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den Bevölkerung schäfte und die erforder­lichen Mittel zur Verfügung stellt. Die Wochen- fürsovge gehöre in daS Fürsorgepflichtgesetz.

Abg. Fvau Arendsee (Kom.) fordert älebernahrne der Kosten für Wochenhilfe und Wochenfürsorge auf das Reich.

Es folgt die Besprechung über die sich auf baß internationale Arbeitsamt in Genf beziehende Bestimmung deS Haushalts.

Abg. Lambach (SntI) wendet sich gegen die weitere Beteiligung Deutschlands am inter­nationalen Arbeitsamt in Gens. Auf alle «Z-alle müsse die marxistische Dertretung Deutschlands abgeschafft werden. Don den 235 Aagestell'en teS Amtes seien sechs Deutsche. So sehe die Gleich- berechtigung Deuischlands aus. 3m 3nter» esse seiner Würde müsse Deutschland die rück­ständigen Beiträge nachzahlen. Es müsse aber gleichzeitig für dne bessere Dertretung sorgen.

Abg. Lemmer (Dem.) beantragt, über die rückständigen Britr'ge mit dem Arbeitsamt eine Derständigung herbe.zuführen, dabei aber mit allem Rachdruck auf die vo'le Glüchberechtrgung Deutschlands und die Einführung der deutschen Amtssprache hi-zuwr k n.

Abg. Schlicke (Soz.) weist die Angriffe gegen das Internationale Arbeitsamt und die Marxisten zurück. Die Parität sei im Internatio­nalen Arbeitsamt durchaus gewahrt.

Abg. Stegerwald (Ztr) beantragt, daß die Mittel für di« Beiträge an das Internatio­nale Arbeitsamt durch einen RachtragSetat von der Regierung angefordert werden.

Darauf wird die Beratung abgebrochen. Prä­sident Lobe teilt noch mit. daß ter Abg. Dauer (Soz.) sein Reichstagsmandat nieder­gelegt habe. (Lebh. Hört, hört, rechts.) Das Haus vertagt sich auf SamStag.

Preußens Finanzlage.

Gegen den Ausgletchsvorschlag des

Re chsfinauzminifterinms.

Berlin. 6. Febr. (Wolff.) Dem Amtlichen Preußischen Pressedienst wird aus dem Preuhi- schen Finanzministerium u.a. geschrieben: Die Rede des neuen Reichsfinanzministers von Schrieben gelegentlich derküi^lichenVerhand­lungen mit den Finanzministern der Länder über die künftige Gestaltung der Reichs- und Landes steuern und ihre Verteilung aus Reich, Länder und Gemeinden, fand vielfach eine Auslegung, die dem Sinne der Entschlie­ßung der Ananzminister der Länder nicht ge­recht wird. Rach den eigenen Ausführungen des Finanzministers über die gegenwärtige Fi­nanzlage des Reichs und den kommenden Reichs­etat kann Wohl kaum ein Zweifel herrschen, daß sich ein wesentlich günstigeres Gesamtblld ergibt als bei den Einzelhaushalten der Länder, be­sonders Preußen,' der einen durch Mehrein­nahmen aus den Reichssteuerüberweisungen und aus der Erhöhung der steuerlichen Einnahmen noch zu deckenden Fehlbetrag von 417Mill, aufweist. Die Eigenschaft der Länder als eigent­licher Träger der kulturellen und so­zialen Aufgaben erfordert, daß sie über die nötigen steuerlichen Einnahmequellen in einem Ausmaße verfügen können, welches zur Erfül- hi ng der zahlreichen ihnen gesetzlich obliegenden Aufgaben unerläßlich ist.

Hinsichllich der Höhe des unumgänglich not­wendigen Ausgabebedarfs besteht auch zwischen den Schätzungen des Reichssinanzministeriums einerseits und den Berechnungen der Länder und Gemeinden andererseits kein nennenswerter älnterschied. Wohl aber hinsichtlich ferner D^ ckung. Gerade im Hinblick auf das Erfor­dernis weitestgehender Schonung un­teres Wirtschaftslebens ist es den Län­dern schlechterdings unmöglich, der vom Reiche Lis Grundlage des künftigen Finanzausgleichs jiufgeftelLten Berechnung der voraussichtlichen Einnahmen zu folgen. Angesichts des ungedeckten .'Fehlbetrages, der durch die Zurückführung der vom Reiche stark überschätzten Ertrage an R e a V steuern auf ein für die Wirtschaft erträgliches Maß im Haushalt der Länder entsteht, erscheint das Verlangen, der Länder verständlich, jeden weitergeheuten Eingriff des Reiches aus die Er­träge der Reichseinkommen- und Körperschafts- steuer mit Entschiedenheit abzulehnen und seine Beteiligung auf ein Maß beschrankt zu wissen, das den Ländern und Gemeinden die erforder­liche Bewegungsfreiheit bei der Aus­schöpfung dieser Steuerquellen gestattet. Die In­anspruchnahme von 33Va Prozent des Aufkom­mens an Reichseinkommen- und Körperschafts­steuern allein durch das Reich müßte diese Be­wegungsfreiheit aufs ftärfftc einengen.

Gemeinden

und Finanzausgleich.

Berlin, 6. Febr. (WB.) 3m Haupt- lluöschuß des Deutschen Städtetages wurde nach einem Referat des Oberbürger­meisters Ultzlaff, des Geschäftsführers des Deutschen Städtetages, zum Finanzausgleich eine Entschließung angenommen, in der Ver­wahrung gegen die Auffassung eingelegt wird, daß Die finanzielle Lage der Gemeinde^ günstiger sei als die des Reichs und der Län­der. das; die Gemeinden eine mit den An­forderungen dec Zeit nicht verträgliche 21116» gabenwirtschaft trieben und weiter der Darstellung der Besoldungspolitik der Gemeinden in einer Denkschrift des Reichs­sinanzministeriums zum DcsoldungSsverrgefttz widersprochen wird. Keinesfalls dürfe in der Zeit bis zur endgültigen Regelung Oes Finanzausgleich die gegenwärtige Steuerver- teilung zwischen dem Reich, den Ländern und Gemeinden verschoben werden. An der For­derung der Wiedereinführung der kommunalen Zuschläge zur Ein­kommensteuer und zur Körper­schaft s st e u e r halte der Deutsche Stäüte- tag ebenso fest, wie an der einheitlichen reichsrechtlichen Regelung der Einkommen st euer als Grundlage der Zuschläge. Die Frage der Aufwertung der öffentlichen Anleihen müfte bal­digst entgültig entschieden werden.

Schulfragen im Preußischen Landtag.

Berlin, 6. Febr. Der sozialdemokratische Antrag, baß Staatsministerium zu ersuchst, den Schul» der Minder beiten «ü dem Gebiete

des Schulwesens im Sinne des Erlasses ces Kultusministeriums vom 31. Dezember 1918 in den Gebieten Preußens bis zum 1. April 1925 zurückzuführen, wo der Schutz der Minderheiten nicht veitragsrechtlich geregelt ist. geht ohne Aus­sprache an den älnterrichtsauSschuh.

Hierauf begründet der 2lbg. Oelze (Dnatl.) den Mrantrag seiner Fraktion auf Einrichtung von Degabten-Klassen zum Uebcrtritt in die höhere Schule nach dreijährigem Besuch der Grundschule. Es sei zu verlangen, daß bei grund­sätzlichem Festhalten an der vierjährigen Schulzeit durch Ministerialerlaß in möglichst weitem Maße es zugelassen würde, innerhalb der Grundschule durch Einrichtung von Degabten-Klassen oder an­dere Maßnahmen begabten körperlich und seelisch gesunden Schülern und Schülerinnen aller Volks­schichten die Möglichkeit zu gewähren, nach drei Jahren in die höhere Schule überzutreten. Beson­ders sprechen auch gegen den Zwang einer vier­jährigen Schulzeit wirtschaftliche Gründe.

Mit der Besprechung verbunden ist der wei­tere deutschnationale Antrag. dafür Sorge zu tragen, daß für einzelne Kinter oder für Kinder mehrerer Familien gemeinsam Privatunterricht grundsätzlich auch an Privatschulen erteilt werden dürfe. Abg. König (Soz.) bekämpft den Antrag. Das Ziel sei, die alte Standesschule wieder einzuführen. Seine Partei werde das nie mitmachen. Abg. Grebe (Zentr.) emp­fiehlt, freite Anträge dem Llnterrichtsausschuß zu überweisen. Abg. Frau von K u l e s H a (D. Dpt.) wünscht schnelle und unparteiische Prü­fung dieser Fragen im älnterrichtsausschuß. Abg. Kerff (Kom.) lehnt beide Anträge ab. QEfrg. Bohner (Dem.) stellt sich dem Eintrag freundlich gegenüber.

Die Anträge gehen an den Ausschuß für älnterrichtswesen. Damit ist die Tagesordnung erledigt. Der Präsident schlägt vor, die nächste Sitzung Dienstag, 10. Februar, irachmittags 2 Hfrr, mit ter Tagesordnung: Wahl des Ministerpräsi­denten und endgültige Wahl des Präsidiums abzuhalten.

Gegen die parlamentarische Korruption.

C'n Antrag im bayerischen Parlament.

München, 6. Febr. (L. 11.) Der Völkische Block hat dem Landtag einen Antrag eingebracht, wonach Abgeordnete des Landtags nur dann Aufsichtsratsposten bekleiden können, wenn diese Tätigkeit unmittelbar mit ihrem bürgerlichen Beruf zusam­menhängt. Ein weiterer Antrag verlangt die Ausnahme von Bestimmungen in die Verfassung, wonach gegen Abgeordnete wegen De'Iechlich- teil und Verletzung der Schweigepflicht über ge­heime Sitzungen Anklage erhoben werken kann. Dem Grundgedanken teS Antrages wurde von der Bayerischen Vvllspartei unter Hinweis auf die Vorgänge in Berlin zugestimusi, jedoch wurde eine Reihe juristischer Bedenken geäußert. Sie Deutschnationalen billigen ebenfalls die Tendenz der Anträge und sprachen sich für eine Abgrenzung zwischen drn Rechten und Pflichten der Abgeordneten aus. Sie Abstim­mung über die Anträge erfolgt erst in der nächsten Woche.

Die Kredite der Reichspoft.

Berlin, 6. Febr. (Wolft.) Der Verwal­tungsrat ter Deutschen Reichspost befaßte sich erneut eingehend mit den Vorgängen, die die Kreditgeschäfte ter Reichspost betreffen. Er nahm von tem Bericht seines zur Prüfung dieser Kreditgeschäfte und der dabei den ehe­maligen Reicyspostmiinstec H ö f l e tresfentenVer- antworllichkeit eingesetztes UnterausschussesKennt- nis. Die dem Unterausschuß erreichbar gewesenen Unterlagen gaben keinen Anlaß, an ter Inte­grität und Pflichttreue der Beam­tenschaft tes Reichspostministeriums irgend­welche Zweifel zu hegen. Das bei der Prüfung ter einzelnen Fälle gesammelte Material wird dem vom Reichstag eingesetzten Unter­suchungsausschuß übermittelt. De' Verwaltungs­rat fmt es ferner, um eilte künftige Wieder­holung der bekannten, bedauerlichen Vorfälle zu v e r h i n d e r n, für notwendig erachtet, für die Zukunft die Ausleihung öffentlicher Gelder dr Reichspost an verstärkte S l - cherHeiken zu binden. Er hat zu diesem Zwecke n e u e V 0 r s ch r i f t e n für die Anlage und Ver­wendung der Postscheckgelder beschlossen.

Sachsen und Barmat.

Dresden, 6. Febr. (Wolff.) Die Rachrich­tenstelle der Staatskanzlei teilt amtlich mit: In der Presse wird ein Bericht derBörsenzeitung" wiedergegeben, der behauptet, daß die 1920 zwi­schen der sächsischen Regierung und der Firma Barmat in Amsterdam getätigten Ge­schäfte durch Vermittlung des damaligen Mi­nisterpräsidenten Buck erfolgt seien. Die Be­hauptung ist unrichtig. Am 6. November 1920 wurde in einer außerordentlichen Sitzung des Gesamtministeriums, an der der Ministerpräsident nicht teilnehmen konnte, auf Antrag des Ministers Schwarz die Bewilligung eines außerplan­mäßigen außerordentlichen Kredits von 75 Mil­lionen an die Wirtschaft zum Ankauf von Lebensmitteln beschlossen. Dieser Beschluß ist dann in einer unter dem Vorsitz Bucks ab­gehaltenen ordentlichen Sitzung des Gesamtmini­steriums vom 19. November 1920 bestätigt worden. An dieser Sitzung haben außer Duck teilgcnommen die Minister Kühn, Reinhold, Harnisch und S e y f e r t. Eine weitere Betätigung in irgend einer anderen Form oder eine Vermitt­lung von Geschäften mit der Firma Barmat hat durch Duck nicht stattgefunüen.

Die sozialistischen Minister und die Micumentschadi^ungen.

Berlin, 6. Febr. (TU.) Wie die Telunion von gutunterrichteter Stelle über die Betei­ligung der sozialdemokratischen Mi­nister an den Micum-Sntschädigun- gen für den Ruhrbergbau erfährt, sind nähere Einzelheiten über die Angelegenheit tn der Denkschrift der Reichsregierung zu er­warten. Vorläufig wird mt (geteilt:

Am 20. Oktober 1923 sandte die Sechser- Kommission für den Ruhrbergbau einen Brief an den damaligen Reichskanzler Dr. Stresemann, in dem das ReichSkabinett um Stellungnahme zu verschiedenen Fragen ersucht wurde, um so die Fortführung der Ver­handlungen mit der Micum zu ermög­lichen. In einer Kabinettssitzung, an ter ter Minister für die frdetiten Gebiete, Robert

Schmidt. Innenmmister ©oiimantt und Der preußische Ministerpräsident Braun teilnahmen, wurde ter Brief der Sechser-Kommission an den Reichskanzler verlesen in tem u. a. verlangt wurde, daß etwaige Reparationslei­stung e n v on de r R e i ch sr e g i e rung er­seht werten müßten.

DaS Reichskabinett beschloß nach längerer Aus­sprache, an der sich auch die Minister Sollmann und Robert Schmidt beteiligten, dem Vorschlag der Sechserkommifsivir zu'ustimmen und für die Reparationsleistungen des Ruhrbergbaues nach Stabilisierung der Währung aufzukommen.

Reichskanzler Dr. Stresemann stellte zum Schluß ter Kabinettss tzung das Einverständnis sämtlicher anwesenden Minister mit dem Vorschlag der Sechserkommis- sion fest. Am 21. Oktober 1923 fanfrte dann ter Reichskanzler einen Brief an Stinnes, daß sich das Reichskafrinett mit tem Vorschlag ter Sechserkommission einverstanden er lärt hat. An 25. Oktober fanden Ressrrttesprechurgen in ter Reichsregi.'rung statt, an tenen ter Mi sister für die freiesten Gebiete, Roter: Schmidt, nicht teilnahm. Als dann am 1. November in einer weiteren Kafrinettssitzung b'c A rgelegenhe'.t nochmals erörtert tourte, freme.kte der Minister für die fr.fetten Gebiete, daß er an den Ressort- sihungen nicht teilgenommen hätte. Aus diesem Grunde enthalte er sich bei ter folgenden Abstimmung der Stimme. Im übrigen aber war das Kabinett mit tem Abkommen mit ter Sechserkommission grundsäisti cheinversta nden.

Die britische Preße zur

Näumungssrage.

Scharfe Stritif an Chamberlain und Herriot.

London, 7. Febr. (SIL) Der konservative Specta10 r" führt aus, daß Deutschland durch das Verhalten Frankreichs in ter Entwaffnungsfrage die englische Poli­tik zwingen könne, in der Frage ter Rhein- klandbesetzung und ter Ruhrräumung die deutsche Politik gegen Frankreich zu unterstützen. Die gleichfalls konservativeSaturday Remew" kommt zu tem E^bnis, daß eine Befriedigung ter französischen Sicherheit eine ausführliche Berücksichtigung des deutschen Standpunktes und die Betonung der Not­wendigkeit ter Räumung des besetzten Gebietes nach der Erfüll ng ter Entwaffnungsbestimmun­gen tebinge. Auch die liberalen Kreisen nahe­stehendeN at i o n" sagt, die Rede Herriots sei ein Meilenstein. Sie bedeute das Bekenntnis des liberalen Jrankreichs zum Poin- c a r i s m u s.

Das Blatt kritisiert die Rete Chamberlains als die eines Fstdherrn und weist auf die finge staatsmännische Rede Kell 0 ggs hin. Des Blatt empfiehlt erneut das Genfer Prot^k^ll als einen möglichen Ausweg aus ter Zwickmühle. Der linkol.berale .New States man" bezeichnet die Rete Herriots als herausfordernd. Durch seine unverhohlene Furcht erkennt Frank­reich die deutsche Üleberlegenheit an. Wenn Frankreich Sicherheit verlange, so müsse es Deutschland endlich gleichberechtigte Be­handlung zugestey7n. Die weitg hende Heber- einstimmung dieser Blätter in ter Betrachtung der außenpolitischen Lage und ihre Ülebereinstim- mung in ter Kritik ter ungeschickten Rede Cham­berlains ist ein Zeichen für die starke Beun­ruhigung der englischen politischen Oeffentsich- leit.

Italiens Standpunkt in der Räumungsfrage.

Rom, 7. Febr. ($11.) Der Berliner Korre­spondent derTribuna" glaubt. nach Informa­tionen einer der alliierten Militärkommission nahestehenden Persönlichkeit versichern zu können, daß der Bericht ter Kommission iinTonesehr scharf und dem Inhalte nach für Deutschland ungünstig sein werde. Das Ergebnis der Untersuchung müsse die Allierten in die Notwendigkeit versetzen, die Räumung Kölns auf unbestimmte Zeit aufzu- schieben. Es sei nötig, den Deutschen ein Halt zuzurufen und sie von weiteren Aushebungen von Freiwilligen abzuhalten. Die Berichte des Korrespondeten zeichnen sich gewöhnlich durch besondere Gehässigkeit aus. Aach unseren In­formationen an hiesiger zuständiger Stelle deckt sich die obengenannte Ausfassung nicht mit dem Standpunkt der italienischen Regierung, die daran sestzuhalten scheint, daß eine Nichterfüllung durch Deutschland in einzelnen Punkten, nachdem die Erfüllung generell anerkannt fei, eine Verlängerung der Besetzung nicht be­gründe.

Der griechisch-türkische Konflikt.

Die Türkei weist jede Einmischung zurück.

Paris, 7. Febr. (TU.) Wie aus Angora gemeldet wird, hat das Außenministerium tem griechischen Geschäftsträger die türkische Ant­wort auf die griechische Protestnote überreicht. Die Antwort widerlegt die Argumente, auf denen das griechische Dokument aufgebaut ist. Sie stellt fest, daß die Ausweisung des Patriarchen eine innere Angelegenheit der Türkei sei. In die eine Einmischung nicht geduldet werden könne.

Motin" erfährt aus Athen, der Wortlaut ter türkischen Antwort werte nicht veröffentllcht. Die griechische Regierung werde unverzüglich, wahrscheinlich noch heute, eine neue Rote an das türkische Kabinett richten, um sich darüber schlüssig zu werten, ob ein Anlaß besteht, das Haager Schiedsgericht oder den Völkerbund anzurufen. Der griechische Ge­schäftsträger in Angora wird nicht abberufen.

Der Vorschlag ter griechischen Regierung, die Ausweisung des Patriarchen aus Konstanti­nopel tem Dolkerbundsrat oder tem Haager Schiedsgerichtshvf zu unterbreiten, hat in Genf lebhaften Widerhall gefunden. Die grie­chische Regierung hat beim Völkerbünde noch keine Schritte unternommen, doch wird damit ge­rechnet, obgleich Fethh Betz im voraus jede Einmischung des Völkerbundes ab- gelehnt hat. Wenn auch die Rechtslage als geklärt angesehen wird, so dürfte ein internal iv- nales Schiedsgericht dennoch auf große Schwierigkeiten stoßen.

Die Ausgaven oer Sowjetarmee

Moskau, 6. Febr. (WTD.) Anläßlich, teS Antritts seines Postens als Volkskommissar für Kriegswesen und Marine erflärte Fr unse nach ter Russischen Telegraphen-Agentur tn einem Armee- und Marinebefehl, daß die Ver­antwortung für die Verteidigung ter Sowjet­union an die Führung der Roten Armee gegen­wärtig außerordentliche Anforderungen stelle.

Die Rote Armee, ihres Führers und Inspb rators Lenin beraubt, müsse konsequent und unerschütterlich fein Vermächtnis durchführen. Die Stärkung des Arbeiter- und Bauernbundes, welche bie Siege d'^Roten Armee ermöglichte, müsse die Derteidii,^gsgrundlage des Landes sein. Dieses Ziel werte durch den jetzt vor sich gehenden iletergang zum Milizsh st em ver­folgt. Die Armee verringere sich der Zahl nach und bessere sich ihrem Werte nach.

Die Sowjetunion strebe danach, der Äriegä- gesahr für immer vorzubeugen und kämpfe für den Frieden und werte sich auch weiter bemühen, ein friedliches Zusammenarbeiten der Völker $u ermöglichen. Die Erhaltung des Frie­dens hänge aber nicht allein von der Sowjet­union ab. Die Tatsache ihrer Erfolge aus dem Gebiete des wirtschaftlichen Auf­baus bilde eine Quelle neuer Drohun­gen für ihre Sicherheit. Frunse weiff'daraus hin, daß diese Gefahr in der letzten Zeit in den Ver­suchen, gegen die Sowjetunion feindliche Grup­pierungen großer und lleiner Mächte zu schaffen, eine feste Gestalt angenommen habe. Die Rote Armee werde sich vervollkommnen, um bereit zu fein, die Gefahren, die die friedliche Arbeit der Völker der Sowjetunion gefährden, abzu­wehren.

Aus aller Wett.

Attentate aus Automobile.

Aleter den Weg gespannte Drahtseile, auf ihn gewälzte Baumstämme oder Steinblöcke bil­den bie Hauptwaffe des modernen Straßenräu- frers, der im nahegelegenen Versteck daraus lauert, daß das im Dunkeln heranbrausente Auto oder Motorrad zerschellt und seine Fahrer wehrlos werten. Es ist zweifelhaft, ob die ge­setzlichen Bestimmungen ausreichen, um den Attentäter auch dann zu bestrafen, wenn es tem Chauffeur gelingt, den Unfall abzuwenden. In dieser leider so aktuellen Frage macht im Ja­nuarheft der Deutschen Iuristen-Zeitung der Strafrechtslehrer Prof. Dr. Stooh den Vor­schlag, besondere gesetzliche Bestimmungen zu er­lassen, etwa tes Inhalts:Wer auf einer Straße oder einem Weg ein Drahtseil spannt oder em anderes V?rkehrshind.-rnis anbringt, um Auto mobile, Motorräder oder andere Fahrzeuge tük- kisch zu Fall zu bringen, wird mit (Gefängnrs) bestraft." Es steht zu hoffen, daß bei ter be­vorstehenden Revision des Strafgesetzbuches auch über diese bringt die Deutsche Juristen- Zeitung aus der Feter tes Ministerialdroektors im Reichsjustizministerium Dr. Bumke den ersten orientierenden Aufsatz die Attentate auf Automobile Berücksichtigung finden.

Vier Kinder verbrannt.

Freitag nacht -wischen 2 und 3 Mr brach im Haufe des Schneidermeisters Raabe in dem bekannten wendischen Kirchdorse O st r o w Feuer aus. Dabei sind 4 Kinder Raabs, eine Pflegetochter im Älter von 13 Jahren, etnj Mädchen von 5 Jahren und 2 Knaben im Alter von, 3 und 2 Jahren in den Flam­men umgekommen. Das -wefttückige» Hausgrundstück sowie die dabei stehende Scheune sind bis auf die Grundmauern nieder- gebrannt.

RaubüberfaN im Zuge.

Bei München-Gladbach wurde einem in einem Abteil zweiter Klasse reisenden Der- icherungsinspekwr von einem maskierten ungen Burschen mit vorgehaltenem Revolver ein Geld und die Wertsachen abgefordert owie die Brieftasche entrissen. Der RäubeS prang aus dem Zuge und entkam.

Eine Hitzewelle in Argentinien.

Neuyork Herald" meldet aus Buenos Aires, daß Argentinien zur Zeit durch eins Hitzewelle heimgesucht wird. 30 Per­sonen sind am Sonnenstich g e st 0 r b e n. Die Temperatur erreicht im Innern des Lan­des 111° Fahrenheit (zirka 44° Celsius).

Opfer der Berge.

Wjfr die Blätter aus Innsbruck melden, gerieten frei einer Skitour im Tannh^imeo Tal mehrere deutsche Touristen, darunter der Kaufmannssohn Ioseph Büttner aus Aschaffenburg, die Gattin des Regierungs­beirats Schall sowie des Eisenbahninspek­tors G r a n n aus IHm in eine LawiNL. Während die beiden Frauen unverletzt blieben, stürzte Büttner 100 Meter in die Tiefe und konnte nur als Leiche geborgen werden.

Ein Gnadengesuch für GranS.

Der Bertewiger des Angeklagten im Haarmannprozeh Grans, dessen Revision gegen das TodeSurtell verworfen worden ist, hat nunmehr für Grans ein Gnadenge­such bei dem preußischen Iustizministerium eingereicht.

Flugzeugabsturz.

Nach einer telephonischen Nachricht aus Kremsier (Olmütz) ist ein Flugzeug vom 2. Fliegerregiment in die Brandlgasse in der Nähe des Bahnhofs abgestürzt. Drr Pllot, Geftetter Rozehn, war sofort tot. Der Beobachter, Oberleutnant Filip, wurde mit schweren Brandwunden in daS Krankenhaus übergeführt, wo er feinen Verletzungen erlegen ist. DaS Flugzeug ist verbrannt. Das Fliegerregiment hat so­fort eine LlntersuchungSkommission nach Krem- sier entsandt.___

Wcttcrvoransiaae.

Etwas kühler, tagsüber schwächer bewöllt, ruhig, meist trocken.

Wir siegen auf der Rückseite von Ausläufern einer gestern über dem Nordmeer gelegenen Tell- depression, die nach dem Baltikum weiteraezogen ist. Heber den britischen Inseln ist Aufklärung und starker Temperaturfall eingetreten. Auch uns wird der sich von dort auswölbende Hochdruck­rücken vorübergehende Abkühlung und AufkA«^ rung bringen.