Ausgabe 
5.5.1925
 
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Iinte Ulrichstein-schonen soll zweimal ioglid) ver­kehren. desgleichen an Sonntagen. Es soll erstrebt werden, weitere Autolinien schotten, Ulrichstein. Alsfeld, Ulfa, Gedern und Laubach zu erhalten. Auch eine Autorundsahrt SchottenObcrwald.yoherods- fopf und zurück soll im Anschluß an den Sonntags- sonderzug erfolgen. Namens des Ausschusses für Verschönerung der Umgebung er­stattete Oberiorstmeister Dr. Baadsr Bericht. Es sollen 30 Banke in der Umgebung ausgestellt werden. Der Alteburgskops wird verschönert. Die Forstver­waltung stellt den Betrag von 200 Mark zur Ver­fügung, der B. f). E. einen solchen von 250 Mark, tue Stadt leistet ebenfalls größeren >>ufchust ($<>O Mark) und stellt Holz für Öic Banke im Stadtrvald Die Nußbaumallee soll an einzelnen Steilen trocken- gelegt werden. Der Feldweg HubertusKreisftraße soll in einen besseren Zustand versetzt werden. Ueber die Verschönerung der Innenstadt be­lichtete Baurat Nodnagel. Das Bemann ist gern bereit, in allen Fallen, in denen die Muser repariert -nid neu angestrichen werden, beratend mitzuhelfen. Die städtischen Muser sRathaus, Spritzenhaus, Fi­nanzamt, Direktorwohnung) werden ein neues, bun­tes Gewand erhalten und dadurch anregend wirken. Die Mistftätten in der Stadt sollen möglichst oer= schwinden oder mit Holzzaun umkleidet werden. Die Prämiierung beim Blumenwettbewerb wird bis Juli verschoben. Beim Kreisamt will man beantragen, das übermäßig rasche Fahren der Kraftwagen und Krafträder innerhalb der Stadl unter Strafe zu stellen. Probefahrten innerhalb der Stadt sollen verboten werden. Für den P r e s s e a >r s s ch u fz stellte Lehrer Karl Link in Aussicht, das; fite Juni ober Juli eine «chotten-Netlalnenummer imFrisch auf" in Aussicht stehe. Die Nummer soll als Fest­schrift bei dem Fsr/erwehrsest Verwendung linden und als SonderheftSchotten als Somulersrische" gleichzeitig bienen. Bei den Reklamen^ soll haupt- sächlich bäroiif hin gewiesen werden, daß keine Kur­taxe und keine Getränkesteuer erhoben wird. Eine Erhebung des Ausschusses für ll n t e r£u n f t hat ergeben, daß für Unterbringung für Fremde 75 Zimmer mir etwa 100 Betten zur Verfügung stehen. Vom Finanzausschuß berichtete Herr Rockern er, daß für die Zwecke des Ausschusses gesammelt wird. Es stehen ra. 1500 Mark zur Ver­fügung. Dr. D a m b m a n n regte an, den A ii s b a u d e r a h n S ch o t t e n A l s f s l d nicht mis dem Auge zu lasten. Ende Mai soll eine weitere Zusam­menkunft des Gefamtausschusies ftaktfinden.

Laul ach. 3, Mai. Ein statllichei' Trauer^ug geb am Sonm'r^tag dem im 52. Le­bensjahr verstorbenen Bäckermeister Friedrich Göbel, Mitglied de- Gemeinöerat>>, dis letzte Ehre. -Unter den Klängen des Ehopinschen Trauermarichcs, ft immun g l'voll ausgesührt von der hiesigen Feuerwchrkapelle Kapellmeister Diehl bewegte sich der Zug zum Friedhof. Geschlossen traten auf die Feuerwehren (die gräf­liche und die städtische), der Oemeinberat, der Kriegerverein, der Turnverein, der Gesangverein Eintracht. Äs folgten die Grafen Jürg und Bernhard zu Solms-Laubach und zahlreiche Be­amten, Bürger und Frauen aus der Stadt und der Umgegend. Am Grabe hob Dekan Volp mit beredten Worten die gewinnenden Eigen­schaften und die großen Verdienste des Abge- schiedenen hervor. Der Gesangverein Eintracht Leiter Lehrer Spitzer- sang in muster­gültiger Weife: ..Wie sie io sanft ruhn". Kränze wurden niedergelegt mit Abschiedsworten tm Auf­trag der Stadt Larrbach lDürgermeifter Dohms, des Kriegervercins, des Gesangvereins Eintracht, der Feuerwehr, des Laubacher Gardiftenvereins. ' Die Feier wurde abgefchlof'en durch Ehrensalven des Kriegervereins. Ein Zeugnis der Begabung 1 des Verstorbenen ist das Testament des 1800 y. verstorbenen Lehrers, des Konrektors S ch a a ö , y dem im Sabre 1900 dankbare Schüler auf dem -t Ramsberg ein Ehre-adenkmal errichteten. Dieser vermachte Friedrich Göbel, als feinem besten Schüler, seinen Schreibsekretär. Heute fand hier von 10 Uhr ab unter zahlreicher Beteiligung der Bezirkstag der Gabelsberger Stenographen des Bezirks Gießen statt. 3m Stauten des hiesigen Vereins begrüßte Sekretär Stbe die Teilnehmer. 3n Den Sälen

Feuer am Nordpol.

Technisch-polMjcher Roman aus der Gegenwart. Don Karl-August von Lassert.

33 ,ortie*ung -Nachbruck verboten.)

begreife sie nur zu gut", sagte Strakofi.

Da es der sranzüsischen Botschaft in Washington gelungen war, die an sie übermittelten Geheimtele­gramme berAthalia" zu entziffern, so schwebten wir tatsächlich in großer Gesahr. Aber die Gerech­tigkeit verläßt einen guten Bolschewisten nicht. Die Amerikaner sind nämlich auch nicht so dumm. Sie besitzen bereits seit längerer Zeit den französischen Geheimcode und lasen einfach die Funksprüche der Franzosen mit. Sie wissen daher auch, baß die französische Botschaft einen Geheimagenten hier in Nome unterhält"

»Der nun wohl sofort verhaftet wirb?" fragte Linda.

»Man benutzt ihn, um den Franzosen falsche Nachrichten zukommen zu (affen", warf Sanders ein.

Straloff fuhr fort

»Wir wissen also, baß bas KriegsschiffLiberte" ben Auftrag hat, (eben von Nams abführenden Dampfer nach uns zu durchsuchen. Die Feinde ver­muten wohl, daß die meisten Teilnehmer unserer Expedition gerettet sind, aber baß sich auch eines unserer FlugMige auf berAthalia" befand, cchnen pe nicht. Die Amerikaner lassen nun durch jenen Agenten ben Franzosen die Nachricht« zukommen, wir würben in zwei Tagen mit bem fälligen Post- bampser abfahren, während wir in Wirklichkeit die «chwalbe" benutzen." ®

»Also fahren wir morgen mit berSchwalbe"! ' rief Linda.Mir ist er sehr lieb. Um io früher sind wir wieder daheim." Sie wandte sich an Sanders. ..Wie denken Sie sich jetzt die Fortsetzung unseres Werkes?"

J)m Strotofi, Naa:l und kl) wurden uns bereits über die Grund-üge einig. Es wirb sofort in Uraksk, dem Industriezentrum von Kirgisia, eine Flugzeugfabrik errichtet. Wir bringen möglichst viele ber eingeübten Arbeit» und Ingenieure des Mar tensfchen Werkes dorthin. Bis zum nächsten Früh­jahr ist dann eine An,zahl neuer, vielleicht noch

des Prorealgymnasiums und der städtischen Schu­len fand vormittags der Wettbewerb statt. 'Auch kam schon die neue Eknheits- (Reichs-) Kurzschrift zur Anwendung. Um 1 Uhr sand gemeinsame Mittagstafel im Solmser Hof statt. Hierauf folgte eine Sitzung der Vertreter der einzelnen Vereine. Um 4.30 Uhr fand die Preisverteilung statt. Laubach halte zehn Mit­glieder für den Wettbewerb gestellt. Von diesen errangen Preise in Gabelsberger Abt. 60 Silben in der Minute. Ehrenpreis H. 3ustus und Elfr. D e s ch , 2. Preis Aug. Braun: in Reichs- kurzfchrift Ehrenpreis Studienrat Vetter, 1. Pr. Karl Stotz. 3. Preis Otto Roll: 80 Silben Gabelsberger 2. Preis Lucie Heynemann; 3. Preis Marie Buchholz; 12Ö Silben Gabels- berger l. Preis Statfe Buchholz; 160 Silben Gabelsberger 1. Preis Karl Hennige; Schön- und Richtrgschreiben Gabelsberger 2. Preis Luise Buchholz. 3.Preis Karl Hennige. Be­schlossen wurde der Tag burcf) eine Abends Unterhaltung mit Konzert und Tanz, wobei der gutgeschulte Laubacher Musikverein mitwirkte. Alle Teilnehriter an der Tagung waren nach jeder Seite hochbefriedigt.

Freienfeen. 3. Mai. Herr Dekan Roeschen, der jetzt 33 Jahre lang seit 1. April 1892 in unserer Gemeinde wirkt, wird uns demnächst verlassen. Er wird in den Ruhe­stand treten und die Oberleitung des neubegrün­deten Beobach'ungsheims Aumühle bei Wir­ft ause n an der Bahnstrecke Darmstadt - Frank­furt übernehmen. 3n dieser Anstalt sollen zwölf Fürsorgrzöglingc zur Beobachtung zwecks Fest­stellung, für welchen Beruf sie sich eignen, unter­gebracht werden. Bis zum 15. Juni soll das neue Anstaltsgebäilbe (unweit der Station) fertig fein. Dekan Roeschen. der den Hessischen Er­ziehungsverein begründet und mit großem Erfolg gefeite! hat, ist hierzu der berufene Mann. 3n unserer Gemeinde aber ruft der Wegzug des hochverdienten Mannes tiefes Bedauern hervor.

t? Ulrichstein. 4 Mai. D e vergangene Woche mit ihrem lehr kühlen und vielfach regne­rischen Wetter hat im hohen Vogelsberg das Wachstum schwer gehemmt. Die Frühjahrsaussaat ist noch nicht beenöel. Die Macht von Samstag aus Sonntag brachte sogar Frost, der aber glücklicherweise nich-t geschadet bat. Wanner es Wetter von etwas längerer Dauer wäre setzt dem Bartersmann sehr will­kommen.

Okers

? QU b b 6. 4. Mai. Das 4. Werlungs- fingen des Qridda kalfängerbunbes, das gestern hiev stattfand, führte unsrem Städt- cken einen starken Menschenstrom zu. hinter den Klängen der hiesigen Fenerwehrkavelle bewegte sich gegen 2 Uhr ein Festzug durch die Straßen, an dem (ich 13 Bundes ve>'eine mit ihren Fahnen beteiligten. Auf dem Marktplatz wurden unter der Leitung des stellvertretenden Bunöesdirigenten 3. Dapp § v die beiden Maifenchöre ..DaS deutsche Lied" von Kalliwoda und ^Freiheit und Bater- I a n d" von Stanz zum Dortrag gebracht. Beide Lieder, von 300 Sängern mit Begeisterung ge­sunken. gestalteten sich zu einer machtvollerr. wür­digen Kundgebung für Las deutsch: Lied. Zu dem Wrrtungssivgen tm Saale des Gambrrnus waren als Sachverständig: Konrettsr Milbach-Hanau und Lehrer B l a ß - Großer,-Linden zugszogen. Jeder Dundesverein fang 2 Wahlchvre, von denen eurer ein Volkslied war. 2taA Beendiaung des Wertungssingens erfolgte eine kritische Wür- bigung der vorgetragenen Chöre durch die Sach­verständigen. Mit Gruß- und ^Scmkworten schloß der Bundesvorsihende Th. Schäfer- Eichels­dorf die Tagung des Aiddatalfängerbundes, die wiederum Zeugnis gab von Sem Eifer und Der- ständnis, mit d:m das deutsch: Lied in dem Bund: gepflegt wird.

L R i b b (i, 3. Mai. heute nachmittag er­eignete sich hier ein schrecklicher Unglücks- fall. Der praktische Arzt Dr. Metz von^hier ü b e r f u h r mit seinem '21 u t o mitten in ber Stabt am Markt platz ben 16 Jahre alten Schremerlehr-

größerec Flugzeugs fertig, mit bauen wir di ei es 'Mal eine richtiae Ärbeitslolonne nach bem r. 'n rnt> deckten Nordpollanbe befördern. Zunächst deuten wir die von mir gefunbene Ptatrnmins aus, Sie uns in ben Besitz ausreichender Geldmittel setzen wird. So­dann erfolgen die Erbohrung der Oellager und der Ausbau des geplanten grohen Kraftwerkes/'

Erst will ich Platin sehen", tagte Stfatoft. Borlänsig hege ich noch einiges Mißtrauen."

Ich habe nie an Herrn Sanders gezweifelt!" rief Linda.Sicher wirb alles geschehen, wie er es sich gedacht hat. Wollen wir. denn nicht auch Herrn Martens selber nach St fr gifte einladen?"

Martens befindet sich in einem französischen Zuchthause", sagte Sanders. Wir erfuhren es heute, baff er tm besetzten Gebiete ergriffen wurde."

Dann müssen wir ihn befreien/' rief Linda lebhaft.

Das wird nicht leicht fein," meinte Strolchs, Und es fragt sich, ob die aufzuwenbenden Mittel und Mühen sich lohnen." Sanders griff ein: ,/öerr Martens wirb uns fehr fehlen. Er war nicht ledig­lich Fabrikleiter, sondern ber geniale Konstrukteur und Bervolltammner seiner Flugzeuge. Wir hätten viel Unterstützung von ihm gehabt."

Wenn die Sache jo stech dann ift es natürlich 'ganz etwas anderes, und wir holen ihn uns!" rief Stratoff.

Er soll sich im Zuchthaus zu Difon befinden", sagte «anders.

Es wirb kaum möglich fein, ihn bort, mitten in Frankreich, zu befreien", meinte Linda, die Stra­toff durch Widerspruch anzureizen I)o[fte.

Man wird es versuchen", sagte «traioff ruhte. Wir arbeiten mit zwei Mitteln, denen bas Auf- s-chtspersonal bes Zuchthauses kaum gewachsen sein wirb, mit bolschewistischer Aufklärung für bie ibeaf Veranlagten tinb mit bolschewistischem Gelds für die Aufgeklärten "

A lt s bemcan Francisco Heral d".

Ankunft ber deutschen Norbpolerpedition in Frisco.

Heute nachmittag 1 Uhr landete ein großes Flugzeug unweit der Inbish Docks und machte nm Combarb Pier jeft. Erst durch bie Meldung bet den Hasenbehörden erfuhr man, baß es fich um bie be­rühmteSchwalbe" ffanbdte, bie bireft von Dome

ling W. Schäfer von hier so unglücklich, daß ber Junge nach kurzer Zeit starb. Dr. Metz steuerte feinen Wagen, ber noch vom Chauffeur unb bem Bruber des Arztes besetzt war, selbst. Ob ein Der- schulben üorliegi, muff die Untersuchung feststellen. Der Verunglückte war der Sohu einer Witwe, ber allgemein bie größte Teilnahme entgegengebracht wird. Postmeister Bach dahier wurde zum Oberooftmeister beförbert. Heute morgen zeigte bas Thermometer 2 Grad ftälfe. Gefüllte Wasserbehälter im Freien waren mit einer dün­nen Eisdecke überzogen. Wahrscheinlich hat die Kälte ben Obstbaumblüten gefcl-adet.

X Effolderbach, 4. Vtai. Unter freudiger Anteilnahme der ganzen Gemeinde konnte unsre Hebamme, Frau Margarete Wolf, dieser Tage ihr 40jahriges Dien st ju bilau m feiern. 3m Auftrage bet staatlichen Behörden und des KreisgHundheitsamtes überreichte Meöizinalrat St, Wagner (Büdingen) das Ehrendiplom der Dtaatsregierung. Bürgermeister Lenz über­brachte im Damen der Gemeinde einen schönen Liegestuhl, Psarrer Hoch für die Kirchen- gsmeinde ein prachtvolles Gesangbuch. Frau Bür­germeister Lenz als Dertreterin der Frauen ein größeres Geldgeschenk; eine Aeihe anderer Geschenke legten beredtes <feugnis ab von der großen Beliebtheit, deren sich die Jubilarin in der Gemeinde erfreut.

Nd. Michelnau, J. Mai. Hier feierte der frühere langjährige Beigeordnete und Landwirt Jo­hannes Konrad Koch H. und feine Ehefrau Elisa­beth geborene Bach bas seltene Fest ber diaman­tenen Hochzeit. Der Subitaist 84 Jahre alt, seine Frau 80 Jahre. Beide sind noch sehr rüstig. Dem Jubelpaar wurden viele Glückwümche münd­lich unb schriftlich übermittelt. Auch das Landes- kirchenaml hatte ein Glückwunschschreiben übersandt, bas Pfarrer Laut von Nidda mit einem von ber Kirchenbehörbe gestifteten Gesangbuch mit Widmung überreichte. Dabei hielt ber Geistliche eine hetzlick)e Ansprache.

Zrreis Aloseld.

Alsfeld, 4. Mai. Infolge des' von ber Stadt bewilligten Kredits von IW 000 Mk, zur Förderung des privaten Wohnuligsbaues hat in diesem Jahr ein? c echt rege B a rr t ä t i g L s i t eingesetzt, wie solche wohl feil bem Kriege noch nicht zu verzeichnen war. In der von der Stabt durch bie Felbbsremigimg geschaffene Sied­lungsanlage i n b » r Stambach werden sechs EinfamiliÄthäuser unb ein Dopoechaus gebaut. Mit den in anderen Straßen im Bau begriffenen Wohnhäufern werden in diesem Jahre insgesamt vierzehn neue Wohnhäuser erstellt werden, was im Interesse ber Linderung der Wohnungsnot sehr zu begrüßen ift. An industriellen Bauten würbe eine H u t f a b r i k von ber Firma Stein & $o ck e f erbaut. Die Stadt selbst baut die neue Feft- halle aus dem Lindenplatz, vje ihrer Vollendung entgegengefft, und ben neuen Saatba» in Der- binbunq mit der Renovierung des von ihr erwor­benen früheren HotelsDeutsches Haus", Ber nörfj im Laufe biefes Herbstes ferkiggestellt werben soll. Da durch die Fekdoereinigung eine großeAn - zahl neuer straffen tm Beringe der Stak» nuf gemacht worbe n find ift für die Zukunft reichliches Baugslände vorhanben, was künftig zur Hebung der Bautätigkeit wesentlich bei­tragen Surfte.

Darmstadt. 3. Mai. Der Aeichsb-lock in Hessen veranstaltete heute vormittag tat Hess. Landestheater eine öfientliche K u nd - gebung zu Ehren des neugewählten Reichspräsidenten. Schon lange vor Be­ginn der D^ranstaltung war das Haus ausver­lauft; viele fc den keinen G'mlaß mehr. Sie Fest­folge brachte zur Einleitung die Ouvertüre zur Zavberflöte" von Mvzar; durch das Orchester dts Land:s:heakers unter Leitung von General- inusikdirektor Dalling. Es folgte dann eine Ansprache von Geh. Bat Prof. Walde, dem Dsrsitzmden des Aeichsblscks in Hessen. Daran schloß sich eine lRezirat'on des Schauspielers Hcms Au s s e l de i vom La-deslheater. Den Abschluß

hierhergeslogen war. Die Insassen, etwa zehn Her­ren unb eine Dame, begaben sich in das Palace Hotel, wo sie Wohnung nahmen. Wir sandten sofort unseren Spezialberichterftatter dorthin. In einer Stunde werben wir durch ein Extrablatt alle wich­tigen Details der deutschen Nor'bpolexpedition be­richten, bie mit Recht ein so ungeheures Aufsehen in der ganzen Welt verursachte. Wir traten bereits in Unterhanbllmgen wegen all-.-intger Verüfseirt- lichung des genauen Reiseberichtes, ber durch ge­fahrvolle Abenteuer und wichtige Entdeckungetr zu bem Spannendfien gehört, das mir unseren hochver­ehrten Lesern feit langem bringen formten.

B e r i ch l S t r a; o f f s an 25 u ß e n k o m m i s f a r i v Moskau.

(Uebetmiitclt als Chifsrettfegramiu des russischen Generaleonsuls in San Franzisko an die ruffiicffe Botfchnst in Wchhrngwn zur Weitergabe.) Nordpolecpebikion trotz Versuche ber Franken, uns zu fangen, glücklich bis San Franzisko gelangt. Bitte einliegende Order an Blankenburg in Kalmi- kowskaja zu übermitteln. Füge noch persönlich hinzu: Außer Platin wurde auch De! entdeckt. Sollten die erwarteten großen Bodenschätze wirklich vorhanden sein, fo märe Erwerb bes neuen Landes für uns von größter Wichtigkeit. Der deutsche Flugzeugfabri- fant Marrens verbüßt in Dijon eine mehrjährige Zuchthausstrafe. Da feine Person zur Konstruktion der weitfliegenden Fahrzeuge nötig erscheint, erbitte ich, bem Geheimkomitee ber Dritten Internationale in Genf den Befehl zu geben, feine Befreiung ,511 oeranlasfen. Stratoff.

Einlage für Blankenburg.

Crrgebniffe ber Expcbition aussichtsreich. Ergie­bige Platinfunde gemacht, bie allein schon Unkosten decken würden. Die sofortige Errichtung einer gro­ßen Flugzeugfabrik in 11 ratet ist in Angriff zu neh­men. Ingenieure und technische Arbeiter aus Deutsch­land zuziehen. Gleichzeitige Herstellung von .zrhn Flugzeugen pro Monat ist anMreben. Bitte Hagen benachrichtigen, baß er möglichst gesamtes Personal ber Fabrik von Martens in Gotha für uns enga­giert. Er erhält von mir persönlich demnächst ein- gchenben Bericht. Unsere Rückreise erfolgt aus Sicherheitsgründen über TokioWlaviwostock.

Stratoff.

der erhebenden Feier bildete die Akademische Fest-Ouvertüre von Brahms. In Arft eil gen bei Darmstadt wurdL der 17jährige Schrriner- lehrling Georg F 0 r n v f f durch ein Auto­mobil überfahren unb getötet. - 3n der Hofmeierei, die an der Stadtgrenzc von Darmstabl liegt, ist eine mit vielen Heu- und Strohvorraten gefüllte große Feldscheune niedergebrannt. Set Lchadni ist beträcht­lich; vermutlich liegt Brandstiftung vor. Sie Feuerwehr mußte, um den Brand zu be­kämpfen, eine 400 Meter lange Schlauchleitung legen. In Zell bei Bensheim hörte die Frau eines Itandwirts gegen 5 Uhr morgens am Frei­tag Schliffe im Schlafzimmer ihrer 19jährigen Lochier fallen. Als sie cr- fchreckr dorthin eilte, fand sie thre Tochter 101 vor; neben ihr lag. ben rauchenden Revolver noch in der Hand, ebenfalls entfeeft deren Bräutigam, der fich durch einen Schuß den Mund getötet hakte. Der junge Mann stammt auS Bensheim und war in Auerbach auf einem Bureau beschäftigt. Aach den bisherigen Ermitt- lungen ist das Mädchen, wahrscheinlich, nicht frei­willig in den Tod gegangen. Auch ist die Ursache des Mordes und Selbstmordes nicht be­kannt; ein Heiratshindernis lag nicht vor. Als der Bruder des Mädchens dem toten Bräutigam die Waffe aus der Hand nehmen wollte, entlud sie sich und verletzte den Bruder schwer an der Hand.

Mainz. 4. Mai. Die Handels- k a m m e r M a i n z hat in ihrer letzten Vollsitzung sich u. a, auch mit der Entwicklung der Lohnbewegung beschäftigt und ihre Stel- lungnahme zu dieser Frage in folgender Er­klärung zum Ausdruck gevi'acht;SU Handels- fammä: Mainz erhebt die gr ößten Beden­ken gegen die neuerliche Eittwicklung der L 0 h n - Lewegung mit ihrer steigenden Tendenz. Bei der schwierigen wirtschaftlichen Lag: die heute be­steht, insbefondere bei der Schwierigkeit des WsttbÄDerbs ans den AuslandmätLren, muß diese Tendenz sich in einer weiteren Beschränkung der gewerblichen Tätigkeit und der Ausfuhr aus- wirten. Geradezu verhängnisvoll erscheint aber die Festsetzung von Lohnerhöhungen auf mehrere Monate im voraus mit aufsteigender Staffel, wie sie beispielsweise int 'Baugewerbe erfolgt ist. wodurch geradezu einer Inflation 'Vorschub ge­leistet wird. Ern Vorteil tarnt, für di: Arbeiter­schaft aus dieser Lohnbewegung nicht entstehen, ba sie selbst in erster Linie an der Aufrecht­erhaltung der Betriebe und einer Steigerung des Absatzes im 3n- und Auslande interessiert ist 1OÜ> ihr eine Erhöhung des Aominallohltes bei steigenden Preisen nichts nützt. Es ist itotwendig. daß die Arbeftgeb:r- und Arbeitnehmerorgani- sationen sich der Folgen einer solchen Lohnbewe­gung stärker bewußt werden und daß das Schlich- tungswefsn einer stärkeren Aevision unterzogen wird in der 'Richtung, daß die Festsetzung der Lohne wieder der freien Vereinbarung der Unter­nehmer und Arbeiter überlassen wird."

fpd. Aeu-3fendurg, 4. Mai. Ein Griesheimer Lastauto geriet auf der Fahrt nach Offenbach in eine falsche Straße. Kurz entschlossen machte der Führer ohne Rücksicht auf die Umgebung kehrt, fuhr dabei einen groß en Mast der elektrischen Lichtleitung um und zerstörte auch ein ganzes Retz von Lei­tungsdrähten. Sie Genreindederwaltung be­schlagnahmte den Kraftwagen, solange, bis der Besitzer, der haftbar sein sott, den der Gemeinde erwachsenen Schaden erseht hat

Hessen-Nassau.

bl. Dillenburg, 4. Atai. An ber lammen­den großen Hauausstellung in Essen ge­denkt sich ber Dillkreis mit dem Diodell eines Einfamiltenhcmses zu beteiligen, um zu zeigen, wel­cher Sinn für Neubauten in unferm Bezirk vor­handen ift. Durch die steigende Baulust sind in jüngster Zeit verschiedenartig geformte Bauten entstanden, die in ihrer Beschaffenheit von außen unb innen geschmackvoll erscheinen. Große Kasten mit allen möglichen Verzierungen findet man tm Neubau selten, dafür treten einfache, aber gediegen

10.

Bor sechs Standen mar ber große japanische Passagiecdampfer von San Franzisko avgefahren, ber bie Norbpolfahrer nach Tokio dringen sollte. Nach eingehender 'Beratung hatten Sanders, Stra­toff unb Nagel es für bas beste gehalten, kein ameri­kanisches ober gar englisches cdjiff zu benutzen.

Cs befanben sich fast nur gelbe Passagiere an Bord: Siebensmürbig lächelnde Japaner, vor­nehm zurückhaltende Chinesen, verschmitzte malai­ische Kaufleute und stoische indische Händler. Aber bie Unterbringung ließ nichts zu wünschen übrig.

Der dreitägige Aufenthalt in der großen meft- cimerikamjchen Hauptstadt hatte viel des Anstren­genden gebracht. Interviews, Ovationen, Empfänge, Begrüßungen durch die deutsche, russische unb so­gar eine kleine rumänische Kolonie fötalen im un­unterbrochenen Wechsel, dem man sich nicht ent­ziehen konnte. Der beutsche Konsul gab seinen de rühmten Landsleuten ein Adfchtedseffen in dem un­mittelbar am Ozean gelegenen eleganten Cliff House, zu bem auch alle Ingenieure beiber Flugzeugs ge­laden waren. Hier erregten bie unmittelbar vor dem Etabliffement im Meere gelegenen Felsen des Seal Rocks mit ihrem Gewimmel fast zahmer Seehunde die besondere Freude ber jungen Deutschen.

Der fetzte Abschied brachte ein feierliches Diner, das die Stadtoäter ihren Gästen in der prachtvollen, mit Türmen und einer Doppelreihe van korinthischen Säulen geschmückten City Hall gaben.

Für den kommenden Tag hatten die Reisettden sich völlige Ruhe ausgebeten, denn die offizielle Ab­fahrt war am späten Abend im oorausbestrllten und reservierlen Pullmann Car vorgesehen. Statt dessen ging es bereits am frühen Morgen in aller Heim­lichkeit zu dem japanischen Dampfer, dessen Kapi­tän eingeweiht mar. Man hofste so, etwaigen Nach­stellungen der Franzosen zu entgehen.

Doch die feindlichen Agenten mufften gut ge­arbeitet haben, denn bereits wenige Standen nach ber Abfahrr ließ ber japani,che Kapitän Sanders und Stratosf in seine Kajüte bitten und teilte ihnen mit, baff seit einiger Zeit ein Kriegsschiff, anschei­nend ein kleiner, aber schneller Kreu,zer, seitlich der Nagasaki Maru" aufgetauchr sei, das offenbar be- ftrebt war, sich dem japanischen Dampfer zu nähern.

(Fortsetzung folgt.)

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