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28 an. Dann wurde im Rahmen der Großen @e-- brauchsprüfung ein 3 000-Me.ter-Galopp absolviert, den Rittmeister Binder auf „Langer' vor Prinz Friedrich Sigismund auf „Jurist" gewann. Nach einer mit viel Interesse aufgenommenen Hubertus jagd wurde zum Großen Preis von Berlin, einer gewaltigen Iagdsprung-Kon- turrenz, gestartet. Bei der sehr guten Beteiligung konnten zunächst nur zwei Abteilungen erledigt werden. Der Graben wurde ausgeschaltet, nach dem die vier ersten Pferde sämtlich dabei gestürzt waren. In der Abt. 1 siegte „Nosoza" unter Frhr. von Langen vor „Erlaucht" unter Herrn v. Knobels- dorff, in der Abt. 2 „Spanier" unter Leutnant M o m m vor ,^Hanko" unter Frhr. o. Langen.
. Am Samstag konnte mit dem zweiten Teil des Jagdspringens der „Große Preis von Berlin" zu Ende geführt werden. Das beste Gesamtergebnis in dieser großen Hindernisprüfung erzielte Frl. .Swinburnes „Morgenglanz", die nur drei Fehler bei 16 verschiedenen Hindernissen machte. Den zweiten P5atz belegte im Gesamt- klassement sowie in der Abteilung 4 mit 8 Fehlern Pulvermanns „Weißer Hirsch". In Klasse 3 stellte den Sieger „Prinz XI" des Frhr. v. Lüdinghausen.
Am Sonntagnachmittag begannen die Veranstaltungen in der Arena des Berliner Kaiscrd'amms mit einer Materialprüfung für Reitpferde. Bis auf den letzten Platz war die große Halle gefüllt, waren doch aus allen Teilen des Reiches die Reitsport- oereine herbeigeeilt. Materials», Dressur- und Eignungsprüfungen wechselten in bunter Folge ab mit Fahroorführnngen.
Sportspiegel.
Die Städtemannschaften von Leipzig und Dresden lieferten sich in Leipzig gestern ein gleichwertiges Spiel, das zum Schluß die Leipziger mit 4:3 als knappen Sieger sah.
Das Städtefuhballspiel Plauen- Dresden sah Dresden mit 6:2 als Sieger.
GutSmuts-Dresden schlug den bulgarischen Fußballmeister S. C. Lewskh-So- fia Ziemlich hoch mit 6:0.
Das Gerätewetturnen deS Turn- verbandeS Groß-Berlin gewann der bekannte Kunstturner Ehrhardt von der Berliner Turngenossenschaft mit 185 Punkten vor Döhlicke mit 178 und Bockenauer-Weißensee Zmit 177 Punkten.
Das Städtehandball-Spiel Berlin-Dresden gewann Berlin mit 9:5 (5:3).
Den Herbstwaldlauf des V.D.A.B. gewaim Rähe-Luckenwalde in 22:58,1.
DaS mit Spannrmg erwartete Zusammen- tveffen des Berliner Hockehklubs mit dem Berliner Sportklub endete nach ausgeglichenem Spiel unentschieden 2:2. Das gleiche Ergebnis hatte das Spiel des Tennis« und Hockeyklubs 99 gegen die Potsdamer Sportfreunde.
Wirtschaft.
Der Baumarkt.
Das Dauaeschaft ist in diesem Jahre noch schlechter gewesen als in den an sich schon recht schlechten Dorjahren. 3m zweiten Vierteljahr 1925 ist in allen Gemeinden mit mehr als 50 000 Einwohnern eine Dauziffer von nur 10 416 neuen Wohnungen erreicht worden, gegen 12 199 in der entsprechenden Zeit 1923. 3n der letzten Zeit hat sich die Bautätigkeit noch weiter verschlechtert. Bei den Kommunen, die anscheinend jetzt auch nach einer langen Periode großer Ausgabenfreudigkeit mit Finanzschwierigkeiten zu rechnen haben, ist die Bautätigkeit auf ungefähr die Hälfte zurückgegangen. Die industrielle Bautätigkeit ist fast ganz eingestellt. Etwas ähnliches gilt für die Durchführung von Privat- und Geschäftsbauten. Dur in der Landwirtschaft ist noch etwas Bautätigkeit zu beobachten: sie nimmt jedoch auch schon stark ab. Angesichts dieser Umstände ist die Nachfrage nach Baumaterial sehr gering: die Preise zeigen stark weichende Tendenz, ein Uin- stand, der auch schon manche Kartelle zu einem offiziellen Preisabbau genötigt hat.
Don manchen Seiten wird für das nächste Frühjahr eine stärkere DÄebung der Bautätigkeit erhofft. Sie wird begründet damit, daß jetzt schon eine größere Zahl von Bauvorhaben für die nächste Saison angemeldet sei. Auch von der Steigerung der Wohnungsmieten wird für i>en Daumarkt eine stärkere Anregung erwartet. Schließlich wirb noch darauf verwiesen, daß den Hypothekenbanken größere Kapitalien aus lieber- fee zugeflossen seien, so daß mit einer Erleichterung der Daugeldbefchaffung gerechnet werden könne. Angesichts der diesjährigen Erfahrungen ist aber vor einem Optimismus dringendst zu warnen. Man darf nicht vergessen, daß die Herstellung von Bauten, für die mit einer Heber- leuerungszahl von 80 bis 100 gerechnet werden muh. viel zu teuer zu stehen kommt. Schon jetzt stehen Melerorts Reubauwohnungen leer, weil die erforderlichen hohen Mieten nicht aufgebracht werden können. Selbst die sogenannten gemeinnützigen Siedlungsgesellschaften, die durch Hergabe billiger und reichlicher Hypotheken stark gefördert werden, arbeiten so teuer, daß sie ihrer eigentlichen Aufgabe (Herstellung von Wohnungen für Minderbemittelte) überhaupt nicht Nachkommen können. Daß für das nächste Jahr Dau- geld in höheren Beträgen und zu billigerem Zinsfuß als jetzt zur Verfügung stehen wird, erscheint vollkommen ausgeschlossen: es ist im Gegenteil damit zu rechnen, daß (vielleicht in noch stärkerem Maße als bisher) in Zukunft nur Kapital für die unmittelbarsten und dringendsten Aotwendigkeiten vorhanden sein wird. Bauten aus eigenen Mitteln, die für Ausfälle von anderer Seite vielleicht einen Ersatz bilden könnten, kann das Dauunternehmertum kaum noch ausführen, da sein Betriebskapital durch die Inflation weitgehend vernichtet worden ist.
Eine leichte Besserung des Baumarktes könnte nur dann eintreten, wenn die Hauszinssteuer für den Zweck (den Wohnungsbau) verwandt würde, für den sie bestimmt ist. Sie hat in diesem Jahre in Preußen 600 Millionen Mark gebracht, und ihre Eingänge werden für daS kommende Iahr auf 8 bis 900 Millionen Mark veranschlagt. Leider sind diese hohen Summen aber zum größten Teil für allgemeine Ausgaben des Staates verbraucht worden, während der Unterstützung der Bautätigkeit nur verhältnismäßig geringfügige Summen zugewandt worden sind. Außer- bem könnte zu einer Besserung beitragen, wenn endlich im Baugewerbe mit festen Preisen für Material und Löhne gerechnet werden könnte. Bisher haben ständig höhere Ausgaben für Materialien und für Löhne den Baulustigen jede Kalkulation unmöglich und ihnen den Beginn von Bauten so riskant gemacht, daß sie vielfach von
I bcr Durchführung ihrer Bauprojekte Abstand neh- I mu”tcn- Niemand kann heute seine baren | Mittel und seinen Kredit über eine ziemlich eng gezogene Grenze in Anspruch nehmen. Unbedingt notwendig ist. daß durch Einführung von Festpreisen und Festlöhnen der kommenden Dau- Periode eine sichere Unterlage gegeben wird. Die einschlägigen Ministerien, die alle Fragen des Bauwesens mit einem unbegreiflichen Optimismus beurteilen, sollten sich rechtzeitig um diese wich^ tigen Fragen bekümmern.
Die Reichsindexziffer für die Le- bcnshaltungskosten im Oktober. Die Retchsinderzisfer für die Lebenshaltungskosten sEr- nahrung, Wohnung, Heizung, Beleuchtuna, Betlei- dung und sonstiger Bedarf) ist nach den Feststellungen des Statistischen Reichsamts für den Durchschnitt des Monats Oktober mit 143,5 gegenüber dem Vormonat (144,9) um 1 Prozent zurückge- gangen.
• Sie kritische Wirtschaftslage im Lahn- und Mlttelrheingebiet. Nachdem in den letzten Monaten öie chemische Industrie, insbesondere die Kalkindustrie des Lahn- tales. mit großen Absatzschwierigkeiten lämpfie unb erkeonche 2. e rieb.eiaste lunre.i vorge.iommcn hatte, steht nun der Stillstand der ganzen Industrie in Aussicht. Man versucht noch, durch Herabsetzung dec Löhne und Erhöhung der Arbeitszeit die Krise hintanzuhalten. Die Firma Dyckerhoff in Biebrich teilte ihren Kunden mit, daß )hre Werke die Fabrikation von Zement eingestellt hätten.
Zahlungsschwierigkeiten einer Hanauer Getreidegroßhandlung. Die bekannte Getreide- und Lebensmittelgroßhandlung Meyer Schiff, Hanau, hat, wie der D.H. D. erfahrt, ihre Zahlungen eingestellt, lieber den Status verlautet näheres noch nicht. Die Firma ist älteren Datums und genoß in Fachkreisen gutes Ansehen.
* Maschinen- und Motorenfabrik Heinrich Vogel A.-G., Offenbach. Die bekannte Maschinen- und Motorenfabrik Heinrich Vogel A.-G., Offenbach a. M., ist in Zahlungsschwierigkeiten geraten. Das Armin'sche Eisen- werk Marienhüttc in Groß-Auheim als Großaktionär hat sich, um ein gerichtliches Verfahren zu vermeiden, bereit erklärt, 40 Prozent der Forderungen gegen die A.-G. auszuzahlen. Die Passiven sollen 345 000 Reichsmark betragen, denen 200 000 Reichsmark Außenstände und Warenvorräte gegenüberstehen.
• Ergebnislose Sanierungsverhandlungen bei der Aga. Die zwischen der Konsortialleitung der Stinr.eZ-Abwicklung und den Vertretern der Geschäftsaufsicht geführten Verhandlungen verliefen ergebnislos. Das Bankenkonsortium sieht nach Prüfung aller in Betracht zu ziehenden Umstände keine Möglichkeit, die Sanierung der Aga durchzuführen. Lieber das Schicksal der Aga wird nunmehr, sobald andere Verhandlungen gleichfalls kein günstiges Ergebnis bringen, eine demnächst einzuberufende Gläubigerversammlung entscheiden müssen.
* Umwandlung bcr Firma Heinrich Lanz in Mannheim in eine A.-G. Die bisher als offene Handelsgesellschaft betriebene Firma Heinrich Lanz in Mannheim wird binnen kurzem unter Führung der Deutschen Bank und der Rheinischen Kreditbank in eine A.-G. unter der Firma Heinrich Lanz A.-G., mit einem Grundkapital von 12 Millionen und einer offenen Reserve von 1,2 Millionen Reichsmark umgewandelt werden. Die unmittelbare Veranlassung für diese Umwandlung bildet die im vorigen Iayr mit der R. Wolf A.-G. in Magdeburg eingegangeneJnteressengemeinschaft, die ohne die Gleichheit der Gesellschaftsform beider Unternehmungen sich nicht in vollem Umfange hätte auswirken können. Die gesamten Attien übernehmen die bisherigen Gesellschafter der Firma Heinrich Lanz.
u Betriebtzeischränkung bei Man- nesmann-Mulag. Die Firma Mannesmann- Mulag, die bisher 1200 Arbeiter in Doppelschichten beschäftigte, sah sich qenb'tigt, 300 Arbeiter auf Wartegeld zu setzen. Mit dem anderen Teil der Belegschaft soll in einfacher Schicht roeitergearbeifet werden.
• Deutsche Erdöl A.-G., Berlin. Rach einer Meldung des Berliner Korrespondenten des 2RS. steht der Abschluß eines neuen Vertrages der Deutschen Erdöl-Gesellschaft mit dem russischen Raphta-Synbikat unmittelbar bevor. Der Vertrag überträgt der deutschen Gesellschaft das Monopol für Deutschland und sieht Lieferungen des russischen Raphta-Syndikates im Werte von 7 bis 8 Mill. Dollar jährlich vor. Die Bedingungen, die die deutsche Gesellschaft diesmal erzielt hat, sind erheblich günstiger als die des vorjährigen Vertrages. Die Standard- Oil-Company, die bei dem bisherigen Vertrag stiUer Teilhaber war, hat an dem neuen Vertrag keinen Anteil.
* Entdeckung von Kalilagern in Polen. Seit einigen Monaten werden in der Gegend von Stebnik in Galizien Bohrungen: nach Kali vorgenommen, die jetzt von Erfolg gekrönt wurden. Wie der DHD. meldet, stieß man auf eine 25 Meter mächtige Schicht Kali von ausgezeichneter Qualität.
* Günstige Konkurrenzlage für deutsche Fahrräder in Ostafrika. Die Einfuhr von Fahrrädern nach Ostafrika hat einem Konsulalsbericht aus Rairobi, Kenya-Kolonie, zufolge eine außerordentliche Zunahme erfahren: sie ist von 2761 im Iahre 1923 auf 18 815 Stück im Iahre 1924 gestiegen. Die Fahrräder für den ostafrikanischen Markt müssen einfach und stark in der Konstruktion sein und durch die Vernickelung und Emaillierung einen gefälligen Eindruck machen. Für die Kette ist ein Schutzblech aus emaillierten Stahl beliebt. Die gangbaren Preislagen für Fahrräder sind 160 bis 225 Schilling im Detailhandel. Der Handel liegt meist in den Händen indischer Importeure. und Händler, die in den von Regern bewohnten und besuchten Städten Filialen haben. Die billigen deutschen Fahrräder find auf dem ostafrikanischen Markt durchaus konkurrenzfähig, dagegen haben die amerikanischen infolge ihrer hohen Preise keinen Eingang gefunden.
* Eine umwälzende motortech- nische Erfindung. Die Stockholmer Derg- sund-Wertstätten führten dieser Tage eine Erfindung des Ingenieurs Wersaell vor, die eine Umwälzung in der Motortechnik bedeutet. Die Erfindung besteht in einer Verbesserung der Motorkuppelung, die es ermöglicht, jeden Motor sofort unter Vollast anzulassen, ohne daß das Getriebe oder die Zündung darunter leiden würde. Die Werke haben mit der „Kambi"-Kuppelung erfolgreiche Versuche gemacht und beabsichtigen
den alleinigen Vertrieb und die Herstellung der Vorrichtung zu übernehmen.
Börsenkurse.
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Berlin
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4% Deutsche ReichSanlcihe .
3'/«% Deutsche Ncich-anlcihe 3% Deutsche RcichZanleibe . Deutsche epf.rDrnniitaanlcibe <°/ö Preußische Konlois • . .
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3% Hessen Deutsche Wend. Dollar^Slnl. dto- Doll- Ichov'Anireisng.') ♦°/o Zolltürlen.........
5% Goldmcrikaner ....
Berliner Handelsgesellschaft.
Commerz- und Privat-Bank Tarmft und Nationalbank .
Deutsche Bant Ten Ische BcrcinSbank ....
Tiseonto Commandlt . . .
Mclallbank..........
Mitteldeutsche Crcditbcmk. .
Ccftcrrcid)lf(f)e Crcditansialt Weltbank ■
Bochumer Guß ......
Buderus ..........
Caro .
Deutsch-Luremburg .....
Gelsenkirchener Berglverke. .
Harpe ner Bergbau ... f . .Naliwerkc Aschersleben.... Kaliwerk Westeregeln Laurabütte Oberbcdars Phönir Bergbau . Rdeinswhl Niebeck Montan ...... TelluS Bergbau. .....
Hamburg-Sluirrika Paket. . .1 Norddeutscher Lloyd . | Cberamische Werke Albin • . I Zementwerk Heidelberg . .
Philipp Holzmann | Anglo-Con:.-Guano ....
Badische Anilin.....
Chemische Mäher Alaptn . . Goldschmidt . .... '.
CMei.cimcy Electron .... Höchster Farbwerke .....
oljvcrkohlung ........ ^illlgerswerke ... ..... . Lcheideanstalt ....... Alla. Elektri^tätS-Gesellschasr Bergmann Mainkraittverke ....... Schlickert ....... ,
Siemens & Halske
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Daimler Motorm
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Motorenwerke Mannheim .
Frankfurter Armaturen Konscrvcri'aorik Braun . .
Metallccsell'chaft sfranlsurt.
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Dänische Noten ...... lHtglische Noten........ Fran;osische Noten ..... Holländische Noten .... Italienische Noten Norwegische Noten . . . . . T-u'sch.-Oestcrr., äioo Kronen Rumänische Noten......
Schwedische Noten ..... Schweiler Noten.......
Spanische Noten Tschechoslowakisch: Noten . . Ungarische Noten . . . .
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Frankfurter Dorfe.
(Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".)
Frankfurt a. M., 31. Okt. Tendenz: leicht erholt. — An der Börse, die heute ein etwas zuversichtlicheres Bild bot, machte sich zu Beginn des Verkehrs auf Wochenschluß-Deckungen bin An solle zu einer leichten Erholung bemerkbar, »ei den dem Samstagverkehr entsprechenden kleinen Umsätzen kam es jedoch nur ju geringen Äursbefferungen, die über 0,5 Prozent nicht hinausgingen. Das Deckungsbedürfnis, das von der Spekulation ausging, war bescheiden, verlieh aber dem bisher luftlosen Geschäst ein etwas lebhafteres Gepräge. Nach kurzem Verlauf verfiel das Geschäft aber erneut i n starke Geschäftslosigkeit, um so mehr, als sich neue Käufer nicht einstellten. Ziemlich günstig lag der Montan- markt, wo Kursbesserungen bis zu 1 Prozent zu verzeichnen waren. Chemiewerte lagen nicht
einheitlich. Elektroaktien waren vernachlässigt. Bankaktien waren gehalten, eine Ausnahme bildeten Reichsbankanteile, die eine Senkung um 1,75 Prozent erfuhren. Schiffahrtswerte biteben vorerst ohne Umsätze. Am Motoren- markt waren Kleyer kräftig erhost, plus 2,5 Prozent, dagegen Daimler (minus 0,75 Prozent) und Neckarsulmer (minus 1,5 Prozent) stärker gedrückt. Zuckeraktien gaben weiter nach. Der Kassomarkt der Jndustriepapiere zeigte nur geringe Veränderungen. Der deutsche R e n t e n m a r k t laa still und ohne Interesse. 5proz. Reichsanleih« 0,222*, Schutzgebiet erneut rückgängig 4,9. Ausländische Renten waren gehalten, öproz. Goldmexikaner leicht erhöht. Der Freiverkehr war ohne Interesse. Becker, kohle 45 Proz., Benz 32 Proz., Brown-Boveri 56 Proz., Entreprise 13, (Brotoag 62 Proz., Krügers- Hall 80 Proz., Ufa 46 Proz., Unterfranken 50 Proz. Die Tendenz wurde im weiteren Verlaufe farblos.
Bei kleinen Schwankungen blieben die Kurse zumeist unverändert. Das Geschäft geriet zeitweise fast vollständig zum Stillstand. Der Geldmarkt war weiter versteist. Der Zinsfuß für tägliches Geld dürste sich mindestens auf 10 Proz. stellen, Monatsgeld 101 bis 11* * Proz., je nach Adresse. Im Devisenverkehr sind keine wesentlichen Veränderungen eingetreten. Paris hielt sich gegen London auf 115,65, Mailand 122,30. London ist gegen Kabel eher etwas fester mit 4,847/ie. Die Reichsmark wurde gegen Kabel mit 4,205 notiert.
Berliner Börse.
(Eigener Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Berlin. 31. Okt. Die letzte Dörfe biefee Woche, die mit dem Ultimo Oktober zufammen- fiel, begann in abwartender Haltung. Das Geschäft stand noch unter dem Eindruck der letzttägigen Verstimmung und beharrte in sehr engen Grenzen, so daß viele Erstnotierungen nicht festgestellt werden konnten. Die Tendenz war allerdings mehr nach oben gerichtet, da für Montan werte einige Kaufneigung bestand, die wohl damit zusammenhängt, daß die Streikbefürchtungen im Ruhrbergbau nach den Mitteilungen des Zechenverbandes vorläusig nicht begründet erscheinen. Im übrigen dürfte dec weitere Verlaus des Geschäftes durch die bis 12 Uhr mittags zu erfolgenden Prämienerklärungen beeinflußt werden. Die gestrigen lebhaften Umsätze in heimischen Staatsrenten stellten sich als nur vorübergehend heraus. Das Interesse für die in Frage kommenden Werte hatte wieder stark nachgelassen, doch blieben auch hier die Vortagskurse int wesentlichen behauptet. Der Geldmarkt stand unter dem Zeichen des Ultimos, der erhöhte Forderungen für die Ausleihungen ergab. Tägliches Geld, heute gleichzeitig Geld über den Ultimo, stellte sich auk 10 bis 12 Prozent. Monatsgeld 10 bis 11,5 Prozent. Am Devisenmarkt war das Geschäft sehr still. Paris notierte gegen London 115,75. Äordische Valuten waren stärker gefragt. Die Reichsmark notierte zu den gestrigen Sähen.
Büchertisch
— Professor Dr. Hero Moeller: Die Lehre vom Gelde. Leinenband 7 Mk. Verlag Quelle & Meyer, Leipzig. — Die große Bedeutung des Geldes für die Wirtschaft haben wir in den letzten Jahren kennengelernt, in denen das Geld ausgehört hatte, ein Wertmesser zu fein, lieber geldpolitische Fragen herrscht selbst in den Kreisen der Praktiker des Geld- rind Bankwesens vielfach Unklarheit. Ihnen wird der vorliegende Grundriß eine überaus wertvolle Einführung sein. Ein erster Teil behandelt die intsressante Geschichte des Geldes vom 'HItertum bis zur Gegenwart. Ihm folgt als zweiter die Theorie des Geldes. Der Leser lernt den Weg durch die vielfach sich widerstreitenden Ansichten bei1 führenden älteren und neueren Geldtheoretiker finden und kann sich über die geldpolitischen Fragen der Gegenwart ein eigenes Urteil bilden. 563
— Lebensmeisterung. Don Hugin, Verlag „2lm Kamin", Varel i. O. — Der Titel verspricht viel, der Inhalt gibt mehr. Gibt als Quintessenz langen Forschens und reichen Erlebens die Weisheit beschwingter Lebensfreude. 610
— Aufwertungspolitik. Das Unrecht bei der Aufwertung. Schicksal oder Entrechtung der Rentner? Von Rechtsanwalt Dr. Bockius, M. d. R., Mitglied des Aufwertungs- ausschusses des Reichstags, Mainz. (Verlag: Ioh. Falk 3. Söhne G. m. b. H., Mainz.) Die Schrift begründet das geschaffene Werk und enthält damit die Erklärung für die Hallung der 230 Abgeordneten, der Regierung und des Reichspräsidenten, auf welche Faktoren die Gesetze zurückzusühren sind. Unter Voranstellung der von einem Teil der öffentlichen Meinung erhobenen leidenschaftlichen Anklagen, wonach Die Aufwertungsge ehe eine Entrechtung der Rentner zugunsten Dej Großkapitals seien, werden alle Fragen in einer volkstümlichen Darstellungsweife behandelt unb die Vorwürfe im Zusammenhang widerlegt. 622
— Das AVE des Obstbaues. Von Rektor H. C. Kolbe. 2. verbesserte Auslage. Gebunden 1,80 Mk. (Verlag von Quelle & Meyer in Leipzig.) Wie der Obstbau im Kleinen und Großen mit Erfolg zu betreiben ist, zeigt Dies» praktische Handbuch in einer leichtverständlichen Form. An gutem und reichhaltigem Abbildungsmaterial werden alle Arbeiten im Obstgarten unb am Obstbaum in anschaulicher Weise erklärt. Ieder Gartenbesitzer kann sich die erforderlichen Kenntnisse für die Auszucht und Pflege feiner Bäume an der Hand dieses Buches aneigne ,1. 568
In Der Bücherreihe „Deutsche Stadt — DeutschesLan d", die der Berliner Schriftsteller Erich Kohrer feit einigen Jahren herausgibt (in der Deutschen Verlags-Aktiengesellschaft, Berlin W.9), ist soeben als Band X ein Werk über „D a s Land Baden — Seine Entwicklung und seine Zukunft" erschienen. Der Band, an dessen Zustandekommen eine Reihe von führenden Persönlichkeiten des Landes Baden und insbesondere dos Staatsministerium selbst lebhaften Anteil genommen haben, präsentiert sich als ein reich illustriertes Werk. Es ist dem Herausgeber gelungen, die maßgebenden Persönlichkeiten des badischen Kulturlebens und der badischen Wirtschaft zu vereinigen, um ein Buch zu schaffen, das äußerlich und innerlich ein repräsentatives Dokument der im Lande Baden wirkenden Kräfte ist. Staatspräsident Prof. Dr. Willy H e l l p a d) selbst untersucht in einem Aufsatz .,2er badische Geist" mit dem ihm eigenen Scharfblick für geistige Dinge die besondere Stimmung des Badener Landes und ihre Bedeutung für den deutschen Geist in seiner Gesamtheit. Die sozusagen anthrovologische Ergänzung zu diesem Geleitwort bedeutet em Aufsatz , Der badische Mensch" von Prof. D r. Eugen Fischer. Unter den Arbeiten, die allgemeine Themen aus dem Gebiet des Landes Baden behandeln, sind die Ausiätze „Baden und das Reich" von Prof. Dr. Willy Andreas, die Kunstpflege in Baden van Dr. Starck, „Kulturleben und Dichtung" von P r o f. D r. O e f t e r i n g zu nennen. Aus der Fülle der allgemeinen wirtschaftlichen Aussätze sind dec Artikel des Direktors der Badischen Londwirtschafts- kammer in Karlsruhe, D r. Müller, über „Dio badische Landwirtschaft" und der Aufsatz von Prof. D r. Arthur Blauste in, dem Syndikus der Handelskammer Mannheim, über „Baden im Weltverkehr und Wirtschaft" besondere hervorzuhebeF» Auch Gebiete, die sonst nicht allgemein beachtet werden, wie das Oberrhein- und Wiesental und die Landschaft und Industrie von Lahr, werden eingehend geschildert, lieber die größeren Städte schreiben jeweils die Oberbürgermeister. Mit eindrinalichev Liebe geschriebene Mhandluna von Oberbau- rat Dr. Schmieder und Karl Frey führen durch all die kleinen Städtchen im Unterland uni Oberland, die jedes seinen besonderen Reiz cmfweisen.


