Ausgabe 
3.12.1925
 
Einzelbild herunterladen

für Dezember,

ber werden folgend

ÄS? i***?

teuerabM v°m St,

Zeit ^öieSOM [betrag mC\,r 2anbn»rtt ,omi

'agen zur uU| belche'de"' Arbeite ileUcr0'mV bis 20. > Ze» 'en. Zeit->ber [betrag.^Lember em«

«tragen F abgefuhrte" betragt- Arbeite-

«fiX*

ier SWtzvo^'

inter- von

wert JJ gönnen15? e, ?! ktb-kchen ([ein

r&a b's ir.

Iiil',g15 »K

1925 »e ^rialttzg. t°veindc! t0Din = Unkte Jiiii?5 stehl D°hi 17 S*n9 im :.rtzr rszr n den ftrJ9).nity

illsfeld:

Äfsbnch (8bb.) RWer,

^'NteanMl

.Snto (So»\ ,,rtMruAQli

Idcbbttg: M* d> s«*iTtimb$irr, melk S'i«. in fch, Sonssborf, 8rt. abgeordneter, Witter. Bürgermeister, M, nciber, Sad-Nauheim. Eerg, Rechtsanwalt -. Landwirt in Rieder- iesenbach, Bürger-

\t Giehen: Rechtsanwalt, Sieben mbesttzer und Landwirt, aniroiri, Db«-5)ötym ter, Wieseit (Soj.), 'irektor, «Ziehen (St.), , Präsident des Land- sen in Giehrn (2. Dp.), Tiehen (Dntl.), geb. Simon, Hausfrau, kfchastsangestellttt, Tic- jeridjtsbittttor, fließen ndwirt, lltphe (ßbb.), Witt, Grohen.Ruferk [emeistet, Lich (Cvang.

Lauterbach: meister und Landwin in rgenneister, Lauterbach

e Schatten: , Landwirt in Cchatten l, Bürgermeister, vber- iiriicr Schotten (Soj.). ^. Landwirt m «tuin-

!S IN

ag-

Gesenll Her Ml!

NS

Zum fest schmaus

Rartoffeln 4, Qlepfel 15 bis 18, Dienen 30, Düsse 60 biS SO, junge Hahnen 120, Suppen­hühner 120, Gänse SO bis 110; baS Stück: Gier 19, Blumenkohl 60 bis 120, Endivien 10 bis 20, Oberkohlrabi 10, Lauch 5 bis 10. Rettich 10 bis 20, Sellerie 20 bis 40 Pfennig.

3.30 bis 4 älhr: Die Stunde der Tugend. 4.30 bis 6 Uhr: Haussrauen-Rachmittag. Pro­gramm u. a.: .Rationelles Heizen", Dortoag von Frau Stadtrat Else Alken lnachzeholt). 6 btS 6.30 Uhr: Die Lesestunde (Briefliteratur). 6.30 bis 6.45 Uhr: Die Besprechung. 6.45 bis 7 Uhr: Stunde der Frankfurter Bereinigung für Heimat­kunde. 7 bis 7.30 Ujr: Rätselfunk-Wettbetoerb. 7.30 bis 8 Uhr: Italienischer Sprachunterricht. 8 bis 8.30 Uhr: .Die Bedeutung der sozialen Gerichtshilfe vom Standpunkt der Rechtspflege". Bortrag von Landrichter Dr. Graf von &m<fo- ronski. 8.30 bis 9.30 Uhr: Uebertragung von Kassel: Goethe-Stunde. 9.45 Uhr: Konzert des Frankfurter Orchester-Vereins.

Lin außerordent­lich billiges Angebot für den

11423&

Kirchliche Nachrichten.

Israelitische Gemeinden.

Isr. ReNgionsge-neindr. Gottesd. i. d. Synagoge (Südanlage). Samstag, 5. Dezember 1925. Vorabd. 4-30, mvrg. 9.00, abds. 4.35 u. 5 15.

Gottesdienst Der ffr. Religionsgesellschast. Sabbatfeier, den 5. Dezember 1925. Freitag abdS. 4.00, Samstag vorm. 8.30, nachm. 3.30, Sabbat- auägang 5.15. WochengotteSdienst morg. 7.00 und abds. 4.00.

6iep - Nudeln

Spiel unter der Gesamtregie von Pfarrer Hertel [ eingeübt worben und hat seine Wirkung nicht ver­fehlen können; es lag auf der andächtig zuhörenden Gemeinde ein Glanz des Lichts, das von der kleinen Krippe im Stalle zu Bethlehem ausfloh. Es darf behauptet werden, dah die Jugendoereinigung mit diesem Spiel ein gut Stück wcitergeschritten ist auf der Bahn, das alte Mysterienspiel, das gute, echte und wahrhafte Spiel überhaupt, auf her Laienbühne durch eine Spielschar, die in der Sache steht und lebt, wieder zu neuem Leben zu wecken; dafür ist ihr die Gemeinde und die, die überhaupt noch etwas übrig haben für Kirche und Volk, Dank schuldig; das Spiel war eine Tat. Garteninspektor Rdhnelt gab zum Schluß der dankbaren Bewegung der ge­samten Zuhörerschaft sowie der Hokftiung Ausdruck, dah diese Art Gemeindeabend sich weiter durch­setzen und noch immer vertiefen möchte. Der große Saal in der Turnhalle war bis ins letzte Eckchen hinein besetzt, leider mußten noch eine ganze Reihe von Menschen stehen.

** E i n Zahlenscherz für Eheleute. Don der Nichtigkeit eines Zahlenscherzes, der in der Zahl 3850 enthalten ist. kann sich jeder Verheiratete überzeugen. Die Summe folgender Daten: Geburts­jahr, Jahreszahl der Verehelichung, Lebensalter und Zahl der Ehejahre ergibt in jedem Falle 3850. Auf zur Rechenstundei

Bornotizcn.

Lageskalender für Donnerstag. Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde 8.15 Uyr Reue Aula der Universität, Lichtbilder-Dortrag von Prof. Dr. Obst-Hannover. Radio-Klub Gießen 8.15 Uhr Hörsaal des Physikal. Institutes (Stephanstraße) Licktbildervartrag und Lautsvre- cher-Aachschau. Ski-Club Sauerland 8 30 Uhr Kaffee Astoria" Dorstandssitzung und Mitglie- der-Versgmmlung. Lichtspielhaus Buhnhofstr.: ,O, alle Durschanherrlichleit."

Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Johann Strauh, dessen 100. Geburtstag vor kurzem zu verzeichnen war, hat mit der OperetteW jener B l u t", die am nächsten Freitag gegeben wird, eines seiner melodiösesten

wir in Hessen keinen Werktag zum Feiertag machen können, Preußen aber auf seinem Buß- und Bet­tag besteht. Lehrer Becker (Gießen) klagt über die Sonntagsentheiligung durch die Sonntagsjäger am Sonntagvormittag.

lieber den Stand der Arbeit der Inneren Mission berichtete Pfarrer Groth (Rödgen). Er nannte die Dolksmission und die Wohlfahrts- islege, bei denen man die Mitarbeit der eoangcli- chen Kirche nicht entbehren könne, und empfahl »ringend die Mithilfe den Geistlichen bei Unterbrin­gung von Fürsorgekindern in christlichen Familien.

Ucbcr den Gu st ao-Adolf-Verein berich­tete Pfarrer Becker (Gießen), über den Evan­gelischen Bund Pfarrer Büchner (Treis), über die Aeußere Mission Dekan Guß- m a n n (Kirchberg).

Der Voranschlag der Dekanatskasse für 1925 und 1926 beläuft sich in Einnahme und Ausgabe auf 915 Mark, der einstimmig genehmigt wurde.

An die Reichsregierung und an die hes­sische Staatsregierung wurde eine Ent­schließung um Unter st ützung im Kampf gegen Schmu tz und Schund gerichtet. Die Entschließung lautet:Der Dekanatstag richtet an die Reichs- (Staats-) regierung das dringende Er­suchen, ein durchgreifendes Gesetz mit scharfen Straf­bestimmungen gegen Schmutz und Schund in Bild, Schrift und Kino vorzulegen, damit der sittlichen Vergiftung unseres Volkes und namentlich der Ju­gend Einhalt getan wird und das 'Ansehen unseres Volkes, das durch solchen Schmutz im Ausland stark geschädigt wird, nicht weiter sinke."

Den Hauptvortrag des Tages hielt Pfarrer Schultheis (Großen-Linden) über die Bedeu­tung der Kirchengemeindevertretung und des Kirchen vor st andes nach der neuen K i r ch e n v e r f a s f u n g für das G e - meinbclcben und für das allgemein* kirchliche Leben. Er fordert lebendige Ge- meinden, wozu die Mithilfe der kirchlichen Körper­schaften nötig ist, wie es die neue Kirchenverfassung verlangt. Diese müßen Mithelfer und Berater des Pfarrers sein, an der Arbeit der christlichen Vereine mithelfen, bei allem Gemeindeleben mit gutem Vor­bild vorangehen und gegen die zunehmende Ver­wahrlosung der Jugend mit aller Entschiedenheit eintreten.

An der eingehenden Aussprache über den sehr sorgfältigen und tiefgründigen Vortrag beteiligten sich Pfarrer Bechtolsheimer, Superintendent Wagner, Pfarrer Groth, Dekan G u ß rn a n n, Pfarrer Kalb Henn und Pfarrer Andres.

Mit dem GesangAch bleib mit deiner Gnade" wurde der Dekanatstag geschlossen.

Täflung der Dorfkirchenfreundc in Marburg.

~ Am 26. und 27. Rovember fanden sich Dorfkirchcnfreunde aus Kurhessen, Ober- Hessen und Rassau in M a r b u r g zur Herbst- tagung ein. Die großen Rlarburger Zusam­menkünfte sind seit einer Reihe von Jahren das Rückgrat für die Dorfkirchenbewegung in dem Gebiet zwischen We^er und Main. Don hier aus hat sie ihren Weg genommen. Emen be- besanderen Inhalt er halten diese Tagungen jedes- mal durch die stete Mitarbeit der - theologischen Professoren, deren überlegenem Blick und wis­senschaftlichem Ernst die Bewegung viel ver­dankt. Auch diesmal waren drei Herten der Fakultät wertvolle Berater. Die Leitung war einen Schritt weiter gegangen als seither und hatte die Studierenden der Theologie eingeladen, die auch in großer Zahl erschienen waren. Ein hessen-darmstädtischer Pfarrer suchte m .seinem Vortrag der Frage:Was will die eine grundsätzliche Antwort zu geben. Die LwenO- versammlung stand unter dem Thema ..Wohl­fahrtspflege u.id D".,kirche". Der Rassauer De­kan B e l z e r - D o h h e i m bei Wiesbaden suchte die Lösung des vielgestaltigen Problems m der Forderung: Wichern und Sohnrey ins Sorfi Der kurhessischc Vereins geistliche für Innere Mis­sion F r i t s ch - K a s s e l gab dazu wertvolle Er­gänzungen. Am folgenden Morgen erörterte der Führer der gesamtdeutschen Dorskirche, 1). von Lüpke,Die E i n s e gn u n g s f r ag e und diedörflicheSitt e". Zu einer rechten Klä­rung in der so wichtigen Konsirmationsnot ließ es die Kürze der Zeit nicht kommen. Aber durch alle Verhandlungen wurden die Tellnehmer ge­fördert und zu weiterer Arbeit am Evangelium auf dem Grunde des Volkstums lebhaft angeregt.

Amtsgericht Gießen.

* Gießen, 28. Nov. Ein alter 116er namens K. aus Leihgestern hatte mit seinem Kameraden P. das Regimentsfest in Gießen besucht. Beide kamen in gehobener Stimmung nach Hause und fan­gen auf der Straße .Daraufhin wurden sie von dem Polizeidiener und dem Nachtwächter zur Ruhe ver-

** Zur Sicherung des Straßenver­kehr s i m Winter. Das Polizeiamt weist erneut darauf hin, daß das Schleifen und Rodeln, das Fahren mit sonstigen kleinen Schlitten auf öffent­lichen Sttoßen, Wegen und Plätzen (sowohl auf dem Fahrdamm w,e aus den Bürgersteigen) bei Strafe verboten ist. Zum Schutze der Passanten sind die Polizeibeamten angewiesen, dem Unfua entgegenzu- ireien und Zuwiderhandlung unnachsichtlich zur An­zeige zu bringen. Die Eltern roerben gut tun, den Kindern von dem Verbot Kenntnis zu geben, und auch die jungen Leute, die nach amtlicher Beobach­tung sehr oft als Missetäter in Betracht kommen, mögen die polizeilichen Anordnungen beachten. Wei­ter weist das Polizeiamt daraus hin, daß bei ein­tretendem größeren Schneefall es Pflicht der Haus- befitzer oder der mit der Hausverwaltung betrauten Personen ist, den frisch gefallenen Schnee alsbald von den Bürgersteigen zu entfernen, wie e4 ander­seits auch selbstverständlich ist, daß das Bestreuen der Fußsteige bei Glatteis ohne zu vorige Aufforde­rung durch die Polizeibeamten eine im Interesse der Sicherheit der Straßenpassanten liegende Pflicht ist, deren Michtdefolgung Strafe nach sich zieht.

** Vom Hoherodskopf wird uns heute morgen gemeldet, daß es seit vorgestern andauernd schneit. Der Schnee liegt im Durchschnitt über sechzig Zentimeter, stellenweise sogar über einen Meter hoch. Temperatur heute früh 6 Grad unter Null.

"DiestädtischeVergnügungssteuer betrifft eine wichtige Bekanntmachung der Stadtver­waltung in unserem heutigen Anzeigenteil. Inter­essenten mögen die Ankündigung nicht übersehen.

* Der Beitragssatz zur Erwerbs- lo|enfür(orge ist mit Wirkung vom 30. No­vember ab von 1 auf 1? Proz. vom Grundlohn der Krankenkassenbeiträge festgesetzt. Näheres über die Deitragshöhe in der gestrigen Bekanntmachung der Krankenkassen. .

* Volkshochschule. Der heutige Kurs fällt aus. (Siehe gestrige Anzeige.)

** Fürsorge für Kriegsbeschädigte und Kriegerhinterbliebene. Der Bezirk Gießen der Kriegerkameradschast Hassia läßt regel­mäßig Sprechstunden durch den Fürsorgeobmann abhalten. Alle Beratungen erfolgen kostenlos. Man beachte die heutige Anzeige.

Lebensgefährlich verunglückt tft in der Nacht zu gestern auf dem hiesigen Ran- aierbahnhof der Bahnbedienstete Ranft aus Klein- Linden. Der Mann benutzte, um zu seiner Arbeits­stelle zu gelangen, zur Abkürzung des Weges die Adsahtt einiger Rangierwagen vorn Rangierberg. Die Wagen wurden von anderen Wagen eingeholt, wobei es zu einem heftigen Anprall kam. Dadurch wurde Ranft, der in einem Brcmshäuschen saß, offensichtlich so heftig mit dem Kopf gegen die Wand des Häuschens geschleudert, daß er einen doppelten Schädelbruch davontrug. Bald darauf fand man den Mann bewußtlos in dem Häuschen auf und ver­brachte ihn fofort in die chirurgische Klinik, wo er bis jetzt noch ohne Besinnung bamieberliegt. Ranft ist Kriegsinvalide, stammt aus Bersrod und hat Frau und ein unmündiges Kind.

Ausgerufene Rentenbankscheine. Die Deutsche Rentenbank ruft die Rentenbankscheine zu 10 Rentenmark ohne Kopfbildnis mit dem Ausfertigungsdatum L November 1923 zur Ein­ziehung auf. Die aufgerufenen Scheine können bei den öffentlichen Kassen noch bis 31. Dezember 1925 in Zahlung gegeben, bei den Kassen der Reichsbank aber bis 30. April 1926 gegen andere Rentenbank- scheine oder gegen gesetzliche Zahlungsmittel um­getauscht werden. Mit Ablauf des 30. April 1926 werden die aufgerufenen Rentenbankscheine kraftlos und erlischt damit auch die Umtausch- und Ein- lösungspslicht der Deutschen Rentenbank. An Stelle der aufgerufenen Rentenbankscheine gelangen neue Scheine zu 10 Rentenmark vom 3. Juli 1925 mit dem Kopfbildnis einer Landfrau, wie solche sich be­reits seit September 1925 im Verkehr befinden, zur Ausgabe.

** Gemeindetag der E v. Matthäus- gemein de. In dem gleichen.Stil, wie er sich bei dem noch in bester Erinnerung stehenden Gemeinde­tag des vergangenen Winters bewährt hatte, wurde auch der diesjährige Gemeindeabend am 1. Advent durchgeführt. Im Namen der Männer- und Frauen- eereinigung, die eingeladen hatte, begrüßte (Barten- Inspektor Rehnelt. O. Seeger spielte zwei prächtige Eellostücke (Arie von Scharwenka und Notturno von Jaddasohn), Studienrat Krauß sang zwei seine Lieder:D Jesulein süß" von Joh. Seb. Dach undAdvent" aus den geistlichen Liedern 1681, beide Herren auf dem Klavier begleitet von ftub. med. Richter. Die Ansprache des Gemeinde­pfarrers Mahr nahm die Adventsgedanken auf und zeigte, wie sie sich in einer lebendigen Gemeinde durchsetzen und besonders, wie sie sich in der deutsch­evangelischen Ehe, von Luther gegründet, bewähren müssen. Den Hauptanteil des Abends hatte wieder­um in gewohnter Weise die Jugend übernommen ; sie trat diesmal mit einem hervorragenden Bühnen­stück, dem Weihnachstspiel von Karl P l e n z a t, auf die Bretter. Dies Spiel, aufgebaut auf altdeutschen Dolksschauspielen und durchsetzt mit alten Dolks- liebcrn und geistlichen Liedern, verdient gerade wegen seiner schlichten Einfachheit und andererseits der Stärke und Kraft, die dem ganzen mnewohnen, besondere Beachtung. Es atmet den gesunden Geist einer noch völlig naiven unverderbten Zeit, in ihm isl die Kraft eines bodenständigen, fest verankerten Volkes niedergelegt. Dem tiefen Gehalt dieses wahr­haft frommen Spiels war auch die ganze äußere Aufmachung glänzend angepaßt: Stilbühne mit dop- yelfarbigem Vorhang, mit besonderer Sorgfalt aus- gewählte Kostümierung, der reizende Engelchor in strahlendem Weiß, die rauhen Hirten mir derben Fellen, die Pracht der heiligen drei Könige und un Mittelpunkt das heilige Paar vor der Krippe, die die Lichstraft des Erlösers ausströmte, dazu die beson­dere Wirkung der langen Kerzen und der ausgezeich­neten Frisuren. Die jugendlichen Spieler gaben ihr Bestes; mit viel Liebe und großer Mühe ist dies

teninfpeftor Rehnelt (Gießen) sprach über den Mißbrauch des preußischen Buß- und Bettags ~ Hessen und bat um Abhilfe. Superintendent W n e r gab Aufklärung in dieser schwierigen Sache, deren Erledigung bisher daran gescheitert ist, daß

wiesen, sie erwiderten Ihnen jedoch, sie sollten chre Pflicht tun. Im Verlaufe des sich daraufhin ent- wickelnden Wortwechsels warf K. dem Polizeidiener vor, er habe seine Pflicht nicht getan, wenn er ihn anzeige, sei er, der Polizeidiener, verloren, da er seinen Schwiegervater Sch., der einmal Hotz nach Hause getragen habe, nicht angezeigt habe. Spitz­buben suche man nicht auf der Straße, sondern im Hause. K. meinte damit den Sch., der mit dem Polizeidiener zusammenwohnt. Sch. hat deshalb den K. wegen Beleidigung verklagt. Die Parteien ver­glichen sich dahin, daß R. die Aeuherungen mit Be­dauern zurücknahm und sich zur Zahlung der Kosten verpflichtete.

Strafkammer Gießen.

* Gießen, 27. Nov. An Ostern waren einige junge Leute aus Frankfurt a. M. bei Bekannten in Munster zu Besuch und hatten am Ostersonntag nach dem in der Nähe gelegenen Jagdschlößchen Hubertus einen Ausflug unternommen, von dem sie erst nach Mitternacht zurückkehrten. Unterwegs wur­den sie von einigen Burschen aus Münster ange­rempelt. Während es zwei Frankfurtern gelang, zu flüchten, kam ein Dritter zu Fall; auf diesen schlugen dann die Münsterer Burschen derart ein, daß er blutige Verletzungen am Kopfe davontrug. Dor dem Amtsgericht Butzbach hatten sich deshalb kürzlich vier junge Burschen aus Münster wegen gemeinschaftlich begangener Körperverletzung zu verantworten. Dort wurden sie zu Gefängnisstrafen von je einem Monat verurteilt. Mit der gegen dieses Urteil eingelegten Berufung hatten sie Erfolg. Drei von ihnen wurden mangels ausreichenden Beweises freigesprochen, während bezüglich des anderen Angeklagten das Verfahren eingestellt wurde, da das Gericht nur einfache Körperverletzung für erwiesen ansah, eine Verurteilung aber deshalb nicht erfolgen konnte, da der Verletzte keinen Straf­antrag gestellt hatte.

Die Verhandlung gegen die Arbeiter Wilhelm W. von Nieder-Ofleiden und Karl M. von Homberg a. d. Ohm hat wieder einmal ge­zeigt, welche traurige Folgen das in letzter Zeit wie dcrhott beobachtete rücksichtslose Benehmen von jugendlichen Radfahrern nach sich ziehen kann. Die beiden Angeklagten fuhren auf dem Bankett der an sich schon abschüssigen Kreisstraße BüßfeldHom­berg mit einer derartigen Geschwindigkeit, daß sie nicht mehr in der Lage waren, einem vor ihnen sich befindlichen Fußgänger rechtzeitig genügend nach links auszuweichen. Dieser kam infolgedessen so schwer zu Fall, daß er einen doppelten Beinbruch erlitt, wodurch er lange Zeit arbeitsunfähig war. Außer einer den beiden Radfahrern wegen über­mäßig schnellen Fahrens im Wege des Strafbefehls vor kurzem auferlegten empfindlichen Geldstrafe wurden sie durch das Amtsgericht Homberg a. d. Ohm wegen fahrlässiger Körperverletzung zu einer weiteren Geldstrafe verurteilt. Unter Abänderung dieses Urteils wurde ist der heutigen Derufungsoer- handlung die Geldstrafe auf den Betrag von je 100 M k. evtl, je 10 Tage Gefängnis erhöht. Außerdem miissen die beiden Radfahrer, wie in einem gegen sie anhängigen Zioilprozeh festgestellt worden ist, für sämtlichen dem Verletzten durch den Unfall entstandenen und noch entstehenden Scha ­den aufkommen.

Der ehemalige Sanitätsunteroffizier Friedrich G. von Gießen war durch das Amtsgericht Gießen wegen Beleidigung eines Offiziers seines Bataillons zu 6 Wochen Mittelarrest verurteilt worden. Gegen dieses Urteil verfolgte der Angeklagte zum Zwecks der Freisprechung Berufung. In der 23er- Handlung änderte er feine frühere Aussage und Einlassung in einer Weise ab, daß die Verhandlung nochmals vertagt werden mußte, da das Gericht zwecks vollkommener Aufklärung des Sachverhalts die nochmalige Vernehmung eines in der ersten Instanz vernommenen Zeugen für erforderlich hielt.

Rundfunk-Programm

deö frankfurter SenderS.

(Aus derRadio-Umschau".)

Freitag, 4. Dezember.

Werke geschaffen. Das reizende Werk ist in letzter Zeit an vielen Bühnen wieder ausgenommen worden und dürste auch hier wieder seine bewährte Zug­kraft erweisen, zumal in Alois Resni und Anita Franz zwei Gäste von Namen mitwirken.

Gesellschaft der Gießener Kunst- freunde. Man schreibt uns: Am Montag, 7. De­zember, abends 8.30 Uhr, spricht im Hörsaal des Physikalischen Instituts Pros. Dr. Rob. Schmidt, der Direktor des Frankfurter Kunstgewerbemuseums, der auch dem Gießener Publikum durch einen geist­vollen Vortrag über die künstlerische Entwicklung des Porzellans schon wohl bekannt ist, über ein Thema, das jeden angeht. Das Möbel, das Hausge­rät, die nächste tägliche Umgebung des einzelnen wird in seiner interessanten, für das Sittenleben und vor allem für die Wandlung des Geschmacks (oft auch des Ungeschmacks) fo bezeichnenden Entwicklung dargestellt. Gerade in unserer Zeit, wo nach jahr­zehntelangem Darniederliegen der häuslichen Kultur infolge der Mechanisierung des ganzen Lebens und der daraus resultierenden Ueberhandnahme der Fabrikproduktion endlich wieder einmal erstrebt wird, auch dem an sich kunstlosesten Gedrauchsgegen- stand eine persönliche, künstlerische Note zu geben dürfte dieser Vortrag durch seine Anregungen aus den entsprechenden Gebieten vergangener Zeiten im höchsten Grade aktuell und wichtig sein. (S. Anzeige.)

Eine Andersen - Gedächtnis - Stunde zum Gedenken an den 50. Todestag des dänischen Dichters findet am körnenden Sonntagnach- mittag im Dortragsjaal der Buchhandlung Keißner statt. (Siehe Anzeige.)

Kirche und Schule.

Dckanatstag des evangelischen Dekanats Gießen.

t Dem Dekanatstag des evangelischen Dekanats Gießen ging eine von Pfarrer Kalbhenn - Großen-Buseck gehaltenen Morgenandacht im An­schluß von Hebräerbrief 10, 23. 38'39 voraus.

Dekan Gußmann-Kirchberg eröffnete dis Sitzung mit herzlicher Begrüßung der Anwesenden, sodann gedachte er der im letzten Jahre verstor­benen Mitglieder, deren Andenken in der üblichen Weise geehrt wurde. Die Wahl des weltlichen Mit­gliedes des Dekanatstages von Leihgestern wurde genehmigt. Pfarrer Lic. Jäger-Leih­gestern richtete herzliche Grüße und Dankesworte des aus dem Dekanat durch Wegzug scheidenden Pfarrers Weber- Lang-Göns an alle Mitglieder. Der Bescheid des Landeskirchenamtes auf die Ver- Handlungen des Dekanatstages 1923 lautet zustim­mend.

Der Jahresbericht des Dekanatsaus- s ch u s s e s über den kirchlichen und sittlichen Zu­stand der Dekanatsgemeinden für 1923 und 1924 lag gedruckt vor. Daraus fei folgendes allgemein Wissenswerte erwähnt: In dem ersten der beiden Berichtsjahre lastete die Geldnot schwer und drückend auf dem kirchlichen Leben. Doch ist es, von einzelnen Ausnahmen abgesehen, überall gelungen, es leidlich im Gang zu hatten und der Schwierig­keiten Herr zu werden. Die Umstellung der Papier- zur Geldwährung und die verschiedenen Steuer- Notverordnungen der Reichsregierung haben bann für die Kirchen und die Pfarreien den völligen Ver­lust ihres Vermögens zur Folge gehabt, soweit es in Wertpapieren angelegt war. Die Zahl der Kir- chenbesucher betrug in 1923 an den drei Zähltagen zusammen 25 722 Erwachsene und 8364 Kinder, in 1924 nur 23 249 Erwachsene und 8291 Kinder. Den größten Kirchenbesuch weist Kirch-Göns, den größten Abendmahlbesuch Pohl-Göns auf. Aus­tritte fanden in beiden Jahren zusammen 157 statt, meist zu den Sekten und Freireligiösen, Uebertritte zur Landeskirche sind 11 zu zählen. Die Ursache der Austritte ist meist in der Erhöhung der Kirchen­steuer zu suchen, doch werden die Ausgetretenen die Erfahrung machen, daß es fauch bei den Sekten und Freidenkern ohne finanzielle Leistungen nicht abgeht. Die Katechismuslehre wird allgemein gut besucht. In Alten-Bus eck hat sich ein Kirchenge-

fangoerein gebildet; daselbst fand auch ein vom dortigen Arbeitergesanaoerein zugunsten des Ge- allenendenkmals veranstaltetes Kirchenkonzett statt. Das Dekanat zählt 66 742 Seelen, von der Landes­kirche getrennt sind 290 Personen. Wiederhergestellt wurden die Kirche zu Kirch-Göns und einige Pfarr­häuser. Die Filialgemeinde Gar den te ich, die either nach Hausen eingepfarrt war, ist wieder in den alten Verband mit der Pfarrei Watzenborn- Steinberg zurückgekchrl. Was den religiös- ittlichen Zustand der Dekanatsgemeinden betrifft, o ist die wachsende Zunahme der Der- einsfestlichkeiten sehr zu bedauern, welche den Besuch der Gottesdienste sehr beein­trächtigen, manchmal sogar direkt stören. Kirchliche Feste fanden in Burkhardsfelden und Klein-Linden statt. An milden Gaben gingen in 1924 ein nahezu 52 000 Mark.

Die Besprechung des Jahresberichts gab zu keinen besonderen Bemerkungen Anlaß. Zu Ab- chnitt 4, religiös-sittlichen Zustand, bat «chulrat Fischer um Auskunft, was seitens der Kirche ge- chehe zur Fürsorge für die schulentlassene Jugend. Ifarrer Sattler (Wieseck) berichtete über seine diesbezügliche Arbeit in der Jugendfürsorge und bat um Mithilfe der Lehrerschaft des Kreises. Gar-

H Herren-Nachthemden Kretonne, waschecht Besatz/V.SO, 5 WSOÖG

e y 8^ | Herren-Oberhemden prima Perkai, mit 2 Kragen, 8.50 650 *sÄO»**^

H 8 B 8 Selbstbinder wirklichem Wert.................^95pl Schulstr.