Ausgabe 
7.5.1925
 
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Donnerstag, 7. Mai 1925

175. Jahrgang

Blatt

gewlnnler zu vermissen. Das wäre aber not­wendig gewesen für die Beschallung der Mittel, mit denen die betrogenen Besitzer von Reichs- |

neuen Steuervorlagen wird fortgesetzt.

2Ibg. Henning (völk.) erkennt an. daß endlich einmal eine deutsche Regierung sich be­müht. Klarheit in den großen IDust der brutschen Stcuergesctze zu bringen. Ander s.its fei aber in den Steue Vorlagen ein: gerechte steuerliche Er­fassung der Schiebergewinne der Inflalions-

weiß-roten. _

Die Stcuervorlagen werden dem Steuer­ausschuh überwieseir "F eitag Aufwertungsgeseh.

Aus dem F nanzausschutz des he fischen Landtags.

Darmstadt. 6. Mai. D r Fi ia zausichuß des Hss. Landtags setzte heute seine Beratungen d:s Voranschlags bei Kap. 15 (R lhegehal c, fort. Auf einen Antrag hin wurde auch das RN» nisterpensipnsgeseh besprochen: dte R^ gierung erklärte hierzu, daß demnächst das Reich

werde. Der Präsident des bayerischen Landtages. Königsbauer, schilderte das Deutsche Museum als ein Denkmal d.r Hcimatli^e. und

der bayerische Kultusminister. Dr. Matt, würdigte die Verdienste der Förderer des Deut- schen Museums aus dem Hause Mittels­bach. wobei er auch den anw senden früheren Kronprinzen Rupprecht begrüßte, ge­dachte der Baumeister Gabriel und Emanuel v. Seidl und sprach seinen wärmsten Dank der Reichsregierung aus. di? zusammen mit der bayri­schen Staatsregierung den Reubau durch große Bewilligungen förderte, wobei sie im Reichstag wie im Reichsrat verständnisvolle und bereit­willig? Zustimmung gefunden habe. Der Minister teilte dann mit, daß die bayrische Staatsregie­rung einen Ehren ring mit dem bayri­schen Staatswappen gestiftet habe, der zur Erinnerung an die Eröffnung des Deutschen Museums an Förderer des Museums verliehen werden solle, v. Miller beabsichtige die bayrische Stadtsregierung zugleich mit den besten Glück­wünschen zu seinem 70. Geburtsfeste einen Ehren­ring in besonderer Ausstattung mit emer kunstvoll gefertigten Urkunde zu überreichem Dtc Ueber- reidjung des Ringes und der Urkunde werde der Chef der bayrischen Staatsregie­rung bei dem morgigen Festakt vornehmen. Der Minister schloß, indem er erklärte, die bayrische Staatsregierung werde dem Museum auch ferner­hin jede nur ntogliche Förderung angedeihen lassen.

Das Schlußwort sprach der

Reichsminister desInnernSchiele der u. a. folgendes ausführte: Die stolze Schöp­fung, der zu Ehren die heutige Festsitzung ver­anstaltet wird, ist mehr als ein großartiges deutsches Museum zur Bewahrung und Pflege des technischen Volksgutes. Sie dankt ihre glan­zende Entwicklung zusammengefaßter und ver­ständnisvoller Arbeit so weiter Kreise unseres Volkes in Wrssen'chaft und Wirtschaft, daß tch in ihr d-e glückliche Vecsinnbildlrchungi deutscher Kraft und Einheit begrüßen darf. Zu den großen Verdiensten, die fick die schöne Hauptstadt dieses Landes um sie erworben bat. tritt die reiche Förderung, die ihr das Land Bay ent unter dem Protektorate seines Königs in Fortsetzung einer stolzen Tradition zuteil werden ließ. Getreu dieser Tradition haben Volk. W ssenschast. Wirtschaft und Verwaltung Bayerns dieses feiner besonde­ren Sorge anvertraute deutsche Werk eines feiner besten Söhne begründen und aufbauen helfen. Aber auch der R e i ch s r e g i e r u n g , in deren Ramen ich hier spreche, ist es eine wertvolle Erinnerung, von Anfang an unter bereitwilliger Hilfe von Reichsrat und Reichstag an diesem Werke mitgearbeitet zu haben. 3d> darf daraus das Recht und die willkommene Pflicht her- leiten. Bayern und seiner Hauptstadt den Dank der Reichsregicrung und des gesamten Volkes für das aus.zusprechen. was es hier für den deutschen Gedanken geleistet hat. Was so in gemeinschaftlicher Arbeit entstand, ist eine RuhmeShallc für die Geistesarbeit in der Vergangenheit, zugleich aber auch eine Er­ziehungsstätte für den Geist in der Zukunft.

Indem das deutsch? Volk dem Geiste der Arbeit der Erfindung und der Technik ein solches gewaltiges Denkmal seht, sagt es damit zugleich auch den anderen Völkern, w i e e s von ihnen angesehen sein will und gibt sich den anderen gegenüber ein Gesicht. Das OJolf Der Dichter und Denker, das staatsbewußte Volk BtS- marcks gab sich zu erkennen als ein Volk der Ingenieure, der Techniker und Er­finder. Die Raturwissenfchaften hatten uni Die Mitte des vorigen Jahrhunderts ihr tiefschür­fendes Werk begonnen. Was sie förderten, waren

anleihen entschädigt werden müßten. Der Reichs­finanzminister habe nicht das Recht, die -Uebzr- schüsse aus dem Jahre 1924 selbständig zu ver­wenden da habe auch der Reichstag mitzureden. Bei einem s.lchen Überschuh wäre die Dawes- gesetzgebung garnicht notwendig geweten, mit der das deutsche Volk versklavt worden sei. Die deutsche Reichsbahn sei dem internatio­nalen Kapital ausgeliefert worden. Osser, der Mann, der auf diese Weise die Verhand­lungen als deutscher Vertreter führte, sei zum Dank dafür von Dem internationalen Kapital 5um Generaldirektor der Reichsbahn mit 200 000 Gold mark G .halt gemacht worden.

Die erste Rednerreihe ist damit obgescylosten.

Abg. Kocnen (Komm.) führt aus. Der Verzicht sämtlicher übrigen Parteien auf Die zweite ReDnerreihe fei Der klare Beweis Da­für daß es Dem schwarz-rot-goldenen Block nicht ernst fei mit Dem Kampf gegen Den schwarz-

Die Einweihung des Deutschen Museums.

Die Ehrungen Oskar von Millers. Eine Miller-Stiftung Der Rekchsregierung.

Hr. 106 Erstes

Erscheint täglich, außer Sonn, und Feiertags.

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GießenerFomilien^'älter Heimat im Bi^.

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Posischeckkonto: $ran!,urt a. M. 11666.

Alle diese noch zu verwendenden Summen wür­den Den Betrag von 1122 Millionen Rin. er­geben, so daß Dem Reich ein Betriebs- mi11elfonds von 100 Millionen Rm. ver­bliebe. mit welchem Betrag? eine geordnete Ver­waltung eines großen Staates jedoch kaum durch- zuführen sei. Jede weitere Schmälerung dieses Fonds würde Die Verwaltung einfach zum Er­liegen bringen. Der Mini.'er wies schließlich darauf hin. daß es eine falsche Finanzpolitik wäre und die Finanzlage des Reiches völlig verkeimen hieße, wenn di? für bestimmte ein­malige Ausgaben und Rückstellungen festgelegten Ueberschü'se des Reiches, Die gewissermaßen ein­malige Einnahmen seien, zur Grundlage dauernder Belastungen des Haushaltes. Denen sich das Reich später nicht mehr entziehen könnte, gemacht werden würden.

Schluß der Steuerdebatte im Reichstag.

Berlin. 6. Mai. Die erste Beratung Der

Die Finanzlage des Reichs.

Hteichsfinanzmiuifter v. Schlieben im Ltcuerausschnst.

Berlin, 6. Mai. lWD.) 3m Steueraus­schuß des Reichstages hielt her Reichsfinanz­minister v Schließen eine Rede, in der er u. a. ausführte, aus Den monatlichen Veröffent­lichungen des Reichsfinanzministeriums sei zu erfeben gewesen, daß vom 1 April 1924 bis 31. März 1925 ein lieberschuß von 660 Mil­lionen Reichsmark crwirtschastet worden sei, ein Betrag, der sich aus M e b r e r t r ä fl e n aus Zoll und Steuern nach Aazug der beson­deren Mehrausgaben zusammensehe. Weiterhin hätten die Veröfsentiichungen ersichtlich gemacht, daß Die im März 1925 ausgekommenen Ein­nahmen aus verpfändeten Steuern in Höhe von 136 Millionen Reichsmark am 31. März noch nicht an Die Reichskasse abge­liefert gewesen seien, sondern, daß dieser Posten als eirf Guthaben beim Agenten für Die verpfändeten Staatseinkünkte zu verbuchen sei. das erst nach Monatsschluß z'ur Reichskasse fliehen werde. Ein weiteres Guthaben habe das Reich am 31. März 1925 bei der Reichsbank als Münz gewinn aus der Silberprägung be­sessen. daS sich an jenem Termin auf rund 220 Millionen Reichsmark belaufen habe und nach Beendigung Der Abrechnungsarbeiten der Reichskaste zufließen werde.

Schließlich stehe dem Reiche auö Dem Ren - tenbankkredit noch ein Restbetrag von 315 Millionen Reichsmark zur Verfügung. Hierbei möchte er Daran erinnern, daß

Dem Reiche seinerzeit von der Deutsches Renten- bank ein Kredit von 1200 MNlionen Rm. ein­geräumt worden fei, den daS Reich in vollem Umfange in Anspruch genomi:'n habe. Dies fei zur ersten Ausstattung der Kassen mit Betriebs­mitteln und zur Abdeckung des Defizits in der ersten Zeit der Ttarfftabilifation erforderlich getyefen.

Der Erlös aus dem Verkauf der 1200 Millionen Reichsmark habe einen Kursverlust von 25 Mil- lionen Reichsmark ergeben, so daß der tatsäch­liche Erlös sich nur auf 1175 Millionen Reichs­mark belaufen habe Hierwon seien 830 Millionen Reichsmail zur Abdeckung des Defizits des 3ai)ve6 1923 verwendet worden, so daß Anfang 1924 noch ein Restbetrag von 345 Millionen! Reichsmark verfügbar geblieben fei Fasse man obige Summen zusammen, so ergebe sich ein Sollbestand von 1361 Millionen Reichsmark. Rach Abzug Der Betriebsmittelkreditc und Darlehen, deren Rückzahlung zunächst noch nicht in Aussicht stehe, ergebe sich «in S o l l b e st a n d von 1 227 Millionen Reichsmark.

Diese Zahlen setzten sich im einzelnen aus sorgfältig nach bestem Wissen und Gewissen vor- genommenen Schatzungen zusammen. Die Zölle und Steuern hätten mit 7311 Millionen Reichs­mark gegenüber dem Etatsansah ein Mehr von 2067 Millionen Reichsmark erbracht, an dem die Gemeinden und Länder mit 883 Millionen Reichs­mark beteiligt seien, so daß dem Reiche ein Mehr von 1184 Millionen Reichsmark verbliebe. Die Prägung von Rentenmünzen habe ein Mehr von 45 Millionen Reichsmark ergeben. Aus der An­legung der Kassenbestände des Reiches sei ein Zinsaewimi von etwa 30 Millionen Reichsmark erzielt worden Reichspost und Reichskwuckerei hätten bis Schluß des Rechnungsjahres 1923 äleberschüsse erzielt, die mit 75 Millionen Reichs­mark an die Reichskasse abgeliefert worden seien, somit ergtbe sich einschließlich der Mehreinnahmen ans Zöllen und Steuern eine Gesamtmehrein-

nahme von 1922 Millionen Rm.

An Ausgaben habe das Reich erhebliche, nicht im Etat vorgesehene Mehrleistungen übernehmen müssen während anDercrfcitS im Etat nicht ein­gestellte. recht erhebliche Ausgabeirersparnisse hätten erzielt werden können. Die Mehrausgaben, die am 31. Rlärz 1924 bezahlt gewesen feien, setzten fich zusammen aus Beträgen von 522 Mil­lionen Reichsmark für die Barentschädigungen für die während des Ruhrkampfes und von der Micum erzwungenen Reparationsleistun­gen. von 136 Millionen Reichsmark für den Rückkauf Der Goldanleihe, von 65Mil- lionen Reichsmark für die Abfindung P r e u= ßens für den Verlust von nutzbarem Staats­eigentum durch Den Friedensschluß, von 33 Mil­lionen Reichsmark für Entschädigung einzelner Länder für die Holzwegnahmc im besetzten Gebiet unD von 15 Millionen Reichsmark für eine angemessene Ausbesserung der Ent chädigungen für Gewalt- und Liquidationsfchä- Den. Hinzu käme als» weitere Mehrausgabe der Fehlbetrag des Etats für 1924 im Betrage von 348 Millionen Reichsmark Die Mehraus­gaben betrügen also 1119 Millionen Reichsmark Die erzielten Ersparnisse ließen sich im einzelnen nicht genau ermitteln Er schätze sic auf 500 bis 800 Millionen Reichsmark, fo daß Die reinen Mehrausgaben etwa 550 bis 570 Millionen Reichsmark betragen würden Ziehe man diese Summe von der Gesamtmehreinnahme von 1922 Millionen Reichsmark ab. so ergebe sich ungefähr die von ihm als Kakfenbestand vom 31. März 1925 bezifferte Summe

Der Kassrnbestand vom 1. April 1925 habe sich somit nach Abz' g d:r abgezwe'g.en Kredite au 1227 Millienm Rm. g-stellt.

Der Minister machte als^aa.r vertrauliche Mll- teitungen über die Verwendung dieses lieber- schusses. Er wies darauf hin, daß auch Rück­stellungen zur Durch ü)rung bet vierteljährlichen Steuer- und Gehaltszahlungen und zur Aus­wertung der öffentlichen Anleihen erfolgen sollen.

München. 6. Mai. (Wolff.) Die heutige Sitzung des Ausschusses des Deutschen Museums im Odeon gestaltete sich zu einer einmütigen Kundgebung des Dankes und der Verehrung ür Den genialen Schöpfer Des Deutschen Mu- ermrs. Dr. Oskar v. Miller. An Der Sitzung nahmen Die Vertreter Des Reiches und der Länder teil. Ferner waren Der stellvertretende Reichspräsident, Dr. Simons, und zahlreiche Vertreter wirtschastlicher und technischer Körper­schaften aus fast allen Kulturländern erschienen. Auch Kronprinz Rupprecht von Bayern war anwesend. Der Vorsitzende deS Derwaltungs- rates, Geheimrat Dr. von Dyck, schilderte die Entstehungsgeschichte des Museums und die gro­llen Hindernisse, die zu überwinden waren. Hauptsächlich fei es der Opferwilligkeit und Der Energie Oskar von Millers zu verdanken gewesen, daß das Werk zuslarrdegekommen sei. Der erste Bürgermeister von Mün­chen begiüfjte Die Gäste im Ramen der Landes­hauptstadt und überreichte Dem Schöpfer und Leiter des Museums, Exz. von Miller, als be» onDerc Ehrung Die goldene Dürgerme- daille Der Stadt München. Das Vorstands­mitglied des Museums. KruppvonDohlen- Halbach. überbrachte Die Grüße und Wünsche der deutschen Industrie. Der Rektor Der Universität München teilte unter leb­haftem Beifall mit, daß beschlossen worden fei, Geheimrat von Miller zum Ehrendoktor zu ernennen. Der Rektor Der Technischen Hoch­schule in DresDen überbrachte als Präsident des Deutschen Hochschulverbandes

die besten Wünsche der deutschen Hochschulen. Für den Deutschen Verband technisch-wissenschaft­licher Vereine sprach Geheimrat Professor Dr. Klingen berg. Der im Ramen des Aufsichts- rate« und des Vorstandes Der Allgemeinen Elek­trizitätsgesellschaft Oskar von Miller die gol­dene Ra thenaume Daille überreichte. Prof. Dr. M a t s ch e s s überbrachte Die Grüße des 'Vereins deutscher Ingenieure und verschie­dener großer amerikanischer Ingenieure.

Auch durch Ansprachen von Vertretern aus­ländischer Regierungen und Korporationen wurde Oskar v. Miller gefeiert und der großen kulturellen Bedeutung seines Werkes gedacht. So übermittelte Generaldirektor Dr. Günther namens d-es Technischen Museums für Industrie und Gewerbe in Wien dessen Glückwünsche und brachte ein brausend aufgenommenes Hoch auf Miller aus. In englischer Sprach? gratulierte im Auftrage der korrespondiereirden Museen, ins­besondere des Kensington-Museums in London Prof. Dickens. Diesem schloß sich mit Gratu­lationswünschen der Vorsitzende des Schweize­rischen Landesmuseums in Zürich, Prof. Lehmann, ferner im Auftrage des unga­rischen Handelsministeriums und des ungarischen Derkehrsministeriums sowie des gan- zcir ungarischen Volkes Ministerialrat Dr. v. G e d u I y aus Budapest, Dann für Den Verein schweDischer Ingenieure und Der schwe­dischen technischen Wissenschaften Der Direktor der Königlichen Akademie Der politechnischen Wissen­schaften 6 n ft r a e m aus Stockholm und für das Königliche Ingenienrinstitut und den ältesten In­genieurverein des Festlandes, Den Rieder- ländischen Verein Der Techniker und Ingenieure Professor Sandick-Haag an.

Geheimrat Duisburg überreichte Oskar von Miller eine Medaille mit seinem Bild?, die in tleincrcr Ausführung an 600 Persönlichkeiten. Die sich um das Deutsche Museum verdient gc* macht haben, verteilt wurde. Der Reichstags- Präsident Löbe sprach daraus Den Dank Der deutschen Volksvertretung an Oskar von Miller aus und sicherte zu. daß Der deutsche Reichstag auch weiterhin D?r Vollendung dieses großen 'Werkes seine Hilfe angedeihen lassen

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GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberheffen

Orud und Verlag: vriihl'sche Univerfitälr-Vuch- und Steinönidcrei R. Lange in Sieben. SchrifUeitung und Geschäftsstelle: Zchulftrahe 7.

wunderbare Schätze Der Raturerkenntnis und Raturbeherrschung. Werkzeuge zur Eroberung her Erde durch den Menschen. Er war. als wenn der Mensch Die Ratur zu seinem willigen Ar­beitssklaven gemacht hätte, als wenn wir im Begriffe waren, ein Geschlecht zu werden, dar­über Menschliches hinausragte Der lebendigste Ausdruck dieser großen Entwicklung der Ruhmes- Halle, dieser stolzen Epoche, ist das deutsche Museum, dessen Schöpfer unter und weilt und der die Huldigungen entgegennehmen möge. Die wir dieser ganzen großen Generation deutscher Erfinder barbringen. In diesem Sinne begriiße ich namens Der Reichsregierung Sie. hochver­ehrter Herr v. Miller, und überbringe E Exzellenz den D a n k derReichsregieru für alle Mühe und bewundernswerte Arbeit, Sie bei Der Gründung und dem Ausbau Deutschen Museums geleistet haben. Sie h sich und der Mitwelt damtt ein Denkmal gef > wie es schöner nur wenigen befchieden ist. Dürfen die Hoffnung ausdrücken, daß es Ihnen noch lange vergönnt sein möge, an dieser be­deutenden Stätte im Sinne ihrer Lebensarbeit zu wirken. Die Reichsregierung weiß, daß Ihrem, allem Aeußerlichen abholden Sinne besonder? persönliche Ehrungen nicht liegen und sie hosst, daß sie die Form für Den Ausdruck ihrer Ver­ehrung und Danlbarkeit gefunden hat. die in Der Richtung ihres sozialen Cinpsindenv und zugleich im Interesse Ihrer Schöpfung liegt.

So ist es mir eine besondere Freude und Ehre, hier Mitteilen zu können, daß die Reichsregierung mit einem Kapitol von 100 000 Mark mit dem Sih in München eine Oskar-don-Miller-Stiftiing errichtet, deren Vorsitz Ihnen anbertraut ist und deren Zinsen zur Pflege des technischen Stu­diums, in erster Linie aber dec Ermöglichung deS Defuchs des Deutschen Museums durch be­fähigte Studenten. Handwerker und Arbeiter dienen sott.

Richt zuletzt Ihrer Arbeit, hochverehrter Herr von Miller, und Der Ihrer Gefährten xm Reich, des Geistes Dtmien wir es. wenn wir auch beule in dieser harten Zeit und schwerer Rot in der starken Zuversicht und Hoffnung leben, daß unser intelligentes und fleißiges Volk alle Gefahr und Rot überwinden wird. Jin Vertrauen hieraus wird es uns gelingen, in unserem übervölkerten und auf eigene Rohstoffe angewiesenen einge­engten Vaterlande unter deutsches 60-Millionen- Volk in einem würdigen Lebenszustande zu er­halten. Gewiß erschallt uns von anderen Landern oft der Ruf entgegen, wir sollten wieder das Volk der Dichter und Denker werden. Wir wissen aber, daß wir Den harten Lebensnotwendigleiten unseres Volkes nur gerecht werden können durch Arbeitsamkeit und Fleiß. Diesen Geist friedlichen Ringens werden sich Die anderen Völ­ler gefallen lassen müssen.

Es gilt jetzt nicht nur das Vergangene zu pflegen, sondern auch den Bedürfnisse, unserer politischen und staatlichen Zukunft klar ins Auge zu sehen. Mir scheint, daß auch das Antlitz unseres Volkes nach außen hin davon nicht unbeeinflußt bleiben kann. Ich glaube, daß sich zu dem staatspoli­tischen Gedanken der soziale gesellen muß und uns in Zukunst das Gepräge geben wird Nie­mand von uns allen, glaube ich, verhehlt sich Die Schattenseiten jener Epoche stürmischer lechnisch- -^uftrteilet Entwicklung, die wir hinter uns haben. Ich meine nicht, daß sie es war, die uns i<n Reid der anderen Völker auf Den Hals gezogen hat. Das war schließlich nicht unsere Schuld. Vielmehr denke ich an die inn e r c n Folgen dieser Entwicklung, an Die sozialen Folgeerscheinungen. Die lleberroinbunq des Rau­mes durch die Mittel des Verkehrs schuf (Groß­städte, Die im Lichterglanze ihrer majestätischen Bauten, mit ihren mit allen Wunderwerken der ein Ministerpens.mrsgesetz erlassen werde, di? Bundesstaaten würden sich Li em Gesetz an- schlichen, allo auch Hessen. Das Kapitel wird an­genommen, ebenso Kap. 20 IS t a a t s v e r l a g) Bei Kap. 21 iA swärtige u d Reichsverhalti.itte» liegt ein Rachtrag vor, außerdem Anträge Der Abgeordneten Dr. Werner unD 5>r. Le uch t - gens. Der Antrag Dr. Werner will, daß die hessische Gesandtschaft in Berlin aufgehoben wird. Der Antrag Dr. Leucht - gens fordert, daß Die Stelle des zweiten Beamten auf Den Inhaber bewilligt wird, ebenso Die des Legatio-'samtmanns und die ein's mittleren B . amten. Die Regierung erklärt? sich D.ig ?qen. Bei Der Abstimm ing wurde Der A trag Dr. Warner gegen eine Stimme abgelehnt und Der Antrag Dr. Leuchtgens gegen Drei Stimmen abgelchnt. Der Rachtrag sowie des ganze Kapitel wurden genehmigt. Dte Kap. 22 (O 6 e r r e d) n u n g s = lammet) ur.D 23 (D'rwaltungsaer idjtä- hof) wurden bewilligt. Zu Kap. 24 (Staats­archiv) liegt ein Antrag Dr. Leuchtgens vor, die Stellen eines Sekretärs, cin'4 Obn- stenicn und eines Amtsgehilfen auf den Inhaber z bewillig 'n. Der A faq w rb? ab^lehn! u:D das Kapitel g gen eine Stimme angeiomn n Svah. z lRheinschif fahrt« tourb? gen? m g zu Kap. 26 iPostg bühren dazu v?r! 'n- er A trag Dr. Werner, Die Fernsvrechg> <en ur- 75 Proz. zu kürzen, und ein Attrag D Leicht genS, die Postgebühren -im 50 Pro; !):ro sehen. Beide Anträge wurden abgelebt unD das Kapitel gegen drei Stimmen genehm at.