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nr. 30? Erstes Blatt

U4- Jahrgang

Mittwoch, 3s. Vezemver 192$

GietzenerAMiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Vrvck und vtklag: vrLhl'sch« Unioerfitäts=Bud?.- attö Sleinörutferei R. £ange in Si-tz-n. Sdjriftleitnng nnd S-schSfttttell«: SchuUtrs«« 7.

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Das Jahr 1924.

2on Generalsuperintendent D. Dr. Martin <Dd) lan, Breslau.

Das Oahr 1923 bekam feinen Charakter kinauslöschltch ausgeprägt durch Ruhrkampf, (Inflation und Rentenmark. Was bestimmt die Art des OahreS 1924? Die Festigung unserer Wahrung, das Londoner Abkommen und die Krisis des deutschen Parlamentarismus.

Die Festigung unserer Wahrung kommt zuerst. Ihr danken wir, dah Handel und Wandel in ruhigen Bahnen gekommen sind. Ohr danken wir, daß auch der Privat- haushalt sich hat langsam erholen können. Mit Schaudern denken wir an den Spätherbst 1923 zurück. Gott sei Dank, dah diese Zustände uns 1924 erspart blieben! Freilich, es gab anfangs sehr knappe Gehälter und Löhne; erst das Ende des OahreS hat eine deutliche Besse­rung gebracht; wenn man die Warenpreise bedenkt, so ist auch heut noch der Friedensstand der Lebenshaltung lange nicht erreicht; und m breiten Schichten herrscht auch heut noch äußerste Knappheit oder gar bittere Art. Aber es ist doch besser als 1923! Das lag daran, dah das Wunder der Rentenmark Bestand hatte. Gin Undankbarer, wer dessen heut nicht nrtt Dank gedenkt!

Das LondonerAbkommen und was damit zusammenhängt: viele sehen es als die große Wendung in Deutschlands Schicksal an. Eine Wendung bedeutet es, wenngleich ich nicht so bescheiden bin. die Tatsache dick zu unterstreichen, dah Deutschlands Unter* Händler zum erstenmal wieder auf gleichem Fuß mit den Männern der Entente verhandeln durften. Aber eine klare Abmachung mir unse­ren Peinigern und Bedrückern gibt das Ab­kommen; und damit hat eS eine Art Friidens- zustand heraufgeführt, der nach 1918 nicht ein* getreten war. Zum Jubilieren gibt eS freilich gar keinen Anlaß. Wer das Londoner Ab- fommen preist, kennt entweder seinen Inhalt oder die Kräfte der deutschen Wirtschaft nicht. Das es von uns fordert, ist furchtbar schwer. Dennoch bot es die einzige Möglichkeit zu unserer Rettung. Ans blieb nur die Wahl zwischen dem Sturz in den Abgrund und ybi* scheu dem höchst gefährlichen, stetes Abglei en drohenden, schmalen Sreilpfad des Dowesgu:- achtens. Wundere sich niemand, wenn unser Fuß in der kommenden Zeit wiederholt ins Lriauchelu kommen wird! Immerh n: de so- sortige-Sturz ins Bodenlose wurde vermieden. Das ist doch des Dankes wert. Rur ro t' le ne rechte Freude auf kommen. Dazu ist unser Kletterpfad zu beschwerlich. Eine Wendung? La; aber nur der Anfang einer solchen, nur die Möglichkeit einer besseren Zukunft.

Im Zusammenhang mit dieser Wendung sieht der Anfang der Räumung des zu Unrecht be^tzten Gebiets, steht die Amnestie für die Auhrkämpfer. steht die Rückkehr der Ausge- tviesenen. Biel Anlaß zur Freude für die Einzelnen. Für das ganze Volk aber bedeutet al! dies mir die Aufhebung der allerschlimm- ficn und allerniederträchtigsten Maßnahmen, die der himmelschreiende Gewaltakt der De* fthung des 'Ruhrgebiets durch Frank-eich im Molge hatte. Wir brauchen Frankreich nicht dafür zu danken, daß es diesen Schändiichkei en ein Ziel setzte. Gerade die Art, wie unser rachsüchtiger Nachbar diese Maßnahmen ins Derk setzte und nns dabei unsere Abhängig- kit von seiner Gnade spüren ließ, zeigte uns, bis zu welchem Grad der Erniedrigung das große deutsche Volk geknechtet ist.

Diese Erniedrigung wäre leichter zu tragen, Heim wir uns ihr gegenüber alle in völliger Innerer Geschlossenheit als ein einziges, einiges Dolk fühlten. Aber und das i t das drllt?, das den Charakter dieses Zahres bestimmt, frir bieten nach wie vor das Bild hilflose r, heilloser Zerrissenheit. Wohl sind Ile akuten Krisen des wahres 1923, wie Sachsen lud Bayern sie zeigten, nicht wiedergekehrt. 1)24 brachte keinen Ansatz zum Bürgerkrieg, brachte keine Kämpfe mit Waffengewalt inner* halb der deutschen Grenzen, brachte keine 'Dcchts- oder Linksputsche. Man muß das sest- Ihllen, weil eS dies Oahr von seinen Vor- giugern unterscheidet. Allerdings: daß wir sr etwas erst feststellen müssen, ist an sich »Lurig genug. Aber nun lieh das vergangene -Lihr die deutsche Zerrissenheit an einem sehr «npfindlichen Punkt offenbar werden: an Der vcrsassungsmäßigen Form der Regierung des Rutschen Reiches, am deutschen Parla­mentarismus. Wir dürfen uns nicht dar- ®>cr täuschen, daß unser in Der Weimarer Ver­eisung festgelegteS Regierungssystem i n liier schweren Krisis steht; Die Zahl fr Parteien im Reichstag wächst, und noch flirtcr wächst Di? gegenseitige Erbitterung. KciilamentarischeS Regierungssystem: Das s yt

Maß von Gemeinsamkeitsw llen sonst ans- ftandergchender Parteien voraus, das Die Grundlage einer ttagfähigen Mehrheit bilDet «cade daran aber fehlt es. Die Parteien

Strefemann über die Kölner Frage.

Berlin, 31. Dez. Das03 T." meldet: Der Außenminister Dr. Strefemann empfing gestern mittag die Vertreter der gesamten aus­ländischen Presse und gab ihnen längere Erklärungen ab über Den Standpunkt der Reichsregierung zur Fage der Räu­mung der Kölner Zone. Stresemann wes einleitend daraus hin, dah es die Pflicht der Alliierten gewesen wäre, schon einige Zeit vor dem 1 0. Januar Die Frage Der Räumung cingehenD zu prüfen, Damit bis zu Diesem Datum eine enDgült gc Klärung hätte er­folgen können. Rach Den Bestimmung n Des Ver­sailler Vertrags könne eine Verlängerung Der Besetzung Der Kölner Zone nur dann in Be­tracht gezogen werden, wenn ernstliche Verstöße Deutschlands gegen Den FrieDensoerlrag nor- gekommen wären. Run hat man, so erklärte Stresemann weiter, Die angeblichen Verfehlwi- gen DeutschlanDs in Der Frage Der Entwaffnung zum VorwanD genommen, um eine Hinauszöge­rung Der Räumung Der Kölner Zone zu be- grünDen. Deutschland ist aber im großen und ganzen vollstänDig entwaffnet, selbst Dann, wenn Da und Dort einzelne kleinere Ver­stöße gegen Die Entwaffnungsbestimmungen, Die bei einem 60-Millionenvolk doch DDitoirm n können, gefunden worden s.nd. Von französ scher Seite ist gegen eine Verquickung Der Räu­mungsfrage mit Der Auslührung Des Dawesgut achtens C nspruch erho en wo- den. Dies ist nach meiner Auslassung völlig un­richtig, Denn wenn London nur ein s n nzi ller und wirtschaftlicher AllorD gew fen wäre, fo hätte auch Die Ruhrräumung nichts mit Diesen Verhandlungen zu tun haben Dürfen. Die Deut che Delegation hat aber von vornherein gefordert, daß D.e Frage Der Ruhrräumung ö s!ut ert werDe. Ebenso hangt auch Die Räumung Der Kölner Zone eng mit Der Ausführung Dieses Gutachtens zu­sammen.

Es geht einfach nicht an, Daß Die wenigen Rechte, die Deut chlanb aus Dem Friedensvertrag noch übrig geblieben sind, Durch eine Politik, wie sie jetzt in Paris begonnen werden soll, zunichte gemacht werden und für Deut) chlor-.- ichtt »tts Pflichten übrigbleiben. Heute muß ich zu meinem großen Bedauern sagen, daß, wenn die Kölner Zone nicht geräumt wird, diejenigen unrecht hatten, Die für das Dawesgeseh stimmten und es verteidigt haben, in der Hoffnung, daß end­lich Die SanktionSvolitik damit zu Ende sei.

Eine Politik, wie fie jetzt mit Der Frage Der Räumung Der Kölner Zine begonnen toirD. be­deutet aber für das Deutsche Volk eine unerwar­tete und grenzenlose Enttäuschung und schasst eine ernste politische Lage in Deutsch­land. Die vernünftigen Leute in Deutschland verlieren damit Den Boden unter den Füßen und die Extremen gewinnen wieder Oberwasser. Wenn Die uns bezüglich Der Entwaffnung ge­machten Vorwürfe bewiesen würden, was ja durch den Reichswehrminister durch seine Erklärungen bnBerliner Tageblatt" widerlegt worden ist. was ändern Dann zwanzig- oder gar hundert­tausend Gewehre an Der Tatsache, daß Deutsch­landtatsächlichentwaffnet ist? Deutsch­land kann ja nicht einmal Die im Friedensvertrag zugestandene Heeresstärke von hunderttausend Mann auf füllen, weil sich niemand mehr sand, der sich für zwölf Jahre verpflichten wollte. Deutschland mit feinen sechzig Millionen Ein­wohnern ist so entwaffnet, daß es sich selbst nicht einmal gegen einen Einmarsch von Polen oder Tschechoslowakei her ernstlich wehren könnte. Wenn trotzdem diese angeblichen Ver­fehlungen zum Vorwand genommen werden, die Kölner Zone nicht zu räumen, dann kann man sich hier des Eindrucks nicht erwehren, daß wir uns vor Dem

Wiederbeginn einer Sanktionsbolltik der Al i'.ctten gegenüber Deutschland befinden. Vor einer solchen Politik kann nicht eindringlich genug gewarnt werden, txmn die Vergangenheit hat doch gezeigt, daß nur auf Dem Wege der Verhandlungen, niemals aber durch eine Gewaltpolitik eine Einigung er­zielt werden konnte. Das Material, das der deutschen Regierung über Die angeblichen Ver­fehlungen bis jetzt zugegangen ist, ist außer­ordentlich gering. Anstatt des offnen Kon­flikts. dem wir durch eine solche Politik nun­mehr zusteuern, und der auch die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Dm alliierten Ländern haben fiel) auseinander entwickelt. Sie erklären in immer häufigeren Fällen für unmöglich, miteinander zu leben. Zugrunde liegt ja wohl eine ganz bestimmte Meinung. Die Links­parteien, also Die, welche 1918 die Revolution begrüßten, wollen es nicht wahr haben, daß inzwischen so große Teile des Volks sich von Der RevolutionSbegeisterung lvsgesaqt haben, daß sie bei der Regierungsbildung nicht mehr wohl zu umgehen sind. So bringen sic lieber Das ganze schöne parlamentari che System von Weimar in Gefahr, als dah sie die Deutsch- nationalen an Die Regierung lassen wollen. Daher die Reichstagsauslösung. Daher Der erbitterte Wahlkampf, der die wahlmüden Wähler schließlich doch zu stärkster Wahlbeter. ligung aufpeitschte. Daher der fürchterliche Kampf um die Regierungsbildung in der Weihnachtszeit. Wie lange soll das Reich Die»

auf andern Gebieten gefährden könnte, fordern wir Verhandlungen über alle Meinungs­verschiedenheiten und Belege über die Ergebnisse der achtzehnhunDert Kontrollbcsuche. Damit wir Die Vorwürfe unsererseits prüfen können. Es ist notwendig, dah die angeblichen Verfehlungen Deutschlands von beiden Seiten einer Prüfung unterzogen werden. Damit Deutschland etwaige tatsächliche Verfehlungen abzuftellen in der Lage ist. Wir sind der Auffassung, daß die Disse­renten, Die sich aus dem Sntwasfnungspara- grapyen ergeben haben sollen, viel zu ge­ring sind, um eine Grundlage zu bilden zur Abweichung von der in London begonnenen Poli­tik und Dafür, daß deutsches Land länger als im Friedensvertrag vorgesehen beseht gehalten wird. Stresemann erklärte, er sei überzeugt, man würde auf Dem Wege von Verhandlungen sehr schnell zu einer Verständigung gelangen.

Die Sprache verloren.

London, 31. Dez. (TA.) Die Erklärun­gen Stresernanns gegenüber den ausländi­schen Pressevertretern in Berlin werden von Der LonDoner Abendpresse ohne Kom­mentare wiedergegeben.

Köln erhebt Ein prrrch.

K ö l n , 30. Dez. (Wolff.) Die sozialdemo­kratische ütaDtoerorDnetcnfrattion richtete an den Oberbürgermeister von Köln, Dr. Adenauer, die Auisorderung. den Stadtver­ordneten so bald wie möglich Gelegenheit zu ge­ben. in einer öffentlichen witzung der Stadtver­ordnetenversammlung ihren Einspruch gegen eine Verlängerung der Besetzung und die Forderung auf baldige Räumung in Die Welt zu rufen, lieber den Zeitpunkt dieser Sitzung ist noch nichts bekannt.

Dr. Adenauer hat "im Austrage deS Ver­bandes der Stadt- und Landkreise des besetzten Gebietes an Den Reichskanzler ein Tele­gramm gerichtet, worin gegen Die Besetzung der ersten Zone über Den 10. Januar hinaus Ein­spruch erhoben und Die Reichsregierung Drin* i- r.D . »-Lep < to'v*, allen Mitteln den ihr veilrag8niat}ig zustchenden Anspruch auf recht­zeitige Räumung der ersten Zone zur Geltung zu bringen.

Hoesch bei Herr ot.

Paris. 30. Dez. (WB.) Der deutsche Bot­schafter v. Hoesch halte heu e nach.nit ag 4 Ahr mit Ministerpräsident Herriot i.i dellen Kran­kenzimmer eine Unterredung, die eine Stunde dau­erte. Die Besprechung hatte da§ Problem der Räumung der ersten Rheinlandzone zum Gegenstand.

Lord Crewe bei Herriot

Paris, 31. Dez. (TA.) Lord Crewe hat Dem französischen Ministerprä­sidenten gestern abend die Auffassung der englischen Regierung über den Roten* entwurf mitgeteilt. 3n offiziösen franPstschen Kreisen wird angenommen, dah Di? Rote DeutschlanD innerhalb 48 Stunden zu­gestellt wird.

Die Botschafter-Konferenz.

Paris, 31. Dez. (TU.) D.e Botschafter- konferenz toirD, wie der »Ptt.t Pirisien" meldet, heute nachmittag um 3 Ahr zu einer Sitzung zusannnentreten.

Englands Unbehagen.

London, 30. Dez. (Wolff.) Der diploma- tifche Berichterstatter des ,Daily Tele­graph" schreibt, die Washingtoner Re­gierung sei ebenso wie Di? ame i an sch? öffent­liche Meinung zweifellos besorgt, daß eine Er­neuerung der Verstimmung zw scheu den Alliier­ten und Deutschland, Die durch die Frage Der Räumung Kölns hervorgerusen toe-Den könnte, das glatte Arbeiten des Dawesplanes und die wirtschaftliche wie finanzielle ©labi.i'.ät nicht weniger ais Die politische Entspannung, die daraus gefolgt sei. gefährden De. Außerdem seien amerikanische Anleihen und K coit Europa, insbesondere Frankreich und Deutschland, in reichem Maße gewährt worden. Unter diesen Umständen würde es nur natür'ich sein, wenn Die amerikanische Diplomatie Die 3n el­fen zuckenden, keuchenden, stöhnenden Parla­mentarismus aushalten? Wie lange diese ewige Ansicherheit? Sie war das Zeichen des Jahres 1924. Ein böses Zeichen! Denn so fehlerhaft das parlamentarische System in Deutschland sein mag: wer Deutschland lieb hat, kann und darf jetzt nicht fein Zerbrechen wünschen. Denn sonst toirD die Gefahr riefen* groß, daß auch Das Reich zerbricht.

Sehr erfreulich ist also, wenn wir die große Politik ansehen, das Fazit auch dieses Iahrcs nicht. And wenn wir die innere Art des Volkes ansehen? Oft die ungeheure sittliche Erschütterung. Die Krieg und Revolution brach­ten. nun. nach sechs wahren, überwunden? Wir mußten im Haarmannprozeß in einen Abgrund von Scheußlichkeit sche.u Wir haben auch st nst zu merken gehabt, daß die Riedergangserschei- nungen längst nicht verschwunden sind. Roch

essen Der amerikanischen Kavitalanleger und den europäischen Frieden zu schützen luchten, indem sie auf eine unparteiische gütliche Rege­lung Der Kölner fotoie der Abrüstung-- frage dringe, ohne sich direkte in Den pvlltl- schein Streit einzumischen.

WaS die britische Regierung anlange, so sei sie entschlossen, sich die Befugnis opr* -ubehalten, irgendeinen von Der Bolschaflerkonfe- renz entworfenen Text anzunehmen oder um eine weitere Abänderung des Wortlautes zu ersuchen, ferner die Rote wirklich als Präliminar- und nicht als ein Großbritannien zu irgendeiner Erklärung oder Aktion verpflichtendes Dokument anzufehen, das eventuell Die auf Der Grundlage des vollen endgültigen Berichts Der Kontrollkom^ Mission zu treffenden Entsch?ldung präjudiziere. Gestern sei in britischen Kreisen betont worden, daß, bevor dieser Bericht nich: sorgfältig geprüft und feine Schlüsse von Den technischen Ratgeöern der Regierung unterlucht worden i nen. England sich weiterhin im Dunkeln bezüglich deS Maßes befinde, in dem von Deutschla>td Die Bestimmun­gen des Versailler Vertrages nicht beamtet wor­den seien. Es könne daher angenommen werden, daß Deutschland in Der präliminaren Rote die Verkündigung eines offenkundigen Verzuges Deutschlands nicht unterschoben werde.

Cs könne ferner angenommen werden, daß. wenn das genaue Maß des deutschen Verzuges festgestellt worden ist, Großbritannien daraus be­stehen werde, daß Deutschland eine ang m, f- fene Frist von einige" Monaten erhalte, u n Die w.sentlichen Verfehlungen bezü sti h sti er Abrüstung wieder gut zu uiauj. i. We m oiej ge­schehen fei, werde die Kölner Zone In Heber» einftimmung mit dem Vertrage geräumt wer­den. Die Theorie, daß keine der VertragS» Perioden für die Besetzung bisher $ u laufen begonnen habe, oder dah der mögliche Mangel der moralischen Abrüstung Deutschlands an sich zu einer Ausdehnung der Beseyungsperioden füh­ren könne, werde in London nicht unterstützt.

Reuter erfährt, daß die von Der Datschaster- konferenz entworfene Rote an die deutsche Regierung den beteiligten alliierten Regie­rungen zur Prüfung vorgelegt worden >ft. e-v fei möglich, dah eine oder zwei Abänderun­gen notwendig sein werden uno dah die Rote daher morgen noch nicht abgefanöt to.-rikn tonne. Indessen sei es sicher, daß DL1 Rote mir In einer Fassung abgesandt werde, fei es. daß die Bot- schafterkonserenz Die Rote namens ihrer Regie­rungen m ihrer Gesamtheit abschi ke oder daß mehrere gleichlautende Roten von verschiedenen Botschaftern überreicht werden. Aus jeden Fall werde Die Rote mehr ober weniger einen vor­läufigen Charakter haben. 3n einer zweiten Rote werde dann Die allgemeine Haltunn der Alliierten hinsichtlich der Frage Der ebfidxrn Ausführung des Friedensvertrages durch D.-utsch- land bargelegt werden.

<er Parlamentsberichterstatter derDaily Expreß" schreibt, man nehme an, daß, wein' Deutschland die Adrüstungsforderungen erfülle die Räumung Kölns im Marz erfolgen, könnte.

Die grohe Wahrheit.

Rom, 30. Dez. (WTB.)©lornolt d'Sta lia" schreibt. Daß zwar bi; heule Die Resultate der militärischen Konttollkommisfion nicht bekannt seien, Dah man aber schon heute mit Sicherheit behaupten könne, Daß sie von keiner großen Bedeutung seien und In keiner Weise Die schwere Ver­letzung deS Friedensvertrages von Versailles durch die Rlchtträumung der Kölner Zone rechtfertigen könnte. Selbst wenn Die ftanzösischen Blatter mit ihrer Darstellung itzll-Rechte wären, wurde Diese ftanzösische Fesv, r^ng die große Wahrheit nicht oerDunl.in können, daß, während Frankreich bis an die Zähne bewaffnet sei, DeutschlanD unbe­waffnet dastehe und ryx;) auf Iahre hinaus keine G:fahr für seine Rochbarn bilden werde. Durch eine solche Maßnahme hätte Die Bot­schafterkonferenz Deutschland sich r ich feine Aufgabe nicht erleichtert, den Dawesplan auszuführen. Die französischen Mili- tärkreise und die besorgten englischen sind Treue und Redlichkeit längst nicht wieder Selbstverständlichkeiten geworden. Roch stehl uns ein langer schwerer W?g bevor, bis wir uns wieder zu uns selber gefun^n Haden.

Aber ttoy allem 1921 dot doch An­fänge der Festigung, Ansätze zu gröh rer Ruh?, erste Schritte (hoffentlich) auf Dem Weg: zu n Aufbau. Brauchen wir das Wort Wi . e acs bau mit Vorsicht, mit Bescheidenheitl E- ill für uns in unserer furchtbaren Lage ein < schweres Wort. Aber hallen wir es unJ den­noch als Ziel vor Augen!

1925 droht mit harten Proben. Äoln? Die Ruhr? Verstärkung inneren e nöar ? Dir müssen wissen, dah wie k in? Zett 31 ver­lieren haben. Wenn 1924 ein kleiner Anfang zum Aufbau war, muh 1925 Den <vd auch noch so bescheiden^, Foetganst brinaen! Muh! Das einfeben, beißt Mitarbeiten,