Ausgabe 
7.5.1925
 
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Technik und des Luxus gefüllten Gäben sichtbare Zeugen wachsenden Wohlstandes wurden. Aber ob wir auch innerlich reicher wurden? Geist und Gemüt des Dolles Dcranntzn; die Seelen der Menschen in den Mietskasernen wurden immer leerer und elender. Die Mecha­nisierung dec Arbeit entfernte l.ie Men­schen immer weiter vom Werke und von der Liebe zum Werke. Die technische Durchdringung und intellektuelle Erfassung der Arbeit ist ge­lungen und wird weiter gelingen, ^euc Er­findungen werden die Arbeit noch fruchtbarer gestalten, so daß noch mehr Menschen in unserem Lande werden leben können. Erreichbar aber ist dies nur, wenn uns auch die Beseelung der Arbeit gelingt, wenn die Seele des arbeitenden Menschen wieder voll zu ihrem Rechte kommt. Aur wenn alle die Millionen deutscher Arbeiter das große Werl der deutschen Arbeit, an der sie schaffen, als ihr eigenes Werk empfinden lernen, werden sie es lieben und werden sie die sitlliche Derantwortung da­für tragen, die sie mit Stolz und Selbstbewußt- sein bekennen (äfit; Es ist unser aller Wert!

Dieses Gefühl zu teerten und zu Pflegen ist unser höchstes soziales Ziel. Es ist uns selbst­verständlich, daß der arbeitende Mensch ein voll- b rechtigtes Glied d r Wi.tschaftsvorgänge aller Volkswirtschaft ist. B.i solcher Einstellung wird auu- ieder Arbeiter Je nationale Verbundenheit und den hehren Geist echter Volksgemeinschaft in sich erkennen und erleben. Mit dem Ver­antwortungsgefühl in der Wirtschaft wird sich auch das Verantwortungsgefühl dem otaaic gegenüber neu festigen. Hierin sehe ich dre dringendste staatspolitischc Forderung, die uns erwächst.

Vicht falle Pflichterfüllung gegenüber dem fördernden Staat, sondern höchste heiße Liebe und freudiges Bekenntnis zur Mitarbeit am öffentlichen Gedeihen sind das wichtigste Gebot der Stunde. Hier verbindet sich der soziale Ge­danke mit den staatspolitischen Forderungen zu neuer großer Aufgabe. An ihr mitzuarbeiten rufe ich Sie alle auf. Von diesem Gedanken ge­tragen werden wir alle ein einiges Volk von Arbeitern sein, nichts als Arbeiter, die alle gleichmäßig mit Freuden ihr Tagewerk an dem gemeinsamen großen Werke tun. Dieses gemeinsame große Werk heißte Der Dienst am deutschen Volke!

3in Anschluß an die Ausschußsihung des Dcrtzlcken Museums hatten der stellvertre­tende Reichspräsident und die Reichsregierung zu einem Frühstück im alten Rathaus s aale eingeladen, zu dem die Ehrengäste des Deutschen Museums in großer Zahl erschienen waren.

Reichskanzler Dr. Luther begrüßte die Gaste namens des Reichspräsidenten und der Reichsregierung. Dem Schöpfer des Deutschen Museums, Dr. Oskar v. Miller, widmete der Kanzler wärmste Anerkennultg, wies auf die Iugendfrische Millers hin und betonte, daß hier noch eine Lebenskraft vorhanden sei, die noch auf lange Zeit hinaus wirken müsse. Wenn er für die Reichsregierur^ vor dieser Festver- sammlung stehe, dann habe er das Bedürfnis, von Technik und Reich zu reden. Er habe in dem Flugzeug, dem modernen Verkehrs­mittel, in dem er nach München gekommen sei. -das Bild des Reiches erblickt. 3n den beiden Flügeln, die das Flugzeug habe, fdje er auf der einen Seite das Reich in seiner Gesamt­heit, die andere Tragfläche seien die Länder. ^Wenii man sorgfältig die Struktur der Flügel ^betrachte, öaim blicke man hinter den Ländern yauf die Städte und Gemeinden. Ebenso teic die Technik des Flugzeugbaues habe auch s bic politische Konstruktion des Rei­ches Fortschritte gemacht.

Tas Flugzeug aus vergangenen Tagen habe auf mehreren Tragflächen eine Anzahl von Der- spannungen gehabt. Heute sei man zum verspan- nungslosen System gekommen. Es gebe nur noch eine innere konstruktive Kraft, die die Trag­flächen nach beiden Seiten halte. Das komme ihm wie ein Stück Geschichte des deutschen Volkes und des deutschen Staates vor, da in langen Zeiten der innere Zusammenhang des deutschen Volles künstlich durch Drahtverspannungen ge­halten werden mußte, das jetzt aber zum ver­span n u n g s l o s e n System übergegangen sei. zu dem inneren konstruktiven Zusammen­hang. Auf diesem inneren Zusammenhang be­ruhe die Kraft des deutschen Volkes, sich als große Einheit sühlen. Einheit im Glück und doppelt in der Rot. als große Einheit für alle Zeiten! lLebhafter Beifall. 1

Mahleinspruch gegen die ReichspräfidentenWahl.

Berlin, 6. Mai. (Priv.-Telcgr.) DieBoss, otg." will missen, daß die Sozialdemokratische Par­tei Einspruch gegen die Gültigkeit der Rcichspräsi- dcntenmahl erhoben habe, mit der Begründung, daß in zahlreichen Fällen Wahlunregelmäßigkeiten nor- ge kommen seien. Nach den Angaben des genannten Blattes soll sich der Wahlprotest auf Verstöße von A mtspersonc n und auf Verletzung des S 75 der Reichsstimmordnung stützen, wonach d i e Wahlumschläge undurchsichtig sein müh sen. Der Wahlprotest erkläre, daß die Nachprüfung der Unregelmäßigkeiten auch dann mit aller Sorg­falt vorgenomemn werden müßte, wenn das Ge samlergebnis dadurch nicht entscheidend beeinflußt würde.

Reichsbanner und Reichspräsident.

Berlin, 7. Mai. (TU.) ImBerliner Tage­blatt" nimmt der Bnndesoorsitzende des Reia')sban ners Schwarz-Not-Gold, S) örsing . in einem Leit artikel das Work, um die Stellung des Reichsban­ners jum Reichspräsidenten Linden bürg zu er­örtern. Er kommt z» dem Ergebnis, daß das Reichsbanner jroc Teilnahme bei dem Emnsong des Reichspräsidenten a b l e h n c n müsse.

Die Lage in Preuhen.

Berlin, 7. Mai. (WTB.) Wie derLokal- Anzeigor" melde«, sind die Verhandlungen über die Bildung eines überparteilichen Kabinetts oder einer Regierung mit Vertrauensleuten aus allen Par teten von den Deuischnationalen bis zu den Sozial­demokraten im Preußischen Landtag fortgesetzt mor­den. Man strebe dahin, bis zum Freitag ein'* Klä­rung zu erreichen ober, wenn dies nicht gelingen sollte, die auf Freitag angesetzte Abstimmung über das Vertrauensvotum zu verschieben Im Gegensatz hierzu erklärt dieVoss. daß die Abstimmung unter allen Umständen am Freitag vorgenommen werde und daß die preußische 'Re­

gierung alle Vorbereitungen getroffen habe, um für den Fall einer Ablehnung des Vertrauensvotums die Auflösung des ßanbtacjs fristgerecht durch­führen zu können. Die Frage einer Umbesetzung der Ministerien werde erst nach erfolgter Abstimmung zu erörtern sein.

Der Wohnungsbau für kinder­reiche Familien.

Berlin, 6. Mai. (WTB.) Der Hauptaus­schuß des Preußischen Landtags hat einen Zentrumsantrag angenommen, der die Bereitstel­lung von 20 Millionen Mark zur Gewährung be­sonderer Beihilfen zum Wohnungsbau für fintier- reiche Familien fordert, und zwar neben den Haus- zinssteuerhppotheken. Die Beihilfen sollen, wie die Hauszinssteuerhypotheken verzinst und getilgt wer­den. Ferner nahm der Ausschuß einen Entschüe- ßungsantrag an, der das Slaatsministeriiim er­sucht, die Richtlinien für die Wohnungsbauten für minderbemittelte kinderreiche Familien und für min­derbemittelte Familien Schwerkriegsverletzter, insbe­sondere erblindeter Krieger, die zu gewährende Hauszinssteuer bis zu- 90 Proz. der Gesomtkosten bzw. bis zu 100 Proz. der reinen Baukosten be­tragen kann. Eine Verordnung über die Verlänge­rung der Grundvermögenssteuer bis zum 30. Juni 1925 gelangte zur Annahme.

Das Eisenbahnunglück im pomiscken Korridor.

Berlin, 7. Mai. Nach einer Meldung aus Danzig ist der deutsche Gutsbesitzer Würtz aus Kokoschken bei Preußisch-Stargard verhaftet morden, weil die Winde, die in der Nähe der Unglücks stelle gefunden worden ist, von seinem Gute ft a m men soll.

Angesichts dieser Verhaftung mutz das größte Befremden darüber ausgesprochen werden, daß seitens der zuständigen polnischen Behörden immer noch Feine auf Tatsachen gestützte Erklärung vorliegt, obwohl seit der Katastrophe fast eine Woche verflossen ist. Bisher sind von polnischer Seite nur unbegründete Vermutungen ausgesprochen worden. Die deutsche Oeffenllichkeit kann verlangen, daß der 'Abschluß der Unterluchung beschleunigt' und das Untersuchungsergebnis offi­ziell bekanntgegeben wird.

Wie bicZeit" erfährt, sind die Vorbereiiun- tungen der Reichsregierung so weit fortgeschritten, daß für die allernächsten Tage der Antrag auf Einberufung des Schiedsgerichts bevorsteht, das in dem Pariser Abkommen zwischen Deutsch­lands Danzig und Polen vom Avril 1921 vorgc- lehen ist für alle Streitfragen, die sich aus dem Durchgangsverkehr durch den Korridor ergeben. Wie das Blatt bemerkt, wird es in polnischen Krei­sen für selbstverständlich gehalten, daß das Schieds- geridjt, dos unter dem Vorsitz des dänischen Kon­suls in Danzig steht, eine neutrale Sachverstän­digenkommission mit der Nachprüfung der S t r e ck e n v e r h ä l t n i s s e im Korridor beauf­tragt.

In der gestrigen Sejms itzung tarn wäh­rend der Besprechung des .Haushalts des Eilen bahnministeriums die Stargarder Eisenbahnkata- strvphc zur Sprache. In seiner Budqetrede erklärte Eisenbahnminister T n s z F a , daß die polnische Eisenbahn hinsichtlich der Verkehrs­sicherheit vollauf aus der Hohe ihre, Aufgaben st e h c (?) und daß ein unzulässiger Zustand der Geleise nicht die Ursache des Unglücks fei. Alljährlich würden die Schienen und die Schwellen a u s g e m e ch s e l t. (?) Aus dem amt­lichen Bericht über das Unglück gehe im übrigen einwandfrei hervor, daß es sich nm einen ver­brecherischen Anschlag handele.

Späte Erkenntnis.

Warschau, 5. Mai. (Täk.i Der Eisen- bahnminister hat sämtliche Präsidenten der Eisen­bahndirektionen nach Warschau berufen, um mit ihnen die Revision des gesamten Strecken- Überwachungsdienstes zu beraten. An der Konferenz nehmen auch Vertreter der Sicher­heitsbehörden teil. Der Minister scheint jetzt endlich erkannt zu haben, daß eine Re uroge­lang des Streckendienstes durchaus notwendig ist. Trotz aller Behauptungen von einem verbrecherischen Anschlag aur den Ost- preußenzug scheint der polnische E'.senbahnmi- nister selber nicht mehr daran zu glauben, gibt vielmehr durch die (Einberufung der Konferenz zu erkennen, daß der Streckendienst sehr- schlecht ist.

Gespannte Lage in Marokko.

Een Erfolg der Rifkabtzlen gegen die Franzosen.

Tanger, c. Mai. fS-ll.) Aus Rabat wird gemeldet, daß die Rifkabylen der von Taza aus oorgehendcn Kolonne unter General Cambay eine I schwere Ried er läge beigebracht haben. Die Franzosen mußten sich auf Taza z u r ü ck -- ziehen und verloren etwa 30 Tote und über , 100 Verwundete sowie zahlreiche Gefangene. 3m oberen äkcrghatale wurde ein französisches Flug­zeug auf dem Risgebiet zur Landung gezwungen. Der Führer -und zwei Beobachter wurden ge­fangen genommen. Die Eingeborenen in der fran­zösischen Marofkozone verhalten sich ruhig, ein großer- Teil macht jedoch aus seiner Sympathie für Abd et Krim keinen Hehl. Die französische Verwaltung hat die schärfsten Maßnahmen ge­troffen, um den Ausbruch von älnruhen zu verhüten. Weiter verlautet, daß die fran­zösischen Truppen ihren Vormarsch einge­stellt haben und sich bis zum Eintreffen neuer Verstärkungen auf den Ausbau der Stellungen beschränken werden.

Dem Konflikt mit Abd et Krim liegt folgen­der Sachverhalt zu Grunde. Rach dem franko- f panischen Grenzvertrag gehören sämtliche Stämme, die Wasser ans dem Huerta schöpfen, zu der französischen Zone, nicht nur die Stämme südlich, sondern auch nördlich ccs Flufses. Abd el Krim vertritt den Standpunkt, daß der Huerta d i e G r e n z e bildet, folg, ich die nörd­lichen Stamme in sein Hoheitsgebiet fallen. Er hatte den französischen Behörden vorgüchlagen, durch Verhandlungen zu einem gütlichen äl e b »eein i om m en zu gelangen. Das An­erbieten wurde jedoch mit der Begründung ab- ac lehnt, daß die französische Regierung den Rifstaal nicht anerkenne. DieCiberte meldet in sensationeller Ausmachung, oaß die fran­zösischen Linien von Flugzeugen der Riflabhlen bombardiert werden Das I Blatt beutet an. daß die Flugzeugführer sich ' zmn Teil aus Deutschen zusammensetzen. 3m

übrigen liege kein Grund zu besonderer Besorg­nis vor, da die Rifkabylen keine Flug­plätze besitzen und ihre Flugzeuge bei Rot- lanbungcn stets beschädigt werden.

Die Pakwer andlungen.

Paris, 7. Mai. (WTB. Funkspruch.)Petit Journal" berichtet, die Antwort der französischen Regierung auf das deutsche Sicherheitspakt-Ange- bot werde ihre endgültige Forni erst nach dem 9Jii lüfte trat annehmen' können, der am Samstag Zusammentritt. Rach Ansicht der französischen Re­gierung scheine es im streng juristischen Sinne nicht möglchi, mit Deutschland über die Bedingungen eines Paktes verhandeln zu können, bevor es nicht um Aufnahme in den Völkerbund nachge - sucht h a b e. Es verstehe sich von selbst, daß sich dieser Vorbehalt nicht auf die Verhandlungen be­ziehe, die die A l l i e r t e n unter s i ch über den Sicherheitspakt einleiten konnten und daß dem nichts entgegenstehe, daß dieser Meinungsaustausch unvcr- üigl.rh ausgenommen werde.

Wettere Verschleppung der KonIroNnote.

Paris. 7. Mai. (TA.) Die Pressemeldungen über eine unmittelbar bevorstehende Einigung der Alliierten in der Frage der deutschen Abrüstungen eilen den Tatsachen weit voraus. Es ist richtig, daß der englische Botschafter gestern nachmittag bestimmte W e i s u n g e n a u s Lon­don erhalten urd den Wunsch ausgesprochen hat, daß die nächste Sitzung der B o t s ch a f t e r k o n - ferenz nicht zu weit hinausgrschoben wird. Tatsache ist, daß die Botschafter, die heute zu- sammentreten wollten, den Termin für die nächste Sitzung noch nicht festgestellt haben. Es ist mög­lich. daß eine Sitzung für Samstag anberaumt, aber dann auf Donnerstag vertagt wird, weil Marschall Foch eine Reise nach Italien angetreten hat und erst nach Wochen''chluß zu rück­te he en wird, und der belgische Gesandte infolge der schwierigen Kabinettsbildung noch ohne jede Instruktion ist.

K"nst Md Wissenschaft.

Die Großdeutsche Kunstausstellung in Darmstadt.

Darmstadt. 6. Mai. Die Anmeldungen zu der ..Großd'utschen Kunstausstellung" auf der Mathildenhöhe sind sehr zahlreich eingelaufen. Reben vielen anerkannten Meistern sind unter den Ausstellern auch viele junge Künstler. Aus dem Ausland werden viele Künstler ans Wien unb Böhmen vertreten sein.

Berufung.

Das wirkt. Mitglied der Akademie der Wissenschaften zu A m ft c r b a m Professor Dr. Ian B c r S l u y s ist - vom 1. Oktober 1925 an zum i ibcntltd)cn Professor der morphologischen Zoologie an die Universität Wien berufen. Pro­fessor Versluys lehrte mehrere Jahre an der Aniversität Gießen.

Malariaforfcher Giassr

3n R o m starb der bekannte Malariaforscher Senator G i a s s i im Alrer von 71 Jahren. Die deutsche Regierung hat mit großem Interesse seine Bestrebungen um die Malaria-Er- fori eh n g verfolgt und im vorigen Jahre zu Ivircr.i (0, Geburtstag dem von ihm gegründeten Institut für Malariaforschung eine große Summe gestiftet.

Aus aller Welt.

Las Baden-Badener Schachturnier.

Auf der 15. Runde ist es dem deutscher Schachmeister Carl gelungen, mit .dem Favoriten Aljech'in Remis zu erreichen. Die Ergebnisse sind im einzelnen: Te Kokste verliert gegen Mieses- Teutschland ein Damenbauernspiel in 52 Zügen. Colle-Belgien verliert gegen Rubinstekn-Polen eine spanische Partie in 33 Zügen. Riemzowitsch- Dänemacl gewinnt gegen Roselli-Italien mit dem 25. Zuge. Thomas-England verliert ein Damenbauernspiel gegen Sämisch-Deukschland in 13 Zügen. Remis endeten die Partien Torre- Mexiko gegen Tarka kower-Oesterreich. B.ates- England gegen Marshall-Ainerila. Rcjbal Tschechoslowakei gegen Spielinann-Oesterreich und Aljechin-Frankreich gegen Carl-Deutschland, letz­tere mir dem 54. Zuge. Abgebrochen wurden die Partien Reti-Oesterreich gegen Rabinowitsch- Rnßland und Tarrasch-Deutschland gegen Bogol- jubow-älkraine. Grünseld-Oesterreich war spiel­frei. Für die Hängepartie aus der 13. Runde haben sich G c ünseld - Oest er re i ch und Rubinstein- Polen nachträglich auf Remis geeinigt.

Ein schweres Bnu-Unglüd.

Auf einem 'Neubau der Städtischen Eleltrizitäts- roerfe in Berlin- W. hat sich ein schweres Bau-Unglück ereignet. Aus bisher noch nicht ermittelten Gründen löste sich der eiserne Trä g e r eines der Baugerüste unb stürzte aus einer Höhe von etwa 12 Stock herunter. Er begrub drei Arbeiter unter sich, die so schwere innere und äußere Verletzungen erlitten, daß sie in be­denklichem Zustande in das Krankenhaus gebracht werden mußten.

Grohfeuer im fireife Rordheiin.

In Möhringen, Kr. Nordheim, wurden ä Scheune n durch Großfeuer vernichtet. Der Schaden ist sehr groß. Als Entstehungsursache nimmt man Brandstiftung an.

Urberschwernmungrn in Jugoslawien.

In Jugoslawien sind weile Strecken Landes übcrfdjmemmi. Das Wasser steht in Paracin zwei Meter hoch. Mehrere Häuser sind e i n g e st ü r z 1. Auch zahlreiche M e n s ch e n o p f e r sind zu be- f lagen. Viel Vieh ist ertrunken. Die E i s e n b a h n - strecke ParacinZajecar ist zerstört. Auch in Syrnüen und im ganzen Banat hat bic Ucbcr- schwemmung großen Schaden angerichtet.

(Eine Vombenexplosion.

Aus Neuyork wird gemeldet: Durch eine Bom- benexplvsion sind in einer Vorstadt von Pittsburg S Personen getötet und drei Häuser zerstört worden.

Wettervoraussage.

Wechselnde Bewölkung mit zeitweiser Auf­heiterung. einzelne Regensälle nicht ausge­schlossen.

Die westliche Depression liegt mit ihrem Zentrum noch wenig verändert südlich Irland. Es besteht die Aussicht, daß dem gestern oft- '.-ts vergeb r ui gonen Aue lauf er, der auch in unferm Bezirk gelingen Reg.'nsall verursachte, weitere folgen werden, so daß. Oie Regenwahr- sch.inlichkeit zunächst noch bestehen bleibt, wenn auch vielfach Aufheiterung und tagsüber starke Erwärmung auftritt.

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 7. Mai 1925.

Die (Siebener

offen Siche Bücherhalle.

Man schreibt un<< Wer unsere Bücherhalle regelmäßig benutzt, her vermag sie nicht wegzii denken aus seinem geistigen Haushalt. Ihr Dasein war bedroht in den schweren Jahren nach dem Kriege, unb auch heute ist die Gefahr noch nicht abgewendet. Gerade die beliebtesten Bücher werden am schnellsten zerlesen und fordern Ersatz. Die zeitgenössische Literatur drängt nach und begehrt Einlaß. In angemessener Entfernung sollen wir dem Fortgang o^s deutschen Schrifttums folgen. Das Gediegene soll sich vom Vergänglichen scheide!', aber niemals dürfen wir hinter der Gegenwart zu weit zurückbleiben. Sobald ein Werk über die Tages mode hinaus Stand hält, sollte es in der Bücher­halle verleihbar sein, und den neuefteii Gaben bewährter Schriftsteller sollten wir auch dir Warte­zeit ersparen. Dieser Anspruch wird-nicht erfüllt; wir behelfen uns von Fall zu Fall. Die Nachfrage ist immer dem Angebot weit voraus-, sie l^t sich nicht entmutigen, aber es konnte kommen, daß sie einmal entsagend verstummt, daß die treuesten Be­nutzer sich zurückziehen, weil sie nichts mehr finden, was sie anreizt und ihr bestes Verlangen befrie­digt. Auf den Gebieten der belehrenden Fächer ,u- maf, der Geschichte und Bürgerkunde, der Natm- wissenfchaften und der Technik, der vertieften Er­fassung von Welt und Leben ist unser Bestand zum Teil veraltet, mußte von Grund aus erneuert werden. Die Bücherhalle soll dereinst heranwachsen zur Stadtbibliothek. Wir dürfen uns nicht dabei be­ruhigen, daß die Universität eine große öffentliche Bibliothek besitzt. Die Bedürfnisse der Wisfenschast berühren sich, aber decken sich nicht mit denen der Bildung, und Volksbildung ist etwas ganz anderes, als nur angewandte ober verdünnte Wisfenfchafi: sie sucht eben jetzt eigene Wege zu dem allen Glie dem des Volkes gemeinsamen Ziel des Willens und der Erkenntnis.

Die Bücherhalle ergänzt und begleitet als eine stumme Volkshochschule jene andere, die durch den gesprochenen Vortrag oder durch Frage und Ant­wort und die verdeutlichte unmitelbarc Anschau­ung unterrichtet.

Rat und Stadtverordnete der Stadt Leipzig haben die Errichtung einer neuen, dritten ftäbti' schen Bücherhalle beschlossen. Zu diesem Zwecke töur den 100 000 MF. bewilligt. Der Etat 1925/26 für die bestehenden Bücherhallen beläuft sich auf 178 766 Mark.

Wir rechnen nicht aus, wieoiel Gießen im Der hälinis der Einwohnerzahl, der gesellschaftlichen Schichrung und der verfügbaren Mittel aupvenben müßte, um dem Entsprechendes zu leisten. s26ir richten nur eine Bitte an unsere Mitbürger: Be hütet unsere kleinC-Bücherhalle vor Stillstand und Verfall, bamii sie dereinst so ins Werte ausgreifen könne, wie sie jetzt schon in die Tiefe wirkt! Fr.

Elf Kommunisten in Metzen verhafte-.

Gießener Polizei hat in den beiden letzten Tagen elf Kommun iftcn von hier verhaftet. Unter den Verhafteten befindet sich auch eine Fra u. Die Festgenoimncnen sind verdächtig, sich gege,n das Sprengstoff- gesetz vergangen und auch gegen das Gesetz zum Schutze der Republik verstoßen zu haben. Einzelheiten können im Interesse der Un- tersuchungsfiihrung zur Zeit noch nicht mifgctcilt werden.

Die Einreise auskändischer Sportlcutc.

Auf eine Anregung des Deutschen Sport- bunbes hat das Auswärtige Amt durch einen Runderlaß alle deutschen Auslandvertretungen in Europa unb QTorbamcrüa angewiesen, aktiven Teilnehmern an sportlichen Veranstaltungen ge­bührenfreie Saimnclsichtvcrmcrke zu erteilen. In begründeten Llusnahmesällen dürfen auch Einzel- fichtvcrmerfc erteilt werben. An Wettkämpfen nicht beteiligten Begleitpersonen kann durch Ge­währung eines gebührenpflichtigen Sammelsicht Vermerks, der zusammen mit dem Sichlvermerl für die aktiven Sportteilnehmer auszustellen ist die Teilnahme an den Veranstaltungen erleichter werden. Das Berliner Auswärtige Anit ist mi diesem Erlaß den Wünschen der Sporlverbändc cntgegengetoinmcii. Im Gegensatz dazu stecht bas unfreundliche Verhalten des französischen Llußen Ministeriums. Eine Mclünng. daß deutscher Sportsleuten, welche zu Wettkämpfen nach Frank reich fahren, grundsätzlich nur die halben Sicht Vermerkskosten anzurellnien seien, entspricht lei bei nicht den Tatsachen. Boni französischen Ilußeiu Ministerium ist keine entsprechende 'Berfügun» getroffen worben. Rach den bisherigen Ersah rungen ist vielmehr anzünehmen, daß Antrag, deutscher Sportsieule von den französischen Kon sulaten nur dann bewilligt werden, loenn^ ein. Befürwortung durch einen französischen Berei» vorliegt. Bon einer entgegenkommenden Sjanix habung der französischen ©inrcifcbeftimmungcji gegenüber deutschen Sportsleuten kann al,-? bisher nicht gesprochen werden.

Borrrstizer;.

Tageskalender für Donnerstag Neue Aula der Universität: 8 Uhr Lichtbildcrvortrac des Direktors Greß:Gießen als Luftverkehrs- Hafen". Deutscher Bund: s Uhr Iohannessaa Familicnabend. Hilfsbund für die Eksaß-Lochrin ger: 8 UhrFrankfurter Hof" Vortrag. Licht l'pielhaus, Bahnhofstr.:Pat und Patachon". - Astoria-Lichtspiele:Die Geheimnisse des Zirkm Barrse".

. Volkshochschule. Der Kursus übe Rußland (Auslandkunde l> beginnt, wie gefterr durch Anzeige bekanntgemacht, heute abend.

De >r Hausfraue n z v. i Beachtung Das Polizeianrt teilt mit: Es ist verboten 1. Blumenstöcke. Blumenbretter und andere Gegenstände auf Ballonen, vor Fenstern uste ohne genügende Befestigung ausz istellen. so baf durch bas HerabfaUen oder Uwstürzerr Personer beschädigt werden können. 2. Teppiche, Betten Mpuylücher ufto. aus den Fen st mm heraus au' die Straße auszuschütteln, so daß Personen be­lästigt ober verunreinigt weiden können. Dil Polizeibeamten sind angewiesen, Zuwiderhand­lungen zur Anzeige zu bringen, worauf Bestra­fung erfolgen wird.

:'v Straheusper r e. Vom Pvlizeiarn wird uns mitgüeilt: Zwecks Ausführung vor Weißb-nderarbeHea an dem Wohuhaufe Kc plansgasse 3 wird die Kaplansgaste von hcut. ab bis auf weiteres für den Fuhrwerksverkehi gesperrt.