Ausgabe 
4.11.1925
 
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jedoch soll auf anderen Herbstmärkten das Ge

ucht, chäst

hielt der ProvinzialgeschäftSführer Weiher, Gießen, einen Dortrag über den Sicherheits­pakt. Dem Redner wurde lebhafter Beifall gezollt. Am Sonntag hatten sich die Vertreter der Gemeinden Dreihausen, Deckenbach, Rüddings- hausen, Weitershain, Dernsfeld, Atzenhain, Stan­genrod und Grünberg in Rüddingshausen zu einer Besprechung zwecks Errichtung einer Autolinie zur Verbindung dieser Orte ein­gefunden. Die Linie soll den Anschluß an die Bahn Marburg Dreihausen über die genannten Orte nach Grünberg Herstellen. Geplant ist, daß das Auto die Strecke täglich zweimal durchfahrt. Die Postderwaltung verlangt eine Garantie von 12000 Mark jährlich, außerdem die Erbauung einer Autohalle mit Reparaturwerkstatt, sowie die Lieberlassung von Licht, Wasser usw. Die Gemeinden übernehmen vorerst die Garantie für das erste Jahr. Der Betrieb hat Aussicht auf Erfolg.

5 Reinhardshain, 3. Nov. Wie beliebt die Listenwahl in den Landgemeinden ist, zeigt unsere Gemeinde. Während noch bei der Beigeordneten­wahl zwei Kandidaten aufgestellt waren, wurde zur Gemeinderatswahl kein Wahl­vorschlag eingereicht. Ob dieser Fall wohl im Wahlgesetz vorgesehen ist? Dos K r e i s a m t hat nun zu entscheiden, was geschehen soll.

' M ü n ste r, 3. Rov. Zu der bevorstehenden Gemeinderatswahl ist innerhalb der ge- sehlichen Frist nur ein Wahlvvrschlag ein- gereicht worden, so daß eine Wahl nicht statt- findet und die auf dem Wahlvvrschlag stehenden ersten 7 Bewerber als gewählt gelten. Es ist dieS als ein gutes Zeichen für die Einmütigkeit in der Gemeinde anzusehen, zumal bei den vor­hergehenden Gemeinderatswahlen jedesmal zwei Wahlvorschläge eingereicht wurden und auch bei der letzten Bürgermeisterwahl im Januar 1924 sich 2 Kandidaten gegenüberstanden.

df. Langsdorf, 3. Rov. Zur bevorstehen­den Gemeinderatswahl sind hier zwei Listen ausgestellt. Es ist anzunehnren, daß der größte Teil der seitherigen Gemeinderate auch wieder in den neuen Gemeinderat koenmen wird. 3m vergangenen Winter richtete der hiesige Vorschuß- und Kreditveoein eine Schulsparkasse ein. Am Samstag und Sonntag brachten die Schüler aus Anlaß deS Weltspartages über 70 Ulf. an Spar­geldern zusammen: eine ganz ansehnliche Summe, die ohne Schulsparfasse und Anregung zum Spa­ren wahrscheinlich für unnötige Dinge veraus­gabt worden wäre. Die Anregung ist allo auf güten Boden gefallen.

:/: f) u ng e n , 3. Nov. Gestern wurde hier der Allerheiligen markt abgeholten. 3m Gegen­satz zu den letzten Jahren war die Witterung sehr günstig, erst gegen Abend trat leichter Wegen ein. So war denn auch der Zustrom von Säufern und Schaulustigen aus den umliegenden Ortschaften äußerst stark. Eine seit langen Jahren hier nicht ge- sehene Anzahl von Derkaiifsständen aller Art zog sich in langer Reihe zu beiden «eiten der Haupt- straße hm. Da seit altes der Krämermarkt der Landbevölkerung zur Eindeckung ihres Bedarfs

an warmer Winterkleidung und den sogenannten Pelzschuhen" dient, war, wie eine Umfrage ergab, gerade bei derartigen Verkaufsständen das Geschäft gut. Auch die Geschirrstände waren stark be

noch flotter gewesen sein. Natürlich fehlte auch der Jakob" und für dis Jugend, die an diesem Tage schulfrei hat, ein hübsches Karussell nicht. Ganz be­sonders zufrieden dürften wohl auch diejenigen Wirtschaften mit ihren Einnahmen sein, mit denen Metzgerei verbunden ist. Was den am Vormittag stottfindenden Ferkel markt betrifft.so war auch hier der Absatz sehr rege, die Preise in gewohnter Höhe. So kosteten siebenwöchige Ferkel zwischen 30 l und 35 Mark, acht- bis zehnwöchige kamen über

40 Mark zu stehen.

* :/: Utphe, 3. Nov. Anschließend an das Ernte-

.e dankfest wurde im Laufe der letzten Woche in un­serer Gemeinde eine ErntedankHabe gesam­melt, die für das Elisabethen st, ft in Darm­stadt, das bekannte Mutterhaus für Diakonissen, bestimmt war. Es konnten zwei schwere Wagen­ladungen Kartoffeln von insgesamt 5 0 Zentner gesammelt und in bereitwilliger Weise von zwei hiesigen Landwirten nach Hungen an die Bahn gebracht werden. Gewiß ein schönes Zeichen von Opferwilligkeit der Gemeinde. Nachdem man diesen Hervst das Dach und die Kan­teln des Schulhauses sowie die Einfriedi­gung des Schulgartens einer gründlichen Reparatur unterworfen hat, gedenkt man im näch­sten Frühjahr auch den An st r i ch des Hauses zu erneuern. Neuerdings scheinen auf den stark be­suchten H e r b st m ä r k t e n der Provinz äußerst gewiegte Taschendiebe ihr Unwesen zu treiben. Wie kürzlich berichtet, wurden auf dem Grünberger Gallusmarkt zwei Besuchern Beträge von- über hundert Mark entwendet. Aehnlich erging es nun einem älteren Mann von hier auf dem Kalten Markt in Ortenberg, der sich zu seinem nicht geringen Schrecken plötzlich um seine Geldtasche samt 25 Mark Inhalt erleichtert sah. Aller­dings hatte er die Unvorsichtigkeit begangen, diese in einer äußeren Rocktasche zu tragen, so daß sie sogar tellweise äußerlich sichtbar war. Glücklicherweise konnte ihm ein auf dem Markt anwesender Vieh­händler von hier aus der Nollage helfen. Da es sich möglicherweise um dieselben Langfinger handelt, und da noch mehrere solcher Märkte bevorstehen, kann nicht genug zur Vorsicht gemahnt werden.

s. Langd, 3. Rov. Einer Einladung des hiesigen Gesangvereins folgend, besuchte unS am Sonntag der Mandolinenverein Trohe mit 11 Mitgliedern. Die Gäste wurden von den Einwohnern auf 8 herzlichste auf genom­men und mit Mittagessen und Kaffee reichlich bewirtet. Rach einem Llmzug durch das Dorf bereiteten unS die jungen, frischen Leute einige genußreiche Stunden im Saale deS Gastwirts Rhontaler. Der Gesangverein brachte unter Leitung seines neuen Dirigenten, des Lehrers D r a u t, einige Lieder gut zum Vortrag. Herr ©taut begrüßte im Rarnen deS Gesangvereins und der Gemeinde, die fast vollzählig erschienen war, die Gäste und ihren Führer. Hm 6 Hhr ver­ließen die jungen Leute mit klingendem Spiel unser Dorf, um von Hungen auS die Heimfahrt anzutreten. Möge der Besuch den Erfolg haben, daß sich auch in unserer Gemeinde Jungmänner finden, die die alte und schöne Kunst des Man­dolinenspielens üben und pflegen!

df. Aus dem Wettertale, 3. Rov. Allenthalben sieht man, daß Kreis und Ge- meinden Vorsorge zur Vernichtung der Baumschädlinge getroffen haben. Auch Privatbaumbesitzer sind dem lobenswerten Bei­spiel gefolgt, doch nicht im rechten Maß. Roch ist es Zeit! Wer an die Gefahr und das massen­hafte Auftreten der Baumtchädlinge nicht glaubt,

der betrachte sich einmal die angelegten Kleb­ringe genau. Allenthalben sieht man kleine Schmetterlinge daranhängen, die Männchen des gefährllchen F r o st s p a n n e r s. Wer genau hin­schaut, der wird auch dgs unscheinbare, flügel­lose, staubgraue Weibchen erkennen, das durch die Eiablage an die Knospen und die daraus entstehenden Raupen einen großen Teil der nächst­jährigen Obsternte vernichten lann. Jetzt gibt's ruhige Tage in der Landwirtschaft, drum daran und Leimringe angelegt, die geringen Auslagen machen sich durch Mehrertrag bezahlt!

Kreis Friedberg.

4 Dad-Rauheim, 3. Rov. Auf eine gute Saison in bezug auf die Besucher­zahl kann unsere Dadestadt in diesem Zähre zurückblicken . Die Frequenzkurve hat die 1913 erreichte Höhe (34 951 Kurgäste) bereits jetzt über­schritten und wird nach Ablauf dieses Jahres nahezu wieder an den höchsten Stand der Vor­kriegszeit (35 876 Kurgäste in 1912) heranreichen. Ganz wesentlich ist die Zunahme der Besucher' seit vorigem Jahre. Es beläuft sich die Zahl der Kurgäste seit 1. Januar insgesamt auf 35 064, was gegenüber dem Vorjahre jetzt schon ein Mehr von 6295 Besuchern bedeutet. Auch die Zahl der abgegebenen Bäder ist beträchtlich ge­stiegen. Sie beträgt seit 1. Januar 370 240, das sind 77 628 mehr als 1924. Die in den Jahren vor dem Kriege festgeftellten Bäderzahlen sind damit aber noch nicht erreicht, wurden 1912 doch 486 157 Bäder abgegeben. Es hängt das wohl damit zusammen, daß im allgemeinen für eine Kur jetzt weniger Bäder verordnet werden als früher, dann aber macht die Bevölkerung der Hmgegend nicht mehr m dem Maße von den Bädern Gebrauch wie früher: besonders ist ein starker Ausfall der früher sehr zahlreichen Fried­berger Besucher bemerkbar, seitdem unsere Rach- barftabt über ihr schönes Schwimmbad verfügt.

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für die Sams tags numm er können nur bis Freitag vormittags verbindlich angenommen werden, Zwecks wirksamer Satzausstattung erfolgen Bestellungen zweckmäßig bereits im Laufe des Donnerstags

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Drei Dadehäuser sind zur Zeit noch in 'Betrieb. Täglich fommen iwch durchschnittlich 40 Kurgäste an Nahezu 1000 Besucher waren am 1. Rovember iroct> anwesend , während im Vorjahre um diese Zeit die Zahl 800 kaum, zu verzeichnen war. In erfreulichem Steigen ist auch die Zahl der ausländischen Kurgäste begriffen. Mit 4922 beträgt sie feit 1. Januar 1206 mehr als in 1924. Das Kurhaus ist auch während der Wintersaison der Mittelpunkt des geselligen Lebens der Kurgäste. Auf eine er­folgreiche öffentliche Veranstaltung kann der E v. Jugend- und Männerverein zurück- blicken. Er veranstaltete in der Turnhalle des Turn­vereins 1860 eine Reformationsfeier, die sich m ihrem Verlauf zu einer eindrucksvollen Kundgebung gestaltete. Die Turnhalle dürfte wobt selten soviel Menschen bei einer Veranstaltung bei­sammen gesehen haben. Ein sorafälttg zusammen­gestelltes Programm bot beste Unterhaltung und reiche Erbauung. Der Posaunenchor und ein Kinderchor boten ihr Bestes, und Pfarrassi­stent Hofmeyer würdigte in einer Ansprache das große Werk des Wittenberger Reformators. Den Höhepunkt der Veranstaltung bildete die west­liche Wiedergabe des fünfaktigen FestspielsL u - thertage in Frankfurt o. M.", das den Geheimrat D. Dr. Dechent, den bekannten Forscher auf dem Gebiet der Frankfurter Kirchen­geschichte, zum Versasier Hal. Der Reinertrag der Feier kommt dem zur Zeit erfolgenden Umbau der alten Wilhelmskirche in ein evangelisches Vereins- Haus zugute.

[ Rieder-Florstadt. 3. Rov. Run kann auch hier die Ernte als beendet angesehen werden. Die Kartoffeln sind auch auf den Gutshöfen alle aus, nut noch einige Aecker müssen obgeeggt werden. Die Zuckerrüben sind ausgemacht, sitzen aber zum Teil noch auf Haufen, mit ihrem Kraut gegen etwa ein- setzenoen Frost geschützt. Sie werden in die Zuckerfabrik nach Friedberg gefahren. Die D i ck- wurz sind eingefahren, oder in Mieten unter- gebracht. Die Herbstaussaat ist soweit be­endet, und die Aecker werden nun gestürzt. Die Gutshöfe verwenden Motorpflüge, wodurch auch bei ihnen diese Arbeit schnell erledigt sein wird. Die feuchte Witterung hat die Vermeh­rung der Schnecken so sehr begünstigt, daß sie voraussichtlich dem jungen Getreide sehr schaden werden.

Kreis Büdingen.

nd. N i d d 0, 2. Nov. Heute wurde der Unter­richt an der hiesigen Gewerbeschule für das Wintersemester mit einer kleinen Feier eröffnet, rooxu nickt nur sämtliche Schüler und Lehrer der Anstalt, sondern auch der Aufsichtsrat vollzählig erschienen waren. Geh. Iustizrat Römheld, der Vorsitzende des Aufsichtsrats, begrüßte die Erschie­nenen und hielt eine warme Ansprache an Lehrer und Schüler. Die Gewerbeschule umfaßt drei Klas­sen und 67 Schüler, die höchste Zahl, die der Be­such der Schule in den 35 Jahren ihres bisherigen Bestehens aufzuweisen hat. Die Schuler stammen fast sämtlich aus Oberhessen. Der Unterricht wird täglich vormittags und nachmittags erteilt, die Un­terrichtszeit ist so gelegt, daß die meisten Schüler zur Her- und Heimreise die Bahn benützen können. Die mit der Gewerbeschule verbundene gewerb­liche Fortbildungsschule umfaßt sieben Klassen mit beinahe 200 Schülern. Außerdem sind der hiesigen Gewerbeschule noch die gewerblichen Fortbildungsschulen in Schotten, Hungen, Saubad), Echzell und Reichelsheim i. d. W. angegliedert, an denen der Fachunterricht von den hiesigen Ge­werbelehrern erteilt wird. Durch die Ernennung des seitherigen Gewerbelehrers Vitt zum Rektor der Schule war eine Gewerbelehrerstelle erledigt. Diese ist dem durch Abbau in den einstweiligen Ruhestand getretenen Bahnmeister Jahn von hier übertragen worden, der heute seinen Dienst über­nommen hat. Das Lehrerporsonal besteht nunmehr außer dem Rektor noch aus fünf Gewerbelehrern unö einem hauptamtlichen Fortbildungsschullehrer.

)( Ortenherg, 2. Rov. Rachdem am Samstag die neue Glocke eingetroffen war, wurde sie gestern in festlichem Zug eingeholt und vom Bahnhof nach der Kirche geleitet, stlm 4 Llhr eröffneten am Bahnhof die Klängp der Stockheimer Musikkapelle die Feier. Rach einem Ehor der Kinder unter Leitung von Lehrer Roß entbot Pfarrer Kahn der neuen Glocke den Willkommgruß der Gemeinde, erinnerte an die Ab'ie'erung der alten Glocke und dankte den Orlenberger Vereinen, die mit ihren Fahnen erschienen waren, den Behörden und der sehr zahlreich versammelten Gemeinde für ihr Er­scheinen. Unter Vorantritt der Musik und der Schulkinder mit ihren Lehrern setzte sich dann der Dierspännerwagen mit der durch Tannen- gewinde und Blumen geschmückten Glocke in Be­wegung. Es folgten dem Wagen, der ebenfalls ein festliches Gewand trug, S. D. Prinz Ernst zu Stolberg-Roßla, der Kirchenvorstand und die Kirchengemeindevertretung, der Stadt­vorstand, die Vereine mit ihren Fahnen an der Spitze und ein großer Teil der Gemeindeglieder. An der Kirche hielt nach einem Musikvortrag, einem Chor der Schüler und gemeinsamem Ge­sang der Gemeinde der Ortsgeistliche eine An­sprache. Er erinnerte an die Geschichte unserer Glocken, dankte allen Gebern, die die Anschaffung der neuen etwa acht Zentner wiegenden Glocke ermöglicht haben, deutete die Inschriften der alten und neuen Glocke und ihre Ramen Abend- und Weinglocke" und weihte sie gesegnetem Dienste feierlich ein. Ein gemein­samer Choral und ein Standkonzert der Musik­kapelle auf dem Marktplatz beendeten die er­hebende Feier. Die Glocke wurde von der Firma Rinker in Sinn gegossen; ein Glockengießer namens Rinker, sicher ein Vorfahre der jetzigen Weltfirma, hat auch unsere große Glocke nach vorhandener Inschrift auf dieser zu urteilen, in Ortenberg unter der Linden gegossen (1686)., Die feierliche Ingebrauchnahme der neuen Glocke finbet am Sonntag durch einen Festgottesdienft statt.

Zx Bingenheim, 3. Nov. Oberförster B l ti­me n a u , der mehrere Jahre der Forstasiessoren- stelle beim hiesigen Forstamte Vorstand, wurde als Forstmeister in die Oberförsterei Dornberg bei Groß-Gerau versetzt. Nur ungern sah die Beamten- und Bewohnerschaft den allzeit hilfs­bereiten und liebenswürdigen Beamten von hier scheiden.

Kreis Schotten.

Laubach, 3. Nov. Die Kartoffel­ernte, die infolge der nassen Witterung in diesem Jahre ungewöhnlich lange hinausgeschoben werden mußte, ist nunmehr nahezu beendet. Der Erttag ist. im allgemeinen recht befriedigend, viel bester, als man anfänglich annahm. Sehr bewährt haben sich hier die SortenOdenwälder Blaue" und Hei­mat". Die SorteIndustrie" ist dagegen ganz ent­artet: sie ist der Fäulnis stark ausgesetzt. Auch die Dick wurzel ist nahezu geborgen; auch mit ihr kann man im ganzen recht zufrieden sein. Unge­mein häufig treten die Schnecken auf; sie er­weisen sich als recht gefährlich. Auch die Feld­mäuse sind üoch sehr zahlreich. Die fortaefehte warme Witterung hat ihre Vermehrung sehr be­günstigt. Ebenso sind die Schnaken mehr und mehr eine Landplage geworden. Das milde Wetter seht sie wieder in Bewegung. Hier wären allgemeine Vertilgungsmaßregeln sehr am Platze. Es besteht tatsächlich die Gefahr, daß unsere Pro­vinz von den greulichen Plagegeistern so besetzt wird, wie die Gegenden am Rhein. Vor drei Jahr­zehnten kannte man sie kaum tm Vogelsberg. Jetzt sind sie bis zu einer Höhe von 340Ö Meter sckön vorgedrungen. Wenn nichts geschieht, so verliert unser heimatliches Gebirge, das sich als Som­merfrische so gedeihlich entwickelt hat, den Vorzug, alsschnakenfrei*' zu gelten.

Kaul stos, 3. Nov. Der Lehrer Johannes Menge! von hier wurde zum Lehrer an der Volksschule zu Nack, Kreis Alzey, ernannt.

r Kreis Alsfeld.

fr* Alsfeld, 3. Rov. Sladtvor- standssihung. Als erster Punkt der um­fangreichen Tagesordnung der gestrigen Sitzung wurde die Errichtung weiterer Kraft- p v st l i n i e n verhandelt. Es handelte sich dabei um die Linien Alsfeld Ulrichstein- Schotten und AlSfeld Grvh-Felda AlrichsteinRieder-Gemünden. Rach der an der Postverwaltung vorgelegten Berech­nung beläuft sich die Garantiesumme der Ge- nreinden für beide Strecken auf insgesamt 44 000 Mark, d. h. es entfallen auf den Kopf der Be­völkerung 2,30 Mk. Die auf die Stadt Als­feld entfaltende Garantiesumme beträgt 11 721 Mk , die zu übernehmen wäre. Die Ueber- nah me dieser Summe wurde genehmigt. Er­weiterung der Wasserversorgung im Quellengebiet O b erbrei denbach: In dem nach dem Bachgesetz boegefd)riebenen Ver­fahren zur Entschädigung der Triebmarksbesiher, deren Wasserkraft durch die im Quellengebiet zu fassende und abzuleitende städtische Quelle beeinträchtigt wird, fand eine Verhandlung vor dem Kreisausschuß statt, die mit einem Vergleich endigte. Darnach erhalten die beteiligten Müller eine Entschädigung von insgesamt 3024 Mk. Der Vergleich wurde genehmigt. Ein nachträglich an- gemelbeter Entschädigungsanspruch des Müllers Rievlaus Kleemann auf der Steimsmühte wurde abgelehnt. Die Feuerversicherung für das Mobiliar in der Festhalte wurde der Frankfurter Allgemeinen Verficherungsaktien- gesellschaft zum Prämiensätze von 1.75 Mk. pro 1000 Mk. in Höhe von 10 000 Mk. übertragen. Herstellung eines Neudruckes des Ortsbauplans: Der Ortsbauplan der Stadt ist im Laufe der Zeit infolge der vielfachen Ab­änderungen lehr uirubersichtlich geworden. Es wurde daher Die Herstellung eines Neudruckes des gesamten Ortsbauplans auf Grund der neuen Katastervermesfung beschlossen und hierfür ein Kredit bis zu 1200 Mk. bewilligt. Es sollen sechs Abdrücke bestellt werden. älnterhaltung des Hospitalgebäudes: Auf ein Gesuch der Bewohner des Hospitals wegen unzureichen­der Keller- und Speicherräume wurde beschlossen, in dem nächstjährigen Hospitalvoranschlag die Schaffung weiterer Keller- und Speicherräume im Hospitalgebäude vorzusehen. Der Ver­kauf eines Kassenfchrankes, der noch im ,,Deutschen Hause" von der Verkäuferin des Gebäudes bei dem Hebergang an die Stadt im Inventar vorhanden war, an die Dezirkssparkasse 2llsfeld zum Preise von 500 Mk. wurde ge­nehmigt, da die Stadt für den Schrank, es han­delt sich um einen Safe, keine Verwendung bat. Ein Gesuch um Ausbau des Stadt- mauer Weges zwischen der Hersfelder Skraße und dem Fuldertor wurde bis zum nächstjährigen Voranschlag zurückgestellt. Dis dahin soll der

Weg gereinigt und, soweit nwglich, durch D» kiesung in begangbaren Zustand berfe&t werden. Ein weiteres Gesuch der Bewohner der Tilemannschnabelstraße um Her­stellung eines Bürgersteiges soll für den nächsten Voranschlag vorgemerlt wrrden. Heizung derPo st autohalle: Die Stadt hat vertrags­mäßig die Heizung der Wagenhalle für die Post- kraftwagen zu tragen. Alm ein Einfrieren der Motore im Winter zu verhüten, wurde beschlos­sen, zur Heizung der Kühlhauben der Motore vier Stück Frosttrotz Elheiko" bei einer Berliner Firma zum Preise von 16,50 Mk. das Stück zu bestellen. Für die Zeppelin-Gckener- SPen de wurde ein Beitrag von 100 Mk. be* willigt. Wochenendtagung der Reichszentralstelle fürHeirnatdien st Lanoeasbteilung Hessen: Für diese Veranstaltung, die tm Laufe des Winters wieder vorgesehen ist mit mehreren staatsbürgerlichen Bildungsvorträ­gen hervorragender Dozenten, wurde ein Beitrag von 50 Mk. bewilligt. Der Kreis Alsfeld hat dazu einen Beitrag von 25 Mk. gewährt. Alnter Mitteilungen am Schlüsse der öffent­lichen Sitzung gab der Vorsitzende das Ergebnis einer in Frankfurt kürzlich abgehaltenen Be­sprechung der Gemeinden mit gewerblichen Lehr­anstalten über die Verteilung bVr Kosten für die Gewerbes chulen bekannt. Außerhalb der Tagesordnung wurde noch, der Ankauf und Lllntausch eines Pferdes für den städtischen Fuhrpark genehmigt.

!! Rieder-Ohmen, 3. Roo. Zur Ge­rn e ind e r a t s w ah l sind hier fünf Wahl- Vorschläge aufgestellt worden. Hier ist jetzt die Mäuseplage außerordentlich emp- sindlich geworden. Zur Bekämpfung der Schäd­linge müssen noch energische Maßnahmen er­griffen werden. Die Winteraussaat wird auch hier von den Schnecken stark heimgesucht. Be­sonders in Wiesen und Kleeäckern ist der Schaden sehr groß.

Preußen.

Kreis Wetzlar.

Wetzlar, 3. Nov. An den Straßen! reu« jungen unserer Stadt sind nunmehr die neuen Verkehrsschilder fast vollzählig angebracht. Man muß zugestehen, daß bei ihrem Entwurf äü guter Geschmack witgcwirkt hat, wenn auch hier und da ein kleinerer Umfang genügend gewesen wäre. Ihre Farbe, schwarze Schrift auf gelbem Unter» gründ, wirkt auf das Auge angenehm, ist leicht sichtbar und gut zu lesen. Auf einem kleineren Schild am Eingänge zur Haarbachstraße steht außer­dem zu lesen:Zu den Goethestätten". Hiermtt ist wohl in erster Linie der Goethebrunnen ge­meint. Dieser befindet sich aber in einem so her» unternommenen Zustande, daß er heute feine angenehme Erinnerungsstätte mehr an den großen Dichter und auch keine Empfehlung für die sonst so idyllisch schön liegende Stadt bildet. Auch die Anlagen um dem Dom und derKleine Friedhof" machen einen äußerst schlechten Eindruck auf den Fremden. Seitdem man den Schildbürgerstreich gemacht hat, das schone Krieger­denkmal auf demKleinen Friedhofs abzureißen, befindet sich dort nur eine große Stetnwüste, und das noch direkt an der schönsten Stelle der Dom- Umgebung. Hier einzugreifen wäre eine dankbare Aufgabe unseres neuen V e r k e h r s v e r e i n s, denn bis auf dem Gtadtbauamt die Pläne für eine würdige Ausgestaltung unserer alten historischen Stätten ausgearbeitet worden sind, wird bei seiner starken Inanspruchnahme doch noch einige Zeit ver­gehen. Durch den Brand der M o s e r s ch e u MühleinWeilburgtst auch die hiesige Firma L e i ß, Optische Werke, st a r t betroffen worden. Moser hatte bekanntlich in seiner Mühle eine größere Schreinerei errichtet und arbeitete hierin fast aus­schließlich fiir die Firma Leitz, der auch die wert­vollen Maschinen gehörten. Durch das Feuer sind diese fast vollständig vernichtet wor­den. Der Schaden, den die Firma hierdurch erleidet, ist erheblich.

Dillkreis.

WSR. Dillenburg, 3. Rov. Die Hoch- ofenschwemmsteinfabrik G. in. b. H. in Oberscheld wird wegen Absatzschwierigkeiten am Mittwoch, 4. Rovember, auf vorläufig un- bsstimmte Zeit die Arbeit einstellen. An einer abschüssigen Stelle in der Räße von Manderbach wurde gestern ein älterer Arbeiter von einem Radfahrer von hinten angefahren. Er stürzte und erlitt außer­ordentlich schwere Verletzungen. We­nige Minuten darauf stürzte ein anderer Radfahrer an derselben Stelle und wurde leicht verletzt.

Rundfunk-Programm

deS Frankfurter Senders.

(Aus derRadio-Umschau".)

Donnerstag, 5. Rovember.

3,30 bis 4 11 br: Die Stunde der Jugend. 4,30 bis 6 älhr: Rachmittagskonzert des Aus- orchesters, neue Tanzschlager. 6 bis 6,30 illyr: Die Lesestunde, aus dem Buch: Unter Indianern Südamerikas, von Prof. Dr. M. Schmidt-Berlin. 6,30 bis 7 ilfjx: Aus der Entwicklungsgeschichte der Frankfurter Industrie. Vortrag von Dipl.- Jng. Weihe. 7 bis 7,30 llftr: Die Wirtschasts- theorien vom Merkantilismus bis zur Gegen­wart, Vortrag von Diplom-Handelslehrer E. Beyer. 7.30 bis 8iUjr: Funkhochschule, Vortrag von Pfarrer Taesler: Goethes erotische Welt­anschauungsgedichte. 8,30 Uhr: Heiterer Abend.

«Sier- - Nudeln,

Balt bei VeHcbleimung, Duften, hetferheit, ffcye echte Sodener stets bereit*