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nisterpräsident Theunis um 11.30 Uhr dem König die Gesamtbemission überreicht. Jedes neu eintreffende Wahlergebnis zeigt, bah die Sozialisten einen Sieg davongetragen haben. Die Liberalen haben nach vorläufigen Schätzungen sieben bis zehn Sitze ausschließlich an die Sozialisten verloren. Auch die Katholiken haben einen bis zwei Sitze an die Sozialisten abgcben müssen und auch sonst an Stimmen verloren.
Für« dem Hei wie für t Wege um
beginnen Doraussichtlich wird sich dann Beratung des Staatsvoranschlags anschiehen.
Brüssel, 5. April. (Agence Belge.) Zusammenhang mit den Kammerwahlen Hot Mi.
Demission des belgischen Kabinetts
werde.
Abg. Winnefeld (D. Bp.) beklagt Zwiespalt zwischen Mietern und Vermietern erklärt, die Dolkspartei wolle keineswegs Mieterschutz beseitigen.
ein Frühstück, an dem die Mitglieder des Vorstands des Kuratoriums, des D o z c n - tenkollegiums der Hochschule, die Reichs- Minister Dr. Stresemann und Schiele und der preußische Staatsminister Dr. Decker teil- nahmen.
Das Grubenunglück aus Zeche „Matthias Sfinncs*4.
Auf der Zeche „Matthias Stinnes" wurde am Sonntag der letzte Tote geborgen. Einschließlich der im Krankenhaus verstorbenen Schwerverletzten beträgt die Zahl der Toten zehn. Die bergpolizeiliche Untersuchung beginnt am Montag.
Das größte Unterseeboot der Welt.
Die „Sunday Expr." meldet, daß das größte Unterseeboot der Welt TI bei Chatam zu einer tzeheimnisvollen Fahrt um die Welt bereit liege. Die Mannschaft betrage nicht weniger als 121 Personen. Das Boot könne zweieinhalb Tage unter Wasser bleiben. Die Baukosten betragen 842 000 Pfund.
Moskau-Flug des Junker-Großflugzeugs.
Am Samstag traf dgs erste dreimotorige Junker-Flugzeug D 543 von Kopenhagen kommend im Königsberger Flughafen ein. Die 750 Km. lange Strecke wurde von dem Flugzeug in 3 Stunden 30 Min. ununterbrochener Fahrt zurückgelegt. Am Dienstag wird das Flugzeug voraussichtlich nach Moskau starten.
zu Ehren der Hochschule für Politik, die diesem Monat das zehnte Semester eröffnet.
192o die Vorlegung von Gesetzentwürfen zur Ab- änderung des Reichsrnietengesetzes, deS Miet- schuh- und Wohnungsmangelgesetzes.
Das Haus vertagt sich auf den 28. April.
Schluß 3,20 4lhr nachmittags.
Hessische
Landrvirtschaftskammer.
Die Hessische Landwirtschafts' f am m e r trat am Freitag im Sitzungssaale des Landeskirchentags in Darmstadt zu ihrer dritten Hauptversammlung zusammen. Der Vorsitzende der Kammer, Oekvnomierat Hensel-Dohelrvd warf in seiner Eröffnungsrede einen Rückblick aus das abgelausene 3ahr. Die Lage der hessischen Landwirtschaft habe sich nicht verbessert, sondern verschlimmert durch die Wetterschäden und die Ueberschwemmungen. Die Regulierung der Fluß- läüfe fei eine alte Forderung der Landwirtschaft, die noch der Erfüllung harre. Die hohen Steuern laugten vielfach die Einkünfte des landwirtschaftliche Betriebes auf. Mit den Steuerstundungen würden Schwierigkeit^ gemacht. Die maßgebenden Regierungsstellen hatten kein Verständnis dafür, daß die Landwirtschaft sich in einer Rotlage befinde. Immer noch entbehre die Land- »^'rtschaft der Schutzzölle- durch den spanischen Handelsvertrag tocvbc das Weinbailgebiet dem
Für di Teilnahme schienen tiefgefühlt
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Aus Stadt und Land.
Gießen, den 6. April 1925.
Volkshochschule G eßen.
Man berichtet uns: Die Volkshochschule wurde dem jetzt beendeten 12. Halbjahr zahlreich besucht.
■* Eine öffentlich e Stadtverord» netensitzung findet am kommenden Mittwoch, nachmittags 4 Tlhr beginnend, int Stadtverord- neten-Sihungssaale statt. Auf der Tagesordnung stehen u. a. folgende wichtige Vorlagen: Errichtung einer Studienanstalt: Gewährung eines städtischen Zuschusses zu den Äoften des 116er--Gesallenen°Denkinals; Krediterweiterung für das städtische Elektrizitätswerk: Verstärkung des Kabelnehes: Errichtung einer Hochspannungsstation: Ausbau von neuen Straßen: Gewährung freier Lernmittel an der Volks- und Fortbildungsschule.
' Die Aufnahme voir Schülern in die höheren Schulen. Das Landesamt für das Dildungswesen hat an die Direktionen der höheren Lehranstalten und die Leiter der höheren Bürgerschulen folgende Mitteilung gerichtet: Zu Ostern 1925 können neben den Kindern, die der vierjährigen Grundschulpflicht voll genügt haben, in Ausnahmefallen geistig und körperlich besonders leistungsfähige Schüler und Schülerinnen sich der Aufnahmeprüfung für die Sexta der höheren Schulen unterziehen, toerat sie an Ostern 1922 in die Grundschule eingetreten sind. Die Zulassung der Kinder zur A»f° nahmeprüsung wird an die 2 Bedingungen geknüpft: daß das Abgangszeugnis der bisher besuchten Schule mindestens die Durchschnittsnote gut aufweist, und daß ein ärztliches Zeugnis die körperliche Leistungsfähigkeit des Kindes bescheinigt. Die ausnahmsweise zur Prüfung zugelassenen Kinder dürfen nur aufgenom- men werden, wenn das Ergebnis der sorgfältigen schriftlichen und mündlichen Prüfung, die sich zu Ostern 1925 für diese Kinder auf das Pensum der drei Grundschuljahre erstreckt, und die nicht einseitig auf den RachweiS von Kenntnissen gerichtet sein soll, gut ist. Aber auch bann erfolg! die Aufnahme nur aui Probe bis 1. Juli. Zu diesem Zeitpurckt entscheidet der Klassenlehrerrat unter dem Vorsitz des Direktors endgültig über die Aufnahme. Besonders gelagerte Fallt wollen Sie uns zur Entscheidung vorlegen. Dies gilt ausnahmslos für alle Kinder, die Drivat- zirkel besucht haben. Den Gesuchen ans Landes« amt ist amtsärztliches Zeugnis beizulegen.
** E i n prächtiger Frühjahrssonn» tag war uns gestern beschieden. In endlosen Scharen wanderte alles hinaus ins Freie, um sich dort an dem ersten Erwachen der Natur in Feld und Wald zu erfreuen. Die Ausflugsorte in unserer näheren Umgebung, der Schiffenberg, Gleiberg, Wellersburg, Karlsruhe, hatten Großbetrieb: „selbst ist der Mann", oder auch die Frau, hieß es da vielfach bei der Bedienung, wenn man überhaupt zu einer Erfrischung kommen wollte. Auch die Eisenbahn hatte Hochbetrieb, so daß sie die Zuge teilweise etwas verstärkt fahren mußte: besonders der Verkehr nach Wetzlar, daneben stand aber auch der Zudrang zu den oberhessischen «trecken weit über dem sonstigen Sonntagsausmaß. Hoffentlich ist uns das herrlcke Frühjahrswetter auch für die bevor« stehenden Ofterfeiertage vergönnt.
** Der Brotpreis im Lanbkreis Gießen ist nicht, wie am Samstag berichtet, auf 75 Pf. erhöht, sondern in Anbetracht der Entwicklung der Getreid-preise von 80 Pf. auf 75 Pf ermäßigt worden.
** E i n Plakat-Wettb.ewerb unter den Graphikern Deutschlands wird in unserem heutigen Anzeigenteil ausgeschrieben. Es handelt sich dabei um die Erlangung eines künstlerischen W'rbe-Plakats für das 3 2. Mittelrhei- nische Kreisturnfest in Gießen. Ram- hafte Preise sind ausgesetzt. Räheres in der Anzeige.
** Einbruchsdiebstähle. Der Polizeibericht meldet: In letzter Zeit treibt ein Einbrecher in hiesiger Stadt fein Unwesen, der nachmittags, insbesondere Sonntags, während die Bewohner abwesend sind, Wohnungseinbrüchc ausfuhrt. Der Täter arbeitet mittels Sperrhakens und Stemmeisem Am gestrigen Sonntagnachmittag gegen 6p, Tlhr wurde in der Rordcptlagr ein Wrhnungseiäbruch ausgeführt und dabei Dollars ä 20, 10, 5, 2 und 1 entwendet. Personen, die irgendwelche Beobachtungen über verdächtige Personen gemacht haben, werden ersucht, der Kriminalpolizei Rachricht geben zu wollen. Verschwiegenheit über diesbezügliche Angaben wird zu- gesichert.
** Auftrieb auf dem heutigen Frankfurter Schlachtviehmarkt. Ochsen 435, Bullen 84, Färsen und Kühe 953, Kälber 762, Schafe 174, Schweine 6639.
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Bornotizen.
Lageskalender für Montag. Schützenverein Gießen 8 Ahr Lchützcnhaus Generalversammlung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Muß die Frau Mutter werben?"
Wettervoraussage.
Bei stärkerer Bewölkung Winde aus südlicher Richtung, warm, auch Regenfälle.
Das von den britischen Inseln ostwärts gegen das Festland vorrückende Fallgebiet gewinnt weiter an Raum und stellt erneute Verschlechterung der Wetterlage in baldige Aussicht,
UebersaU auf eine Mission in China.
London, 6. April. (TTl.) Drei Räuberbanden in Stärke von je 100 Mann griffen einem Telegramm aus King-Tse-Kong zufolge eine Missionsstation 300 Meilen von Singa-Fu an. Die Räuber steckten dieStadt inDrand und trieben die Bevölkerung aus den Häusern. Während der Flucht wurden die Frauen von den Banditen verfolgt. Tausende von Frauen versuchten, sich auf die Bote des nahen Flusses zu retten. Dabei er trän ken viele Frauen, weit 'die morschen Boden der Boote durchbrachen. Die englische Mission wurde nieder- gebrannt; der Missionar ist geflohen. Zu Hilfe eilendes Militär konnte gegen die ließet= macht nichts aus richten. Schließlich gelang es den Bewohnern der Dörfer, die Räuber zu vertreiben.
Verhaftung eines deutschen Publizisten in Polen.
Bromberg, 6. April. (TU.) Der bekannte Publizist und frühere Leiter der ,Lodzer Freien Presse", Dr. Eduard v. Behrens, der seit einem Jahr in Bromberg lebt, ist verhaftet worden und sofort über Thorn-Lodz nach Warschau ab- transportiert worden. Die Verhaftung soll mit 18 Artikeln, die er im „Posener Tageblatt" und mit zwei Aufsätzen, die er in der „Deutschen Rund
jb einet Realschule, die Vorstellung des Kuratoriums der höheren Bürgerschule zu Rüssels- $«im zum Ausbau der Anstalt als Realschule, die Vorstellung des Stadtvorstandes und des AttwatorwmS der höheren Bürgerschule in R i d d a - um Ausbau als Realschule, die Vorstellung der Gemeinden Ober» und Rieder-Ingelheim zum Ausbau der höheren Bürgerschule in Ober-Ingelheim zu einer Realschule und endlich ein Antrag des Abg. Kindt, der Stadt Wimpfen zu gestatten, ihre Realschule durch Errichtung einer Obersekunda auszubauen, wenn sie die dadurch entstehenden sämtlichen Kosten übernimmt. — Der Finanzausschuß wird am Mittwoch den 15. April mit der Beratung der B a u i red i t e ' und anderer Gegenstände
Auto-( ?^ein ei Sparten des J feiner Firm
Die französische Krisis.
Herriot droht mit der Kammerauflöfung.
Paris, 6. April. (211.) Herriot stellte auf einem demokratischen Bankett in Fontainebleau fest, daß die innere Schuld des Landes unter der Regierung Poincars auf 278 Milliarden angewachfen sei und sprach die Meinung aus, daß ein mit einer solchen Schuld belastetes Land in feiner inneren Bewegungsfreiheit ebenso gehemmt sei wie auf außenpolitischem Gebiet, wenn es nicht gelinge, mit den Gläubigem Frankreichs zu einer Derstän- d i g u n g zu kommen. Herriot verbat sich jede Kritik von feiten seiner Vorgänger. Er erklärte, die Gegner forderten seinen Rücktritt mit der Behauptung, daß sie dann die bestehenden Schwierigkeiten lösen würden. Die Regierung halte es für das richtige, erneut vor das Land hinzutreten und sich seinem Urteilsspruch anzuvertrauen. Alle Ausführungen Herriots haben infolge der unzweideuttgen Anspielung auf die Möglichkeit einer Kammerauflösung großes Aufsehen erregt.
In dem Kabinetts rat, der heute vormittag zur Prüfung der Finanzpläne de Mon- z i e s zusammentritt, wird kein endgültiger Beschluß gefaßt werden, dieser bleibt dem für Dienstag angefchten Mini st errat Vorbehalten. Die Kammerdebatte wird deshalb frühestens am Mittwoch eröffnet werden. Der „Matin" ist in der Lage, mitzutellen, daß ein Kompromiß in der 'Form gefunden werden kann, daß den Steuerzahlern eine freiwillige, mit 4 Prozent zu verzinsende Anleihe nahegelegt werden soll. Sollte sich aber eine freiwillige Entrichtung als unzulänglich ^Herausstellen, so werden gegen diejenigen. die nicht spontan gegen die siskalische Inquisition die Versicherungsprämie entrichten wollen, scharfe Maßnahmen ergriffen werden.
Millerands Wahl in den Senat.
Paris, 5. April. Heute fand die Ersatzwahl für den verstorbenen Senator M a g n y, der der demokratischen radikalen Vereinigung angehört und in Pa ri s gewählt worden war, statt. Gewählt wurde der ehemalige Präsident der Republik M i l- l e r a n d mit 250 Stimmen von den abgegebenen 1014 Stimmen. Die Reststimmen verteilen sich auf vier Kandidaten, von denen der radikale Kandidat Andurant 175, der sozialistische Kandidat Osmin 158, der Dissident Dachelet 86 und der Kommunist Eamolinat 71 Stimmen erhielt. Vier Stimmen wurden zersplittert. Millerand hat sofort dem Vorsitzenden der republikanischen Vereinigung des Senats, also der Fraktion P o i n c a r 6, mitgeteilt, daß er sich ihr anschließen wird. Zu der Wahl Millerands schreibt das „Journal des Debats", der Erfolg Millerands fei nicht nur eine persönliche Revanche, sondern auch die Revanche der Tat- s a d) e. In einer Stunde besonders ernster Krise hätten die Wähler des Senats sich von der Gefahr -sösöyunz sstnichjsT 33^1 yun rbsisöqv ftvhrjuschsH den, dem Abenteuer Einhalt zu gebieten, das von dem Kartell der Linken begleitet werde.
London erwartet den Rücktritt Herriots.
London, 6. April. (TU.) In Eithkreisen wird die Entwicklung der franzos. Kabtnettskriese mit großem Interesse verfolgt. Man glaubt nicht, dah die französische Regierung mit der Ernennung eines neuen Finanzministers alle Klippen überwunden habe und rechnet noch immer mit ihrem Rücktritt. Man weist darauf hin, daß Herriot nicht in der Lage gewesen sei, eine Lösung der Probleme zu finden, die er von seinen Vorgängern übernommen hatte. Im Gegenteil seien neue Schwierigkei ten entstanden. Die bisherige Wäh rungspolitik habe sich als völlig ungenügend erwiesen. Man frage sich hier, ob es der französischen Regierung gelingen werde, für die Vermehrung Der Rotenausgabe Deckung zu frühen, selbst wenn die Vermehrung nur für kommerzielle und industrielle Zwecke verwendet werden soll.
Deutscher Reichstag.
Berlin, 4. April. Auf der Tagesordnung Heht. zunächst der Bericht deS Ausschusses für die besetzten Gebiete über die Hilfsmaßnahmen f ü rjb a s besetzte Gebiet. Der Berichterstatter, Abg. v. G u e r a r b (Ztr.) gibt unter Kundgebung en der Teilnahme beä Hauses eine Schilderung der schwierigen Lage, in der sich die Bevölkerung des besetzten Gebiets befindet. Die Zahl der unterstützten Erwerbslos en beträgt noch mehr als das Dreifache, die Zahl der ausgesteuerten Erwerbslosem die keine Tlnterstützung mehr beziehen, mehr als das Doppelte der entsprechenden Zahlen im unbesehtLN Gebiet. Die Wohnungsnot ist im besetzten Gebiet besonders schwer. Die bisherigen Hllfsmahnahmen waren durchaus ungenügend. Der Ausschuß beantragt eine Entschließung, in der die beschleunigte Auszahlung der für Hilssmaßnahmen .zugunsten des besetzten Gebietes ausgesetzten Gelder bis zum Betrage von insgesamt 75 Millionen Mark verlangt wird.
Die Entschließung wird ohne Debatte einstimmig angenommen.
Dom Haushaltsausschuß wird dann eine Ro- oelle zur Beamtenbefollnmg vorgelegt. die Rotstandsmaßnahmen für bi c Beamten bringt Der Ausschuß ersucht in eine.- Entschließung die Regierung, schleunigst zu prü en, ob und auf welcher Grundlage bie Beamten» belüge erhöht werden können und Darüber dem Reichstag Bericht zu erstatten.
Ein sozialdemofiatischer Antrag ausErhöhung des Teuerungszuschlages für die ersten sechs Besoldungsgruppen von 121/9 auf 20 Prozent wirb gegen die Stimmen der Sozialdemokraten, Kommunisten und Demokraten abgelehnt. Der Gesetzentwurf wirb nach ben Anträgen des Ausschusses in allen drei Lesungen angenommen.
Auf der Tagesordnung folgt dann bie Weiterberatung Der Anträge über W ohnungs- wesen und Mieterschutz.
.Abg. Steininger (Dntl.) spricht bie Erwartung aus, daß bie Regierung wenigstens bis zum 30. April mit einer Vorlage herauskommen
Abg. Buehl (Dem.) hält die Beibehaltung des Mieterschutzes für notwendig, besonders im Interesse des Kleingewerbetreibenden. Schon jetzt würden diese Geweroetteibenden oft zum Abschluß von Mietverträgen genötigt, mit weit höheren Mieten, als sie vor dem Kriege beftanöcn. Die berechtigten Interessen der Hausbesitzer müßten gewahrt werden. Aber es könne nicht ^gelassen werden, daß die Hausbesitzerorganisatwnen die Mieten weit über Den Friedensstand steigern.
Abg. Lucke (W. Vgg.): Unter der Woh- nungsgeseygebung nach der Revolution sei die Anregung zum Wohnungsbau syste- matisch erstickt worden. Wenn man den Hausbesitzern die nötige Bewegungsfreiheit lasse, werde die Wohnungsfrage auchfürdicMie- ter am b c ft c n gelöst werden.
Der Ausschutzantrag wird angenommen. Er verlangt unter anderem, bis spätestens 30. April
Teilnehmer aus allen Schichten der Bevölkerung waren Hörer. Besonders stark war die Beteiligung an solchen Arbeitsgemeinschaften, die Gebiete des geistigen Lebens behandelten, wie die Kurse über „Die großen Dichter Deutschland", „Probleme unseres Menschentums in zeitgenössischer Dichtung" oder über den Musiker Robert Schumann. Die meisten Kurse waren gut besucht. Auch die Elementarkurse in Deutsch, Französisch und Englisch konnten durchgeführt werden, obwohl sie an die persönliche Ausdauer der Teilnehmer einige Anforderungen stellen müssen. Ueberrasch-'nd, war, daß die Kurse für naturwissenschaftliche Fragen zum Teil geringeren Zuspruch sanden. Im ganzen wurden die Kurse des vergangenen Winterhalbjahres von etwa 420 Hörern besucht. Von der Möglichkeit, im Falle der Bedürftigkeit eine Freistelle oder Ermäßigung der Hörergebühren zu erhalten, wurde in etwa 75 Fällen Gebrauch gemacht. Die besonderen Veranstaltungen, vier Vorträge über den Philosophen Kant und ein Abend über die Schriftstellerin Ricarda Huch, wurden nicht nur von den Hörem, sondern auch von Freunden der Volkhochschule besucht. Durch Staat und Stadt ist die Ardett der Volkshochschule bereit- willigst unterstützt worden. Die Mitglieder des Vereins Volkshochschule sind treu geblieben. So kann die Tätigkeit mit noch mehr Nachhaltigkeit fort« geführt werden. Während der Ferien und bis in das Sommerhalbjahr finden Austauschabende in Staatsbürgerkunde statt. Ein Kreis von Hörem wird durch leitende Beamte in den Aufbau der Stadtverwaltung Gießen geführt. Den einleitenden Abend hielt Herr Direktor Kolb. Weitere Abende zunächst über das Wohlfahrtsamt, dann über die anderen Aemter folgen jeweils in ben Räumen der Sfemter ff« be-
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schau" veröffentlicht hat, Zusammenhängen. Außerdem wird ihm seine schon seit Jahren beamtete Tätigkeit als Vorsitzender der De u t s ch e n in Polen, der seiner Zeit für die Deutschen in Kongreßpolen gegründet wurde, zur Last gelegt. Die Verhaftung hat in deutschen Kreisen außerordentliches Aussehen erregt, zumal sie zu einer Zeit erfolgt, da zwischen Deutschland und Polen sehr wichtige Wirtschaftsoerhandlungen gepflogen werden.
Die hessischen Reaimenlsvereine zum Weserunglück.
Darmstadt, 5. April. Der Derbanb Hessischer Regimentsvereine hat nachstehendes Schreiben an bie Heeresleitung gerichtet: „3m Ramen ber angeschlossenen Offizier- unb Regimentsvereine ist es uns eine traurige Pflicht, aber ein Bedürfnis, unserer Wehrmacht das tiefe Beileid der Kameraden auszu- fprechen an dem Soldatentod ber verunglückten Offiziere unb Mannschaften. Wir alten Solbaten, bie wir uns mit bem Reichsheere innerlich stets verbunben fühlen, beflogen tief ben Tob so vieler junger Leute, bie in Ausübung ihres Dienstes als Solbaten starben, unb bitten, ben Ausbruck unserer kamerabschastlichen Dellnahme in diesem Sinne gütigst entgegen- nehmen zu wollen."
Aus aller Wett.
Der Pariser Studentenstreik.
Trotzdem der Studenten streik in Paris nur zwer Tage dauern sollte, sind, wie die Abendblätter feststellen, die Vorlesungen der Sorbonne am Samstag nicht besucht worden. Das Streikkomitee yat eine Tagesordnung angenommen, die nochmals gegen die Betrauung des Professors Stelle mit einer Vorlesung an der Sorbonne protestiert und auch die Verurteilung der Studenten und die Absetzung des Doyen ablehnt. Das Streikkomitee fordert zur Fortsetzung des Kampfes auf. Ministerpräsident Herriot hat eine Delegation der Studentenoereinigung empfangen, die ihn um Begnadigung der verurteilten Studenten und um die Wiedereinsetzung des Doyen in sein Amt ersuchte. Ministerpräsident Herriot erklärte, er werde die von den Studenten ausgesprochenen Wünscbe wohlwollend prüfen. Im Laufe des Samstagnachmittags hat nochmals eine Straßen- kundgebung der streikenden Studenten ftattge- funben. Im übrigen ist die Ruhe in keiner Weise gestört worden, da die meisten Studenten wegen des bevorstehenden Osterfestes bereits Paris verlassen hoben.
Aus Straßburg wird berichtet, daß in dem ersten und zweiten Iohreskurs der rechtswissen- schaftlichen Fakutät in gewohnter Weise die Vorlesungen wieder ausgenommen worden sind. Eine aus etwa 100 Studenten bestehende Gruppe hat folgende Erklärung abgegeben: Die unterzeichneten 102 Studenten stellen mit Befriedigung fest, daß die von einigen hundert Studenten erlassene Kundgebung rein politischen Charakter trägt und weit davon entfernt ist, Erfolg zu haben. Sie protestieren gegen die Beeinträchtigung der Arbeitsfreiheit.
Zehn Semester Hochschule für Polittk.
Der Vertreter des Reichspräsidenten gab
steht "bte Absicht, auch andere Aerwauungskorper unserer Stadt in ähnlicher Weise später den Hörem der Volkshochschule zugänglich zu machen und so durch unmittelbare Anschauung die mehr theoretischen Kurse der Volkshochschule über Staatsbürgerkunde zu ergänzen. Die Vorbereitungen für oas Sommerhalbjahr 1925 sind abgeschlossen. Der Ar beitsplan wird in der zweiten Halste des April veröffentlicht.
Der Tfchekaprozeß.
Die Strafanträge des Reichsanwalts.
Leipzig, 4. April. (TU.) Zu Beginn ber heutigen Verhandlung ergriff Reichsa n w a l t Dr. Reumann bas Wort zu feinem Plaidoycr. Dr. Reumann stellte zunächst fest, baß toeber die Reichsregierung noch ber Reichsjustizminifter irgenbtoie versucht habe, das Bersahren mit der Tendenz einer außenpolitischen ober innenpolitischen Wirkung zu beeinflussen. In sämtlichen Vorwürfen gegen bie älntersuchungsbehörbe. bah auf bie Angeklagten mit unzulässigen Mitteln eingewirkt worben sei, liege Methode, die er nicht billigen könne. Aus allen Urkunden gehe hervor, dah das Endziel ber komnrunistischen 'Bewegung bie Errichtung ber Rätebiktatur gewesen fei. Mil einer Abwehr des Faschismus lasse sich besonders nicht das im preußischen Landtage oorgefunbene Material vereinen. 3m Falle Seeckt hält ber Reichsanwalt es für erwiesen. bah ber Auftrag von Hellmuth erteilt wurde. 3m Falle Rausch handele es sich um überlegt en Mord.
Der Reichsanwalt stellte nach etwa sieben- stündigem Plädoyer die Strafanträge. Er beantragte gegen Neumann wegen vorsätzlichen Mordes nach § 211 des Strafgesetzbuches im Falle Rausch die T o d e s st r a f e , wegen der übrigen Fälle nach § 49 b insgesamt 7 Jahre Zuchthaus und dauernden Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte, gegen Sko blewsky wegen Anstiftung zu den gleichen Verbrechen die Tode s str a f e und 15 Jahre Zuchthaus wegen Mittäterschaft, gegen Poege bie Todes st rafe und 8 Jahre Zuchthaus, gegen Margies die Todesstrafe und 9 Jahre Zuchthaus, gegen S z o n bie Tobesstrafe und 4 Jahre Zuchthaus, außerdem gegen alle fünf Angeklagte 500 Mark Geldstrafe und dauernde Aberkennung ber bürgerlichen Ehrenrechte. Gegen die übrigen Angeklagten beantragte bei- Reichsanwalt Strafen aus dem Republikschutzgejetz, unb zwar gegen Mcus 4 Jahre 6 Monate Zuchthaus und 5 Jahre Ehrenrechtsverlust, gegen Moere- n e r 3 Jahre Zuchthaus und 5 Jahre Ehrverlust, gegen König und Diener je 5 Jahre 6 Monate Zuchthaus und 5 Jahre Ehrverlust, gegen Mayer 6 Sabre 6 Monate Zuchthaus und 10 Jahre Ehrverlust, gegen Kuhls 5 Jahre Zuchchaus, gegen Intorf und Lesnisse je 1 Jahr 9 Monate Gefängnis und gegen Frau L e s n i s s e 10 Monate Gefängnis.


