Ausgabe 
30.1.1924
 
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Die Generarstreikbewegung im Nuhrgeviet.

Slberfeld, 29 Jan. (WTD.) 3n der Frage bcti GesarntausstandeS. zu der acfkrn abend ein: >njere;vs der Vorstände und Abgeordneten d'£ Allgemeinen deutschen Gewerk- schastSbundes 6t<l(unn nahm, stellte sich die Mehr- Helt aus einen ablehnenden Standpunkt. 3i einer Entschließung wurde daS Verhalten der Arbeitgeber verurt ilt, durch daS sich dir Lage immer mehr verschärfe. Zum Schluß wurde in der Entschließung der Meinung Ausdruck gegeben, baß eine allgemeine Herenziehu-nq ter notz außerhalb des Streiks stehenden Verbände nicht geboten erscheine. Den Streikenden wird die weit­gehendste Unterstützung zugesichert.

Der Ausstand hat r^ne weitere Ausdehnung erfahren.

da auch die städtischen Arbeiter und ElettrizitSts- arbeiter die Arbeit nicber gelegt haben. Man hasst, im Das-. Wasser- und Elektrizitätswerk den Betrieb ausrecht erhalten zu ffrvxr.t

Auch in Barmen si id die städtischen Arbeiter sowie die Angestellten der Straven- babnen und der Bergbahn, die den Verkehr nach Schwelm und Haßlinghausen versiebt, in den Ausstand getreten. 3n beit städtischen Kranken­anstalten versehen die Heizer den weiter. Bei den Wasser- und Lichtwerken werden die Rot- standSarbeiten verrichtet. Infolge des Streiks der städtischen Arbeiter mußten in den Stabt- 1 h e a 1 e r n von Elberfeld und Barmen heute die Vorstellungen auSsallen. Die Müllabfuhr mußte in beiden Städten mrterble den. Die Ver­handlungen im TextUarbeiterstreik haben sich zer­schlagen.

.(tritt Eisrnbaßnerftreik.

Berlin. 29. Jan. (Priv.-Tel.) Heber daS Resultat der Abstimmung unter den Mitgliedern des Deutschen SisenbahnerverbandeS über die Ar­beitszeitverlängerung teilen bk Blätter mit. daß durchschnittlich noch nicht einmal 50 Pro­zent der Mitglieder an der Ab st im- mung teilgenommen hab^n. Jeter groß« einheitliche Streik ist daher von vornherein aus­geschlossen. bU mindestens 75 Prozent aller

Dle Pfalz.

Pari-, 29. Jan. (WTB.) HavaS berichtet offiziös, in diplomatischen Kreisen werde darauf ^ingewiesen. daß von einem Schiedsspruch in der Psalzsrage nicht die Aede sein könne. GS bestehe keineswegs ein Gegensatz zwischen dem französischen und dem englischen Standpunkt, waS die Anerkennung der separatistischen Bewegung angehe. In Paris wie in London sei man dec Ansicht, daß die Rheinland­kommission über diese Anerkennung nicht zu entscheiden habe. Es handle sich in Wirklich- leit darum, ob die Rheinlandkommission die sepa­ratistischen Verordnungen betätigen könne, ohne ihre Kompetenzen zu überschreiten.

Die franzcs fche Regierung habe gefunden. daß zweckmäßigerweise in diesem Punkte die Bot- schafterkonferenz zu Rate gezogen werde, um zu bestimmen, wie weit die Kompetenzen der Rheinlandkommission h ns.chtlich der Aufrecht­erhaltung der Ordnung und der Sicherheit der Truppen usw. gehen.

Die französische Regierung habe dementsprechend der Londoner Regierung vvrgeschlagen, daß die Frage der Vollmachten bzr Rheinlandkom- mission im gegenseitigen Einvernehmen der Bot- schufterkonferenz unterbreitet werde, die die Kom­mission ermächtigen könnte, für eigene Rechnung diejenige von den pfälzischen Verordnungen, die die öffentliche Ordnung und die Sicherheit be­rührten, sowie die, die die Arbeitslosensärsorge beträfen, zu veröffentlichen. Die Botschafter­konferenz halte sich auch mit der von Geheim­organisationen in der Pfalz, wie drr des .Treuhand" geschaffenen Erregung zu befallen und Abhilfsmahnahmen in Erwägung zu ziehen. Wie das »Echo de Paris" mitteilt, hat die englische Regierung auf diesen Vorschlag, die verschiedenen Derwaltungsfragen. die in der Pfalz durch die separatistische Regierung aufgeworfen wurden, der Botschafterkonferenz zu unterbreiten, noch keine Antwort erteilt Der gleiche Vorschlag wurde auch der belgisch en Re­gierung übermittelt, die auch noch nicht geant­wortet hat Poincarö und Jasper hätten sich entaegen anderslautenden Rachrichten bei ihrer Besprechung am vergangnen Sonntag nicht über diese Frage verständigen können.

Die Separatistenhorden.

Speyer, 29. Jan. (Wolff.) Am 13. Januar hatten sich einige jun^e Leute bei einer Familie zu einer Abendunterhaltung zusammengefunden. Dabei soll auch das Deutschlandlied ge­sungen worden sein. Um 8 Uhr abends ersch'en französisch« Polizei und stellte die Personalien ter jungen Leute fest. Eine hrlbe Stund: später erschienen bewaffnete Separatisten und schl ppten sie mit bvm Gastgeb-r, seiner Frau und dem siei'Lniäh igen Kn in das Amtsgerichtsee- fäng ris in Speyer. Schon unterwegs ttr.ir.Xii d e Ve hafteten, darunter en Schrre krieg^-schäd'.g- tec, mit Emmmiknupleln schwermißhandelt Der Bankbeamte Hermann Gries er wurde blutig geschlagen und bewußtlos in3 Ge­fängnis e.n.«liefert. Trotzdem wurde er im Ge­fängnis noch derartig weiter mißhandelt, daß taS Blut aus dem Kopfe bis zur Decke der Zelle spritzte.

Grleser ist an den Folgen der Mißhandlungen (Zertrümmerung der Echädeldecke) am 27. Ja­nuar gestorben.

Die Separatisten haben die pfälzischen Dör­fer Ruelzheim und Reupfotz besetzt. 3n Rheinzabern haben sie sich Die Zvllkasse mit Inhalt ang:eignel. Ferner besetzten sie in Be rgza bern das Finanzamt und vertrie­ben gewaltsam die Beamten, tncil lie sich tvoiger- ten><ruf Befehl des separatistischen Dezirkslom- miswrS alle Einnahmen an tiefen ab^uführcn. Ue>r Auelzhe im ist auf Drtreiben des fran. zös.scheu DezirkSd-'logierteii Den Germersheim die Raäht-VeikehrSsper e verhängt wor-en.

Rach einer Meldung deSBrrl. Lok.-Anz." aus Karlsruhe unternahmen pfälzische Separa­tisten auch einen Streifzug auf badisches Ge­biet und überfielen das e n Stunde von Karls­ruhe entfernte Hofgut Maxau am Rhein. Sie «rulten mit vorgeh-iltenem Revolver die Guts- g Rier.-' Da der Cmtspächter von den Franzosen vor einigen Wor! n enttraffnet wvrd«n tixxt, hat­ten die Räuber leichtes Spiel.

errr geschriebenen Mitglieder stch für den Streik hätten erklären müssen. Schätzungsweise hat noch kein Drittel der VeroandsmitglieDer für den Streik gestimmt. Sollte hier und da eine örtliche Bewegung aufslackern, so txmebe sie i.i ganz kurzer Zeit zusannneilbrechen, zumal jeder Streikende sofort entlassen rvird.

Dor einer Kabinettskrise in Preusten.

'Berlin, 30. Jan. (Priv.-Tel.) Der Kampf um die Grundsteuern in Preußen hat sich derart zugespitzt. daß mit einer Kabinettskrise gerechnet werden muß. Die von dem der Deutschen BvlkSpartei angehörenden Finanz­minister von Richter eingebrachte Grund- steuervorlaae ist nicht nur bei den Deutsch- nationalen, sondern auch beim Zentrum auf Widerstand gestoßen, das den Steuer­ertrag auf etwa 40 Pro.zent des in der Regie­rungsvorlage erwarteten Betrages verringern will. Das preußische Kabinett hat in seiner gestrigen Sitzung zwar gewisse Zugeständ­nisse an die Forderungen des Zentrums ge­macht, im wesentlichen jedoch an der Vorlage selbst f e st g e h a l t e n. da der Finanzminlster erklärte, in so starke Abstrich?, wie sie das Zen­trum verlangt, nicht Unwilligen zu können selbst auf die Gefahr hin, daß die Regierungs­vorlage im Landtage keineMehrheit fin­den werde und daraus eine Regierungskrise entstehe. Der interfraktionelle Ausschuß des Landtags hat sich gestern vergeblich um ein Kompromiß bemüht. Heule scll nun ein neuer Versuch gemacht werden, das Zentrum für die Grundsteuervorlage zu gewinnen.

Der FallDixmnden".

Berlin, 29. Jan. (Wolff) Dir Reichs- rcgicrung hat die Anfrage 2X2 der deutsch­nationalen Fraktion des Rcich-stag?s tvie folgt beanttDortct: Durch die tnnerpolitische Er- ör.entrg du: deutschen Be i l e i ds e r klä- rung anläßlich d s Unterganges der Be­satzung der .Dixmuiden" hat dieser Akt einfacher diploma sicher Höflich eit eine Bedeu­tung erlangt, die ihm keineswegs zukommt. In F.ankrcich wurdrn der Untergang des Luftschiffes uird seine Begl.-i umstände als eine außeror­dentliche Katastrophe ernpfunden. Dies hat eine internationale Beileidskund­gebung ungewöhnlichen Hm'angS veranlaß:, an Der sich rWe Staatsoberhäupter sogar unmittel­bar beteiligt haben. Mit einem abweichenden Verhalten hätte die deutsche Botschaft den An­schein ertveckt, als ob sie eine unfreundliche politische Kundgebung be?,wecke. Unter diesen Umständen h'ell das Auswärtig? Amt es für ang^zeigt. deutscherseits die rein mensch­lichen Gesichtspuncte in den Vordergrund zu stellen und den Geschäftsträger in Panis anzu- weisen, die Teilnahme der deutschen Regierung zu dem Verlust an Menschenleben beim Un er gang DerDixmuiden" auszusprechen. Die Erklärung ist in der im zwischenstaatlichen Verkehr üblichen Form unter voller Wahrung der deutschen Würde geschehen.

AuS dem hessischen Landtag.

Darmstadt, 29. Jan. (Pr.-Tel.) Der Son­derausschuß des ßanbtagS nahm die Vorschläge, die genaue Definitionen über die vvrlä ufig Angestellten und Arbeiter gibt, nach der Regie­rungsvorlage an. Diese Vorlage sieht für die Arbeiter bei ihrem Ausscheiden ein Heber- gangSgeld in Höhe eines Wo-chenlohnes vor, er Sonderausschuß erhöhte aber den Betrag auf die Höhe von zwei Wochenlöhnen. Rach dieser Vorlage sollen auch dekretmäßig angestellte le'ige Beamte vor den verheirateten angestellten Be­amten entlassen werden. Der Ausschuß stimmte dann der Fassung der Regierungsanträge zu. die Ausnahmen über die Anstellungssperre betreffen. Gesuche zur Genehmigung dieser Aus­nahmen finb an daS Staatsministerium zu richten, allerdings durften die Aussichten hierbei sehr gering sein. Gutgcheißen wurde auch die Verord­nung über die Einstellungssperre Da­nach haben Reuein>ellungen von Hilfskräften ganz zu unterbleiben. Rur in ganz besonders drin-en- den Fällen kann das Gesamtministerium Aus­nahmen gutfjeifren, besondere Berücksichtigung sol­len hierbei Kriegsteilnehmer und Kriegsbeschä­digte finden, auch die Wetterverwrndung der äl­teren verheirateten Anwärter kann genehmigt tverden.

Die Regierung hat dem Landtag eine Vor­lage über die Arbeitszeitverhältnisse der Beamten zug.hen lasten. wonach tvie bri dem Reich die54-Stundenwvche eingeführt wer­den soll.

Aus Stabt und Land.

Gießen, den 30. Januar 1924.

Die Veränderungen im 15. Jnfnnterie'Negiment.

ilner Bewilligung der gesetzlichen Versor­gung scheidet am 31. Januar 1924 aus dem Heeresdienste au»:

Oberft Detchcke, Kommandeur deS 15. Jnf- Rg s. mit dem Charakter als Generalmajor, sowie der Derech.igung zum Tragen der Generals- uniform.

Mit dem 1. Februar wird ernannt: Oberst Fett im 15. Jnf.-Rgt. zum Kommandeur dieses Regiments.

Mil dem 1. Februar 1924 werden verseht: Oberstleutnant D e h h l e, Kommandeur deS 5. Pionier-Da ls. in das 15. Inf -Rgt.

Hauptmann Auleb im 15. Jnf.-Rgt. in den Generalstab der 3. Kav.-Div.

Den mtll ärischen Sntwicklungsgang des Ge­nerals Dethcke haben nrir un:eren Leiern am Donnerstag voriger Woche in kurzen Zügen zur Kenntnis gebracht

Der neue Kommandeur unseres Regiments, Oberst Fett, diente 16 Jahre lang in der hes­sischen Division und 6 Jahre in Lothrin­gen Seit Oktober 1921 gehört er dem 15. Jnf.- Rgt. an.

Hauptmann Auleb trat im Jahre 1907 beim Jnf.-Rgt. 117 ein; er hat mit Ausnahme von 2V, Jahren, die er im Generalstaö verbrachte, immer tn b.T hessischen Division gedient. Sell dem Belieben des 15. Jnf.-Rgts gehört er diesem Truppenteil an

Stations-Abban bei der Eifettbahn.

Die finaTrzielle Rotlage der Reichsbahn zwingt, wie die Reichsbahndirektion Frankfurt mitteilt, über die durch den Per­sonalabbau beabsichtigten Sparwa'^n^hmen hin­aus auch Einschränkungen im Verkehr und Betriebe vorzunehmen. Es ließ stch des­halb nicht umgehen, eine Anzahl von Statio­nen unj/ Güter st eilen bis auf weiteres zu schließen. Die Reichs da hndirektwn ist, tvie sie betont, bei der Auswahl mit großer Vorsicht und der den Verhältnistcn entsprechenden größten Schonung der Verkehrs interesfe.rten verfahren. Opfer müssen ober gefordert tverden, ttr.nn die Reichsbahn wieber «künden und dem Dolle er­halten bleiben soll. Man darf e des halb von dem gesunden Geiste der Bevölkerung erwarten, daß sie sich tnenn auch mit Widerwillen in Un- vermeidliches schickt und damll dazu beiträgt, daß hoffentlich in absehbarer Zeit die Einschränkun­gen Erieichterung.n erfahren oder gar ganz aufae- hoben werden lernen. Im Bezirk der Reichs- bahndirektion Frankfurt (Main) werden u. a. ge­schlossen:

Bahnstrecke Frankfurt (W.)Gießen: Halte­punkt Vilbel Süd.

Bahnstrecke Höchst a. d. RidderStockheim: Haltepunkt Enzheim.

Redcnbahn LollarGrünberg: Bahnhof 4. Kl. und Güter stelle Kessrlbach.

Bahnstrecke GießenFulda: Haltepunkt Gö­belnrod.

Rcbenbahn Burg- und Rieder-Genntnden Riederoflüden: Haltepunkt und Güterstelle Wäl­dershausen.

Rebenbahn LauterbachStockheim: Bahnhof 4. Kl. unö Güterstelle Lauterbach Süd, Halte­punkt Frischborn und Trainfeld, Bahnhof 4. Kl. Obertvald und Alleburg.

Rcbenbahn RiddaSchotten: Haltepunkt

Kohden.

Rcbenbahn MückeLaubachHungen: Bahn­hof 4. Kl. Laubacher Wald.

Rcbenbahn FriedbergRidda: Bahnhof 4. Kl. und Güterstelle Grund Schaxtlheim, Halte­punkt Bad Salzhausen. Schließung in der Zell vom 1. Ott. bis 30. April. Güt erstelle auf Bahn- hoi 4. Kl. Häuserhof. Mll Auih^ung der Güter- stelle wird Bahnhof 4. Kl. Häuserhof in einen unbesetzten Haltepunkt um gewandelt.

Bahnstrecke FriedbergHungen: Güterstelle Inheiden.

Rebenbahnstrecke LollarWetzlar: Bahnhof 4. Kl. und Güterstelle Garbenhein, Haltepunkt Ahbach.

** Dom DerwaltungSgerichtS- ho f. Das Gesamtministerium hat die Ober» landesgerich'Sräte Simon und Re u ß, sowie Ministerialrat W i n d i s ch zu Darmstadt für die Dauer deS von ihnen bekleideten Amts zu Mitgliedern des VerwaltungSgerichtShofes er­nannt.

** Reu« OrtSkrankenkasfenfätze werden im Anzeigenteil unseres heutigen Blattes bekanntgegeben.

* * Sin städtischer Zuschlag $ar Grunderwerbssteuer wird im heutigen Bekannt luachungtt il amt.ich au.aefchriebew

e Die 2- bi« 5proz. Schatzanwei- sunacn des Reiche». Wie wir von za- ftänbiger Stelle hören, sollen Me 2- bis 5proz. auslösbaren Schatzanweisungen deS Reiches (wert­beständigen Schätze) nicht tveiter ausgegeben, son­dern den Beteiligten, itrsbesvndere den Liqui­dationsgeschädigten und den aus der englischen Repauativnsabgabe Berechtigten an bereit Stelle kurzfristige Schuldverschreibungen aus-ehändagt werden. Diese sind inrrrrhalb ztoeter Jahre an vier aufeinanderfolgenden HalbjahrSterminen zu- zugllch der aufgzlaufenen Zi isen wrzulöse.a. An Stelle der bereits au4gegcb:nei Schatzanaxisun- gen sollen die EntschädigungsbevechUgten tne neuen Schuldverschreibungen erhalten. Eine Ein­führung der neuen Schuldverschreibungrn an bet Börse wird nicht geplant.

* Der Kreisverband Oberhessen beS Verbandes der evangelischen weibllchen Jugend veranstaltete seine erste Versammlung in diesem Jahre am Dienstag Im Markussaale. Die zahlreich Erschienenen begrüßte nach Lied und Schriftbeträchtung der Vorsitzende, Pfarrer D e h r i ch - Münzendcrg. Sm Vortrag der Derbandsiugendpflegerin Fräulein Hein be- handelle »Die Erziehung zum Tun in unteren Vereinen": eine lebhafte Aussprache schloß sich an. Der Wunsch nach Freizeiten soll voraussicht­lich in diesem Jahr in L i ch und L o l l a s Berücksichtigung finben. Mit gemeinsamem Ge­sang schloß die Versammlung.

RDV. Erleichterung des Grenz- verkehrS Deutschland-Holland. Die 3t>H- und Paßprüfung in Bentheim, die bis­her in den Val.n^ofsräumen stattfand, toird jetzt im Zuge burchgcführt, so daß nur die Reisenden ihre Abteile zu verlasten brauchen, die Verzoll­bares bei sich führen oder die grof<3 Gepäck im Packwagen haben; auch jene Reisenden, deren Gepäck bereits in Amsterdam oder Berlin zoll­amtlich vorabgefertigt ist, müsten der Revision beiwohnen unS ihre Zollpapiere vorweisen. Um den Reifend.n, die die QöMetie verlassen müssen, ihren Platz zu sichern, tverden vor Bentheim (tn beiden Richtung, n) von den Zugschaffnern ge­bührenfreie Platzkarten verteilt, so daß die Rei­senden nach der Zollabfertigung ihren alten Platz wieder einnehmrn können.

Sein 25jä hriges ArbeitSjubl- 15um begeht am morgigen Donnerstag her Werkmeister Ludwig Oswald von W eseck, bet der Firma T. K l i n g s p o r - Gießen befchäfttgt.

Vorttotizen.

Tageskalender für Mittwoch: Stadtthea'.er: 1 Uhr ,Un er der blühenden Linde". Glünblngsveriammlnng der Ortsgruppe Gicß-n der War Reger-G:selllchaft: 8 Uhr EasL Astor la. Reichs verband der AuSgewi esencn 8 Uhr im Eisenbahn Hotel Versammlung. Licht­spielhaus. Bahnhofstraße: .Die Tragödie der Lllbe". Palast-Lich spiele: .SHrEnschald".

.Der unvermeidliche Defreiungs- krieg?" Zu dem morgigen Vortrage wird uns von der Liga zum Schutze der deutschen Kullur geschrieben: Lloyd Georges prophetisches Wort Dom .unvermeidlichen Befreiungsk-ieg" Deutsch­land- gegen seinen westlichen Unterdrücker hätte eigentlid), da es gesprochen, in der ganzen Well wie euu Bombe einschlagen müssen. Daß einer der Väter des .Friedens--Vertrages von Ver­sailles sobald nach diesem .Fried«rs"-Schluß zu einer solchen Folgerung kommen muhte und daß er selbst sie au-zu sprechen wagte, lennwdjtwt den Lauf der Dinge mehr als jede lange Er­

örterung. 2yer tft knapp und deutlich jenes andevs Wort von Mar Weber beleuchtet: .Richt der Krieg ift diskreditiert, sondern der Frieden!" Die politische Instinktlosigkeit der Deutschen hat es vermocht, daß man den Ausspruch Lloyd Georges nicht aufgriff und wie eine Fanfare über unser zerstückeltes, zerrissenes Vaterland blies. Rrch: für einen tollen, angriffslustigen, beute aber aussichtslosen Verzweiflung--! kamps gegen den welschen Unterdrücker, wohl aber als einen Schrct nach Einigkeit t n n e r-| halb unserer Grenzen! Sin Weckruf sollte dies Wort des engltschen einstigen Minister­präsidenten fern, der uns Deutschen sagt, tas Rot tut. Wecken sollte es uns aus dem Traum einer falsch verstand.nen Weltbrüderschaft, emporreißen aus den Irrtümern der letzten fünf >vahre, es sollte uns geistig, un- seelisch toehr- haft machen zu jener nationalen Geschlossenheit, die jedes andere Volk als Selbstverständlich^it in sich trägt, die wir nicht einmal in den Tagen ken­nen. da ter Fe nd in unseren Grenzen steht und zwölf Millionen unserer Brüder unter fremdes Joch zu bringen droht. Erkennen, waS ist, be­kennen. waS nottvendig ift, in diesem Sinne wird der Redner Heller-Halberg aus Hamburg am 31. Januar im Katpol. Vereins haus feinen Vortrag halten: .Der unvermeidliche 'Befrei- ur.gskrieg" ? Herr Heller-Halberg stehl fHt Jah­ren in der partei-politisch neutralen Detvegang Rordteutschlands. er ist der Leiter der Kaltur­liga, Landesgruppe Hamburg, sotoie des deutschen Schutzburrdes. Gruppe Rordtoest. Er arbeitet mit Schrift und Wort in dem Sinne dieser Bestre­bungen und ist als glänzender Redner bekannt. Wir können daher den Besuch dieses interessanten Vortrages nur angri-egentlichst empfehl« Die beiden Rechtsparteien tveisen im heutigen An­zeigen test ihre Mitglieder auf diesen Abend be­sonders hin.

3. Oeffentlicher Vortrag zum Besten der Studentenhilfe und der Winterhilfe am Donnerstag abend 8 t Uhr pünttllch in der Aula der UniDolttäL Profess ar Korsch tt-irb über .D i e Entwicklung der Idee in Goethes Faust- sprechen und zei­gen, daß sich die Idee der Goetl-eschen Dichtung erst allrnählig zu ihrer letzten Gestalt enttvickelt hat. Dabei toird dann zugleich zur Darstellung kommen, marin die tiefere Idee der Faustdich­tung eigenllich besteht.

Zu Gunsten der Gießener Stu­dentenhilfe findet am Sonntag abend im Gcsellschafts verein ein Unterbot tun gSabcnb statt. Der auch in unserer Stadt als ausgezeichneter Pianist bekannte Herr Delp w rd in dem Konzert mitwirken. Weiteres im Anzeigenteil.

Y9cttcn>urtttt6)ngr

Zunächst trocken und kalt, später milder und trüber.

Landkreis Gießen.

Reiskirchen, 29 Jarr. Man schreibt uns Das in Rr. 23 des _Dieh. Anz." milgrieitie Ergebnis der hiesigen Dürgerm ei st erwähl ist auf Beschluß der Wahlkommiss on durch Aus­scheidung ungültiger Stimmzettel wesentlich geänbert worden. Im ganzen sollen 338 gültige Stimmen abgegeben tvordsn fein. Darauf entfallen auf Eisenbahnarberter Ludwig Jünger 169 (zuerst HO), auf Land­wirt Philipp Schomver 86 (zuerst 173). auf Landwirt Heinrich Jünger 82 (zuerst 83), eine Stimme erhielt eine Frau. Hierbei fällt der starke Unterschied bri den Stimmen tür Ph Schomber auf; nicht tveniger als 87 auf ihn ab­gegebene Stimmzettel mußten nachträglich für u n» ?ültig erklärt werden, tvell sein Rame auf rühere Kreistags- und Gemeinde- ratswahlzettel geschrieben war. GS muß be?treifeü werden, ob daS jetzige Ergebnis ren Wahlvorschriften entspricht; denn die ai*b jetzt noch für gültig erklärten Stimmzettel für Schom- ber entsprechen nicht ganz den gesetzlichen Vor­schriften. Danach ist a.-rzunchmen, daß die für Schomber abgegebenen Stimmzettel sämtlich ungültig sind und daß somit Ludwig Jünger mit Mchrhcit zum Bürgermeister gewählt ist

* TraiS-Horlofs, 30. Jan. Auf der hiesigen Grube Friedrich ist am 24. ds. die gesamte Belegschaft entlassen wor­den. Der SchlichtungSauSschuß hatte sich füi eine Tagesschicht von 8l/s Stunden unter und 9Vs Stunden über Tage ausgesprochen. Die Verwal­tung forderte eine höhereArbeitsleistung.

Hessen-Nassau.

fpd. Frankfurt a.M^ 29. Jan. Der Bau derneuenBrücke soll einem Magi- stratSbeschlusse zufolge unverzüglich in Angriff genommen tverden, sobald e3 die Witterungs­verhältnisse erlauben und die erforderlichen Mittel dazu zur Verfügung stehen. Der Magi- strat erwartet, daß ein wesentlicher Teil der Baukosten von In eressenten oder durch eine Lotterie aufgebracht wird. Zunächst soll die Brücke in 14 Me^er Breite herg stellt werden. Die Pläne hierfür liegen bereits vor. Die Bau­zeit ist auf zwei Jahre bemessen. Die Ver­handlungen zwischen dem Magistrat und den versch'edenen Arbeitgeberverbänden bei DarietSS, Kaffeehäuser usw. wegen bet Er­mäßigung ber Gast steuer sind noch nicht zum Abschluß gekommen. Der Magistrat will aus finanziellen Gründen nicht auf die Steuer verzichten. Es besteht aber Aussicht, daß man sich auf einer mittleren Linie einigen wird.

Zurrten, Sport unb SpfeL

tt Treis a. b. Lda.. 28 Jan. Der Turn­verein .Gut Heil" Treis a d. Lda. (Deut­sche Tumerschaft) veranstaltete am Samstag ein Werbe turnen. Besonders aiU es dem Frauentums, dem der 0anb5ettx>^er noch fremd a-gcnübersteht, Sympathie zu ertverben Um eine Bresche in alte Do-urteile zu I-*gen, tvar die ge­eignetste Persönlichkeit in dem Gausrauenturnwart Fischer von Marburg gcworum tvorden, bet mit vier seiner Sch-lerirnen wunderbare Leistun­gen vorführte. Der Druirdzedanke feiner Vorfüh­rungen bestand Larin, za -eigen erstens die Sr- Atebung des Fvauenkrpers -u Mut, En schlosien- beit und Srperlicher Kraft, und ztt»ritcn 3 zu weib­licher Anmut und (brarie. Zur Erreichung Les Erstgenarmten benutzte Fischcr Geräte- und Frei­übungen. Um aber durch d ese bzn Frar.enkörp« nicht zu vermännlichen und die harten Formen wieder auszugleichen legte er hauptsäcAich gro­ßes Getvicht auf rhytl mische Ucbung?n. Stim- mungSb.ldcr and DolkSt'n.e Hierbei bringt er das Deistig-Seri sche durch körperliche Anmats- ' Übungen zum vollendeten künsllerischcn Ausdruck