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bei Uergha sollen gleichzeitig mit einer Landung spanischer Truppen an der Rifküste gegenüber Alhu- cemas vollzogen werden. Das Ziel ist die Einnahme des Hauptquarters Abd-el-Krims, A d j i r.

Parlamentsauflösung in Belgien?

Brüssel. 4. Mai. (SU.) Die Kabinetts­krise dauert nahezu einen Monat, nichts laßt darauf schließen, daß eine Lösung gesunden wer­den kann. Die S o z i a l i st e n sind nicht imstande, ein selbständiges Kabinett zu bilden. Dre Rechtsparteien haben sich formell gegen eine Koalition ausgesprochen. Auch dre Liberalen wellen einem sozialistischen Kabi­nett fern bleiben. Die katholischen Ver­bände nahmen eine Entschließung an, in der sie sich gegen jede Zusammenarbeit mit den Sozialisten aussprcchen. Unter diesen Umständen scheint eine neue ParlamentS- ouflösung nahe zu sein. Aach den Abendblättern beabsichtigt der König, eine unparlamrntarische Persönlichkeit mit der Bildung des Kabiiretts zu betrauen, nachdem Graf de Brocqueville feinen Auftrag zurückgegeben hat.

Deutscher Reichstag.

Berlin. 2. Mai. Präsident Lobe gedenkt bei Eröffnung der Sitzung, während sich die Ab- g^o.dneten von den Sitzen erhoben hoben, in Worten der Teilnahme der Opfer der Eisen - bahnkotastrophe bei Pr.-Sta r g a r d. Hoffentlich gelingt eine vollständige Aufklärung der Ursache des Unglücksfalls.

3n der Fortsetzung der Becatung des Haus­halts des Aeichswirtschaftsminlstc- riums betont Abg. Schlack (Ztr.), die starle Passivität der deutschen Handelsbilanz müsse auf die Dauer zu einer Verarmung der deutschen Wirlstlast fuhren. Deshalb müs.e die Einfuhr ausländischer Luxuswaren wesentlich eingeschränkt werden. Für die Gesundung der Wirtschaft sei auch unerläßlich eine Her­absetzung der Umsatzsteuer auf ein er* fragliches Maß. (Zustimmung tm Zentrum.) Zur Frage der Preisgestaltung erklärte der Redner, es sei unerläßlich, daß die deutsche Wirtschaft Kartelle bilde, denn sonst könne sie der organi­sierten Auslandindustrie gegenüber nichts aus­richten. Aber die deutsche Wirtschaft müsse sich den Grundsatz zu eigen machens Großer Um­satz bei kleinem Rutzen! (Zustimmung.) 3n bezug auf die Lohnpolitik setzt sich der Redner für eine Herabsetzung der Gewinnquote zugunsten höherer Löhne ein.

Abg. Havemann (Dt.Dpt.) setzt sich be­sonders für das Handwerk ein, das eine b.ssere Berücksichtigung seiner Erfordernisse fin­den müsse.

Abg Meyer-Berlin (Drm.) bezeichnet die denkbarste Aktivität der Wirtschaftspoltttt als das Gebot der vtunde. Davon sei aber leider nichts zu spüren. Obwohl wir seit dem 10. Januar von den handelspolitischen Dindun- gen des Versailler Vertrages befreit seien, wäre bisher dem Reichstag weder eine Zolltarif- Vorlage unterbreitet worden, noch sei von ihm ein wichtiger Handelsvertrag ratifi­ziert worden. Das Schicksal des deutsch-spam- schen Handelsvertrages sei bezeichnend für das Fehlen der aktiven Wirtschaftspolitik und ihrer Führung durch die Regierung. Wir wünschen für die weiteren Wirtschaftsverhandlungen mit dem Ausland die sorgfälligfle Wahrung der Interessen der Industrie ! Das schwierige Pro­blem der Agrarzvlle muh offen diskutiert werden. Auf Einschreiten gegen künftige Preis­treiberei darf nicht verzichtet werden. Eine ener- gischc Anwendung der Kartellverordnung wäre sehr wünschenswert. Das Reichswirtschafts- gericht dürfe nicht beseitigt werden, ohne daß ein Ersatz geschaffen werde. Mindestens müßten wirtschaftliche Senate beim Reichsgericht gebildet werden.

Abg. Drewitz (Wirtsch Bg.) bezeichnet die Hebung der Produktion als die wichtigste Aufgabe jeder Wirtschaftspolitik. Die Zolltariffrage müsse schleunigst geklärt werden, damit die gegenwärtige Unsicherheit m der Wi.tschast aufyöre. Wenn jetzt allgemein die Rotwendigkeit der Qualitätsarbeit aner­kannt werde, dann solle man denen entgegen­kommen, die Qualitätsarbeit leisten, den Kreisen des selbständigen Handwerks. Der gewerb­liche Mittelstand und der Kleinhandel werde in unerhörter Weise geschädigt durch die wirtschaft­lichen Unternehmungen des R ichslandbu''.d:s. Wir können nicht mehr zur ungezügelten freien Wi tschaft zurülb h.en. sondern brauchen die organisierte Wirtschaft auf der Grund­lage der Pflichtorganisation.

Montag erste Beratung der Steuervvrlage. des Finanzausgleichs und der Aufwertungsvor­lage

Das endgültige Wahlergebnis in Hessen.

Darmstadt, 3. Mai. (Priv.-Tel.) In einer Sitzung des Wahlausschusses für die Reichsprasi- dentenschast in Hessen ist das amtliche Wahl­ergebnis dieser Wahl für den Freistaat Hessen verkündet worden. Stimmberechtigt waren 853 83 L Stimm sch eine wurden abgegeben 12 318, ungültig waren 4871 Stimmen, gültig 633 887. Es entfielen auf Hindenburg 274 384, auf Marx 366 321, auf Thälmann 22 998; zer­splittert 184 Stimmen. Aus Göbelnrod in Oberhessen lag ein Protest vor. daß das Wahl­geheimnis nicht gewahrt worden sei. Der Protest wird an den Reichsw ah Heiter nach Berlin ge­schickt, doch wird er. da es sich nur um 174 Wahl­berechtigte handelt, sehr wahrscheinlich n i ch t a l s erheblich angesehen werden.

Die Landlagswahlen in Schaumburg-Lippe.

Bückeburg. 4. Mai. (WB. Funkspruch.) Das Gesamtresullat der gestrigen Landlagswahlen in Schaumburg-Lippe liegt vor Es erhielten:

Sozialdemokratische Partei 12 696

Einheitsliste (Rechtsparteien 9 322

Schaumburg-iLpPescher Handwerterbund 2 228

Deutsche ^nnokratische Partei 1 940

Kommunisten. 553

Unpolitische christliche Liste 661

Es ist also eine bürgerliche Mehrheit zustande gekommen. Die Wahlbeteiligung war gut.

Aus aller Welt.

Das Baden-Badener Schachturnier.

Am Freitag wurde auf dem internationalen Schachmeisterturnier die 12. Runde gespielb Rubinstein verlor seine erste Partie, wodurch Grünfeld an die zweite Stelle tritt. Auch Aljechin muhte sich mit remis begnüg m. Sämisch-Deutsch- land gewann ein Damenbauarnspiel gegen Te Kolste-Holland. Rabinowit,ch-RuhlanL verlor gegen Riemzowitsch-Dänemart nach 44 Zügen. Patos-England gewann eine spanische Partie gegen Mieses-Deutschland nach 56 Zügen. Roselli- Italien gewann gegen Colle-Belgien in 23 Zügen. Rubinstci,-Pol.n verlor gegen Tartakower-Oesler- reich nach 34 Zügen. Bogotjubow-Ukrame verlor ein Damenbauernsviel gegen Grünfeld Oesterreich in 54 Zügen. Die spanische Partie Spielmann- Oesterreich g.ge.-i A jachin-Frankreich wurde nach 21 Zügen remis. Auch die Par'ie Marihall-Ame­rika gegen Torre-Mexiko endete unentschieden. Abg brachen wurden die Partien Thomas-Eng­land gegen Rett-Oesterreich und Carl-Deutsch­land gegen Tarrasch-Deutschland. Spielfrei war Trcjbal-Tschechoslowakei.

Am Samstag wurden auf dem internationalen Schach-Großmeistcr-Turnier die Hängepartien er­ledigt. Carl-Derltschland gewann gegen Dr. Tarrasch- Deutschland in 63 Zügen; Retl-Oeslerrcich verlor gegen Thomas-Englo tb nach neunstündigem Kampf m 63. Zuge. Te üolste-England remitierte mit Thomas-England m.ch 67 Zügen. Ebenfalls remis wurde die Partie Reti-Oesterreich gegen Dr. Trey- bal-Tschechoslowakei nach dem 76. Zuge. Die Par­tie Pates-Cngland gegen Rabinowitsch-Rußland wurde nach dem 63. Zuge durch ewiges Schach remis. Kolle-Belgien gegen Earl-Deutschland einigte ich auf remis, ohne die Partie wieder ausgenommen zu haben

Das Ergebnis der 13. Runde am Sonntag ist wie folgt: Pates-England gewann eine sizilianische Partie gegen Carls-Deutschland in 26 Zügen, Torre- Mexiko verlor eine sizilianische Partie gegen Bogol- jubow-Ukraine in 29 Zügen, Colle Belgien verlor ein Damenbauerspiel gegen Marshall U. S. 21. in 49 Zügen, Aljechin-Frankreich gewann gegen Rabino- witsch-Rußland in 23 Zügen, Reti-Oesterreich verlor legen den Berliner Meister Samisch in 34 Zügen, e Kolste-Holland verlor ein Gambit in Rückhand gegen Spielmann-Oesterreich nach 17 Zügen, Niem- zowitsch-Dänemark gewann eine holländische Partie gegen Mieses-Deutschland nach 28 Zügen, Dr. Tar- rasch-Deutschland verlor ein Damenbauerspiel gegen Rosclli-Italien nach dem -16. Zuge. Eine spanische Partie Treybal-Tschochoslowakei gegen Thomas-Eng­land endete mit remis, ein Damengambit Grünfeld- Oesterreich gegen Rubinstein-Polen wurde in Remis- tellung abgebrochen. Tartakower-Oefterreich war pielfrei.

40 Zentimeter Schnee im Schwarzwald.

Rach einem heftigen Föhn fetzte im Hoch- schwarzstiald ein scharfer Wettersturz ein. Ein starker Schneefall von 900 bis aus 700 Meter Höhe hat eine Schneedecke gebildet. Auf dem Feldberg liegt der Schnee 40 Zentimeter hoch.

Familieutragödie.

3n Gohlis bis Leipzig gab anscheinend in einem Anfall von Trübsinn ein Werkzeug- chlosser, dessen Frau vor einem Jahre gestorben war. seinen drei Kindern Chankalt ein und machte seinem Leben durch Leuchtgas ein Ende. Zwei der Kinder sind gestorben, das dritte konnte zum Bewußtsein zurückgebracht und dem .Krankenhause zugeführt werden.

Eine Räuberbande gefaßt.

3n dev Kreisstadt Flatow kam die Schutz­polizei einer Bande jugendlicher Burschen von 18 bis 21 Jahren aus die Spur, die in der letzten Zeit systematisch nächtliche Raubzüge unternommen hat Zwei Angehörige der Bande, die sich in erster Linie aus in Deutschland wohnenden Polen zusammensetz', konnten fest­gesetzt werden. Einige sind geflüchtet. Waffen und Munition wurden beschlagnahmt.

Eiue Puldermühle In die Luft geflogen.

3n Iunkersmühle bei Bergisch-Gladbach ist eine Pulvermühle in die Luft geflogen. Ein Ar­beiter wurde getötet und mehrere schwer verletzt.

Deutsch« Segelflugleistungen in Rosittrn.

Wie dieKönigsberger Allgemeine Zeitung" aus Rositten meldet, befand sich der Segelflieger Fuchs auf dem ..Allen Dessauer" gegen 1 Uhr mittags bereits 6 Stunden in der Luft. Um 3.15 Uhr nachmittags mußte er unfreiwillig landen, da die östlichen Winde, die tagsüber meist 9 bis 12 Sekunbenmeter betrugen, plötzlich nachliehen und bis auf 4 Sekundenmeter her­untergingen. 3mmerhin stellt dieser neue Erfolg einen beachtenswerten Auftakt für Rositten 1925 dar.

Dauerflugrekord.

Das Wasserflugzeug P. H. 9 flog ohne Zwi­schenlandung in 28 Stunden 36 Minuten den ganzen F l u ß l a u f des D e l a v a r e hinauf und herunter. Damit schlug das Flugzeug alle Dauerrekordc. Die zurückgelegte Strecke ist länger als die Entfernung Californicns von Honolulu. Sie beträgt ungefähr 2000 englische Mellen. Der Flug wurde unternommen, um zu beweisen, daß ein Flugzeug imstande ist, eine Reise ohne Rotlandung von der Westküste Ameri­kas nach Honolulu zurückzulegen, wie sie für diesen Sommer geplant ist. Das Wasserflugzeug startete mit 1200 Gallons Benzin an Bord

Rheinisch-westfalische Droglsten-Fachmessc.

Am Samstag wurde in Essen im städtischen Saalbau die E r st e R h e i n i s ch - West­fälische Drogi st en-Fachmesse in Gegen­wart des Gesamlvorstandes des Deutschen Drv- gistenverbandes. der Vertreter der staatlichen und städtischen Behörden und der Handelskammer er­öffnet. Die Messe ist von 250 Ausstellern aus allen Teilen des Reiches beschickt. Der Ausbau ist durchaus lünstlerifch durchgesühit Die Messe reiht sich in den Rahmen der bisher schon in Essen veranstalteten Fachmessen "gut ein.

Kunst und Wissenschaft.

Die Buch-Ausstellung in Florenz.

Florenz, 4 Mai. (WTB. Funkspruch) 3n Gegenwart des Königs, des Unterrichls- ministcrS und Vertretern von Behörden und ausländischen Delegierten wur6e im Palazzo Vecchio die zweitc internationale Duchausstek- Decchio die zweite internationale Buchausstellung eröffnet, auf der 23 Länder vertreten sind. Rach einer Begrüßungsansprache des Bürgermeisters

von Florenz und des Vorsitzenden des Aus­stellungskomitees hielten noch der Unterrichts­minister, und die Delegierten Großbritanniens, Frankreichs, Deutschlands. Polens und Ru­mäniens Reden, in denen auf die Bedeutung der Ausstellung hingewiesen wurde. Anschließend be­sichtigte der König die Ausstellung, wobei ec die ausländischen Delegierten ins Gespräch zog. Rach einem Rundgang durch die Säle für Zei­tungswesen. Druckereimaschinen und 5untjitelc» graphie kehrte der König nach dem Palazzo Pitti zurück.

Eröffnung der Frankfurter Kunstwoche.

Die Frankfurter Kunst Woche wurde im Kunstg:wcrbemus.um mit Begrüß ngsworten von Stadtrat Dr. Langer eröffnet. der die feste Absicht d's Magistrats behr.M:. den Slrom der Somm preisenden d irch eine Reihe hochstehender lünstlerischer Veranstaltungen wieder nach F ank- furt zu lenken. Gleichzeitig wurde von ihm die Ausstellung von Meisterwerken mitt'l- und südd utscher Faye c kunst aus de tschem Privat- besih sür eröffnet erklärt. Pros. Schmidt gab einen Ueb'rblid über die Bebrütung der Aus­stellung, die nicht weniger als 850 Kunstwerke, meist ans erlesene Stücke, vereinigt, t>'.e ein treff­liches Bild von dem wertvollen Schaffen der süd- und mitteldeutschen Fay ncemanufakturen geben. An den-Vortrag schloß sich ein Rund- g a n g d.irch die in den Sälen des Kun''^ewerbe- museums unter-iebrachte A sstellung. Als erste Festa'fführu"g der Frankfurter Kunstwoche wu de Fritz v. U ruhs Schaust' lPrinz Louis Ferdi­nand von Preußen" geg'ben

Westfalische Verwoltungsalädemie.

Am Samstagnachmittag fand im Beisein zahlreicher Bertre er der Beamte schäft und der Reichs-, Staat"- und Kommunalbehörden in der Universität Münster die feierliche Eröffnung der westfälischen Dcrwaltungsaka- demie statt. Der ges'mfts'üheenke ®irc tor der Akademie, Professor Dr. Weber, gab nach einer herzlichen Begrüßung einen Uebcrblick über die Studieneinrichtungen der Akademie und die gepla iien K rse Ra > ihm le ste Pi o'. D^D r u ck in kurzen Worten die Bildungs,iele der Be­amtenhochschulen dar. Abends sand eine Festvor­stellung von ShakespearesJulius Cäsar" statt,

Internationaler archäologischer Kongreß.

Aus Tripolis wird gemeldete 3m Regie- rungsgobaude wurde in Gegenwart W Kolonial­ministers, des Geuverneurs. der Spitzen der Zivil- und Militärbehörden, sowie zahlreicher Vertreter der Wissenschaft des 3n- und Aus­landes der 3 n ter nationale archäolo­gische Kongreß fe erlich eröffnet. Das Aus­land war u. a. durch M'tglieder von archao- logifchen 3nft:tuten und von deutschen, franzö­sischen, österreichischen und belgischen Universi­täten vertreten. 2IfS Delegierter der 'Reichs­regierung war Professor K r e n ck e r von der TechnistAn Hochschule in Berlin anwesend. Außerdem war Deutschland durch den Univer- sitä's Professor T h ' e r s ch - Göttingen, ferner durch den Direktor des deutschm archäologischen Instituts in Rom, Professor A m e l u n g, durch Universitätsprofessor R o a ck - Berlin, durch den früheren Direktor der staatlich m Museen in Ber­lin. Dr. Wiegand, und durch den Direktor deS archäologischen Instituts in Berlin, Professor Rodenwald, vertreten. Die Redner, darunter Kolonialminister di ©calea, wiesen auf die Be­deutung der Ausgrabungen in Tripolitanien hin, insbefonderc auf die Wichtigkeit her Funde in Levtis magna. Professor Wiega nd erllärte, daß in Deutchsland das Studium der römischen Altertümer mit dem gleichen Interesse wie das der deutschen Vergangenheit gepflegt werde. Die deutsche Regierung habe der Einladung zu dem Kongreß mit Freude Folge geleistet, dessen Ar­beiten von allgemeiner Bedeutung feien. Die ausländischen Deleg erten schs^ssm ihre An­sprachen mit Worten des DanceÄ für die Gast­freundschaft Italiens.

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 4. Mai 1925.

Maienzeit.

Einstmals - es kommt wir sehr lange vor. da zogen wir hinaus in den Wald, uin_ den ersten Maientag mit Singen, Tanzen und Fröh­lichs in zu begrüßen. Wie froh konnten wir sein, - alt und jung freute sich des Maien!

Dann war es wieder»Mai geworden, ein stiller Mai, an dem sie fehlten, die einstmals mit froh waren. Sie hatten den Maien im Sch'achten- tanz in Ost und West gefeiert. So gingen Mairn dahin, ohne daß wir, tote einst zusammen sein konnten. Der Mai war gekommen und hatte seine Blüten auch auf jene Heldengräber gestreut.

Und wieder ein 3ahr weiter und noch ein Jähr. Der Wonnenwnd kam immer wieder und wir konnten uns nicht recht freuen, weil vieles schwer auf uns lastete.

So sind Maien vergangen und wieder ist Mai geworden, um uns keirnts und grünt» und die Blutenknospen wundern sich über Menschen, die nicht froh fein können. Und da gibt» nur eine Parole: Hinaus in den Maienwind, der mag hinwegwehen alles Trübe und Graue, hinaus in die Maiensonnc und gesungen: Wie schön blüht uns der Maien! E. R.

Gictzener Wochenmarktprcise.

am 2. Mai (Händlerpreise).

ES kosteten auf dem heutigen Wochenmarlt: Butter 200 bis 210, Matte 30 bis 35. Käse 60 bis 65. Wirsing 40. Weißkraut 20. Rotkraut 30, gelbe Rüben 8, tot? Rüben 8. Spinat 20, Dömisch- kohl 10. Spargel 180 bis 200, Unterkohlrabi 8. Grünkohl 15. Feldsalat 150. Tomaten 150, Zwie­beln 20, Meerrettich 45 bis 50, Schwarzwurzeln 35. Rhabarber 25. Kartoffeln 5. Aepsel 20 bis 30. Dörrobst 30 bis 40. Honig 35. junge Hahnen 100, Suppenhühner 120 Pf. das Pfund, Eier 9 bis 10, Blumenkohl 60 bis 150. Salat 30. Salatgurken 120. Lauch 5 bis 10. Sellerie 30 Pf. das Stück. Radieschen Bd. 15 bi 3 20 Pf.

Bornotizen.

Tageskalender für Montag. Stadttheater 6« , UhrMadame Butterfly". Lichtspielhaus. Bahnhofstraße:Jackie Coogan" undPot und Patachon".

Wettervoraussage.

Halb bis ganz bedeckt, südliche bis westliche Winde, einzelne Reg^nfäkle, kühl.

Der Abbau des mitteleuropäischen Hochs, das die gestrige vorübergehende Aufhellerung und Beruhigung bedingte, ist weiter fortgeschrit­ten. Die Ausläufer eines neuen westlichen Tiefs rücken in breiter Front ostwärts und haben in unserm Bezirk stärkere Bewölkung verursacht.

Prof. Dr. Digen er t. Wie wir kurz vor Redaktionsschluh erfahren, ist der ordentliche Professor für Geschichte an unterer Landesuni­versität Dr. Fritz V i g c n e r nach lang im Leiden am Samstag im 46. Lebensjahre verstorben. Aus die Bedeutung und die Verdienste des Heim­gegangenen für unsere Landes Universitä t und das öffentliche Leben in unserer engeren Heimat wer­den wir morgen noch zurückkommen.

" Eine Volks-. Berufs- und Be­triebszählung findet laut Vervrdaung des Reichswirtschaftsministers am 16. Juni statt.

Gießen als Luftverkehrshafen. Ueber diese Angelegeicheit, die jetzt stark in den Vordergrund des totalen Interesses tritt und die vielleicht schon bald sehr bedeutsame Entschlü, e zeitigen wird, spricht am Do imers tag abend auf Veranlassung des hiesigen Luftfahrtvereins der Direktor Grey von der Südwestdeutschen Lust- verkehrs-A.-G. in Frankfurt. (Räheres im heu­tigen Airzeigenteil.) 3m Hinblick auf die große Bedeutung dieser Frage rnöchteir wir den Besuch dieses Vortrages, bei dem auch Lichtbilder- ge­zeigt werden sollen, dringend empfehlen. Der Eintritt ist frei.

" Prägung von Zweimarkstücken. 3m Reichsgefehblatt wird angekündigt, daß dem­nächst auch wieder Zweimarkstücke in Silber aus­geprägt werden sollen. Die neuen Stücke werden den Einmarkstücken ähneln. Der Rand wird gc» risst sein. Die Größe beträgt 26 Millimeter im Durchmesser gegenüber 22,6 Millimeter des Ein­markstückes.

* Von der Angcftelltenvcrsichc- r u n g. Die Versicherungspslichlgrenzc in der An- gestelltcnversicherung beträgt vom l.Mai 1925 an jährlich 6000 Rm., statt bisher 4000 Rm. Die Beitragsklasscn und Beiträge sind nicht ge­ändert.

Oeffentliche BücherhaIlc. Im April wurden 1494 Bände ausacliehen. Davon kamen auf: Erzählende Literatur 929, Zeitschriften 71, Jugend- fchristcn 129, Literaturgeschichte 6, Gedichte und Dra­men 33, Lander- und Dölkcrkunde 57, Kulturge­schichte 26, Geschichte und Biographien 67, Kunstge­schichte 18, Naturwissenschaft und Technolaaie 72, Heer- und Seewesen 9, Haus- und Landwirtschaft 10, Gesundheitslehre 3, Religion und Philosophie 28, Staatswissenschaft 5, Sprachwissenschaft 12, Fremd sprachliches 19 Bände. Nach auswärts kamen elf Bände.

** Die Pfarrer des Dekanats Gie­ßen besuchten am Mittwochnachmittag auf einem Dekanaisausflug Butzbach. Unter Führung von Pfarrer Loos, der über die Geschichte und Er- neuerungsarbeiten des Bauwerks ^wertvolle Er­läuterungen gab, besichtigte man die St. M a r k u s kirche und die Gruft des Landgrafen Philipp: ? schloß sich an eine eingehende Besichtigung L r Zellen st rofan st alt, bei der Direktor Stun.pf erläuterte und mannigfadjr Fragen bereitwilligst beantwortete. 3mDeutschen Haus" folgten ein durch die vorausgegangene BefichÜgung besonders frucht barer Vortrag über die Entwicklung und Ziele des Strafvollzuges. Pfarrer Wahl berichtete über feine Arbeit als Anstaltsgeiflliä)er. Der Ausflug, der man­cherlei Anregungen für die Amtsarbeit der Geist­lichen brachte, verdient auch in anderen Dekanaten Nachahmung. Dekan G u ß m a n n -Kirchberg gab dem Dank der Geistlichen herzlichen Ausdruck.

** D i e Entwicklung der Sparein­lagen bei den hessischen öffentlichen Sparkassen hat gute Fortschritte gemacht. Die Spareinlagen, die sich Ende Dezember 1924 auf rund 14 Millionen Mark beliefen, find im Monat Januar um rund 2 Millionen Mark, im Februar um rund 2,5 Millionen Mark und im März sogar um rund 3,1 Millionen Mark gewachsen, so daß sich an dem letztgenannten Termin ein ©cfamtein- laqebeftanb von rund 21,6 Millionen Mark ergab. 3n diesen Zahlen sind die Konto-Korrent- und Scheck­kontoguthaben nicht enthalten.

- Ein handwerklicher Ehren tag war der gestrige Sonnt ag. an dem den dies­jährigen jungen Gesellen und Gesll.innen in einet einfachen, würdigen Feier die Gesellenbrielc aus­gehändigt wurden. Zu diesem Zwecke hatten sich im Saale des f.mheren Hotels Einhorn der Dor­stand des Ortsgewerbevereins. Handwerksmeiste.r. als Ehrengäste Vertreter des KreiSamtes, der Stadtverwaltung, der Handwerkskammer und bei Presse und die seh! große Schur von Jung­gesellen und Junggesellinnen versammelt. Der GesangvereinHeiterkeit" eröffnete die Feier mit einem entsprechenden Chorgesang. Darauf be­grüßte der Vorsitzende des Ortsgewerbeveceins Prof. Dr. K r a u s m n 1 l c r die Versammlung insbesondere die Ehrengäste, und richtete neben beglückwünschenden Worten ernste Ermahnungen zur Pslichttreue, Bescheidenheit, Wwhlanftändig- keit und Strebsamkeit an die jungen Leute, deren Befolgung ihnen für ihren ferneren Lebensweg nur von Ruhen sein kann. Als Prufungsergebnis gab er bekannt, daß von 226 Lehrlingen 214 du Prüfung bestanden, wobei die Schloffer. Schreiner. Maurer. Weißbinder und Maler und die vchnei- derinnen den höchsten Prozentsatz der erfolg­reichen Prüflinge aufweisen. Die Glückwünsche der Krnisamtes überbrachte Assessor Dr. Krüger, die der Stadtverwaltung Drigeordneter Dr Frey . für die Handwerkskammer sprach Stadtv Becker. Darauf begann die 'Dertrilung frei Gesellenbriefe. Mit einem trefflichsn Chor bei Heiterkeit" und mit Dankesworten des Vor­sitzenden an die Sänger fand die Feier ihrer Abschluß.

Provinzialvcrband Oberh«! ser der Deutschen Dolkspartei. Man berichte uns: Zu einer Besprechung organisatorischer uni sinanzieller Fragen hatte der Prooinzialverbani Oberhessen der Deutschen Volkspartci seine führende, Persönlichkeiten auf Freitag nachmittag nach G i c ßen geladen. 3n der Besprechung, die aus aller Teilen der Provinz stark besucht war, wurden nad einem kurzen Bericht des Generalsekretärs K o l l dach- Darmstadt alle Fragen behandelt, die fid aus der Neueinrichtung der'Prooinzialgeschäftsstelli und Neubesetzung mit dem früheren Geschäftsführer der Partei in Marburg, Herrn Weiher, ergaben Die Geschäftsstelle befindet sich in Gießen. Ost anlage 29. F. 2437. Abends sprach Herr K o l l b a d in einer Mitgliederversammlung der Ortsgruppe 1 Gießen über den politischen Gesundungsprozeß i»