Ausgabe 
5.1.1925
 
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Gemeinschaft zeigt der Deutsche vierfach trotz großer Enttäuschungen, die fle ihm bereiten kann eine beinahe rührende Anhänglichkeit und Treue, und politisch gesehen ist es nur schade, daß diese übergmbnete Macht für den Deutschen in den meisten Hallen eben nicht der Staat als solcher, sondern irgendeine Partei oder sonstige Vereinigung ist. Aus dieser Erscheinung des GruPpensondertumS erhellt, daß der Deutsche stets geneigt ist, die selbst gewählte Gemeinschaft über den ihm aufgezwungenen Staat, also die Partei über das Vaterland zu stellen, ein weiterer Be­weis dafür, wie schwer es ist, mit Deutschen rein vaterländische Politik zu treiben. Der Eng­länder handelt nach dem Grundsatz: right or wrvng, ntl) countrl) (ob recht oder unrecht, cs gilt mein Vaterland), der Deutsche dagegen fragt zunächst vermöge deS ihm innewohnenden, un­bedingten Wahrheitsstrebens, ob etwas recht ist oder nicht, ob es Ziel und Losung der von ihm anerkannten und verehrten Gemeinschaft oder Partei ist oder nicht, einerlei, wie der Staat dabei fahren mag. Diese Deobachtungen trogen wiederum zur Erkenntnis bei. daß der Deutsche für die hohe Politik kaum die geeignete Per­sönlichkeit ist. Aber es gibt noch weitere Gründe, welche diese Ansicht verstärken.

Es läßt sich nicht leugnen, dah der Deutsche mehr als alle anderen Völker der westeuropäischen Kultur einen aufgeschlossenen Sinn für die Welt der Tatsachen und der ihm um­gebenden Wirklichketten vermissen läßt und vor allem nach der Erkenntnis der hinter den Tatsachen liegenden Wahrheiten strebt. Der Sinn für das überweltliche ist ihm besonders eigen. Der deutsche Mensch ist Schwärmer und Wolken­wandler und flüchtet gern mit der ganzen Donnen­sehnsucht seines emporbegehrenden Herzens in die Welt unerreichbarer Traumgebilde. Er sieht so oft sein erhabenstes Ziel darin. Traumwelten auf dieser allzu irdischen Erde Wirllichkeit wer­den zu lassen und muh dann immer wieder die Wahrheit von Schillers Wort erfahren:

Leicht beieinander wohnest die Gedanken, Doch hart im Raume stoßen sich die Sachen.

Wenn wir wahre und erfolgreiche Politik treiben wollen, so müssen wir lernen, alle Begriffs­und Gedankenbildung zu überwinden und uns allein auf den Boden der gegebenen Tatsachen zu stellen. Das fällt uns so unendlich schwer und ist ein weiterer Grund, uns zu einem un­politischen Volk zu stempeln.

Roch ein weiterer Zug im deutschen Wesen muß in diesen Zusammenhang Erwähnung finden. Es ist der Trieb nach ewig weiterer Vollendung. Ein unersättlicher Lerntrieb steckt dem wahren Deutschen tief im Blut. Aus diesem Grunde spielen die Bildungs- und Er­

ziehungsfragen eine so bedeutende Rolle im deut­schen Kulturleben. Die stets genährte Sehnsucht nach Erweiterung des eigenen Ges.chtskreises läßt den Deutschen gern über die Grenzen seines angestammten Vaterlandes hinausscha^cn und im Ausland Befriedigung seines Wissenstriebes suchen. Dabei machen wir nur zu häufig die Erfahrung, daß ausländische Vorbilder einen allzu großen Reiz auf den Deutschen ausüben und ihn verführerisch zur Rachahmung verleiten. So wird der an und für sich gute Zug im deutschen Wesen zu einer groben älntugend. Die bitteren Folgen dieser Denkweise, die Einführung über­schätzter. fremder, nicht aus deutschem Geist er­wachsener Ordnungen, hat Deutschland oft genug erfahren müssen. Wie häufig ist durch die über­triebene Hochschähung deL Auslandes und seiner Anschauungen und Einrichtungen das deutsch- vaterländische Gefühl beeinträchtigt und der Staat in seinen Grundfesten erschüttert worden? Man .denke nur an die Italien-Politik der mittelalter- 'lichcn Kaiser, den AltramontanismuS und neuer* xdings den Bolschewismus.

Hochschulnachrichten.

Zum Deutschen Hochschultag in Darmstadt.

Entgegen anders lautenden, von nicht genau unterrichteter Seite in die Presse gebrachten Rach­richten teilt uns die Leitung des Verbandes der Deutschen Hochschulen soeben mit, dah in der Eröffnungssitzung des 4. Deutschen Hochs chultag es in Darmstadt am Don-

Der Stern von Bethlehem der Halleysche Komet.

Der Stern von Bethlehem, der den Hirten in Der Weihnacht erschien und den heiligen Königen aus dem Morgenlande den Weg zu der Krippe des Erlösers wies, ist mit der Feier des Christfestes unzertrennlich verbun­den und wird im Evangelium so klar be­schrieben, daß die Astronomen immer wieder diese Hirnmelserichrinung zu erklären versucht haben. Wie Der bekannte Münchner Astronom Max Balier inReckums Universum" darlegt, gibt es aber nur drei Deutungsmöglichkeiten, die Beachtung verdienen. Der Stern von Bethlehem könnte die große Zusammenkunft der Wandelsterne Jupiter und Saturn im Sternbild Der Fische bedeuten, die in jene Zeit fier. Aber es heißt dem Bericht des Evangeliums Gewalt antun, wenn man an eine Zusammenkunft zweier Planeten denken wollte. Sodann hat man in Dem Wanderstern einen neu entflammten Fixstern, eine sogen. Nova sehen wollen. Aber Die Dahn, Die dieses Himmelszeichen beschrieben hat, paßt dazu nicht. So bleibt Denn nur noch Der Dritte- sungöversuch übrig, nach Der Der Magierstern ein Komet war. Rur Die Erscheinung eines Kometen entspricht allen Einzelheiten, die im neuen Testament angegeben werden. Die «rage ift nur, welcher Komet da in Betracht kommt, und Balier entscheidet sich für den Hallehschen Kometen, der uns zuletzt im Jahre 1910 erschienen ist. Nimmt man an, daß die Geburt Christi während Der sog. Schätzung des Khrenius stattfand, so kommt man für Den Geburtstag auf die Mitte September des Jahres 12 vor unserer Zeitrechnung. Dazu paßt auch Die Tatsache, daß Die Hirten bei ihren Herden auf freiem Felde Nachtwache hielten, was in Palästina seit urdenklichen Zeiten nur von Mai bis Oktober üblich und möglich war. Diese Geburtstagsbestimmung paßt zu dem Erscheinen des Hallehschen Ko­meten, Der als einziger Irrstem in jenem be­deutsamen Jahr an unserer Erde vorüberzog.

nerStag den 8. Januar 1925 dem Berichte beö Vorsitzenden, Geh.Reg.-Rat Prof. Dr. Schenck, Münster i.W. zwei Vorträge über Themata von weiterem Interesse folgen werden. Zunächst toli D H rr Pros. Dr. R o t h a ck e r,Hn)ellerg ü er DaS Verstehen in den (Sciftc6toii|e>ifcbafUn,, so­dann Herr Geheimrat Dr.-Ing. Petersen von der Technischen Hochschule Darmstadt über ein allgemein intercsstereiwas Thema aus seinem Fachgebiete der Elektrotechnik sprechen.

Ernst Vumm i.

Wie wir am Samstag schon kurz meldeten, ist der Direktor der Berliner älnioersitäts-Frau- enklinik und ordentliche Professor an der Berliner Universität Geheimrat Dr. Ernst Dumm in München in der Chirurgischen K.inik an den Fol­gen eines schweren Gallensteinleidens im 67. Lebensjahr gestorben. Er war einer der be­deutendsten deutschen Frauenärzte. In seiner Va­terstadt Würzburg hatte Dumm, nachdem er vom Spezialfach der Ha.ttlrankhci.en zu den F au- enkranlh.iten umg sattett war, am Iu iusho,pi.al unter dem berühmten Spezialisten Scanzoni gearbeitet, später in Basel und Halle als Dozent gewirkt und war 1910 als Nachfolger Olshausens nach Berlin berufen worden. Professor Dumm hat durch bedcnlende Unter­suchungen über bas Wochenbettfieber, über Antiseptil und Desinfektion, über Operations­methoden usw. die Frauenheilkunde außer­ordentlich gefördert. Als Operateur geoß Dumm einen großen Ruf und als akademischer Lehrer war er wegen seines fesselnden Vo trags sehr be­liebt. SeinLehrbuch der Geburtsh lfe". für das er selbst über ein halbes tausend eigener wert­voller Zeichnungen geschaffen hat, wird in Fach­kreisen sehr geschätzt.

Von der ButzbachLicher Eisenbahn.

Die Interessen der Gemeinden an den Erneuerungsplänen.

Daß die Dahn an läge der Butzbach Licher Eisenbahn einer gründlichen Erneue­rung bedarf, sieht bald jeder Laie, der die Eisen­bahnstrecken GrünbergDutzbach bzw. Oberfleen Bad-Rauheim als Fahrgast benutzt. Roch mehr weih der technische Sachverständige, dah allent­halben Schäden vorliegen, die einer Ausbesserung dringend bedürfen. Da der Bahnkörper durch die Einführung der schweren 20-Tonnengüterwagen sehr gelitten hat, muh an eine systematische Aus­wechslung des Oberbaues auf der ganzen Strecke gedacht werden. Dazu kommt Die dringend not­wendige Erweiterung des Bahnhofs in L i ch. Infolge des bedeutenden Güterverkehrs es müssen z. Z. etwa 70 Wagen täglich gestellt werden müssen neue Geleise eingebaut werden. Außerdem sieht die Bahnverwaltung die Er­richtung eines Beamtengcbäudes in Lich vor. Auch für Butzbach müssen eine An­zahl Verbesserungen geschaffen werden. Die Aebergangsgeleise zum Reichsbahnhof bedürfen dringend der Aenderung, die Strecke nach den Meguinwerken muh mit einem neuen Oberbau versehen und umgelegt werden. Schwere Schienen find auf der Strecke DuhbachGriedelDuh- bach(Ost)Oberlleen einzubauen, ein Beamten- wohnhaus in Duhbach ist zu errichten, eine Verbesserung der Werkstattsanlagen in Duhbach ist erforderlich, und schließlich ist eine neue Loko­motive zur allmählichen Auswechslung der vor­handenen. die schon 26 Jahre laufen, sowie die Vergrößerung des Perfonenwagenparks infolge des starken Arbeiterverkebrs nötig.

Diese Gesamtübersicht über die z. Z. dringendst nötigen Verbesserung usw., die die Dahnverwal- hing ins Auge fassen mußte, zeigt, daß es sich um einen hohen Voranschlag handelt. Wenn auch die Lage der DuhbachLicher Eisenbahn als finanziell nicht ungünstig bezeichnet werden kann, übersteigen doch diese Kosten bedeutend Die Kapi- talfraft des Unternehmens. Es ist daher angeregt worden, Die Hilfe des Staates anzugchen. Man kann auch nur wünschen, daß diese der Duhbach-Licher Eisenbahn in möglichst hohem Grade zuteil wird. Die Herstellung der Bahn­anlagen zur Erhöhung der heute etwas zweifel-

Etwa feit Dem 25. August dieses Jahres lief Der Komet mit furchtbarer Schnelle auf unsere ErDe zu unD gewann daher in Den letzten Augusttagen rafch an Helligkeit Obwohl er am Morgen im Osten keine ausfällige Erschei­nung war, haben ihn trotzDern Die chinesischen Astronomen als ein mattes geschwänztes Wölk­chen nahe bei Dem Sterne Ry im Bilde Der Zwillinge festgestellt. Die überaus zuverlässige Chronik des chinesischen Astronomen Ma°- Luan-Lin erwähnt ihnam Abendhimrnel", an dem er nun mit Riesenschritten täglich em- porstieg. Auch Die Aegyptcr müssen Den Ko­meten schon Ende August entDedt haben, und mit ihm wird Die ExpeDi'tion unter Putiphra in BerbinDung gebracht. Nur so werden Die ehrwürdigen Zellen des Benan-Briefes recht verständlich:Denkst Du noch, wie Putiphra wurde ausgesandt von Ranebohru, zu suchen den rotäugigen Sopdet (den Kometen) in den Ländern der ausgehenden Sonne? And wie er Den Stern entDedte am ersten Tage des Mesori (unserem 17. September) im Lande der Apriu? Und wie seltsam war ihm Re auf seiner Reise bewogen, Denn am selben Ort, am selben Tag und zur gleichen Stunde, da ihm Sopdet er­schien, sand Putiphra ein Knäblein (Jesus), war geboren soeben." Natürlich mußten auch Die Sternkundigen in Babylonien, Die sich ja so eifrig mit Den Himmelserscheinungen be­schäftigten, Das Aufsteigen Des gewaltigen Sterns bemerken, der von ihrem Standpunkt aus sich gerade über Dem Lande Jakobs und Israels erhob. Am 17. September, an Dem Sage, an Dem Putiphra Den Kometen und das Iesuskindlein entdeckte, entwickelte Der Komet den größten Glanz und stand mit sei­nem mächtigen, fast senkrecht nach oben gerich­teten Schweif drei Stunden nach Sonnenunter­gang genau im Westen. An diesem Tage mö­gen Dieheiligen Drei Könige" von Babylon aufgebrochen fein. Sie zogen über Palmyra nach Damaskus, und tatsächlich zog der Stern, wie die Berechnung seiner Bahn ergibt, vor ihnen her. Als sie Mitte Oktober in 'Damas­kus angekommen waren, wandte sich Der Stern nach Süden, was auch in Den gleichzeitigen

haften Betriebssicherheit, Die Instand)etzungen, die allein ein pünktliches Einhalten der Fahr- planzetten gewährleisten, liegen gan^ gewiß im Intereffe der Gisenbahngesellschaft, sie find aber auch nicht weniger bedeutungsvoll für die von der Strecke berührten Gemeinden, d. h. für die von der Eisenbahn durchschnittenen Landesteile. Mit Rücksicht auf diese Tatsache hoffen die An­liegergemeinden, daß die Staatsregierung der ButzbachLicher Eckenbahngesellschaft das größt­möglichste Entgegenkommen zeigen und ihr zur Durchführung der nötigen Verbesserungen auch ihre finanzielle Hilfe nicht versagen werde.

Zugleich muß aber u. E. die Staats- r e g i e r u n g diese Gelegenheit benutzen, um sich einen starken Einfluß a u f die Dahn-- leitung zu verschaffen. Die geldliche Hilfe dürste nur unter solchen Bedingungen gewährt werden, die es ermöglichen, die Allgemeininter- efsen in jeder Weise zu schützen. ES wird sich hierbei auch darum handeln, dah die Rechte der Gemeinden, die Obligationen der ButzbachLicher Eisenbahnaktiengeftl.schäft s nd, gewahrt werden. Denn diese Forderungen sind bisher nur im Rah­men der dritten Steuernotverordnung anerkannt. Dann muh auch darauf gesehen werden, daß Zu­stande, wie sie früher im Eisenbahnbetrieb beklagt werden mußten, ausgeschlossen sind. Je mehr Einfluß die Staatsregierung sich zu sichern weiß, um so besser wird es für die Bevölkerung der Streckengcmeinden sein. Es muß ja unbedingt an­erkannt werden, dah schon heute unter der neuen energischen Bahnverwaltung Die früher so oft gerügten Mißstände verschwunden sind. Es hat sich gezeigt, daß ein fester Wille sich durchsetzt und die mancherlei Schwierigkeiten zu überwinden weih. Aber die Gemeinden haben unter dem früheren Anwesen doch zuviel gelitten, als daß sie jetzt schon alles Mißtrauen überwinden tonn­ten. So ist man auch heute wieder stutzig ge­worden, weil die feste Zusage, dah der Abendzug bis Grünberg gehen, daß ein Sonntagszug auf der Strecke LichGrünberg laufen solle, noch nicht verwirklicht worden ist, obwohl fest versprochen wurde, daß diese Aenderung des Fahrplans mit sofortiger Wirkung eintreten werde. Wir warten aber schon seit dem 5. Dezember vorigen Jahres. Wenn es Schwierigkeiten macht, den Abendzug bis Grünberg laufen zu lassen, so hätte man Den beteiligten Gemeinden mindestens die Gründe sagen müssen. Es ist jedenfalls zu verlangen, dah sofort der Abendzug bis Queckbom fährt, und dah mit sofortiger Wirkung, solange dieser Zwischenzustand dauert die zurückfahrende Leerlokomotive einen Wagen anhängt, um eine Rückfahrgelegenheit zu bieten. Es tut uns leid, wenn sich die Bahnleitung, deren Tätigkeit sonst volle Anerkennung findet, sich selbst um Ver­trauen bringt.

Aber auch die Erneuerungspläne müssen im Interesse der Gemeinden geändert werden. Es muh darauf gesehen werden, daß das Beamtenwohnhaus nicht in Lich. sondern in Grün berg erbaut wird. Der technische Leiter der Bahn und Vorsitzende des Eisenbahnvorstandes. Reg.-Baumeister R o a ck, hat selbst anerkannt, dah ein richtig funktio­nierender Fahrplan nur dann möglich wäre, wenn man einen Teil des Fahrpersonals nach Erünberg, Den anderen Teil nach Butzbach legen konnte. Dann konnten Die Züge von Den beiden Endstationen mit Kreuzung in Lich ausgehen, und vier Zugpaare würden genügen, um einen außer­ordentlich günstigen Fahrplan zu erreichen. Bei der seitherigen Wohnungsnot war an eine lieber» siedelung mehrerer Eisenbahnerfamilien nach Grünberg nicht zu denken. Jetzt bietet sich eine Gelegenheit dazu, wenn man das geplante Be­amtenhaus in dieser Stadt erbaut. Gin Frühzug ob Grünberg um 5 Ahr kreuzt in Lich mit einem Frühzug aus Duhbach und erreicht dieses um 7 Ahr. Die Rückfahrt von Da wird um 8 Ahr angetreten und Grünberg um 11 Ahr erreicht. Der in Grünberg um 7 Ahr angenommene Zug ist inzwischen um '/.S AHr nach Butzbach gefahren, dieser um 11 Ahr angekommene Zug fährt um 1.15 Ahr wieder zurück. Der Butzbacher Zug fährt um 1 Ahr wieder nach Grünberg, erreicht cs gegen 4 Ahr und fährt abends V 8 Ahr zu- rück. Der in Butzbach gegen 4 Ahr cihgctroffcne Zug (Abfahrt in Grünberg 1.15 Ahr) fährt als Arbetterabendzug wie seither, aber dis Grün­

chinesischen Beobachtungen bemerkt wird, und wies ihnen Den Weg nach Jerusalem. Als sie Dort etwa am 25. Oktober eintrafen, war Der Komet blasser und blasser geworden, und als sie am nächsten Lage nach Bethlehem auf- brachen, mag er kaum noch zu sehen gewesen sein, Denn Matthäus sagt:Da sie aber Den Stern sahen, freuten sie sich mit großer FreuDe," sie waren also wohl froh, ihn noch zu erblicken. Auch Daß Der Sternoben Dar­über stille stand, Da wo Das KinDlein war-, ist genau berichtet, Denn Der Stern ging Damals in der Richtung auf Bethlehem zu langsam unter unD mag bei ihrem Eintreffen noch knapp über Dem Horizont also vielleicht über Dem Dach Des Stalles gestanden haben. Wenn Die Legende erzählt, daß Der Stern, nachdem er feinen Dienst getan, für immer verschwunden sei, ist auch Das richtig. Denn nach Der Bahn­berechnung, Deren Ergebnisse Durch Die chinesi­schen Aufzeichnungen bestätigt werben, muh Der Komet am 29. Oktober hinter Der Sonne vollkommen unsichtbar geworden sein.

Weihnachten in Mexiko.

Richt nur in nordischen Landen ist Weih­nachten Das schönste Fest, sondern es gibt auch tropische Gebiete, in denen das Christfest Die größte Feier Des Jahres bedeutet. Besonders ist dies in Mexiko Der Fall, wo das Weih­nachtsfest 14 Lage Dauert, unD zwar vom 10. bis 24. Dezember, und vom ganzen Bolle mit Amzügen, Tänzen und Festlichkeiten be­gangen wird. Auf Dem mexikanischen Weih- nachtsmarkt herrscht DiePinata", eine Riesen­puppe, Die aus einem Bambusgerüst gefertigt ist unD mit großem Luxus eingekleidet wird. Ön bunten SeidengewänDern und Kleidern aus flimmerndem Papier hängen Die wunder­lichen Puppen an Den Stangen, und nicht nur jeder mexikanische, sondern auch die nur halb kultivierten Indianer wollen eine solche Weih- nachtSpuppe haben. Der groteske Leibesum­fang der Figuren laßt auf alle möglichen Aeoerrafchungen schließen, und am Heilig­abend ist es Das Borrecht Des jüngsten Kindes.

berg durch. Man stelle fick) Dissen aünftigau Fahrplan vor, der ohne jede Schwierigkwen aus­gestellt werden kann, wenn das geplante Be­amtenhaus nach Grünberg kommt. Dann hat der Reisende überall die besten Anschlüsse, und Di« Bahn wird immer mehr das, was sie sein soll ein Verkehrsinstrument, Das Den Be­dürfnissen gerecht wird.

Die Bevölkerung hofft, daß die Bahntibrwal- tung Die Berechtigung ihrer Wünsche anerkennt, sie erwartet von Der Regierung, daß diese sich mit aller Energie für ihre Interessen einsetzk. Auch die Frage der Sonntagszüge läßt sich leicht losen, da es sich jetzt um zwei Zug­paare handeln wird, durch die allein das Be­dürfnis zu befriedigen ist. Es hat sich heraus- gestellt, daß Der Betrieb Der Eisenbahn rentabel zu gestalten ist. Wenn in Lich täglich 70 Wagen gestellt werden müssen, so beweist Diese Hohr Zahl die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens. Am so mehr kann man verlangen, daß von der Bahnleitung den Wünschen der 'Bevölkerung Rechnung getragen wird, zumal sich mit ihnen das Rentabilitätsinteresse Der Bahn, die auch dem Personenverkehr zu dienen hat, verbindet.

Aus der Provinz.

Landkreis Metzen.

i. L i ch 3. Ian. Heute früh verletzte sich das wertvolle Pferd im Gespanne einer Gie­ßener Weinhandlung an dem Aeder gangsgeleise auf dem hiesigen Staatsbahnhof sehr schwer dadurch, daß es in dem Dort befindlichen Zwangsgeleise mit Dem Hufe hängen blieb. Wahrscheinlich hat DaS Tier Dau­ernden Schaden genommen.

i. Ettingshausen, 3.Ian. Die Sta­tistik des Kirchspiels Ettingshausen- Hattenrod ergibt folgende Zahlen: Die samtzahl Der evangelischen Bevölkerung beider Gemeinden beträgt 1035 Seelen (Ettingshausen 615, Hattenrod 420). Am sonntäglichen Gottes­dienst nahmen Teil 250 Erwachsene, 116 Kinder (144 und 106 83 und 33). Zum heiligen Abend­mahl kamen 1564 Kommunikanten (774 und 790). Trauungen fanden 5 statt (3 und 2). Getauft wurden 18 Kinder (10 und 8). Die Zahl de: Konfirmierten betrug 30 (18 und 12). Beerdigt wurden 9 Evangelische (4 und 5). An Sieb er­gaben gingen ein 430,45 Mk.

(.) Bersrod, 2. Jay. Das idyllisch ge­legene Hofgut Winnerod bei Reiskirchen, seither im Besitze des Kammerrats Clemm. ging dieser Tage durch Verkauf an einen Herrn R e u m e i c r aus Bürgel bei Cölbe über. Die Aebergabe soll am 1. Februar erfolgen. Kammer- rat Clemm war seit 1901 Eigentümer des Gutes.

Kreis Friedberg.

vw. Butzbach, 3. Ian. Am Silvester­abend fand, wie alljährlich, Gottesdienst in Der St. Markuskirche statt, Der durch Gesangs- Vorträge des Männergesangverein^ Orpheus verschönt wurde. Am Silvesterabend wurde das prunkvolle HotelDeutsches Haus" mit einem Konzert eröffnet. Heute veranstaltet darin der Vogelsberger Ho­hen-Club sein Auszeichnungsfest. In dem Mittelpunkt feiner Darbietungen stehtDer deutsche Rhein in Dichtung, Geschichte und Sage". Gestern abend sand int großen Saale desHes­sischen Hofes" ein gut besuchtes Volkston- 5 c r t des rühmlichst bekannten Bad-Rauheimer Kurorchesters unter Leitung des Musikdirektors Schroder statt. Außer der lieblichen Mignon- oubertüre kamen Langleys Abendlüftchen, Golter- manns Andante aus Dem 14-Moll-Konzert, Pep­pers Tarantello (beide als Cellovorträge mit Or­chesterbegleitung in virtuoser Weise geboten von Herrn Vohse), Die bekannte melodiöse Ouvertüre zuOrpheus in Der Antetwelt", eine Orchester­suite aus BizetsCarmen", die ewig reizvollen StrauhfchenGeschichten aus dem Wiener Wald" und endlich das noch einmal den ganzen Weih- nachtszattber vorüberführende Kodelsche Tonge­mäldeFröhliche Weihnacht" zum Vortrag. Den bisherigen guten Ruf bestätigte Die Kurkopelle auch jetzt wieder in vollstem Maße. Durch ihre prächtigen Vorträge bewies sie eine künstlerische Hohe, Die sie Der besten Kapelle würdig an Die Der Pinata einen kräftigen Schlag auf Den Bauch zu verabreichen. Dann zerbricht das tönerne Gefäß, Das Die Puppe in sich tragt, und unter Dem Jauchzen Der Kinder fällt aller­lei Spielzeug zur Erde, wahrend Die Puppe nun ganz mager unD zerschlissen in Der Luft baumelt. Noch anDere groteske Gestalten be­leben Die mexikanisch? Weihnacht. Das sind Die sog.Naguales", phantastische Lierfiguren mit verzerrten Menschenköpfen, Die aus einem wollenen Stoff gefertigt werden und Die un­heimliche Lebendigkeit alter Götzenbilder ha­ben. 3m Bolle wird diesen Puppen mächtige Zauberkraft zugeschrieben. Der anmutigste Weihnachtsbrauch in Mexiko aber sind Die Amzüge, Die sog. ProsaDen.Prosada" heißt eigentlich Herberge oder Ruhestätte, und der Brauch knüpft an das Evangelium an unD schildert das Herumziehen von Maria und Joseph, die nirgends Unterkunft finden und Daher Die Christnacht im Stall verbringen. Arn heiligen Abend versammelt sich Die Fa­milie und beginnt einen feierlichen Amzug Durch sämtliche Räume, wobei jeder Teilneh­mer eine Kerze in Der Hand hält unD ein kleiner Altar mit Der Krippe und Den bunten Krippenfiguren vorausgetragen wird. Dann bewegt sich Der Zug durch Die Straßen; man bittet vor verschiedenen Häusern um Einlaß, wird aber immer rauh abgewiesen, bis man Dann schließlich vor Die Haustür einer befreun­deten Familie kommt, mit Der Der Besuch verabredet ist. Wieder beginnt Der Bittgesang um Oeffnung, und diesmal wird er erhört. Die Haustür fliegt auf, und alle ziehen sie nun ein, Maria und Joseph und das ganze Ge­folge, Die sich häufig bunt vermummt haben. man setzt sich gemeinsam zur Tafel, und Dann kommt Der Höhepunkt Der Posada, Der Tanz, bet Dem Mexikaner und Mexikanerinnen Die ihnen eigentümliche Grazie und Leidenschaft­lichkeit entfalten. Die besuchte Familie veran­staltet Dann am nächsten Tage Die Gegenvistte. Die Posada kann aber auch im eigenen Hause stattfinden; man zieht dann an Den einzelnen verschlossenen Türen vorbei unD endet schließ­lich vor Dem Saal. Dessen Tore geöffnet werden.

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