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6.4.1925
 
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(Aus der .Rabiv-Umfchau".)

Dienstag, 7. April:

10.45 Ufrr: WirtschaftS.neldungen 12 11 bi*1. Aachrichtendienst. 3 und 4 Uhr: Wirtschaftsmcl^ düngen 4.20 Mbr: Nachrichtendienst 4.30 bifc 6 ^Ihr BachmittagSkonzert des HausvrchesterS. Tschaikowsky. 1. Borspiel zu .Eugen Onegi'n, 2. Andante cantabile a. d. Sinfonie in E°Moll, 3. Barcarole op 37 a, 4 Herbstlied, 5. Phantasie ausPique Dame", 6. 2ldagio (amentofo- a. d. 6. Sinfonie. 6 ilhr WirtschastSmeldungen. 6 bis 6.30 .Uhr: Die Lese stunde l Meisterwerke der Welt­literatur). Aus ..Soll und Staben von Gustav Frey tag l Fortsetzung). 6.30 bi» 7 llfrr: Dort rag von Karl Strickern ^Mittel der Erziehung". 7 Uhr: WirtschaftSmeldungen 7 bis 7.30 Uhr: Der Segelsport", Dertrag von Hans Schiro- lauer. 7.30 bis 8 Uhr: Vortragszyklus des Stadt- gesutidheitsanUeö-Die Echnakenbekämpsung im Sommer". 8.30 bis 9.30 ilbr: Sinsoniekonzerl. 1. Divenimento in D-Dur für kleines Orchester von Paul Graener. 2. Sinfonie- in Z-Dur von 2vsef Haydn. 9,30 ilbr: Bachrichteirdicnst, Wetter­meldung, Sportbericht. 10 bis 11 Uhr: Ariadne auf Baxos Ein Duodrama von Georg Benda (17221795). Text von Ioh. Ehristian Brandes.

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'chuy nur mc Landwrrrichatt, etn Eintrag Taogi u- Gen. fordert für die AotstandSaktion einen weiteren Kredit von 2', Millionen vom Reich Ferner verlangen dieselben Antragsteller Ber° langerung der zu zahlenden Ärefrtlc bis zum 1. April nächsten Iahres Sin Antrag Wolf u. (Ken. will, hab den rheinhessischen Gemein­den mit mehr als 50 Prozent Schaden die­selben steuerlichen Erleichterungen gewährt wer­den wie Im Notstandsgebiet. Ein Antrag Brei­denbach u. Den. will die Befreiung der ge­samten Landwirtschaft von der Arbeitslosen­versicherung. Ein Antrag Benz wendet sich gegen die Einstellung landwirtschaftlicher Arbeiter im Staatsbetriebe Ein Antrag G e i p e r t u. Gen. verlangt Steuererleichterung. Ein Antrag Wedler will, hab das Anerbenrccht der Landesgesetzgebung Vorbehalten bleibt. Ein An­trag deS Mitgliedes Wolf u. Gen. will, dah die für Förderung deS Obstbaues in Rheinhessen bereitgestellten Staatsmittel erhöht werden, und zwar um den Betrag von 5000 Alk: dieselben Antragsteller fordern für den Weinbau eine Erhöhung deS Zuschusses vom Rechnungsjahr 1925 ab um 30 000 Mk. Ein Antrag W e ck l e r wünscht, dah in der Geschäftsführung der Unter- erhebeftellen keine Aenderung eintritt, sondern dah die Sollkartenführung bei den Unter er he be­stellen verbleibt. Rach längerer Diskussion wur­den alle Anträge einstimmig angenom­men.

Die Wahlprüfungskommission erstattete hier­auf Bericht über die Wahlen zur Land­wirtschaftskammer 1924. Alle Wahlen wurden, mit Ausnahme der des Vertrauens- manns August Rahm in Heubach (fornralc Ber- stöhe), für gültig erklärt. Das Haus trat dieser Entschließung bei.

Der Voranschlag der Landwirtschaftskammer für 1925 in Berbindung mit den Voranschlägen der Haushaltungsfchulen Langen. Lindheim und der Hess, landw. Zeitung für 1925 veranlahte eine Aussprache von zweistündiger Dauer. Der Boranschlag wurde schliehlich gegen eine St'mme angenommen, er schlickt in Einnahme und Aus­gabe mit 1 239 809 Mk. ab.

Gegen 4 Uhr wurde die Tagung von dem Präsidenten mit dem Wunsche geschlossen, dah es in der kommenden Zeit der Landwirtschaft wieder besser gehen möge.

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Der Salm oder Lachs, dieser wohlschmeckende Meerfisch, ist in früheren Zeiten im Rhein in so außerordentlichen Mengen gefangen worden, dah sich in Düsseldorf die Dienstmädchen beim An­tritt der Stellung ausbedungen, nicht öfter als viermal in der Woche Lachs essen zu müssen. Diese Zeiten des Ueberslusses sind heute vorbei.

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gefangen wurvcn. waren es 1910 nur noch 19 636. ©ettbem soll das Ergebnis wieder besser gewor­den fern: aber dah der Lachs fetzt keine Bolls- nahruna mehr ist, erkennt man schon an den hohen Preisen

Der Salm steige nur zum Zwecke des Latchens in dte <5lüfte hinauf, aber dieser Auf­stieg erstreckt sich über das ganze Jahr. 3m Commer kommen die Sommerlachse, im Winter die viel groheren und schwereren Winterlachse. . L lunL erstenmal aufsteigenden sog. ..Jakobs- lachse , die sich etwa um den St. Iakobstag. den 3uli, zeigen, haben nur ein Gewicht oon 36 Pfund, während die Winterlachfe früher brs zu 80 Pfund schwer waren. Heute hält mar. Von einen Salm von 70 Pfund für eine gute Cöcutc. J>a Zkr Strom tagsüber unruhig ist und die Fische sich in die tiefen Felsenhöhlen zurück- ziehen, hübet der Fang meistens nachts statt. -"OchtS stöbt^ der Salm langsam stromaufwärts vor. Mit Köder und Angel kann man ihm nicht bcitommen, weil er in den Laichgewässern über- paupt keine Rahrung zu sich nimmt. Der Salm- Nscher macht sich die Gewohnheit des Fisches zu- nutze, langsam gegen den Strom vorzustohen. Da stehen denn nun an günstigen Stellen eigenartige Boote, in deren Mitte sich kleine Bretterhäuser befinden. Das sind die Salmenwagen der Rhein­fischer, in denen es nachts lebendig wird. Dann wird das Reh mit einem Bande an der Längs­seite des Schiffes und am anderen Ende an einer »rohen Stange befestigt und in den Strom ge­legt. Zwei Fischer sind in der Regel auf jeden Wagen. Der eine sitzt am Ausguck und hält die Fangleine in der Hand, während der andere schlaft, bis er gebraucht wird. Gröhe Ruhe muh herrschen, und der Fischer lenkt seine ganze Auf­merksamkeit auf die Fangleine, die ihm erzählt, wie der Strom langsam durch das Garn zieht. Da plötzlich ein scharfer Stoh gegen daS Retz als sollte es zerreiben. Die Salme sind da! Schon hat der Fischer den Holzteil hinausgewor­fen, die Stange fliegt hoch, der Gehilfe springt hinzu, und beide ziehen daS Reh ein. Ein Salm ist gefangen. Ein paar wuchtige Schläge mit dem Holzhammer auf den Kopf machen seinem Leben ein Ende und sofort wird das Reh zu neuem Fang eingestellt.

Bisweilen fangen die Fischer am Wittelrhein in einer Rächt sechs grobe Salme, aber sehr viel häufiger sind die Rächte, in denen ihnen auch nicht ein einziger ins Garn ce^L Trotz solcher Enttäuschungen lieben die Salmftschcr ihr Hand­werk und vererben es von Bater auf Sohn und Enkel.

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3m Gegensatz dazu ist der .<?aupttert, der von einer anderen Aanö geschrieben ist. das Derk eines Mannes, der über erstaunliche Kenntnisse verfügte und dessen Beobachtungen von "Iberglauden unk Scharlatanerie ganz frei sind. Bereits im 3ahu 160 0 v. C h r.. der llpoche. av der der Papyrus zu datieren ist, waren diesen agnptischen (Belehr ten Grundgesetze berOehirnphnfioloflie be­kannt, die die moderne Medizin erst in den letzten 2 Generationen gewonnen bat. Sv Iiihrt er aus, dah Lähmungen auf einer Seite des Körpers von einer Verletzung des Gehirnteils auf der andere, Seite hernorgerufen iverben: er hol beobachtet, das; die Bewegungen unserer Gtiednmhen vom Gehint aus kontrolliert wird, und datz die einzelnen Stel­len, von denen diese Kontrolle ausgeht, in verschie denen Teilen des Gehirns lokalisiert sind.

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2iu«tfrtf) ausgette^ttr. anc ^anvwtrrscvatlo-- farnmen: seien vielen ein Dorn im Auge. Es sei nickst zu verstehen, öab man die wenigen Zuschüsse der LandwirtschaftSkammer vollständig nehmen wollen. Der Präsident teilte dann ein Schreiben des Ministeriums für Arbeit und Wirt­schaft mit. dah die StaatSzuschüsse für 1925 nut in derselben Höhe wie 1913 gewährt werden könnten, in Zukunft würden sie überhaupt nicht mehr bewilligt. (Lebhafte Erregung.» Der Prä­sident protestierte gegen dieses Verfahren

Ministerialdirektor liebel bemerkte hierzu, es handle sich nicht um einen Beschlich des Ministerium-, sondern der Abbaukommission. Die Abteilung für Landwirtschaft im Ministerium für Arbeit und Wirtschaft habe diesen Beschluh bekämpft. DaS letzte Wort in dieser Angelegen­heit habe der Landtag.

Generaldirektor Dr. Hamann erstattete den Bericht über die Xätigfeit der Landwirtschafts- fammci im ab^elaufenen Jahre, sodann einen Bericht über die allgemeine Lage der Land­wirtschaft. Der Redner schilderte hierin die Wir­kungen der Inflation und die dadurch verur­sachten Derluste. die besonders für die Land­wirtschaft im Herbste 1923 schwer gewesen seien und daS Betriebskapital aufgezehrt hätten Die nichtigen Preise des Frühjahrs 1924 bedeuteten für den Landwirt einen schweren Verlust, weil er gelungen war. die restlichen Vorräte zu ver­kaufen. Daneben entwickelte sich ein ungeheurer Steuerdruck. Gin gehende Betrachtungen widmete der Redner den Witterungsschäden und der Kreditfrage: eS sei nahezu unmöglich für die Landwirtschaft, langfristige Kredite zu einiger- maben tragbarem Zinsfuß zu erhaltest. Feiner besprach der Redner den Rückgang der Dieh- prelle und der Milchpreise. Die hessische Re­gierung habe sich nach Verhandlungen mit der ReichSregierung bereit erklärt, der hessischen Landwirtschaft einen Rotstandskredit von 9 Mill. Mark bereit zu stellen, aber diese Mittel reich­ten nicht aus zur Saatgut- und Düngemittcl- beschaffung. Weiter wurde hingewiesen auf die Matzschwierigkeiten beim Verkauf von Getreide, Wein. Obst und Gemüse wegen der starken Kon- llm:enz des Auslandes. Die Landwirtschaft müsse die berechtigte Forderung aus einen aus­reichenden Zollfchuy stellen. Trotzdem die Land­wirtschaft höhere Löhne, ernschl. der Verpflegung und Kost, gewähre, bestehe ein grober Mangel an Arbeitskräften. Der Landwirt müsse ba* Ge­fühl haben, dab ihm die Regierung helfen will und dab sie feine Arbeit schützt, bann erhalte er Wut zu neuer Arbeit im Interesse des Volks- ganzen. (Lebhafter Beifall.)

Es entspann sich nun eine lebhafte Debatte in deren Berlauf 15 Anträge gestellt wurden Drei davon beschäftigen sich mit dem Fort- bildungSunterricht auf dem ßanbe: namentlich ist man gegen den weiblichen Fortbild ungs- unterricht, der abgeschafft werden mübte. Ein Antrag K 0 rell fordert ausreichenden Zoll-

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