Ausgabe 
6.5.1925
 
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Universitäts-Restaurant

Plockstraßc 5 Inh.; F. C. Günther Fernsprecher 198

Saal und Räume für private und gesellschaftliche Veranstaltungen

Mittag- u. Abendessen Fürstenberg-Bräu Gut gepflegte Weine

000 Universitäts-Cafe 000 mit eigener erstklassiger Konditorei

Lieferung vonTorten und Gebäck außerdem Hause

«Beispiel Wilf td) Anfuhren, dgtz das tschechische Wohnhaus gaixi dieselben tireinheften auftpeift wie das oberdeutsche. Deutsche führten bas Chri­stentum im 9. Jahrhundert in Böhmen ein. Die schönsten Baudenkmäler sind von Deutschen er­baut. Ich brauche nur aus die Karls brücke, Teyn- zirche und andere Bauten hinzuweisen. Das Schul­wesen ist nach deutschen Borbild gestaltet, lieber» all stand das wissenschaftliche Leben vorwiegend unter deutschem Einfluss. Tschechen tannten we­der Städte noch einen freien Bürgersland. Beides haben die Deutschen in Böhmen geschaffen. In Prag besteht eine Universität, an der es seit 1763 deutsche Borlesungen gab, tschechische erst seit 1848. Wir sehen also, daß die Tschechen aus allen kulturellen Gebieten Nachahmer der Deut­schen waren.

Den Anbau von Gemüse, Hopsen, Wein usw. verdankt der Tscheche dem deutschen Bauern. Als der deutsche Bauer ins Land kam. war der slawische Bauer hörig und unfrei. Ein freier Bauernstand wurde in den vudetenländern erst wieder durch die Deutschen geschaffen. Das Land, das der deutsche Bauer in 'Besitz nahm, war vorher unbebaut, Heide oder Waldboden. Der deutsche Bauer genoß deshalb wegen seiner Tüch­tigkeit Vorrechte. Noch heute ist in der ganzen Welt der Anbau von Hopfen in Saaz berühmt. Ebenfalls ist der 'Bergbau der Sudetenländer eine Schöpfung der Deutschen. Auch im Handel, Gewerbe und Industrie spielen die Deutschen die erste Dolle. Die Deutschen sind die Haupt- träger der industriellen Entwicklung. Die wich­tigste Industrie dürfte wohl die Textilindustrie sein, daneben die Glasindustrie, die ihren Hoch- stand ausschließlich deutschem Geiste verdankt. Mit vtolz tannen wir behaupten, das, in allen industriellen Erwerbszweigen die Deutschen die Haupttroger der Entwicklung sind. Die Leistun­gen Cer Deutschen in den Sudetenländern sind groß und bewundernswert. Damit können wir uns aber nicht zufrieden geben, sondern wir müssen, solange dieses urdeutsche Land unter Frenrdherrschast steht, immer wieder den Duf ertönen lassen'Deutschland, soweit die deutsche Junge klingt!" . . .

Aus der Provinz.

Landkreis Gretzen.

* Lollar. 5. Mai. An der dieslährigen Gesellenprüfung nahmen 17 Lehrjungen teil. 3 Eisendreher. 6 Schlosser 3 Schreiner, 2 Elektrotechniker. 1 Weistbinder, 1 Ziseleur, 1 Blaurer. Don ihnen bestanden 2 mit sehr gut, 9 mit gut, 5 mit genügend, einer muh die theo­retische Prüfung wiederholen. Die Gesellenstücke waren durchweg gut und sehr gut. Der Vorsitzende des Gewerbevereins, Spenglermeister Fuchs, wies in seiner Ansprache darauf hin. daß heute nur die (gesellen vorwärts kommen könnten, die etwas Tüchtiges gelernt hätten. Er begrüßte das Zusamenwirken von Ellern, Lehrherren. Be­werb everein und Schule und sprach Dektor D a ab, dem Schriftführer Geißler und den die Ge- fdlcnftüdc überwachenden Meistern herzlichen Dank aus.

; Grünberg. 4- Mai. Gestern fand die Wlmpelweihe des Landjugenübun- des, Ortsgruppe Grünberg, statt. Dem Festakt ging um 12.30 Ahr eine kirchliche Feier voraus, bei der die Kirche bis auf den letzten Platz gefüllt war Pfarrer Dr. S>et)manu aus Rodheim an der Horloff, der vor Jahren hier tätig war, hielt die Predigt. Nachmittags 21 ? Uhr bewegte sich ein Zestzug, bestehend aus den Wictingern Tjri t Fahne, dem Bauernbund und dem Land- iLgendbund her Stadt und Anrgegend nach der Turnhalle wo um 3 Uhr die weitere Feierlichkeit begann Die Halle war mit den Farben schwarz

Feuer am Nordpol.

Technisch-politischer Roman aus der Gegenwart.

Von Karl-August von puffert

34 Iorhetzung. (Nachdruck verboten.)

,tSic ..Nggajakk" lauft doch schneller als ein Kriegsschiff?" fragte Stratoff.

Ich meist cs nicht", sagte der Japaner.

.Was werden Sie tun. falls es ein Franzose ist. der unsere Auslieferung beantragt?" fragte Sau ders.

..Auch das weist ich noch nicht", lächelte der äapttän oerbmdllch.

..Zu welchem Zweck haben Sw uns denn her gebeten?" fragte Strsttoff etwas ärgerlich.

..Ich dachte. Sie könnten sich vielleicht unsichtbar machen.'

..Wollen oic uns im Kohlenbunker verstecken?" fragte Stratoff

..An Bord befindet sich eine chinesische schau ipielertruppe", sagte der Kapltan.Mit ihrer Hilfe könnten Sie sich in wenigen »stunden in täuschend echte Chinesen ober Japaner verwandeln."

Und wenn man Ihre Schiffspapiere einsieht?" fragte Sanders.

..Ich habe leine curopätlchcu Passagiere an Bord", lächelte der Japaner.Ihre Rumen sind auf japanisch eingetragen."

Der Borschlag leuchtete ein. Doch Sanders hatte noch Bedenken.

Man wird uns an unserem Gepäck erkennen'. meinte er.Auch kann man unser Flugzeug ent­decken.

Ihr braver Flieger ist int untersten Räume wohl verstaut. Den finden sie so leicht nicht. Und die Hajen japanischer Untertanen lasse ich nicht burdv suchen."

«ollen mir uns sofort on die Maskierung machen?" fragte Stratoss

Es hat noch Zett. Vorläufig laufen wir mit voller Fahrt Wir wollen sehen, ob der Franzose schneller ist. Ich benachrichtige Sie rechtzeitig."

Am späten Abend lagen Linda und Sanders bequem in ihren Longchairs hingestrcckt auf dem oberen Promenadetweck und atmeten voller Wonne

weitzroi geschmückt. Der?. Borsrtzenbs des Lgnd-- iugendbundes hielt die Begrüßungsansprache, worauf Frl. Kreuder «inen Prolog sprach und von Frl. Lein und den Herren Trink a u s^urid Bepp Gedichte vorgetragen wurden. Die Fest­rede biolt Pfarrer Dr. Hohmann, in der er die tzphei' Ideale das Landjugendbundes trefflich hervorhob uiu) der Gewißheit Ausdruck gab, daß der Landfug en dblmd bei der Arbeit am Wieder­aufstieg unseres 'Vaterlandes stets in vorderster Linie stehen werde. Anschließend nahm der Redner die Weihe des Wimpels vor. der der gemmn- same Gesgng des Deutschlandliedes folgte. So­dann sprach der 1. Borsihende des Landlugend-' b und es Schmidt-Steinheim. daraus für den Bauernbund L. Gg. Jockel. Den Dank des Bundes brachte das Dorstandsmitglied Karl I öckel I. 5 um Ausdruck. Die Abendfeier ^ver­einigte wieder eine außerordentlich große Schar von Mitgliedern und Freunden. Bei musikalischen Darbietungen und Theaterausführungen erlebte man sehr genußreiche Stunden. Eine Ansprache dem 1. Borsitzenden Schmidt oteinheim klang in ein begeistert aufgenommenes Hoch auf den neuen Reichspräsidenten und das deutsche Bater- land aus.

Kreis Fxiedberg.

sf. Friedberg, T Mai. Der auf gestern uürinittog angesetzte Llreisfeuerwehrtaz war von Bürgermeistern und Feuerwehrkomniandcmten des Kreises stark besucht. Äreisdirelfor Gebhardt eröffnete die Tagung mit einer Ansprache über die Notwendigkeit dcs Feuerschutzes. Regierungsrat Dr. Rindfuß besprach als Referent der Kreisbehörde die gesetzlichen und notwendigen Vorkehrungen, die zur Verhütung und Bekämpsuicg von Bränden erforderlich feien und hie Vcrpilichtungen, die den Gemeinden zur Durchführung dieser Bestimmungen obliege. Kreisfeuerwehrinspektor Füller berichte'.e sodann über den Stand des Löschwesens im Kreise, welches im allgemeinen Anlast zu Beanstandungen nicht geboten hat: einzelne Mißstände werden dem­nächst beseitigt werden. Der stellvertretende Vor­sitzende des Landesausschusses Ferdinand D a m m - Friedberg berichtete über die Durchführung einer einheitlichen Schlauchkuppelung; die angeftrebre Durchführung einer gleichmäßigen ltuppelung für das ganze Reich fei durch den .Krieg ins Stocken geraten, soll jedoch jetzt nach Möglichkeit durchge- führt werden. Der Vorsitzende der Brandversiche- rungskammer in Hessen, Geheimrta n. H ahn, ver­sprach hierzu die Unterstützung der Kammer. An­schließend an die Versammlung führte die Fried­berger Freiw. Feuerwehr in Stärke von 240 Mann mit allen Löschgeräten an der Süd- und Westfront des Hotels Trapp eine größere Hebung mit Brand­angriff vor. Es war angenommen, daß im Hotel ein größerer Brand ausgcbrochen, der einer Anzahl im oberen Stocke befindlichen Personen den Weg nach den Treppen abgeschnitten habe, so daß diese durch Rettungsschlänche in Sicherheit^ gebracht wer­den mußten Inzwischen hatte das Feuer auch auf den hinteren Teil des Gebäudes Ausdehnung ge- nommen und bedrohte die unmittelbar dahinter liegende Stadtkirche durch Flugfeuer, zum «chutze der Kirche wurde die neu angeschaffte Aut o - modilspritze eingesetzt, welche ihre vier Wasser­strahlen non der steinernen Galerie der Kirche 20 Meter hochspritzte und im Ernstfälle wohl genügt hätte, um die Kirche zu schützen. Die ganze Hebung nahm einen sehr erfreulichen Verlaus und gab den Beweis, daß die Schulung und Ausrüstung der hie­sigen Feuerwehr in jeder Beziehung muster­gültig ist.

Bad-Kauheim. 3. Mai. Die Hiesige Freiwillige Sanitätskolonne vom Boten Krau z, die sich während des Krieges glänzend bewährt bat. nach der Revolution aber chre ' Tätigkeit einst eilte, ift im l etzten Winter Wilcher zu neuem Leben erwacht Der Äolnnnen^ IIHIIIJn »'HUI" um «leriiii - . m-1"

arzt, Santtatsrat Lr Hahn, führte m einem Ausbildungsfursus nicht nur die älteren Kame­raden, sondern auch noch 30 neue Mitglieder in die Praris der Sanitäter ein. Daß die Hebungen stunden in der rechten Weise ausgenützt worden sind, bewies die heutige öffentliche Klebung her Kolonne im Äonitzkystifl, die zugleich als Be- s ichtigung durch den Provinzialinspektor Dr. Gros (Gießens galt. Der Plan, der her Hebung zugrunde lag war folgende.Infolge einer Dampfkessesekplosion gibt es im ^onitzkn- stift zahlreiche Verletzte. Die alarmierte Sanitats- iolonne ist sofort mit ihren Geräten our Stelle. Der Kolonnensührer ruft die Friedberger Kolonne gut Hilfeleistung herbei." Die Aufgabe wurde glänzend gelöst. Um 3 ilbr begann die -Hebung, um 31 s Uhr waren die Friedberger, durch einen Radfahrer bet beigerufen (das Telephon galt als zerstört», mit Lastauto schon zur Stelle. An zahlreichen Statisten, die die Opfer des llnglüda markierten, tonnten beide Kolonnen ihre vor­zügliche Durchbildung und Ausbildung zeigen. Dr. Gros fand denn auch in der sich an­schließenden Kritik warme Worte der Anerken­nung. Aach Schluß der Hebung zogen beide Ko­lonnen mit Musik durch die Stadt nach der Turnhalle, wo noch ein aenrütliches Beisammen­sein stattfand. Kolonnenführcr Hrch ütamm und.Kolonnenarzt. Danitötsrat Dr. H ahn. hiel­ten Ansprachen, in denen sie sich über die Be­deutung der Sanitätstolonneu für das All­gemeinwohl verbreiteten und den Stellen, die die Bestrebungen des Roten Krerrzes tatkräftig unterstützen, vor allem der Stadtverwaltung, herzlichst dankten. Oeffentlicher Danl gebührt auch Sanitätsrat Dr. Hahn, dessen eifrigem Be­mühen in erster Linie das Wiederaufleben der .Kolonne zu bauten ist. Von der Stadt tadellos ausgerüstet, tann sich unsere Kolonne sehen lassen. Daß sie wieder aktionsfähig ist. dar­über freut sich hier jedermann, weiß man doch, daß für einen Badeort ihre Einrichtung besonders wertvoll ist. - Eine vaterländis ch c Kun d- gebung des Reichsblocks zu Ehren des neuen Reichspräsidenten vereinigte heute abend eine äußerst große Zahl von Männern und Frauen im Sprudel-Hotel zu einem erhebenden deutschen Abend. Studienrat Weber (Marburg) hielt einen inhaltsreichen, gedankentiescn Vortrag, der der Persönlichkeit Hindenburgs galt und die politische Bedeutung des 26. April Har zeichnete. Umrahmt war die Festrede von Ansprachen von Pros. Dr. Weber dem Vorsitzenden der hiesigen Ortsgruppe der Deutschnationalen Volkspartei, uiü) von Kaufmann Hans Müller, dem Vor­sitze,rden der hiesigen Ortsgruppe der Deutschen Volkspartei, ferner von deklamatorischen und musikalischen Darbietungen. Begeistert wurde das Deutschlandlied gesungen. An Reichspräsident n. Hindenb u r g wurde ein Huldigungs- telegen m m des folgenden Inhalts gesandt: In Bad-Rauheim versammelte deutsche Männer und Frauen feiern die Wahl Ew. Exzellenz in vollen, Vertrauen und in der Zuversicht auf Deutschlands Zukunft unter Ihrer bewährten Führung. Reichsblock,OrtsgruppeBad-Rauheim"

Kreis «chotlen.

. Schotten, 5. Mar Der 1. Preis der V H. C.-Lotterie zugunsten des Jugendheims auf der Herchenheimer Höhe, ein Opel inagen. fiel einer armen Putzfrau aus Wenings zu. Sie hatte nur das eine Los genommen. Lorn 18. bis 30. Mai findet in der hiesigen Turnhalle ein Kursus für Werkunterricht statt, an dem die Lehrer des Kreises teilnehmen. Kurfusleiter ist Schulrat Denze r-Darmstadl.

Eichelsdnrf. ö. Mai. In 2tnwesenheit non Regierungsrat Weber vorn Lreisamt Schot­ten, des Kreisfeuerwehrinspektors Eherhei m und verschiedener Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr

die lauen Lüfte des Pazifik ein ab_ wohltuenden Kontrast gegen die von Hitze und Staub erfüllte kalifornische Metropole

..Was macht der Franzose?" fragte Lindo.

Er begleitete uns bis zum Eintritt der Dunkel- beit, ohne bisher näher zu kommen. Dagegen steht er in ständigem Funkverkehr mit einem anderen entfernteren sch'ff. Augenblicklich ift er in der Nacht verschwunden. Auch von seinen Positionslich­tern tft nichts zu erblicken. Morgen früh werden wir wissen, woran wir find

..Es würde mir ein besonderes Vergnügen inackzen, diese unverschämten Franzosen hinter das Licht zu führen."

Besonders, da ich Sie dann als allerliebste Geisha sehen würde", sagte Sanders.

Ein plötzlicher Strom van Zärtlichkeit für diese tapfere und doch so weibliche Frau flutete in ihm emvor.

Sie antwortete nicht gleich. Rur einen vorsichtig ragenden Blick sandte sic .ihm zu. Dann sagte sie nach einer Weste .

Dachten Sie nie daran, zu heiraten "

Ich darf mich nicht verlieben", sagte Zanders leise.Oder wenigstens darf ich mich keiner großen Leidenschaft hingeben. Aus einer kurzen, traurigen Erfahrung weiß ich, daß dann für längere Zeit die mir innewohnende Araft versiegt. Und die Erfor schung des unbekannten Innern unserer Erde mit der Wünschelrute ist nicht nur mein Beruf, sondern meine große Leidenschaft."

Jetzt erinnere ich mich, daß cic mir einmal bereits Aehnliches andeuteten. Und ich weiß noch genau, wie unangenehm Ihnen dieses Bekenntnis wurde. Aber Sie gehören zu den seltenen Männern, die auch Frauen gegenüber nur die Wahrheit zu sagen vermögen."

Mir wäre cs viel zu mühsam, einen Menschen zu belügen es sei denn, daß man ihn in seinem eigenen Interesse schonen mutz. Die Wahrest ist so viel leichter'. meinte Zanders einfach

Dann jagen Sie mir eins!" rief Linda rasch. Falls Sie eine Frau tennenleuitciu deren Besitz Ihnen wertvoller erscheint als alle Schatze der Erde was würden Sie dann tun?"

Ich würde zu fliehen versuchen, ehe es zu spat märe. Denn Liebesglück ist vergänglich. Meine Kunst aber soll mich durch das ganze Leben tragen."

öo fürchten Sie für Ihre eigene Leidenschaft? Demi warum sollten Sie sonst fliehen'?"

,Ich weiß genau, daß cs Augenblicke gibt, wo man Gesundheit, Ehre, ja das Leben für eine selige Stunde opfern würde."

Dann hilft auch die Flucht nichts mehr, so­bald man die Gefahr erkennt, ist es zu spät. Io, erst die Trennung würde Ihre Leidenschaft zu un­widerstehlicher Gewalt entfachen", sagte Linda.

Am anderen Morgen um 7 Uhr früh erschien der Kapitän selber vor der Kabine von Sanders. Dieser sprang auf und öffnete.

Der Japaner bat vielmals um Entschuldigung wegen der frühen Störung. Aber es sei Elle nötig. Bei Tagesanbruch wäre der französische Dampfer wieder erschienen, dieses Mal in bedrohlicher Rahe, so daß seine bösen Absichten wahrscheinlich wurden. Er stellte daher den Mitgliedern der Expedition anheim, die verabredete Verkleidung vorzunehmen. Die chinesischen Schauspieler seien bestellt und hät­ten alles Material bereit, um eine Umwandlung der Europäer in Ostasiaten binnen kurzer Zeit vor­nehmen zu können.

Sanders bedankte sich aufs herzlichste und er­fragte, wo die Umkleidung vor sich gehen falle. Dann zog er sich rasch an und eilte zu Linda. Diese war bereits von der japanischen Stewardeß benachrich­tigt und rief ihm durch die Kabinentür zu, sie wäre in fünf Minuten fertig.

Auch die übrigen Teilnehmer der Expedition wurden verständigt, und kurze Zeit später ver­sammelten sich alle im kleinen Domensalon, wo die chinesischen Künstler ihrer harrten. Da einige Mit- qieber Englisch verstanden, war das Nötigste schnell besprochen. Wöhren- sich die Männer gemeinsam umkleideten, sollte Linda durch die Stewardeß und eine chinesische Friseurin in ihrer Kabine in eine Japanerin verwandelt werden.

'Nach einer Stunde war fast alles vollendet, nur die letzten od)minrftrid)c mußten noch angelegt wer­den. Mehrere der jungen Ingememe mit allzu ausgesprochenem europäischen Gesichtsschnitt erhiel­ten zur weiteren Unkenntlichmachung chinesische Klei düng, die übrigen behielten die ihrige. Nur die Gesichter wurden gelb geschminkt, die Augenbrauen

Schotten wurde am öamstagabenö gier eine sre >- willige FeuerwehrinsLebengerufen. Etwa 50 Mann erklärten ihren Beitritt.

lg. Gedern, i. Mai. ('2- \ . > e r.) Am

Abend des gestrigen Sonntags nei.i . der hie­sige Zwei Averein des 'J3. M. 0.. .Jaale des Bergwirtshau^es seinen diesjährigen Uiü'chaltnngs- abenh. Der 1. Vorsitzende, Apotheker Tees cn - meyer, begrüßte tue in fta'.'.l^-or Zahl erschie­nenen Mitglieder einige Gäste vnm Zweig- verein Wenings. Im Mittelpunlt der Veranstal'ung standen zwei flott gespielte Einakter, deren über mäUiqcnbe Komik die Lachmuskeln der Zuschauer in ständiger Bewegung hielt. Sämtliche Darsteller wurden ihrer Aufgabe vollauf gerecht Verdienter Beifall wurde gezollt den heiteren Dialektvorträgen und zahlreichen Gesangsdarbietungen. Küre beson­dere Ehrung wurde den beiden betagten und ver­dienten V- 63. C.-Brudern Postmeister i. $. M c h - ring und Rechner F r a n z zuteil, die in seltener Treue und Aufopferung dem Verein seit mehr als 40 Jahren ihre Kräfte widmeten, indem sie zu Ehrenmitgliedern ernannt wurden Zum äußeren Zeichen dieser Wertschätzung überreichte ihnen nu Auftrage des Vereins mit Worten des DckNtes und höchster 2ftierkennung der 2. Vorsitzelche, Hofprediger W idma n n, je ein Diplom in Gestalt einer Feder­zeichnung unseres heimischen Künstlers, Gewerbe­lehrers im perl. Herr Mehrjn g dankte in bewegten Worten und forderte namentlich die Ju­gend auf, sich allezeit den echten V. H. E -Geist zu halten und dem Verein die Treue zu bewahren. Das obligate Tänzchen hielt jung und alt noch lange in froher Stimmung zusammen.

ÄrcU Büdingen.

)( A u s bem Riddertal. -3. Mai. Wohl auf keiner pberhessischen -Otaatsdahnstrecke sind die Perkehrsverhall nifse s o unbefriedi­gend wie auf der Strecke Stockheim 6c- dern Lauterbach. Außer dem Abendzug haben mir keinen direkten Zug zwischen Stock hei m und Lauterbach. Der Abeydzug erreicht z. B. den Anschluß in Lauterbach nach Als­feld nicht mehr, so daß es unmöglich ist, auf direk­tem Wege von Stockheim nach Alsfeld in einem Tage zu gelangen; man imitz schon den teuren Um­weg über Gießen wählen, «ehr behinbert juirb durch den schlechten Fahrplan auf unserer Strecke der Touristenverkehr; es ift völlig unmöglich, morgens etwa bis Hartmannshain, Obermaid, Herb­stein usm. von Stockheim aus zu gelangen und von hier aus den Zugang zum Vogelsberg zu gewinnen. Genau so schlecht ist die Verbindung an Sonntag­nachmittagen. Von vormittags 8 Uhr bis abends 6 Uhr ist es unmöglich, etwa von Gedern nach Stock­heim und weiter zu gelangen. Was das für einen Rächtest für unsere ländliche Bevölkerung bedeutet, braucht nicht weiter ausgeführt zu werden. Es ist unbedingt nölig, daß der Zug vormittags 10 Uhr an allen Tagen über Gedern nach Lauterbach durch geführt und ein Zug abends etwa 8 Uhr von Lauter- bad) kommend in Stockheim eintrifft. Ferner muß die wonntagsverbindung zwischen GedernStock­heim an den Mittagen wieder eingeführt und an Werktagen ein früherer Zugang zum Vogelsberg geschaffen werden. Hoffentlich nehmen fick) die Ver­treter der verschiedenen Behörden jetzt bei Auf- stcllung des neuen Voranschlags energisch der Sache an." Die gleiche Bitte sei an die Abgeordneten, die Gemeinden, den V. H. C. sowie Herrn Bär>Rohrboch als Abgeordneten im Eisenbahnrat gerichtet

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Korpulenz macht alt.

verunstaltet die .Körperftrrmen und ist auch un­gesund. Wir raten korpulenten und allen zum Starkwerden Veranlagten, in derApotheke 60ober 30 Gramm echte Loluba-Äerne zu kaufen, die unschäd­liche «Stoffe von fettzehrender Wirkung enthalten. Sicher: Aniversitäts^Apoth.3um goldenen Engel

spitz nachgezogen und die Haare mit abwaschbarer Tusche schwarz gefärbt.

Da ertönte ein ferner ^chuß. Rasch gab San ders noch ein paar Instruktionen. Falls die Frau- zosen an Bord kämen, sich möglichst wenig zeigen, nicht miteinander sprechen, das Benehmen dec übrigen asiatischen Passagiere nachahmen. Dann begab er sich mit Ltratoff an Deck. Linda sollte in ihrer Kabine bleiben.

Auf dem Promenadendeck an Steuerbord stand dicht gedrängt die Mehrzahl der Passagiere. Die beiden neugebackenen Japaner mischten sich unter die Reugierigen. Aus rasch geworfenen musternden Blicken merkten sie, daß ihre Verkleidung von den meisten Ostasiaten durchschaut wurde. Aber kein irgendwie auffallendes Erstaunen ober gar unver­frorenes Betrachten belästigte sie.

Jetzt trat ein junger Schiffsojftzier heran und teilte ihnen mit, er sei vom Kapitän beauftragt, sich zu ihrer Unterstützung in der Rahe zu halten

DieNagasaki" batte gestoppt und glitt nur noch langsam vorwärts. Da tauchte rechts rückwärts in ziemlicher Nähe ein großer Dampfer mit 3 Schorn­steinen auf, der bisher durch das Heck des Ja­paners den Blicken von Sanders und Stratoff ver­deckt mar. Aks er auf etwa 500 Meier neben der Nagasaki" lag. wurde ein Boot zu Wasser gelassen, das mit schnellen Ruderschlägen näher fam.

Der japanische Offizier bedeutete Sanders und Stratoff, ihm zu folgen. Dann führte er sic in die Steuermannskabine, von wo sie allo Vorgänge auf derÄommandobrücke wahrzunehmen vermochten.

Hier erschien alsbald ein französischer Seeoffi­zier, von zwei Japanern begleitet. In korrekter Haltung ging er auf den Kapitän zu, legte die Hand an die Mütze und meldete.

Oberleutnant Mangin vom .KriegsschiffIn- fernct" der französischen Republik."

Der Kapitän reichte ihm die Hand, iat aber, als ob er kein Französisch verstände. Einer der japanischen Offiziere machte den Dolmetscher.

Was verschafft mir die außerordentliche Ehr«, einen tapferen Vertreter der hochberühmten fran­zösischen Marine bei uns begrüßen zu dürfen?"

Der.Kommakrdant des KreuzersInfernet" hat mich beauftragt,^ Sic zu bitten, un;> eine Durch­suchung Ihres Schiffes gestatten zu wollen."

(Fortsetzung folgt)