Ausgabe 
3.7.1925
 
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leptiker, Taubstumme, Blinde, Krüppel). Sie stellt fest, daß durch die Ortsanwesenheit zahl­reicher Kliniken und Pflegeanstalten in Ver­bindung mit der jetzigen Reichs- und Landcs- gesetzgebung die Stadt Gießen mit dauernden Unterhalts, asten für völlig ortsfremde Personen in einer Weise belastet wird, die zu ihrer Ein­wohnerzahl und Steuerkraft außer jedem Ver­hältnis steht. Sie bittet, daß zum mindesten durch besondere Zuwendung staatlicher Mittel dieser Notlage der S.adt Gießen Rech- nung getragen wird, solange die gegenwärtige Gesetzgebung fortbesteht.

Titel 45b und c, Wohnungsamt und Preisprüfungsstelle. Das Haus be­schließt: Das Personal des W o h n u n g s a m t es ist zu vermindern und die P r e i s p r ü f u n g s » stelle aufzuheben.

Bei Titel 51, Kapitalzinsen, schneidet ein deutsch-voltsparteilicher Redner die Au f ° Wertungsfrage an. Ferner sprechen hierzu Oberbürgermeister Keller, der bemerkt, daß in den Voranschlag für 1925 f ü r die Wieder­aufnahme des städtischen Zinsen­dienstes 2 1 3 000 Mk. eingestellt sind, ein Betrag, der sich für eine Stadt wie Gießen sehr gut sehen lassen könne, ein demokratischer, ein sozialdemokratischer und ein weiterer Redner der Deutschen Dolkspartei, ebenso ein Vertreter der Fraktion der Freien Vereinigung. Sämt­liche Redner erklären sich sehr warm für die möglichst rasche Wiederaufnahme des Zinsen­dienstes, denn diesen treuen Bürgern müsse schleunigst geholfen werden: sie üben scharfe Kritik an dem bisherigen Verhalten des Reiches und geben der Hoffnung Ausdruck, daß das Reich nun endlich rasch und gerecht entscheiden möge, damit alle heute noch bestehenden Hindernisse aus dem Wege geräumt werden und den Anleihe­gläubigern möglichst bald die Empfangnahme ihrer Zinsen möglich ist. Hier sei eine Ehrenpflicht zu erfüllen, der man in unserer Stadt nun end­lich genügen wolle, sobald die neuen gesetzlichen Vorschriften erlassen seien: es werde sich dann auch zeigen, ob der jetzt vorgesehene Betrag von 213 000 Ml. ausreiche, wenn nicht, mühten irgendwie weitere Mittel erschlossen werden. 3m Laufe der umfangreichen Aussprache kommt es mehrfach zu recht temperamentvollen Ausein­andersetzungen zwischen den Deutschnationalen und den Sozialdemokraten, wobei die hohe Politik das Leitmotiv ist, und wobei auch hier und da das Lachen der politischen Schadenfreude nicht fehlt.

Zum Titel 68. Gebäude-, Grund-, Gewerbe- und städtische Sonder st euer vom bebauten Grundbesitz, liegt ein An­trag der Demokraten und der Sozialdemokraten vor, in dem gefordert wird, 50 Prozent des Ertrags der städtischen Sondersteuer vom be­bauten Grundbesitz für Wohnungsbauzwecke zu verwenden. Sn der Aussprache betont Ober­bürgermeister Keller, daß der Antrag zweifel­los sehr gut gemeint sei, daß er aber erhebliche Cinnahmeausfälle für die Zwecke der Verwal­tung zur Folge haben werde und deshalb bei einer höheren Verwendung der Sondersteuer zum Wohnungsbau finanzieller Ersatz für die Deckung der übrigen Verwaltungserfordernisse beschafft werden müsse. Da nach dieser Rich­tung hin keine Möglichkeit angegeben wird, bleibt der Antrag, für den die Demokraten, Sozial­demokraten und Kommunisten eintreten, in der Minderheit. Die von der Verwaltung vorgesehene Verwendung dieses Steueraufkommens wird ge­nehmigt.

Die Umlagen für das Rj. 1925 werden hierauf gegen die Stimmen der Sozial­demokraten wie folgt beschlossen:

1. Gebäudesteuer (Gebäude und Bau­plätze): 20 Pf. für je 100 Mk. Steuerwerk. Die Erhebung erfolgt in vier Zielen jeweils zum 30. Suli, 30. September, 30. Dezember 1925 und 30. März 1926.

2. Grundsteuer (land- und forstwirtschaft- k lich genutzte Grundstücke): 20 Pf. für je 100 Mk. Steuerwert. Die Steuer wird in vier Zielen mit f ber Gebäudesteuer erhoben.

3. Gewerbesteuer: a) 70 Pf. für je ' 100 Mk. Steuerwert vom gewerblichen Anlage- und Betriebskapital, b) 30 Proz. von den Vor­auszahlungen auf die Reichseinkommen- und Körpcwschaftssteuer als Abschlagszahlung auf die später stattfinöende Veranlagung des Gewerbe­ertrags. Die Steuer zu a) wird in vier Zielen gleichzeitig mit der Gebäude- und Grundsteuer erhoben. Die Steuer zu b) wird mit den Voraus­zahlungen auf die Reichseinkommen- und Körper­schaftssteuer erhoben. Das land- und forstwirt­schaftliche Anlage- und Betriebskapital wird nicht zur Gewerbesteuer herangezogen.

4. Sonder st euer vom bebauten Grundbesitz: Der Ausschlagssah ist laut Be­schluß der Stadtverordnetenversammlung vom 13. Mai 1925 auf 60 Pf. für je 100 Mk. Steuer­wert festgesetzt worden. Für Wohnungsbauzwecke sind 100 000 Mk. zu verwenden und unter Titel 68 in Ausgabe zu steilem

Dermögensrechnung.

Titel 73, ErrichtungvvnWvhnungs- bauten. Der Finanzausschuß beantragt, den für diesen Zweck bestimmten Voranschlagsansatz von 300 000 Mk. auf 500 000 Mk. zu erhöhen. Die Sozialdemokraten und die Demokraten be­antragen, eine Million Mk. für diese Aufgabe auszuwerfen Zur Deckung dieser starken Er­höhung wird auf den Anleiheweg verwiesen. Oberbürgermeister Keller warnt eindringlich davor, den Wohnungsbau auf Anleihemittel zu stützen, denn dadurch werde die Finanzlage der Stadt eine wesentliche Verschlechterung erfahren. Sn der letzten Zeit hätten seine Bemühungen um Gewinnung einer Anleihe verschiedenemal bei­nahe Erfolg gehabt, im letzten Augenblick seien sie aber stets fehlgeschlagen. Der Führer der deutsch-volksparteilichen Fraktion kündigt entschie­denen Widerstand gegen die Errichtung von Wohnbaracken im Äordvstviertel in der sogen. Schwarzlach an und betont, für derartige Da­

rackenbauten müsse ein anderer Platz ausgesucht werden. Die Abstimmung ergibt die Ablehnung des 1-Mcklion-Antrages gegen die Stimmen der Demokraten, Soz aldemokraten und Kommunisten auf Grund der starken finanzp:!.tischen Bedenken der Verwaltung. Einstimmig angenommen wird hierauf der Antrag des Finanzausschusses, die Summe von 300 000 Mk. aus 500 000 Mk. zu er­höhen.

Titel 82, Kapital mittel. Der durch Kapitalaufnahme zu deckende Betrag wird au, 1 537 157,94 Mk. festgesetzt.

D i e G e f a m t a b st i m m u n g.

Der nunmehr abgeschlossen vorliegende, in der D e t r i e b s r e ch n u n g in Einnahme und Ausgabe mit je 3 936 670,68 Mk. und in der Vermögensrechnung mit je 2051 766Mk. zuzüglich 200 000 Mk., also im ganzen mit je 2 251 766 Mk. abschließende Voranschlag wird einstimmig genehmigt.

Ferner wird den im Entwurf vorliegenden Voranschlägen der städtischen Rebenkassen ein­stimmig zugestimmt. Damit ist die Etatberatung beendet.

Schurangelegenheiten.

Der Errichtung eines Anbaues an die Bezirksschule in der Westanlage nach den vorliegenden Plänen (Projekt I) wird von allen Seiten zugestimmt. Die Verrechnung der mit 230 000 Mk. veranschlagten Kosten hat zu Lasten des im Voranschlag für 1923 für diese Zwecke vorgesehenen Kredits von 650 000 Mk. zu erfolgen.

Die zur Errichtung von Klassen mit erweiterten Lehrzielen an der Volksschule erforderlichen Mittel zur Be­streitung der sachlichen Kosten werden zur Ver­fügung gestellt.

Staubbekämpfung in den Straßen.

Zu Versuchszwecken der Staubbekämpfung in den Straßen sind 20 Tonnen Staub-Binde-Mittel Vialit" von der Firma Dr. Koenig in Saar­brücken zu beschaffen. Der erforderliche Betrag beläuft sich auf 6000 Mark. Bei zufriedenstel­lenden Erfolgen sind die im Sommer 1925 er­forderlichen weiteren Mengen Vialit von der genannten Firma zu beziehen.

Kleine Vorlagen.

Für die Fertigstellung der neuen Sport­plätze wird ein Kredit bis zur Höhe von 2500 Mark bewilligt.

Für die am 10. Mai eingetretene Lohn­erhöhung der städtischen Arbeiter wird bis zum Schluß des Rj. 1925 ein Kredit von rund 27 000 Mark bewilligt.

Die Lieferungsvergebung der Motor- Straßenwalze an die Firma Kaeldle, Mo­toren- und Maschinenfabrik in Backnang, zu ihrem Angebotspreis von 14 980 Mark ab Fabrik wird nachträglich genehmigt.

Verschiedene Daugesuche und Schankerlaub­nis-Angelegenheiten werden antragsgemäß er­ledigt.

Aus dem Hause.

Ein Antrag der Deutschen Volkspartei for­dert die Wiedereinführung des Mahn- zettelderfahrens für die Eintreibung von Steuerrückständen. Damit soll einem Wunsch der Geschäftswelt Rechnung getragen werden. Auf Vorschlag des Oberbürgermeisters soll sich zu­nächst die Handelskammer hierzu äußern.

Am Schlüsse der Sitzung gibt Stadtverordneter S ch m a h l namens sämtlicher Fraktionsmitglieder der Freien Vereinigung folgende Erklä­rung ab: DieOberhessische Volkszei­tung" bringt in ihrer Nr. 128 vom 8. Juni d. I. einen kurzen Bericht über die nichtöffentliche Stadtverordnetenversammlung vom 5. Juni, in der Dr. Hamm in Freiburg zum besoldeten Beigeord­neten der Stadt Gießen gewählt wurde. In diesem Bericht wird gesagt, die deutschnationale Fraktion gemeint ist die Freie Vereinigung habe Ver­tagung beantragt, nachdem aber dieser Antrag ab- gelehnt war, habe sie O b st r u k t i o n getrieben und die Sitzung verlassen, hätte aber dadurch die Be­schlußfähigkeit der Versammlung nicht erschüttern können. Von einer Obstruktion und von einem Ver­such, die Versammlung beschlußunfähig zu machen, kann gar keine Rede sein. Denn die Fraktion hatte e i n st i m m i g beschlossen, für die Wahl von Dr. Hamm einzutreten. Sie beantragte Vertagung der Wahl für einige Tage, da vorher eine Ange­legenheit geklärt werden sollte, die in ursächlichem Zusammenhang mit dieser Wahl stand, von deren Erledigung wir unsere Zustimmung zu der Wahl eines besoldeten Beigeordneten schon mehrere Mo­nate vorher abhängig gemacht hatten und die auch sämtlichen Fraktionen bekannt war. Da man diesen Vertagungsantrag ablehnte während man in einer der vorhergehenden Stadtverordnetensitzungen einem Dertagungsantrag einer anderen Fraktion bei einer ähnlichen, aber minderwichtigen Ange­legenheit einstimmig stattgob verließ die Frak­tion den Sitzungssaal, um dadurch gegen eine der­artige ungleiche Behandlung zu protestieren.

Büchertisch.

- Otto Brües.D er Rh ein (Union Deutsche Verlagsgesellschaft, Stuttgart). Zur Sahrtausendfeier erscheint hier ein Buch, das den Anspruch machen kann, in weitesten Kreisen als das Buch vom Rhein angesehen zu werden. Otto Drües hat es mit noch anderen Rhein­ländern herausgegeben als einen großen Aufriß und Querschnitt durch den großen Westflügel des deutschen Hauses. Wie der Rhein wirtschaftliche Lebensader geworden ist allen denen, die an seinen Ufern wohnen, so ist er für Brües mehr: Geistiges Bindeglied, Kern deutschen Wesens, Schuh gegen Amerikanisierung, Derwelschung und Ueberslutung von Osten her vurch feine Freudig­keit, Frömmigkeit und Beweglichkeit.

Wirtschaft.

' Konkurse im ersten Halbfahr 19 25. Die Anzahl der Konkurse, die in dem soeben beendigten Halbjahr zur Eröffnung ge­kommen sind, beträgt, nach einer Zusammenstel­lung derBank", beinahe das Vierfache der vorjährigen Dergleichszifser, nämlich 4324 Kon­kurse gegen 1166 im ersten Halbjahr 1924. Das ist um so bemerkenswerter, als die Vorjahrs­ziffer bereits von derr beginnenden Deflations­krisis erheblich beeinflußt worden ist. Sm ersten Halbjahr 1923 sind nur 180 Konkurse eröffnet worden.

* Schließung von Erzbergwerken im Lahn- und Dillgebiet. Snfolge der niedrigen Ueberseefrachten und der dadurch be­dingten billigen ausländischen Erzangebote ist, laut FachblattSndustrie-Kurier", eine weitere Verschlechterung in der Absatzlage des Eisenerz» Marktes im Lahn- und Dillgebiet eingetreten. Voraussichtlich werden daher diejenigen Gruben­betriebe. welche nur geringe Erzsorten fördern, demnächst geschlossen werden müssen. Verhand­lungen über Lieferung kleinerer Mengen besserer Eisensteinsorten haben zu keinem positiven Er­gebnis geführt. Sn der Frachtenfrage zeigt die Reichsbahn noch immer fein Entgegenkommen, obschon beispielsweise Pflastersteine, für welche im Gegensatz zu den unauskömmlichen Erzpreisen die drei- bis vierfachen Vorkriegspreise gezahlt werden, zu wesentlich unter dem Eisenerz-AuS- nahmetarif liegenden Frachtsätzen befördert werden.

Börsenkurse.

Frankfurt a.M.

Berlin

Schluß. Kurr

Schluhk. AbenS- jfirJe

Schluss. filKS

Schluß Mittag

Datum:

1.7.

2 7.

1.7.

2 7.

5*/0 DcnNchr M'chSanlctde

«e/o Deutsche RetchScmlcihe .

8'/ie/n Deutsche Reichsanlethe 3% Deutsche Reichsanleihe . Deutsche Sparprämienanleth« 4% Preußische JtoitfoLS . 4% Hessen S'V/n Hessen 3% Hessen Deutsche Wertb. Dollar-Ant. dto- Doll.-Schatz-Anweiing.') 4% Zollttwken 6% Goldmexikaner ...

Berliner Handelsgesellschaft.

Commerz- und Privatbank Darmft. und Natioualbank . Deutsche Bant.........

Deutsche Bereinsdank K. . . DiSconto Commandir Metallbank..........

Mitteldeutsche Credttbank . . Ocslerreichiläe Crcditanstatt. Welldank ......

Bochumer Qn6 .......

Buderus . . . . .

Caro »-Luxemburg

irchener Bergwerke. .

Harpeuer Bergbau.....

ÄoltTOerfe AscherSlebeu.... Kaliwerk Westeregeln..... Laurahüttc.......

Oberbedarf

Riebeck Montan .......

Tellns Bergbau

Hamburg-Amerika Paket. .. Norddeutscher Llovd .... Cheramische Werke Albin .. Zementwerk Heidelberg .. . Philipp Holzmann Anglo-Conl-Guauo .... Badische Anilin.....

Chemische Mader Alavär .. Goldschmidt Gricßdeimer Electron .... Höchster Farbwerte ..... Holzverkohlung ....... RütgerSwcrke.........

Scheideanftali .......

All». ElekrrtzUäiS-Gesellschaf» B-.ramann Mamkrastwerte . ..... Schuckert Siemens A Halske Adlerwerke Kleyer ..... Daimler Motoren. ...... Hchligenstaedt. . ......

Meguin......

Motorenwerke Mannheim .

frankfurter Armaturen . . . Konservenfabrik Braun . . . Metallgesellicksast Frankfurt. ^chnbiabrik Hc^ . .

Sichel

Zellstoff Waldhof Zuckerfabrik Frankenthal .. Zuckerfabrik Waghäusel . ..

0.412

0.41

0.415

0.41

0,50

0.5

0,5575

0,555

o.5

0.5375

0.587

0,68

0,675

0.69

0.6875

0,29

0,29

0,31

0,53

0,53

11,5

0,525

0,79

0.67

0,6

0,49

89,75

0,495

0,58

0 55

89.75

91.75

91.75

93,4

93,3

93.5

93,5

7,30

7,2

7,3

7,2

35

120.5

121.75

121,5

122

98,25

98.50

98,25

98

120,25

120,13

120

120.13

120.25

120

120,50

120

107,9

108

108,13

108,25

92,75

93

97

97

97

97

7.25

7.25

7,25

7,90

0,1

0,1

61,5

61

84

57,9

57,25

58.90

57.1

53

52

51

73,5

72,25

73.40

72,25

63

62

63.4

61,75

117,5

117

117,25

117.13

15,75

15.13

15,15

19,40

15,4

126,5

125

19,2

51

51

51,5

52,75

57,75

55.5

68

57,5

913.5

94,75

91

94,50

75,25

74,40

75,75

74,50

76,13

75,5

77

76,25

2,25

2,25

58,1

58

59,40

58

62,25

60

62,75

60,40

73,75

74,25

63

62,5

68,5

63

104.75

101.5

125

123,9

126,5

125,13

0.45

0,45

88

87

87

88

117

116

118

116,75

117,50

115,75

118

116,90

6.20

6,25

71-5

74

72,75

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110

108

96.25

95,5

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95,5

76,5

75.30

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87 25

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65

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62,5

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63,13

60

59,75

60

59

42.5

43

45

43

44,5

44

70,5

69,9

0,41

-

0,85

0.86

1

_1

106,25

105.9

69

68

2,3

2

2,45

2 8

2,7

2,7

41,25

41.50

40

40

10.80

10,7

11

10.9

85,5

83.25

68,5

67,25

67

! 67,25

1

Frankfurter Abendbörse.

Frankfurt a. M., 2. Suli. Bei auf allen Gebieten belanglosem Geschäft fetzten sich an der Abendbörfe die Abschwächungen fort. Für ein­zelne Werte, so am Montan- und Chemiemartte, trat das Angebot etwas stärker hervor, ohne indes auf die Kursgestaltung empfindlicher einzuwirken. Die Rückgänge hielten sich im all­gemeinen wiederum in engen Grenzen. Der Bank­aktienmarkt lag unverändert. Am Anleihemarkt kamen Umsätze nicht zustande. 5proz. Reichs­anleihen wurden im freien Verkehr zu 0,405 bis 0,410 gehandelt. Auch der Pfandbriefmarkt ver­kehrte in schwächerer Haltung. Die Abendbörse schloß lustlos mit Reigung zu weiterem Rach­geben. Deutsche Anleihen: Schutzgebietsanleihe 5.800, 3'^proz. Preußische Konsuls 0,550. Aus­ländische Renten: Bagdad II 6,90. Bankaktien: Commerzbank 98,50, Darmstädter Dank 120, Discontogesellschaft 108, Dresdner Bank 102,25, Mitteldeutsche Creditbank 97, Rheinische Kredit­bank 90, Oesterreich!sche Kreditaktien 7,25. Mon­tanaktien: Slse Bergbau 96,50, Rkansselder 62, Phönix 91, Rheinische Braunkohlen 127, Kali Aschersleben 15,12, Kali Westeregeln 125. Che­mische Aktien: Badische Anilin 123,87, Chemische Griesheim 116, Elberfelder Farben 116, Th. Goldschmidt 87, Höchster Farben 151,75, Holz­verkohlung 6,25. Schiffahrtaktien: Rordd. Lloyd 60. Sndustrieattien: AEG. 95,50, Holzmann 62,50, Gebr. Sunghans 73, Rheinmetall 34,50, Badischer

Zucker 67,25.

Berliner (Eigener Drahtbericht desGießener Anzeigers".) Berlin, 2. Suli. Die Geschäfts- u n l u st der Börse konnte heute zu Beginn des Verkehrs kaum deutlicher in Erscheinung treten. Zu den Geschäften kam es nur vereinzelt, selbst an den führenden Aktienmärkten. Das Kursniveau unterlag daher nur kleinen Schwan­kungen, neigte jedoch eher nach unten. Entschei­dend für die Unsicherheit war in erster Linie die noch ausstehende Klarheit über den Fort­gang oder Abbruch der deutsch-französi­schen Wirtschaftsverhandlunge n.Die Börse mißt den Entscheidungen eine so große Bedeutung bei, daß demgegenüber günstige Mo­mente, wie die Verlängerung der Rohstahl-Ge­meinschaft bis Ende Oktober 1929, die Belebung des Draunkohlenhandels und die optimistischen Ausführungen auf den Generalversammlungen einiger Kaliwerke in den Hintergrund traten. Sm Freiverkehr bestand größeres Sntereffc für Ufa (77 Proz.). Von Kolonialwerten waren namentlich Diamant mit 18,13 und Süd­see mit 43 gefragt. Die gestrigen Hausse-Ansätze in ungarischen Renten find bereits wieder zum Stillstand gekommen. Heimische Staatsanleihen bröckelten leicht ab. Am Geldmark waren die Umsätze relativ gering. Eine Entspannung der Zinssätze scheint nach Ueberwindung des Ultimo zögernder eintreten zu wollen, als vielfach erwartet wurde. Täg­liches Geld 9 bis 10,5 Prozent, MönatSgeld 10,5 bis 11,5 Prozent. Am Devisenmarkt konnte sich Paris leicht erholen, dagegen lag die italie­nische Lira weiter matt.

Säev;t- einFrankfurt a. M. /In Billionen Mark «mSgedrückt. BuenoS-MreS, London, Nea- vork, Japan. Rio de Janeiro für eine Einheit, Wien nutz Budapest für 100000 Einheiten, alles übrige für 100 Einheit«.-

Telegraphische Auszahlung.

Banknoten.

1 J:'li

2. Juli

Amtliche Geld

Noti rung Bttei

Amtliche Notierung

Geld

Brief

168.01

168,43

168.02

168,44

Buen-AireS

1.694

1.698

1.692

1.696

Brsi.-Antw.

18.66

18,70

19 08

19,12

Chrtstianta.

74,4i.

74,64

76,30

76,50

Kopenhagen

84,26

84,48

86,19

86,41

Stockholm .

112.51

112,79

112,53

112,83

HelsingforS.

10,5t2

10.602

10.563

10,603

dtallen. . .

14.21

14.25

14.08

14.12

London. .

20.394

20,446

20,388

20,440

Vieutiort . .

4,195

4,205

4,195

4,205

Paris. . . .

1<79

18,93

19,09

19,13

Schweiz . .

81,46

81,66

Kl 44

81,64

Spanten.

61.02

61.18

61,02

61,18

Japan . . . wo de Jan.

1,709

1,713

1,709

0 446

1,713

0.446

0.448

1.448

Wien in D--

Oest. abgest.

59,097

59,19.

59.057

59,197

Prag .... Belgrad ..

12.43

12.47

12,43

12,47

7,407

7,427

7.38

7.40

Budapest. .

Bulgarien .

i,8f5 3,025

5,915

3,035

5,895 3.03

5,915

3.04

Lissabon .

20.475

20,525

20 525

:0,575

DanM. . .

Konstantin.

80,88

81.08

80.86

81,06

2.265

2.275

2.26

2,27

Athen. .

6.99

7.01

6 99

7,01

Berlin, 2. Juli.

Geld

Brief

Amerikanische Note« ..... Belgische Noten ........ Dänilche Noten ........

4,177

4.197

18,97

86,18

19,07

86.62

Englische Noten........

20.352

20,455

Französische Noten ......

Holländische Noten......

19,01

167,65

19,11

168,49

Italienische Noten ......

Norwegische Note»......

14,06

14,14

76,11

76,49

Deuksch-Oesterr. 5100 Krollen

59,10

59.45

Rumänische Noten......

Schwedische Noten ......

Schweizer Noten.......

112,22

81,70

118,78

82,10

61,20

12,45

i;o,9o

Tschechoslowakische Nolra ..

12,39

Ungarische Noten ... ...

5,84

5.88

Frankfurter Getreidebörse.

(Eigener Drahtbericht desGießener Anzeigers".) Frankfurt, 2. Juli. Es wurden notiert: Weizen, inländischer 21,50 bis 23,50, Roggen, inlän­discher 19 bis 21,50, Hafer, inländischer 22,50, Mais, gelb 21 bis 22, Weizenmehl, inländisches, Spezial 0 36,25 bis 36,50, Roggenmehl 29,50 bis 30, Weizen­kleie 11,75, Roggenkleie 12,50 bis 12,75. Tendenz: Ruhig.

Frankfurts: Schlschtbiehmarkt.

(Eigener Drahtbericht desGießener Anzeigers".) Frankfurt a. M., 2. Suli. Auftrieb: 2 Kühe, 894 Kälber, 305 Schafe. 954 Schweine. Cs wurden bezahlt für 100 Pfd. Lebendgewicht: Kälber: Feinste Mastkälber 70 bis 78. mittlere Mast- und beste Saugkälber 62 bis 69, geringere Mast- und gute Saugkälber 55 bis 60, geringe Saugkälber 50 bis 55; Schafe: Mastlämmer und Masthäinmel 48 bis 50, geringere Masthämmel und Schafe 42 bis 46, mäßig genährte Hämmel und Schafe (Merzfchafe) 20 bis 30; S chwei n e: Dollfleischige von 80 bis 100 Kg. 84 bis 86, unter 80 Kg. 80 bis 83. von 100 bis 120 Kg. 84 bis 86, von 120 bis 150 Kg. 84 bis 86, unrein«! Sauen und geschnittene Eber 70 bis 78.

Berliner Produktenbörse.

Berlin, 2. Suli. Am Produktenmarkt war Weizen nachgebend, dagegen Roggen fester. Der stärkeren Rachfrage stand nur wenig Angebot in heimischer und ausländischer Ware gegenüber. Gerste in neuer Winterware bei nachgebenVen Preisen angeboten. Rach Hellem Roggenmehl bestand Rachfrage. Futterartikel ruhig. Es notierten für 1000 Kilo: Weizen, Sachsen 266 bis 273. dto. Suli 259Vs bis 2581/s. Roggen, märt 222 bis 225, dto. Suli 216 bis 215V,. dto. pornm. 217 bis 219, Futtergerste 204 bis 218. neue Ernte 202 bis 207, Hafer, rnärk. 232 bis 241, dto Suli 194 bis 194,50, Mais (La Plata) (loko Berlin) 213, Raps 350 bis 365; für 100 Kilo: Weizenmehl 33,75 bis 36, Roggenmehl 30,25 vis 31,75, Weizenkleie 12,90 bis 13, Roggenkleie 13,80. Viktoriaerbsen 26 bis 31.50, Kleine Erbsen 25 bis 26,50, Futtererbsen 21 bis 24, Peluschken 22 bis 24, Ackerbohnen 21 bis 22, Wicken 24 bis 26. Lupinen (blau) 11,50 bis 12,50, dto. gelb 14 bis 15,50, Rapskuchen 15,50 bis 15,60, Lein­kuchen 22,20 bis 22,80, Trockenschnitzel 10,20 bis 10,80, Kartoffelslocken 22 bis 22,50.

ein endlich gelöstes Raucherproblem. Das Geheimnis uralter Orientfultur wird zu jenen sprechen, die erkennen, welch' prib kelnde, hocharomatische Eigenheiten in dieser vortrefflich gelungenen Mischung liegen.