Ausgabe 
4.9.1925
 
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Zrellag, 4. September 1925

115. Jahrgang

Blatt

Die Shenandoah zerstört

ietcn Ove-

1 g dieser Frage ihrem ganzen gewn'ten

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(TU.) Nach Schluß hat der Vorsitzende

der der

Heuest. Rachr." melden, haben Industrie Sachsens infolge von heute TellltreikS eingesetzt. Es 2200 Arbeiter, in der Haupt-

Wüe die ,Leipz. in der chemischen Lohnstreitigkeiten streiken ungefähr

Berlin, 3. Sept. Stockholmer Konferenz deutschen Delegation an der Konferenz folgendes

den Fortsetzungsausschuh Schreiben gerichtet:Die Stockholm nicht verlassen.

fache in Leipzig. Eine baldige Beilegung des Streiks erscheint nidjt ausgeschlossen, da die Der- hMchlungsmöglichkeiten noch nicht erschöpft sind.

wies dann die türkische Beschwerde Aurüd, wo> bei er die von der Türkei beanstand.

evangelische Kirchenbund werde sich durch amtliche Vertreter an der Weltkonferenz beteiligen, wurde in anderen Kirchen weiterhin erwartet und in einer geradezu ergreifenden Weise zum Ausdruck ge­bracht, daß von uns in Stockholm eine Frage auf- aerollt werden müßte, die, io lange sie nicht inner

zuführen.

Die Entscheidung darüber muß vielmehr ßon dem (Völkerbund gefällt werden. Fro- m a g e 0 t erklärte hierzu, keine Ermächtigung zu gaben, über diesen Dorschlag namens seiner "Regierung, die allein dafür zuständig ist, einen Beschluß zu fassen oder anzunehmen.

Der Berichterstatter befaßt sich sodann mit den voraussichtlichen Wirkungen des Palies auf die französisch-belgische Militär­konvention und erklärt: Der Pakt wird einerseits den Easus Föderis klarer bestimmen, als dies in der Konvention geschehen ist: an­dererseits aber muh der Pakt, da er zwei­seitig ist, unvermeidlich zu einer wesentlichen Abänderung, wenn nicht gar zur Auf­hebung vergegenwärtigen Verein­barungen. die zwischen dem französischen und belgischen Generalstab getroffen worden find, beitragen. Gestern abend hat man die Hoff­nung gehegt, daß man ein genügendes Maß von Hebcrelnftimmung bis morgen oder Sams­tag erreichen wird, so daß sich die Sachverstän­digen bis Wochenende nach Genf begeben könnten.

Das deutsche Eigentum in Australien.

Berlin. 3. Sept (TU.) Die australische Regierung gibt bekannt. baß sie in Aufhebung des ihr unter 2Irtifel 297 des Versailler Der- traget zu stehenden Rechtes, die Gesamtheit

deutsche Delegation kann ohne sich einer ernsten Pflicht entledigt zu haben. Als in Deutschland bekannt wurde, der deutsche

Der Kampf um Mossul.

Der englisch.türkische (Segens«» vor dem Völkerbund.

Gens, 3. Sept. (WTB.) Der DölkerbundS- rat trat heute in die Beratung der Mossulfrage ein. Der Andrang zu dieser Sitzung, in der von dem englischen und dem türkischen Vertreter die Bereitwilligkeit zu freundschaftlichen Erörterun­gen über die Regelung der Mossulfrage zmn Ausdruck gebracht wurde, war so stark, daft der große GlaSsaal bv« Generalsekretariat-, in dem ausnahmsweise in diesem Monat die Sitzungen des Rats abgehalten werden sollen, voll besetzt war. Die Derhandlungen stehen unter dem D 0 rsitz BriandS. An Stelle EharnberlainS vertritt der englische Äolonial- minister Amerh ber den Rqtsverhandlungen über die Mossulfrage die englischen Interessen, wahrend Ehamberlain selbst die Derhandlun- gen alS Beobachter verfolgt. Der türkische Außenminister Ruphdi Bey erhebt vor Ein­tritt in die eigentlichen Derhandlungen Ein­spruch gegen die Fortsetzung vereng- lischen Truppenbewegungen an der so­genannten Brüsseler Linie im Mossulgebiet, die entsprechend den Bestimmungen deS DölkerbundS- rats in seiner außerordentlichen Tagung im März 1924 in Brüssel von beiden Mächten nicht verletzt werden sollten. Ruphdi Bey verlangt, daß der Rat Maßnahmen ergreifen soll, durch die jede militärische Operation der Land-, See- und Luftstreitkräfte an der Brüsseler Linie ein­gestellt werden müßte.

Amery

Beobachtungen heranziehen. Der Leiter des Amtes I für das Marinelustschifswesen. Konteradmiral Mos- fet. weist darauf hin. daß die Marine weiter be­müht sein werde, eine Luftschifs-Flotte zu schaffen. Das zerstörte Luftschiff sei i n s e in e r K 0 n st ru k- kion durchaus zuverlässig gewesen. Bei seinen zahlreichen Flügen habe sich das Luftschiff als gut erwiesen. Auch der Erbauer des Luftschiffes vertritt die Auffasiung, daß das Unglück nicht auf einen Konstruktionsfehler. zurückzuführen fei. Die Führung derShenandoah" habe während der Fahrt I ebenfalls keine Fehler begangen.

vr. Eckener über die mutmaß­lichen Ursachen des Unglücks.

Berlin. 4. Sept. Dr. Eckener äußerte sich einem Mitarbeiter des .Berliner Lokcttanzei- gers" gegenüber eingehend über die mutmaß­liche Ursache der amerikanischen Luftschiff- katastrophe. Dr. Eckener betonte zunächst, daß cs unmöglich fei, sich auf Grund der bisher vorliegenden lückenhaften Rachrichten ein .Urteil über den Verlauf der Unglücksfahrt zu bllden. I Es erscheint mir aber nicht wahrscheinlich, daß die .Shenandoah" in der Luft entzwei gebrochen fein soll. Ein derartiger Fall ist erst ein einzigeSmal in der Geschichte der Luft­fahrt zu verzeichnen, und zwar bei dem eng­lischen _R 33". dem im August 1921 während einer Sturmfahrt über Hüll das Achtertell ab- brach Damals wurde aber festgestellt, daß die Konstruktion für die Geschwindigkeit des Schiffes zu schwach war Dieser Fehler lag bei der .Shenandoah" bestimmt nicht vor. 3bre I .Konstruktion war im Gegenteil ausgezeich- n c t Ich möchte daher annehmen, daß das Schiff beim Landen von einer t> c r t i - fal en Böe erfaßt und auf den Boden geschmettert worden ist. Dabei ist es wahr­scheinlich in zwei Teile zerbrochen, die dann noch einmal kurz hochgerissen wurden. Dr. E-ckener führte weiter aus. daß die .Shenandoah" schon einen Unfall hinter sich habe, bei dem sie ihre Lufttüchtigkeit selbst bei schwerstem Wetter bewiesen habe: ihre Sturm- fahrt nach dem Losreißen vom Ankermast. Seit jener Zeit aber feien ihre damals noch etwas schwachen wtabllisierungsflächen verstärkt worden.

Dr. Eckener wies dann noch daraufhin, daß inan das verunglückte Luftschiff nicht alsSchwe- sterfchiff deS Z. R. 3 (Los Angelos) bezeich­nen könne. Das Schiff, das in Amerika erbaut sei. sei um 3000 Kubikmeter kleiner als das deutsche und mit fünf amerikanischen Motoren ausgerüstet, während Z. R. 3 fünf Maybachmotoren habe Dr. Eckener gab seinem lebhaften Bedauern über das Unglück Aus­druck. Gerade die Besatzung dieses Luft­schiffes habe des öfteren Proben ihres Wagemuts und ihrer Geschicklichkeit abgelegt, so erst vor kurzem bei der Ueberquerung deS amerikanischen Kontinents, .vom Atlantischen zum Großen Ozean. Dr. Eckener hatte die Rach- richt von dem Unfall derShenandoah" bereits im Lause des Rachmittags erhalten und alsbald das folgende Telegramm an den amerikani­schen Staatssekretär Wilbur gesandt: ..Ties bewegt durch die Rachrichten über den Unfall der ..Shenandoah" drücke ich Ihnen und der amerikanischen Marine meine herzlich st e Teilnahme aus."

des Eigentums, der Rechte und der Inter­essen deutscher Staatsangehöriger im Gebiete der australischen Dominions zurückbehal- ten und liquidieren werde, sofern die be­treffenden Deutschen ihren Wohnsitz außer­halb Australiens haben. Der Standpunkt der britischen Regierung, solchen Personen, die in bedrängter Lage sind. Geldbeträge zurück­zuerstatten, ist von der australischen Regie rung nicht angenommen worden. Die Reu - seeländische Regierung hat in beschränk­tem Umfange eine Freiga be des deut­schen Eigentums zugelassen. Sie stehl auf dem Standpunkt, daß sie eine Freigabe der in Samoa beschlagnahmten deutschen Vermögens- werte nicht aussprechen kann, da die Reusee­ländische Regierung dem Dölkerbund Ab»' rechnung für Samoa geben müsse.

Die Stockholmer Delegierten zur striegsfchuldftäge.

rationell zwar zugab. aber jede Derletzung der Brüsseler Linie unter genauer Darlegung der örtlichen Derhältnisse zurückwieS. Auf Grund des neuerlichen Berichts des englischen Gene­ralkommissars im Irak könne er mitteilen daß in der letzten Zeit zwei türkische Posten die Brüsseler Linie tatsächlich verletzt hätten Die Türkei hätte außerdem nachweisbar verschiedene Versuche zur Beunruhigung der Bevölkerung unternommen. ES liege jedoch der englischen Regierung scru, eine für die Derhandlungen ungünstige Atmosphäre zu schassen, weShalb er feierlich erkläre, daß die englische Regierung keinerlei Operationen zur Gefährdung der Ruhe und Ordnung in den Grenzgebieten unternommen habe. Auch die von der Türkei erwähnten Operationen von Flugzeugen stellen in keiner Weise eine Derletzung dieser inter­nationalen Konvention dar. England wolle nicht durch willkürliche Maßnahmen einen Einfluß auf die Entscheidung deS Rats erlangen, der eng­lischen Regierung liege alles daran, in der Mos­sulfrage zu einer freundschaftlichen Regelung mit der Türkei zu gelangen.

Der türkische Außenminister betonte demgegenüber nochmals den türkischen Standpunkt, daß vor dem Eintritt In die eigent­lichen Derhandlungen Maßnahmen zur Sicherung der Brüsseler Linie not­wendig seien. Unter diesem Vorbehalt sei er jedoch damit einverstanden, daß die sreundschastllchen Beratungen der Mossulfrage selbst sofort auf­genommen werde. Don türkischer Sette seien die vorn DöllerbundSrat vorgeschlagenen Maßnah­men genau beobachtet worden. Die türkische Re­gierung werde jede Anregung zur Wiederher­stellung und Auf recht erhaltung von Ruhe und Ordnung in den Grenzgebieten mit dem größten Wohlwollen aufnehmen und prüfen.

Der englische Kolonialminister Amery verlas hierauf eine ausführliche Darlegung deS eng­lischen Standpunktes, daß das Mossulgebiet (ungeteilt bleiben müsse. Es müsse ent­sprechend der vorläufig vom DölkerbundSrat fest­gesetzten Grenzlinie endgültig zum Irak geschlagen werden. Amery wandte sich da­gegen. daß die innere Lage des Irak nicht ge­nügend gefestigt sei und. wie dieMofsulkommissivn

[ es verlange.

der Irak noch 25 Jahre unter dem Mandat des Völkerbundes

bleiben müsse. Er müsse dieser Auffassung sowohl im Namen der englischen Negierung als im Namen der Negierung von Irak widersprechen. Amery vermied ec-, auf die entsprechende Frage, ob Eng- land bereif sei, das Mandat über Irak für weitere 25 Jahre beizubehalten, eine positive Antwort zu geben. England werde alles tun, damit der Irak, sobald nach Ansicht des Völkerbundes feine innere Stabilität gesichert fei, als Mitglied in den Völkerbund ausgenommen werde. Amery erinnerte ferner an den neuesten Beschluß des Varlamentc- von Irak, nach Ablauf der gegenwär­tigen vierjährigen Dertragsperiode das Bünd­nis zwischen Irak und England zu er­neuern. Cs sei von größter Wichtigkeit, daß der lat noch in dieser Session eine Entscheidung in der Mossulfrage treffe. England werde jede Entschei­dung br_- Nates loyal annehmen und ausführen. Eine rasche Entscheidung werde die innere Stabili­tät und die dauernde Sicherheit im Irak in nütz­licher Weife fördern und damit zur Beruhigung des ganzen Orients beitragen

Der türkische Außenminister Tewsik Ley er- I örterte dann die wirtschaftlichen Gründe, die fett I langem die inneren Zusammenhänge zwischen der Türkei und dem Mostulgediet befestigt haben. Wer

I alle diese Gründe müßten den Erwägungen polt- scher Natur untergeordnet werden.

Moffut in der Hand Englands wäre eine Be­drohung der Sicherheit der Türkei und hätte zugleich nachteilige wirtschaftliche Folgen für den ganzen Orient.

halb der gesamten Christenheit geklärt ist, auf unserer Seele lastet und eine ökumenische Husam- menarbcit unsäglich erschwert: Die Frage nach der Schuld am Ausbruch des We11krie- g e s. Die Notwendigkeit einer rückhaltlosen, allgemeinen Äläruma dieser Frage empfinden auch wir in ihrem ganzen gewissen Ernst. Sie ist uns, wie unserem Kirchenvolke, eine Frage vor allem der Wahrheit und

vie Londoner Zuristenkonferenz

London, 4. Sept. (WTB. Funttprmh.) -Lünes" berichtet, die alliierten und der deutsche Außenminister werden sich zur Erwägung de» geplanten SicherheitSpakteS in der zwei­ten Hälfte de» September in der Schweiz ober in Rorditalieu treffen. UUa totro in bet Wahl deS KonferenzorteS Mussolini entgegenkommen, ber angesichts lei­net dielen Verpflichtungen sich nicht weit unb nut für ganz kurze Zeit von Rom entfernen kann. Die Ergebnisse ber Juristen- konferenz werden bei ber Zusammenkunft der Minister dorgelegt werden. Man erwartet, daß die Juristen ihre Hauptarbeit heute dollen- bet haben werden, aber eS sei möglich, daß fte ihren Aufenthalt über daS Wochenende hin­aus ausdehnen werden, um noch die rechtlichen Setten gewisser politischer Fragen zu erörtern. Außer ihren täglichen Zusammenkünsten im Foreign Office haben die Sachverständigen auch private Besprechungen von großer Wich­tigkeit gehabt. DaS Hauptergebnis aller Ver­handlungen ist, daß die deutsche Regie­rung nunmehr in den Besitz aller In­formationen über d ie Haltung der Alliierten in der Frage de« geplanten SicherheitSpakteS kommt. ES ist nicht erwartet worden, daß volle Uebereinstimmung über alle Punkte erzielt werden würde, aber die Bespre­chungen haben dazu beigetragen, die Fragen auf wenige wesentliche Punkte zu beschränken, die jetzt mit absoluter juristischer Prä- zision formuliert worben sind.

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b e r Gerechtigkeit. Dennoch haben wir ein­mütig davon Abstand genommen, sie während der Tagung selbst, aufzurollen. Eine eingehende Be­handlung dieser Frage auf der mit so vielen an- deren Aufgaben bereits überreich beschäftigten Kon­ferenz war ja technisch völlig unmöglich. Ein bloßer formeller Protest gegen die Aus. bürdung der Schuld am Kriege für Deutschland war überflüssig und alle Welt weiß, daß das deutsche Volk diese Aufbürdung mit Entschie- d e n h e i t abgelehnt und daß wir in zahl- reichen christlichen Ländern durch namhafte For- scher Zustimmung zu dieser Ablehnung in wachsendem Maße gefunden haben. Ein bloßer Protest hätte zudem, die von dem ernsten Willen der Delegierten aller Länder getragene Einmütig- feit der Konferenz und ihr hohes Werk zerstören können. Die deutsche Delegation bittet den Fort- setzungsousschuß. diese ihre Stellungnahme und ihre Motive, gleichzeitig aber auch den Ausdruck ihrer ernsten christlichen, von der Zustimmung des ge­samten evangelischen Deutschlands getragene Heber- zeugung zur Kenntnis nehmen zu wollen, daß eine Klärung der Schuldfrage eine moralische Aufgabe e r ft e n Nanges ist, die um ihrer selbst willen, aber auch im Hinweis ganz besonders auf die günstige ökumenische Zu- fammenarbeit der Kirchen als unabweiskich und dringend erscheint

Der Präsident der deutschen Delegation, gez.: Dr. Kappler."

Teilstreik in der

chemischen Industrie Sachsens.

Leipzig. 4. Sept (WTD. Funkspruch.)

Ut. 20Z Erster

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Reuy 0 rk, 3. Sept. (Tel. Un.) Vas ju einem großen Ueberlaabflag über elf Staaten aufgestie­gene amerikanische .ZeppelinlustschiffSljtnan- d 0 ah" ist während eines Gewittcrsturrnes sechs Meilen östlich von tambribge Im Staate Ohio zer­stört worden. Rach den meisten hier vorliegenden Meldungen wurden von der 42 Mann starken Be­satzung 15 getötet und 22 verletzt, lieber die Vor­gänge, die zu dem Unfall des Lustschises führten, lauten die Nachrichten verschieden. Rach Berichten von Augenzeugen hatte dieSenandoah" etwa ; Stunden über der Stadt Cambridge gekreuzt, als sich mit einemmal zeigte, daß die Besatzung die Gewalt über das Schiff verloren hatte. Es erhob sich ein wind, der sich rasch zn einem Sturm steigerte. VieShenandoah" legte sich zur Seite und wurde von dem Sturm in süd - sicher Richtung abgetrieben.

Ls scheint in dieser höhe von 200 Meter In eine jener Sturmböen geraten zu sein, die bei den Cuft- sahrern besonders gefürchtet sind. Durch die Gewalt des Sturmes wurde das Luftschiff dann gegen den Boden gedrückt. Ls landete unter großem krachen in einem Kornfeld und wurde hierbei zertrümmert, ohne daß eine Explosion stattsand. Rach anderen Berichten soll das Luftschiff bereits in der Lust ous- einandergerissen und bann in drei Stücken nieder­gegangen fein. An der Spitze des Luftschiffes sah man Mitglieder der Besatzung an Sei­len und einzelne an Teilen des (Ge­rippes hängen. Rur einer von diesen wurde getötet, als der wind das Sell, an dem er sich seslgehalten hatte, von der Spitze des Luftschiffes losrih. Sein Leichnam landete in einer Hecke. Die Leichen anderer bei dem Unglück Getöteter landeten in Gärten und im Kornfeld. Der unverletzt geblie­bene Teil der Besatzung erhielt den Befehl, die be- ! schädigten Teile des Lustschistes an den lauen I s e st z u h a 11 en. Als jedoch der Sturm die lieber- reite des Schiffes samt der Besatzung sortzu- reißen drohte, gab der Führer die (Erlaubnis, die Taue loszulassen, woraus der Sturm das Luft­schiff entführte Vas Hintere Lnde des Luft- schiffes kam später in Ada nieder.

Unter den Opfern des Luftschiffes befinden sich auch der Kommandant des Schiffes, Leutnant Lansdowne, einer der ersten Pioniere des amerikanischen Flugwesens, und der Lhef-Radio- maschinisi Schnitzer.

DieShenandoah".

N e » n 0 r k, 3. Sept. (Kabeldienst der TU.) Das LuftschiffSbenanbooh" war 224 Meter lang, lein Durchmesser betrug 32,5 Meter im Maximum. DieShenandoah" enthielt 19 Gaszellen mit einem Rauminhalt von 63 450 Kubikmter. Ihre Kraftan­lagen bestanden aus 6 dreihundert-?. 8.-Packard"- Maschinen. Die Höchstgeschwindigkeit des Schiffes betrug 96,5 Stundenkilometer.

Eine Erklärung des Staalssekretars des Marine- Departements.

Neu y o rk, 4. Sept. (T.U. Funkjpruch.) Der Staatssekretär des Marinedepartements, Wild u r, I gab eine Erklärung ab, nach der das Luftschiff Ixi0 5 Angeles" nicht an Stelle des zer­störten LuftschiffesShenandoah" verwandt werden wird, da es sich nicht für ausschließlich militärische Zwecke eigne. Man werde jedoch dieLos Angeles" auch zu rnilitanschen

Während Daily Rews hervorhebt, daß man gemeinsam beschlossen habe, f c i n c Mit­teilungen über den Deriauf der Iuristcnlonsc- renz zu veröffentlichen und nur ein gutes Fori- J schreiten der Erörterungen zu melden weiß, 1 schreibt der diplomatische Berichterstatter des | zuerst alten, ist von der australischen Regie­rungen waren, wie verlautet, sehr ver­wickelt und bezogen sich auf technische Fra­gen. Während aller Beratungen bat jedoch eine follcgxalc Stimmung geherrscht. Selbst zwischen dem deutschen und dem französischenVertreter hat sich der Geilt gegenfettiger Rnpasfungen gezeigt. Gauß hat hartnäckig seinen Stand­punkt vertreten, wenn er die lleberzeugung hatte, daß ber Wortlaut ober die Grundsätze des Paktes ober seiner Anhänge nicht genügend den Grundsatz der G e g e n s e i t i g l e i t. der chm und der deutschen Regierung am Herzen liegt, entsprachen

Gauß fühlte sich auch gezwungen, der öf­fentlichen Meinung in Deutschland und den Daily Telegraph: .Die gestrigen Grörie-

Teile ber öffentlichen Meinung in Deutsch- land auch weiterhin klammen, Rechnung zu tragen.

Die Sachverständigen haben sicb mit Einzelheiten, wie z. B. dem Charakter der Schiedsgerichts­instanzen und ähnlicher Ausschüsse beschäftigt, die zu Rate gezogen werden müssen, der Völker­bund oder der neue Haager Gerichtshof ober ad hoc zu berufende Gerichtshöfe. Einfacher und vielleicht von noch größerer Bedeutung ist die Gestaltung des Rheinlandpaktes selbst. In dieser Hin- sicht nähern sich die Ansichten der juristischen Ver­treter der verschiedenen Länder. Obgleich cs Sache der Außenmini st er sein wird, eine endgül­tige Auswahl unter den von den alliierten und deutschen Sachverständigen hinsichtlich gewisser vi- taler Klauseln bei den verschiedenen vorliegenden Lösungsmoglichkeiten zu treffen, nimmt der Korre­spondent doch an, daß Gauß genötigt gewesen ist, auf Derbesserungen im Text zu bringen.

Von größter Bedeutung ist, daß der belgische Sachverständige RoUln der Ansicht hursts bei- pflichlete, daß keine Großmacht, weder Frank­reich noch Großbritannien, das Recht haben soll, für sich selbst über den Tatbestand eines konsllkles, v eines polnisch-deutschen Kon­fliktes eine Entscheidung zu fällen unb auf diese weise den Durchmarsch durch die entmilitari­sierte Rheinlandzone zu gestalten oder durch-

GietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

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