Einzelbild herunterladen

Samstag, L gebruar 1925

115. Jahrgang

nr.32 Erstes Blatt

TT.

Länder, lieber diese ei<

Die

Sur

Lawine werden.

der

Preis für \ mm für Anzeigen von

pflicht für 'betreibe und Mehlvorräte fest, ermächtigt die Behörden zu Requisitionen, wenn der Stand der Ernährung es erfordert und si<cht einen Sonder kredit von ICO Millionen Fran­ken für den Einkauf von Getreide auf Staats­kosten vor.

liche Bedingung ist die Pariser Presse empört. Sie behauptet, die französische Delegation dürfe

leeetee »o*

für bte lagtsnummer ölt zum Nachmittag vorher ohne jebeilerbtnbhdtheü

gwanISgetreidewirlschaft in Frankreich.

stimmte Vorschläge gemacht werden können, die die Grundlage für eine Verständigung ab­geben können. Don maßgebender deutscher Seite wird mitgeteilt, daß die für heute nachmittag geplante Delegationssitzung vertagt werden mußte, da im Verlauf der Besprechung zwischen Raynaldi unb Trendclenburg sich er­neut herauSgestellt habe, daß die grundsätzliche Angleichung der beiderseitigen Standpunkte noch nicht so weit vorgeschritten sei. daß Vollsitzungen Aussicht auf Erfolg hätten. Die deutsche Dele­gation ist nach wie vor bereit, ein Proviso­rium abzuschliehen, sobald ihr befriedi­gende Zusagen für den endgültigen Vertrag erteilt werden. In diesem Sinne hat sich Staatssekretär Trendelenburg auch gegenüber Raynaldi ausgesprochen. Don deutscher Seite wild großes Gewicht auf die Feststellung gelegt, daß man vorläufig w e it e r v e r ha n delt, auch in Abwesenheit RaynaldiS. dcr morgen für drei Tage nerreifen wird. Zu Dollsitzungen dürfte cs jedoch erst nach seiner Rückkehr, voraussichtlich Anfang oder Mitte nächster Woche kommen.

Die deutsch-französischen

Handelsvertragsverhandlungen

Paris, 7. Febr. (WTB. Funkspruch.) Kammer hat sich über die Politik der Regierung hinsichtlich der Versorgung der Bevölke­rung mit Brotgetreide ausgesprochen und die Maßnahmen der Regierung durch ein Der- trauensvotum mit 328 gegen 225 Stimmen an­genommen. Darauf hat die Kammer in einer Rachtsitzung einen vom Wiederaufbauminister ein­gebrachten Gesetzentwurf über die Maßnahmen zur Sicher st ellung der Ernährung be­raten und mit 332 gegen 223 Stimmen angenom­men. Dieser Gesetzentwurf legt die An melde-

Breite ÜNlichS, auswärt- 10 (Bolbpfennig; für Ne- Klame-Anieiyen v 70mm Breite 35 Colbpsennig, Playvorsckrist 20' Auf­schlag. - Verantwortlich für Politik u. Feuilleton: vr Iriebr Wilh Lange; für ben übrigen Teil: Ernst Dtumschein; für den Anzeigenteil: Han, Beck, sämtlich in Gießen.

Die deutsch-französischen Wirtschaftsverhand- lungen in Paris sind in ein neues Stadium getreten. An Stelle des Rotenwechscls sind wieder die mündlichen Verhandlungen getre­ten. die eher dazu angetan sind, zu einem für beide Teile befriedigenden Ergebnis zu kommen. Daß die Derhandlungen nicht abgebrochen wur­den, kann Deutschland als sein Verdienst buchen, das ihm um so höher angerechnet werden muß, als Deutschland unter einem völligen Bruch weit weniger gelitten haben würde als Frankreich, für dessen Industrie die Abschnürung Elsaß-Lothrin- gens von der Ausfuhr nach dem deutschen Indu­striegebiet katastrophale Felgen geerbt hätte, hat doch schon der vertragslose Zustand seit dem 10. Januar genügend Rachteile für Lothringen gezeitigt, die sicher auch Frankreichs künftige Hal­tung bei den Derhandlungen nicht unwesentlich beeinflussen wird.

Deutschlands Wille zur Derständigung und Entgegenkommen wird ja auch von dem größten Teile der Pariser Presse anerfamit. Das Ent-

Sin anderer Skandalprozeh hat Ende -Dvche ebenfalls In Berlin begonnen. Er bearn .r* X_ 1 . . . a 1 Äa f C a I am

erörterte Derwüstung der rheinischen Wälder durch die Freiburger Firma G e b r. Himmelsbach 21.-©., eine der größten deut­schen Holzhandlungen. Der Herausgeber der Ber­liner ZeitschriftDer Holzmarkt". Otto Firn- b a ch, hat die Firma Himmelsbach beschuldigt, die deutschen Waldungen in der Pfalz im Ein­verständnis mit den Franzosen ver­wüstet zu haben, so daß der angerichtets Schaden nach Ansicht von Sachverständigen in hundert Jahren sich nicht toieber gutmachen lasse. Oer Vorsitzende des Aufsichtsrats der Gebr. Himmelsbach 21.-®. hat darauf Beleidi­gungsklage erhoben. Schon der erste Der- handlungstag rollte ein außerordentlich träbeS Bild aus den Tagen des Ruhrkampses auf. in denen die Firma HimmelSbach Verträge mit den französischen Ddahungsbehorden abschloß, auf Grund deren ihr der wertvolle deutsch? Wald- bestand in der Pfalz, Rheinhessen und Rhein- vreußen zum 2lbschlag ausgeliefert wurde. Die als Zeugen vernommenen preußischen, bayeri­schen und hessischen Forstbeamten geben am daß der Einschlag, den Himmelsbach hat durchführen lassen, mit 80000 Festmetern in acht Wochen von insgesamt 118 000 Festmetern weit über baä normale Maß hinausging.

Für Hessen handelte es sich um die Weg­nahme wertvollster Cschenbestände. um eine aus­gesprochene Waldverwüstung großen Stils, aus der Himmelsbach einen ungeheuren Gewinn hat ziehen können. Es wurde Kiefernholz geschlagen, das der Firma noch gar nicht gehörte. Die An- gestellten der Firma feilen sogar die französischen Besatzung ebehöcden auf die wertvollsten Bestände aufmerksam gemacht haben, damit sie HimmdS- bach zum Schlagen überwiesen wurden. Die Re­gierungsvertreter machten noch besonders darauf aufmerksam, daß die Regierungen die Ver­träge der Firma mit den Franzosen über­haupt nicht gekannt haben, daß de Firma erstnachher mit den Regierungen verhandelte, um sich den Rücken zu decken. Auch dieser Skandal bedarf restloser Klärung, auch nach der politischen Seite hin. mit einem Beleidigungsprozeh durste es keineswegs abaetan sein

unter keinen Umständen durch de artige Derficherungen der Entscheidung des Parlamentes über den endgültigen Hcrrdels vertrag vorgreisen. Demgegenüber kann aber darauf hrngewiesen werden, daß Deutschland diesen Weg bei 'Ver­handlungen mit anderen Landern stets ge­gangen ist und meistens auch mit Erfolg. Zudem hat ja Roynaldi schon genügend Zeit ge­habt, sich über diese Frage mit den maßgeben­den parlamentarischen Körperschaften au^ht» anderzusetzen und ihre titinummg festzustet len. Die gestrige Amtssprache der Dckegationssührer toirb vor allen Dingen dieser Tatsache gegolten haben. Man kann nun hoffen, daß die anschei­nend mit gutem Erfolg begonnenen Verhand­lungen nicht durch Quertreibereien der Pariser Presse gestört toetben.

TrendelenbnrgbeiRaynatdy

Paris, 6. Febr. (WTB.) Staatssekretär Dr. Trendelenburg hatte heute vormittag mit Handelsminister Raynaldi eine längere Unterredung, in deren Verlauf die gestern über­mittelten deutschen Vorschläge eingehend bespro­chen tourben. Don deutscher Seite wird fest- gestellt, daß eS nicht ausgeschlossen ist, daß sich noch eine Möglichkeit für eine Verständigung finden lasse. Man beurteilt in diesen Kreisen die Lage keineswegs so pessimistisch, wie sie die französische Presse dargestellt hat und erwartet, daß im Lause der demnächstigenBeratungen be =

befopunen habe, neben denvielen hundert Gul­den, die Herr Darmat Ihnen seinerzeit in Hol­land ohne jeden Grund gegeben hat"......und

die 600 Dema-Aktien, die Ihnen franko überlassen wurden". Schließlich wird der Herr Reichskanzler noch recht unsanft dafür verantwortlich gemacht, daß seineauthentischen Informationen aus höch­sten Kreisen" Herrn Darmatkolossale Derluste"

Der Sumpf.

Reden den großen ftmerpvlitisc^n Prvble- eien, die seit dem Ende bet f

(ilbnähilch ins Rollen kommen. Staatshaushalt Finanzausgleich. Aufwertung. 2lrbeitszeir bean spracht der B a r m a t s ka nda l ein«täglich wach­sendes Intevesfe. 3m Untersuchungsausschuß deS preußischen Landtags wird mit ersreulicher Euer- aie in das deutsche Panama hftremgeleucht^. 3eber Tag bringt neue Enthüllungen, neue Bloß­stellungen neue Gesichtspunkte. Wenn die Oe - fentlichkett Nch so uusgiebig mit demDarmat- sfandal unb allem, was drum unb dran hangt, befaftt so sicher nur zum geringsten Teil aus reiner SensationSfreube. ES wäre grade aus «ußenvvsitkschen Gründen manches dagegen ein- »«wenden, wenn wir unsere schmutzige Wäsche in breitester Oestentlichkeit waschen. Aber wir stehen innenpolitisch an einem entscheidenden Wendepunkt. Unsere Volkswirtschaft hat wieder festen Boden unter den Füßen, der Inflations­sumpf ist durchschritten, nun gilt eS die poli­tische Konsolidierung, eine großzügige Sau- bernngSaktion unseres Staatswesens von all den unsauberen Elementen, die in der größten ffiot deS deutschen Volkes, dem siechen Staats- IBrper das letzte Blut aus den 2ldern sogen. PolttischeS ReinlichkeitSgefühl muß wiederkehren. Recht und Unrecht müllen wieder zu festen 'Be­griffen werden, wenn auch unser politisches Geben nach Len schweren Erschütterungen der letzten Icchre gesunden soll und daS deutsche Volk in Zukunft nur Männern mit untadelig weißer Weste sein Schicksal anvertvauen will. Darum ist es gut. daß die ilntersuchungen deS Landtagsaus­schusses sich vor dem breiten Forum der Seffent- Weit abspielen, damit jeder Volksgenosse sich sein Urteil bilden kann über die Männer, die fcort bloßgestellt werden, die mit seinem Geld lanbfrcmbc Schmarotzer hochpäppelten unb deut­sches Dolksver mögen verschleuderten.

Ein sehr sonderbares Licht werfen die Ver­handlungen deS Untersuchungsausschusses auf die Sozialdemokratische Partei. Sie zergen eine ganze Reihe Prominenter dieser antikapita­listischen Partei in besten Beziehungen zu Herrn Julius Barmat. dem Typ deS internationalen Spekulanten unb Konjunkturgewinnlers, die über die rein persönliche Freundschaft zu form sozia^ listischon Großkapitalisten allem Anschein nach auch ins Wirtschaftliche himtberspi^en. Herr SSeilmann, Führer der preußischen Sozial­demokratie. Syndikus deS Herrn Julius Darmai und AufsichtsratSmüglled im Darmatkonzern. der noch vor wenigen Tagen in einer grvßangelegten Derteidigungsrede etne Lanze für seinen Freund Darmai brach, muß sich im hochnotpeinlichen Kreuzverhör zu Zugeständnissen bequemen, die für seine Partei doch recht unangenehm sind.

Barmat hat die deutsche sozialdemokratische E? in ausgiebigem Maße finanziert, griff auch big in die Lasche, wenn es diesem ober Parteisekvetariat schlecht ging, ober ein einzelner Genosse Geld brauchte. 3n bet Zeit, als die deutsche Presse unter dem Druck stärksten Pa­piermangels zu leiben hatte, gelang cs Herrn Darmat dank ferner guten Beziehungen zu hohen unb höchsten Herrschaften, den Genossen Wissel unb R o bett Schmidt, Einfuhrbewilligungen für Druckpapier zu erlangen, bas für den Amster­damer Vorwärts" bestimmt war. Damals wurde gegen Barmat ein Dersahren angestrengt, toeil er seine Geschäfte ohne die vorgeschriebene Groß­handelserlaubnis betrieb. Das Verfahren wurde auf Anregung des derzeitigen Reichswirtschafts. Ministers Robert Schmidt eingestellt. Ver­mutlich hätte der ganze Barmatskandal in seinem heutigen Umfange vermieden werden können, wenn man damals der Untersuchung freien Lauf gelasten hätte.

Herr Wels schickte Julius Barmat mit einem persönlichen Schreiben zu Mac do n alb, und ein zweites Mal ging Barmat als Kurier des Reichspostministerium« nach Lon­don zu Derhandlungen über den Postabrech- nungSverkehr: als Entgelt für die gehabte Mühe verlangte er die Zulassung seiner Merkurbank als Abrechmingsstelle. Daß für Barmat bei all diesem sein eigenstes GeschäftSmteref e im Vorder­grund stand, daß er aus feinen guten persön­lichen Beziehungen zu den hochmögenden deut­schen Genossen Kapital zu schlagen suchte, wo es ihm nur möglich war. das alles ist für Herrn Heilmann die natürlichst: Sach? von der Welt. Er findet es auch begreiflich daß der Hollander Barmat sich in Deutschland nicht steuerpflichtig fühlt, da er ja seinen Wohnsitz in Amsterdam hat und mir sein Gelb in DeutschlandDer- bient". _ ,

lieber die Geschäftsverbindungen des sozial­demokratischen Reichskanzlers Bauer zu Bar­mat weiß Herr He.lmann nichts zu be ichten. Er kann nur soviel sagen, daß Dauer mit Barmat persönlich viel verkehrt hat. Da ist nun em Brief interessant, den derBerit ter L'-kalanz." soeben veröffentlichte und der Herrn Dauer in wesentlich anbercr Beleuchtung zegl Der Dries ist am 21. September 1923 von dem Barmat- scheu Amexima-Konzern an den Herrn Reichskanzler a. D. "Bauer gerichtet. Herrn Dauer wird ein Auszug 'eines Kontos beim Darmalkonzern vorgelegt, nach dem er noch über ein Guthaben von 850 Dollar unb zwei Millionen Mark verfügt. 2lußerdem sei die ihm zustehende llmsahprovision von V< ^rodent in ein monatliches Fixum von 300 Gulden um-

gegenkommen zeigt sich vor allen Dingen darin, daß man auf deutscher Seite nicht abgeneigt ist. für das Provisorium auf die Inne­haltung des Protokolls vom 12. Oktober, in dem Frankreich die Meistbegünstigung zusagte. zu verzichten. wenn Frank­reich die bindende Versicherung gibt, daß in dem endgültigen Handelsver­trag die deutschen Waren nicht schlech­ter behandelt werden als die anderer "gentlich ganz felbstverständ- >ie Pariser Presse empört.

Sozialpolitik imNeichstag

2Iach der 2lbschweifung in bas Gebiet der Auswertung ist der Reichstag wieder zur Sozial­politik zurückgckchrt. Rachdem er das Geh l: bc» Ministers am Schluß der allgemeinen Aussprache bewilligt hat. arbeitet er fetzt sich durch die einzelnen Etatpositionen hindurch. Dazu liegen nicht weniger alS fünfzig Anträge vor Alan beginnt mit dem Kapitel der Sozialversicherung. Hier ist eS der Sozialdemokrat Karsten, der zum erstenmal von dem Recht seiner Partei als Opposition Gebrauch macht und daS alte Lied gegen das Unternehmertum singt. Die Aufwer­tung der Invalidenrente um 115 Millionen Mark ist für ihn natürllch nur ein Trinkgeld, wahrend der Deutschvolksparteiler M o l d e n h a u e r mit Recht daraus hinweist, daß uns kein Land dcr Welt unsere sozialpolitische Fürsorge nachmacht, die mindestens 1400 Millionen im Jahr ver­schlingt. Dr. Moldenhauer erllärt sich über aus­drücklich bereit, an dem weiteren Aufbau der Sozialversicherung mitzuwirken Auch der Zen- trumsgewerllchcistler 2ln D r e spricht die Zuver­sicht aus. daß unter dem Kabinett Luther ein frischer sozialpolitischer Kurs weitergesteuert wird. Der Demokrat Ziegler seht sich warm für die volle Selbstverwaltung der Ortskrankenkassen ein. Rachdem schließlich noch der deutschnattvnale Ab- geovbncte DchrenS schärfsten Kamps gegen die Tuberkulose geführt hat. geht bad Hohe Haus zum Thema Wochenhilfe über, wozu die Frauen der verschiedensten Fraktionen ihre Wünsche äußern. Ein schöner Zug muttersicher Fürsorge geht durch das HauS. Dorübeigehend siegt die Menschlichkeit >>er die Politik, aber sobald man dann zum Kapitel Arbeitsamt kommt, ist das alles vergessen...

Sitzungsbericht.

Berlin, 6. Febr. (T. 11.) Am RegierungS- tische: Reichsarbeitsminister Dr. Brauns. Die zweite Lesung der Reichshaushaltspläne wird fortgesetzt beim Reichsarbeitsministerium. SS be­ginnt die Einzelberatung, au dcr etwa 50 verschiedene Anträge aller Parteien vorliegen

2Ibg. Karsten (Soz.) fordert eine G r« Höhung der Invaliden rente. Wenn jetzt zur Aufwertung der Invalidenrenten 115 Millionen Mark auSgesetzt werden, so reicht das bei weitem nicht auS. DaS find nur 4 bis 5Mk. monatlich.

2Ibg. Dr. Woldenhauer (D. Dpt ): Die Deutsche Dolksparlei fei bereit, an dem Ausbau der Sozialversicherung mitzuaroeiien. Mm dürfe allerdings nicht vergessen, daß die Sozialversiche­rung sowohl die Gesamtwirtschaft als auch den einzelnen Unternehmer belaste.

2lbg. Frau Arendsee (St) fordert Er­höhung der Iiwalidenrenten um 400 Proz. Die Betriebsräte sollen berechtigt fein, alle zur Un­fallverhütung erforderlichen Maßnahmen von sich aus auf Kosten der Unternehmer durchzuführen.

2lbg. Andr 6 (Z.) fordert die 2Bieberber- stellung der Altersrentengrundsätze in der Unfall­versicherung. Für die voll Erwerbsunfähigen und die Hinterbliebenen Verunglückter müffe Heller gesorgt werden. In der Angestelltenversicherung fordert der Redner Erhöhung der Gehaltsgrenze und der Leistungen.

2lbg. Ziegler (Dem.) erllärt, das Ziel jeder Sszialversicherung mühten

möglichst hohe Leistungen bei geringstem Aufwand sein. Rotwendige Voraussetzung sei die Ein­schränkung der Verwaltungsausgaben. Der Red­ner nimmt die Ortskrankenkassen gegen Dorwü se in Schuh und fordert ihre volle Selbstverwal­tung. Den hohen Derwaltungskosten ständen auch eine große Anzahl neuer Aufgaben gy^nüber, denen sich die Krankenkassen durchaus gewachsen gezeigt hätten.

Abg. DehrenS (Dtschntl.) weift auf die schweren Gefahren der Tuberkulose hin. de­ren Bekämpfung zu einer Dolkssache gemacht werden müsse. Bei der Aufwertung müßter die Dersicherungslei st ungen besonders berücksichtigt werden, da es sich hier um die Aermsten des Dolles handele. Der Redner wen­det sich gegen die Zersplitterung des Koanken- kassenwesenS. Die Ortskrank-nkasien hätten sich um die Volksgesundheit sehr verdient gemacht. Der Redner fordert baldige Durchführung der Heimarbeiterversicherung.

Abg. Schneider (Dem.) kritisiert die ge­ringen Rentenleistungsn der Angestellten- Versicherung und fordert eine Rovelle zurr Angestelltenversicherung sgeseh.

Es folgt dann der Abschnitt Wochenhilfe".

Abg. Frau Schröder (Soz.) fordert E'- Höhung der Mindestsätze der Wochenhilse um 50 Prozent sowie Uebernahme der Wochenfür­sorge durch das Reich.

DaS Washingtoner Abkommen über Wochen - Hilfe und Mutterschutz müsse schleunigst ratifi­ziert werden.

Ministerialdirektor ©tiefer kündigte einen Gesetzentwurf über diese Frage für die nächste Zeit an. Wegen Verbesserung der Wochen- bitfe werde mit den Ländern Fühlung genommen. Eine LoSlösung der Wochenhilfe von der Wochen- fürlorqe sei nicht zu empfehlen.

Abg. Frau von Sperber lDntl.) hall eine einheitliche Regelung der Wochenhilfe für Stadt und Land nicht für durchführbar. Das ergebe sich schon aus den besonderen Verhältnissen, unter denen die Frauen auf dem Lande arbeiteten.

2£bg. Frau Lüders (Dem.) erllärt, es habe keinen Sinn, daß die Regierwm von Bevötte- rungspolitik spreche, wenn sie nicht die Grund­lagen für die Aufzucht eine- aefun-

GWnerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberheffen

VntS vnd Verlag: vrühl'lche Univerfitittr-Voch- und 5teindruckere! H. Lange In Sietzen. Zchriftleitung und Sefchastrftelle: Zchulfttatze 7.

England und seine Schuldner.

London, 6. Febr. (WB.) Die Antwort der brllischen Regierung auf die Mitteiluna Cle- mentels in der Frage der französischen Schulden an Großbritannien wird in den allernächsten Tagen nach Paris abgehen. Es ist anzunehme.i, daß die britische Regierung we.llrhin den Grund­satz der Balfvurnote vertritt, daß sie von den europäischen Schuldnerstaaten zusammen nicht mehr erwartet, als die Verpflichtungen Englands gegenüber den Bereinig­ten Staaten betragen. Wahrscheinlich wird die britische Rote die Besorgnis Frankreichs, daß sich der französische Teil der kontinentalen Schuldet! an England vergrößern würde, falls die deutschen Reparationen nicht voll in der erwarteten Höhe cwlaufen, beheben.

Erscheint täglich, autzer Soxiu »nd Feiertag«.

Beilagen:

BießenerFasmlienblätt« Heimat im Bild.

moiats-Beir^swreli:

2 «Bolbmark u. 20 Gold- Pfennig für Trägerlohn, auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern msolge höherer Gewall. F e r n s p r« ch.Anschiasf e: Ächristleiwng 112, Ver­lag undGeschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach­richten^ Bnjetaerfletje«.

poftscheckfoata:

Snintfurt a. M- 11686.

gebracht haben.

Ein Dementt ist von sozialdernokrattscher Seite nicht erfolgt Der^Vorwärts" stellte ledig­lich fest, daß der UnterfuchungSLusschuh der sozialdemokratischen Partei Herrn D uer nahege- legt habe unmittelbar nach dem Bekannt- werden des Brieses sein Mandat vor­läufig ruhen zu lassen, und am Freitag Abend teilte er ebenso lakonisch mit. daß a u f einstimmigen Beschluß desselben Aus­schusses Herr Dauer sein Reichstagsmandat niedergelegt hat. Kein Wort der Erwide­rung, auch nicht einmal der Versuch, die unge­heuerlichen 2Inflagen zu entkräften, die zwilchen den Zeilen in dem Briese zu lesen stehen. Wan muß also schon annehmen, daß die Tatsachen, die hier mitgeteilt wurden, richtig sind, und daß in der Tat Herr Bauer Handlungen begangen hat, die auch mit dem laxesten Begriff von Moral nicht mehr in Einllang zu bringen sind Schade um ihn, schade um einen Mann, der am Ende einer Laufbahn, die ihn vomBüroangeftellten über die Gewerkschaftsbewegung zum Staats­sekretär im kaiserlichen Deutschland und zum Reichskanzler in der Republik machte, der 25er- suchung erlegen ist. 2kber doch auch wehe dem Versucher! Man weiß nicht, wer diesen Giftpfeil abgefdjLffen hat: fast scheint es. als ob Herr Barmat selbst für Die Derösfentlicbung des Brieses sorgte, um andere zu warnen. Die gegen ihn zum Ankläger werden könnten. 2tber Der 6tcin ist jetzt einmal im Rollen und muß zur

gewandelt. Zinsen für die Beschaffung eines Sechs-Williarden-Kredites habe er nicht mehr zu beanspruchen, da er dafür etwa 2000 Dollar er­halten hätte. Der Dries erinnert dann Den Herrn i ~ ...------- .

Reichskanzler in nicht sehr höflichen Worten sprucht nantentsich bc und in

Daran, daß ec 1000 Gulden »außer Der Reihe" 3 Hier die, SS handelt sich um bu seinerzeit viel