Ausgabe 
4.8.1925
 
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Fräulein Fob.

Roman von Anders E j e.

36. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)

Fob errötete vor Zorn über diese Beleidig gung. Fellips für aber eiskalt fort, sie zu quälen:

..Ein verweintes Gesicht ist an und für sich nicht sehr reizend. Aber die Situation kann verhängnisvoll werden, wenn man Gelegenheit hat. gewisse Vergleiche anzustellen .....

XIV.

Heureka!

Wie der Leser ganz richtig ahnte, währte die Kampfpause auf Warminge nicht besonders lang. Rach einigen Tagen begannen sich die Ereignisse in gesteigertem Tempo zu entwickeln.

Leutnant Vern war am vierten Tage nach Absendung jenes Telegrammes angekommen, das der Bankier als so eilig angesehen hatte, das; Herr Kehler deswegen ebenso hastig wie unwillig eine sehr angenehme Promenade am Meeres- strande abbrechen muhte.

Gabbh. die zielbewuht und gründlich jeden Menschen studierte, der sich innerhalb der Schloß- mauern zeigte, besonders solche, die verdächtig schienen, mit Herrn Fellips aus irgendeinem Grunde in Verbindung zu stehen, unterlieft nicht, auch bezüglich dieses allerletzten Gastes ihre Schlußfolgerungen zu ziehen.

Leutnant Vern war ein Mann von ungefähr dreißig Zähren, mit regelmäßigem, ganz hübschem Gesicht, dessen lebhaftes Minenspiel jedoch einen etwas lasterhaften Zug um den Mund nicht ver­bergen konnte, und mit allzu deutlichen Spuren eines starken Lebens. Die Augen waren leicht­sinnig und unverläßlich. Als Gesellschaftsmensch war er ganz angenehm, in Fellips' Anwesenheit aber unterwürfig wie ein Hund. Aus seinem Verhältnis zum Prinzipal konnte er kein Ge­heimnis machen.

Wissen Sie, was er hier eigentlich zu tun hat?" fragte Gabbh eines Tages Herrn Kehler, ich kann doch nicht annehmen, daß der Edel­

mut des Bankiers, an Berns Erholungsbedürftig- leit zu denken, der ausschließliche Grund wäre."

Der Hund hat in der Rähe seines Herrn zu sein", murmelte Kehler.

Eines Tages machte Gabbh zu früher Stunde und allein einen Morgenspaziergang in der be­stimmten Absicht. Milltorp zu treffen. Während sie den ihr nun wohlbekannten und denkwürdigen Waldweg ging, flogen ihre Gedanken wie Falken auf der Jagd, doch bald begannen sie sich zu klären und zu konzentrieren. Gabbh Dulcroft liebte es nicht, ihre Pläne auf losen Hypothesen aufzubauen. Jetzt konnte sie ihre Pläne gottlob schon in etwas festerer Form schmieden. 3n den letzten Tagen hatte sich allerlei zugetragen. An gefügigen Werkzeugen mangelte es ihr nicht. Kehler, der sich immer mehr zu seinem Vorteil veränderte, hatte sie ganz und gar in ihrem Garn. Er war für sie zu allem bereit, konstatierte sie lächelnd und dachte dabei an allerlei. Dieses Werkzeug würde sie gewiß nicht unbenützt lassen. Zu Fellips verhielt sie sich auf eine Weise, daß er sich vermutlich über sie nicht im Klaren war und nicht wußte, was er eigentlich glauben sollte. Und es war ihre Absicht, ihn mit Hilfe der Vorsehung in ständiger Angewißheit zu halten.

Gabby ging mit raschen Schritten durch den morgenkühlen, harzduftenden Wald. Es galt jetzt, mit Milltorp ein förmliches Angriffsbündnis zu schließen. Der Boden war so gut vorbereitet, daß man wohl auf keine weiteren Schwierig­keiten mehr stoßen würde. Dann mußten die Alliierten in Verbindung mit der Exzellenz kommen, was wahrscheinlich nicht so leicht sein dürfte.

Vor allem war es aber nötig, die Karten gut zu mischen, denn der Bankier war kein zu verachtender Gegenspieler. Gabbh unterschätzte ihn keineswegs, wenn sie es auch für gut be­funden hatte, über ihn zu Fob mit größerer Geringschätzigkeit zu sprechen, als dessen Ver­schlagenheit verdiente.

Die Hauptsache blieb schließlich, Fob von Warminge wegzubringen. Es war sehr wahr­scheinlich, daß sie selbst sich einem solchen Vor­

schlag auf das heftigste widersehen würde. 3n einem solchen Fall mußte der Bund der Ver­schwörer dann eben Maßnahmen zu einer Ent­führung gegen ihren Willen treffen. Solange sie hier blieb, würde sie ein willenloses Opfer der suggestiven Macht Fellips' sein. Fob hatte sich nicht nur durch eine Menge gewiß sehr trauriger Ereignisse auf das Aeußerste deprimieren lassen, sondern war auch das Opfer einer ganz hysteri­schen Aeberschähung von Fellips' Macht ge­worden. Aeberdachle man die Sache nüchtern, so konnte man ja nicht annehmen, daß er dieses gefälschte Papier gegen seinen eigenen Schwieger­vater benützen werde. Auf jeden Fall konnte man sich ruhig darauf verlassen, daß er dies erst in allerhöchster Bedrängnis tun würde.

Gabby mußte ihre Kombinationen auf einen Augenblick unterbrechen. Vorne, wo sich der Weg bog, wurde eine männliche Gestalt sicht­bar. War es Milltorp? Rein, jetzt erkannte ihn Gabby, es war Herr Lynn, der Waldhüter des Bankdirektors. Er ging an ihr vorbei

Der Kerl sieht entsetzlich verschlagen aus, dachte Gabby, ohne ihm übrigens weitere Auf­merksamkeit zu schenken.

Bei der nächsten Wegkreuzung wandte er sichern und verschwand dann rasch in die Büsche. Das Manöver erregte Gabbys Erstaunen, sie konnte aber nicht lange darüber nachdenken, denn gleich darauf zeigte sich Milltorp. Er grüßte mit einer Herzlichkeit, die seine Freude über die Begegnung verriet.

Guten Morgen, Herr Milltorp," gab Gabby den Gruß zurück,ich muß Ihnen offen gestehen, daß ich mich eigens auf diesen Stein fetzte, um auf Sie zu warten."

Milltorp wollte etwas Liebenswürdiges zur Antwort geben, aber Gabby ließ ihm keine Zeit und fuhr fort:

Sagen Sie, wohin sollen wir gehen, um ganz ungestört miteinander sprechen zu können?"

Sie fürchten sich wohl vor Spionen," lachte Milltorp.

Hier traue ich keinem Menschen."

Gestatten Sie mir zu antworten, daß Sie von ungewöhnlicher Klugheit sind," sagte Mill­

torp mit einer Bewunderung, die er sich nicht SU verbergen mühte.Ich glaube auf alle Fälle einen Platz zu wissen, wo wir vollständig Ruhe haben, wenn Sie nicht an Schwindel leiden." Milltorp zeigte dorthin, woher er gekommen war, und Gaoby folgte ihm den V)eg, den er nun einschlug. Er war nicht bequem, denn er ging ununterbrochen aufwärts, durch Sumpf und über Gestein, aber dies konnte der Absicht, in der fte hierhergekommen war, ja nur nützlich sein.

, AI der Spitze des höchsten Hügels, den es auf Mtlltorps Besitztum gab, stand eine uralte, rtefxge Eiche. 3n deren Krone hatte er ein Rest gebaut, er nannte es das Adlernest A ,®Drt oben herrschte vollkommene Stille. Vom Adlernest aus hatte man eine meilenweite Aus­sicht auf die Umgebung. Herrliche Bilder brei­teten sich nach allen Seiten aus: der rauschende, dunkle Wald, die wogenden goldgelben Felder das weifte Band der Wege, der Strand un^' die Duchten, des Meeres unendliche Weite

Gabbh erklärte, daß sie nicht schwindelig sei Also kletterten beide hinauf, nicht ohne Schwierigkeiten. Ziemlich eng war es droben, aber man glaubte wenigstens sicher zu fein.

Gabby machte keine langen Einleitungen. Sie ging gerade auf die Sache los, und legte Milltorp ohne Umschweife ihren Plan dar. Der hatte drei Hauptmomente: erstens, Fob zu ent­führen, und von Fellips' Einfluß zu befreien, zweitens, sich des kompromittierendeTr- Papieres zu bemächtigen und drittens, Fob mit ihrem Vater zusammenzubringen.

Billigte Milltorp den Plan?

Liebes Fräulein Dulcroft," antwortete er, »lassen Sie mich vor allem sagen, daß ich mich durch 3hr großes Vertrauen ungemein ge­schmeichelt und geehrt fühle. Und ich wage zu hoffen, daß Sie es mir nicht vergeblich schenken. Wenn ich auch der ganzen Sache nicht so nahe stand, so konnte ich doch allerlei zwischen den Zeilen lesen. Aber Sie können sich wohl denken daß ich über 3hre Enthüllungen, die mich ziemlich unvorbereitet treffen, ein wenig ver­blüfft bin."

(Fortsetzung folgt.)

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