jung ao, tn welcyer an Oren« oes verstorbenen Vorstandsmitgliedes Oppenheimer Kaufmann Scheuer und außerdem Kreisdirektor Gebhardt in den Vorstand gewählt wurden. Der Zweck der Gesellschaft ist es in erster -Linie, durch Aufbringung von Geldmitteln die Zwecke des Museums- und Geschichts- und Alter- tumsvereins zu fördern. Durch die Inflationszeit ist natürlich das Vermögen des Vereins zum größten Teile verloren. Der Mitgliedsbeitrag wurde auf mindestens 5.— M., für Körperschaftliche Mitglieder auf mindestens 20. — M. für das Oahr festgesetzt. Die Mitgliederzahl betrug seither ungefähr 170. Anschließend hielt Prof. Dr. Blecher einen Vortrag über das Thema „Der Merrsch der Steinzeit und die früheste Besiedlung der Wetterau". Wenn aus dieser nun Jahrtausende zurückliegenden Zeit auch selbstverständlich keinerlei geschichtliche Urkunden vorliegen, so lassen uns doch die zahlreichen Fundgegenstände Schlüsse auf das Leben dieser noch auf einer tiefen Kulturstufe stehenden Menschen ziehen: immerhin beweisen uns diese Funde, besonders die an den Wänden der von ihnen bewohnten Höhlen und auf Mammutzähnen ein- geritzten Zeichnungen, sowie die Werkzeuge, Waffen und Gefäße, daß auch damals schon eine gewisse Kultur herrschte. Zahlreiche Lichtbilder unterstützten den hoch interessanten Vortrag: der Redner hatte die Lichtbilder zum Teil selbst nach Beständen unsres Museums hergestellt und dadurch gleichzeitig bewiesen, welche reiche und interessante Schätze unser Museum in sich birgt. Don ganz besonderem Interesse waren die besonders in Frankreich gefundenen Tierzeichnungen, welche teilweise überraschend lebensgetreu Dargestellt sind und uns einen Einblick in die Fauna der damaligen Zeit tun lassen.
Kreis Büdingen.
nd. A i d d a, 3. Febr. Heute nachmittag wurde unser neugewählter Bürgermeister, Sparkassenrechner L. Ringshausen, im Rathaussaale im Beisein des Stadtvorstandes durch Kreisdirektor Dr. G a ß n e r von Büdingen verpflichtet und mit einer feierlichen Ansprache in fein Amt eingewiesen. Da das neue Stadtoberhaupt schon früher öfters einige Zeit und seit dem Tode des Bürgermeisters Erk von Mitte September v. 3. an als Beigeordneter hie hiesige Bürgermeisterei zur vollen Zuftieden- heit der Gemeinde geführt hat. sieht man mit den besten Hoffnungen für das Wohl unserer Stadt in die Zukunft. Run wird bald die Wahl eines neuen Beigeordneten erfolgen.
Ridda. 1. Febr. Der Radfahrerberein Ridda hielt gestern abend sein Wintervergnügen ab, wozu im Gambri- nus der Saal und alle anstoßenden Räumlichkeiten festlich ge'chmückt und illuminiert waren Der Besuch der Veranstaltung war -roch stärker, als in früheren Fahren. Herren- und Damenreigen in farbenprächtigen Kostümen, sowie ein Echmuckreigen wurden tadellos ausgeführt und fanden großen Beifall Für weitere angenehme Unterhaltung sorgten eine vorzügliche Musik und Tombola, für die recht hübsche Gewinngegenstände gestiftet worden waren, und schließlich das Tanzvergnügen, dem in ausgiebiger Weise gehuldigt wurde. — Eine Anzahl Theaterfreunde und -Freundinnen von hier und Kohden hatten sich bereit gefunden, das Drama von Suttner „D i e Waffen nieder" heute abend zum zweiten Male hn Gambrinussaale aufzuführen und durch den recht ansehnlichen Reinertrag bedürftigen Einwohnern unserer Stadt eine Un- terstühung zu verschaffen. Der auch diesmal außerordentlich starke Besuch der Wohltätigkeitsveranstaltung war der beste Beweis dafür, daß die hochherzigen Beweggründe der Mftwir- kenden volles Verständnis, gebührende Anerkennung und warmen Dank bei unserer Bevölkerung t gefunden hatten. — 3n dem Termin wegen einer . Privatklagesache am hiesigen Amtsgericht F benahm sich die Klägerin, eine Taglöhnerin saus Kohden, so ungebührlich, daß sie mit » einem Tag Haft bestraft und sofort abgeführt wurde.
Kreis Sckotterr.
X Aus dem Vogelsberg, 2. Febr. Run ist der 3an uar vorbei und noch hat sich kaum Schnee eingestellt. Die Freunde des Wintersportes sind wirklich in diesem Fahr« noch nicht zu ihrem Recht gekommen. Manchem Erwachsenen und manchem Kinde hat das Christkind Schneeschuhe und einen Rodelschlitten gebracht,
Die rote Kafchgar.
Roman von Fedor von Zobel titz.
58. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
Inzwischen durchkreuzte Gert in langem Fluge ein gewaltiges Stück von Asien: von Timurs verfallenem Grabe in Samarkand nach dem Ruinenfeld von Alt-Merw und dann südwärts, südwärts Durch die turkmenische Steppe und .Afghanistan, durch das Labyrinth Herats und Kandahars Fruchtgebiet, und weiter in das Machtbereich des britischen Imperiums, durch ^Belutschistan über die indische Grenze. Er war nun wirklich Vergnügungsreisender, wie Murray es sein wollte, aber das Vergnügegn war schal. Es war mehr ein gedankenloses Jagen durch uralte Kulturen und moderne Kulturlosigkeit, und wenn der Bahnzug einmal an einer Stätte hielt, die ihn interessant genug zu kurzem Derweilen dünkte, so schlenderte er müde umher und ließ feinen Führer sprechen, ohne auf ihn zu hören, und ärgerte sich, wenn ihn in der Rächt die Moskitos stachen und die Eidechsen in den Wänden raschelten. Er dachte gelegentlich daran, in den Basaren ein paar Kleinigkeiten für die Menschen daheim zu kaufen, und ließ es wieder — er wollte auch da und dort eine Ansichtskarte schreiben und überlegte: an wen? an wen? — lebte denn Theda noch? Lind war sie tot, wäre es nicht bitterste Ironie des Schicksals gewesen wenn er sie nur hätte grüßen lassen? — Er mußte zurück, er muhte ja endlich einmal Klarheit in sein verfahrenes Leben schaffen — aber bei Gott, ihn graute vor diesem Zurück Den Mann mit der gestrafften Daseinslust packte lähmende Schwermut . Er versuchte wohl, sich seiner Gültigkeit wieder bewußt zu werden, und gewöhnlich geschah das. wenn er sich über etwas Unbedeutendes freuen konnte, über ein spielendes Kind, über eine bizarre Blüte oder einen springenden Frosch. Aber der nächste Augenblick schon hielt die Bewegung zur Freude auf, und die unerklärliche Schwermut setzte wieder ein. Es war wie eine Hysterie des Geistes.
Run war er in Haidarabad. schlecht aufge- Hoben im Hotel, und bummelte durch die Stra» fjen wie gewöhnlich, durch eine wahnsinnige Bunt-
Die seither vergeblich auf ihre Benutzung geharrt haben. In manchen Orten, z. D. in B re u n g e s° Hain und Rudingshain int Kreise Schotten, haben die Reichswehr und die Schutzpolizei seit längerer Zeit Quartier gemacht, um an den Hängen des Hoherodskopfes Skilehr- gäbge abzuhalten. Der Wettergott ist bisher unerbittlich geblieben. Auch die Landwirte würden gerne eine schützende Schneehülle auf ihren Feldern sehen. Der Klubwirt kann mit dem besten Willen nicht den sehnsüchtigen Wintersportlern durch den Fernsprecher melden, daß der Hohe- rodskopf eine glänzende Ski- und Rodelbahn aufweise. Mancher Tag vergeht, ohne daß seine gastlichen Räume einen Besucher aufnehmen. Die Witterung ist unfteundlich. mitunter gehen starke Regengüsse nieder. Hoffentlich wird die Hoffnung all derjenigen, die Schnee herbeisehnen, nicht ganz enttäuscht, so daß sie, wenn auch nur auf kürzere Zeit, die Freuden des Wintersportes genießen können.
♦ Cichelsdorf, 3. Febr. Die verflossene Woche stand unter dem Zeichen der Familienabende. An dem von der Kirche veranstalteten Abend sprach Pfarrer Weber aus Kaichen über „Christentum und Sozialismus". In packender Rede zeigte der Redner die mancherlei Schäden unserer Zeit und entwickelte aus der Lehre Jesu ein Programm zu ihrer Heilung. Hnser Gesangverein verschonte den Abend durch den Vortrag passender Lieder. — Am Samstagabend versammelte dann der Kriegerverein, der im letzten Jahre eine starke Zunahme seiner Mitglieder zu verzeichnen hatte, die Kameraden mit ihren Angehörigen und die Kriegerwitwen mit ihren Kkndern zu einem Familienabend. In seiner Begrüßungsansprache gedachte der Vorsitzende des Vereins. Förster Schmitt, der Gefallenen und der beiden anwesenden Veteranen von 1870/71. Im Mittelpunkte der Veranstaltung stand ein Vortrag des Studiendirektors Hertsch aus Scholten über seine Kriegserlebnisse aus dem östlichen Kriegsschauplatz. Seine von köstlichem Humor durchwürzten Ausführungen über die Schlacht bei Lodz fesselten alle Zuhörer. Gedichtvorträge, ein Theaterstückchen. Liedervorträge des Gesangvereins, musikalische Darbietungen einer aus Dereinsmitgliedern gebildeten Hausrapelle umrahmten den Vortrag. Der Abend dürfte vielen den Kriegervereinsbe- ftrebungen mißtrauisch gegenüberstebenden Gemeindegliedern bewiesen haben, daß sich in unserem Kriegerverein Anhänger jeder politischen Richtung zur Pflege echter Kameradschaft zusarn- menschließen können, daß dem Verein parteipolitische Betätigung völlig fernliegt.
O Betzenrod, 2. Febr. Gestern fand hier die B ü r g e r m e i st e r w a h l statt. Heinrich Appel II. erhielt 108 Stimmen, Beigeordneten Dotz 91 Stimmen. 1 Stimme ungültig. Appel ist somit gewählt. Die Wahlbeteiligung war sehr stark.
wg. Gedern, 2. Febr. Dem Plan der Errichtung eines Kriegerdenkmals soll nun auch hier endlich nähergetreten werden. Der Kriegerverein nahm die Sache in die Hand und bildete zur Vorbereitung der Angelegenheit einen Ausschuß, dem die Vertreter sämtlicher hiesiger Vereine, des Kirchenvorstandes und des Gemeinderats angehören. Dor einigen Tagen fand die erste Ausschuhsitzung statt. Man beschloß, von dem Gewerbelehrer und Dautechniker Gustav Limpert zwei Entwürfe anfertigen zu lassen. Hinsichtlich der Platzftage wurde noch kein definitiver Beschluß gefaßt. Doch war sich die Der- sammlung darin einig, daß nur zwei Plätze in Frage kommen können: Der sogenannte „Rote Berg" mit dem herrlichen Schloßpark als Hintergrund und der Platz am „Mühlbom" in der neu angelegten Drühlstrahe. Unter dem Gesichtspunkt künstlerischer Wirkung betrachtet, verdient der erstere Platz entschieden den Dorzug. Einmütig war man der Meinung, das geplante Denkmal nicht an die stark belebte Hauptstraße zu stellen, sondern <m einen ruhigeren Ort, wo man in andächtiger Stille der Gefallenen gedenken könne. Zwecks Aufbringung der erforderlichen Geldmittel beschloß man, einen Kriegerdenkmal-Dauverein zu gründen und Beiträge monatlich bei den Mitgliedern zu erheben, von dem Gedanken ausgehend, daß die Zeichnung größerer Beträge bei der herrschenden Geldknappheit auf Schwierigkeiten stoßen würde. Hm die Gesamtheit der Einwohnerschaft für die Sache zu erwärmen, wurde die Veranstaftung eines Gemeindeabends
heft verschiedenster Völkerschaften, sah einen malerischen Umzug der Truppen des Rizam, fuhr tauch hinaus in das riesige englische Militärlager bei Secunderabad und nach dem nahen Golkonda — und als er wieder in sein ödes Hotelzimmer zurückkehrte, setzte er sich auf den Bambusstuhl neben seinem Bett und befam einen förmlichen Weinkrampf. Gr war nicht krank, er war ganz gesund, er hatte nur das Gefühl, daß eine Metamorphose in ihm vorging und vorgehen mußte, wenn er wieder einen Platz im Leben ausfüllen wollte. Ganz plötzlich sehnte er sich nach harter Arbeit und dachte nun auch milder über die Heimat, wo er sie finden würde, und dachte sogar, weih Gott, eS war so, in diesem schwülen Tropenzimmer an einen frischen -Hauch vorn deutschen Walde. Und noch am Mend setzte er ein Telegramm an Hellmut auf:
„Heimweg begriffen. Erbitte Anweisung 50 000 Mark durch Deutsche Dank an Rational Bank of India, Hornby Road, Bombay. Wohne Bombay Tadsch Mahal Hotel, telegraphiert dorthin, ob alles gesund wie ich selbst. Ankunftszeit folgt noch.
Gert."
Dies Telegramm traf in Groß-Ponar an demselben Tage ein, an dem Theda und Hellmut von ihrer Hochzeitsreise nach Paris und Biarritz zurückkehrten.
14.
Nlexe war, nachdem sie von der Ankunft Der Depesche Gerts gehört hatte, sofort nach Groß-Ponar gefahren. Sie fand Theda schon beruhigter vor. Hellmut hatte sie zu trösten verstanden. Es war hier einer jener Fälle ein» getreten, die auch das Gesetz vorsieht. Ein infolge reijähriger Verschollenheit für tot Erklärter meldete sich wieder. Aber er hatte nicht das Recht, eine Trennung der zweiten Ehe feiner Fvau zu fordern. Die Wiederverheiratung löste -automatisch die erste Ehe auf, und die zweite konnte nur dann angefochten werden, wenn der unwiderlegliche Beweis erbracht wurde, einer der Eheleute habe gewußt, daß die Todeserklärung zu Unrecht erfolgt sei.
„Und dieser Beweis ist ausgeschlossen", sagte Alexe, als die drei im Arbeitszimmer Hellmuts
beschlossen, wobei der Ort-geistliche und Gewerbelehrer Limpert Vorträge halten werden.
Kreis Alsfeld.
m. Mücke, 1. Febr. Der gestrige Abend hatte die D. H. C.-Drüder und -Schwestern des ZweigvereinS Mücke nach dem flirten Dörfchen Ilsdorf zu ihrem diesjährigen Wintervergnügen geführt, das im Saale des Vereinsbruders, des Gastwirts Stühler, abge- halten wurde. Der Vorsitzende des Zweigvereins Lehrer I ü n g st - Ilsdorf. begrüßte die Erschienenen mit markigen Worten, gedachte der Rot des Vaterlandes: er verstand es, für die Heimat zu begeistern und schloß mit einem kräftigen „Frischauf" auf sie. Der erste Teil der Veranstaltung war der heiteren Kunst (mehreren Theaterstückchen) gewidmet. Sämtliche Mitwir- kenöe hatten sich gesanglich und theatralisch recht gut eingearbeitet und wurden mit starkem Beifall belohnt. Die Pausen zwischen den Stücken wurden ausgefüllt durch selbstangefertigte und mundartliche Gedichte mehrer V. H. C.-Drüder. Dr. K i ß n e r - Rieder-Ohmen sprach hierauf im Rainen aller Versammelten den Mitwirkenden seinen herzlichen Dank aus Rach einer Verlosung folgte noch ein ftottes Tänzchen, begleitet von dem Streichorchester Sonntag-Gießen, das besonders die Jugend bis zum frühen Morgen zusammenhielt.
* Ober-Ohmen, 3. Febr. Der neugegründete Gesangverein „Sängerlust" zu Ober-Ohmen begeht am 11.. 12. und 13. Juli das Fest der Fahnenweihe. Der Ohm- Lu m d a t a l - <5 ä n g e r b u n b, dem der Verein angehört, verbindet damit sein diesjähriges Dundesfest. Der Bund zählt zur Zeit 19Vereine. Auf dem am 25. Januar abgehaltenen Sängertag wurde das Bundeslied festgesetzt und zum Dundesdirigenten für 1925 Lehrer Somme r l a d - Ober-Ohmen ernannt.
Starkenburg und Rheinhessen.
” Darmstadt, 3. Febr. (Eigener Bericht.) Gestern abend fand in der Turnhalle am Woogs- platz eine außerordentlich stark besuchte Versammlung der in den chemischen Fabriken! von Merck sowie Röhm und Haas beschäftigten Arbeiter statt, in der beschlossen wurde, heute vormittag in den Streik einzutteten. Es handelte sich um die Stellungnahme zu einem am 31. Januar in Frankfurt unter Mitwirkung eines Vertreters des Reichsarbeitsministeriums gefällten Schiedsspruch. Hierin ist für die Zeit vom 25. bis 31. Januar eine Zulage von 4 Pf., und vom 1. Februar ab eine weitere Zulage von 2 Pf. die Stunde vorgesehen. Die Arbeitgeber haben den Schiedsspruch angenommen, die Arbeitnehmer sind unzufrieden, weil keine Rachzablung vom 1. Januar ab vorgesehen ist, und weil sie durch den Schiedsspruch bis zum 31. Mai gebunden wären. Der Streik ist mit großer Mehrheit beschlossen worden: ,feit heute vormittag ruhen die Betriebe. 3m ganzen streiken über 2000 Arbeiter. Der hiesige Ausstand steht im Zusammenhang mit den Streiks in der chemischen Industrie in den Rachbarstädten.
Hessen-Nassau.
* Rodheim a. d. B, 3. Febr. Am 7. Febr. begehen in geistiger Frische und bei guter Gesundheit Bürgermeister a. D. Bechtold und seine Ehefrau das Fest der goldenen Hochzeit. Herr Bechtold hat das Bürgermeister-Amt unserer Gemeinde fast 20 Jahre geführt. Stets befleißigt, fein Amt gewissenhaft und nach allen Seiten gerecht zu führen, hat er sich die allgemeine Beliebtheit der Einwohner erworben
bl. AuS dem Dillkreis, 3. Febr. In der letzten Zeit mehren sich die Diebstähle im Walde außerordentlich stark. Ebenso verhält es sich mit den W i ldi ebe r e i e n, die auch in großem Maße zunehmen. Leider erwischt man nur wenige der lichtscheuen Gesellschaft auf rischer Tat.
Aus dem Awtsverkündigungsblatt.
* Das Amtsverkündigungsblatt Ar. 9 vom 3. Februar enthalt: Sie Februarmiete. — Diehhandelserlaubniskartsn. — Ausführung der Landesfeuerlöschordnung. — Alkohol-Ausschreitungen. — Maul- und Klauenseuche in Wieseck. — Wasserwerkserweiterung in Göbelnrod. — Feldbereinigung Grüningen. — Dienstnachrichten.
beratend beieinander sahen. „Wir haben jahrelang nichts von Gert gehört und mußten nach allen uns zugegangenen Berichten annehmen, daß er verunglückt sei. Auf diesen Standpunkt stellte sich auch das Gericht, als es die Todeserklärung erließ. Cs wird sich ja aufklären, aus welchem Grunde Gert so schweigsam war. Ist er in entlegene Gegenden verschlagen worden, von denen aus jeder Verkehr mit der Außenwelt unmöglich war, ist er in Gefangenschaft geraten oder lag er krank — ich ahne es nicht, das werden wir erst durch , ihn selbst erfahren. Jedenfalls fehlte ihm jede juridische Handhabe, eure Ehe anzufechten. Das muh festgestellt werden."
„Er wird es auch nicht tun“, warf Hellmut ein, der sich völlige Gelassenheit bewahrte. „Denn abgesehen von der Aussichtslosigkeit einer Anfechtung würde ihm immer eine Scheidungsklage Thedas drohen, falls es ihm wirklich gelingen sollte, seine Che wieder herzustellen. Wir müssen auch mit Gerts Charakter und Wesen rechnen. Er denkt doch zu ritterlich, um auf Theda einen Stoang auszuüben. Aber er wird Ansprüche auf fein Erbe erheben, das ist selbstverständlich. Rach feinem Helratsvertrag stehen ihm auch die Gruben in Groß-Ponar zu."
»Mag er sie behalten", rief Theda. „Sie find die Schöpfung meines Vaters, aber ich gönne sie ihm. Ich gönne ihm alles Gute, ich stehe ihm ja nicht feindselig gegenüber, ich verlange nur, daß er mir mein schwer erkämpftes Glück beläßt I Ich bin ohne weiteres bereit, wieder nach Schwichelde zu ziehen, freilich nicht in die alte Villa, die mir zu nahe an den Geräuschen der Werke liegt — wir werden uns am Hange des Buchenwalds ein Schlößchen erbauen und einen Teil des Hochwalds in den Park einbeziehen — ich habe schon meine Pläne. Meine einzige Furcht ist die Peinlichkeit der erftert Auseinandersetzung mit Gert. Er weiß ja noch gar nicht, daß er für tot galt, weiß nichts von meiner Heirat mit Hell — müssen wir ihm das nicht schreiben oder telegraphieren, damit et wenigstens vorbereitet ist?"
„Rein", erwiderte Alexe, „ich bin dagegen. Ein geschriebenes Wort klingt gewöhnlich brutaler als ein gesprochenes. Einer von uns muß ihm entgegenveisen."
Wirtschaft.
Schlimme Handelsbilanz LVL4.
Die Entwicklung der letzten Monate, die eint ständige starke Steigerung der Einfuhrziffern gegenüber einer verhältnismäßig kleinen Besse, rung der Ausfuhrziffern zeigte, hat auch im Monat Dezember ihren Fortgang genommen. Die Einfuhr ist auf rund 1309 Millionen Goldmari gestiegen, gegenüber 1048 Goldmark im Rovern, ber, also um rund 260 Millionen. Demgegenüber weist die Ausfuhr nur eine Steigerung von 643 Millionen im November auf 740 Millionen im Dezember, also um 97 Millionen, auf. Es ist allerdings zu berücksichtigen, daß an der Steige- rung der Einfuhr die Einfuhr von Gold und Silber mit 80 Millionen Goldmark beteiligt ist, infolge der Goldverschiffungen nach Deütschland aus dem Erlös der Dawes-Anleihe. Weiler liegen in dem Monat Dezember insofern besondere Verhältnisse vor, als diejenigen Staaten, die Nutznießer der handelspolitischen Cßcftimmun- gen des Versailler Vertrages waren, sich im Dezember bemüht haben, hieraus vor dem 10. Ja- nuar noch Ruhen zu ziehen. Eine Folge hiervon ist die außerordentlich starke und unerwünschte Steigerung der Einfuhr von Fertigwaren um mehr als 80 Millionen, woran allein Textilwaren mit 47 Millionen beteiligt sind. Das Gesamtergebnis des Jahres 1924 zeigt einen Einfuhrüberschuß von nicht weniger als 2,7 Milliarden, zurückgesührt auf Vorkriegswerte, um einen Ver- gleich mit den Vorjahren herbeiführen zu können, von 1,8 Milliarden, während im Jahre 1923 noch ein Ausfuhrüberschuß von 0,53 Milliarden erzielt werden konnte.
Diese Entwicklung findet augenscheinlich nur darum verhältnismäßig wenig Beachtung, weil die Passivität der Handelsbilanz durch die Auslandkredite ausgeglichen werden konnte und somit für die deutsche Währung noch keine üblen Folgen zeitigte. Wenn man auch berücksichtigen muß, daß namentlich die letzten Monate des Jahres 1924 unter dem Zeichen besonderer Verhältnisse standen, worauf bereits oben hingewiesen wurde, so bleibt doch immer noch genügend übrig, um ernsthafte Besorgnisse wegen der Möglichkeit einer Aufrechterhaltung unserer Währung zu hegen. Die Aussichten, in absehbarer Zeit zu einer aktiven Handelsbilanz zu kommen, erscheinen angesichts der obigen Zahlen minimal. Diejenigen Stellen, die zur Zeit die verschiedenen Verhandlungen über Handelsverträge führen, werden sich dieses Ziffernmaterial stets vor Augen halten müssen. Wir müssen noch mehr als bisher daran arbeiten, die Einfuhr von Lebensmitteln und Getränken und die Einfuhr von Fertigwaren, die eine außerordentliche Menge von Luxuswaren in sich bergen, herabzudrücken.
Heber dem Ziele nach Erweiterung einet aktiven Handelsbilanz darf eine andere Aufgabe nicht vergessen werden. So ist durch Hebung und Ausbau des Inlandmarktes, durch Stärkung der Kaufkraft im Innern die Reuschaffung von Kapital zu begünstigen. Das Endziel kann nicht lediglich in einer Aktivierung der Handelsbilanz, die wohl nicht sobald zu erreichen sein wird, bestehen, sondern in einer Aktivierung der Zahlungsbilanz. Es besteht heute noch zum großen Teil ein Leerlauf der Produktionsstätten. Man kann nicht warten, bis dieser Leerlauf durch Exportaufträge ausgesüllt ist. Eine Intensivie- rung der Landwirtschaft trägt indirekt ebenfe zur Besserung unserer Zahlungsbilanz bei, wie die Hebung des Exportes. Die Entwicklung unserer Schiffahrt findet noch nicht die genügende Beachtung, deren sie bedarf. War doch in der Vorkriegszeit die Frachteneinnahme ein wesent- kicher Poften auf der Aktivseite der Zahlungsbilanz. Der Verschuldung an das Ausland, die ja wohl zunächst noch weitere Fortschritte machen wird, muß die Bildung von Guthaben im Aus« lande gegenüberstehen. Das läßt sich nur erreichen, indem man die gesamte Politik auf Förderung der Kapitalbildung einstellt. Leider läßt man sich aber in Deutschland mit der Hinweg, räumung der dieser Kapitalbildung im Wege stehenden Hemmnisse reichlich Zeit.
' Konkurse im Januar. Die Anzahl der Konkurseröffnungen, die in den letzten Monaten des vorigen Jahres eine ausgesprochen sinkende Tendenz gezeigt hat, ist mit Beginn des neuen Jahres wieder angestiegen. Es wurden im Januar 757 Konkurse eröffnet (gegen 598 im
„Um Gottes willen — ich^icht", rief Theda
-Das ist ausgeschlossen. Aber Hellmut fömrte es tun."
-Wäre ein Unbeteiligter nicht besser?" fragte Artrnut. „Lexe, würdest du nicht die heikle Mission übernehmen? Es wäre ein großes Opfer, ba« du uns brächtest, aber andererseits: Du mit deiner Klugheit und Diplomatie wärst auch tne Gegebene für den Auftrag "
„Lexe", bat Theda, „sei lieb, sei gut! Du wirst die richtige Art für die vermittelnde Rolle finden. Du beherrschst das Wort und wirft ihn am besten über alles Geschehene auf klären können."
Alexe stand auf und schritt im Zimmer hin und her. „Es ist fein Vergnügen. Kinder", sagte sie, „es wird keine Lustreise. Aber um euretwillen mag es fein. Natürlich kann ich nicht nach Bombay — was mich im übrigen locken würde Mir wissen ja nicht, wie lange er da noch bleiben wird. Wir wissen nichts über den Weg seiner Rückreise. Er erwartet ein Antworttelegrarnm t>on uns. Wir wollen ihm darin vorläufig nur ben Tod der beiden alten Herren anzeigen und ..Sie unterbrach sich und setzte sich an ben Schreibtisch.....Ich werde das Telegramm
entwerfen", fuhr sie fort. „Es muh dringend befördert werden ..."
Die Feber flog über das Papier. Dann las sie vor: „Graf Hora. Tadsch Mahal Palace. Bombay. Geld angewiesen. Erbitte Drahtnachricht über Route des Heimwegs und Zeit der Ankunft hier. Vater und Geisbach inzwischen verstorben, sonst alles wohl und in bester Ord- mung. Freuen uns. Dich gesund zu wissen. Hellmut."
DaS erwartete Antworttelegramm traf zwei Tage spater ein und lautete: „Mit Dampfen Cleveland dreißigsten September Genua. Dann sofort weiter. Allseitig Grüße. Gert."
Aftxe hatte noch genügend Zeit vor sich, um PbHC Jjctjjagb nach Genua zu reifen. Sie stieg tm M>en-Hotel ab, dessen stille Lage unterhalb be« Parks von Auasola sie von einem früheren A'Uche her kannte, und suchte zunächst das Büro der Hamburg-Amerika-Linie auf, um sich 8U. bergetoiffern, ob di« „Cleveland" nicht etwa mit Verspätung eintreffe. (Fortsetzung folgt.)
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