nir Den vevorstehLnven SchtüyauSnviLav. Ml man anscheinend glaubte, durch die Bejahung des Ausbaues der höh. Mädchenschule tonne dos Projekt des Volksschulhausbaues gefährdet werden. Wenn diese Meinung bei jenen Rednern wirklich bestanden haben sollte, so können wir uns darüber nur wundern. Denn nach unserer Kenntnis der Dinge besteht über die Notwendigkeit des Schulhausbaues für unsere Volksschule nirgendwo ein Zweifel, einfach deshalb, weil die jetzigen Zustände unmöglich noch länger geduldet werden kömven. 3n dieser 2In= ficht sind sich alle verantwortungsbewußten Kommunalpolitiker einig. Womit aber nicht gesagt sein soll, daß nun gleich zwei Schulhäuser auf einmal gebaut werden müßten, wie manche -SnteDeffenten das erstreben, ohne hierbei so intensiv an die Schonung der städtischen Finanz- koaft zu denken, wie sie das jetzt bei der höh. Mädchenschule fordern. Bei dieser Einstellung aller Kommunalpolitiker war es also von dieser Seite ganz unnötig, die Schulhausbaufrage als Schreckgespenst dem Ausbau der höh. Mädchenschule eTTtgegenzuhalten. Beide Gruppen wiesen ferner übereinstimmend auf die Kostenberechnung für die Studienanstalt hin, die von der Verwaltung auf rund 23 003 Mk. jährlich festgestellt worden war. Prof. Dr. Herzog, dessen älrteil doch gewiß nicht belanglos oder ungereift ist, hat die Kosten auf rund 16 000 Mk. jährlich berechnet. die aber in dieser Höhe zum erstenmal in drei Jahren erst fällig werden würden. Die Einzelheiten der Herzogschen Berechnung sind in einem Aufsatz im „®ie6. Anz." Ar. 14 enthalten, von den Einzelheiten der städtischen Berechnung weiß die OefsentliHkeit dagegen nichts. Ohne die städtische Rechnung arrsechten zu wollen, möchten wir doch mal die Frage aufwerfen: Hat da nicht doch wohl der übervorsichtige städtische Finanzpolitiker, der — um ganz sicher zu gehen — die Einnahmen möglichst niedrig und die Ausgaben möglichst hoch ansetzt, etwas zu sehr im Vordergrund gestanden? Aber hiervon abgesehen bestehen bei dieser Kostenbetrachtung doch auch noch andere Gesichtspunkte, die gesamtwirtschaftlich sehr wesentlich sind, in der Schulkostenrechnung selbst jÄ>och nicht zum Ausdruck kommen. Man bedenke: Wird die Studienanstalt hier errichtet, dann werden die in Betracht kommenden Kinder der zahlungskräftigen diesigen Eltern am Platze bleiben und alle Ein- täufe, die für diese Kinder notwendig sind, werden am Orte geschehen, also das einheimische Geschäftsleben fördern. Dazu besteht di2 wohlbegründete Aussicht, dah aus den verschiedensten TÄen der Provinz interessierte Schülerinnen bierhsrgeschickt und auch die für diese Kinder erforderlichen Geldmittel der Gießener Geschäftswelt in der einen oder andern Form zugute kommen werden. Kommt die Studienanstalt hier aber nicht zustande, so werden nicht nur auswärtige Gelder unserem Gießener Wirtschaftsleben fernbleiben, sondern auch einheimische Geldkraft wird nach auswärts abfließen. 05 man sich diese Auswirkung vor jener Beschlußfassung wohl genügend vor Augen gehalten hat? Manche Äeußerungen, die wir mittlerweile hören konnten, geben uns den Eindruck, daß man dieser Seite der Angelegenheit entweder gar nicht oder nur in ganz ungenügendem Maße Beachtung geschenkt hat. Derartige Dinge muß man eben auch bis zu einem gewissen Grade unter dem Gesichtspunkt der allgemeinen Oekonomie betrachten! Gießen kann es sich nicht gestalten, den Zeitpunkt für die Schaffung von Einrichtungen mit werbender Kraft — diese Eigenschaft hat auch eine Studienanstalt, in geistiger und materieller Hinsicht! — ungcnüi't vorübergehen zu lassem Unsere Stadt hat früher schon manchmal den ^wirtschaftlichen Anschluß" versäumt, und trauert diesen verpaßten Gelegenheiten heute noch nach. Will man den gleichen Fehler jetzt wieder begehen und damit eine neue wertvolle Chance für die Sorten ttoidlung unseres Gemeinwesens aus der Hand geben? Wenn man das tut, muß man sich schdn heute darüber klar sein, dah dieser Fehler sich später rächen wird.
Man wird uns vielleicht entgegen galten wollen, daß der Ausbau ja doch gar nicht abgelehnt ist, sondern daß man ihn vornehmen will, wenn der Staat auch mit zahlt. Das ist gewiß richtig, aber in dem Dorschieben des Staates liegt u. E. gerade das Bedenkliche. Wir meinen, der Hinweis des Stadtv. Mann, dah bei Gießener - Wünschen in Darmstadt immer geltend gemacht werde, Gießen habe doch die plniversität, hätte sofort sehr zu denken geben sollen: aus ihm konnte man unschwer die Windrichtung erkennen, mit der man auch hier wieder zu rechnen haben wird. Selbstverständlich sind derartige Darmstädter Hinweise ganz unberechtigt und nachdrücklich ab.^u'ebnen, denn die Llnidersität ist nicht nur zum Autzsn Gießens da, sondern zum Vorteil ganz Hessens, des ganzen deutschen Vaterlandes und darüber hinaus. Ebenso gut wie sich der Staat verpflichtet fühlt, zu den Studionanstalten in Darmstadt und Mainz beizusteuern, ist er auch moralisch gebunden, der oberhessischen Provinzialhaupt- stadt und damit ganz Oberhessen in der gleichen Richtung förderlich zu sein. Von dieser Ansicht ging auch der Antrag des Kuratoriums der höh. Mädchenschule aus, in dem gefordert wurde:
„Dem Ausbau der höheren Mädchenschule durch Errichtung einer Studienanstalt wird zu- gestimmt.
Das Kuratorium betont ausdrücklich, daß eine Betelligung des hessische Staates an den Kosten mit Rücksicht darauf, daß er zu den Studienanstalten in den beiden anderen Provinzen. nämlich den Anstalten in Mainz und Darmstadt, Zuschüsse leistet, durchaus geboten erscheint."
Das Kuratorium und die Befürworter seines Antrages im Stadtparlament wollten also letzten Endes genau dasselbe, wie dir Beschließer des Finanzausschußantrags. Der Unterschied besteht nur darin, bah man nach dem Kuratoriumantvag die Sache nicht noch länger hinausschieben wollte, bis der Staat sich vielleicht doch mal zu der Mitleistung verstehen würde. Für diesen Standpunkt des ungesäumten Handelns sprechen sehr gewichtige Gründe, die von den Ab- lehneru des Kuratoriumontrages anscheinend entweder nicht erkannt, oder nicht genügend gewürdigt wurden. 3m Interesse der Sache wollen wir uns hierüber öffentlich nicht näher aussprechen. Wir wollen heute nur dringend wünschen und hiermit zugleich nachdrücklich an die Staatsregierung und den Landtag appellieren, daß sie sich in dieser Angelegenheit großzügiger zeigen mögen als Die Mehrheit des Gießener Stadtparlaments, und daß sie bedenken mögen, daß es bi beefer <5cage nicht
etwa nur um Gießener lokale 'Lrgsbegsn- heiten. fonbem um sehe wichtige Dil- dungsbelange der ganzen Provinz Oberhessen, um die Erfüllung wichtigster Kulturforderungen dunj Besten unserer her auf- steigenden Generationen geht. Hierzu bedarf es nicht schöner Worte, sondern vor allem Taten sind erforderlich. Wer danach handelt, der allein zeigt sich den großen Anforderungen der neuen Zeit gewachsen, mag er nun in Gießen oder in Darmstadt oder sonstwo sitzen!
Aus Stadt und Land.
Gießen, den 7. Februar 1925.
Q Zur Bekämpfung der llnsitt- l i ch k e i t. Wie aus der neuesten Rümmer des Amtsblattes des Ministeriums der Justiz zu entnehmen ist, ist der Aufgabnckreis der bisherigen Zentralvolizeistelle zur 'Bekämpfung unzüchtiger Bilder und Schriften, die jetzt die amtliche Bezeichnung „Deutsche Zentralpolizeistelle zur Bekämpfung uirzüchtiger Bilder. Schriften und Inserate in Berlin (Polumbi) führt, wesentlich erweitert worden. Die Stelle ist bei der Abtg. II! des Polizeipräsidiums Berlin eingerichtet und dient in der Hauptsache der wirksamen Bekämpfung: a) der Verbreitung unzüchtiger Bilder. Schriften und Darstellungen, b) der in der Presse ergehenden Anzeigen, die Abortivmittel und Gegenstände, die zu unzüchtigem Gebrauch bestimmt sind, anpreisen oder die Herbeiführung uuzück-tigen Verkehrs bezwecken, c) ärgerniserregender unzüchtiger Handlungen aus Anlaß von Schauspielunternehmungen. Singspielen, Gesangs- und deklamatorischen Vorträgen, Schaustellungen von Personen oder anderen theatralischen Vorstellungen.
" Personalien. Ernannt wurden der. Oberstaatsanwalt bei dem Landgericht der Provinz Rheinhessen Josef S t i g e l l zum Präsidenten des Landgerichts der Provinz Rheinhessen mit Wirkung vom 1. Februar: der Oberlandes- gerichtsrat bei dem Oberlandesgericht in Darmstadt Philipp Bechtold zum Oberstaatsanwalt bei dem Landgericht der Provinz Rheinhessen mit Wirkung vom 1. Februar; der Landgerichtsrat bei dem Landgericht der Provinz Starkenburg Friedrich Conradi zum Oberlandesgerichtsrat bei dem Oberlandesgericht in Darmstadt mit Wirkung vom 2. Februar; der Obertandesgerichtsrat bei dem Oberlandesgericht in Darmstadt Friedrich Dähn zum Landgerichtsdirektor bei dem Landgericht der Provinz Rheinhessen und zugleich zum Amtsrichter bei dem Amts- gerichl Mainz mit Wirkung vom 1. Febr.; der Oberlandesgerichtsrat bei dem Oberlandesgericht in Darmstadt Gustav Erckmann zum Landgerichtsdirektor bei dem Landgericht der Provinz Rheinhessen und zugleich zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Mamz mit Wirkung vom 1. Februar; der Oberlandesgerichtsrat bei dem Ober- landesgericht in Darmstadt Martin Hessel zum Land^erichtsdirektor bei dem Landgericht der Provinz Rheinhessen und zugleich zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Mainz mit Wirkung vom 1. Februar 19K. Der Lcurdgerichts- rat bei dem Landgericht der Provinz Starkenburg Dr. Gustav Maurer zum Ober» landesgerichtsrat bei dem OberlandesMricht in Darmstadt mit Wirkung vom 3. Februar; der Landgerichtsrat bei dem Landgericht der Provinz Rheinhessen Dr. Ernst Mayer zum Oberlandesgerichtsrat bei dem Oberlandesgericht in Darmstadt mit Wirkung vom 4. Februar; der Landgerichtsrat bei dem Landgericht der Provinz Rheinhessen Karl Rummel zum Oberlandesgerichtsrat bei dem Oberlandesgericht in Darmstadt mit Wirkung vom 1. Februar und der Hilfsarbeiter bei dem Ministerium der Justiz Justiz- rat Johannes Schmitt zum vortragenden Rat im Ministerium der Justiz unter Verleihung der Amtsbezeichnung Oberjustizrat mit Wirkung vom 1.Januar; der Lehrer Jakob Leisenhei m e r zu Rimbach, Kreis Lauterbach, zum Lehrer an der Volksschule zu Rödgen, Kreis Gießen; der Privatdozent Prof. Gg. Rüth zu Biebrich zum außerplanmäßigen außerordentlichen Professor an der Technischen Hochschule zu Darmstadt; der Regierungsrat Hermann Klebe r g c r in Oppenheim zum Vorsteher des Finanzamts Ridda vom 1. Februar ab. — 3n den einstweiligen Ruhestand tritt auf Grund des Personalabbaugesetzes vom l.März der Regierungsbaurat bei der Kreisverwaltung zu Büdingen Johann Funk. — Zurückgenommen wurde die Versetzung des Lehrers Marsteller zu Watzenborn-Steinberg nach Wahlen, Kreis Alsfeld.
** Die Beseitigung dürrer Bäume im Feld und in Den Gürten. Rach Dem Polizeireglement vom 30. Dezember 1881 ist jeder verpflichtet, innerhalb vier Wochen nach der Aufforderung durch Die Ortspolizei seine Dürren Bäume aus dem Feld und Den ©arten zu entfernen. Zuwiderhandlungen werden nach Art. 3Z des Feldstrafgesehes bestraft; auch können Die dürren Bäume auf Kosten der Säumigen durch die Ortspolizei entfernt werden. Unter Hinweis auf diese Bestimmungen empfiehlt das Kreisamt den Bürgermeistereien, gegebenenfalls die nötigen Anordnungen zur Entfernung der Dürren Bäume durch die Besitzer zu treffen. Don einer Beseitigung nach dem 1. April soll wegen der brütenden Vögel abgesehen werden.
’’*■ Licht in Den Spritzenhäusern. Das Kreisamt Gießen gibt Öen Bürgermeistereien Der Lanögemeinden des Kreises bekannt: Wie festgestellt worden ist, sind viele Spritzenhäuser im Kreise ohne ausreichende Beleuchtung, obwohl eine solche ohne besondere Schwierigkeiten und ohne übermäßige Kosten herzustellen wäre, da fast alle Gemeinden mit elektrischem Licht versehen sind. Da eine ausreichende Beleuchtung Der Spritzenhäuser Die Schlagfertigkeit Der Feuerwehr wesentlich erhöht, empfehlen wir Den Bürgermeistereien dringend, die Anlage elektrischer Beleuchtung im Spritzenhause, soweit solche etwa noch nicht vorhanden ist, in die Wege zu leiten.
*• Desichtigungsfah-rt Der Wasch in e n b a u s chu l e Gießen. Am Montag unternahm daS 3. Semester der Maschinenbauschule Gießen unter Leitung zweier Ingenieure eine Exkursion nach Hirzenhain, um die Hüttenanlage der Hugo Buderus G. m. b. H. zu besichtigen. Unter bet Führung dreier Ingenieure des Werkes wurden Gießerei, Emaillierwerk. Schlosserei usw. durchschritten. Mit ganz besonderem Interesse wurde das Emaillierwerk in Augenschein genommen, welches in großen luftigen Hallen untergebracht und aufd neueste eingerichtet ist. Darm wurden noch verschiedene Wohlfahrtseinrichtungen, wie Badehaus. dfcbei- ter und Deamtenkasmo gezeigt. Rach Der Ein-
nayme eures von Oer Ftrma gebotosss Frühstücks wurde die Wanderung nach dem Kraftwerk Liß berg angetreten, dessen Einrichtung ebenfalls mit großem Interesse besichtigt wurde.
•• Aus dem Gießener Standes- samtsregister. Es verstorben in der Zeit vom 15. bis 31. Januar: 17. Jan. Christine Altvater, geb. ©lebe, Witwe, 79 Jahre alt, Wil- helmstrahe 50. 18. Jan. Heinrich Schmidt, Kaufmann, 55 Jahre alt. Kaiser-Allee 60. 21.3on. Elise Rethwisch, ohne Beruf. 24 Jahre alt, Buddestraße 7; Ludwig Rohrbach, Rentner. 78 Jahre alt, Landgraf-Philipp-Plah 6. 23. Jan. Clemens Rarz, Schneider. 64 Jahre alt, Kathr- rinengasse 12. 24. 3cm. Konrad Doeckner, Lehrer t R.. 78 Jahre alt, Liebigstraße 82; Pauline Willmann, Privatin, 57 Jahre alt, Frankfurter Straße 5. 25. Jan. Therese Klara Gregori, ohne Beruf, 44 Jahre alt, Kreuzplah 14. 27. Jan. Georg Reih, Arbeiter, 27 Jahre alt, Drandgasse7. 28. Jan. Johann Heinrich Dornscheuer, Lokomotivführer-Anwärter, 26 Jahre alt, Ludwigstraße 5. 30. Jan. Christian Haas. Sparkassen-Rendant, 61 Jahre alt, Stephanstraße 17.
Der Verband oberhessischer Erwerbs^- und Wirtschaftsgenosse n- schäft en in Gießen, der viele Jahre von Post- sekretär i. A. Mayer und in letzter Zeit von Rektor i. R. K n a u ß geleitet wurde, hat kürzlich seine Auslösung beschlossen. Dem Verband gehörten 33 Genossenschaften an. Davon sind bis jetzt 20 Spar- und Vorschußkassen und 7 Konsumvereine dem Hessischen Genossenschaftsverband in Darmstadt beigetreten, während sich 2 Konsumvereine dem Raiffeisen-Verband angeschlossen haben. 4 Vereine stehen noch abseits.
Landkreis Gießen.
X Lang-Göns. 5. Febr. An Der Spitze unseres Kirchturms hatten sich in der letzten Zeit verschiedene Reparatur Notwendigkeiten ergeben. Bei diesen Arbeiten, die jetzt im Gange sind, wurden Turmbau-älr künden, aus dem Jahve 1792 stammend, in sehr gut erhaltenem Zustand aufgefunden. Die Hrfuntem sind mit Federkiel in lateinischer Schrift auf Pergament geschrieben. — 3m Monat Januar konnten mehrere alte Leute unseres Dorfes hochbetagt ihren Geburtstag feiern. Zuerst beging Die W.twe Höhn im Kreise ihrer Kinder Den 80. Geburtstag, dann folgte Der weit über Die Grenzen unserer Gemeinde bekannte Zimmer- meister Kiefer, der ebenfalls im Kreise seiner Kinder den 8 0. Geburtstag sah. Kiefer . (Veteran von 1870) war Gründer des Kriegervereins und Der Freiwilligen Feuerwehr und hat bei vielen Gelegenheiten sein echtdeutsches Herz stets durch Wort und Tat bewiesen. Dies betonten auch Der Bürgermeister unD Der Feuer- wehrtommandant bei Der Beglückwünschung des alten Herrn ganz besonders. Heute endlich feierte Der Landwirt Konrad Müller XXIII. in seltener körperlicher und geistiger Frische seinen 8 5. G e b u r t s t ag. Der ehrwürdige Greis geht noch vom frühen Morgen bis zum späten Abend seinem landwirtschaftlichen Beruf nach. Der Bruder dieses Mannes, der Landwirt Konrad Anton Müller, wird am 24. Februar 94 Jahre alt. Möge Den alten Mitbürgern noch manches sonnige Jährchen beschieden fein! — Bei Der gestrigen Rutzholzverste iger ung tourDen zufriedenstellende Preise erzielt. GS war in der Hauptsache Kiefern-Stammholz 4. und 5 .Klasse, wofür em Durchschnittspreis von 24 bis 28 Mk. je Festmeter erzielt wurde. Einige Schnittstämme derselben An tarnen auf 50 Mk. und mehr je> Festmeter. Fichtenstämme, in Der Mehrzahl 5. Kl., 16 bis 20 Mk. Zur Erzielung dieser günstigen Preise haben die außerordentlichen Zahlungsbedingungen beigetragen, nämlich ein Viertel des Preises im Mai, ein weiteres Viertel im August, Der Rest im Rovember. Das Holzfällen geht jetzt seinem Ende zu. Es war für viele Arbeiter unserer Gemeinde in diesem Winter eine einträgliche, wenn auch schwere Arbeit. -
J) Lich, 5. Febr. Aus der jüngsten Gemeinderatssitzung ist zu berichten: Die Herstellung der Kanalisation und der Wasserleitung in verschiedenen Straßen wurde an hiesige Unternehmer zu Deren Angebot übertragen. Zur Verbesserung des Bahnüberganges zwischen Bahnhofstraße und Hungener Straße soll ein gepflasterter Uebergang geschaffen werden. Ebenso soll das bestehende Pflaster quer zur Bahnhofstraße und verschiedene ilebergänge über Dieselbe gehoben werden. Der erforderliche Kredit wurde zu Lasten des Rechnungsjahres 1924 bewilligt. Auf Festsetzung einer erhöhten Vergnügun gS-- fteuer für karnevalistische Veranstaltungen und Kostümfeste wurde verzichtet. Die Pächter der Fischerei im Weidgraben und in Den Aebenbächen Der Wetter wurden vom 31. Dezember 1924 ab infolge von Mißverständnissen hinsichtlich Der Abgrenzung des Fischereibezirks von dem Pachtvertrag entbunden. Gleichzeitig wurde beschlossen, eine Reuver- Pachtung vorzunehmen. Die im hiesigen Stadtwald beschäftigten Holzhauer f illen hinsichtlich des Taxholzbezuges genau in Der gleichen Weise behandelt werden, wie es für die Holzhauer im Staatswald festgesetzt ist. Lieber- dieS wurde den Holzhauern das Recht zuge- standen, sich genau tote im Vorjahre denDistrikt, aus dem sie das Holz beziehen wollen, selbst auszuwählen. Das Holz soll dann nt Der Reihenfolge abgegeben werden. Ferner wurde beschlossen, daß solange der Staat bei der ersteren Regelung bleibt, auch die Stadt daran festhält. Dem Christian Zimmer zu Lich wurde die Genehmigung zur Anbringung eines Schaukastens an seinem Haus Braugasfe 16 in widerruflick^r Weise gegen Ausstellung eines Reverses und Zahlung einer jährlichen AnerkennungSg^>ühr von 2 Mk. erteilt. Dem Verein für Polizei- und Schutzbund« hier wurde zur Beschaffung eines Hetzanzuges ehr städtischer Zuschuß von 60 Mk. zur Verfügung gestellt. — Heute fand im hiesigen Stadtwald, Distrikt Groß- bäuferborg, eine außerordentlich stark besuchte Drennholzversteigerung statt. Der Treffpunkt zu dieser Versteigerung lag fat Der Rühe der Station Rieder-Bessingen. Gegen 300 Interessenten mögen es gewesen fein, die Die Rebenbahn Butzbach— Lich—Grünberg von Station Lich aus benufcten und so wieder der Dahn zu einer guten Einnahme verhalfen. Die Holz- preise waren sehr hoch. Es wurden bezahlt für Duchenscheiter pro Raummeter 15 bis 16 Mk., für Buchenknüppel 10 bis 12 Mk., für Buchen- ft öde 6 bis 8 Mk. und für 100 Stück Duchen- wellen 30 bis 50 Mk.
Df. Langsdorf, 5. Febr. Am Samstag veranstaltete der hiesige Tu rnberetn einen dßsendlichen Duvnabend, an Dem unsere
männliche und weibklche tsugenb zeigen f stixe, was sie im Laufe des Winters gelernt hatte. Die Mädchen zeigten eine große 2urzahl Reigen und Freiübungen. Besonders zu erwähnen ist das Darrenturnen Der Schülerinnen. Auch die Schuljungen leisteten nur Erfreuliche» Die Hebungen Der Schulentlassenen zeugten ebenfalls Davon, dah ein guter Turngeist bei ihnen herrscht. Möge dieser unserer Jugend allzeit erhallen bleiben zum Besten Der Jugend selber unD zum Wohl unseres Vaterlandes.
* ©taufenberg, 6. Febr. Die heutig«' Rutzholzver fteigerung erb achte nach, stehende D urchschnittsp reise je Fstm.: Fechten--Derbst angen 1. Kl. 40 Mk., 2. Kl. 30 Ml., Fichten- Reisstangen l.Kl. 20 Mk., Eichen-Derbstangen 20 Mk., Kiefern-Rutzscheiter (Rollen, 2 Meter lang) 30 Mk.
' Londorf, 6. Febr. Bei Der gestrigen Holzversteigerung Des Forstamts Ra> benau tourDen folgenDe Durchschnittspreise erzielt: Scheiter: Buche 8,80, Kiefer 5,70, Fichte 5,00Ml.; Knüppel: Buche 6,45, Eiche 4,00, Kiefer 4^0, Fichte 3,30 Mk.: Reisig: Buche 1,20 Mk.; Stocke: Buche 4,40, Kiefer 2,00, Fichte 1,20 Mk. je Am. — Die heutige Holzversteigerung desselben Forst- amts ergab folgende Durchschnittspreise: Scheiter: Buche 12,00, Eiche 10,60, Kiefer 4,20; Knüppel: Buche 10,00, Eiche 4,75, Kiefer 6,00, Fichte 4,75 Mark; Reisig: Buche 1,50, Eiche 0,-70, Fichte (Schichthaufen) 1,00; Stöcke: Buche 5.45, Eiche 3,40, Fichte 1,30 Mark je Rm.
* Rüdd i ngshausen, 6. Febr. Bei der gestrigen Ruh Holz-Submission aus den hiesigen Gemeindewaldungen ergaben sich fol- genbe Höchstgebote: Fichtenstämme 2. Kl. bis einschl. Kl. 5 b Durchschnitt je Fstm. 29.50 Mk. Dieter Firma Gebr. Himmelsbach-Ridda; Kiefern-Stämme 3. Kl. bis einschl. Grubenholz Durchschnitt 26,25 Mk. je Fstm. Dieter Firma Kl ingelhöfer-Grvh-Seelheim. Deiden wurde Der Zuschlag erteilt .
<5 Reinhard shain, 6. Febr. Zum 2. Male im neuen Jahre veranstaltete der hiesige Ztoeigverein des Evang. Dundes gemeinsam mit Dem Ev a n g. Fra uenverein einen Familienabend am Donnerstagabend. Der Ortspfarrer zeigte zunächst Lichtbilder von Jerusalem. Darauf hielt er einen Vortrag über „Vergiß es nicht, gedenke." Die Gemeinde. Die Die einzige im Kirchspiel ist, die ihren Kriegstoten noch kein Denkmal gesetzt hat, sollte Damir angel"eitert werden, diese Pflicht der Dansbarkett zu erfüllen. Hoffen wir, daß ein Ernst gemacht wird mit dieser Ausgabe.
t Saasen, 6. Febr. Die erste Holzversteigerung Der Försterei Saasen brachte den üblichen Andrang der Steiglustigen. Es kosteten im Durchschnitt 4 Meter Duchenscheit 40 Mk., 4 Meter Prügel 30 Mk. und Darüber,
Kreis Friedberg.
vw. Butzbach, 6. Febr. In Der gestrigen Stadtverordnetensihung wurde u. a. beschlossen, daß der seither provisorisch verwandte Dausekretär Metz definitiv angestellt werden soll. — Die Anschaffung einer Motorspritze wurde auf Antrag des Feuer- wehrkommandvs beschlossen und die erforderlichen Mittel hierfür im Betrage von 8000 Mk. bereit- gestellt. — Den städtischen Holzhauern wurde eine Beihilfe im Gesamtbeträge von 750 Mark zugesprochen und ihnen außerdem noch Holz zu ermäßigtem Preis bewilligt. — Die Kosten für Instandsetzung des Daches der St. Wen- delskirche im Betrage von 1000 Mark werden bewilligt. — Die Erbauung eine- zweiten Reihenhauses (8-Familienhaus) wurde beschlossen und die Kosten Dafür im ungefähren (Betrag von 70 000 Mk. eingestellt. Ebenso wurden die Kosten für Den Umbau des Hospitals in Höhe von 6500 Mk. genehmigt. — Der Hof des Elektrizitätswerkes soll durch eine Mauer und Einbau eines eisernen Tores einen besseren Abschluß erhalten. Die Kosten hierfür sowie diejenigen für die gleichzeitige Herstellung einer Abortanlage am Vieh- Marktplatz in Hohe von 4000 Mk. wurden ebenfalls gutgeheißen. — Dem Antrag des Ausschusses für Leibesübungen auf Lieferung von Holz und Draht für die beiDert Fuß- balltore im Lustgarten wurde stattgegeben.
Dad-Rauheim, 5. Febr. Der Steno> ^raphenverein ©abelsberger hielt heute seine gutbesuchte Hauptversammlung ab. Der Jahresbericht konnte schone Erfolge im abgelaufenen Jahr buchen, das in Der Geschichte des Vereins von besonderer Bedeutung ist, brachte es doch Die UmftcIIung auf Die neue Reichskurzschrift. Am Dundesfernwettschrei- ben des Deutschen Stenographenbundes Gabels- berger, am Verbands wettschreiben in Offenbach a. M. und an den Bezirkstoettschreiben tn Friedberg und Grohen-Linden waren Mitglieder in größerer Zahl beteiligt. Sie errangen zusammen 57 Preise, darunter 3 Ehrenpreise unD 37 erste Preise; 21 erste Preise entfallen allein auf die Teilnahme am Bundes-Fernwettschreiben. Die beste Gesamtleistung im Lauftz des Jahres
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