Ausgabe 
7.10.1925
 
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Heimbrennerei durch Bauern.

Wettervoraussage.

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Gestrige Tagesteniperaturen: Maximum 16,1. Minimum 5,4 Grad Celsius, Biederschläge 0,1 Millimeter. Heutige Morgentemperatur 6,9 Grad Celsius.

Riesenfeuer bei Königsberg.

In der Rächt zum Dienstag wurde der Stadtteil Tannenberg der Stadt Labau von einem riesigen Feuer zum grösttenTeil zerstört. Erst heute morgen gegen 9 lljjr konnte das Feuer ge* löscht werden Sechzig Familien sind obdachlos.

Schweriner Staatsanwaltschaft hat mehrere Per­sonen verhaften lassen, die ebenfalls im Verdacht stehen, um die von dem Oberleutnant Schulz ge­leitete Feme gewußt zu haben. Die Namen ' Festgenommenen werden geheim gehalten.

Präsident Adelung eröffnet die Sitzung 10Vi ^Ihr und weist darauf hin, daß die gegenwärtige Tagung notwendig geworden sei, um eine fristgemäße Vornahme der Wahlen für die Gemeindeparlamente zu er­möglichen. Voraussichtlich würden Mittwoch oder Donnerstag die Arbeiten beendet sein. Dann soll der Landtag Ende Rovember oder Anfang De­zember wieder zusammentreten, um einige noch spruchreife Gegenstände zu beraten, damit der Ausichuß den Staatshaushalt durch- beraten kann. Der Präsident teilt hierauf mit daß Minister Henrich und Ministerialdirektor ^Irstadt ihre Mandate niedergelegt hätten dafür seien Frau Karoline Balser und Dr. Büchner, die früher schon dem Landtag ange­hörten, wieder in das Parlament eingetreten.

Abg. Kindt (Dntl.) gibt vor Beginn der Plenarsitzung folgende Erklärung ab: Die un- aufhörlichen Versuche der Firma

Bei wechselnder Bewölkung wenig peratur-Aenderung, Winde aus westlicher tung, strichweise Biederschläge.

(Sine starke Bandbildung des skandinavischen Zyklonen-Systems hat im Ostseegebiet unruhiges, zum Teil stürmisches Wetter mit Begenfällen veranlaßt. Ihre Ausläufer haben auch nach Mitteldeutschland übergegriffen, ohne daß es zu Begenfällen von Bedeutung kam, während der kontinentale Hochdruck sich unter Abschwächung ins Alpengebiet verlagert hat. Zwischen Island und Irland rückt hoher Druck ostwärts. Vor der Hand bleibt bei westlichen bis nördlichen Winden der Witterungscharakter unbeständig mit Biederschlagsneigung.

Kassel, 6. OFt. (WB.) Im Prozeß wegen Vorkommnisse bei der Waggonverleih- > £ * n V f $ a f * in Kassel wurde heute das Urteil gefällt. Der Hauptangeklagte Direktor Voerner wurde, indem das Gericht über den Antrag des Staatsanwalts hinausging, wegen Betruges und Bestechung zu zwei Iah- ren Gefängnis und außerdem, weil er aus Gewinnsucht gehandelt hat, zu 20000 Mark Geldstrafe verurteilt. Ebenfalls wegen Be­trugs und Bestechung wurde der Werk­meister Hellwig zu einem Iahr drei Monaten Gefängnis und der technische Direktor Krieck zu einem Iahr 6 Mona­ten Gefängnis verurteilt. Sechs Angeklagte erhielten Gefängnisstrafen von 3, 4 und 6 Mo­naten, bzw. einem Iahr unter Gewährung eines Strafaufschubs von drei Iahren. Zehn weitere Angeklagte wurden freigesprochen.

daß Die Pause in den französisch-russischen Vor- vespre Zungen über die Schuld en frage nicht allzu lange dauern und durch das Zustande­kommen eines französisch-amerikani- « nr un$ cind französisch-englischen Schuldenabkommens verkürzt wird. Die Bemühungen Bußlands um eine wirkliche Ver­ständigung seien aus ^Widerstände gestoßen, deren -Ursache auf den üblichen Schwankungen der fran- zosischen Politik zu suchen sei. Bußland zeige volle Bereitschaft alle Zugeständnisse zu machen. Oie sich mit den Interessen des Volkes verein­baren.

Der polnische Sejm.

Die Klage der deutschen Minderheit.

Warschau, 7. Oft. (TU.) Gestern begann der Sejm feine Beratungen nach den Sommer­ferien. Gleich nach der Eröffnung tadelte der Sejmpräsident in sehr scharfen Worten die Haltung der deutschen Seimfrak- t i o n, indem er darauf hinwies, daß er erfahren habe, daß die deutsche Fraktion beim Völker­bund eine Klage gegen das neue polnische Agrargesetz eingereicht habe. Er sehe in diesem Schritt der deutschen Abgeordneten einen Ver­such, die parlamentarische Freiheit Polens zu unterdrücken und gab der Hoffnung Ausdruck, daß sich so etwas nicht wiederholen werde. Diese Erklärung wurde mit großem Beifall bei den Bechtsparteien aufgenommen.

Darauf ging man zur Tagesordnung über, auf der die Beratung des Haushaltsplanes und die drei Sanierungspläne Grabskis stehen. Der Ministerpräsident wurde so­fort mit großem Lärm im ganzen Hause emp­fangen. Auf der Rechten und im Zentrum er­tönten Pfuirufe. Endlich konnte Grabski mittet- len. daß der Außenminister gestern abend nach Locarno a b g e r e i ft sei und daß Polen hoffe, sein Vertreter werde als gleichberechtig­tes Mitglied dort an den Verhandlungen teilnehmen. Er begründete darauf eingehend seine Sanierungsplän? und schilderte die äußerst schwie­rige Wirtschaftslage des Staates. Zur Besserung der Lage verlangt er eine starke Einschrän­kung der Kosten der öffentlichen Ver­waltung, ferner freie Hand in der Zost­und Finanzpolitik. Bach der Bede kam es nochmals zu Lärmszenen im Hause

Eine neue pornischeProvokQtion

Danzig, 6. Olt. (TU.) Das Schulkura­torium in Thorn hat an der deutschen Privat­schule in B e u st a d t zwei Lehrkräften d i e Änterrrichtserlaubnis entzogen. Durch diese Maßnahme ist das Fortbestehen der Privatschule in Beustadt auf das schwerste ge­fährdet. Das Vorgehen des Schulkuratoriums in Thorn muß umso mehr als eine zielbewußtc Provokation des Deutschtums aufge'aht werden, als im bekannten Dromberger Schul- s k a a d a l der Kultusminister Grabski. auf Vorstellung der deutschen Abgeordneten in War­schau, ausdrücklich erklärt hat. daß das damalige Vorgehen des Posener Kuratoriums ohne sei­nen Willen erfolgt sei. Herr Grabski hat eine Untersuchung des Dromberger Falles zugesagt, Umso auffälliger ist es, daß man in Thorn öic gleichen Schikanen gegen eine deutsch* Schule in Pomerellen ausübt und zwar in einem Moment, in dem die polnischen Unter­händler zu wirtschaftlichen Verhandlungen nach Berlin reifen wollen.

ten Munch über die Einsetzung eines llnter- ausschusses zur Prüfung der Methoden einer Rüstungseinschränkung angenommen. In der Entschließung heißt es, zur Herbeiführung der Abrüstung sei es unbedingt notwendig, den Na­tionen ein Gefühl dec Sicherheit zu geben, was dazu beitragen würde, sie zur Annahme eines tatsächlichen Abrüstungsabkommen zu ver­anlassen.

Im weiteren Verlaufe führte Mayeda (Iapan) u. a. aus, daß Iapan sich mit anderen Mächten verbünden sollte, um den Weltfrieden zu fördern und an der weiteren Abrüstung Mit­arbeiten zu können. Hudson (England) betonte, England habe ebenfalls den Wunsch, mit den Großmächten zusammenzuarbeiten, um die Ab­rüstung weiter durchzuführen. Den Anstoß zu einer Abrüstung der Seestreitkräfte, sofern dieses Problem gesondert behandelt werden solle, würde am besten die Macht geben, die die Washing­toner Abrüstungskonferenz veranlaßt habe. Dieser Hinweis auf das britische Verlangen nach einer führenden Rolle Amerikas in der Abrüstungs­frage wurde mit großem Beifall ausgenommen.

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Freier Spirituosenverkauf in Rußland.

Moskau, 7. Oft. (WTB. Funkspruch.) Seit dem 5. Oktober werden Spirituosen in Frie­densstärke verkauft, darunter 40prozen- tiger Kognak und Liköre. Diese Maßnahme wurde getroffen zur Bekämpfung des Spiri­tus-Schmuggels und die verbotene G e -

Ein seltenes Jubiläum.

Am 6. Oktober 1900 ist der kleine Kreu­zerAmazone" in Kiel vom St< ' crufen.Amazone" befindet sich

am aktiven Die nst der Reichsmarine und gehört zu den Seestreitkräften der Bordsee. Da­mit tritt de rfeitene und im Zeitalter des Wa- hingtoner Vertrages, der das Lebensalter eines Kriegsschiffes auf 15 Iahre festsetzt, außer ge­wöhnliche Fall ein, daß ein Kriegsschiff sein 25- lähriges Dienstjubiläum feiert.

Hessischer Landtag.

Darmstadt, 6. Oktbr.

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Starke Regenfülle in Marokko.

Paris, 7. Oft. (WTB. Funkspruch.) Bach einer Havasmeldung aus Tanger soll Abd el Krim seinen Außenminister Si Mohammed Se- s i a n e, den er beschuldigt, die Sache der Rif­leute verraten zu haben, vor eine Kanone habe binden und erschießen lassen. Ebenso sollen auch mehrere hervorragende Persönlichketten der Bacojas und der Beni Ilriaghel hingerichtet worden fein. Man erklärt, daß 3000 Rifleute nach Wessan marschiert seien. Abd el Krim befinde sich zur Zeit in Targist.

Im östlichen Frontabschnitt sind in der ver­gangenen Bacht starke Regengüsse nie­dergegangen, so daß einige Flüsse über die Ufer getreten sind. Die Operationen in dieser Gegend wurden verzögert. In der Gegend von Issual und Terual soll sich bei den Dort wohnenden Stämmen eine große Kampfmüdigkeit bemerkbar machen. Im mittleren Frontabschnitt sollen die Botabeln der Beni Mka als Geiseln ge­nommen worden sein. In der Gegend von (Bob Tasa soll der Gegner starke Verluste erlitten haben. Bei Brane haben umfangreiche neue llntettoerfungen stattgefunden. In dem Front- abschnitt nördlich von Kiffane geht der Vor­marsch 'der französischen Truppen trotz der Regengüsse weiter. Beim Posten Hassi Medlam mußte die beabsichtigte Operation unter­bleiben. In der spanischen Zone sollen sich die Stämme der Kukkoja zum größten Teil von Abd el Krim getrennt haben.

Tagung des Zenttumsvorstandes

c Berlin, 6. Okt. Der Vorstand Der Deutschen Zentrumspartei, der sich gestern unter Vorsitz des Reichskanzlers a. D. Dr. Marx in Paderborn versammelt hatte, hat beschlossen, den Reichsparteitag des Zentrums zum 16. und 17. Bovember nach Kassel einzuberufen. Als Tagesordnung wurde folgende vorläufige Tagesordnung festgesetzt: 1. Das Wesen und die Aufgabe Der Zentrumspartei in der deutschen Politik. Referent: Reichskanzler a. D. Dr. Marx, 2. Bericht der Reichstagsfraktion. Referent: Reichskanzler a. D. Dr. Fehrenbach. Der Vorstand der Zentrumspartei nahm dann noch eine Entschließung an, in Der die Erwartung ausgesprochen wird, daß die Konferenz in Locarno zu einer Vereinbarung führen wird, die in jeder Beziehung die Ehre Deutschlands wahrt und einen weiteren Schritt auf dem Wege der endgültigen Befriedung Europas bedeutet. Als selbstverständliche Folge eines Sicherheits­abkommens wird insbesondere Die unverzügliche Räumung De rÄölner Zone, Die Fest­setzung eines einheitlichen wesentlich verkürzten Termins für Die Räumung der übrigen besetzten Gebiete sowie eine dem Geiste des Abkommens entsprechende gerechte und billige Handhabung des Desahungsregimes be­trachtet.

Vorstandssitzung des Deutschen Landgemeindetages.

München, 6. Oft. (WTB.) Der Vor- stand des Deutschen Landgemeindetages hat sich in seiner heutigen Sitzung auch u. a. mit der Preissenkungsaktion der Beichsregie- rung beschäftigt und sich dahin ausgesprochen, die Landgemeinden würden sich an der Preis­senkungsaktion besonders dadurch beteiligen, daß hie schon seither geübte Sparsamkeit auch weiter herrschen solle, um die steuerliche Beanspruchung Der Wirtschafts­kreise auf einem Mindestmaß zu halten. Die Landgemeinden feien auch bereit, vorübergehenD verfügbare Gelder zu einem mäßigen Zinsfuß auszuleihen, wenn sich Die Privatbanken in bollem Umfange in gleicher Weise an Der Aktion beteiligen unD Die öffentlichen Gelder von Der öffentlichen Hand mehr als bisher unmittelbar ausgeliehen werden zur Vermeidung weiterer Kreditverteuerung. In Bezug auf Die Beu­ge st a 1 t un g des Reichswirtschafts- rotes wünscht Der Landgemeindetag eine stär­kere Berücksichtigung Der wirtschaftlich und re- gional verschiedenen Struktur seiner Gemeinden.

Lohnforderungen der Bergarbeiterverbände.

Essen, 6. Oft. (WTB.) Wie dieRhein.- B>estf. Ztg." berichtet, haben die am Bergbau- l^rif beteiligten Arbeiterverbände in einer heute in Bochum abgehaltenen Sitzung beschlossen, beim Zechenverband die Wiederinkraft­setzung der bis 3 0. August dieses Iahres geltenden Lohnvrdnung zu beantragen, mit t Maßgabe, daß Die Darin festgelegten Löhne

15. Oktober um 15 Prozent erhöht werden.

Der Fememord in Döberitz.

JkCIeL*n' 6' Okt. (WTB.) 3m Zusammenhang x oer'-ememordangelegenheit wurden gestern von der Polizei weitere Verhaftungen vorgenommen. So wurde zunächst ein gewisser Gutknecht verhaftet, der sich in Mecklenburg aufhielt und früher zum Regiment des Oberleutnants o. Senden gehörte. Weiter wurde der Oberleutnant Ebersbach fest- genommen, der auch unter dem Namen (B r a f f u n = Der eine Nolle gespielt hat. Ebersbach wird beschul- d.g'. im Oktober 1923 em Attentat auf Den OJcneral von Seeckl geplant zu haben. Die

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Gebr. Himmelsbach QI..®. Freiburg, den Spruch des parlamentarischen Llntecfuchungs- ausschusses des Landtages in ihrer Angelegenheit öffentlich auszunutzen und ein Schreiben der Firma vom 16. September d. I. an den damaligen Ausschuß, worin der Versuch gemacht wird die Mitglieder des Ausschusses zugunsten der Firma gegen die Regierung auszuspielen, zwingen mich zur nachstehenden Erklärung: Ich habe dem Spruch des Ausschusses meine Zustimmung nur gegeben, weil darin nicht davon die Rede war, daß 1. die Behauptung der Firma, sie habe die Zustimmung der hessischen Regierung zum Qlb- schluß der beanstandeten Verträge gealbt, irgend­wie als erwiesen anzusehen sei, 2. die Behauptung Der Firma, sie habe die Vertrage unter Zwang abgelchtossen. irgendwie erwiesen sei, sondern nur gesagt wurde, sie habe des Glaubens sein können, daß ein Zwang vorliege, 3. die Be­hauptung der Firma, sie habe den hessischen Staat nicht geschädigt, erwiesen sei, 4. der hessische Staat nach Ansicht des Ausschusses keine Schadenerfatzansprrkche gegen die Firma geltend machen könne.

Dann wird in die Tagesordnung eingetreten, auf der als erster Punkt die Beratung der Regie­rungsvorlage

Gesetzentwurf über die Wahlen für Ge- meinten und Gemeinteverbände (Kreise und

Provinzen)"

steht. Es findet zuerst eine allgemeine Aussprache über die Vorlage statt.

Abg. Dr. Biepoth (D. Dp.) erklärt, seine Partei begrüße die Vorlage als solche, weil sie viele Mängel beseitige. Verschiedene Wahl» zettel abzugeben sei z. D. für manche Wähler zu viel. Wenn auch die Vorlage selbst anzuer- kennen sei, so wäre aber die Deutsche Dolls- Parter nicht von dem Ergebnis der AuSschuh- sihungen zufriedengestellt. Die indirekte Wa h l des Provinzialtages, wie sie die Vor­lage Der Regierung forderte, fei unbedingt ein Fortschritt auf Dem Gebiete Der Entpoliti­sierung der Wahlen gewesen. Die Deutsche Dollspartei würde sogar die indirekten Wahlen für die Kreistage fordern. Die Sozial­demokratie habe für Die Provinzialtagswahlen Die Direkte Wahl verlangt: fie beharre hier auf einer grundsätzlichen Qlufsassung. Beim Zentrum aber, bei Dem Die Entscheidung in dieser Frage lag, ist die Aenderung seiner Meinung nicht zu verstehen: es sei denn, daß man wahltaktische Gründe annimmt und Furcht, einen Sih zu verlieren. Bemerkenswert ist, daß gegen Die Einführung Der indirekten Provinzialtagswahlen nur Die Politiker im Ausschuß waren. Wir sehen in Dem von uns gewünschten Verfahren nicht allein eine Verbesserung und Entpoliti« ierung Der Wahl, sondern auch eine bessere Vertretung Der Kreise. Der Provinzial- tag hat keine politischen Entscheidungen zu fäl­len: ihm ist das Straßenwesen unterstellt und er hat Aufgaben Der Derwaltungsstreitverfahren SU lösen. Mehrere Kreise Oberhessens sind nicht im Provinzialtag vertreten.

Man nennt uns reaktionär, weil wir inbirette Wahlen wollen, aber in Sachen, wo eine Links­mehrheit herrschte, hat man indirekte Wahlen eingesührt. Wir haben gewünscht, daß toenig- iens Die ersten Barnen der Kandidaten auf den Stimmzettel gefetzt werden: unserem Wunsche ist zu unserer Freude im Ausschuß stattgegeben worden. Unser Antrag, daß in Gemeinden unter 10 000 Einwohrwrn Streichungen auf Den Stimm­zetteln vorgenommen werden dürfen, ist abgelehnt worben. Wir sind für eine Wahlperiode von 6 Iahren statt 3 Iahren emgetreten, damit sich Die Gemeindevertreter recht einarbeiten können. Wir würden eine HerabsehungderWahl- ahigkeit von 21 auf 25 Iahre begrüßen: dem steht aber Die hessische Verfassung entgegen. Wir wollten aber durch Die Zustimmung zu einem deutschnationalen Antrag unserer Auffassung Ausdruck geben. Die Reichsverfassung läßt eine Wohnsihdauer von einem Iahr bei Der Wahlberechtigung zu: wir haben uns aber, weil eine Differenzierung Der Dauer bei den Wahlen unmöglich ist, für eine Aufenthaltsdauer von 6 Monaten entschieden. Der Ausschuß hatte die Zahl Der Stadtverordneten festgesetzt; Die Sozialdemokratie hat indessen einen Antrag eingebracht, wonach wieder durch Ortssat- 8 un g die Zahl bestimmt werden kann. Die Deutsche Vollspartei ist auch ür eine längere Amlsdauer Der Ehrenbürgermeister eingetreten, ihre Forderung ist jedoch vom Ausschuß abgelehiit worden. Erfreulich ist es, daß Durch die Fassung des Gesetzes der Beeinflussung bei den Bürgermeister- und Beigeordnetenwahlen (gemeint ind Bierfpenden) ein Riegel vorgeschoben werde. Wenn Die Vorlage auch in den Ausschußberatungen manche Verbesserung erfahren habe, so seien diese Doch nicht derart, Daß die Deutsche Volkspartei für Die Vorlage stimmen könne; fie werde deshalb Die Vorlage ablehnen.

Abg. Schreiber (Dem.) spricht Den Wunsch aus, daß Gesetze, wie diese, so rechtzeitig Dem Hause zugehen, daß eine ordentliche Durchberatung mög­lich ist. Die indirekte Wahl für den Provinzialtag sei ein Schönheitsfehler in der Vorlage. Die Demo­kraten seien grundsätzlich nur für direkte Wahlen. (Zurus: Wahlen her Berufsbürgermeister!) Die Demokraten seien aus Mißtrauen gegen Die Anträge, weil sie von Der Rechten des Hauses tarnen. (Lebhafte Heiterkeit rechts.)

Die interparlamentarische Konferenz.

Washington, 6. Oft. (Wolff.) In der heutigen Abendsihrrng der Interparlamentarischen -Union sprach Der ehemalige Gouverneur Dr. Schnee über Die politische Weltlage und hob hervor, daß Deutschland zur Erfüllung des Da­wes-Planes fein Bestes tue. Hohe Zölle und mancherorts Die Sonderbehandlung der deutschen Waren erschweren die Durchfüh­rung und verhindern den wahren Weltfrieden. Die Einfuhr von Lebensmitteln und Rohstoffen ist erforderlich Die Wiederherstellung des Roh­stoffe produzierenDen deutschen Kolonial- gebietes würde die Crfüttungsmöglichkeiten verbessern. Das Angebot des Sicherheitspattes beweise den guten Willen Deutschlands zu einer friedfertigen Verständigung. Falls es dem Völ­kerbund beitrete, erwarte Deutschland als ent­waffnete unter bewaffneten Rationen Die Be­freiung vom Truppendurchmarsch, ferner Die Erlangung von Koloniak- Mandaten. Die Mandate über Die Deutsch­land weggenommenen Kolonien seien Den fort­geschrittenen Mächten übertragen worden. Die könnte Deutschland als gleichberechtigtes Mit­glied in Den Bund eintreten, wenn es vom Kreise der fortgeschrittenen Rativ- nen ausgeschlossen wäre, Die Mandats - inhaber feien? Eine Verständigung der Rationen sei durch Die Rachwirkung Der Kriegspropaganda verhindert. Die Kriegsschuldfrage erscheine heute nach Oeffnung der Archive in einem anderen Lichte. Der Redner dankte Den hervorragenden amerikanischen Einzelvertretern sowie Der Wissen­schaft für Die Beiträge zur Klärung der LI r fache Des Kriegsausbruchs.

De Vries (Estland) wies auf Die Gefahr Der Propaganda der Kommunisten au­ßerhalb Rußlands hin. Durch Die Aufteilung Rußlands in nationale Republiken versucht Der Kommunismus sich Die nationale Bewegung dienstbar zu machen. Falls Europa Den kämp­fenden vierzig Millionen OK in Derbe iten die Anerkennung ihrer nationalen Rechte versagt, werde Der europäische Fristen schwerstens ge­währtet.

Gräber, der Vertreter Der deut­schen Minderheiten in Polen, ver­langt die Herstellung des Friedens durch Ver­söhnung ter Völler, wozu eine gesunde Ver­ständigung der Volks st ämme inner­halb des gleichen Staates Vorausset­zung sei. Diese Verständigung sei besonders drin­gend in Polen, das zum Bollwerk gegen den Bolschewismus berufen sei. Fort mit ter Unter­drückung. Der Eigentumsliquidation, der Rechts­unsicherheit und ter Ungleichheit vor Dem Ge­setz! Erkennt das Recht auf eigene Kul­tur und Sprache und erkennt Die Unter» letzlichkeit Des Privateigentums an.

Die Konferenz sprach sich Dann gegen Die Errichtung entmilitarisierter Zonen zwischen Staaten aus und befürwortete Den Ab­schluß von Verträgen zwischen einzelnen Staaten über Die Schaffung militärfreier Zonen. Ferner wurde eine Entschließung des dänischen Delegier-

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2Ibg. Dr. v. Helm 0 lt (Bbd.) gibt die SrNSrung ab, daß trotz einiger Verbesserungen die DorloA von seiner Partei ab gelehnt werde. Die Wahl« dauer sei viel zu kurz, das Wahlalter mit 20 Jahrerr viel zu früh angesetzt, ebenso die Wohnsitzdauer mit 6 Monaten. Nachdrücklich fordert der Redner die fm direkte Wahl für die Provinzialtage.

Abg. Rechtien (Soz.) wendet sich mit feine» Uns uhrungen vornehmlich gegen die Forderungen der Redner der Rechtsparteien.

Abg. (9 a Im (Komm.) setzt sich mit den Sozial oemokraten auseinander und will alle Termine für Wahlberechtigung, Wohnsitzdauer usw. noch weiter herabsetzen.

(Dn.) meint, man dürfe nur von großen Gesichtspunkten heraus an die Wahloorlage herantreten. Es gelte, technische Verbesserungen ein- zufuhren und die Entpolitisierung der Ge­rn ein d e oe r t re t u n g e n zu bewirken. Die Her- oulseKng des Wahlalters auf 25 Jahre fei eine grundsätzliche Forderung seiner Partei; es sei aller- dingseme Aenderung der hessischen Verfassung mit Zweldrittelmehrheit notwendig. Das Wahlalter solle auch nicht für die gegenmärtige, sondern für die künftigen Wahlen heraufgesetzt werden. Der Redner ordert die freie Listenwahl und lehnt die gebundenen £ften ab; er tritt für die Gesetzesvorlage in der Ausschußfassung ein, soweit fie dadurch ^bessert ist lehnt sie aber im übrigen ab.

Abg. Schül (Ztr.) weift die Vorwürfe zurück, daß das Zentrum m der Frage der direkten oder indirekten Wahlen umgesallen fei; Das Zentrum ver­trete schon feit Jahren die Programmsorderung nach direkten Wahlen und könne auch hier nicht davon abgehen.

Nach weiteren Erklärungen sozialdemokratischer und kommunistischer Abgeordneten werden die Ver­handlungen auf Mittwoch vertagt.

Kleine politische Nachrichten.1

Der Reichspräsident empfing Diens­tag Den Volkskommissar für Auswärtiges Tschil- '1 scherin. Der von Dem Botschafter Der Sowjet­union begleitet war.

Der große Senat Der Universität Iena hat Pro­fessor Dr. phil. h. c. FrieDrich LienharD in Wei- mar anläßlich seines 60. Geburtstages zum Ehren­bürger Der Thüringischen LanDesuniverfität er­nannt.

Der frühere Schriftleiter Der kommunisttfchen .SuDteutschen Arbeiterzeitung", Oskar Qu eck. wurde vom Schwurgericht wegen Gottesläste­rung. Verbreitung unzüchtiger Schriften und Beleidigung zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt. Die Straftaten geschahen durch Ver­öffentlichung zweier Gedichte in der betreffenden Zeitung. Das erfte-ftellt eine Umdichtung des -Vater Linser" dar, das zweite ist als Macht­gebet" des Direttor Bosch von den Badischen Anilinwerken bezeichnet.

Die Zahl Der Arbeitslosen in EnglanD betrug am 28. 9. 1 336 100, Das sind 24 142 Arbeits­lose mehr als in Der Woche vorher unb 136 384 mehr als in Dem entsprechenden Zeitraum des Vorjahres.

Der französische Innenminister Schrämet ist Dienstag nachmittag, als er das Ministerium des Innern verließ, von einer Autodrofchke übersah- ren worden. Er wurde schwer verletzt und ist un­verzüglich in seine Wohnung gebracht worden.

Aus aller Welt.

Schwere Gefängnisstrafen für ^abrikdirektoren.