Briands AntWorL an England.
Paris, 4. Juni. (TU.) Wie die Margen- blätter melden, hat B r i a n d gestern mit Ber- t h e l e t und L a r o ch e an der Abfassung der 'Jlote gearbeitet, die wahrscheinlich heute abend als Antwort auf das britische Garantiepaktmemorandum nach London abgehen wird. Trotz der Zusammenkunft mit Chamberlain in Genf beabsichtigt Briand, das betreffende Memorandum so ausführlich wie möglich zu beantworten. Die Antwortnote wird besonders ausführen, weshalb Frankreich in feinem Antwortentwurf auf das deutsche Angebot betont, daß Schiedsgerichtsverträge auf keinen Fall die territorialen Vertragsbestimmungen zum Gegenstand haben dürfen.
Die Lage in Französisch-Marokko.
Paris, 3. Juni. (WTB.) Die in Rabat veröffentlichten offiziellen Nachrichten besagen, daß im Westabschnitt von Französisch-Marokko Dissidentenstämme wiederum einen Handstreich wie den vor drei Tagen gemeldeten versucht haben. Sie haben einige Häuser niedergebrannt, mußten sich jedoch vor den französischen Truppen zurllckziehen. Weiter im Osten hat eine energische, mit Unterstützung von Artilleriefeuer durchgeführte Operation der Franzosen eine umfassende Wasser- versorgu na des französischen Postens Beni Derkoul mit Wasser ermöglicht. Französischerseits sind keine Verluste zu verzeichnen. Im mittleren Frontabschnitt ist ein Angriff der Dissidenten gegen die in Gara des Mezziat lagernden französischen Truppen vollständig gescheitert. Jrn westlichen Teil des mittleren Frontabschnittes stellt man eine allgemeine Bewegung unter den feindlichen Abteilungen nach Norden fest. Anscheinend handelt es sich lediglich um eine Umgruppierung der Streitkräfte nach anderen Punkten der Front. Aus dem östlichen Frontabschnitt ist die Lage ruhig. Die Propagandatätigkeit des Feindes unter der Bevölkerung am Rande der Dissidentenzone nimmt zu. Auch sind dort einige feindliche Truppenansammlungen zu verzeichnen.
Französisch-spanisches Zusammenwirken.
Der spanische Botschafter hatte mit dem französischen Außenminister eine Ilntcrrebung, in der vereinbart worden ist, daß die spanische Regierung die Grenzen überwache, um den Waffen- schmuggel zu verhindern. Außerdem werde das Direktorium kein Abkommen mit Abd el Krim treffen, solange er sich mit Frankreich im Kriegszustand befinde.
Der „Matin" meldet ferner aus Madrid, die spanische Regierung habe Abd el Krim ein Ultimatum gestellt, worin der marokkanische Führer aufgefordert wird, sich der Landung spanischer Truppen an der Küste von Alhucemas nicht zu widersetzen. Das Ultimatum läuft in den nächsten Tagen ab, worauf das spanische Geschwader in See stechen wird. Die Landungstruppen sind 18 000 Mann stark. Die Landungsoperationen sollen noch vor dem 15. 3uni bewerkstelligt werden.
Die Kabinettsbildung in Belgien
Brüssel. 3. 3uni. (Havas.) Der ehemalige katholische Minister des Innern P o u 11 e t hat heute nachmittag den Auftrag, die Kabinettsbildung zu übernehmen, angenommen. Er 7 wird versuchen, ein Ministerium zu bilden, das als seine erste Pflicht die Aufrechterhaltung des ■ Gleichgewichts des Bud gets betrachtet und zum Programm eine Reihe demokratischer Reformen haben wird, für die eine starke Mehrheit im Parlament vorhanden ist. Er gedenkt an Persönlichkeiten aller drei politischen Parteien zu appellieren.
Bulgariens Kampf gegen die Anarchie.
Sofia, 4. Juni. (TU.) Die auf Veranlassung des Ministeriums des Innern hier durchgeführte General-Razzia dauerte von 4 Uhr morgens bis 7 Uhr abends. Die Stadt war von Militär und Polizei zerniert. Niemand durfte ohne Ausweis die Straße betreten. Um Uhr früh begannen die Haussuchungen, während deren ausnahmslos das Verlassen der Häuser verboten war. Es wurde eine größere Anzahl von Verhaftungen vorgenommen Unter den Verhafteten befinden sich mehrere seit langem g e- suchte Verschwörer, darunter der Führer der fünfköpfigen Bande, die Mitte April den Anschlag auf den König Borris verübte. Großes Aufsehen erregt die auf Anordnung des Kriegsministers erfolgte Verhaftung des Direktors des Sofioter Striegsarfenals, Braka 1 ow, der beschuldigt wird, mit den Kommunisten in Verbindung gestanden und ihnen Sprengstoffe und anderes Material geliefert zu haben.
Steuerfragen im Reichswirtschaftsrat.
Berlin, 3. 3uni. (WB.) Der Finanzpolitische Ausschuß des Reichswrrt - schaftsrats beschäftigte sich heute mit dem Bericht seines Arbeitsausschusses für die Verbrauchssteuern über den Gesetzentwurf zur Aende- rung von Verbrauchssteuern. Der Ausschuß erkannte die in der Begründung des Gesetzentwurfs von der Reichsregierung gemachte Angabe, daß eine Erhöhung der Steuern mit dem Gesetzentwurf grundsätzlich nicht verbunden sei, nicht an. Bei der Zuckersteuer empfahl der Ausschuß der Regierung die Herabsetzung der Steuern auf 16 Reichsmark für 100 Kilo. Ferner wurde beschlossen, die F ä 11 i g k e i t s t e r m i n e für die Verbrauchssteuern auf den zwanzigsten Tag des Monats zu legen, der auf den Monat folgt, in dem die Steuerschuld entstanden ist. Den übrigen Bestimmungen des Gesetzentwurfs wurde zugestimmt. Darauf behandelte der Ausschuß Die Frage derE rhebung einer Sonder st euer auf die seit 1913 gewachsenen bezw. erhaltenen Vermögen in Verbindung mit der Denkschrift des Reichsfinanzministeriums über den Ausbau der Besteuerung von 3nf(ati= onsgewinnea. Der Ausschuß gelangte nicht zu einem eiheitlichen Gutachten. Ec unterbreitete vielmehr die Ansichten der Mehrheit wie der Minderheit der Deichsregierung
Kunst und Wissenschaft. Tagung ^er Deutschen Gesellschaft für Völkerrecht.
In den wundervollen Räumen der Villa '-berg sand am Mittwochabend die Begrüßung der Deutschen Gesellschaft für Völkerrecht statt, die zu ihrer diesjährigen Jahresver- fammlung in Stuttgart Zusammentritt. Namens der Stadt entbot Oberbürgermeister Dr. Laute n s ch lüg e r den Gästen einen herzlichen Willkommengruß. Es scheine ihm ein gutes Vorzeichen zu sein, als die ersten Gäste in den Räumen, die jahrzehntelang in einer Art Dornröschenschlaf lagen, Männer begrüßen zu dürfen, die danach screden, dem Sinn für Recht und Gerechtigkeit in der Welt wieder Geltung zu verschaffen. Namens der wüttembergischen Staatsregierung und im besonderen Auftrage des Staatspräsidenten hieß Justizminister Dr B e y e r l e die erlesene Gesellschaft der angesehensten Vertreter der juristischen und politischen Wissenschaft und Praxis herzlich willkommen. Die Beschäftigung mit Fragen des Völkerrechts fei schon vor dem Kriege von Nutzen gewesen. Aber was das deutsche Volk nach dem Versailler Vertrage erlebt habe, mache die Beschäftigung mit dem Völkerrecht zu einer Notwendigkeit. Mehr denn je müsse die Erkenntnis wissenschaftlicher Forschung auf dem Gebiete des Völkerrechts in das Wissen und Wollen aller im öffentlichen Leben Tätigen hineinverwoben werden. Der Justizminister schloß mit der Hoffnung, daß aus der völkerrechtlichen Arbeit für des ganzen Deutschlands Zukunft Nutzen erwachsen möge. Jrn Namen des Rektors der Landesunioerfität und der rechts- und wissenschaftlichen Fakultät der Universität Tübingen sprach Professor Dr. H e g l e r Worte des Willkommens und Staats» Minister a. D. Prof. Dr. v. P i ft o r i u s namens der Technischen Hochschule und ihres Rektors. Geheimrat Niemeyer- Hamburg dankte mit warmen Worten sämtlichen Rednern.
DerEvangelisLi-soziaLe Kongreß.
Halle a. d. S., 3. Juni. (WTB.) Die Tagung des Evangelisch-sozialen Kongresses, an der zahlreiche Vertreter von Behörden, Ministerien und auch Gäste aus dem Ausland, der Schweiz, Finnland und aus Philadelphia teilnahmen, ist gestern abend mit einem Gottesdienst und einem Volksabend eingeleitet worden. Heute vormittag begannen die eigentlichen Verhandlungen mit einem Vortrag des Staatspräsidenten H e 11 p a ch über die sesli-sthen Wirkungen der Mechanisierung und Rationalisierung der Jndustrieorbeit. Am Abend sprach Fr!, v. G i e r ck e über die Arbeitsdienstpflicht der weiblichen Jugend.
In einer dazu gefaßten Entschließung heißt es: Der Evangelisch-soziale Kongreß erachtet eine besondere Ausbildung der weiblichen Jugend zum Hausfrauen- und Mutterberuf als eine lebenswichtige Aufgabe des Staates. Er stellt fest, daß die Durchführung einer obligatorischen hauswirtschaft- sichen Vollberufsfchule für alle 14jährigen, aus der Sdwie entlassenen Mädchen der beste Weg zur Er- reicbung dieses Zieles ist.
Mit einem Vortrag Prof. Abderhaltens über bevölkerungspolitische Probleme der Gegenwart finden die Verhandlungen des Kongresses morgen ihren Abschluß.
Neueinstudierung der „Walküre" in Frankfurt. 3m Frankfurter Opernhause geht am Sonntag, den 7. 3uni d. 3s., abends 6 Ahr, in neuer Einstudierung, Inszenierung und technisch völlig neuer Einrichtung Richard Wagners herrliche Bühnenschöpfung „Die Walküre" in Szene. Die musikalische Leitung liegt in Händen von Professor Clemens Krauß, die szenische in denen des Oberspielleiters Dr. Loth Wallerstein. 3m übrigen werden die ersten K.äste des Frankfurter Ensembles an der Aufführung beteiligt sein. Der Kartenvorverkauf hat begonnen. Anfragen an die Kasse des Opernhauses.
Der Wiener Anibersiiätsskandal.
Die Wiener Hochschulen werden in dieser Woche wieder eröffnet werden. Die deutsch- nationalen Studenten haben sich sowohl gegenüber dem Bundeskanzler als auch gegenüber den Rektoren zur Aufrechterhaltung der Ruhe an den Hochschulen verpflichtet.
Aus aller Welt.
Die Vorbereitungen für die
3. Rundflugschleife.
Berlin, 3.Mai. (T.U.) Jrn Tempelhofer Flieger lager herrschte heute vormittag rege Tätigkeit da alle die Maschinen, die am Donners- taginorgen die Dritte Schleifenfahrt antreten wollen, noch größere Vorbereitungen zu treffen haben, namentlich die Motore, die während der ersten beiden Schleifen einigermaßen mitgenommen waren, wurden in vielen Fällen überholt. Voraussichtlich werden von Berlin aus am Donnerstagmorgen etwa 30 Flugzeuge die 1058 Kilometer lange Reife antreten, die über Dessau—Erfurt—Würzburg —Stuttgart— bzw. Karlsruhe—Bamberg und Halle nach Berlin zurückführt. Dem Starter werden sich außer den 26 Maschinen, die die zwei Schleifen völlig durchflogen haben, auch noch wahrscheinlich der kleine „M o h a m m e d" der Fliegergruppe D a r m st a d t und der alte Landmann, die am Mittwochnachmittag starten, um die 2. Schleife nachzuholen, anschließen. Gestern nachmittag kam das Junkerflugzeug Nr. 666 nach Berlin zurück, das wegen eines Defektes in Darmstadt liegen geblieben war. Eine größere Anzahl von Flugzeugen, die die 2 Schleife nicht zu vollenden vermochten, werden sich unterwegs in die 3. Schleife wieder einfchalten, so daß voraussichtlich 35 oder 40 Maschinen nach Berlin zurückkommen werden. Es handelt sich meistens um Kleinflugzeuge, deren Motore den hohen Anforderungen, die der deutsche Rundflug an die Flugzeuge stellt, nicht ganz gerecht wurden. Der Prozest gegen Mngerstein.
Die Staatsanwaltschaft Limburg hat nunmehr gegen den Massenmörder Angerstein die An kl age erhoben. Sie lautet auf vorsätzlichen Mord in acht Fällen und Unterschlagung. Die Verhandlung findet voraussichtlich in der Ende dieses Monats in Limburg beginnenden Schwurgerichtsperiode statt.
Der Start der Amundsen-Alugzeuge.
Die Besatzung des Dampfers „Skals", der, von der Advent-Bay kommend, soeben in Tcomsö I eingetroffen ist, schilderte den Start der 1 Amundsen-Flugzeuge, dem sie beigewohnt
Hai. £>aii(i£ ist der Start zwar gut vonstartcn gegangen, das Eis fing jedoch unter der Last der Flugzeuge an zu brechen, so daß Wasser nach dem Start über dem Eis stand. Die Besatzung hält es für möglich, daß infolge der großen Belastung der Flugzeuge schon Beim Start die Apparate beschädigt worden sind, so daß sie zu einem zweiten Start nicht mehr fähig waren.
Die Sängersahrk des Berliner Lehrergesangvereins.
Der Berliner Lehrergesangverein wurde am Mittwochnachmittag 1 Uhr auf dem Wiesbadener Bahnhof von Vertretern des Wiesbadener Sängerbundes empfangen, der ihn mit dem deutschen Lied von Kaliwoda „Grüß Gott mit Hellem, hohem Klang" begrüßte. Der erste Vorsitzende des Wiesbadener Lehrergesangvereins, Rektor Kroll, hielt eine Ansprache. Der Lehrergesangverein gibt heute abend im Kurhaus sein erstes Konzert.
Die Meisterschaft des Mittelrheinischen Schachbundes.
v>u b:m 5. Kongreß bes Mittelrheinischen Schachbundes, welcher vom 30. Mai bis 3. 3uni in Bad Ems abgehalten wurde, gewann den 1. Preis und die Meisterschaft des Mittelrheinischen Schachbundes der Leiter unserer Schachecke, Herr Wilhelm Orbach, Frankfurt a. Main.
Zusammenstoß zwischen Auto und Hirsch.
Berlin, 3. 3uni. (WTB.) 3n der Rächt vorn 'Dienstag zum Mittwoch kam es auf der Landstraße zwischen Strelitz und Fürstenberg in Mecklenburg durch eine seltsame Ursache zu einem schweren Automobilunglück. Das Automobil des Berliner Kaufmanns Breslauer, in dem sich Breslauer selbst und seine Gattin befanden, fuhr mit großer Geschwindigkeit die Straße entlang, als der Chauffeur plötzlich mitten a u f de r Chaussee einen großen Hirsch bemerkte. Das Tier wurde anscheinend durch Scheinwerferlicht geblendet und rührte sich nicht von der Stelle. Da der Chauffeur nicht rechtzeitig bremsen konnte, kam es zu einem Zusammenstoß zwischen dem Auto und dem Hirsch, der dabei getötet wurde. Das Automobil knickte einen Baum um und wurde in den Chausseegraben geschleudert. Der Chauffeur war sofort t o 1. Breslauer und seine Gattin, die mit Quetschungen davonkamen, wurden nach dem Sanatorium Fürstenberg gebracht. 3hr Zustand ist nicht lebensgefährlich.
Drei Todesopfer durch Wurstvergiftung.
Nach dem Genuß von selbstgemachter W u r st erkrankte vor einigenTagen die Familie des Eigentümers H o l z h ü t e r aus Zarnekow in Pommern. Die fünfköpfige Familie mußte in bas Krankenhaus nach Stargard gebracht werden, wo zunächst die Mutter st a r b und bald darauf der Vater. In der letzten Nacht ist dann auch noch eine Tochter gestorben, so daß insgesamt drei Todesopfer zu beklagen sind. Die beiden letzten Kinder der Familie befinden sich in schwerer Lebensgefahr.
Einbruch in die rumänische Gesandtschaft.
Berlin, 3.3uni. Gestern abend zwischen 8 und 9 Ahr drangen Einbrecher in das Gebäude der rumänischen Gesandtschaft ein und entwendeten dort Wäsche und Bekleidungsstücke. Wertvolle Gegenstände wurden nicht gestohlen. Der Gesandte R a n o weilte um diese Zeit mit seiner Familie im Speisesaal der Gesandtschaft. Der Kriminalpolizei ist es noch nicht gelungen, der Täter habhaft zu werden.
Zwei Kinder in einer Sandgrube verschüttet.
Auf einem unbebauten Grundstück bei Tempel h o f spielten zwei Knaben im Alter von 9 und 12 Jahren an einer Sandböschung. Die Sand- massen begannen plötzlich zu rutschen und verschütteten die beiden Knaben. Der Vater des einen fand einige Stunden später feinen Sohn bis zum Gesicht in Sand eingehüllt, während der andere völlig verschwunden war. Der Knabe gab nur noch schwache Lebenszeichen von sich. Die herbeigerufene Feuerwehr grub die beiden Knaben aus und stellte Wiederbelebungsversuche an, die nur bei einem von Erfolg begleitet waren.
Die Liebestragödie des Marokkaners.
3n der Frühe des 29. Mai wurde in der Rähe der Kaserne die 23jährige Fabrikarbeiterin Amanda Theißinger aus Kaiserslautern er- schossen aufgefunden. Als der Tat verdächtig wurde der französische Kolonialsoldat D e l c a s s e m e festgenommen, der nunmehr vor der zuständigen Besahungsbehörde ein umfassendes Geständnis abgelegt hat. Der Grund der Tat ist Eifersucht. Der MaroKaner hatte mit der Getöteten ein Liebesverhältnis unterhalten, das die Theißinger abzubrechen beabsichtigte.
Nachklänge zum Haarmann-Prozeß.
Das, Oberlandesgericht Celle hat nun auch die Wiederaufnahme des Verfahrens im Falle Hannappel, in dem Grans wegen Beihilfe zum Mord zu 12 Jahren Zuchthaus verurteilt worden war, beschlossen. 3m Falle Wittig, in dem Grans zum Tode verurteilt worden war, war schon früher die Wiederaufnahme des Verfahrens angeordnet worden.
Anwetter in Oberösterreich.
In verschiedenen Gegenden Oberöster- reichs sind neuerlich schwere Gewitter niedergegangen. Durch Blitzschläge sind, soweit bisher bekannt, einige Bauerngüter mit dem Viehbestände und der gesamten Ernte ein« geäschert worden. Der Brandschaden dürste sich insgesamt auf ungefähr eine Milliarde Kronen belaufen.
Schwere Stürme an der schwedischen Küste.
Rach einer Radiomeldung aus Stockholm ist die schwedische Küste von schweren Stürmen heimgesucht. 80 Personen sind ertrunken.
Wettervoraussage.
Winde über Osten nach Süden drehend, heiter, bis halb bedeckt, höchstens östliche Niederschläge, nachts kühler.
Der Kern des Hochdruckgebietes ist langsam herangekommen und wir werden voraussichtlich auch noch morgen mit der Hochdrucklage und schönemWetter zu rechnen haben. Das isländische Tief hat sich aber verstärkt und gewinnt — zunächst noch langsam — an Ausdehnung. Wenn auch bereits in Norddeutschland und von den Britischen Inseln fallender Barometerstand gemeldet wird, so ist doch morgen noch nicht mit ernstlichen Störungen zu rechnen. Der Lauf des Tiefs bleibt ab» zuwarten. I
Aus Stadt und Land.
Gießen, den 4. Juni 1925.x
Der neue Fahrplan.
Bahnhof Gießen.
< Von morgen, 5. Juni, ab gilt für den Bahnhof Gießen folgender neuer Fahrplan:
Ankommende Züge.
Richtung von Frankfurt a. HL:
P. 1.47, P. w. von Friedberg 6.25, P. 8.03, D 8.07, D 8.32, Beschl. P. 10.13, P. 12.24, D 1.02, Eilgüterzug von Friedberg 2.24, P. 3.03, P. 3.30, P. 6.09, P. w. 6.37, D 6.43, P. 7.50, Beschl. P. 9.06, P. 9.53, D 10.13, D 11.30, D 11.40.
Richtung von Kassel:
P. w. von Londorf 5.27, D 5.38, P. 6.24, P. w. von Londorf 7.26, P. w. 7.45, D 7.15, D 7.54, P-, Sonntags,von Londorf 8.11, Beschl. P. 9.26, P. 9.50, P. 12.25, P. 2.21, P. von Londorf 2.37, P. 5.15, D 5.28, P. von Londorf 6.17, Beschl. P. 8.21, P. 8.48, D 9.44, P. von Marburg 10.09.
Richtung von Köln und Hagen:
P. von Dillenburg 6.35, P. von Betzdorf 7.44, P. von Eitorf 9.24, P. von Köln 12.19, D von Hagen 12.58, Beschl. P. von Hagen 3.30, P. von Köln 5.24, P. von Wetzlar 6.38, P. w. ab Betzdorf, ab Köln tagt. 7.33, D von Hagen 9.50, P. von Köln 10.24, Sonntags 10 Min. später.
Richtung von Koblenz:
P. ab Limburg 5.57, P. w. ab Limburg 7.27, P. 9.37, D 12.26, P. täglich, außer dem Werktag vor Sonn» und Feiertag, ab Limburg 2.13, P. am Werktag vor Sonn« und Feiertag 2.28, P. 4.26, P. von Limburg 5.56, P. von Limburg 8.25, P. 9.33, D 11.22.
Richtung von Fulda:
P. w. von Grünberg, Mo. ab Mücke 6.20, P. 7.54, P. 11.57, P. w. 4.26, P. 7.33.
Richtung von Gelnhausen:
P. w. von Hungen 6.25, P. 7.26, P. 9.36, P. ab Hungen 1.21, P. w. 3.10, P. 7.55, P. w. ab Hungen bis 30. 9. täglich 9.52.
Richtung von Grünberg—Lollar.
P. w. von Londorf 5.27, P. w. 7.26, Sonntags ab Londorf 8.11, P. 2.37, P. 6.17
Abfahrende Züge.
Richtung nach Frankfurt a. 7N.:
P. w. 4.05, D 5.42, P. 6.41, D 7.31, D 8.02, Beschl. P. 9.42, P. 9.55, P. 12.32, D 1.06, P. 2.45, Beschl. P. 3.38, D 5.38, P. 5.44, P. 7.39, Beschl. P. 8.31, P. 8.52, D 9.49, D 9.58, P. bis Friedberg 10.30.
Richtung nach Kassel:
P. 1.55, P. w. 5.27, P. nach Londorf 6.13, P. 6.42, D 8.16, P. 8.24, P. Sonntags nach Londorf 9.48, Beschl. P. 10.19, P. 12.32, D 1.12, P. nach Londorf 3.08, P. 3.39, P. 6.20, P. w. nach Londorf 6.45, P. nach Marburg 8.00, P. Sonntags nach Londyrf 8.30, Beschl. P. 9.13, D 10.18, P. bis Niederwalgern 10.43, D 11.41, D 11.49.
Richtung nach Köln und Hagen:
P. w. bis Betzdo^ 5.14, P. bis Köln 6.30, P. w. bis Wetzlar 6.58, D nach Hagen 8.40, P. nach Köln 11.25, Beschl. P. nach Hagen 3.15, P. nach Köln 3.47, P. w. bis Betzdorf 5.33, D nach Dortmund über Hagen 6.51, P. bis Eitorf 8.33, P. bis Dillenburg Sonntags bis Hagen 10.30.
Richtung nach Koblenz:
P. Sonntags 5.14, w. 5.37, D 8.11, Beschl. P. w. 8.52, P. 10.21, P. 12.32, P. 2.00, P. 3.58, D 5.50, P. 6.15, P. bis Limburg 10.20.
Richtung nach Fulda:
Güterzug w. bis Grünberg 6.40, P. 8.16, P. 12.30, P. w. 3.40, P. nur w. außer dem Werk, tag vor Sonn- und Feiertag 5.35, P. w. 6.48, P. 8.03, P. bis Grünberg 10.46.
Richtung nach Gelnhausen:
P. w. 5.31, P. 8.16, P. 1.43, P. w. 4.34, P. w. 5.33, P. 6.42, P. bis Hungen 10.43.
Richtung nach Lollar—Grünberg:
P. w. 6.13, P. nur Sonntags 9.48, P. 3.08, P. w. 6.45, P. nur Sonntags (bis Londorf) 8.30.
*
Im übrigen verweisen wir unsere Leser auf den ausführlicheren Fahrplan-Abdruck auf Seite 3, 2. Blatt, dieser Nummer.
Blumenschmuckwettbewerb.
Der Verkehrsverein Gießen hat bereits vor dem Kriege durch die Veranstaltung von Blumenschmuck-Wettbewerben die Anlegung von Blumenschmuck in Vorgärten, an Fenstern und Balkons angeregt und dadurch wesentlich zur Verschönerung unserer Stadt bei» getragen. Mit dem Ausbruch des Krieges wurden derartige Bestrebungen durch die veränderten Verhältnisse unterbunden. Auch die Rachkriegszeit ließ ein Wiederaufleben dieser Einrichtung seither nicht zu. Rachdem die Verhältnisse jetzt etwas günstiger geworden sind, veranstaltet der Verkehrsverein Anfang Juli einen Blumenschmuck-Wettbewerb. der sich auf die Anlegung von Blumenschmuck in Vorgärten, an Fenstern und Balkons erstrecken soll. Auf diese Weise will man erreichen, daß die Vorgärten, hie in den letzten Jahren teilweise zum Anbau von Gemüse und Kartoffeln Verwendung fanden, wieder ihrem ursprünglichen Zweck zugeführt werden. Auch die Ausschmückung der Fenster und Balkons mit Blumen wird das Straßenbild wesentlich verschönern und beleben. Für besonders schönen Blumenschmuck kommen Preise zur Verteilung, die Ramen der Preisträger werden im „Gießener Anzeiger" veröffentlicht. (Siehe Anzeige.) Weiter hat der Derkehrsverein bei der Stadtverwaltung angeregt, daß die Anlagen in der Rähe des Bahnhofs und im Hofe der Alten Klinik mit Blumenschmuck versehen werden, daß außerdem in den übrigen Anlagen dem Blumenschmuck besondere Aufmeicksamkeit geschenkt wird, damit die Teilnehmer am diÄ- jährigen Turnfest von unserer Stadt auch in gärtnerischer Hinsicht einen guten Eindruck bekommen.
Bornotizen.
— ZagesEalenber für Donnerstag: Elsaß-Lothringer: 84 Uhr Hotel Köhler Monatsversammlung. — Lichtspielhaus, Bahnhofstr.: , Das große weiße Schweigen" — Astoria-Licht- spiele: „Die Favoritin des Maharadscha".
** Die diesjährigeordentlicheTa- gung des Provinzialtags der Provinz Oberhessen findet am Samstag, dem 13. Juni, vormittags 10 Ahr beginnend, im Sitzungssaale des Regierungsgebäudes zu Gießen


