Ausgabe 
7.10.1925
 
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29. Fortsetzung.

(Nachdruck verboten.)

stehen

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einen

Aber das ist ja ein Anfang, H> Wenn ich den Plan gemacht hc

lannd!

iahe, ist jede

Die Diplomat

Baldrianwein

ifpannung erwr gegen die Dinge Driand scheint d

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Hnb es tat ihr kaum weh, daß sein Werk gedacht hatte, und dann Liebe!

Die Gläser berührten sich und und fein. Vom Ring her klang vorüberziehende Militärmusik.

von ihrer Zukunft.

Aus der Neuen Kräme blieb Hanns und deutete zu einem Dachstock hinauf.

Da wohne ich, Liebste."

3m Gedränge konnte Ruth nur einen tigen Blick in die Höhe werfen.

Aach einer Weile sagte sie:

Die Sonne schien warm, es war eher ein Märztag, als hirg vor Weihnachten.

Hanns kaufte Ruth einen Deilchenstrauß.

Das rührte sie.

Seite an Seite gingen sie in die Stadt hinein. 3m flutenden Leben auf der Zeil fühlten sie sich allein und sprachen in verlorenen Sätzen

die Augen- er zuerst an erst an ihre zirpten zart weitentfernt

Expertise überflüssig. Lind die halbe Million! Wer so wahr ich's erlebe, dah das Werk ge­baut wird, ich gehe betteln, bis die halbe Mil­lion beieinander ist. Fünftausend Mark habe ich schon, das ist nämlich alles, was ich noch habe. Lind dein Marktverdienst, Ruth, den rechne ich natürlich auch! Sind's hundert Mark, Engel­mild!"

Er drückte sie an sich. Trotzig hatte er be­gonnen, verbittert fortgefahren und zuletzt in einem jähen Hmschwung froh und zärtlich ge­schlossen. Engelmild, so hatte er sie nicht mehr genannt seit sieben langen 3ahren.

Engelmild, Engelschön. Engelrein die kin­dischen Kosenamen schwebten plötzlich wie Amo­retten um sie her.

Hanns, hab' nur Geduld, du baust!"

Tief in die Pfeilernifche gedrückt, küßten sie sich mit kalten, zuckenden Lippen, und saßen dann lange in ernstem Schweigen.

Endlich standen sie in gemeinsamem Ent­schluß aus und verließen den Bahnhof.

Es gilt, Hanns, auf dein Werk!"

Sie hatte sich wieder in der Gewalt, sie lächelte ihn an, ihre Augen liebkosten sein hart­gespanntes, hageres Gesicht.

Run gingen sie die stillere Ringstraße ent­lang, und Ruth erzählte von der Heimat.

Da unterbrach er sie.

3ch vertreibe euch, Ruth, weißt du das auch? St. 3oseph liegt zu nahe am Rhein und an der Stelle, wo das Turbinenhaus er­richtet werden mutz, um nicht in Mitleidenschaft gezogen zu werden. Die Erdbewegungen, die Anschlußgleise und die Materiallager werden euch erdrücken."

Dann ist Papas Existenz vernichtet. Er ist nicht stark genug, sich eine neue zu gründen."

Keine Angst, Ruth. Wir kaufen ihm St. 3oseph natürlich ab. Zum 3ndustriepreis, nicht zum Ackerpreis. Er wird keine Existenz­sorgen haben."

Sie überlegte eine Weile und antwortete darauf traurig:

Auch das wird uns nichts helfen, Hanns. Papas Leben hängt an St. 3oseph, sein in­neres Leben, er hat dort seine Aufgabe ge- funden. Keine grotze, aber eine, die ihn auf»

sein Weinglas hob, in dem ein goldener Brand glühte.

Auf das Werk zu Rheinau unterm Lauffen und auf unsere Liebe! Stotz an, Ruth Engel­schön."

Langsam hob auch Ruth ihr Glas.

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:: Der Sänger vom Rhein ::

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deine Gedanken los wirst. Latz die Broschüre wirken, schreib' Briefe, mach' Gänge, tu alles, aber gib dich nicht ganz diesem Gedankenbann hin. Du verzehrst dich daran.'"

Sie tvaren wieder auf der Zeil. Einsam, wie man nur in der Großstadt sein kann, gingen sie im wirbelnden Menschenstrom, der sie ruhe­los umbrandete.

Wenn du immer bei mir wärstmur­melte 3ngold und blickte wieder starr in die Ferne.

Leise schob sie ihre Hand unter seinen Arm.

Die Knie zitterten ihr vor Müdigkeit, doch sie tat es nicht deshalb, sondern um ihn zu be­ruhigen und um ihre Gegenwart fühlbar zu machen. 3n vier Stunden reiste sie ab.

Am Taunusring aßen sie zu Mittag.

Hanns 3ngold war auf einmal in einem jähen Stimmungsumschlag wieder heiter. Er warf eine Tablette in ein Glas Wasser und trank es aus.

So, nun wollen wir von der Heimat reden."

Was nimmst du denn da. Aspirin?"

3a, Doktormädel, das schlägt wohl in dein Fach! Weiht du, was Kopfschmerzen sind? So niederträchtige, die dir die Stirnwand ein- drücken, wenn du stehst, und dir den Kopf zer­sägen, wenn du liegst! Seit ein paar Wochen kenn' ich diese schöne Erfindung. Ein Gestein­bohrer ist dagegen eine Puderquaste!"

Die gelbe Wintersonne stand in seinen Augen, als er wild und lustig so sprach und

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Eine unendliche Zärtlichkeit stieg in ihr auf, von einem jähen Schrecken aus ihrem Herzen ausgescheucht. Er war krank, sie sah es, erkannte es mit dem hellseherischen Blick der Liebe, und Plötzlich wußte sie, daß sie das schon aus seinem letzten Brief herausgelesen hatte. Krank, kränker, als er ahnte! Schreckhaft stand die Sonne in seinen Augen, zitternde Runzeln liefen in Wellen über seine Stirn, Schqtten füllten höhlen, unsicher zuckte der Mund.

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recht hält und trägt, lind die gibt ihm niemand wieder, wenn er von dort vertrieben wird."

Ruth! 3ch kann das Werk nicht liegen lassen, weil ein bißchen von eurer Existenz daran hängt. Rur ein bißchen, denn was bringt euch St. 3oseph? Kaum genug zum Leben! Hnb bas an&cre, was du eben angedeutet hast, das ist ja kein Einsatz im Spiel. Dein Vater fristet auch in diesem übertragenen Sinn kaum fein Leben. Zieht euch ein Stück den Berg hinauf, oder geht nad) Elfenau, baut ein modernes Haus, und dein Vater wird auch als Arzt eine gröhere Aufgabe vor sich haben als jetzt!"

Das war wieder der harte, entschiedene 3ngold, der sich durch empfindsame Rücksichten nicht hemmen lieh.

. ->^uch diese Aussicht wird Papa nicht mehr aus die Füße bringen. Siehst du, er ist wie em Baum, der schon zweimal verpflanzt wor- den ist, als er auf der Höhe der Kraft stand. Da sind ihm starke Wurzeln abgeschnitten wor­den und er hat sich nur kümmerlich wieder festgegraben. Wenn man ihn noch einmal aus dem Boden reiht, stirbt er ab. Das beste, schönste Crdenreich würde da nichts mehr nützen."

. 3n 3ngolds Gesicht flackerte jähe Röte.

Bist du gekommen, um mir das zu sagen und mir in den Arm zu fallen?"-stüH er heftig hervor.Denk an meinen Vater, Ruth! Dem nehme ich mehr! Dem nehme ich alles! St. 3oseph gedeiht als Kuranstalt hier oder dort, aber die Existenz meines Vaters hängt am Lauffen. 3a, gerade so, wie du es eben gemeint hast, die innere Existenz! 3ch nehme ihm das Leben, wenn ich ihm an den Lauffen rühre! Er hat gerackert und gespart, er kann zur Rot die Hande in den Schoh legen, aber er wird eS nie verwinden, dah der Salm nicht mehr frei den Strom hinaufsteigt, der Rhein nicht mehr unter seinem Haus kocht und keine Aetzwaae mehr über dem Ufer schwingt."

Hnb trotzdem willst du

3ch muh, Ruth. Herrgott im Himmel, spurst du denn nicht, daß ich muh!"

Er hatte so laut geschrien, daß drüben auf der Häuserseite die Leute die Kopfe wandten. __________________ffir.rtf-'hyn/. folgt.) '

Der gefesselte Strom

Roman von Hermann Stegemann.

Die Arbeit ist fertig, Ruth. Gestern abend habe ich sie fertig gemacht. Die ersten Bogen sind schon im Sah. Hnb jetzt bin ich wie eine ausgebrannte Schlacke. 3ch wollte, sie wäre noch nicht fertig, daß ich bieses Gefühl ber Leere nicht hätte!"

Sie streifte seine Schläfe mit dem Mund.

Run müssen sie dir glauben, und wenn erst einer den Anfang gemacht hat, so kommt die Gesellschaft ganz sicher zustande."

Er richtete sich mit einem Ruck in die Höhe.

3ch war vorgestern bei der Elektro-Kom- merzbank und trug dem Kommerzienrat Ellen- rieder die Sache vor. Er hatte mich dazu auf­gefordert. 3ch schrieb dir davon. Weißt du, was er gesagt hat? Wenn 3hre Regierung dem Projekt sympathisch gegenübersteht und Sie mir eine halbe Million aufweisen können, lasse ich den Plan expertisieren."

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