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Festmeter. Kiefern: 3. Kl. 20 Mk., 4. Kl. 23 Mk., 5. Kl. 20 Mk. per Festmeter. Grubenholz. Fichten: 3. Kl. 20 Mk., 5a-Kl. 28 Mk., 5d-Kl. 29 Mk. per Festmeter. Brennholz: Buchenscheiter 1. Kl. im Durchschnitt 13 Bll.» 2. Kl. 5 bis 6 Mk., Hainbuchenscheitholz bzw. Rundholz 11 Mk., Eichenscheiter bzw. Rundholz 9 Mk., Erlenscheiter 6 Mk., Kiesernschefter bzw. Rundholz 6 Mk., Fich­tenscheiter 2. Kl. 3 Mk., Kiefernknüppel 4 Mk., Fichtenknüppel 6 Mk. und Reisig 1,05 bis 2 Mk. per Raummeter.

Kreis Friedberg.

* Bad-Rauheim, 5. März. Der7.März ist ein Gedenktag für Bad-Rauheim. Vor 25 Jahren wurde die E r n st - L u d w i g - Quelle (Sprudel XIV), die neben den beiden älteren warmen Kohlensäurequellen(GroßerSpru- del und Friedrichs-Wilhelm-Quelle) in dem be­rühmtenSprudelhof" der Däderstadt empor­schäumt, durch Eibohrung erschlossen. Die Ge­burt des neuen Sprudels wurde mit um so größe­rer Freude in Bad-Rauheim begrüßt, als selbst die reiche Wassermenge der vorhandenen beiden Sprudel zur Befriedigung der sich rasch steigern­den Kurbedürfnisse nicht mehr ausceichte. Jetzt liefern alle drei Sprudel zusanrmen täglich zirka 2 500 000 Liter, aus denen 67000 Bäder gefer­tigt werden können. Die Ernst-Ludwig-Quelle, die aus einer Tiefe von 209,4 Meter zutage tritt, ist sehr reich an Kohlensäure und weist eine Temperatur von 32,2 Grad C. und einen Salzgehalt von 2,8 Prozent auf.

Kreis Alsfeld.

I Mücke, 3. März. Rachdem im vorigen Jahre der Eisensteinbergbau in unserer Gegend fast ganz darniedergelcgen hat, sind nun die Gruben wieder in vollen: Be­triebe. Die Arbeitslosigkeit, unter der z. D allein in Flensungen (500 Einwohner) an die 70 Mann zu leiden hatten, hat damit auf­gehört. Roch immer find einige Leute, nament­lich jüngere, in Ohle in Westfalen beim Bau eines Elektrizitätswerkes beschäfigt. Im vorigen Jahre war eine weit größere Zahl, auch älterer, in Ohle. Es ist zu hoffen, daß die heimische Jickustrie bald wieder allen Beschäftigung bietet. Eine neue Seilbahn, die zu einer wieder- eroffneten alten Grube zwischen den Straßen von Mücke nach Ilsdorf und nach Ruppertenrod führt, ist vor kurzem in Gebrauch genommen worben. Die Bautätigkeit scheint in diesem Jahre großen Umfang zu gewinnen. Rahe der Station Mücke nach Flensungen zu sind Grundstücke zu 3,50 Mk. das Quadratmeter ver­kauft worden. An der Straße Mücke-Merlau wer­den gleichfalls einige Häuser gebaut. In Merlau selbst wurden mit Hilfe des Enteigungsgesehes zwei Daugrundstücke erworben. Die Pfarrei Merlau muhte ein ihr gehörendes Grundstück, bezüglich dessen Zwangsenteignung beantragt war, für einen Hausbau hergeben. Sie erhält für die 1100 Quadratmeter große Fläche am Dorf einen Acker von 1500 Quadratmeter außer­halb des Dorfes, der von dem Tauschenden von der Gemeinde für 16 Pf. das Quadratmeter er­worben wurde. Das Qüadratmeter Bauland stellt sich darnach auf etwa 22 Pf. Die Gemeinde Merlau verkaufte dieser Tage zwei ihr gehörende Baugrundstücke für 30 Pf. das Quadratmeter, so besteht Aussicht auf mannigfache Arbeits­gelegenheit und auf Milderung der auch hier herrschenden Wohnungsnot.

* Als f eld, 2. März. Die Evang. Volks« aem ein schäft hielt ihre erste Kreisver­sammlung hier in der Krone. Pfarrer Weid­ner- Ober-Lais legte eingehend die Gründe dar, die zur Gründung der neuen Bewegung geführt haben. Die evangelischen Belange würden selbst von5den Parteien preisgegeben, die Hüter der evang. Interessen sein sollen. Eine politische EinDung aller bewußt evangelischen Kreise sei bitter nötig, wenn der evangelischen Sache keine weiteren Gefahren drohen sollten. Die Auf­fassung, Politik und Religion hätten nichts mit­einander zu tun, sei falsch. Politik sei Lebe:: und vornehmlich die soziale Frage wäre ohne Religion nicht zu lösen. Die obersten Grundsätze des Christentums mühten auch für das politische Leben Äorm und Richtschnur werden. Am

Schluß seiner Ausführung teilte Pfarrer Weidner noch mit, daß die Gründung einer Evang. Volks­gemeinschaft in Deutschland bevorstehe. Da schon jetzt eine große Anzahl Zustimmungserklärungen für die Reichsgründung aus Rord und Süd vorliegen, soll die erste Reichstagung schon kurz nach Ostern in Gießen oder Marburg statt­finden. Durch die interessanten Darlegungen ist das Interesse für die Ziele und die Arbeit der neuen Bewegung zweifellos geweckt und ver­tieft worden: das zeigte sich auch in der an den Vortrag sich anschließenden regen Aussprache.

Starkenburg und Nheinhesten.

* Darmstadt 4. März. Gestern abend wurden in dec Heidelberger Straße zwei Rad­fahrer von einem Automobil an- gefahren: der eine wurde eine Strecke weit mitgeschleift und so schwer verletzt, daß er heute früh st a r b. Der andere kam mit dem Schrecken davon. Der Verstorbene, der Fabrikarbeiter Frie­drich Löhlein, stammt aus Eberstadt bei Darmstadt. Dem Lenker des Autos gelang es zunächst, unerkannt zu entkommen, doch wurden jetzt seine Personalien festgestellt und er in Haft genommen.

Kreis Wetzlar.

_L Dutenhofen, 4. März. Ein Vor­trag über die Fremdenlegion fand dieser Tage hier imJagdschlötzchen" statt, in dem ein ehemaliger Fremdenlegionär Friedrich Specht aus Darmstadt seine Erlebnisse kundgab. In klaren Worten schilderte er, wie er als 15jähriger Lehrling ohne allen Grund von den Franzosen festgenommen, in die Fremdenlegionär verschleppt und nach drei Jahren qualvoller Leiden und Entbehrungen auf Reklamation seiner Eltern, well er noch keine 21 Jahre alt war, wieder freigelassen wurde. Mit einer ernsten Mahnung an die männliche Jugend, sich nicht zum Ein­tritt in die Fremdenlegion verleiten zu lassen, schloß der Redner seine von allen Teilnehmern mit grober Spannung verfolgten Ausführungen.

xx Atzbach, 3. März. Gestern abend veranstaltete das hiesige Lehrerkollegium im großen Saale der Schule eine Gedächtnis­feier für unsere Toten, zu der sich die Gemelndeglieder zahlreich eingefunden hatten. Hauptlehrer E m r i ch führte durch seinen wir­kungsvollen Vortrag die andächtigen Zuhörer an der Hand klarer Lichtbilder im Geiste an die Ruheplätze unserer Toten im Feindesland. Ein­zel- und Massengräber, Feldgottesdienst, Der- wundetenfürsorge, Weihnachten im Felde und andere Bilder wurden gezeigt. Der Grundge­danke der zu Herzen gehenden Ansprache gi.p elte in den Worten:Vergiß, mein Volk, die teuren Toten nicht." Die beiden hiesigen Männer­gesangvereineFrohsinn" undHar­monie" ergänzten die Feier durch gute Vor­träge stimmungsvoller Chöre. Schon einige schöne Unterhaltungsabende,' die den ungetellt.n Beifall der Gemeinde sanden, und in denen das Lichtbild im Mittelpunkt stand, haben hier statt­gefunden, z. D. die Weihnachtsfeier im Bilde und der jüngste Unterhaltungs­abend. In letzterem wurden Bilder von dem großen Dortmunder Grubenunglück gezeigt, über Bergbau und Gefahren. Dieser Vortrag erweckte allgemeine Teilnahme. Den Höhepunkt bildeten dabei die Uvachromien-Lichtbllder nach Ausnahme in natürlichen Farben (Dreiplatten-Shstem). Es waren Bilder von großer Schonheft. An dieser Stelle sei einiges über die Bedeutung des Projektionsapparates gesagt. Richt nur für die Schule, sondern auch für die Ge­meinde leistet er große Dienste. Das Licht­bild ist das Bild der Zukunst. Da die unmittel­bare Anschauung großenteils ausgeschlossen ist, so ist das Lichtbild ein die Unmittelbarkeit mög­lichst ersehendes Anschauungsmittel. Von allen Anschauungsmitteln gebührt der Photographie der erste Rang. Sie ist eine Ratururkunde von einer sonst nicht erreichten Lebenswahrheit. In ihrer Verwendung als Lichtbild übertrifft sie alle übrigen Anschauungsmittel. Das photographisch gewonnene Lichtbild ist naturwahr. groß und eindrucksvoll und zieht durch feine Helligkeit und Scharfe die Zuschauer an und erweckt deshalb eine lebhafte Teilnahme und geistige Mitarbeit.

Es ist deshalb zu vegrüßen, day eine Reichs von Gemeinden die Ausgaben nicht gescheut und sich entschlossen haben, einen Projektionsapparat anzuschaffen. Richt allein die Kinder, sondern auch Erwachsene selbst haben an den Vorfüh­rungen der Bilder große Freude empfunden, sie sind nicht nur unterhaltend, sondern auch belehrend. Wo das Wort nicht ausreicht, da muh das Lichtbild an die Stelle treten können.

Hcsteu-Nastau.

][ Marburg. 3. März. Im anatomischen Universitätsinstitut fand am Sonntag die Ent­hüllung des Bronzereliefs des im Jahre 1919 verstorbenen langjährigen Direktors und Erbauers der Anatomie, Geheimrat Prof. Dc. Emil Gasser, statt. Das Bildwerk stammt von Frau Seven-Jntal in Hanau. Zahlreiche Studierende sowie ehemalige Schüler und Kol­legen des Verblichenen, auch solche von aus­wärts. nahmen an der Feier teil.

bl. Dillenburg, 4. März. Die Stadt trägt sich mit der Absicht, in Kurze mit dem Bau eines Kriegerdenkmals für die Helden unserer Stadt zu beginnen. Man ge­denkt, die Mittel durch eine Lotterie aufzu­bringen, während man von den Geschäftsleuten die Gewinne zu erhalten glaubt. Der hiesige Zweigverein vorn Roten Kreuz, der wegen finanzieller Schwierigkeiten seine hilfreiche Hand bislang stark zurückhalten mußte, soll wie­der lebensfähig gemacht werden. Verschiedene, in der letzten Zeit hier und in der Umgebung stattgefundene Veranstaltungen sollen durch ihren Reingewinn dem Verein beim Aufbau helfen.

fpd. Frankfurt a. M., 4. März. In der gestrigen Stadtverordnetenversamm­lung Legte Oberbürgermeister Dr. Landmann den Haushaltsplan für 1925 vor. Der Voranschlag schließt mit einem Fehlbetrag von 2 400 000 Mk. ab. Der Gesamtetat schließt im Ordinarium ah mit 90 680 Mill. Mk. Einnahmen und 92 086 Mill. Ml. Ausgaben, das Extra- Ordinarium mit 14 949 Mk. Einnahmen und Ausgaben und die Betriebe mit 34 Mill. Mk. Ueberschuh. Gegenüber dem letzten Vorfriedens­jahr bedeuten die Ausgaben ein Mehr von 46,9 Prozent. Zur Durchführung der von der Stadt gefaßten Pläne sind rund 200 Mi l- lionen Mark Anleihen erforderlich. Aus diesen Mftteln sollen beschafft bzw. hergestellt werden: 40 Mill. Mk. für die notwendigsten Kriegsreparaturen an Gebäuden usw., 70 Mill. Mart für die Durchführung des Wohnungsbau- Programms, 6 Mill, für die Erweiterung des Elektrizitätswerkes, 12 Mill, für neue Schulen, 5 Mill, für die Riddaregulierung, ferner Dau einer neuen Großm^rkthalle. des Zentralflug­hafens, Ausbau des Osthafens, Ausbau des Untermains, die Eingemeindungen, ein neues Schwimmbad, Bau eines Verwaltungsgebäudes für die städtischen Aemter usw. Gegen den Leiter der Ablosungsstelle im Wohnungs­amt, K ö n e m u n o , ist nunmehr Anklage wegen Bestechung in zwei Fällen, Amts- Unterschlagung von wertbeständigen Zah­lungsmitteln in zwei wefteren Fällen, in einem Fall in Tateinheit mit Urkundenfälschung erhoben worden. Wie jetzt noch bekannt wird, unterhielt Könemund auch noch in der Hochstraße in der Wohnung seines Bruders ein besonderes Bureau, in dem er seine Wohnungsschieberge­schäfte nach seiner Dienstzeit abwickelte.

Kirche und Schule.

Dekanatskonferenz Gießen.

Am DienStag trafen sich im GasthofHinden­burg" in Gießen die Geistlichen des Dekanats Gießen zu ihrer Dekanatskonferenz unter Leitung von Dekan G u hm an n- Kirch­berg. Pfarrer Waldeck- Lang-Göns eröffnete die Sitzung mit Losungswort und Gebet. Rach mehreren geschäftlichen Mitteilungen, die sich u. a. auch auf das im September hier stattfindende große Gustav-Adolf-Fest bezogen, erhielt Professor Werner-Friedberg das Wort. An- kr.üpfend an die große Herrnhuter Missionswoche im Oktober vorigen Jahres, an der der Redner teilgenommen hat, sprach er über das Thema

Sprach-? der Ameifen.

Ueber das Mitteilungsvermögen der In­sekten find in letzter Zeit grundlegende Forschun­gen angestellt worden, und man hat erkannt, daß cs sich dabei nicht etwa um etwas handelt, das mit der menschlichen Lautsprache verglichen wer­den kann, da den Insekten die höheren geistigen Fähigkeiten abgehen, die für die Ausbildung einer solchen Sprache notwendig sind. Es han­delt sich vielmehr um eine instinktive Zeichen­sprache, die hauptsächlich auf den Trieb zu­rückgeht, die eigenen Gefühlszu stände und Bewegungsimpulse auf andere Individuen der sozialen Gemeinschaft zu übertragen. Ein­gehende Beobachtungen und Versuche über die Sprache der Ameisen hat H. E i d m a n n ange­stellt und berichtet darüber in außerordentlich lebensvoller Weise in denRaturwissenschaften". Er beschränkte sich darauf, die Verständigung der Ameisen über eine neuentdeckte Rahrungs- quelle zu ergründen.

Legt man ein Rahrungsstück, etwa ein totes Insekt, in der Rähe eines Ameisennestes aus, io wird ziemlich bald einer her umherstreifenden Ameisen das Beutestück finden: sie betastet zu­nächst den Fund und versucht, ihn fortzuschleppen. Gelingt ihr dies, so kehrt sie nach kürzerer oder längerer Zeit mit der Beute ins Rest zu­rück, wobei ihr noch andere Ameisen, die sie unterwegs trifft, behilflich sind. Wählt man das Futterstück so schwer, daß die Findeameise es nicht allein vom Platze bewegen kann, so be­müht sie sich zunächst längere Zen vergebens, die Last fortzubewegen: hat sie die Unmöglichkeit er­kannt. dann lehrt sie auf dem kürzesten Wege zum Rest zurück und unterrichtet die an bereit Ameisen von ihrem Funde. Der Gelehrte hatte die Findeameise durch einen Färb-

fleck gekennzeichnet, um ihr Benehmen genau beobachten zu können. Sie läuft im Rest aufgeregt herum und freuet mit ihren Äo meraoen hie Fühler. Die fo Benach­richtigten eilen sofort zum Restausgang und folgen der Finderin auf dem Fuße, vielleicht sogar in direktem Fühlerkontakt mit ihr. Sv kann man einen ganzen Zug von 23 Ameisen verfolgen, die her Finherin anhängen und alle Krümmungen des Laufes genau mitmachen. Meist genügt her erste Alarm noch nicht, unh hie Finderin kehrt ins Rest zurück und holt neue Hilfe. Der Alarm erfolgt stets mit den Fühlern, unh zwar stets nur in den oberen Reftpartien, wo eine ganze Anzahl von Arbeitern untätig herumsitzen unh offenbar auf hie Benachrich­tigung durch eine erfolgreiche Streisameise war­ten, um dann sofort an die Arbeit zu gehen.

Der Erfolg eines solchen Alarms ist ganz erstaunlich, und man kann manchmal die Ameisen in dunklen Scharen geradezu aus her Restöffnung herausquellen sehen: bald sind sie alle, von her Führerin geleitet, bei der Beute und suchen sie zu bewältigen. Ist her Rahrungsfund so groß, daß er auch von vielen Kräften nicht fortbewegt werden kann, so bildet sich allmählich, wahr­scheinlich durch die zunehmende Konzentration der Geruchsfährten, eine Ameisen st raße zwi­schen Rest und Fundort. Trifft eine Ameise, die einen Fund gemacht' hat, unterwegs zufällig mit einer anderen zusammen, so benachrichtigt sie diese sofort durch Fühlerschläge und veranlaßt sie, ihr zu folgen.

Ist die Beute so beschaffen, daß sie von her Finderin allein in wiederholten Gängen ins Rest getragen werden kann, so benachrichtigt sie keine anderen Ameisen, sondern kehrt solange zurück, bis nichts mehr da ist. Die Fufterstückchen

werden in dec Regel gleich am Resteingang an eine Kameradin abgegeben, und diese trägt dann die Beute ins Restinnere. Der Fleiß unh hie Gehuld der Findeameise ist unermüdlich, und solange sie nicht den Eindruck gewinnt, daß die Beute für sie zu groß sei, kehrt sie immer wieder zurück und holt ein neues Stück. Ja, sie kehrt sogar zum Futterplatz zurück, wenn das letzte Stück fortgetragen ist, denn sie kann nicht beurteilen, ob der Platz leer ist, und sucht den Fundort solange ab, bis sie sich endgültig über­zeugt hat, daß nichts mehr zu holen ist. In dieser Sorgfalt läßt sie sich auch nicht stören, wenn man ihr auf dem Weg von der Rahcungsquelle zum Rest ein anderes Futter hinlegt. Bot man her Ameise auf hem Rückwege vom Rest zum Futter- plah ihre Lieblingsspeise, einen Tropfen Honig, so betastete sie den Honig, leckte auch ein wenig daran, wurde aber immer wieder unruhig, ver­ließ mebrmrls unschlüssig die verlockende Nah­rung und kehrte dann, dem Gebot derPflicht" gehorchend, gradewegs zum Fundort zurück. Erst nachdem sie das letzte Stückchen der Deute ein­gebracht hatte, ging sie zum Honig und sättigte sich ausgiebig.

Heber die 21 r t des Mitteilungsvermögens konnte Eidmann feststellen, daß die Findeameise über die Ratur des Fundes und die Lage des Fundortes keine Angaben macht. Wurde die Findeameise nach dem QU arm abgefangen, so daß sie ihre Kameraden nicht führen konnte, so fanden diese das Futterstück nicht.

Don unseren Schwalben.

Wir berichteten kürzlich von der Abnahme her Haus- und Rauchschwalben, die Dr. e. h. H. vo n Berlepsch in hem eben erschienenen neuen Jahresbericht seiner Vogelschuhstation Seebach anführt. Auch bei uns in Hessen macht sich

Dom Recht uno von Den Wcrnormrgen rn öat Zielen der heutigen deuffch-evangelischen Heiden­mission. In etwa IV2stündiger Rede verstand er es. mit packenden Worten die gewaltigen 2Iup* gaben und Ziele vor Augen zu führen, die unser auf diesem Gebiet harren. Mission treiben heißt das Samenkorn christlicher Liebe hineinpflanzen in ein anderes Land unh es dort gemäß den andersartigen Zuständen sich entwickeln lassen und zur Blüte bringen. Der Dortrag war so lehrreich und gründlich vertieft angelegt, so üuv fassend und packend, daß auf eine Aussprache ver­zichtet ward und mir das Sehnsuchtsgebet zum Ausdruck tarn, daß wir alte ganz gründlich in unserer Arbeit stehen möchten. H

Dekanats-Missionsfest für das Dekanat Büdingen.

)( Stockheim. 3. März. Gestern nach mittag fand in hiesiger Kirche das D e k a n a t s- missionsfest für das Dekanat Bü­dingen statt. Trotz Werktag hatte sich die Ge­meinde Stockheim um 2 älhr in der Kirche zum Festgottesdienst sehr zahlreich eingefunden, auch eine große Anzahl auswärtiger Gäste war er­schienen. Die Festpredigt von Pfarrer 0 ck- Ober-Mockstadt im Anschluß an das Wort aus der , Apostelgeschichte Kap. 2, Vers 38 bis 39 fand aufmerksame und andächtige Zuhörer. Rach einer kurzen Kaffeepause versammelten sich die Missionsfreunde wieder in her Kirche zu einer schönen Rachfeier, die durch ein gemeinsam ge­sungenes Lied und durch den Vortrag von Missionar Schmoll, der 20 Jahre in China gewirkt hatte, eröffnet wurde. An Hand von Apostelgeschichte Kap. 4, Vers 29 bis 31 zeigte her Redner, wie Gott auch heute noch genau wie zu der Apostel ZeitenGesundheit, Zeichen und Wunder" geschehen läßt, und wie draußen in der Heidenweltdas Wort mit aller Freudigkeit geredet wird". Aach einem weiteren Liedvers dankte der Vertrauensmann für die Mission im Dekanat, Pfarrer Kahn- Ortenberg, der Fest-, gemeinde und ermunterte zu einem fröhlichen Geben,denn nur einen fröhlichen Geber hat Gott lieb". Die mitgeteilte M-fsionsgabentasel bot interessante Vergleiche über das Missions­interesse der einzelnen Dekanatsgemeinden. Das Schlußwort sprach Pfarrer Jäger, der auch als Ortsgeistlicher die Rachseier mit Gebet und Se­gen schlöß. Die Festkollekte betrug 146 Mk. (im vorigen Jahr auf dem Herrnhaag 188 Mk.).

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ein geradezu erschreckender Rückgang der beiden Schwalbenarten bemerkbar. Die Verschiedenheit der Schwalbenbesiedlung von Starkenburg und Oberhessen einerseits und Rheinhessen anderer­seits behandelt Karl Rudolf Fischer- Laubach in seinenWanderungen durch die hessische Vogel­welt.

Rach Phillipps kämmen in Rheinhessen mehr Mehl(Haus-)schwalben vor als Rauch- (Stall-)schwatben, während es in Starkenburg und O b e r h e s s e n gerade umgekehrt ist. Fischer sucht den Grund hierfür in der Verschiedenheit der landwirtschaftlichen Verhältnisse. In Starkenburg und Oberhessen wird mehr Landwirtschaft be­trieben als in Rheinhessen. Weil es also dort mehr Kuhställe gibt, ist die Stallschwalbe hier verbreiteter. Uebrigens macht sich die Rauch­schwalbe durch ihre gesundheitspolizeiliche Tätig« feit sehr verdient, denn sie vertilgt in den Stallen die Fliegen, die als Krankheitsüberträger der Maul- und Klauenseuche sehr gefürchtet werden und hilft dadurch jene gefährliche Viehkrankheft bekämpfen.

Daß die Schwalben sehr klug sind, beweist eine Schilderung des bekannten deutschen Ratur- sorschers und Schriftstellers Di. Kurt Flo er icke. Ein von Spatzen bedrängtes Mehlschwalbenpaar versiel darauf, zur Abhaltung der Friedensstörer rings um das alle Rest herum ein zweites zu bauen: die beiderseitigen Einffugslöcher lagen an entgegengesetzten Enden, und zwischen den beiden Wänden befand sich soviel freier Raum, daß die schlanken Schwalben hindurchkriechen konnten, nicht aber die unbeholfenen, plumpen Spatzen, die auch die harte äußere Schale nicht zu durchbrachen vermochten. Später aber verließen die Schwal­ben dieses absonderliche Rest wieder, da f« wohl einsehen mochten, daß es zur Aufzucht der Jungen doch nicht recht geeignet sei.

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