Ausgabe 
2.2.1925
 
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Für den Büch erlisch

Fichte

Wie!

töimen?

Erziehung

Lehr

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Feld. Verlag Moritz M. Das Buch ist eine

Er spncht mit Persönlichkeiten der Künste, Wissenschaften und her Politik. Er besucht histo­rische Stätten, das Grab Napoleons, die Prunk- schlosser vernaschter Monarchen. Spelunken der äußersten Verkommenheit, Vergnügungsstätten der neuen Neichen, er stürzt sich in den Strudel der Grohstadt, aus dem Sumpfe des ekelnden Treibens neue Blüten in seine Seele pflückend, immer umrauscht von den Flügeln der Nike, von der Offenbarung seiner Menschheitsideale.

Am Grabe des unbekannten Soldaten unter dem Triumphbogen zu Paris lodert unmittelbar aus der Erde die Flamme des Sieges.

Ent blähten Hauptes starrt er, der Deutsche, in die Glut' ...

3d> sehe auf aus der Flamme und entdecke ringsum Kranze. Blumen und Inschriften, die in goldenen Lettern wach erhalten sollen inmitten von Paris unter dem napoleonischen Triumph­bogen den Abscheu vor meinem Volk den Sieger- stolz über meine Heimat da eile ich raschen Schrittes aus seinem blauweihroten Kreis. Seltsam, ich sah nichts als die Flamme, und bin noch geblendet von ihr! Aus dem Herzen der Erde von Paris: Eine Flamme? Die Geister, die man rief einmal werden sie auch diese Kranze und Erinnerungstafeln des Triumphes durch die Flamme vernichten'"

Hölderlin an Unruh- ..Man sollte dir eine Krone flechten um dieses Wortes willen!

Jugendpsychologie und kunst. Dr. Friedrich Pfelfc^ Verlas Diesterweg, Frankfurt a. M. T J, sehr gut durchgedachte Abhandlung über Untcr- richt und Erziehung unserer kaufmännischen Ju­gend Mit der WLmung an Dr. Georg Kerschen- fteiner hat sich diese Arbeit das denkbar beste Omen gesichert. Trotz der Hervorhebung der päda­gogischen Arbeit an der kaufmännischen Berufs­schule hat der Verfasser im psychologischen wie im methodischen Teil die Grenzen seiner Zuständigkeit auch über die anderen Berufsschulen hinaus­gesteckt. Besser als eine genaue Darlegung der mit vieler Sachkenntnis und Ueberlegung geordneten und verbundenen Einzelheiten wird die zur Richt­schnur genommene pädagogische Absicht den sitt­lichen Emst und die berufliche Tüchtigkeit der Ar­beit bartun:Wir führen den Lehrling von dem Boden eines gemeinsamen Dolksbesihes aus immer sicherer zu dem Besonderen seiner Lei­stung und zum fruchtbaren Zusammenwirken mit anderen, die anderes leisten. Aus diesem sozial bedingten, durch die Derufssphäre hindurchgehen- den Wege führen wir den jungen Menschen sicherer zu dem früher nur individualistisch und humanistisch erfaßten Dildungsideal allse'ttger Krastentsaltung." Dieses Reue stimmt auffallend mit dem von Staatssekretär Dr. Becker in der oben angekündigten Broschüre herausgestellten Btt- dungsideal überein. 1580

Hhperion. Eine pädagogische Hölderlin- studie von Otto Kohlmeyer. Verlag von Montz Diesterweg, Frankfurt a. M. Der Verfasser unter­nimmt es, Hölderlin in seinem Roman Hyperion als einen der führenden erziehenden Menschen neben Lessing und Goethe und Kant zu stellen.

Buch, das sich selbstverständlich nur an die Fach­gelehrten wendet, ist ein Muster deutscher For­schung und deutschen Gelehrtenfleißes. 1486 Georg Wünsch. Religion und Wirtschaft. Tübingen 1925, 3. E. B. Mohr (Paul Siebeck). Der Verfasser geht von der Tatsache aus, daß man seither Religion und Wirtschaft als zwei völlig voneinander getreimnte Gebiete angesehen hat, die man nicht zu einer einheitlichen Zielsetzung zusammenfassen forme, 3n scharfsinniger theologischer Unterfudjung und mit großer Einsicht in daS neuzeitliche Wirt­schaftsleben sucht er in dem ersten Teile eine neue Wirtschaftsethik zu begründen. Auf dieser Grundlage beschäftigt sich der zweite Teil da­mit, die Frage nach der Arbeitszeit als eine Frage der christlichen Sozialethik zu behandeln. 42

Mönchen und Münchnerinnen.

Es war ein kalter, klarer Märztagdes 3ahreS 1839. als ein hochaufgeschossener Mensch, ein Student oder so etwas, von der inneren Stadt die neue Ludwigstratze hinausschritt, eilig. totmCranäBle. ater In cofiga Saune, gar nicht über feinen Ausmarsch erfreut. Reben ihm trippelte ein junges, zweiundzwanzigiah-

von Fichtes Briefen durch Jjane wcyuiz weuauv die bisher vorliegenden Sammlungen, und sie macht diese völlig entbehrlich.

In diesen Briefen tritt unS die kraftvolle und lautere Persönlichkeit Fichtes, die ja auch seiner Philosophie ihren Stempel aufgeprägt hat, anschaulich und lebensvoll entgegen. Möge manchen da« bei der Lektüre dieser Briefe neu entfachte Interesse für Fichte auch bestimmen, sich mit seiner Philosophie näher zu beschäftigen! Als Hilfsmittel dafür seien erwähnt: Fritz M e - dicuS Fichtes Leben. 2. Ausl 1922 A. Messer,Fichte". Leipzig (Quelle & Meyer) 1920, eine erste Einführung in seine Schriften, undFichtes religiöse Weltanschauung". Stutt­gart (Strecker & Schröder) 1923. tiefer an den religiösen Quellpunkt seiner gesamten Weltan­schauung und Philosophie heranführend. 21. TH.

im Jahre 1877 betrat, in denen die Schön- Heiten-Galerie mit den von Joseph ©'feier porträtterten Frauen und Mädchen ausgestellt ist:Es war an sich ein königlicher Gedanke, und nur ein König konnte ihn ausführen. D«n reichsten Privatmann zu Gefallen hätte man nicht die Erzherzogin und die Schusterstochier gleich­mäßig bewegen können, zum Malen zu sitzen, damit eine vom Stande unabhängige, völlig neu­trale große Konkurrenz der Schönheit entstehe."

Doch nicht nur als totes Bild, auch lebendig rauschende Feste: verschönte die Münchenerin so jenes Kostümfest, das Maximilian II. als Ab­schluß des Karnevals 1864 veranstaltete und das seitdem Tradition blieb.

Es ist für den. der nicht nur der Psyche der Münchnerin nachspürt, sondern auch ergründen möchte, welche Wirkungen die Existenz der Münch­nerin auf die kulturelle Entwickelung der Stadt übte und übt, eine über die Maßen frohe Er­kenntnis, daß kaum ein Werk der Kunst üi dieser genuhfrvhen Stadt des Lebens entstand, bei dem nicht schöne Frauen zu Date geftanben hätten. Da steigt die St. KajetanSkirche der Thea- tiner stolz empor' mit ihrer Kuppel, mit ihren bizarr gestalteten Turmhauben greift sie in da« blaue Gewölbe des Himmels, bestimmend für die Silhouette des Stadtbildes: Die Kurfürstin A d e- laibe. Ferdinand Marias Gemahlin, hat die­ses Wunderwerk durch ihren italienischen Lands­mann Darelli ins Leben rufen lassen sie, die auch die Urheberin deS RYmp h en b u rger Schlosses ist. Die kleinen LustpavillonS aber, dic Amalienburg voran, die im Parkgrün mm 'lügn- phenburg träumen, sind den Launen und Ka­prizen, den Wünschen und schönen Augen an­mutiger Frauen zuliebe entstanden. . .

Das sind die Münchnerinnen, die sich ihr München seit jeher geschaffen haben, und von denen Georg Jakob Wolf in seinem Buche Die Münch n er in" im Verlag Franz H an ffstaengel-München plaudert. e-s.

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riges Mädchen, schwarzhaarig, von bräunlichem Teint ein Wesen von echtestem Münchener Typus. Sie trug das Ränzchen ihres Begleiters am Arm. und heiße Tränen standen ihr in den dunklen Augen. Die beiden, die so nebeneinander hingingen in wehem Abschiedsschmerz, waren Friedrich Hebbel und seine kleine 'Münchener Freundin, feinG'spusi". die Schreinermeistrrs- tochter Deppi Schwarz.

GS mußte Schluß fein. Und so war der Morgen des sestgefetzten Reisetages der 11. Marz 1839, angebrochen, und schon um sechs war es fortgegangen durchs Dämmerlicht des Vorfruh- lingstages. Zwei Stunden weit hinaus begleitete Beppi ihren Fritz, durch ödes, flaches Land. Moor und t>erfümrnmerten Wald, bis sie vor der HandwerksburschenschenkeZur fallen Herberge standen.Wir tränten baS letzte Glas Bier zu­sammen. dann schieden wir unter unendlichen Tränen." Hebbel zog nach Hamburg.

Ein reichliches halbes Jahrhundert spater sah derVortruPP des Impressionismus in der Malerei in S chwabing, da hausten Halbe, der 'Ver­fasser berühmter Dramen und fein Antipode Wedekind, hier sahen Bierbaum, Hey- mel und Rudolf Alexander Schroder und redigierten dieInsel", hier und,damals ent- stand derSimplizissimuS" und überall waren Münchener Madeln dabei.

Heinrich Heine hat der Münchenerin, der Münchener Kellnerin, in seiner Reise durch Deutschland ein Denkmal gesetzt.Es scheint, die Münchener Wirte studieren darauf, schone Kellnerinnen zu haben. Diese gehen zierlich m Miedern mit silbernen Ketten, sehen gegen an­dere Länder ziemlich modest aus, sind aber habet sehr gesprächig gegen den Fremden.

Das Münchener Theater hatte neben vie­len andern Berühmtheiten feine Klara Z iegier pie fe^te Heroine", deren Haus in der xonigm- ftrahe heute alS Theater-Museum eingerichtet ist.

Von König Ludwig I. schrieb Jakob Burk­hart, als er die beiden Kabinette der Residenz

hovanwachf«iid«i Jugend empfohlen, bet He zeigen, daß ohne daS Einsetzen der ganz« Per- sönlichkeit der Aufstieg zu führenden Stellungen versagt bleibt. Durch den billigen Prer« wird auch den weitesten Kreisen die Anschaffung der Sammlung ermöglicht. 1568

Wilhelm Dersch. Oberhessische Heimat-Geschichte. Eiwert« Hessenbucher. 3 Reihe. l.Hefl. Marburg 1925. Pr. 3 Ml. Wir begrüßen daS vorzüglich ausgestattete Buch al« den längst erwarteten Führer durch die Geschichte und Landeskunde des ehemals kuihessischen Ober- fürstcntums. Der bestens bekannte Verfasser führt uns mit Meisterhand in die Quellenkunde, m die politische und Territorialgeschichte und m die Kulturgeschichte der heutigen Kreise Marbura Kirchhain. Frankenberg und Biedenkopf ein. Die sorglich auSgcwählten Düchernachweise bieten fe­dern die Möglichkeit, sich auf den Bibliothekar die notwendigen Unterlagen zum Aufbau irgend­eines Teiles des weitschichtigen Stoffgebiets, ins­besondere der Ortsgeschichte, zu beschaffen. DeFchS Oberhefsische Heimatgeschichte" ist etne vorbild­liche Musterleistung, ein nachhaltiger Weckruf an alle, mitzuarbeiten an der Erziehung zu Hei­mat, Volk und Vaterland, und gibt hoffentlich Anlaß zu einer gleichartigen, grundlegenden Ab­handlung über die Provinz Oberhessen.

(1554) Prof. F. Dreher (Friedberg).

Ieitschriftenschau.

Besprochen von Prof. Dr. A Messer.

Fichte« Briefwechsel. Gesammelt unb beoauggegtben von Hans Schulz. Direk­tor der Bibliothek des Reichsgericht«. (Verlag H. Haessel. Leipzig, bnrschiert ^- Dunzleinen 50 Mk.) Der Herausgeber, dem wir schondas überaus interessante Buch . &£t1mu

liehen Briefen feiner Zeitgenosse nrdanken. hat sich durch diese erste, wirklich kritische wißen- schustlichen Ansprüchen voll genugarde Ausgabe I von' Fichtes Briefwechsel ein großes Verdienst erworben, das weit über die Gefehrtenlreise hinaus hoch geschätzt werden wird. Denn Fichte gehört nicht nur den Philosophenvom Fach , er gehört unserem ganzen Dolle: sein Geist sollte noch weit mehr als es bis jetzt geschehen ist unter unS wieder lebertbig werden: denn crlann uns zeigen, wie aus den tiefsten Quellen sittlich-religiöser Gesinnung Mut und Kraft zur inneren Erneuerung eines Volkes zu gewinnen ist.

Zwar sind uns auch bisher Briefe Fichtes in größerer Zahl bekannt gewesen. Besonders sein Sohn Immanuel Hermann Fichte hat in seiner schon in den dreißiger Jahren des 19 Jahrhunderts erschienenen zweibändigen Biographie des Vaters eine Fülle von dessen Briesen veröffentlicht. Ebenso wurden 1862, ge­legentlich bvr Hundertjahrfeier von Fichtes Ge­burtstag ..Achtundvierzig Briefe von Johann Gottlieb Fichte und seinen Verwandten" von Moritz Weinhold herauSgegeben. 2lber vieles fehlte in diesen Sammlungen: sodann entsprach die Behandlung des Textes selbst nicht streng wissenschaftlichen Anforderungen. Sowohl hin­sichtlich der Treue und Genauigkeit in der Vergabe der Originale übertrifft die Ausgabe Fichtes Briefen durch Hans Schulz toeitau«

Die Symbolik der Mysterien- bünde von August Horneffer. 2 Ausl Anthrv- poSverlag Prien Ob.-B 1924. Tas Werk erscheint in 2. Auflage. Da seit der ersten Auflage 5 Jahre verstrichen sind und in unseren Hirnen und Serben sich manches gewandelt haben mag, soll noch einiges gesagt werden. Trotz der Vorbemerkung, die Freimaurerei nur an ihrer Stelle und als Glied der ganzen Betrachtung zu berücksichtigen, kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, als läge von vornherein das Endergebnis über kfer gesamten Einteilung und Stoffgliederung sowohl, wie über den Ausmaßen und Ei.rdringlichkeiten der Untersuchung selbst. Man kann gerne Hörmessers These anerkennen, daßdie Freimaurerei mit ihrem schlichten Werkideal den Sieg entschieden hat". Den Sieg desEvangeliums der Arbert nämlich. Das ist das Ende und der Höhepunkt des Buche«, das mit großer Spannung gelesen werden wird. Rur wünschte sich selbst der Gebildete mit­unter auch eine liebevollere Ausmalung unb ein Eingehen auf psychologische und pathologische Gründe. Für den Forscher ist das Werk besonders durch sein Gndurteil in zwiefacher Richtung be­merkenswert: Erstens stellt daSfreimaurertsche Evangelium der Arbeit", ganz entgegen der ur­altenmagischen" Wahrheit, die für Mysterien- bünbe fetztmögliche Rationalisierung beS Heiligen dar. Es ist nicht mehr die Zeit für Verhüllungen des Geheimnisses. Die Arbeit muß es offenbaren.

I Aber es gibt dafür nichts Widerspruchsvolleres an Arbeitsgemeinschaft, als einenIntellektuellen Mysterienbund". Die russische Sowjet vermeidet das unzeitgemäße ..Geheinnis" besser. Zweitens aber befremdet es, hinter der Freimaurerei alle anderen Bünde zurückgcsetzt zu sehen als solche, die nur lehrten, opferten, spekulierten und bte Hände in den Schoß legten. Sollte nur der Frei.

| maurer Kulturwerke und Sittlichkeit schaffen 1556

Flügel der Nike". Buch einer Reise"vonFritz von Unruh. (Erschienen in der Franks. Sozietätsdruckerei.)

Chamberlain schrieb über die Grund­lagen des neunzehnten Jahrhundert.

Unruh schreibt über die Grundlage des neuen Jahrtausends.

Heber dem Treiben des Lllltaas feiert die Seele des Dichters. Dort, wo bte ©pbaren) einen, wo an erhabenen Harmonien bte ®iUo= nanzen der Well sich zerschlagen, münbet der Strom seiner Sehnsucht. Groß und gewagt ist sein Flug: dennoch erhebt er sich frei, beschwingt nut den Flügeln der Rike, bis in die Bezirke des wahrhaften Sieges, bet Friede heißt

Kein Sucher: Ein Finder ! Kein Prophet Ein Menner! durchbricht er mächtig ben

Verwesung, die Wucht seines Glaubens zerspaltet den Rebel Phantom unb unaufhaltbar ist ferne Ethik. ... ...

Geofsenbarte Menschensehnsucht ist dieser FlugDas Buch einer Reife."

Fritz von Unruh, der Mensch aus seiner Kunst, der Ver-Dichter seines Ichs. verläßt in feinem neuesten Werl die ilmfriebigung ferner Scholle, um alsSoldat des Friedens" das Chaos feiner Zeit durchwandernd, dieMann­schaft der Liebe" zu ftnben.

Aber: ..Wie viele wissen überhaupt, woraus ankommt? Die wenigsten Menschen: alle mderen laufen irgendeiner Fahne nach."

Er kommt nach Paris und London, trifft Menschen unb Leute, Gesinnungsgenossen und fetnbe. Leidenschaftlich, fanatisch entrollt er das Bild seiner Menfchheitsibee.

Mit ben Fiebern des ganzen Europa im Wut, entblößt er erbarmungslos die Scham «nferer Zeit.

DaS Infelschiff, eine Zeitschrift für die Freunde des Insel-Verlaaes (6. Iahrg., Heft 1, Weihnachten 1924. im Insel-Derlag zu Leipzig) widmet seinen einführenden Artikel dem Gedächt­nis Alfred Walter von Heymel«, der mit Otto Julius Dierbaum und Rudolf Alexander Schröder der Gründer des Insel-Verlages war. Hermann Bahr ist mit einer Probe über Do­stojewski und Stefan Zweig mit einem Billmi« Dusvnis vertreten. Interessant ist auch etn Brief Mendelssohns an Zeltei über Goethe, kfer auä dem Jahre 1797 von Metz aufi geschrieben tfL Ein Stück aus Alfred M o m b e r t s Gebichtdand Atair, Bruchstücke aus Jakob Böhmes Von der Gnadenwabl", Rud. Kassner«Physiog- nomischen Studien" und noch andere Gabst von Wert füllen das achtzig Seiten starke Heft. 25

Die schöne Literatur (beraub gegeben von Will Vesper. Verlag Eduard Ave- narius. Leipzig) zeigt in den letzten fahren eure erfreuliche Beweglichkeit und Ideenfülle, ©in- sichen Bedürfnissen des Publikums entgegenzu­kommen. Der Zeitgedanke des befannten ger- ausgebers ist. die schier unübersehbare Fülle der Produktion auf fchönliterarischem Debile zu ordnen, zu sichten und auch für den vtelbeMstig- ten Freund der Literatur übersichtlich zu m° Euphorion. Zeitschrift für Literatur­geschichte. Herausgegeben von Josef plädier und August Sauer. (Carl Fromme, Wien, 1924.) 3m dritten Heft des 25. Iahrg. setzt R o et t eken. Würzburg, seine spezielle Poetik und Drescher, Breslau, seine Untersuchungen über den lieber- feher des 15- Jahrhunderts, Johann Hartlieb, fort. (Steinberger, Göttingen, bereichert ben Text der Wielandschen Werke durch den Rach- weis, daß dieUnmaßgeblichen Gedanken eine« Laien über DahrdtS Glaubensbekenntnis" von dem Dichter selbst herrühren. Sine bisher un­bekannte wichtige Schrift Wilhelm Heinses -Theo­rie deS Paradoxen" weist S t e f a n s k y, Prag, scharfsichtig nach. Hertz, München, setzt seine eindringlichen Versuche zur Erklärung des zwei­ten Teiles vonGoethes Faust" mit Gluck fort. Wiedemann, Erfurt, weist an der Hand unbekannter Manuskripte die verwickelte ®nt- stehungsgeschichte von Rückert«Liebesfrühling nach. lti

* Der Querschnitt, 5. Iahrg., Heft 1 (Januar 1925). Das 'neue Januarheft bringt einen einleitenden Aufsatz von A.C.Barnas Die Regerkunst und Amerika", in dem das Wesen dieser seltsam harmonischen, von der Ruhe eines festen Gebundenseins an die Erde getra­genen fein entwickelt wird, nicht im revolutio­nären Gegensatz zu der umgebenden Zivilisation der weihen Rasse, sondern in stiller, selbst­bewußter ober selbstvergessener Zurückgezogen» beit. Ein Referat über einen Vortrag von Juan G r i s in der Sorbonne zu Paris spricht von den ..Möglichkeiten der Malerei". Gegenstand, Technik. Wollen unb Werk gegeneinander ab- toiegenb. Briefe von Offenbach, Karl Radek folgen unb viele Bilder sind im Text._______19

Theologie.

Hans vp n Schubert, Die Geschichte des deutschen Glauben«. Leipzig. Quelle & Meyer. Geh. 6 M, in Leinwand 8 M. Der bekannte Heidelberger Kirchenhisloriker bietet unS hier eine Geschichte des rcl giöfen Leben« in Deutschland von der germanischen Uneit bi« zum 20. Jahr­hundert. Sein Buch ist mehr als etne Darstellung der Kirchengeschichte. da e« auch ben Glauben 5er Deutschen in der vorchristlichen Zeit bcfrrnbelt. Der Verfasser zeigt sich nicht nur al« Kenner je« religiösen Lebens der Deutschen auf seinen rerschiebenen Stufen, sondern er ist auch ein | Schriftsteller, der lebendig und anschaulich dar- »ufteHen weih. Sein Buch ist ein Äunjttoerl unb erinnert in mancher Beziehung an Wilhelm ScherersGeschichte der deutschen Literatur. 3n besonders fesselnder Weise wird die mittelalter­liche deutsche Frömm gkeit dargestellt. Das Werk ist nicht nur für Theologen geschrieben, sondern ist jedem zu empfehlen, der Interesse für die seellsche Entwicklung des deutschen Volkes hat. 1507

O. G. von Wesenbon ck, Urmensch in b Seele in ber iranischen Hebe r - lieferung. Hannover 1924, Orient-Buchhand­lung Heinz Lasaire. Pr. kart. 10 Mk. In der neueren Zeit hat die Wissenschaft immer mehr erkannt, bah zwischen ber griechischen unb der orientalischen, besonbers ber ägyptischen, vor­derasiatischen und indischen Kultur enge Be­ziehungen bestehen. Dies gilt besonders für die religionsgeschichtliche Forschung. Demgemäß toeift ber Verfasser nach, wie sich in der iranischen Dolksreligion die Vorstellungen von dem Ur- menschen. der Seele und den Göttern gestaltet haben unb in den Hellenismus eingedrungen sind. Auch die frühchristlichen Sekten, die man unter ben RamenGnostiker" bezeichnet, sind stark mit orientalischen Vorstellungen durchsetzt. Das

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* Hessische Biographien, heraus- gegeben in Verbindung mit Karl Esselborn unb Georg Lehnert von Hermann Haupt. Lieferung 7. (Darmstabt 1924, Hessischer Staats­verlag. 2.40 Mk.) Das neue Heft bet bekannten von ber Historischen Kommission für den Frei­staat Hessen herausgegebenen Sammlung führt uns diesmal unter seinen 33 Lebensbildern eine besonders stattliche Reche von Tragern bekannter Ramen vor. Zuerst seien die Professoren unserer Landesuniversität genannt, der Theologe Gaß. die beiden Juristen Georg und Karl Sell, der auch als tüchtiger Arzt in weiten Kreisen be­liebte Gynäkologe Friedrich Birnbaum und der Reuphvlologe Ludwig Lemcke. Ihnen sei der Oberoflelbener Pfarrer Weicker ungerecht, dessen beiden berühmten Söhne, ber Archäologe Friebrich Gottlieb unb der Staatsrechtler Karl Theodor ihre akademische Laufbahn in Gießen begonnen haben, ©eine Studienzeit an der Ludo- viciana gab ferner Ernst Elias Riebergall ben Anstoß zu feinen köstlichen Lokalpossen, deren künstlerischer Wert erst jetzt richtig gewürdigt wird. Unb in die schlimmste Zeit des Gießener akademischen Lebens, in die Zeit der Verfolgung wegen politischer Umtriebe gewährt der Artikel Minnigerode Einblick. Riernand hätte da­mals geahnt, daß der so grausam Behandelte einst einer der einflußreichsten amerikanischen Geistlichen werden würde. Von hohem Wert für die oberhefsische Volkskunde sind die Schöpfun­gen des treu seiner Heimat ergebenen Malers Engel von der Rabenau. Und der begeisterte Vorkämpfer Dismarckscher Einheitspolitik. Adal­bert Freiherr von Rordeck zur Ra­benau gehörte zu den volkstümlichsten und beliebtesten Perfönlichkeiten seiner Heimat. Den Illusttator unserer Gießener Lokalposte Speng­lermeister Dimbächer, den Pfarrer Erwm Preuschen, wollen wir auch nicht vergessen. Sonst seien noch genannt der Mainzer Bischof Colmar, der rheinische Reeder Disch, der bedeutende Mediziner und Leibarzt der Groß- berzoglichen Familie in schwerer Zeit. Karl Cigenbrodt. der unermüdliche gründliche Heimatforscher Wilhelm Wagner, der Offen­bacher Arzt Karl Ferdinand Decker, den wun­derbare Lebensfügungen vom Arzt zum bahn­brechenden deutschen Grammatiker und Lehrer umwandelten, der Führer der Deutschkatholifen Hieronymie. der bedeutende amerikanische Politiker Dorschheimer und Gustav Ellen­berg er. dessen Erfindungen etne vollständige Umwälzung im Drennereibetrieb hervorgerufen haben. So bietet auch dieses neue Heft wieder reichen Stoff für die Kultur- und Familien- geschichte unserer Heimat. Hoffentlich findet es recht viele Leser, daß es an seinem Teil zum Wiederaufstieg Deutschlands beitragen kann. Wohnt doch gerade der Versenkung in die Ge­schichte der Heimat die wunderbare Fähigkeit inne, Kraft zu geben für die schweren Aufgaben unseres Volkes in der harten Gegenwart. Ins­besondere aber seien die Biographien unserer

Wenn man bedenkt, dah Hölderlin gerade jetzt fangfam Gestalt und Bedeutung für sein Volk ge­winnt. ist da« Unternehmen sicher zeitgemäß. Und auch mit Rücksicht auf das Erziehungsziel, da« auS dem Hyperion in einleuchtender Arbeit gewonnen wird, und da« kurz dahin zusammen- gesaßt ist:der neue höhere Mensch, ausgezeichnet durch körperliche und geistige Schönheit, welch letz- tert sich offenbart insbesondere durch den ©mn für Kunst und Philosophie, für Religion, für sittliche Freiheit unb durch Hingabe an den Staat , mit Rücksicht hierauf wäre die Studie fast modern. Gegen die letzthinnige Anwendbarkeit aber des Hyperion auf da« neuzeitliche Erziehunasideal und Bildungsziel spricht die nie zu übersehende heroische" Ferne des stets in Enthusiasmus über die Erde hinausstrebendcn Heroszu der voll abgeklärten Persönlichkeitsbildung, die sich kenn­zeichnet durch das EinSfein mit sich selbst und der Ratur. alS einer neuen höheren PersönlichkeitS- stuse. die die Plattform für eine reinere und er­höhte soziale Betätigung sein kann". Unbeschadet die Existenz dieses ewigen Zieles, unbeschadet auch des zweifellosen Verdienstes dieser allerdings nur für Erzieher selbst wichtigen Studie ist die Blässe irdischer Dinge und ihr Mangel an Hand­greiflichkeit nicht das, was unsere Jugend braucht. Der Geschichte der Grzfehungskunst ist damit jedoch ein bedeutendes Gebiet erworben worden.

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Heimatgeschichte.