eine gewiße Leistungsfähigkeit aut Grund ihres (Sinfommeng annehmen muhte, während die lei» stirngSunsähigen Mrtbürger Vvn der Abgabe durch Erlasse in weitgehendem Mähe befreit waren. 'Den Zahlenden wird der Verzicht auf die Steuer ia sicher nicht unangenehm gewesen sein, aber für die Stadttasse bedeutete diese Preisgabe des letzten Zieles einen Ausfall vvn etwa lOOOOO Mark, eine Summe, mit der die Stadtverwaltung z. D. allerlei weiteres Baugelände erschließen Tonnte, oder die sie als Hebcrschuß aus dem Vorjahre in das neue Haushaltsjahr hätte her- Übernehmen und hier für eine der anderen dringlichen Aufgaben verwenden tönnen Bei dem Verzichtbeschluh waren gewisse ^>timmungsino» mente mit iin Spiel, die aber, tote inan jetzt sieht, doch recht einschneidende Folgen für die gesamte städtische Finanzgebarung nach sich ziehen "Denn auS dieser einen Erfahrung die eiuspre- chenden Schlüsse für die Zukunft hinsichtlich der gesamten Scftcucrung gezogen werden, dann wird der steuerlich leistungsfähige Bürger iünftig= hin wohl eine Annehmlichkeit weniger haben, dafür aber die Stadt die Möglichkeit erhallen, umfassender als bisher an die Lösung dringlicher Aufgaben heranzutreten. Die Zeiten sind für den einzelnen ".Bürger zwar auch sehr schwer, aber die Lage ist doch so, daß eine Bürger gemein» schäft nur auS eigener Kraft und unter harter Anstrengung bei gerechter, der Leistungsfähigkeit angepaßten Verteiluna der Lasten die Hemmnisse überwinden kann, Die ihr auf oent Wege zu einer neuen besseren Zeit entgegenfteben. Allerdings muh man sich natürlich auch hüten, die Anforderungen an die Steuerkraft der Burger zu überfbannen, man darf nicht etwa, um etn treffendes Vergleichswort zu gebrauchen. Die Kuh schlachten, von der man die Milch haben totll.
Denn man d-e steuerliche Leistungsfähigkeit der Bürgerschaft unter dem Zwang her Verhältnisse künftighin stärker in Anspruch nehinen mi”!, so ist ihr auf der andern Seite auch die Möglichkeit zu bereiten, sich die erforderliche Kraft zum Leisten zu verschaffen bzw. ständig zu et» halten. Zn unseren bisherigen Darlegungen zu diesem ganzen Fragenkomplet haben wir schon verschiedene Möglichkeiten aufgewiesen, von deren Nutzbarmachung man eine Stärkung unserer her mischen Wirtschaft erwarten tonn. Bis zur Erfassung der genannten Möglichkeiten bedarf cS jedoch einer gewissen Zeit, vielleicht sogar einiger Jahre, und auf diesen Wechsel mit langer Sicht darf und kann man die Kreise unserer Bürgerschaft nicht verweisen, von denen nach Lage der Dinge wohl am meisten für die Deckung der Stouerbsdürfnisse erwartet werden kann. Man muh vielmehr zunächst mit allem Nachdruck auf die Erschließung von Einnabnremöglichkeiten hin- arbeiten. die recht schnell wirksam werden. Solche Derdienstmöglichkeiten würde u. E. eine ganz grohzügi ge Verkehrswerbung erschliehen können. Zn diesem Jahre hat unser Erwerbsleben nach dieser "Richtung hin ja allerlei zu erwarten: z. B. vvn dein großen Kreisturnfest, vvm 116er-Dag und von der Haupttogung des deutschen Gussiw-Adols-Dereins. Olim, Ha wir halb im Besitz einer großen Dolkshalle sirr Kongresse. Ausstellungen usw. usw. sind, mühte aber noch viel mehr Verkehr nach Gießen gebracht werden. Der Verkehrsverein ist eifrig bemüht, dieser Notwendigkeit mit den verschiedensten Werbemitteln "Rechnung zu trqßcn. Daß er dabei mit all der Wärme und Freudigkeit vorgeht, die ern starker Lokalpatrwtismus eingibt, wird niemand bezweifeln fbrtnen, und daß er auch mancherlei Erfolge zu verzeichnen haben wird, dürfte heute schon gewiß fein. Trotzdem müssen i-toir sagen, daß der Derkehrsverein die durch den ^.VoUshallebvu in hohem Maße erweiterte ^Pflicht zur umfassendsten Verkehrs- , to e r b u K-g nicht in dem erschöpfenden r fang erfüllen kann den die Sache erfordert, und dah cs unbillig wäre, von ihm eine solche restlos - Erfüllung her großen Aufgabe zu er» warte- Die Herren, die jetzt im Dertohrsper- etr; tätig find, können diese Arbeit nur nebenberuflich und ehrenamtlich ausüben. Daß dabei manches nicht so iräftig und nachhaltig omge» packt und durchgefuhrt werden kann, als wenn man dieser Sache die Arbeitskraft ausschließlich widmen könnte, wird jedermann einleuchtend sein. Aus dieser Lage der Dinge ziehen wir die Folgerung. daß bei der Stadtverwaltung eine Derkehrswerbestelle e-richtot werden muß. von der alte mit der Hebung des Fremdenverkehrs zusammnrhängenbkn Aufgaben hauptamtlich zu bearbeiten sind. Für diese Stelle braucht man nicht etwa einen neuen Veamtenapparat auszuziehen, wir find vielmehr überzeugt daß sich genug Herren in unterem heutigen Beamtenkörper vorfinden, die sich dieser Ausgabe durchaus gewachsen zeigen würden. Die neue Dienststelle wäre einem der Dezernenten zu unterstellen, außerdem würde eß aber sehr empfehlenswert sein, ihr noch emen Beirat aus der Bürgerschaft zur Seite zu geben, mit dem sie im innigsten Esirvernehmsn zu arbeiten Hatto Daß bei dieser Stolle alle Büro- kvatto vermieden werden muß. daß ihre ganze Tätigkeit nach retn toufmännischen Werbegrvnö- lätzen einzustellen ist, daß sie sich der größten Beweglichkeit und Anpassung zu befleißigen hätte, wenn greifbare große Erfolge bet der Arbeit herauskommen sollen, ist so seto st verständlich, daß man darüber wohl weiter kein Wort zu. fagcu braucht Der Vorsteher dieser DerkshrSwerbestolle müßte z.B. die innigsten Beziehungen zu allen Vereinen unserer Stadt und den bebeutondan Organisationen im Lande unh im Reiche haben, damit et über alle Vorgänge und Absichten der Vereine bzw Verbände rechtzeitig untocrichtet wäre und gestützt auf diese ÄenntnJß beizeiten für unsere Stadt als Platz der Veranstaltungen werben könnte. Daneben würde die andere Ausgabe laufen, mit allen hier in Betracht kommenden Personen und Organisationen des VrrritS- und des GefellfchaslSleb^oK <mgsteL Cinoernehinen zu pflegen, mit der Geschäftswelt zur Ausgestaltung von Veranstaltungen Hand in Hand zu arbeiten usw Man sieht schou aus diesen kurzen Hin- Weisen, daß die Xätlgfrit dieser Stelle sehr um» fang reich wäre, wenn die Ausgabe in der rechten, großzügigen Weife angepaeft und mit steter Freudigkeit an her Sache durchgeführt würde Za Darmstadt hat man einen solchen Drrkchrö- -wevbedienst tuigesähr m derselben Weise ge» schassen. die wir hier für untere Stadt vorlchla» flen; auch dort steht die Stadtverwaltung mit dem ganzen Schwergewicht ihrer Kraft hinter und in dieser Werbesache, und der äußere Erfolg ist der. daß z. B. für den .,Darmstädter Sommer 1925“ ein Programm verkündet wurde, daß über 50 Veranstaltungen der verschiedensten Art ausweist und sicher' erheblichen Fremdenstrom nach Darmstadt fuhr:-"
wird, von dem das dortige Wirtschaftsleben Nutzen ziehen kann. Eine gleiche Einrichtung besitzt Kassel. Wenn wir in Gießen ebenso tätig wären und diese Arbeit nicht der nebenberuflichen Leistung weniger Herren und den sehr bescheidenen Geldmitteln eines privaten Vereins allein überlasten würden, so könnten wir auch hier in der Hebung dos Fremdenverkehrs weit besser als bisher abschneiden. Hier ist eine vollkommene und schnelle Hm» stelluna, eine durchgreifende "Reu- organ ifation notwendig, schon im Hin- bftd auf die Volkshallc, die wir doch nicht nur rentabel machen wollen, sondern für und durch die auch Mittel zum Ausbau und zur Schaffung von toeitercu Werbeeinrichtungen gewonnen werden sollen, und vor allem ist diese große Regsamkeit notwendig im Interesse unseres heimischen Erwerbslebens, hem wir ständig neue Kraft- guellon erschließen müssen, weiin es zur weiteren Lastentragung befähigt werden soll.
Die Ausgaben, die wir zum Besten unseres Gemeinwesens auf den verschiedensten Gebieten zu lösen haben, sind groß, aber auch erfüllt von entwicklungsreichen Möglichkeiten zum Nutzen unserer Bürgerschaft. Wenn alle Kräfte, Stadtverwaltung, ' Stadtverordnetenversammlung und die gesamte Bürgerschaft, hingebend, großzügig mid opferbereit zusamnienarbeiten, dann muh und wird der Wiederaufbau und Ausbau in unserer Stadt gelingen und dann tonn unsere Bürgergemeinschast einer Zukunft zuschrriten. die freundlicher sein wird, als die harte Gegenwart unserer noterfüllten Zeit.
Gießen und der Luftverkehr.
Ein Leser unseres Blattes hat dieser Tage die Frage gestellt „Wo bleibt G ich en?", nämlich im Luftverkehr, und gefordert, daß unsere Stadt tut kommenden Luftverkehr sich nicht ausschalten lasse.
Wir können heute zugleich als Antwort auf jene Frage — Mitteilen, daß bereits seit längerer Zeit Bkänner unserer Stadt tätig waren, die dieser wichtigen Frage ihre Ausmerlsamkeit getoibmet und Schritte eingcleilet haben, die cS verhindern sollen, daß Gießen nur „überflogen“ wird. Gießen soll und nmß in den großen Verkehr einbezogen werden. Wir freuen uns. aus der Anfrage unseres Lesers entnehmen zu können, daß auch weitere Kreise unserer Bürgerschaft Interesse an diesen Vcrkehrsfragen nehmen, und toi-* halten es deshalb für unsere Pflicht, unseren Lesern heute einmal ein Bild von dem gegenwärtigen Stand des Luftverkehrs und der Stellung Gießens und des umliegenden Wirtschaftsgebiets zu geben.
- I.
Bekanntlich mußten wir auf Grund des Versailler Diktates sämtliche Luftfahrzeuge abliefern oder zerstören, die Neubauten wurden derartig beschnllten. daß von Kriegsverwendbarkeit keine Rede mehr sein konnte. Eine harte Akaßregel. die aber auch wieder - - allerdings von unseren Gegnern ungewollt — ihr Gutes hatte. Es zeigt» sich, daß die aus dem Krieg übernommenen Systeme für den Luftverkehr unwirtschaftlich waren, und man ging mit deutscher Gründlichkeit an die Neukonstruktion von Flugzeugen, die den Erfordernissen des friedlichen Luftverkehrs entsprachen.
Bahnbrechend war für die Konstruktion Junkers, das verspannungslose Gmrzmetallflugzeug, das seinen Siegeslauf bereits 1916 begonnen hatte. Heute ist es führend und vorbildlich für fast alle übrigen Flugzeugkonstruktionen geworden. In Bezug auf Sicherheit. Beguemlichketl, Schnelligkeit und Wirtschaftlichkeit ist die Junkers Maschine iauin zu übertreffen, und sie wird deshalb auch im europäischen und überseeischen Verkehr am meisten gepflogen.
Es gibt kein Unwersalvcrtehrsmrtlel, alle vorhandenen Verkehrsmittel müssen sich gegenseitig ergänzen. Tritt nun ein neues Verkehrsmittel, wie haß Flugzeug auf» so muß geprüft werden, ob es die vorhandenen Vertehrsmittol fortschrittlich ergänz!.. Während alle übrigen Verkehrsmittel (Eisonbahn, Schisse. Auto utov) an Schienen, Wasser, Landstraßen gebunden sind, latui das Flugzeug als das freieste bezeichnt werden. Das ganze Luftmeer ist Straße, es gibt keine Weichen und Kurven, keine NiDeauschwierig- fetten und feine Begrenzung der Geschwindigkeit. Hü-rons geht hervor, daß das Flugzeug sich am schnellsten dem irinciligen Der sich rsbedarf an» schließen tonn. Hnh in Bezug auf die Sicherheit kann heute schon gefaßt werden, daß das Flugzeug prozentual weniger Unfälle auszuweifen vak, als 6- B das Auto. "Da «'s gelungen ist, die Lebensdauer und Wirtschaftlichkeit der Flugzeuge zu einer gewissen Vollkommenheit zu bringen, kann an ihrer Verwendung als vollwertiges Verkehrsmittel nicht mehr gezweifelt ^werden.
Der früher'' Reichspost Minister wtephan hat bereits am 24. Januar 1874, also zu einer Zell, wo sich noch niemand wissenschaftlich oder durch Versuche mit Lui tfv.hr zeugen beschäftigte, wo der „Derritoto schwäbische Luftgraf'' .'jeppalin noch nicht an sein Lustsch'tt dachte, tu einem Vortrag in Berlin über „Wellpost und Luftschisfahrt" die ganze Frage des Luftverkehrs in wlltous- fchauender und prophetischer Weise erörtert und den Grundsatz aufgestelll. daß Vereinfachung mrd Verbilligung hrß Verletz cs Kullurfortschritt und Vertiefung des Verhältnisses von Menschen zu Mensche;', das Gegenteil Rückschritt und Entfremdung Hervorrufe. Auch Gras .Zeppelin hat am 25. Januar 1908 m Berlin erklärt An ein Verbieten des internationalen Lustvsrtohrs fei au! hie Dauer gar nicht zu denken, vielmehr werde et unaufhaltsam ein well"r?s Bindeglied zwischen den Völkern werden
In diesem völkerverbindenden Luftverkehr hat Deutschland milton im Herzen Pon. Europa eine außerordentlich günstige Lage. Aste internationalen Luftlinien, mögen sie von Frankreich ooec England, von Rußland oder den Balkanstaaten, von den nordischen ober den Mittolmc^rstoaton ausgehen, müssen, wenn sie den Wrsten mit dem Osten, den Norden mit dem Süden verkünden wollen, über Deusichlanb führen, und so besitzen wir für da« Jahr 1925 bereits ein übet- rchchend großes LustvertehrSnetz, da« sich wie ein Spinngewebe über ganz Europa ausspannt.
Die günstige geographstch'e und wirtschaftliche Sag1' Gießens Hot schon vor Jahren den Gedanken auflommeu losten, unsere Stadt in dteses Verkehrsnetz einzualirdern. Bei dem gegcnroartlgen Stand des Luftverkehrs tn Deutschland ist die Frage brennend geworden
Daß Gießen kein Flugh'ÄN erster Ordnung werden tonn, wie Berlin Frankfurt, München 1 Vf» ist klar denn die Schnell'gtell des Flug
verkehrs und feine Vorteile hieraus tönnen sich nur auf großen Strecken auswirlen. Die größeren Linien können aber nur wirtschaftlich werden, wenn sie, wie bei den Hauptlinien der Eisenbahn, Zubringungslinien besitzen, die ihnen das zu besördernde Menschen- und Postmaterial zu- ühren. Gießen hat Verkehrs- und wirtschasts- gevgraphisch alle Voraussetzungen, die man an einen Flughafen zweiter Ordnung stellen tonn.
Die Frage, wie unsere Stadt in den Luftverkehr cingereiht werden kann, soll einem zweiten Artikel Vorbehalten bleiben. Wie wir aber heute schon sagen können, wird auch die Hessische Handelskammer Gießen, als die berufene Vertreterin der Interessen vom Handel und Verkehr, Veranlassung nehmen, der breiteren Oeffentlichleit Aufschluß über die Bedeutung des neuen Verkehrsmittels durch einen Vortragsabend in den nächsten Tagen in der Aula der Universität geben. Wir hoffen, daß die Bürgerschaft Gießens dieser bedeutungsvollen Frage volles Interesse entgegenbringen wird
Aus der Provinz.
Landkreis Gießen.
<L Wiescck, 2. Mai. In feiner letzten Sitzung beschäftigte sich der- Gemeinderat mit dem Voranschlag für das Rechnungsjahr 1925. Dieser weist gegenüber dem Vorjahre eine wesentlich günstigere Entwicklung im Haushalt der Gemeinde nach. Die Gesamteinnahmen belaufen sich auf 132 596.90 Mk., denen eine Ausgabe von 157 566,90 Mk. gegenübersteht. Es bleiben somit durch Gemeindeumlagen 24 970 IM. zu decken. Im Vorjahre waren durch Gemeinde- Umlagen (vom bebauten Grundbesch, vom land- und forstwirtschaftlich genügten Gelände und vom Gewerbe- und "Betriebskapital» 48 200 Mk. aufzubringen, diese Summe hat sich somit um die Hälfte ermäßigt. In seinen hauptsächlichsten Positionen ist aus dem Voranschlag folgendes erwähnenswert: Die der Gemeinde gehörigen Gebäude bringen eine Einnahme von 3043 Mk.. für älnterhaltung derselben und Förderung des Wohnungsbaues sah man vor 15 120 Mk.. Grundstücke: Einnahme 3667,60 Mk., Ausgabe 760 Mk. Die Einnahmen aus den Waldungen sind auf 30 054 Mark veranschlagt, denen eine Ausgabe von 15 450 Mk. gegenübersteht. Die Gemeindejagd sott eine Einnahme von 1474 Mk. bringen. Zuschußbetrieb ist die Schäferei. In Einnahmen konnten nur 800 Ml. vorgesehen werden, denen eine Ausgabe von 1808 Mk. gegenübersteht. Die Wasserversorgung sieht 9000 Qltf Einnahmen und 7390 Mk. Ausgaben vor. Sic Allgemeine Verwaltung bringt 600 Mk. .Ellmahme und bedingt eine Ausgabe von 21019 Mk. Die öffentliche Sicherheit Erfordert eine Ausgabe vvn 4490 Mk., hierbei finb die Gehälter für die zwei in nächster Zeit anzustettenden "Rachtpolizisten mit einbegriffen. Für Gesundheitspflege und Wohlfahris- einrichtungen sind 2981 Mt vorgesehen, für die Armenpflege 8250 Rtt. Für Anschaffung noch fehlender ilniforrnftürtc ufto der Freiwllligen Feuerwehr wurden 700 Mk. vorgesehen. Für die Schulen ist eine Ausgabe von 9614 Mk. er- sorderlich, für die ülnt er Haltung des Friedhofes, Besoldung des Friedhofwärters und die Best attungs tosten der QHinherbemitteltcn ist ein Aufwand von 2734 Mk. iwtwendig. Die in diesem Jahre beabsichtigten Straßenbauten »verursachen einen voraussichtlichen Aufwand von 12 200 Mk.. die damit in Verbindung stehende Neuanlage von Kanälen wird etwa 3000 Mk. losten. Die Unter[xiltung des Faselstattes erfordert hohen Zuschuß. An Einnahmen wurden 900 Mk. und an Ausgaben 7685 Mk. vorgesehen. Die von der Gemeinde zu leistenden Steuern unb Abgaben wurden mit 7965 Ml. bemessen. Die Einnahmen an Sondersteueri; sotten sich auf 25 400 Mi. belaufen, als Anteil der Gemeinde an den Reichs« steuern find 20240 Mk. zu erwarten. Für den RefervesonbS wurden 4190,90 Btt. vorgesehen. Aufwendungen für die Schuldentilgung sind nicht erforderlich, da Schulden nicht vvrhanden sind. -- Nack der neuesten Personenstandsauf» nähme hat unsere Gemeinde «3729 Einwohner'. Nach ihrem religiöseir Bekenntnis sind davon 3620 evangelisch, 10 tottzolisch, 45 reltoionsloü bzw. freireligiös urrd 54 Iirden. Bei der kürzlich stallgefundene>r Holsf^bMission (bev letzten in diese»! Jahres wurden folgende Höchstpreise erzielt: Eicherrstämme 3. Ä» 62,60 Mk., KiefernIchnMhvlz 3. Kl. 45,10 "AN., Kieferustänune 3. Kl. 35,35 Mk , 4. Kl. 22,50 Ml.. Fichtenstämme 2 Kl. 35.35 aiif., 3. Kl. .30,50 Mk.. 4. Kl. 29,10 Mk., 5a-Kl. 26,98 Mr, 5b-Kk. 23,90 Mk. "
!*! Staufenberg, 1 Ntoi. Tödlrch verunglückt ist der Landwirt Braun von hier, welcher mit seinem SohnL in her Lehmgrube beschäfttgl war. Ms sich die Lehmwcmd oben löste, wollte er schnell noch seine Hacke holen. Dn ! rasen ihn die Erbmasse;?, die ihn verschütteten- Sein Sobn grub ihn heraus und fuhr ihn heim. Der Arzt ordnete hie to» fortigc äleberführuns SeS Verunglückt >n in dir Gießens Klinit an. Dort ist er an den schweren inneren Verletzungen gestern gestorben
Sich, ’l- Mw. An dieser Stelle sei auf eme An zeige in unserem heutigen Blatte hingewtestn. ble zu einem Polkmiislvnesest in Sich am 3. Mai einladt. Ein Ausflug nach Lich i|f imwrr kohmmd. Unfere alteyrmürdtge Stiftskirche sieht nicht leiten ichaulustrgc Detocher, die sich nach den- Got- tosdienst einfiellen. Sie beanügen sich in dem schäneu unb an Erinnerungen retchen GoUeshaus das Ge häufe ober das Gewand der Kirche zu hetrachten. Dav ist schon nicht wertlos Wertvoller aber iß es, in dem Gnttsshaus mit der lebendigen Kirch» sich zu vereinen im Gottevbienst. Daun erst ist man u,»'erlich verbunden mit seiner allen Zeit, die ihr Bestes tat um der Kirche unb der Gemeinde unb dem Gottesdienst ein würdiges Heun zu schaffen. Die schönste Form gebührt dem heiligsien Znhatt. Man komme zum Gottesdienst um *10 iihr und um 3Uhr. Nach dem Mvrgengottesdienst w>rd eine fod)tun= dige Führung durch die Kirchs für solche, die e» wünschen, statttslndeu.
' Li ch , 1. Mai. Dte K r e l s st r u tz c Lang«- dorf —Lich wird vom Montag, 4. iOtoi, an für je glichen Wagenoerkehr bis auf weiteres gesperrt. Der Dertsto- wird über Bettnnhauicn — Birklar bzw. Riederbefsingen geleitet.
Kreis Fricvberg.
- Bad-Nauheim. 1. Mai. Die Frage her Errichtung etneß Gefallsnen-Shren- malÄ, die nun schon feit Jahren erörtert wird, scheint endlich in das Stadium bet nahen Verwirklichung zu treten. Der von her Stabtwrwal- iung eingesetzte Stadtausschuß für Errichtung eines Kriegerdenkmals hat, wie wir unlängst schon einmal mitteilten, bereite grundlegende Entscheidungen getroffen Er schlägt eine
zweifache Ehrung vor und fmdet bannt den Beifall der gefamten Bevölkerung. Einmal sott der Ehrenfriedhof innerhalb des neuen Friedhofs eine würdige Fafsung und Umrahmung erhallen, wozu die Kosten die Stadt übernehmen wird. Dann sott innerhalb her Stadt ein dem Wellbade würdiges Ehrenmal errichtet werden. Pläne dazu sind schon ausg^arbeitet. Innerhalb des städtischen Arbeitsausschnffes ist man sich nur in bezug auf die Platzfrage noch nicht einig geworden. In ben Dienst der Belchaf» sung der Geldmittel für das Ehrenmal stellt sich gern und freudig die Allgemeinheit. Der Verein ehemaliger 116er fvwie der Krieger- und Militärverein Hassia haben die Reinerträge ihrer Winterveranftal- tungen bereits dem Denkmalfonds zugcführt. Nun hat sich auf der Basis der führenden Vereine der Stadt noch ein ..Vorbereitender Arbeitsausschuß für Veranstaltungen zugunsten des .Krieger-Ehrenmals in Bad-Nauheim" gebildet, der mit größeren gemeinsamen Veranstaltungen der Vereine werbend an die breitere Oeffentlichleit treten will, und zwar mit dem Endzweck, toritarr Mittel ^r das Ehrenmal zu beschaffen. Der gefchäfts- ührende Vorstand seht sich zusammen: l.Dor- ihenher Oberstleutnant a. D. von Strze» m i e c z n y , 2. Vorsitzender M. Ludwig und Schriftführer Kaufmann Karl V i e w c g. Der Vorstand wirb durch eine Reihe von Ausschüssen unterstühl. Als erste größere Veranstaltung ist Ende Mai ein ernster Llnterhaltungsabend gedacht, bei dem die verschiedensten Vereine Mitwirken werden. Die Bade- und Kurverwaltung hat in entgegenkommendster Weise das große Konzerthaus zur Versügung gestettt. Weitere Veranstaltungen der Vereine sollen dann in kurzen Zwiscycnpausen noch während der Saison folgen. Auch ein B 1 n m e n v e r k a u s s t a g ist vorgesehen. So hofft die Attgenieinhell, dazu beizutragen, die sinanziellen Schwierigkeiten, an denen seither die Errichtung eines Gefallenen- Ehrenmals gescheitert ist, möglichst bald zu beheben.
* Bad-Nau hei in. I. Mai. Bis zum 30. April betrug der Gesamtbesuch unseres Bades 5377 Personen, darunter 352 Ausländer.
Ltarkcnburg *T*:' rHerr.
* Darmstadt, 1. Mai. Der heutige M a i- umzug der Sozialdemokraten ist hier ohne Zwischenfälle verlausen. Die stärlste Partei in der Landeshauptstadt ist die Deutsche Dolks- partei, nicht die Sozialdemolratie, wie man vielfach auswärts glaubt. Hm die Zahl ihrer Anhänger möglichst groß erscheinen zu lassen, haben die Hozialdcmolraten sozialdemollatische Vereine aus der Umgegend hierher kommen und sich am Llmzug beteiligen lassen.
HeFen--Nttssan.
fpd. Frankfurt a. M-, 1. Mai. Die Betei ligimg an der Maifeier war eine sehr starke. Vormittags fand auf dem Opernplatz eine Kund gebung für den Wellfeiertag, die Internationale unb ewigen Frieden unter den Völkern statt. Dann formierten sich die Massen zu einem Demonstration?- zug, der vom Opernplatz über die Kaiserstraße, die Zeil nach dem 5)efsendenkmal führte und hier zur Auflösung kam. Dem Zuge hatten sich auch die Kommunisten angefchlossen. Zu Zwischenfällen kam es nirgends. Nachmittags wurden für die Kinder Festlichkeiten, abends für die Erwachsenen noch mals itunbgebungen Dcranftaltcl. — Frankfurter und vor allem Königsteiner Interessenten planen die Schaffung einer Automobilverbindung zwischen Kouigstein unb Frankfurt, do die Eisenbahnverbindung Frankfurt—Königstein über Höchst als unzulänglich angesehen wird.
Kirche und Schule.
Der neue Superiutcudent für Rheiuhefseu.
An Stellc des verstorbenen D. Euler wurb'i der Landesjugendpfarrer Zentgraf zum S u- pertntenbenten für Rheinhessen er» nannl
"Rudolf Zenlgras. geboren zu "Reichenbach bei Bensheim am 14. Dezember 1884 als Sohn des dortigen Pfarrers Wllhriur Zentgraf. War zuerst Verwalter in Steinbach ^Dekanat Offen- bach). Hoskaplan in Schonberg, Assistent in GustavsSurg, Vereinsgeistlichsr des Hessischen Landesvereins für innere Mission, bann Verwalter unb Psarrer zu Erbach int Odenwald Während des Krieges war et Feldgeistlicher der 25. Reservedivision und wurde nad? dem Kriege, als die Stelle des Lo.ndesjug rndpfarrers gegründet Wurde, bet erst" ftoito. ^hjgenbpfamr ....... . ■■yjBHM
-Hastts mL Cmuljion
(Oei51»chft* Fabrikei)
| erfreut sich seit fünf J ahrzrhnten
in dien K'ilhjrlAndern der Welt der
ff! V-R ' ungeteilten Anerkennung der
g /M E Herren Aerzie
| ^.4** stillende MWier
hoben hiufij» nedt slntger Zett ein
» Gefühl von Sdiwödie und f.rsdtöpfung. Hier wird 1 off Jcotfo fmutefon em stlrir- »ein. wdi sie in ■ vielen ffilton den Verlust gewisser Stoff* insbe, ■ sondere der Phosphate, ertclzen kann. Dabei Ist sie leicto verdaulich und gut zu nehmen. Man bestehe aber auf der echten Scott*s Emulsion,
I Scott*» Emulsion dient zur .Stärkung fnr Kinder uh,d E.nv»d>$ene und enthält den besten nor» weglsdien Lebertran In feinster Verachettung mit knodienbildenden Kalltsaken und den sehr wirksamen Hypophosphiten.
Scott*» Fmubion Ist unentt»ehrli<h als KrtUfigungsmiitel bei Skrophulose. englfMher Krankheit blutarmut und Luntienleiden.
Stoff» Emulsion wird auch im 5ommer 8cm und mit bestem Erfolg genommen.
Man bOto sich vor dfochodmunöen, da diese oft en Stelle des OrfgitvülprSperafes empfohlen werden.
i Scotfs Emulsion Ist In allen Apotheken und Drogertae yx fiaben,
McdeillU-oa
<JentrttM>rogfciie Knrn, Scbulslratie Garmania'Drogcrk Seibel, I ranklurter Ütr.39. Kreur- Droffeiie Soll, Bahnhofstraße 51. > eustüdt-Dvo^erie. Nell, ^cuttadt ‘28. 4'261ss


