Ausgabe 
6.2.1925
 
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Darmat-Antersuchung In Graz.

3n Graz sind ein Staatsanwalt und Kriminalpolizist aus Berlin eingetroffen, um Grazer Firmen in der Angelegenheit der

dadurch in Frage gestellt werben.

Der Himmelsbachprozeh.

Am Donnerstag begann in Moabit

Weiter erklärt der RegierungSvertreter, dem Fackelzug der Studenten und der ein Anlatz zu Beanstandungen nicht

melsbach A.-G., einer der größten deutschen Holzhandlungen, gegen den Herausgeber der Zeit­schriftDer Holz markt", Otto Firnbach. In einer Serie von über 70 Artikeln hatte Firnbach die Firma Himmelsbach beschuldigt, die deut­schen Waldungen in der Pfalz mit dem Einverständnis der Franzosen verwüstet zu haben, so dah sich der Schaden in hundert Jahren nicht mehr gut machen lasse. Als Vertreter der bayrischen Stoatsregierung wohnt den Verhandlungen Ministerialrat Ringe- mcmn bei.

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Das Memeler Landesdirektorium ist zurückgetreten. Landesdireltor Borchert ist mit der Neubildung des Direktoriums beauftragt.

den sind. Die veiden Gendarmen stno inzwlscyen verstorben. Einer der Schmuggler ist ver­haftet worden.

Zwei deutsche Dampfer gesunken.

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Der Darte -Dassau

In hiesigen Kreisen erhält sich die fassung, daß irgendein

Handstreich gegen Danzig

geboten gewelen und Vun Ausschreitungen nichts bekannt geworden sei.

* Hessische Gartenbau-Ausstel­lung in Darmstadt. In der Zeit vom 15. Äugust bis 14. September findet aus Anlah des 90jährigen Bestehens des GarrenbauvereinS Darmstadt mit Unterstützung der Hess. Staats­regierung und der Stadtverwaltung Darmstadt eineHessische Gartenbau-Ausstellung" statt, und zwar im Orangerie-Garten in Darmstadt. Gs werden Gartenanlagen, Gartenmcbel, Gartenbau­schmuck, Schnittblumen, Obst, Gemüse, Konserven Aquarien, Terrarien usw. gezeigt.

Sin bedauerlicher Unfall er­eignete sich gestern nachmittag im hiesigen Volks- bad. Ein hier wohnender älterer Herr benutzt, das Römisch-Irische Bad und erlitt hierbei -'ne« schweren Ohnmachtsanfall. D ibei fiel er unglück­licherweise gegen die Heizung des Her^ust- raumes und zog sich erhebliche Verbrennungen zu. Ein in der Nähe wohnender Arzt leistete die erste Hilfe. Der Verletzte wurde durch die Frei­willige Sanitätskolonne mit dem Krankenwagen zuerst nach seiner Wohnung und später nach der

Aus aller Welt.

Ein Sack mit Pulver explodiert.

In dem im Hornbachtal gelegenen Dorfe Rimschweiler ereignete sich nach einer Meldung aus Zweibrücken ein schweres Explosions­unglück. Der Steinbrecher David Sand hatte von Ixheim einen Sack Pulver, den er zum Steinbrechen benutzen wollte, mit nach Hause ge­bracht und in die Küche ge st ellt. In dem Augenblick, als Sand den Sack Pulver in den Steinbruch transportieren wollte, explodierte unter weithin hörbarem Getose das Pulver, in- bem eine hohe Stichflamme empvrschoß. Durch die Explosion flogen sämtliche Fenster­scheiben zum Teil mit Läden ins Freie. Wände. Decken und Einrichtung des Hauses sind schwer beschädigt. In der Küche befanden sich auheroem noch die beiden Töchter des Sand, sowie sein 20jähriger Reffe. Alle vier Anwesenden erlitten fürchterliche Brandwunden und wurden nach dem Zweibrückener Krankenhaus verbracht.

Gattenmord.

Der Schuhmachermeister Butz in Wilzen­berg hatte seine Frau ermordet und die Leiche in einem Strohsack desselben Bettes, in dem er schlief, versteckt. Butz wurde verhaftet.

Kesselexplosion.

In der Chemischen Fabrik Kalle & Co. in Bieberich a. Rh. fand eine Kessel- explosion statt, bei der drei Arbeiter verletzt wurden.

Autounfall.

In G i f t i n g (Oberfranken) stürzte ein Post­auto um. Sieben Personen wurden verletzt.

Alkoholschmuggel im Elsaß.

Wie derTemps" aus Strahburg mel­det, hat bei Buckweiler ein Kampf zwischen Gendarmen und Alkoholschmugg^rn stattgesun­den, in dessen Verlauf zwei Gendarmen durch Revolverschüsse tödlich verletzt wor-

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Polen protestiert.

Ein bewaffneter Anschlag ans Danzig?

Berlin. 5. Febr. (TU.) Die Abendblätter geben aus Warschau einen amtlichen Kom­mentar der Polnischen Telegraphen-Agentur über die Entscheidung des Ober-Kom­missars in der Briefkasten- Frage wieder, in dem es heißt:

Der Kommissar läßt hier den Vertrag von Ver­sailles außer acht, die verpflichtenden Abkommen zwischen beiden Parteien und die Protokolle zum Warschauer Abkommen, die mit abweichenden Er­klärungen der beiden Parteien versehen sind. Die Entscheidung des Oberkommissars hat keiner­lei exekutive Kraft. Polen legt beim Völkerbund Protest ein, der eine endgültige Entscheidung fällen wird.

Polen begnügt sich jedoch anscheinend nicht mit einem einfachen Protest, sondern es er-

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nicht eingetroffen. Da die Fahrt gewöhnlich zwei Tage dauert und man von dem Schiff bis heute noch nichts gehört hat, steht zu befürchten, dah das Schiff, dessen Besatzung aus 14 Mann bestand, untergegangen ist.

Der deutsche DampferR o l f", der mit einer Ladung Zucker von Mullerup nach Kopen­hagen unterwegs war, stieb heute morgen bei Knudhoven aus Grund und sank. Die aus neun Mann bestehende Besatzung rettete sich in die Boote, und landete bei Knudshoven.

Der DampferOdenwald" in Brand geraten.

Aus Antwerpen wird gemeldet, dah an Bord des deutschen DampfersOdenwald", der mit einer Ladung von 10100 Tonnen Salpeter und Kupferbarren aus Chile kommend in Ant­werpen lag, ein heftiger Dran d ausgrbro- chen ist. dem die gesamte Ladung zum Opfer fiel. Der Sachschaden beträgt 25 Mill. Franks.

Das Todesurteil gegen GranS rechtskräftig.

Wie derHannoversche Kurier" erfährt, ist die von Grans, der bekanntlich Mitangeklagter im Haarmannprozeh war, gegen seine Verur­teilung zum Tode eingelegte Revision zu­rückgewiesen. Das Urteil ist damit rechts­kräftig geworden und dürfte in Kürze vollstreckt werden, wenn nicht wider Erwarten ein Gnaden­gesuch noch Erfolg haben sollte.

Äroner legt Berufung ein.

Die Verteidiger des Landgerichtsdirektors K r o n e r erklärten bereits nach Schluß der Ver­handlung, dah Kroner sich dem Urteil des er­weiterten Schöffengerichtes nicht unterwer­fen, sondern Berufung einlegen werde. Für den Derufungsprozeh ist die Große Strafkammer beim Landgericht I zuständig.

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weckt den Anschein, als ob es jederzeit bereit ist, seinen Wünschen mit bewaffneter Hand Rach­druck zu geben. So meldet dieZeit' Danzig:

mit uns dem vorotwlichen Beamten und Nevens» würdigen'Menschen an seinem morgigen GeburtS- tage einen weiteren sonnigen Lebensabend wünschen.

Der Hamburger DampferMartha", der in Donnerstag voriger Woche von augesund abging, ist dort noch

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Dorstandswahl der Deutschen Dolkspartei.

Berlin. 6. Febr. (T. U.) Die Reichstags­fraktion der Deutschen Vollspartei wählte durch Zuruf einstimmig den alten Vorstand wieder und erweiterte densewen durch Zuwahl von vier Mit­gliedern. Der neue Vorstand seht sich wie folgt zusammen: Vorsitzender: Dr. Scholz, stellvertr. Vorsitzende: Dr. Curtius, Kempkes, Dr. Zapf, Geschäftsführer: Drüninghaus, stell­vertretender Geschäftsführer: M o ra 1 h , Bei­sitzer: Dr. Becker, Beithien, Dr. Kalle, Hepp, von Kardorff, Frau Mende, Dr. Runkel, Thiel, Westermann, Winnefeld.

Wettervoraussage.

Wenig Aenderung der herrschenden Wit­terung. Rachts Temperaturen nahe Rull.

Unser Bezirk wird weiterhin berührt durch Ausläufer von Wirbeln, die im Raum zwischen Island und Irland west-ostwärts ziehen. Schnell wechselnde Bewölkungen und damit verbundene Temperaturschwankungen bei westlichen Luft­strömungen sind damit bedingt.

Die Freiburger

Reich sgründunasieier.

Karlsruhe. 5. F:br (WTB.) Ueber die Vorgänge bei d:r ReichZgründungsieier der Uni­versität F eiburg wur.e regierungrs.i ig im Landtag f lgendo Antwort erteilt: An 20. Ia- nuar erhielt die Unterrichtsverwa tung einen Bericht des Senats, in dem dieser fest­stellte. daß Rektor Dr. Freiherr Marschall v. (Bieber ft ein in seiner Festrede überRecht und Gesetz" sich unbestreitbare Entgleisungen zu­schulden kommen lieh, die um so lebhafter zu bedauern waren, als der Redner sich offen­kundig bestvebt zeigte, bet heutigen Staats­ordnung gerecht zu werden. Die Vorlage seines Manuskripts hat Freiherr v. Bieberstein verweigert, sich aber gleichwohl über den In­halt der Rede geäußert und erklärt, dah ihm jegliche Absicht, irgend jemand zu verletzen, ferngelegen habe. In der Meinung, dah zwei Stellen der Rede Anstoß erregen könnten, habe er diese gestrichen. Bei der schlechten Befürchtung und seinem fiebri­gen Zustande fei ihm allerdings das Mihgesch ck passiert, daß er in der Erregung die Streichung mitgelesen habe. Er habe darüber sofort schriftlich sein Bedauern auSgedrückt. Die Unterrichtsverwaltung könne ein abschlleßendes Urteil nicht gewinnen, ohne daß ihr der volle Wortlaut der Rede vorliege. Unterm 26. Ianuar sei daher gegen Freiherr v. Bieberstein das Disziplinarverfahren eingeleitet

hade zuschulden kommen lassen. Deshalb sei er als ein einfaHer Zivilist behandelt wor­den, da er ja kein Kriegsgefangener ge­wesen sei. Unter diesen Umständen müsse die Revision zurückgewiesen werden. Der KassativnS- gerichtshvf hat sich auf diesen Standpunkt gestellt und die Einwände als nicht annehmbar erklärt.

Vie völkerdundskonttolle in Deutschland.

Einrichtung ständiger militärischer Kontrollpunkte im Rheinland.

G en s, 6. Febr. (TU.) Die ständige beratende Militärkommission des Völker­bundes trat gestern unter dem Vorsitz des brasllianischen Admirals Souxave Silva Zusammen. Sie besteht aus je drei Sachverstän­digen der zehn im Völkerbundsrat vertretenen Staaten, einen für militärische, einen für Ma­rine- und einen für Luftfragen. Die Kommission wird zu entscheiden haben, an welchen Stellen in Deutschland eine ständige Kontrolle einzurichten ist. Rach Beendigung der Ruhr­okkupation durch die Alliierten wird also eine neue Okkupation im Rheinland beginnen und zwar unter den Auspizien des Völkerbundes. RuhrentschSdigung und

Dawes-Abkommen.

Berlin, 6. Febr. (TU.) Zu den Dehaup- tungen der französischen treffe, daß die Ent­schädigungszahlungen an die Ruhrindustrie einen Verstoß gegen die Bestimmungen des Dawes-Abkommens bilden, wird dem Lokalanz." von gut unterrichteter Seite mit- geteilt: Von einem Verstoß gegen die Bestim­mungen des Dawes-Planes kann schon aus dem Grunde keine Rede sein, weil das Abkommen die von Deutschland zu leistenden Zahlungen voll­kommen f e st l e g t. Der einzige bewegliche Faktor des Zahlungsplanes liegt in den sogenannten Indexbestimmungen, nach denen an ge­wissen Zeitpunkten die Hohe der von Deutsch- lanb zu leistenden Zahlungen mit der etwaigen Erhöhung der Einnahmen des Reichs in Ein­klang gebracht werden kann. Im übrigen sind für die Ausführung des Dawes-Abkommens durchaus nicht sämtliche Einkünfte des Reiches verpfändet, fonbern nur ein bestimmter Teil von ihnen. Ueber den Rest kann das Reich frei verfügen.

Es ist selbstverständlich, daß wir die Träger der erpreßten Zwangslieferungen aus der Zeit des Ruhrkampfes ebenso entschädigen müssen wie alle Reparativnslieseranten.

Die Entschädigung des Reichs entspricht übri­gens bei weitem nicht dem tatsächlichen Wert der Skferungen. Wenn in die Wirtschaftskreise, auf die das Reich für die Reparationslieferungen. angewiesen ist, etwaige Unsicherheit über her- artige Entschädigungen hineingetragen würde, so würde es bald sehr fdjtoierig werden, die In­dustrie zu Lieferungen [ür Reparationszwecke zu bewegen. Das aber läge zweifellos nicht im Intereise der Franzosen und Engländer. Es darf auch nicht übersehen werden, daß gerade die Industrie der Hauptträger der Re- parationslasten ist und daß sie den wich­tigsten und größten Teil der Lieferungen auf­bringt. Wenn ein Teil der franzöfischen Presse versucht, einen Zusammenhang zwischen der An­leihe und den Ruhrentschädigungen zu Eon» (inneren, so kann demgegenüber festgestellt wer­den, daß beide nicht das geringste mit­einander zu tun haben. Die 800 Millionen Mark, die die Anleihe erbracht hat, liegen in dtzr Reichs bank zur Verfügung des Transfer- aaentm. Das erste Ziel des Dawes-Plans ist die Wiederherstellung und Siche­rung der deutschen Reparations- f K h i g l e i t. Die Erreichung dieses Ziels aber wird unbedingt in Frage gestellt, wenn außer­halb des Abkommens ständigineueSchwie- rigfeiten gemacht werden. Die Durchfüh­rung des Abkommens, an der nicht zum wenigsten Frankreich das größte Interesse hat, kann

vorbereitet wird. Rachdem schon vor einiger Zeit über po lnische Truppenbewegun­gen allerhand Gerüchte entstanden sind, glaubt man jetzt, dah ein Aufstand der kassubischen Bevölkerung von der Grenze des Freistaates aus vorbereitet wird. Wa ff en und Muni­tion sind verteilt. Auch die Ausbildung im Schießen habe bereits stattgefunden. Ein er­höhter Reiseverkehr ist ganz deutlich fest- gestellt worden. Die Vorgänge rufen in der hiesigen Bevölkerung große Unruhe hervor.

Vermittlung im griechisch- türkischen Konflikt.

Paris, 6. Febr. (TU.) Der Vertreter des Exchange" glaubt, daß dank dem Eingreifen ®roßbritanniend und dem Zureden Italiens der türkisch-grichische Konflikt auf folgender Grund­lage beigelegt werden wird. Das Patriarchat wird als vakanterklart und demnächst m i t einer neuen Persönlichkeit beseht werden. Die Türkei verpflichtet sich, gegen diese Persönlichkeit nichts zu unternehmen und aud) keine anderen Prälaten auszuweisen.

Kleine politische Nachrichten.

Der preußische Minister für Wissenschaft. Kunst und Volksbildung hat gegen den Breslauer Universttätsprvftsfvr Freiherr v. Freytag- Loringho.ven das Disziplinarver­fahren eröffnet, zu dessen Durchführung beim Reichstag die AufhebungderImmunität von Freytag-Loringhovens beantragt worden ist. Den Grund bilden öffentliche Kundgebungen und Zeitungsartikel Freytag-Loringhvvens, durch die bestehende Staatseinrichtungen und Vorgänge des politischen Ledens in und mit den Pflichten eines Beamten unvereinbaren Weise angegriffen sein sollen.

*

Aus seiner Frühjahrsreise nach Texas wird Präsident C o o l i d g e wahrscheinlich den mexi- wnischen Präsidenten Calles an der Grenze treffen und begrüßen. Rach der mexikanischen Verfassung ist es dem Präsidenten Calles ver­boten, während ferner Amtszeit die mexikanische Grenze zu überschreiten.

Aus Stadt und Land.

Dietzen, den 6. Februar 1925.

Landgerichtspräsident a. D. Geheime» rnt Dr. (Hüngerich 75 Jahre alt.

Am morgigen Samstag kann der langjährige und verdiente höchste Iustizbeamte der Provinz Oberhessen, der Landgerichtspräsident a. D. Ge- heimerat Dr. Güngerich in körperlicher und geistiger Rüstigkeit feinen 75. Geburtstag be­geben. Er farm an diesem Tage auf ein reich- gesegnetes Wirken zurückblicken. Dr. Gustav Gün­gerich bestand die juristische Fakultätsprüfung im Frühjahr 1875 und die Staatsprüfung im Früh­jahr 1877. Am 1. Oftober 1879 wurde er zum Amtsanwalt in Gießen bestellt und am 2. De­zember 1884 zum Staatsanwalt bei dem Land­gericht Darmstadt ernannt. Die Ernennung zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Darmstadt er­folgte am 6. Juli 1890. Arn 16. September 1894 wurde Dr. Güngerich als Landaerichtsrat an das hiesige Landgericht verseht und am 13. Oktober 1894 zum Ersten Staatsanwalt bei diesem Ge­richt befördert. Seine Ernennung zum Land­gerichtsdirektor bei hiesigem Landgericht erfolgte mit Wirkung vom 16. Februar 1902, seine Ver­setzung an das Landgericht Darmstadt in gleicher Eigenschaft mit Wirkung vom 18. Oktober 1905. Durch Dekret vom 11. März 1908 wurde Land­gerichtsdirektor Dr. Güngerich zum Präsidenten des Landgerichts der Provinz Oberhesfen be­fördert. In dieser Stellung an der Spitze un­seres heimischen Landgerichts verblieb er mehr als 15¥3 Iahre und damit länger als seine drei Amtsvorgänger, bis er am 1. Oktober 1923 auf Grund des Gesetzes über die Allersgrenze der Staatsbeamten in den Ruhestand treten muhte. Sein Verhältnis zu der ihm unterstellten De- lamtenschaft war in den ganzen langen Dienst- jähren stets von strengem Gerechtigkeitssinn und großem Wohlwollen geleitet. Diese trefflichen Eigenschaften eines Vorgesetzten vergalt ihm die Beamtenschaft mit herzlicher Verehrung, die na­mentlich bei dem 70. Geburtstage des damals noch im Dienst stehenden Präsidenten bei einer Feier im Landgericht, zu der Deamtenvertreter aus allen Tellen Oberhessens erschienen waren, eindrucksvoll sichtbar wurde. Auch bei seinem Ausscheiden aus dem Dienst wurden ihm mancher­lei Beweise freundlicher Zuneigung zuteil. Im gesellschaftlichen Leben unserer Stadl ist Präsi­dent Dr. Güngerich gleichfalls eine bekannte und sehr geschätzte Persönlichkeit. Weite Kreise der Iusti-beamtenschaft und der Devöllerung werden

Bornotizen.

Tageskalender für Freitag: Stadttheater: 7i/s UhrStein unter Steinen", Gabelsberger Stenographen-Verein 1861: 8V2 iUjr Kaufm. Vereinshaus Gabelsberger-Geburts­tagsfeier.Die Wanderer": 81/2 Uhr Mo­natsversammlung. Lichtspielhaus, Bahnhof­straße:Die Ribelungen", 2. Teil. Palast- Lichtspiele, Kirchenplatz:Die Schmuggler von Bernina".

V0 m Konzertverein wird uns ge­schrieben: Das nächste Konzert am Sonntag, dem 8. Februar, um 41/g Uhr. nicht 5 Uhr, nachmittags, bedeutet einen außergewöhnlichen Kunstgenuß, indem einer der hervorragendsten Pianisten der Neuzeit, der jugendliche Rudolf Serkin, den sich Adolf Dusch beim Zusam­menspiel als ständigen Partner erkoren hat, für diesen Abend gewonnen wurde. Als bester Reger-Interpret wird er die gewaltigen Da ch- Variationen (op. 81) spielen, mit denen er auf dem letzten Regersest im November 1924 zu Dresden einen unbestrittenen, großen Er­folg hatte. Das Riesenwerk ist hier nicht un­bekannt, da es Gieseking, allerdings vor meh­reren Jahren schon, im Konzertverein spielte Stellt dieses Werk an technische Fertigkeit uni geistige Auffassung die größten Anforderungen, so gift das Gleiche für die andere Rümmer des Programms, die jedem Musikfreund zur Genüg» bekannte Hammerklavier-Sonate (op, 106) von Deeth oven, die in früherer 3dt von Wilhelm Backhaus hier vvrgetragen tourbt Die dritte Rümmer bildet Schuberts be­liebte, große und nachgelassene Sonate in A-dur.

Die Gesellschaft der Gießener Kunstfreunde schreibt uns: Kommend« Samstag bis Montag (7. bis 9. Februar) wird im kleinen Hörsaal des Botanischen Institutes (Brandplatz) ein Werk von Otto D i xSei Krieg" (50 Originalräbierungen) ausgestellt sein, daS In wetten Kreisen Deutschlands bereits Auf­sehen erregte. Näheres im Anzeigenteil dieses Blattes.

Hündchen."

Hündchen" ist größer oder kleiner, lieber sehr klein als ganz groß, sauber gekämmt, mit einem hübschen Bändchen malerisch geschmückt, bei kaltem Wetter mit einer zierlichen schwarz- wollenen, rotbestickten Schabracke bedeckt. So führt ihnFrauchen" oderHerrchen" achtsam spa­zieren. Don Zeit zu Zeit wird Station gemacht, dennHündchen" weih genau, was und wohin er will.

Man muh ein bihchen Hundeliebhaber sein um das zu verstehen. Wer keine Lust hat, sich in die Lage solcher Herrschaften zu versetzen, deren Kinder längst groh und selbständig und gar nicht mehr liebebebürftig find, der sei doch nicht allzu eilig mit jener geringschätzigen Handbewe- gung ober dem verächtlichen Senken der Mund­winkel:Hündchen" hat wirklich eine Art Lebens­zweck.

Ich habe neulich die unendliche Geduld einer älteren Dame bewundert, die wahrscheinlich nie Kinder gehabt hatte und alle aufgespeicherte Zärtlichkeit an einen sehr ungezogenen Pintscher verschwendete: nein, wirklich, diese Engelsgeduld! Sie sprach mit dem Tier wie mit einem Kinde und streichelte es so behutsam, dahHündchen" wie von einer Art magnetischer Müdigkeit be­fallen wurde, schläfrig blinzelte, sich an seine Herrin drängte und wirklich einzuschlafen schien. Dann wieder gab es einen Ruck. Nervös sprang das hübsche Tier auf, störte die Umsitzenden durch seine Zudringlichkeit und begann zu Höffen.

Im allgemeinen istHündchen" heute ein Dackel: klug, frech, ungehorsam, verwöhnt. Er darf auch hier und da zu Besuchen mit und bildet einen Hauptteil des Gesprächs: man kann stundenlang seine .Unarten belachen ober wort­reich beschönigen. Hauptsache ist nur, daß die Gesellschaft darauf abgestimmt und hundelieb ist.

Was eigentlich Hunde ttbhaber auf diesem Gebiete zu leisten vermögen, ist viel: was hierbei aber die PflegeelternHündchens" leisten, über­trifft alle Vorstellungen.Hündchen" ist eben kein gewöhnliches Tier mehr (das wäre eine Beleidigung!), sondern das seltene Exemplar einer Gattung Lebewesen, die in keinem Zoologiebuch zu suchen und zu finden ist:Hündchen" gehört eben zur Famllie.

Wer Hunde nicht leiden kann, wird sich übet das alles weidlich ärgern: wer aber selber ' einen Hund zum Freunde hat oder gehabt hat, dem fehlt es meist nicht an dem nötigen mensch­lichen Verständnis selbst für diese übertriebene Schwäche, hinter der doch viel Zartheit und Gefühl steckt.

Hündchen" ist eben doch in der Tat der liebenswürdige Gesellschafter, derHerrchen" und Frauchen" mit vielem versöhnt, was Menschen Unangenehmes an sich haben.

dem Schöffengericht -der Deleidigungsprozetz Vorsitzenden des Aufsichtsrats der Gebr. Him -

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Varma t-Affäre Erhebungen anzustelleir.

Deamtenentlassungen in der Spritschieberaffäre.

Wie wir hören, sind in der Angelegenheit des Spritschiebers Weber zehn Zollbe­amte, die verschiedenen Berliner Zollämtern angehören, mit sofortiger Wirkung sofort ihres Dienstes enthoben worden. Gegen die Beamten sei die gerichtliche Untersuchung ein­geleitet worden. Unabhängig von der gericht­lichen Voruntersuchung wird später das Diszi­plinarverfahren gegen die beschuldigten Beamten eingeleitet werden.

Ueberfahren.

Die 50jährigen Zwillingsbrüder Max und Paul Töpfer aus Steglitz wurden beim Ueber- schreiten der Straße in Lichtenberg durch einen Privatkraftwagen überfahren. Max erlltt eine Gehirnerschütterung, Paul Hautabschürfun­gen.

Trockenheit in Suditalien.

In ©übItalien herrscht eine derartige Trockenheit, daß die Elektrizitätskraft zu fehlen beginnt. Infolgedessen mußte in Neapel der Betrieb der elektrischen Straßenbahnen ein­geschränkt werden. In manchen Fabriken müssen sich die Arbeiter abwechseln.

Ein Modewarenhaus abgebrannt.

Nach Meldungen aus Paris ist das dortige Wäsche- und Modewarenhaus von Dehesdin & Fils mit allen Vorräten abgebrannt. Der Schaden beträgt 6 Millionen Franken. Per­sonen sind nicht zu Schaden gefofnmen.

Ein Enkel Viktor Hugos f.

Am Donnerstag ist in Paris Georg Viktor Hugo, der Enkel Vtttor Hugos, im Atter von 57 Jahren gestorben.