ein $ro'oi|Dii*im. fcanDca, llclvC Dic Sozial- Demokratie ihre Bedenken zurückstellen, erwartet aber jür den endgültigen Handelsvertrag eine andere Regelung.
2lbg. Giese (Deutschnal.) erklärt, Daß ein Teil seiner Freunde aus ähnlichen Gründen wie gegen das i.a.ieniiche auch gegen das vorliegende Zollabkommen stimmen werde.
Abg. von Gräfe (Böll.) betont, seine Freunde seien empört über die skandalöse Methode, mit der die Regierung ihre Handels- vertragspolitik durchführe, ohne den Reichstag ausreichend zu informieren. Die Böllischen würden d'.elc Regierungsvorlage ablehnen.
Aög. Frau Sender (Soz.) erwidert, im Rus schütz hät.en die Sozialdemokraten von der Regierung nähere Sirorma.ionen verlangt. Herr v. Gräse iei aber nicht anwesend gewesen.
Das Zolla.kommen mit der Schweiz wird dann in zweiter und dritter Beratung gegen die Kommunisten und gegen die Böllischen und einen Teil der Deutschnallonalen endgültig a n - genommen.
Das Zvi wl kommen mit Oesterreich wird ohne RuLspra.le in zweiter und dritter Beratung angenommen.
Run folgt die erste Beratung des von den Der.-.rkralen eingebrachten Gesetzentwurfes über die vermögens rechtliche Auseinandersetzung mit den Fürstenhäusern
und über den von den Kommunisten beantragten Eesegentwurf über entgeltlose Enteignung dec früheren Fürstenhäuser.
Aög. Dietrich- Baden (Dem.) begründet den Gesetzentwurf der Demokraten, wobei er betont, datz seine Freunde zu Renderungen des Entwurfes gern bereit seien. Die vermögensrechtlichen Auseinandersetzungen mit den Fürstenhäusern vor Gericht haben zu ganz unhaltbaren Zuständen geführt. Besonders bedenklich liegen die Berhältnisse in Thüringen. Dort muß-en nach den Rc.chsgecichtsurteilen dem Herzog von Gotha ein Waldbestand von 20 000 Hella.', dem von Altenburg 12 000 Hektar, dem Fürsten von Schwarzburg-Sondershausen von 19 000 Hek.ar ausgeliesert werden. Eine solche Herausgabe in Verbindung mit den hohen, den Fürsten von Len Gerich en zügel ist ig. en Renten würden die Finanzen Thüringens aufs schwerste erschüttern. Preußen würde durch die Abfindung des früheren Königshauses nicht weniger schwer erschüttert werden. Diese Auseinandersetzungen, so fährt der Redner fort, können wir unmöglich den Gerichten überlassen, denn es handelt sich hier überhaupt nicht um Privat- rechte, sondern um staatsrechtliche Fragen. (Beifall links.) Wir wollen mit unserem Gesetzentwurf den Rechtsweg ausschlie- tz e n bezüglich der grundsätzlichen Frage und dec Höhe der Entschädigung. Die Erfahrungen mit den politischen Prozessen der letzten Zeit haben uns gezeigt, wie bedenklich es wäre, wenn die Weltgeschichte nachträglich von Gerichten gemacht wird. (Lebhafter Beifall links, Zischen rechts.)
Abg. Neubauer (Komm.) begründet den Gesetzentwurf seiner Freunde, der die entschädigungslose Enteignung der früheren Fürstenhäuser fordert. Bismark habe den Standpunkt vertreten, datz bei der Auseinandersetzung der abgeseyten Fürsten nicht das bürgerliche Rechst sondern die Rücksicht auf die Staatssicherheit entscheidend sei. Insgesamt sind den Fürstenhäusern 2l/> bis 3 Milliarden Mark zugesprochen worden, was das Dreifache der .Dawesanleihe bedeutet, für die Deutschland seine älnabhängigkeit an die amerikanischen Finanzen l verkauft hat. Diese Riefensumme soll Deutschland cm die fürstllchen Parasiten zahlen, während die F K:iegsbeschädiaten und Erwerbslosen mit Bettelpfennigen abgespeist werden und auch die flei- '' nen und mittleren Dauern sich in größter Rvt befinden.
Abg. Scheidemann (Soz.):
Es ist keine Llestertreibung, daß jetzt Millionen unserer Bollsgenossen hungern. Wir haben rund eine Million Erwerbslose und mehrere Millionen Kurzarbeiter. 3m Oktober haben 1467 Geschäfte Bankerott gemäht, und im September sind 6550 Deutsche nach Liebersee ausgewandert. Die Zahl der (Älbstmorde beträgt 30 auf 100 000 Einwohner. Das Elend ist überall im Steigen, und dieses in Rot und Elend versinkende deutsche Dolk soll nun viele Hunderte Millionen jenen Fürsten zahlen, die d.e Hauptschuld an dem jetzigen Elend unseres Volkes tragen! Die Fürsten haben offenbar kein Verständnis für die milde Art, mit der das Voll bei der Revolution mit ihnen umge» gangen ist. Roch ärger ist aber das Verhalten deutscher Gerichte. Das Oberlandesgericht in Draunschweia hat sich nicht gescheut, einen Der- gleichsvorschlag zu machen, nach dem dem Cum-- derlandschen Herzog eine Jahresrente von 350000 Mark gezahlt werden sollte. (Hört! Hört! bei den Sozialdemokraten.) Die Vereinbarungen, die den Fürsten hohe Renten zusprechen, sind von den Gerichten als wider die gut en Sitten verstoßend, aufgehoben worden, weil auch die Fürsten dabei d.e Geldentwertung spüren würden. Verstößt es nicht mehr gegen die guten Sitten, daß den Kriegsanleihezeichnern ihr ganzes Vermögen entschädigungslos genommen worden ist? (Sehr wahr! bei Den Sozialdemokraten.) Die Hohenzollern haben nicht mehr als 5,7 Millionen jährlich gefordert, ein Betrag, mit dem 34000 erwerbsunfähige Invaliden ernährt werden könnten.
Bei der Auseinandersetzung mit dem 1866 entfernten Kurfürsten von Hessen hat Bismarck mit allem Nachdruck festgestellt, daß solche Dinge nicht prioatrechtlicher, sondern staatsrechtlicher N a- t u r seien. Man kann jenes Wort Bismarcks und der höchsten preußischen und Reichsinstanzen heute anführen, um die juristischen Leibhusaren der Fürsten zu widerlegen, die in Gutachten und Urteilen die prioatrechtlichen Ansprüche der Fürsten gegen die arme deutsche Republik unterstützen wollen. Bismarck hat seinerzeit den Welfenfonds bezeichnet als ein Mittel zur Abwehr des von den abgesetzten Fürsten ausgehenden Bestrebungen zur Wiederherstellung des alten Zustandes. Damals bestanden keine ernstlichen Bewegungen der Art. Heute sehen wir die Anhänger der Hohenzollern, der Wittelsbacher und anderer Dynastien sehr tätig gegen die bcsiehende Staatsform für die Wiederherstellung des früheren Zustandes. In Bayern werden heute noch amtliche Formulare mit dem Aufdruck „Königreich Boyern" hergestellt. (Hört! Hört! links.) Wir verlangen nicht einen Abwehrfonds nach Art des Welfenfonds. Aber die Republik darf sich nicht zum Knecht der ganzen Welt machen, in dem sie ihren Feinden noch die Kampfmittel liefert. Unser armes Volk lebt in einem Elend, in das es durch die Fürsten gestoßen worden ist. Das Land ist den Fürsten nichts schuldig, die Fürsten dem Lande alles. Der
kommunistische Antrag I,g. lediglich agitatorischen Charakter, der demokratische Antrag bildet eine brauchbare Grundlage zur Lösung der Frage. Die Reichstagsabgeordneten haben jetzt zu beweisen, daß ie Vertreter des deutschen Volkes sind, nicht aber Jürstenknechte.
Abg. Linüeiaer-Wiidau (Dlfchnat.):
Es ist eine Frage bes guten Geschmacks, wie der Reichstag d e Angelegenheit behandeln w.ll. Die deutsche Republik wird nicht verleugnen können, daß ihre Vorfahren und ihre Vergangenheit monarchistisch sind. Man konnte also leicht das Wort anwenden vom Vogel, der sein eigenes Rest beschmutzt. Wir verlangen nichts weiter, als daß die Mitglieder der ehnnalgen Fürstenhäuser als gleichberechtigte Staatsbürger behandelt werden. Der demolra- tische Staatsrechtlehrer S ch ü ck i n g hat am 17. Rovember 1920 in einem Gutachten erklärt, die Auseinandersetzung mit den Hohenzollern dürfte nicht unter politischen Gesichtspunkten, sondern müsse auf dem Dechtsboden erfolgen. Man müsse den Hohenzollern alles geben, was ihnen gebührt. Denselben Standpunkt haben auch alle Dolksbeauftragten und Minister, wie Friedrich Ebert, Wolfgang Heine und andere Sozialdemokraten und Demokraten eingenommen. (Hört! Hört! rechts.) Rach der Weimarer Verfassung ist die Reichsgesehgebung gar nicht zuständig. Die eingebrachten Gesetzentwürfe verstoßen gegen zwei Verfassungsbestimmungen, gegen Art. 109: „Alle Deutsche sind vor dem Gesetz gleich" und gegen Art. 153: ..Das Eigentum w rd in der Verfassung gewährleistet." Eine Annahme deS demokratischen und des kommunistischen Antrages würde nicht nur verfassungsändernd, sondern verfassungswidrig sein. Die Berufung auf Bismarcks Stellungnahme nach 1863 tft_ verfehlt, denn es ist ein Unterschieb, ob ein Fürst durch Revolution oder durch Krieg abgesetzt wird. Damals haben auch gerade die freisinnigen Abgeordneten energisch gegen Bismarcks Stellungnahme protestiert und haben verlangt, daß der Rechtsboden nicht verlassen w'rd.
Wir halten fest an den Sah: Die Gerechtig- tigkeit ist die Grundlage aller Staaten. 3ch überlasse es dm berufenen Vertretern der Republik, ob die Republik glaubt, auf dieses Funda- ment verzichten zu können. (Lebhafter Beifall rechts.)
Abg. Dr. Bell (Zentr.):
Meine Freunde werden ohne Vorurteile und frei von Parteieinstellung streng sachlich und gerecht als tradionelle Hüter von Verfassung und Recht auf eine Lösung hinzuwirken suchen, die mit der gebotenen Rücksicht auf das Stagts- wohl die Vertretung bürgerlicher Privatinteressen verbindet, Unnütze Erörterungen in im» serer ohnehin nervösen Zeit wären uns erspart geblieben, wenn die ehemaligen Fürstenhäuser bei Geltendmachung ihrer Ansprüche und namentlich auch bei den Abfindungsverhandlungen auf die durch die entsetzlichen Kriegsverluste verursachte Derelendung und Verarmung von Land und Volk, auf die bitterste Rot leidender Kriegsbeschädigter. Kriegswaisen und Kriegshinterbliebenen und diejenigen allenthalben Rücksicht genommen hätten, die sich aus ihrer hohen Würde und Stellung als vornehmstes Gebot ergab. (Lebhafter Beifall links und im Zentrum.) Wer sich auf die beiden Absätze des Verfassungsartikels 153 Beruft, der muß sich auch den letzten Absatz einprägen: „Eigentum verpflichtet, fein Gebrauch soll zugleich Dienst sein am gemeinsamen Wohl!" (Beifall.) Wir beantragen Uebertoeifung deS demokratischen Antrages, der kommunistische Antrag scheidet für uns aus, an den Rechtsausschuß. Wir wollen dort auch die Frage gründlich prüfen, ob der Rechtsweg wirllich ausgeschieden werden kann. Reben dem vom Vorredner angeführten Grundsatz gilt auch der: D a s Wohl des Staatsganzen soll das höchste Gesetz sein!" Das muß auch gelten für die ehemaligen Inhaber von Fürstenthronen. (Beifall links und im Zentrum )
Weiterbesprechung Donnerstag.
Die Regierungsbildung.
TU. Berlin, 2. Dez. Die seit Anfang dieser Woche schwebenden Verhandlungen zwischen den Mittelparteien und den Sozialdemokraten können im Augenblick, als abgeschlossen gelten, nachdem sie einen Erfolg nicht gehabt haben. Man will jetzt abwarten, bis der Reichskanzler Dr. Luther auS London zurückgekehrt ist. Die Initiative zu den interfraktionellen Besprechungen zur Bildung der großen Koalition ging vom Zentrum und von den Demokraten aus. Sowohl die Zentrumsfraktion des Reichstages, als auch die demokratische Fraktion hatten einstimmig Beschlüsse gefaßt. in Denen die Bildung eines neuen Reichs- kabinettes auf der Grundlage der großen Koalition für wünschenswert erachtet wurde. Der Abgeordnete Fehrenbach (Zentr.) lud daher für Montag die Vertreter der für die große Koalition in Frage kommenden vier Parteien (Zentrum, Demolraten, Deutsche Vollspar- tei und Sozialdemokraten) zu einer Besprechung ein, an der aber die Deutsche Vollspur- tei nicht teil na hm, da. wie sie erklären ließ, ihre Parteiinstanz zu der Frage noch nicht Stellung genommen hätte. Die Sozialdemokraten nahmen die Anregung entgegen, konnten aber ebenfalls noch keine bindende Erklärung abgeben.
Am Dienstag verhandelte dann der Abgeordnete Fehrenbach mit dem Abgeordne.en Dr. Scholz (Dtsch. Vpt.), Der nochmals Darauf verwies, daß er zur Zeit noch keinerlei Erklärungen abgeben könne, da die Parteiinstanzen noch keine Entscheidung getroffen hätten. An dieser Besprechung nahm auch der Abgeordnete Leicht (Bayr. Vpt.) teil. Der Abgeordnete Fehrenbach hat darauf seine weiteren Bemühungen zur Bildung der großen Koalition zunächst eingestellt. Die Vertreter des Zentrums und der Demokraten brachten noch einmal zum Ausdruck, daß sie eine Koalition der kleinen Mitte, wie sie von der Deutschen Volkspartei befürwortet wird, nicht mitmachen könnten.
Preußischer Landtag.
Berlin, 2. Dez. Der Fall B a r m a t ist, soweit der Preußische Landtag sich mit ihm zu befassen hatte, am Mittwoch endgültig erledigt worden. Cs wurden nur noch die Abstimmungen über die Ergebnisse des Unter- suchung^ausschus'es und einige vorliegende Aen- Detungeanträge vorgenommen. Sa.et wurden die Ausschußanträge angenommen, nach denen die Untersuchung des Landtagsausschusses nicht er
gab, daß die Gewährung der Staatsbankkredite I an die im polnischen Leben stehenden Personen direkte oder indirekte Vorteile verschafst habe. Dem Abg. H e i l m a n n wird durch Die Ausschußanträge bewiesen, daß er sich in der Angelegenheit Barmat unvorsichtig verhalten habe. 3m Anschluß Daran erledigte das Haus die noch ausstehenden verschiedenen Abstimmungen Über den Etat des Handels- und Finanzministeriums, der Handel- und Gewerbe- Verwaltung, des Innenministeriums, der landwirtschaftlichen Verwaltung und des Wohlfahrtsamtes. Dabei zeigte der Landtag seine Bewilli- gungsfreude durch Annahme von Zusatzantrügen bei der Bewilligung von Geldmitteln für das Luftfahrtwe en, !a ldwirlschaft.iche Ansiedlung von Optau.e i, Pflege der schulentlassenen Jucendusw. Der QlbLc )nung gegen die Sozialdemokraten und Kommunisten verfiel der kommunistische Antrag auf entschädigungslose Enteignung des Hohen- zollernvermögens, und Verwendung der enteigneten Schlösser zu Erholungsheimen. Die Ab- timmungen wurden umrahmt durch die Generaldebatte über den Haushalt der allgemeinen Finanzverwaltung.
(Ein deutsch - afghanischer Zwischenfall.
Berlin. 2. Dez. (TU.) Der deutsche Ra- tionalötonom S t a t i l Sauer, der im Auftrag des Geographischen 3nstttuts Leipzig mit Unterstützung der sächsischen Regierung und industrieller und wissenschaftlicher Kreise Afghanistan bereiste, ist gestern von den afghanischen Behörden widerrechtlich fest genommen und in das Polizeigefängnis Kabul eingeliefert worden. Der Vorgang ist folgender: Am 17. Rovember wurde der deutsche Gelehrte bei Kabul von einem Afghanen angegriffen, den er in der Rotwehr verwundete. Der deutsche Geschäftsträger in Kabul machte sofort dem afghani- schen Außenminister von diesem Vorfall Mitteilung und stellte in Aussicht, daß er sofort Gegenklage wegen versuchten Totschlags erheben würde, wenn der Verwundete Klage erheben würde.
Am 30. Rovember lief die Rachricht ein, daß der verwundete Afghane gestorben fei und die afghanische Regierung den Fall der Rotwchr nicht anerfennnen wolle. Statik Sauer sollte verhaftet werden. Afghanische Kreise erkürten, daß die Hinrichtung unvermeidlich sei. Sauer ist darauf geflohen. Bei dem Versuch, Die indische Grenze zu erreichen, wurde er aber fest genommen. Der deutsche Geschäftsträger hat Den afghanischen Außenminister auf die verhängnisvollen Folgen für Die deutsch-afghanischen Beziehungen im Falle der Hinrichtung Souers hingewiefen. Gleichzeitig ist in Berlin mit dem hiesigen afghanischen Gesandten Fühlung genommen worden.
Die Rechtslage im Falle Sauer ist so, daß der deutsche Forscher vor Der Wahl stand, entweder sich e^chießen zu lassen, oder sich zu wehren. Es ist unbedingt zu fordern, daß Die deutsche Regierung auch vor energischen Mah- nahrnen nicht zurückschreckt, um eine Rechtsbeugung in diesem so klaren Fall zu verhindern.
Aus aller Welt.
keine Verteilung des Nobelpreises.
Das Nobelkomitee des norwegischen Stortings beschloß, auch in diesem Jahre den Friedenspreis nicht zu verteilen.
Aufhebung einer Berliner Spielhölle.
3n der vergangenen Rächt wurde in Der Georgenkirchstraße in Berlin ein Spielunternehmen von der Kriminalpolizei überrafcherrd aufgehoben, das von einem kriegsinvaliden Kauf- i-iann namens Doehme betrieben wurde. 3m g....zen wurden 44 Personen dem Polizeipräsidium zugeführt. Größtenteils handelt es sich um Leute aus Der Provinz, die zur Auto- mobilauSstellung nach Berlin gekommen waren und durch Sch' :pper Dem Spielunternehmen zu- geführt worden waren. Gespielt wurde »Meine Tante — Deine Tante" mit Einsätzen von 1 bis 50 Mark. Die Spielgelder wurden beschlagnahmt.
Explosion.
Im alten Werke der Badischen Anilin- und Sodafabrik in Ludwigshafen wurde beim Explodieren einer Säureflasche ein 54 Jahre alter Hilfsarbeiter sofort getötet. Einem anderen Arbeiter wurde ein Bein abgerissen und zwei weitere Arbeiter erlitten ebenfalls erhebliche Verletzungen.
Wildwest in Oberslein.
In einer Der letzten Nächte drangen hier zwei mit falschen Bärten maskierte Einbrecher morgens gegen vier Uhr in Die Wohnung zweier Lehrerinnen ein, hielten sie mit Dem Dolchmesser in Schach und ließen alles greifbare Geld und Sachwerte mitgehen. Der Polizei ist es inzwischen gelungen, einen Der Banditen dingfest zu machen.
Opfer der WirtschastSkrisis.
3n 2 ei b?, in bmutzte der 42jährige Kaufmann Robert Käßmodel He Abwesenheit feiner Ehefrau, um zunächst seinen sechsjährigen Sohn und Dann s i ch selbst mit einem Jagdgewehr zu erschießen. Wirtschaftliche Sorgen sollen Die Tat veranlaßt haben. Die Über 100 3ahre bestehende Firma R. C. Käßmodel befand sich in letzter Zeit in finanziellen Schwierigkeiten. Dem Personal ist für Ende dieses Jahres gekündigt worden und Die Fabrik sollte zu diesem Zeitpunkt geschlossen werden.
Derbrannt.
In Der Schule gerieten in Dulzbach (Amt Obernburg) die Kleider einer zehnjährigen Schülerin, Die sich am Ofen wärmen wollte, durch eine Stichflamme in Brand. Ihre Kameradinnen standen völlig hilflos zur Seite und weinten. Das Mädchen rannte auf d i e Straße, wo Vorhergehende die Flammen löschten. Leider waren Die Brandwunden so schwer, daß das Kind an Den erlittenen Verletzungen starb.
Wettervoraussage.
Wechselnd bewölkt, meist nördliche Winde, kalt, vorwiegend trocken.
Während Dai ga'[gebiet über dem Baltikum weiter nach Osten zieht, ist über Dem Rordmeer ein neuer Wirbel ausgesucht, der in den nächsten Tagen erneut Milderung des sonst klaren Frost- wetters bewirken dürfte.
Gestrige Tageslempe:a.uren: Maximum minus 0,5, Minimum minus 4,4 Grad EelsiuS. Riederschläge: 0,1 Millimeter. Heutige Morgen - temperatur: minus 1 Grad Celsius.
Aus der Provinzialhauptstadt.
Gießen, den 3. Dezember 1925. 1
Der neue oberhesfische Provinzialtag. Das amtliche Ergebnis Der Provinzialtagswahl vorn lö.November 1925 steht nunmehr fest. Es tritt gegen unsere Mitteilung im „Gießener Anzeiger" Nr. 270 vom 17. November eine kleine AenDerung ein, Da auf Den 5. Wahloor- schlag (Bereinigte Stadt- und CanDlifte Der Deutsch- nationalen Bolkspartei und Des Hess. LanDbundes im Kreise Gießen) nicht 6, sondern nur 5 Sitze und auf Den 8. Wahloorschlag (Hessischer Landbund und Deutschnatl. Bolkspartei im Kreise Friedberg) nicht 3 sondern 4 Sitze entfallen. In den Provinzialtag sind hiernach für die Jahre 1926 bis Ende 1929 gewählt :
Aus dem Greife Alsfeld:
Karl Hesse, Landwirt in Otterbach (Ldb.), David Meinhardt, Musiklehrer, Alsfeld (Soz.),
Iustizrat Dr. h. c. Heinrich Reh, Rdchtsanwalt und Notar, Alsfeld (Dem.).
Aus dem kreise Bübingen:
Georg Hildner, Beig., Bübingen (Soz.), Gustav Mogk L, Landwirt in Grund-Schwalheim (Lbd.),
Carl R o e m h e l d , Geh. Iustizrat, Oberamtsrichter i. R., Nidda (Dntl.).
Aus dem kreise Friedberg:
Karl Breidenbach, Landwirt in Dorheim (Landb.),
Konrad Philipp Diehl, Landwirt und Bürgermeister in Hochweisel (Ldb.),
Franz Kissel, Oberbadmeister, Beig. in Bad- Nauheim (Dntl.),
Kommerzienrat Heinrich Langsdorf, Friedberg (Dem.),
Anton Lux, ßanbtagsabgeorbneter, Nieder- Florftadt (Soz.),
Bernhard R e ch t h i e n, Bürgermeister, Vilbel (Soz.),
Jakob Schäfer, Schneider, Bad-Nauheim, Louisenstraße 15 (Kam.),
Theodor Schröder, Friedberg, Rechtsanwalt (Zentr.),
Johannes S e i b o l d VI., Landwirt in Nieder- Eschbach (Landb.),
Friedrich Wilhelm Wiesenbach, Bürgermeister, Büdesheim (Soz.).
Aus dem kreise Gießen:
Dr. Albert Aaron, Rechtsanwalt, Gießen (Soz.),
Heinrich Christ, Mühlenbesitzer und Landwirt, Holzmühle bei Lollar (D. Bp.),
Wilhelm Fenchel, Landwirt, Ober-Hörgern (Lbd.),
Heinrich Laudon, Dreher, Wieseck (Soz.),
Friedrich May, Fabrikdirektor, Gießen (Ztr.), Ludwig Neuenhagen, Präsident des Landgerichts der Provinz Oberhessen in Gießen (D. Bp.), Adolf Noll, Fabrikant, Gießen (Dntl.), Frau Christine Noll, geb. Simon, Hausfrau, Gießen (Soz.),
Otto Ottilie, Gewerkschastsangestellter, Gießen (Soz.),
Karl S ch m a h l, Amtsgerichtsdirektor, Gießen (Dntl.),
Otto Schneider !., Landwirt, Utphe (Lbd.), Karl Schwalb, Landwirt, Großen-Bufeck (Lbd.),
Theodor Völker, Bürgermeister, Lich (Evang. Bolksgem.).
Aus dem kreise Lauterbach:
Friedrich I o st, Bürgermeister und Landwin in . Bermutshain (Lbd.),
Hermann Walz, Bürgermeister, Lauterbach (Soz.).
2(us dem kreise Schotten:
Theodor C e 11 a r i u s, Landwirt in Schotten (Lbd.),
Heinrich Kipper VIII., Bürgermeister, Ober- Sesmen (Soz.),
Karl Schott, Staatsförster, Schotten (Soz.), Friedrich Wilhelm Stein, Landwirt in Stumpertenrod (Lbd.).
SLeuerkaLender für Dezember.
Im Monat Dezember werden folgende Steuern fällig:
5. Dezember: Steuerabzug vom Arbeitslohn (Lohnsteuer) für die Zeit vom 21. bis 30. November, einfchl. der für Die Zeit vom 1 bis 10. November bzw. 11. bis 20. November einbehaltenen, noch nicht abgeführten Beträge ohne Rücksicht auf Deren Höhe.
6. Dezember: Vorläufige staatliche SonDer- steuer vom bebauten GrunDbesitz 5. Ziel Rj. 1925.
10. Dezember: Umsatzsteuervorauszahlung, 1 Proz. Der Umsätze usw. im Monat November 1925.
15. Dezember: Steuerabzug vom Arbeitslohn (Lohnsteuer) für dis Zeit vom 1. bis 10. Dezember, sofern der Gesamtbetrag mehr wie 50 Rm. beträgt — Einkommensteuerzahlung Der Landwirte nach den in den nächsten Tagen zur Zustellung kommenden Einkommensteuerbescheiden.
2 5. Dezember: Steuerabzug vorn 'Arbeitslohn (Lohnsteuer) für die Zeit vorn 11. bis 20. Dezember, sofern der Gesamtbetrag für gen. Zeit oder mit den für die Zeit vom 1. bis 10. Dezember einbehaltenen und noch nicht abgeführten Beträgen zusammen mehr als 50 Rm. beträgt.
Mit Ausnahme des Steuerabzugs vom Arbeitslohn (Lohnsteuer) können die angegebenen Abgaben noch innerhalb der fiebentätgigen Schonfnst ohne Zuschläge, z. Z. | Proz. halbmonatlich, gezahlt werden.
Das Füttern der Singvögel im Winter.
Die Futterplätze bringe man möglichst nahe von Gebüsch und etwas erhöht an, um Den umherschlei- chenden Katzen ihr Handwerk zu erschweren. Man streue Hanfsamen, Kürbiskernc, Sonnenblumen- sainen, zerkleinerte Rußkerne, geschälten Hafer, ge- tochte Kartofselstückchen, kleine Stückchen Speck oder Talg. Brot reiche man nie frisch und nur klein zerkrümelt. An Brot, welches naß und sauer geworden ist, gehen die Vögel zugrunde. R.-G.
Gictzencr Wochcnmcrrktpreise.
Es kostete auf Dem heutigen Wochenmarkt Das PfunD: Butter 200 bis 230 Pfennig, Matte 40, Käse 65 bis 75, Wirsing 15, Weißkraut 10, Rotkraut 15, gelbe Rüben 15, rote Rüben 12, Spinat 40, älnterkohlrabi 10, Grünkohl 30, Rosenkohl 50, Feldsalat 120, Tomaten 120, Zwiebeln 12. Meerrettich 30 bis 80, Schwarzwurzeln 50,
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