Ausgabe 
2.3.1925
 
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Aus Staat und Land.

Gießen, den 2. März 1925.

Gedenkfeier zu Ehren unserer Gefallenen.

Der BolMbunb Deutsche Kriegsgräber füc- sorg«. Ortsgruppe Dietzen, der sich die edle Aus­gabe gestellt hat. die letzten Ruhestätten unserer gefallenen Helden des groben Weltkrieges zu betreuen und diese heilige Pflicht der Dankbar­keit dem deutschen Volke stets vor Augen zu halten, hatte auf die Mittagsstunde des gestrigen Volkstrauertages zu einer Gedenk- seier s'rr diese Vesten unseres Volkes in die Reue Aula der Universität eingeladen. Männer und Frauen aus allen Schichten der Bürger­schaft waren zu diesem Akt der Pietät, bei dem die Gedanlen hinauswanderlen zu den stillen Schläfern auf den Schlachtfeldern und den Krie­gersriedhöfen der Heimat, in so großer Airzahl erschienen, daß der weite Raum der Aula bis aus den letzten Platz gefüllt war, und eine weihe­volle Stunde war es. die dort die Herzen der Hunderte in einem Empfinden, der Treue und nie erlöschenden Dankbarkeit gegen die gefallenen Brüder, vereinte.

Die Kapelle Weller leitete die Feier mit L. v Beethovens Ouvertüre zu .Ggmont" ein. Hierauf sprach Carl Juhnke vvm Stadt­theater C. F. Meyers ,Chor der Toten", an- schließend brachte Frau Dr. Spohr auf der Violine unter Orgelbegleitung von stud. theol. Knodt Rob. Schumanns Abendlied zu Gehör.

Dann hielt Pfarrer B e ck e r die Gedenkrede.

Im Anschluß an ein Gedicht des Arbeiter­dichters Heinrich Qerschvon den vielen Gräbern, zu denen die trauernde Sehnsucht einsam Lieben­der der Heimat hinzieht", wandte sich der Redner an dieSchwestern und Brüder", die wir alle zusammengcfchlossen sind in der großen Trauer um die vielen, vielen Schaven, die unsere Brü­der waren". Richt in großen Worten wollen wir das tun,denn es gibt fein Wort, für die Opfer W danken, und es gibt keinen Dank für die. die da sankenfür uns". Mit Beschämung muh uns erfüllen die Zerrissenheit unseres Volkes, wie wir es heute sehen, wenn wir gedenken der Toten, die da starben als unsere Brüder, damit wir in ihrem und aus ihrem Geist lebten als Schwestern und Brüder. Als eine ernste Frage an das Ge­wissen jedes Einzelnen steht die Frage jenes jungen DruderS vor uns, der auch als heilige Odfergabe sein junges Leben hingab:Werden wir unS kennen und verstehen, auch wenn wir wieder- in der Heimat sind?" Es sind deich nicht die einen oder die andern gewesen, sondern wir alle in gleicher Weise haben teil an dem Opfer der vielen,ilnb es hat ein jeder Toter des Bru­ders Angesicht," Da ist der Bauernsohn aus dem hessischen Hinterland, dessen Bruder gefallen im Westen und der selbst im Osten als letzter seines Ramens die Hoffnung seiner alten Eltern mit ins Grab nahm. Da ist der Arbeiter, der nach langer Wanderung in Thüringen als Glasbläser eine Heimat gesunden und dort seine Frau mit fünf unmündigen Kindern zurucklietz als Witwe und Waisen. Da ist der Llniversitätsprofesfor, der den Lehrstuhl verlassen hatte, um die Seuche zu be­kämpfen. die draußen alS furchtbarer Feind das Leben unserer Brüder bedrohte und der selbst in diesem Kampf zum Opfer wurde. So gehören wir zusammen durch die gemeinsamen Opfer als eine Bruder- und Schwesternschaft der vom Schmerz Gezeichneten". Sine heilige Gemeinschaft, die aber ihre ganze Größe erst offenbart, wenn sie sich bei uns Lebenden auswirkt durch die Tat. die aus dem Opfergeist der Bruderliebe wächst. Der gefallenen Brüder gedenken wir. Ihr Geist ist unter uns gegenwärtig. llnb sie alle mögen uns grüßen mit den Worten eines Bruders, der als junger Ofsizier ein Frühvollendeter in heiligem Ernst und starker Treue sein hoffnungs­volles Leben zum Opfer gab "für unsere Heimat, für uns (Otto Braun):

So sei denn unsere Liebe stark und stet, Dvrchdauernd künft'gen Jahres schwere Tage, Hoffnung ist hell und überglüht die Klage, Hoffnung und Liebe, die zusammensteht.

Ja, Gott wolle segnen die teure Saat und helfende Liebe uns schenken aus heiliger Opfertat!

Mit dem Altniederländischen Dankgebet, ge­spielt von der Kapelle Weller, fand die eindrucksvolle Feier ihren Abschluß.

Bornotizcn.

Tageskalender f ü r Montag. Gießener Freiw. Feuerwehr 8 Uhr Monatsver-- sammlung bei Müller, Bahnhofstraße.

Bildtelegraphie. Man schreibt uns: Am nächsten Donnerstag wird Professor Dr. A r- thur Korn im großen Hörsaal des physikali» schen Instituts einen Dortrag über Bildtele­graphie halten. Prof. Korn, der von Haus aus Mathematiker ist, hat einen beträchtlichen Teil feiner Lebensarbeit auf die praktische Ausgestal­

tung Dtu lelegrapyischen Ucderttagung von Brl- k verwandt und ist bei uns in Deutschland bie führende Persönlichkeit auf diesem uitercffanten Sondergebiete der modernen Tech- ?at 1Jot. ctnCT. längeren Reche von Jahren Dietzen über den damaligen Otanb der Lösung des Problems berichtet. In- zwtscyen smd weiigehende Fortschritte erzielt toor- * Ä? Ausgestaltung der Methoden der Schnell- ^elf«h-Telegraphie unb neuerdings der -L.etfjoben ber drahtlo en Tclegravhie haben im­mer neue CofungSmr g< ch.eiten er eben, u.io Prof, xom stellt in der Einteilung zu einem in der vammlung Göschen erschienenen kleinen Büchlein u?er Btldtelcgraphie mit Befriedigung lest, datz bte Losungsinechoden stetige Fortschritte gewacht haben und bereits wichtige praktische Anwen­dungen zulassen. Die Uebcrtragungcn, nicht bloß von wchwarz- und Weißbildern, wie die gewöhn­liche Schrill ober Zeichnungen sie darbleten, son- dern auch von Photographien sind über ge­wöhnliche Drahtleüungen. durch lange Seekabel, und auch aus drahtlosem Wege möglich geworden. Die außerordentliche Entwicklung des Runv'unkS dürste das Interesse an diesem Probleme ge­waltig gesteigert haben. Freilich, der moderne Rundfunkteilnehmer verlangt mehr als ilcbcr- tragung von Bildern; er will das drahtlose Hören durch ein drahtloses Sehen vervollständigt haben. Das wird nun freilich Prof. Korn in Jcinem Vortrag noch nicht verführen können. Uber es ist klar, daß das Problem des Fern­sehens mit der Bildüberlragung auf das Engste zusammenhängt, daß das Letztere gewissermaßen die Vorstufe des Ersteren ist. unb so wird der Vortrag auch die Möglichkeiten der Lösung dieses letzten unb höchsten Problems streifen. Der Vor­trag, ber von ber Oberhessischen Gesellschaft für Ratur- unb Heilkunbe gemeinsam mit dem Rabio- klub veranstaltet wird, dürste in heutiger Zeit allgemeines Interesse finden. Hinsichtlich des näheren machen wir auf den heutigen Anzeigen­teil aufmerksam.

Zvcttcrvorausiaae.

Rachts Temperaturen um Rull, ruhig, nörd­lich bis östliche Winde, trocken.

Der gestern noch mit seinem Zentrrrm über ber mittleren Rordsee liegenbe Wirbel hat feinen Einfluß aus unsere Wetterlage verloren, lieber West- unb Mitteleuropa ist der Luftdruck stark angestiegen, während die Winde nördliche bis östliche Strömungsrichtung angenommen haben.

** Die Trauer um den verewigten Reichspräsidenten. Das hessische Gesamt­ministerium hat aus Anlaß des Ablebens des Reichspräsidenten Eberl angeorbnet, baß sämt­liche hessische Behörden sofort bis zum Dei- sehungstage einschließlich Halbmast zu flaggen haben. Dom Lairdesamt für das Dildungswesen wurde angeordnet, daß für den verstorbenen Reichspräsidenten am Tage der Beisetzung in allen Schulen eine gemeinsame Trauerfeier statt- findet. Der Unterricht fällt an diesem Tage aus. Anläßlich dieses Trauerfalles sind gestern auch die Vorstellungen im Stadttheater abgesagt worden.

** Keine lauten Lustbarkeiten wäh­rend der Fastenzeit. Rach Artikel 219 des Hess. PolizeistrafgcfehbucheS sind während der ganzen Fastenzeit, einschließlich Palmsonntag, alle ge­räuschvollen Lustbarkeiten untersagt.

" Der gestrige Volkstrauertag für unsere Gefallenen brachte auch in unserer Stadt eine würdige Trauerkundgebung, zu der sich viele Hunderte eingefunden hatten. Wir berichten cm anderer Stelle dieser Rümmer über den Verlauf der Feier. Die öffentlichen Gebäude unb eine Anzahl Privathäuser hatten, bem Charakter dieses Tages entsprechend, Halb­mast geflaggt. Der Chronist der Zeitereignisse kann bei der Riederschrist dieser Zeilen nicht umhin, die Tatsache zu vermerken, daß man gestern in unseren Straßen im ganzen genommen nicht die große Anzahl von Fahnen bemerken konnte, die früher bei anderen Gelegenheiten zu sehen war. Dieses Versagen muß man aufs tiefste bedauern.

= 1 = E l n neues Taubstummen- h e i m. Der Taubstummenverband Hessen und Hessen-Rasfau trägt sich schon feit längerer Zeit mit der Absicht, ein Helm für taubstumme Sieche zu schaffen. Er yeht dabei von der Ansicht aus, daß es notwendig ist, trotz der bereits bestehen­den Siechenheime eine besondere Unterkunft für Taubstumme zu schaffen, wo diese mit Schicksals­genossen vereint sich untereinander verständigen und dadurch ihr Los leichter tragen können. Run- mehr ist es gelungen, das Obst gut Waldeck in Darsberg bel Reckarstelnach zu diesem Zwecke zu erwerben. Das Anwesen liegt etwas abseits von dem genannten Dörfchen, unmittel­bar am Walde, und bietet einen herrlichen Aus­blick in das Reckartak und aus den südlichen Odenwald. Große Gemüse- unb Obstgärten, Fel­der und Wiesen gewähren den Insassen Ge-

IcgeiuKtt zur Betätigung Rach einigen bau­lichen Veränderungen kann das Heim voraus­sichtlich im Herbst b. I. bezogen werden. Man rechnet mit etwa 15 Insassen, denen dadurch etn schönes Heim geboten wird

* I m Oberhefs. schen GelchichtS- verein sprach am Donnerstag Obr.kriegsge- rlchtsrat Koch vor sehr zahlreichen Zuhörern über alle Gießener Familien. Aul Grund ber Kirchenbücher, teilwei'. l Benutzung der Raispro- lotolle, Kontraktenbücher und anderer A.chlven, sowie an Hand von Grabdenkmälern, sonstiger Quellen unb einschlägigen Schrifttums, nament­lich einer Abhandlung des Pfarrers D e ch t v l S- Heimer über das gleiche Thema, entwarf ber Vortragende ein Bill) ber noch blühenden alt­eingesessenen unb eines großen Teils ber bis in die zweite Hälfte des 17. Jahrhunderts ein- gewanberten Geschlechter, auch ber im Mannes- flamm ausgestorbenen, soweit fic von Bedeutung sind. Bedauert wurde bas Fehlen einer Stabt- gefchichte unb eines Dürgerbuchcs. wie es Heinere Städte in musterhafter Bearbeitung besitzen. Don den seit Jahrhunderten einheimischen Geschlechtern wurden eingehender die Stohr. die Ebel unb Kempfs mit ihren reichen Beziehungen zu ge­lehrten Berufen, bie Frech. Kämmerer, Sack und andere besprochen, unter den eingetoanberten bie Orth, Grebe, mit Goethe blutsverwanbt, Iug- hard. Bogt, Brotreich, bie Baumeister- und Ar- tillcriftcnfamilic Müller, die Magnus, Busch, bie Mocken- unb Stückgietzer Henschel'. Vorfahren ber Lokomotivenbauer Henschel In Kassel, bie Stadt- präzeptorenfamilie Koch, die Hüffell, Schaffstäbt unb bie starke Einwanderung von Leinwand- Irämcm unb anbern Handelsleuten aus Hat­tingen a. b. Ruhr, so ber Kohlermann. Unter den hier ausgestorbenen Geschlechtern fanden be­sondere Erörterung die Wundarztfamilien Echer unb Aeuling, bie Clermund, 'Derdries, Wider­holt, blutsverwanbt mit bem tapferen Hessen Konrab Wiberholl, dem Verteidiger des Hohen­twiels, ferner bie Holweg, Ahnen des ehemaligen Reichstanzlers, bie Schupp, Vorfahren bcs Theo­logen, Schriftstellers unb Politikers Joh. Baltha­sar Schupp, eines ber hervorragendsten Söhne unserer Stadt. Sozialer und wirtschaftlicher Qluf- stiea. Vererbung hervorstechender Anlagen unb Fähigkeiten, mehrfache Ehen, Kinderreichtum, Verschwägerungen unb anbere genealogisch wich­tige Gesichtspunlle würben beleuchtet. Durch schwere Pest- unb Kriegszeiten nicht gebeugt haben bie Bewohner Alt-Gießens sich immer toieber erhoben. Hanb^erk, Lanbwirffchast, Weinbau unb Verkehr blühten. Die von den Altvordern überkommenen Güter wurden gehütet unb vermehrt. Schon lange vor Errichtung der Marburger und sodann der Gießener Universität sandten Bürger ihrer Söhne auf ferne Hoch­schulen. Die frische Blutzufuhr durch starke Ein­wanderung hat den Gefahren der Inzucht ent- gegengetoirtt unb manche Verbesserung gebracht. Hier unb ba haben einzelne Personen versagt, aber Riebergang ganzer Familien ist nicht fest­zustellen. Die Gießener bnuchen sich ihrer D)r- fahren nicht zu schämen. Möchte auch bas Um- gelcbrte wieder der Fall werden, wenn der Deutsche sich immer mehr der Vergangenheit be­wußt wird, wieder wahrhaft deutsch empfinden und handeln lernt. Möchte in diesem Sinne die Beschäftigung mll Geschichte und F .miliengeschichte den Wiederaufstieg des deutschen Volkes fördern! Reicher Beifall dankte dem Vortragenden für seine Ausführungen. In Anbetracht der knapp bemessenen Zeit hatte Oberkriegsgerichtsrat Koch nur einzelne Familien aus der Riesenfülle des Materials herausgreifen können. Sein anschau­licher, fesselnder Vortrag hatte von den geistigen Augen der Zuhörer so manche Familie vorüber- ziehen lassen, deren Ramen noch heute in den Urenkeln weiterlebt. Zum Schluß wies Universi- täts-Bibliothctsbirektor Prof. Dr. Ebel darauf hin, daß es sich bei ber Familienforschung nicht um bloßes Aufsuchen von Stammbäumen drehen darf, sondern datz versucht werden muß, die Familiengeschichte auf eine wissenschaftliche Höhe zu heben, indem man statt sich mit bloßen Ramen unb Zahlen zu begnügen, bie Persönlichkeit der Ahnen zu ergründen unternimmt. Als Sammel» stelle für alles familiengeschichtliche Material gab er bie Robert-Sommer-Stiftung an ber Uni- versitäts-Bitliothek an. damit, wie schon ber Dor- tragenbe in seinem Schlußwort betont hatte, alles irgendwie wertvolle Material späterer Bearbei­tung erhalten tperbe. Dr. W.

** E i n Sängertag in Gießen. Am 8. März finbet hier eine Tagung für Oberhessen bes Hessischen Sängerbundes statt, zu ber u. a. ber 1. Vorsitzende des Bundes, Ober- regierungsrat Dr. Siegert (Darmstadt) er­wartet wird. Etwa 400 oberhessische Männer­gesangvereine sind zu dieser Veranstaltung ein­geladen worden.

* Studentische WirtschaftSta- gung. Dom 5. bis 9 März findet in München eine Tagung der Wirtschaftshilfe der Deutschen Studentenschaft statt, an ber bie Vertreter ber

WnNchafKtorper ber deutschen Hochschulen, Do­zenten und Vertreter deS öffentlichen unb Wirt­schaftslebens teilnehmen. Im Mittelpunkt der Beratungen stehen neben der Besprechung über die Art der Weiterführung studentischer Wirt­schaftsarbeit vor allem die Frage des Studenten- hauseS, dessen Bau an vielen Hochschulorten unab wei-bare Rotwendigkeit geworden ist. und pral- lische Fragen der zentralen und örtlichen Arbeit vor allem die Einzel- und Krank 'nfürforge, For berung der Begabten und die Stellung der Wirt schaftSkörper in ber Hochschule

' Achtung, Falschgeld! Der Frank­furter Poltzeibericht meldet: Seit einigen Tage« sind wiederum gefälschte Dreimarkstücke im Ver­kehr. Die Falschslücke tragen daS Munzzeichen P und sind ohne Randprägung. Außerdem fühlen sie sich fettig an. Ferner sind immei noch bie gefälschten Einbillionenscheine im Verkehr, ohne daß es bisher gelang, die Verbreiter zu ermitteln Diese Falschscheine sind so zahlreich, daß roobl bie auf wenige Ausnahmen der im Verkehr befind­lichen Scheine alle als gefälscht betrachtet werden können. Die falschen 10-Dillione:i!cheinc sind eben­falls erneut im Verkehr festgestellt worden. Sic zeigen besonders auf der Rückseite schlechten Druck unb haben ein mit Fett aufgebrudtet? Wasser­zeichen.

Rundfunk-Programm

des Frankfurter Tenders.

(Aus berRabio-llmschau".)

Dienstag, 3. Marz:

11.55 Uhr Zeitangabe 12 XIbr Rachrichten- bienft. 12.55 bis 1 llhr Rauener Zeitzeichen. 4 llhr Wirtschaftsmcldungen. 4.20 11 br Rachrich­tendienst. 4.30 bis 6 llhr Romantikerkonzert des Hausorchcsters. 6 llhr Wirtscha.smeldungen. 6 bis 6.30 llhr Die Lesestunde iMeisterwerte ber Weltliteratur) AusSoll und Haben" von Gust. Freytag (Fortsetzung!. 6.30 Uhr ilebertragung auS bem Frankfurter OpernhausDie Huge­notten". Oper in 4 Akten von G. Metzerbecr. (Qlenberung vorbehalten.) Anschließend Rachrich­ten. Wettermeldung, Sportbericht.

Mittwoch, 4. März:

11.55 llhr: Zeitangabe. 12 Uhr: 2kach- richtendienst. 12,55 bis 1 Uhr: Rauener Zeit­zeichen. 4 Uhr: Wirtschaftsmeldungen. 4,20 llhr: Rachrichtendienst. 4,30 bis 5,30 llhr Kinder­stunde. 5,30 bis 7.30 llhr Rachmitlagstonzert des Hausorchesters: Aus bekannten Sinfonien ti-Moll-Sinfonie (l.Satz) Schubert. Andante a d. Sinf. m. d. Paukenschi. Haydn, Menuett a. b. ks-Dur-Sinfonie Mozart. Andante a. d. .Moll- Sinfonie Beethoven, Andante a. d. e-Moll-Sins. Tschaikowsky. 7 bis 7,30 Uhr: Stenographischer

Ans dem -lmtsverknndigungöblatt.

Das Amtsverkündigungsblatt R r. 16 vom 27. Februar enthält. Schneider« Zwangsinnung. Reichs- und Landtagswahl. - Erweiterung der Wasserleitung und Kanalisation der Stadt Lich. Mieteinigungssämter. - Tanz- belüfttgungen. Maul- und Klauenseuche in bei Gemarkung Heuchelheim. Die französische Fremdenlegion. Schäferei-Satzung der Ge­meinde Langd. Dienstnachrichten.

Buntes Allerlei.

Petcoleumtankexplofion.

Eine furchtbare E? plosionhat sich gestern in einem P e t r o 1 e u rn de p o t in Rictheroy, einer Dorstadt von Rio de Janeiro, ereignet. Soweit bisher übersehen werden kann, wurden über 100 Personen getötet, 600 verletzt unb 3000 Häuser zerstört.

Samillentragbbie.

Sn Berlin vergiftete die oieruntx dreißigjährige Kaufmannsfrau Melanie v. Dacke ihren dreizehnjährigen Sohn, ihre achtjährige Tochter unb sich selbst mit Leuchtgas, in dem Glauben, datz auch ihr Ehemann Selbstmord be­ging. Die Familie lebte schon länger in wirt­schaftlichen Schwierigkeiten. Als nun Dacke bie Rachricht erhielt, baß er feine Stellung verlieren werbe, packte das Ehepaar bie Verzweiflung. Der Mann ging von Hause weg unb hinterließ bah er sich das Leden nehmen werbe.

Mit dem Auto In den Rhein.

Das Automobil bes Baurats Sauer au- Wiesbaden stürzte unterhalb des Ortes mannshausen von der Rheinuferstraße in den Strom. Der Wagenführer, der einziger Insasse war, würbe lebensgefährlich verletzt.

Flugzeugabsturz.

In TBicfenbangen (Schweiz) stürzte der Fliegerleutnant Alber bei einem llebungsflug aus 1200 Metern Höhe tödlich ab. Die Ur­sache des Absturzes ist nicht aufgeflärt.

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HoWbmWon.

Tie Gemeinde LöciterShain verkauft im Wege schriftlichen Angebots nachstehen­des Holz:

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SHcfern-Stämme:

4. Klasse ca. 10 Fstm.,

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Tie Angebote smd bis zum 9. März 1925, nachmittags 1 Uhr, auf der Bürger- meksterei mit der AufschriftHolzsub- mifiion* cinzureichen. woselbst die Er­öffnung in Gegenwart der Käufer erfolgt. Tie Holzmcnge ist nut schätzungsweise an­gegeben: dürres, ober gesundes Hol; mit einbegriffen. Tas Hol- ist ohne Rinde ccmeifen und geschält. Weitere Be­dingungen werden vor der Eröffnung bekanntgegeben. Nähere Auskunft erteilt Herr Förster Scheig. Atzenhain.

Bürgermeisterei Wcttcrshain.

Reichert. 2213D

Beteln

MMMünMe.v.Wen

Der Syndikus unseres standeSverbande- Herr Dr. Moeßner hält am Montan, den 2. Mar», abends 8 llbr, im kauf­männischen DerciusbauS einen

Boitrog ö&. aMeSieazrfnigen rooui wir unsere Mitglieder aus diesem Wege nochmals dringend einlaben.

2134 D Ter Vorstand.

Dienstag, den 3. März

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Pfälzer Hof

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©ünft. (Belegenheit f. mieöeruerföufei £. Althofs, Konfiirsoerroalter.

Bekanntmachung.

Die durchberatenen Voranschläge bet Gemeinde und der Mark Muschenhcim für das Rechnungsjahr 1925 liegen vom 3. bis einschließlich 9. L Mts. zur Einsicht der Interessenten und Erhebung von Einwen- ' düngen auf unserem Bureau offen. Es ist im Gemeindevoranschlag die Erhebung einer Umlage beschlossen, zu der auch die AuSmarker beizutragen haben.

Muschenheim, 1. Marz 1925.

Bürgermeisterei Muschenheim Becker. 2234P