rach­suchen mit Wirkung vom 1. Januar 1926 an. Ernannt wurde der Justizpraktikant Max Walz in Alzey zum Oefonomen bei dem Landeszucht- haus Marienschloß; der Strafanstalts-Oberwacht- meister bei der Zellenstrafanstalt Butzbach, Georz Jost, zum Strafanstalts-Oberwachtmeister bet dem Landesgerichtsgefängnis in Gießen mit Wir­kung vom 1. Januar 1926: der Justizpraktikant Hermann Christ zum Oberjustizsekretär bei dem Amtsger'cht Älrichstein.

** Fahrplan änderung auf der Strecke Nidda Schotten. Ab 12. Dez. ver­kehrt Pz.4185 (W) Nidda ab 4.25 Uhr, Schot- ten an 5.05 Uhr nachm. nur noch werktags außer Samstags. An Samstagen verkehrt der Pz. 4185 (Sob) 91ibba ab 3.10 Uhr, Kohden durch 3.15 Uhr, Unterfchmitten 3.20'3.21, Oberschmitten 3.25 3.26, Eichelsdorf 3.31 3.32, Rainrod 3.38/3.39, Schotten an 3.50 Uhr nachm.

WSR. Gegen das Betteln in den Zügen. In der letzten Zeit hat daZ Beitel-- und Hausie:erunwefen in den Eisenlahnzügen bedeutend zugenommen. Ilm diese Te ästigungen der 21eisende.n zu unterbinden, haben die Reichs- bahndi:ek.ionen dal Zug- und Heberwachungs- personal angewiesen, gegen das Bettel- unk» Hausiererunwe'en in den Zügen mit aller Strenge vorzugehen. Diese Maßnahme kann aber nur dann zu dem erhofften Erfolg führen, wenn die Reisenden das Zugpersonal auf vorkommende Fälle ausmeft a.n machen.

,f Marrusgemeinde. In dem gut besuchten Familienabend der Markusgrmeind.', welcher am Mittwochabend im Marlussaal ftatt- fand, berichtete Repetent Lic. Saun über d:o Weltkonserenz für praktisches Christentum in Stockholm. Da der Vortragende diese Tagung, die von Christen aus aller Welt besucht war, selbst als Teilnehmer miterlebt hatte, konnte er aus persönlicher Erfahrung viel Interessantes berichten, und seine lobrnd'.ge Darstellung machte einen tiefen Eindruck auf die Hörer. Das Wort ward unterstützt durch viele Lichtbilder, zun großen Teil Aufnahmen von der Konferenz, fr daß man sich manchmal selbst als Teilnehmer an der Tagung fühlte und das Herz erwärmt wurde für diese große Tatsache, daß die mannigfachen

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