Mittwoch, 0. Mai 1925
Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gderhefsen)
Nr. f05 Zweites Blatt
Frankreich und der Islam.
" Aehnlrch toic Macdonald hatte auch Her- rrvt versucht, in der Orientpolitik die 5tonti- mriläi vorwalten zu lassen. Darüber konnten rein programmatisch gcdachtc Reden ebensowenig wie mit Dam-Dam durchgefübrtc Haftentlassungen aufrührcrilchcr Frerheitskämpser tm Orient nicht hinwcgtäutchcn. Gandhi war und) Ueber- uatzme der ciktfifdxm Regierungsgeschäfte durch den Sozialiftenführer zwar sofort sreigelasfen worden E>tc Verständigung mit der indischen Freiheitsbewegung hinkte aber während der ganzen Epoche des Arbeiterkabine«tS. Herriot hat. tote gesagt. Aehnliche» zu tun versucht, ibm fehlten aber die zu Englands Dienste,« stehen- den Boroussetzungen machtpolitischer und wirt- tchastlicher. >ucht zuletzt auch finanzieller Art. Immerhin liest die Arbeit seiner Vorgänger- eine wesentliche Aenderung der Taktik nicht zu. da teyten Endes jede Orientpolitik imperialistischen Einschlages wirtschaftliche Ziele verfolgt. Bekannt ist die Einräumung von Vorzugszöllen für die japanische Einfuhr in Indo - E I) i n a. was auf englischer Seite als Demonstration zur Unterstreichung der englisch- japanischen Gegensätze ausgefastt werden mustte. In gleicher Lage befindet sich daS französische Interesse in Ländern, die vornehmlich von Iflam- qläubigen bevölkert find. DaS Vachgeben deS Foreigu Office gegenüber Frankreich in Angelegenheiten der wc st europäischen Politik 7ästt sich saft ledeSmal mit groster Genauigkeit an den Vorgängen tm Orient nachprüfen Denn beide England wie Frankreich, erkennen die weittragende Bedeutung der Gegnerschaft des Islam in allen von ihnen regierten islamischen Gebieten Aus diesem Grunde die Dafsenliese- runflen an Aufständische und die AuSn'itning der Feindseligkeiten zwischen den einzelnen Scheichs
Au« die "Dichtigkeit seiner Herrschaft in den islamischen Gebieten ist Frankreich zuletzt wieder m Verbindung mit der Frage seiner Vertretung beim Vatikan aufmerksam geworden Seit jenen Tagen auch datieren die Vkeldungen auS islamischen Kreisen über eine verstärkte Propagandatätigkeit der Franzosen unter den Islarn- völlern. Das sranzösifche Kabinett bat für diese Zwecke größere Mittel bereitgestellt und Ablösungen von diploutatischen Vertretern vorgenommen, deren Tätigkeit zwangsläufig in Miß- kredit geraten muhte
Aus solchen Gründen ist ähnlich wie Sir Herbert Samuel aus Palästina General D eh- gand aus Syrien zurückgerufen worden, obwohl Meygand nennenswert an der Entwicklung der gröhten französischen Hossnung in Syrien, der Votlmwollpflanzungen. mH gearbeitet bat. Die Proteste der Araber gegen die englische Politik in Palästina sind ja ebensalls der Grwid zur Abberufung Samuels gewesen und als vor einigen Wochen D a l f o u r die jüdische Universität in Jerusalem entweihte, konnte er sich vor der Empörung der i'rslamgläubigen nur durch die Flucht retten Diesen Verständigung« versuchen Englands und Frankreichs gehen regelmästig vlutigc Kämpse voraus. Gesetzwidrigkeiten, die selbst vor lerritoriafer llergewaltigimg nicht zurückfchrecken
Der K u r d e n a u f st a n d scheint den fraii- zosischcn Bemühungen um die türkische Freundschaft auf englische Veranlassmig aber einen Strich durch bi< Rechnung gemacht zu haben. Wan tvird sich erinnern, wie klanglos Bouillon aus Angora nach Paris zurückgcfehrt ist und wie klanglos die sranzöslsch-iürlischcn Freundschasts- pläne in den Pariser Schreibtischkästen ver- fchwunden sind Sollte England hier einmal wieder den Franzosen die Tür vor der Aase zugeschlagen haben?
Oder sollte cs mit der Zeit doch zu einem Einvernehmen kommen ähnlich wie über Ma- rokl o zu Anfang dieses Iahrhunderts? Damals erhielt Frankreich die Dorherischaft in Marokko gegen seine Lossagung von ägyptischen Plänen.
Vis heute aber zieht sich das Marotto-Problem wie der bekannte rote Faden durch die Geschichte, Frankreich hat seine Ansprüche aut Spanisch- Vtarotto. das ihm vorenthalten geblieben ist. noch nicht aufgegeben. Dos über die Ursachen des französisch-marokkanischen Konfliktes jetzt wieder gesagt werden mag. das Endziel der Pariser Politik bleibt die Ausnutzung der spanischen Schwäche in Marokko zu egoistischen Zwecken. Selbst da» bolschewistische Gespenst muh in der französischen Presse herhalten, um die Kämpfe des französischen Generalresidenten L Y a u t e y mit den Rifleuten zu beschönigen. Demgegenüber darf es wohl als ein bloster Zufall bezeichnet werden, dost der Vizepräsident des spanischen Direkt oL'iums Marguis d'Estella in Madrid erklärt hat Marokko könne weder jetzt noch in Zukunft eine wirtschaftliche Entschädigung für die spanischen Opfer bieten. Es sei "Dabnlinn, dos eigene Leben und das Leben der Kinder noch länger für Marokko zu Vergeudern Er sage das im vollen Vewusttfein feiner Verantwortlichkeit als Führer der Regierung. In Verbindung mit Aeusterungen Primo de Riveras ist hieraus wohl der Versuch der fpanitchen Regierung zu schlußfolgern. die Oessentlichleit für die Ausgabe de» Marotto- Feldzuges vorzubereiten Es sollen nur die notwendigsten und am ouvsichtsvollsten zu verteidigenden Grenzen geholten werden. Diese Absicht ist von Frankreich ficher vorausgeseheii worden. Um aber nicht vom erflen Tage an mit Spanien. England und Italien in offenen Konflikt zu geraten, muffen Lügenmeldungen über Uebcrgriffc der Rifleute Her- Halten
Die Dasfentreuzung mit den Riflobylcn und die nur dem Scheine nach t>erffänbigiutg»bereite Propaganda unter den Iflomglöubigen sind neue Merkmale bei französischen Hegemoniepolitik in den IslUmländern
Sudetendeutschland.
Von Bruno Voigt
Ausland- und Grenzlanddeutfchtum in JUitl Fast täglich können wir solche Hilferufe unserer Aiu8land- und Grenzlanddeutschen in den Zeitungen aller Parteirichtungen lesen. Wenn auch wir Bewohner des westlichen Deilcs des Deutschen Reiches unseren Blick mehr noch der West- mart Wersen, so dürfen wir doch nicht vergessen, dast ebenfalls im Osten und Südosten Grenzland- deutfche um die Erhaltung ihres Deutschtums und ihrer Kultur lämpfen, besonders unsere Sudetendeul schon in dem tschechoslowakischen Staate, dessen einziges Ziel darauf gerichtet ist. in seinen Ländern das Deutschtum vollständig auszurotlen. Es fei gestattet, einen kurzen Ge- schichtsabrist von unseren Sudetendeutschen zu geben und dabei zu zeigen, wie niDeutsches Land tmn fremden Horden vergewaltigt wird.
Da» ganze Gebiet des tschechosloloakischen Staates ist alter deutscher Boden. Bevor die Slatven einwanderten, waren die Sudetenländer über 500 Iahre vollkommen deutsch. Hier wohnten deutsche Stämme, und überall erklang die altdeutsche Sprache. Auch der Aame ./Böhmen" ist deutschen Hrfprung» Er lautete einst ^Bal- haim" (Heimat der Vojer). Ebenfalls deutschen Ursprungs sind die Flamen „Mähren" und „Schlesien". In allen diesen Ländern sasten zuerst Deutsche, in Böhmen die Markomannen und in Mahren die deutschen Quaden, die später March- toaren genannt wurden. Aus dieser Zeit tragen noch heute viele Berge. Täler und Flüsse deutsche Rainen. Erst nachdem Böhmen und Mähren über 500 Iahre rein deutsch gewesen waren, wanderten die slawischen Völler im 6. Jahrhundert n. Ehr. Geburt ein. Ein selbständiges Staatsgebilde befaßen die böhmischen Slawen nie, sondern seit Karl dem Großen gehören sie zum Deutschen Reiche. 'Deshalb wurde die König«- würde nicht von den Tschechen geschasfeu. sondern den dortigen Königen vom deutschen Kaiser verliehen. die damit Reichs und Kurfürsten des
5d)ad)s(Edtc.
Bearbeitet von 'D. O r b a ch.
Problem Nr. IO.
Don R Mannheimer in Düdelsheim.
Schwarz: a b c d c f g li
8
7
6
5
4
3
2
1
a b c d li
Weist:
Watt in zwei Zügen.
Dertz. 5 Steine. Kb5, Dg3, TU, Stä, Bch
Schwa rz 5 Steine. Ke5, Te6, Bd5, Be7, Bgt>
8
o
5
4
3
2
Partie Nr. .3.
Dcunengambit
Die nachfolgende sehr interessante Partie wurde in der vierten Runde des internationalen Meisterturniers zu Baden-Baden am 20. April 1925 gespielt
Deist. Ratnnowitfch iSowictrußlond) Schwarz Bogoljubow (Ukraine)
1. d2 - d I
2. c2-cl
3. Sgl -13
4. Sol -c3
5. Lcl-g5 d. c2-e3
7. Tal -cl
1. Sg8-f6 2. e7 —eh r. d7 —dki 4. a7-ab
5. Lf8 - e7
6. 0-0
7. Sb8-d7
8. cl -c5! Dieser Zug, der sonst im Damengambit schlecht ist, wegen späterer Aufrollung durch e5, ist hier wohl anwendbar, da .i7-a6 gefchehen ist
8..... 8. c7 —c6
9. b2 - bl 9. Sf6-h5?
Sin Etpertment von fraglicher Güte
10. Lg5xe7 10 DdSxc/
11 Lfl-e2 11 Sh5-f6
12. 0-0 12. e6-e5
13. a2-a1 Deist stört sich um dos Zentrum nicht.
13..... 13. Sf6-e5
14. d4Xe5 14. Sd7xch
15. Ddl -d4! 15. Se5Xß4
16. Le2xf3 16. Se4-g5
17. Kgl-hl 17. Sg5-eb
18. Dd4-e5 18. f7 —f6
19. De5 - g3. Die Spielführung des Deisten verdient olles Lob.
19.....
20. b4-b5
21. Sc3-e2
22. Se2—c3
19. ah —ab 20. Tf8-d8 21. cöxbb 22. De7xc5
23. Sc3Xd5 23. Dcb-d6?
Etwas bester wäre DfS
24. Dg3xd0 24. TdSxdb
25. Sd5-e7+ 25. Kg6-ft
26. Se7xc8 26. Td6-d2
27. a4xb5 27. a5-a4
28. Sc8 - bö 26. TaS-dS
29. Sböxa' Schwarz gibt auf
Eine von Rabinowitfch hervorragend geführte Partie.
Deist 1 Stunde 50 Minuten
Schwarz: 1 Stunde 40 Minuten
Lösung des Problems Ar. 9
1. Tel e5, KdöXeS 2. c4 — c5, Ke5-d5 3. H7 -
15 matt oder 1 Tel — c5, c6-c5 2. Kd3 —c4 Kd6 - cb
3. Te5xe6 malt
AuS der -Lchachwclt.
Das fkme Meisteriurnier zu Wiesbaden, an dem lich solgende vier Spieler beteiligten (Euwe. Sämisch. Shories, Spielmann) ist beendet. Erst.. Preisträger wurde Euwe, zweiter Shories, dritter Sämisch. vierter Spielmann. Ieder Spieler erhielt 400 Mt. Entschädigung und tägsich 20 Ml Spiekhonorar
Die Narrenkappe.
Splitter unb Sparren vom Redaktton-ttsch AuS der Redaktlonskvaserenz.
Durch einen Mittelsmann hat eine fürstliche Persönlichkeit seine ,Vlemoir.'n" anlncten lassen Da die Sache etwas bcltel ist. d.nn man fürchtet „Längen . die den Leser ermüden würden, kommt sie vor die Konferenz 'Beschlust Wir sind ent- zückt von dem Vorschlag, behalten imS jedoch vor. nur einzelne, besonders interessante Abschnitte zum Albdruck zu bringen
Rächste "RedaktionSkonf erenz Der Mittels mann behauptet, einen derartigen Vorschlag, der daraus hinausgeht, die "Rosinen au« dein Kuchen zu picken, Sr. Durchlaucht gar nicht erst unterbreiten zu können Das nun tun?
Das Enfant tcrriblc der Redaltionskonfereu zen: „Bleine Damen und HerrenI Ich fchlage vor, dast wir un« zu Ehren Si Durchlaud)t von den Plätzen erheben und damit die Sach.' begraben!"
E« ist Frühlmq .
Es ist Frühling - verftcherl meine Frau und liebäugelt mit einem Pelzmantel.
Es ist Frühling - sagt der "Redakteur und läßt zwei neue Papierkörbc auf st eilen
Es ist Frühling jauchz! die Rächtigall un "Fliederbufch, da verstummen selbst die Grammophone!
Es ist Frühling sreul |id) ganz Italien, denn nun kommen die Deutschen!
Grund zum Bleiben
„Du bist doch heute so furchtba, lange in der i' Urgesellschaft bei 5tau Schulze geblieben!" „Ja, ich konnte nicht Weggehen. Wenn man nämlich hört, was sie alles von der Ingen, die gerade weggegaugcii ist, bann traue ich mich einfach nicht, wegzugehen''
Gnler Rot.
:,Wns würden Sie tun, rnciui eie |o wie ict, Mlaoicr fpicten könnten?" fragte sie triumphierend. „Ich würde llnterricht nehmen," antwortete er
Deutschen Reiches waren Auch Mähren und Schlesien waren Lehensstaalen des Deutschen Reiches. Die Sudetenländer waren gegen Ende des 18. Iahrhunderts so deutsch, dast ein damaliger Geschichtsschreiber den Untergang der tschechischen Sprache voroussagte. Wir sehen also, dast die Sudetenländer die ersten fünf Iohr- Hunderte rein deutsch waren und säst 1000 Iahre zum Deutschen Reiche gehört haben Deshalb sordenn wir das Recht der Selbstverwallung.
Das gesamte sudetendeutsche Gebiet ist fast so groh wie das Königreich "Belgien, und die Zahl der deutschen Vevöllerung in der tschechischen Republik ist etwa so grost wie die Gcsamtefn- wohnerzahl der Schweiz. 3JA Millionen ScutfdK schmachten dort unter Fremdherrschaft, eine Tatsache. die wir nicht vergessen dürfen. 'Besonder« in dem sog. Dentschböhineii galt nie eine andere als die deutsche Amtssprache Alle Kultur in den Sudetenländern ist beulfdjcii älrsprungs. Al«
Der gegenwärtige Stand der Photographie in natürlichen Warben.
Am 30. April hielt Herr Professor Dr John Eggert aus Berlin in einer gemeinsamen Sitzung der Oberhessischen (9efcüfd)afl für Natur- unb Heilkunde und des Vereins Deutscher Chemiker einen durch zahlreiche Lichtbilder erläuterten Vortrag über den gegenwärtigen Stand der Photographie in natürlichen Farben.
So hervorragendes wissenschaftliches Interesse das Verfahren von L i p p m a n n Hot, bei dem man in der photographischen Schicht sogenonntc stehende Welten von bestimmter Wellenlänge (z. D. Gelb des Natriunüichtes) erzeugt, jo daß nach der Entwicklung die betroffene Stelle bei Auf- treffen weihen Lichtes daraus nur diese bestimmte Farbe zu reftekticren vermag, jo sehr versagt es bei der Anwendung auf natürliche Objekte, wenn es sich nicht uni Licht von einer bestimmten Wellenlänge, sondern um hier so gut wie aus- schsiestlich oorFominenbc Mischfarben handelt.
Für die Wiedergabe von Mischfarben kommen nun hauptsächlich zwei Verfahren in Betracht, bereu Eigenart cs ist, umgekehrt einfachen, reinen Spektralsarbcn gegenüber in hohem Mähe zu veriagen. Dieser Uniftanb ist inbessen für ihre praktische Bewährung ohne Bebeutiina.
Ilm bie in theoretischer, physikalischer Hinsicht einander entgegengesetzten Verfahren des Dreifarbendruckes und der Photographie mit Farbraftern ihrem Wejen nach zu schildern, gab der Vortragende einen kurzen Ucbcrblicf über die Eigentümlichkeit sowohl der „subtraktiven" als auch der additiven" Farbenmischung, wobei die Eindrücke aus das menschliche Auge besonders gewürdigt wurden.
Im ersten Falle handelt es sich bekaniitlich um eine Mischung von Farbstoffen (Pigmenten), wie sie z. B. auch der Maler auf seiner Palette aus-
führt. Indem jeder Farbstoff, der in der Farben Mischung anwesend ist, aus dem auffallenden ober burd)faüenbcn weihen Lichte alle Anteile bis auf ben burd) feine Eigenfarbe gegebenen verschluckt, werben aus bem Spektrum einer wcißftrahlcndcu Lichtquelle alte burd, jene uortommenben Eigen- färben bestimmten Gebiete getilgt, fo bah nur ein Rest zur Wirkung auf bas Auge gelangt, ber ben subjektiven Eindruck einer bestimmten Mischfarbe Hervorruft; jo ergibt Lid)t aus dem roten unb violetten Teil bes Spektrums — nach Austilgung ber in ber Mitte gelegenen grünen Töne — im Auge ben Einbruck ber — je nach bem Mischungsverhältnis verschieben — Purpurfarben (Rosa-Töne).
Geht man von den — bereits Mischfarben dar- stellenden — Töne Gelb, Purpur, Grünblau aps, so geben sie bei teilweiser gegenseitiger Ucbcr- berfung, wie Versuche zeigen, die fubjektivcn Mischfarben Grun.Rot und Blau, bei völliger gegenseitiger Ucberdeckung Schwarz. Von biefem Verhalten der Pigmente macht man Gebrauch bei bem Drei- farbenbrurfc, inbem man mit ihnen naiheinonbcr an passenbem Verhältnis ein und dieselbe Zcich nung bedruckt, wobei zur Vertiefung ber bunften Töne als vierte Farbe sich noch Schwarz hinzugc- sellt.
Ganz anders verläuft bie abbitive Serben« miidjung; hierbei hanbell es fid) nicht um eine Mischung von Farben (Farbstoffen), sonbern von farbigen Lichtern. Wirb Licht aus alle n^Icb len bes Spektrums gleichzeitig auf biefelbc Stelle eines Projektionsschirmes geworfen, fo entsteht be- kanntlich ber Einbruck Weiß. Bunte Farben erhält man, wenn man nur einen mehr ober minder großen Teil bes epettrums — in biefer Weife also abbitio — mischt.
Geht man nunmehr aus von ben Grunbfarben Rot, Grün unb Blau fo gelingt es, burd) Vereinst gung von Licht, bas bürd) geeignete Farbstoff- Filler aus bem weißen Lichte in diese je einen
weiteren Spektralbereid; umfassenden Grundsarben zerlegt worden ist, nach Maßgabe des Misdiungs- Verhältnisses zu ben verschiebensten Farbtönen zu gelangen. Don biefer Möglichkeit macht bas Verfahren von M i e t h e zur Projektion von Bildern in natürlichen Farben Gebrauch. 2lud) für Zwecke ber Kinomatographie ist jüngst aus biefer Wrunblagc ein allcrbing-j außerorbenllich komplizierter Appa- rat nad) ben Angaben von Sccponid gebaut worben, ber burd) Kombination von photographischen Schivarz-Weiß.Aufnc.hine unter Borjchal Hing von Lichtfilleni mit späterer Projektion biefer Aufnahmen auf ein unb biefelbc Stelle ber Bilb- toaiib — lüiebcr unter Bcrivenbiing berfclhcn Licht- filier — in sinnvollster Weife bie Wiebcrgabe farbiger, bewegter Bilbcr auf ber Leinewcmb ermöglicht.
Der 'Jicbncr stellte sich aber weniger bie Aufgabe, über technische Einzelheiten unb Kunstgriffe zu berichten, fonbern verfolgte bos Ziel, die wc- fentlichen Orunblagen, auf denen bas Zustandekommen ber farbigen 'Bilbcr unb der Grab ihrer Naturtreue beruht, unter kritischen Gesichtspunkten zu tuürbigcii. So führt er z. B. mittels eines sehr einfachen Systemes von Zylinberlinsen (aus Riefen glas) abbitive Farbenmischungen vor, indem er anfangs getrennt auf bic Bildwanb fallende Licht- strahlen damit zu neuen Mischfarben vereinigte. Zahlreiche Aufnahmen von Absorptionsspektren der ueriocnbeteii Farbstosse im Bergleid) mit ber ba« neben bargestellten spektralen Zusamnienjctzuna ber von farbigen Objekten (z. B. einer gelben Postkutsche) reflektierten Strahlung biefen erkennen, wie weit man theoretifch — unb unter Berücksichtigung ber befonberen Eigenschaften unb Täufchungsmög- lichkcitcn unseres Auges noch weiter praktisch — unter Anwendung der additiven Farbenmischung bei ber Wiebcrgabe natürlicher Farben gelangt imb Photographie reiner, einsachcr Spektralfarben, bic in der Natur aUcrbmgs kaum vorkommen, führen kann.
Nach einer Besprechung ber sogenannten Far- bcnplatten, wie sie erstmalig von ben Gedrübern LumiLre in Paris in ben Handel gebracht wur- ben, unb bic jetzt auch ui Deutjchlanb von ber Akticngejellschajl jur Anilinjabrikation nach einem grunbföjüid) ähnlichen Verfahren hcrgesteUl wer- ben. jiihrte ber Vortragcnbc mikrophotographischc 'Aufnahmen ber aus einer Schicht rot, grün unb blau gefärbter unb innigft vermischter Gerbsäure- körnchen, einer Lackschicht unb barauf gegossener Broinsilbercmulsion bcstchenbcn ,2Iutochioinplattcn" vor, um baran ihre Wirkungsweise zu erläutern. Der photographische Entwicklungsprozeß, ber von bem Üblichen wesentlich abrocichl, siihrt, kurz «,csagt, bazii, baß an ben z. B. von rotem Lichte gc- troffenen Stellen ber Platte bic Silberjchicht hinter ben roten Körnern aufgelöst wirb, so baß bei ber Betrachtiing ber Platte im tmrdjfallenben Lichte borl burd) bas Siltcrtörndjen rot gefärbtes Licht sichtbar wirb, wahrend umgekehrt hinter den grünen i'nd blauen Körnchen an jener für bic Wiedergabe Silberabschcibungen für 'Abbtendung des Lichtes sorgen, jo baß eben nur rotes Licht allein von ba aus ins Auge gelangt. Stellen, bic einen weißen Gegenstanb wiebergeven, erhallen bementsprechenb bei ber Entwicklung „offene Fensterchen" sowohl hinter ben roten als auch blauen unb grünen, ini- froffopi|d) kleinen Körnchen, fo baß im 'Auge burd) Zusamnicnwirkcn der drei phystologischeii Grundfarben der Eindnrck des weißen Vid)fcs cni- stehl.
Juni ^djluiic führte ber Vortragcnbc eine große 'Anzahl farbiger 'Ausnahmen im Lichtbilbc uor, bie sowohl aus ben verschiebensten Gebieten ber wissenschaftlichen wie auch ber Liebhaberphoto- graphic stammten unb erkennen ließen, in welchem Maße es gelingt, ben natürlichen Einbruck ber z. T. mittels Momentaufnahmen sejlgchattencn Gegenstände und Vorgänge burd) bic Betrachtung ber farbigen Photographien bem Beschauer (ebenbig zu übermitteln. L. 2D.
doch-doch
Sie können eS glauben, es gibt nur einen Weg unb ben müssen Sie gehen. Die Gesundung unb Erhaltung Ihres tzaares wird bebingt burd) einen gut burd)bluteten S^aarboben, frei von Schinnen unb Schuppen, frei von Unreinheiten. Pflegen Sie §)aarboben unb Haar täglich mit bem in feiner Zusammensetzung richtig abgestimmten, nervenstärkenben, anregenben, guten ^räuterhaarwasser Iavol. Der Erfolg bleibt nicht aus. s)eder einzelne Satz der vielen, uns täglich freiwillig zugehenben Anerkennungen, spricht mehr als ganze Bänbe. «Bin von ber verblüffenben
Wirkung Ihres Iavols geradezu erstaunt" — „Als langjährige Iavolkunbin erlaube ich mir, Ihnen meinen Dank für Ihr vorzügliches Kopswasscr auszusprechen Bin heute im Besitz eines reichen, eineinhalb Meter langen Haares, welches allgemein Bewunderung erregt.“ — Iavol mit Fett, Iavol ohne Fett, Fl. 1,75, 7i Fl- 2,50. Doppel-Fl. 4,—, Iavol-Golb (besonders wohkduftenb) 2,— unb 4,—. In allen Fachgeschäften erhältlich Erterikultur G m b. tz . Oftfeebab Kolberg.


