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nid) Die seigischen und französischen Truppen am 15. 8. 1925 tei ausdrücklich abhängig von der loyalen Erfüllung des Versailler Vertrages und Des Dawesplan ä. die Räumung der Koln.r Zone Hauge ober ab von der Erfüllung allge-- meiner Vciri.agstlaus.ln. Cs handele sich also um zwei grundverschiedene Dinge, die man nicht miteinander verbinden könne, es sei denn, daß man rein politischen Rücksichten das ops rn wAle, was rechtens sei. Das sei aber keineswegs der Fall
Sanktionen?
London, 28. Dez. (WTB.) Der Beschluß der Alliierten, die Kölner Zone zum 10. Januar nicht zu räumen, w rd von der gesamten Sonn- togspresse eingehend erörtert. Der Pariser Berichterstatter des „S u n d a y E x P r e h" erfährt aus zuverlässiger Quelle, die gestrige Derein- barang der Botschnsterkonferenz sei nur vorläufiger Art. Man besürchte ernstliche Schwierigkeiten für die Zukunft, insbesondere über die Auslegung des Wortes .Verzug". Während Großbritannien, wie verlaute, eine milde Ansicht vertrete, bestehe Frankreich, wie angenommen werde, auf vollständiger Entwaffnung Deutschlands und auf Aufrechterhaltung der rni'.ilär schen Besetzung Kölns bis zur völligen Er üllung d eser Dedinaung. Ein ho' er Beamter im französ scheu A uswä rt gen Amt habe dem Berichterstatter des Blaues mitgeteilt. Frankreich werde sich mit zwei o'.'er drei Inspektionen nicht begnügen. Es vertre.e die Ansicht, daß ein ernster Verzug Deutschlands bestehe, der Sanktionen notwendig mache.
Die Furcht
vor der Verantwortung.
Paris. 29. Dez. (T. A) Vor dem energischen Einspruch der deutschen Presse gegen die Verlängerung der Besetzung Kölns tritt „E r e Nouve 11e" heute früh kleinlaut den Rückzug an. Das Blatt stellt mit großem Nachdruck fest, daß im Grunde genommen die Engländer allein dieDeranttvortung für die Aufrechterhaltung der Seiner Okkupation übernehmen müßten. Tatsächlich liege aber keinerlei Grund vor. die Aeußerung des Anwillens der offi- ziellen deutschen Kreise sehr tragisch zu nehmen. Das Blatt schließt nach Mitteilungen von britischer Seite auf ein Kompromiß, wonach in der Notifizierung gesagt werden wird, daß die Kölner Zone nach Erfüllung Der fünf Bedingungen der Botschafterkonferenz zu einem relativ nahen Zeitpunkte geräumt werden solle.
Weiter führt „Ere 2wuvelle" aus, was uns anbelangt, so begreifen wir nicht, welche Vorteile sich für Frankreich aus der unbestimmten Verlängerung der britischen Besetzung ergeben könnte. Wir haben in Köln nur geringsten Einfluß besessen. Die Einrichtung einer Handelskammer wurde uns strittig gemacht. Zur 3ei; der Sonderbündler-Bewegung und des passiven Widerstandes an der Ruhr wurde uns die Besetzung des Schienenstranges der Kölner Zone glatt verweigert. Die Engländer haben in Köln eine intensive Tätigleit entfaltet, die aber nicht immer unseren Interessen entsprach. Mögen daher die Engländer nach Gutdünken in Köln verfahren, wir wollen ihre Anwesenheit weder als einen Erfolg noch ihren Aufbruch als einen Mißerfolg aus- l legen.
-Peinliche Veröffentlichungen in Paris.
Paris, 27. Dez. (W'TB.) Wie das „Journal Les Debats" mitteilt, hat der Justiz- Minister gegen die nationalistische Zeitung .Eclair" Anllage erhoben, da sie Dokumente veröffentlicht hat, wodurch sie die äußere Sicherheit des Staates gefährde. Es handelt sich um das vor zwei Tagen veröffentlichte Protokoll der Verhandlungen, die Ministerpräsident Herriot mit dem ehemaligen englischen Premierminister Macdonald im Monat Juni in Chequers geführt hat.
Ferner hat der Kriegsminister General N o l- let Strafantrag gegen den politischen Redakteur des „Eclair" Emile Büro gestellt wegen Veröffentlichung eines Berichtes, den General Nollet in seiner Eigenschaft als Vorsitzender der interalliierten Kontrollkommission über die angebliche militärische Organisation Deutschlands im Monat April an «Die interalliierte militärische Kommission in Versailles erstattet hat. Diese Anklage bezieht sich ebensalls auf die Frage der Sicherheit Frankreichs. Am späten Abend hat in den Räumen der Redaktion des nationalistischen Blattes eine Haussuchung stattgefunden. Es sind, wie berichtet wird, einige wichtige Dokumente beschlagnahmt worden. Der Bericht umfaßt beinahe zwei Druckseiten und beschäftigt sich mit Den gesamten Dienststellen der Reichswehr. Der wesentlichste Teil besteht aus einem Anhang, in dem auf die militärischen Reserven, ihre Vorbereitungen und ihre Verwendung hingewiesen wird. Es handelt sich um die bekannten Organisationen, wie Den Grenzschutz, Den Heimatschuh, Den Selbstschutz usw.
Das Echo
in der Berliner Presse.
Berlin. 29. Dez. (LU.) Der Beschluß Der Botschafterlonferenz. die K ö l n er Zo n e entgegen Den klaren Bestimmungen des Versa-Iler Vertrages am 10. Januar nicht zu räumen, erfährt in der gesamten Berliner Presse ohne Ausnahme schärf st e Verurteilung. Allgemein wird von einem neuen Rechtsbruch, von einem weltgeschichtlichen Betrug gelprochen und die Forderung art die deutsche Regierung gerichtet, öffentlich bekannt zu geben, daß
die Verbündeten den Vertrag von Versailles zum zweitrnmal gebrochen
haben. In den Rechtsbläitern wird von einem Zusammenbruch der deutschen Verständigungs- volitil gesprochen, während ein demokratisches Blatt schreibt, daß die Schwierigkeiten von England uu^getjen, das seinen alten Kriegszwect, Die deutsch. Konkurrenz niederzuschlagen, weiter verfolgt. Aber trotz schärfster Ablehnung tritt ' in 6en Blättern doch eine ruhige Auftai>'ng zutage, was Wohl auf den bei allen Parteien herrschenden Wunsch zurückzuführen ist.
i.cutldjc Politik aus der noch immer tzerrtch. >>,. Wahlpsycvofe heraus in ein mehr realistisches Fahrwasser zu leiten. So werden bet ; 8 zwei Möglichkeiten für die Lösung des schwi. - rigen Problems in Erwägung gezogen: 1. Verland ! u n g e n zwischen Deutschland, Frankreich
und Engtano mit dem Ziel, daß die MiiertM das Recht Deutschlands auf Räumung aner kennen, aber von deutscher ©eite das Zugeständnis erhalten, über den 10. Januar hinaus bis zum Lage der Ruhrraumung in Köln zu bleiben unter der Bedingung, daß diese Rau mung erheblich früher erfolgt als urwrunglich vorgesehen war. 2. Im Falle eines Scheiterns dieser Verhandlungen die
Anwendung der wirtschaftspolitischen Waffe. Man weist darauf hin, daß Deutschland am 10 Januar seine handelspolitische Ar^lhelt zurückgewinnt und die französischen Eisen- und Lextilkontingente von tiefem Tage ab nicht mehr zollfrei nach Deutschland eingefuhrt werden können. Da Deutschland keine anderen Machtmittel besähe, müsse es, so meint man Die ihm zur Verfügung stehende wirtschallspollttsche Waffe anwenden, um sich gegen die dauernde Beunruhigung und Quälerei zu wehren. In der Tat wird auch als vorläufige A.ilwort aus das Ergebnis Der Datschasterkonferenz der sofortige Abbruch Der W i r t s ch a f t s Verhandlungen mit Frankreich und die Nichtratifizierung des de ulsch- englisch enVertrags von mehreren Blattern gefordert. An der Auffassung der deutschen Regie- rungskreise hat sich, wie Die Lelunwn erfahrt, seit dem kürzlichen Interview des Reichskanzlers, Der sich übrigens noch in Sigmarmgen befindet, nichts geändert. Eine etwaige weitere amtliche Kundgebung dürfte auch erst nach Eingang der angelündigten Note der Dotschafterkonferenz er»
folgen.
Das „Journal de Geneve" gegen Frankreich.
Genf, 21. Dez. (WTB.) Das .Journal de Geneve" tonimentiert ausführlich die Aufschiebung der Räumung der Kölner gone. Der Grund für Die Aufschiebung sei nicht die Tatsache, daß Deutschland nicht alle Verpflicht tungen erfüllt habe: es sei selbstverständlich immer leicht, in einem Durcheinander von 440 Artikeln und zahlreichen Anlagen des Versailler Vertraas Bestimmungen zu finden, die von Deutschland nicht treu gehalten wurden, wie man auch eine große Zahl von Bestimmungen finden könne. Die Die Alliierten nicht inne
hielten.
Der Grund für Die Dichträumung fei in Wahr» heit das Interesse, das die Franzosen haben, daß Köln nicht geräumt wird, fo'angz das Ruhrgebiet nicht geräumt sei, und die Notwendigkeit für Frankreich, ans einem Gebiet nicht früher hinaus- zugehen als aus dem andern.
Man möge dies offen erklären, oder, wie die Engländer es wollen. Die Wei- terbesehung als provisorisch bezeichnen, aber nicht mit technischen Schwierigkeiten rechtfertigen. Dann behalte man Die Freiheit, aus Der Zone in jedem Augenblick fortzugehen. Aber wenn man auf dem Versailler Vertrag herumreite, erkläre, daß Deutschland nicht treu seine Verpflichtungen erfülle und nicht hinreichend abrüste, Dann könne überhaupt Die Besetzung Der Kölner Zone solange Dauern, wie Das Bestehen Der Welt.
Eine Derartige Politik, Durch Die Frankreich sich in die Zwangslage begebe, fei gerade Lei Herriot unverständlich, denn man könne nicht gleichzeitig entgegengefetzt politische Maßnahmen anwenden. Frankreich könne Die Politik Poin- careß machen, mit Gewalt unter Dem Risiko, Haß zu finden, Garantie und Sicherheit suchen, es könne aber auch eine entgegengesetzte Politik machen und feine Sicherheit in Annäherung und moralis (her Abrüstung finden. Aber man könne
nicht gleichzeitig Brutalität und Annäherung der Geister erstreben.
Dies hatte, wie Das Blatt behauptet. Der Deutsche Botschafter von Hoesch in diplomatischen Ausdrücken am Quai d'Orsay mitgeteilt. Die französischen Blätter hätten in diesem Schritt eine Erpressung zu sehen versucht. „Uns aber,' so schreibt das Blatt, „erscheint dieser Schritt im Gegenteil als Der einfache Ausdruck der Wahrheit. (Es erscheint angebracht, hierbei zu betonen. Daß Das ..Journal De Geneve" kein deutschfreundliches Blatt ist, sondern daß es während der Kriegsjahre und auch sonst bis heutigen Tages zu Frankreich gehalten hat. Umso bemerkenswerter ist fein Urteil in dieser Frage. D. Red.)
Kundgebungen für Ebert.
Berlin, 27. Dez. (WTD.) Dem Reichs- Präsidenten ist aus Anlaß des Urt ils im Magdeburger Prozeß eine große F Ne Kundgebungen zug g ingen. Außer den be e ts veröffentlichten Er.lärungen der R e i ch s r e g i e - rung und der preußischen Staatsregierung hat auch das hessische Staats- m i n i ft c c i u m sich dem D schluß d s R'ichs- kabinetts einmütig ang schloss:n und Dem Reichs- präsiDenten sein unerschüttert ches Vertrauen ausgesprochen. Ebenso ist Der Senat Der Freien und Hansestadt Hamburg Der Erklärung Der Reichsregierung in vollem Umfange beigetreten, inDcm er seiner Ueberzeugnng AusDruck gab, Daß Die Feststellungen Des Magd burger Prozesses erneut bewe fen, m t welch vorb Idlicher Treue der g 'gentoärt ge Reichäpräs den» jederzeit dem Vaterland gedient hat. Sehr zahlreich sind auch Die Kundgebungen von führenden Person! Echkeitcn des politischen und wirt- sch ftlichen nZbesvnd i" auch des ge s ig n Lebe s Deuts^rl nds. Auch Privatpersonen, die sich ausdrücklich als rechtsgerichtet bezeichnen, haben an den Reichspräs deuten Zuschriften gerichtet, die gegen Das Urteil Stellung nehmen und den Reichspräsidenten ihres Vertrauens versichern.
Mussolinis neues Wahlgesetz.
Rom, 28. Dez. (WTD.) Der .Gazetta del , r Jufolge sagte Mussolini einigen fafziftifchen Abgeordneten, Die neue Wah 1 - Vorlage sei keinerlei Kompromiß, fonDern feinet e genen Initiative entsprungen und bilde nur einen -e, c ■ ; des großen Programms, ^a» er im nächsten Jahr verw'rklichen wolle. Die .i ah!.Vorlage werde mit der Opposition, ^oer o' ne > e angenommen w den. E Mullo--
en
w denke daher nestie zu unter
breiten. und noch viel weniger denke er Daran, eine solche Amnestie mit gewesen Pacteilrttem zu besprechen.
Sieg der albanischen Aufständischen.
R o rn, 27. Dez. (WB.) Dach Blättermeldungen sind F a n R o 1 i, der frühere a l b anis ch e Ministerpräsident, und andere Mitglieder seines Kabinetts mit ihren Familien in Brindisi eingetroffen.
Das albanische Pcessebureau m Genf veröffentlicht eine Mitteilung, nach der Achmed Zogul ein neues Kabinett geodöet hat. Die Kräfte Fan Nolis sollen zum größten ^eil zu den Rebellen übergegangen sein.
D:e Berliner .Mont gspost m Del aus Belgrad: Rach her c ng t of en en Meldungen ist Balo ii a in die Hände Der aufständischen Truppen Ahmed Zoguls gellen.
Der Balkan gegen D e Sowjets.
Belgrad, 27. Dez. (Wolff.) Der bulgarische Ministerpräsident Zankoff ist gestern hier eingetroffen. Er wurde vom bulgarischen GZandten und Beriretern der Regierung empfangen. Bald nach seiner Ankunft stattete er Pa fit sch, sowie dem Außenminister N i n t s ch i 1 s ch Besuche ab. Nach einer offiziellen Mitteilung wurde von Zankoff die kommunistische Gefahr erörtert u .d ra- ber fest gestellt, daß eine Verständigung zwischen Südjlaoren und Bulgarien bei gutem Willen leicht möglich sei.
Wien, 26. Dez. (WB.) Wie die „Neue Freie Presse" au5 Belgrad mel et. sei cs anläßlich de4 Besuches von Zankoff zwischen der bulgarischen und der jugoslawischen Regierung zu ein.em v o l l e n C i n v e r n e h m e n gekommen. Auch seien g e h e i m e B e r t r a g e abgeschlossen wnrde.i. Alle Schwi rigkeiten, die bisher dem Abschluß eines a n t.i bolschewistischen Bündnisses wt eg nstanden, seien überwunden worden. Demgeg.nnver berichten andere Blutter aus Belgvud, man versichere sowohl von jugoslawischer als auch von bulgarischer Seite, daß an den Abschluß eines besonderen Vertrages nicht gedacht werde. Es sei lediglich eine erste Fühlungnahme erfolgt.
Aus aller Welt.
Hohe Beamte der Preußischen Staatsbank verhaft t.
Berlin, 29. Dez. (TA.) Die „Montagspost" meldet: Unter dem Verdacht der -Untreue gegenüber der Preußischen Staatsbank ist gestern Geheimrat Rühe verhaftet worden, der gemeinsam mit Geheimrat Helwig bei der Staatsbank die Kreditgeschäfte mit K u t i s k e r bearbeitete und, wie gemeldet, für einen im Zusammenhang mit der Affäre Ku- üsker gefällten Schiedsspruch ebenso wie Helwig ein Honorar von etwa dreitzigtausend Mark erhalten hat. Allerdings hatten sich beide Beamte vorher der Zustimmung des früheren Präsidenten der Staatsbank, von Dombois, vergewissert. Weiter wurden in Untersuchungshaft genommen: Oberbankinspektor Dlodow, wegen des dringenden Verdachts der passiven Bestechung und das Vorstandsmitglied der aus der Dermögensverwaltungsstelle für Offiziere und Beamte hervorgegangenen Kredit- und Handelsbank A.-G. in Berlin, Dr. M. Feld wegen dringenden Verdachts der aktiven Bestechung.
Ferner wurde der abgebaute Inspektor der Staatsbank, Erich Kersten aus Pankow, festgenommen, weil er der Beihilfe dringend verdächtigt ist. In der Nacht zum heutigen Montag wurde die Vernehmung von Beamten Der Staatsbank fortgesetzt. Es besteht Grund zu der Annahme, daß weitere Verhaftungen noch bevorstehen. Das Direktorium des im Zusammenhang mit Der Affäre Kutisker viel genannten alten unD früher sehr angesehenen Breslauer Bankhauses E. v. Stein hat beschlossen. Den Antrag auf Geschästsaufsicht zu stellen. Ueber diesen Antrag wird heute von dem zuständigen Amtsgericht entschieden werden.
Der schlesische Haarrmmn.
Breslau, 28. Dez. (WTD.) Ueber die Münsterberger Mordaffäre werden noch folgende amtliche Mitteilungen verbreitet: Da Lenke sich die Opfer anscheinend nur aus Kreisen wandernder Handwerksburschen gesucht hat, war es bisher schwer, eine restlose Aufklärung über das grauenvolle Treiben des Massenmörders zu bringen. Aus aufgefunbenen Driesen ist jedoch mit Sicherheit jetzt festgestellt, daß fünf Handwerksburschen ein Opfer von Denke geworden sind, "und zwar: Maschinenbauer Karl Seidel, geboren 1876 im Kreise Sprottau, Ackerkutscher Kaspar Hub al eck, geboren 1870 im Kreise Senftenberg, Konditor Artur S a 1 i s ch, geboren 1855 im Kreise Levb- schütz, Schlosser Herrn. Müller, ohne festen Wohnsitz, Tischlerg seile Heinr. Druch aus Dem Kreise Schönau (Schles.). Es wurden außerdem verschiedene Ausweispapiere gefunden, aus Denen Der Name herausgerissen war, so daß damit zu rechnen ist, daß außer Den fünf oben genannten noch weitere HanDwcr'sbiuschen dem Verbrecher zum Opfer fielen. Weiter wurden von der Po- llzel in der Wohnung des Mörders eine mit Mut besudelte (Säge, mehrere Aexte und ein Hammer beschlagnahmt, die ebenfalls als Mo d- werkzeuge gedient haben. Das Gerücht, daß auch etn 15iäl)r ged Mädchen, das aus Dem Kreise Munsterberg spurlos verschwunden ist, sich unter Öen Obfern befindet, hat sich bisher noch nicht bestätigt. 9
Auch ein Regierungsrat.
Der l i n, 27. Dez. Wie die „B. Z." zu der Angelegenheit K u t i S k e r - H o l z m a n n mit- teilt, hat Der Dann verwickelte Helfer Holzmanns und frühere Leiter des Fremdenamts im Der- iner Polizeipräsidium, Regierungsrat Dar- ?1 f x 1 nuF ?lc von ihm angegebene Dank- Verbindung gehabt, sondern noch ein zweites Konto bei der Dank besessen, das in i k 13 000 £.r{ überzogen war. ohne daß von Der ™f Kontoinhaber die Aufforderung
Ausgleich bmed Kontos ergangen wäre. IDetter meldet das 'Blatt, daß es bisher nicht gelungen sei, m den Personalakten Dar° tels ieine Ernennung zum Dergrat und zum 1 Konsul festzustellen 0
Schwere Anwetter im Kanal und über England.
London, 27. Dez. (WD.) 3m ‘21ermelfanal und in einem großen Teil Großbritanniens tobt cm fürchterlicher Sturm. Mehrere Dampferlinien, Die Den Dienst nach Dem FestlanD versehen, und alle Lustschifffahrtslinien haben Den Berlehr eingestellt. Wo 1- tenbruchartige Regengülse haben be- sonders in Wales große Aeverschwemmungen herbeigeführt.
865 Behälter mit Dynamit explodiert. .
Tokio, 27. Dez. (WTD.) Bei einer Ex» plosion, die sich auf einem Schiff im Hafer- von Ot a r u ereignete, kamen mehrer e hundert Personen zu Schaden. Infolge Der Explosion brach auf Dem Schiffe ein großer Brand aus. Die Explosion ist daraus zurückzuführen, daß auf dem Bahnhof ein Behälter mit Dynamit zu Boden fiel, wodurch .£65 Behälter mit Dynamit zur Explosion gebracht wurden. Der Bahnhof geriet in Braud. Mehrere Leichter find gesunken. Die in txr Nähe stehenden Gebäude wurden zum Einsturz gebracht. Nach den bisherigeii Feststellungen wurden 50 Personen getötet, 50 schwer und 280 'leicht verletzt.
Sroßfeucr in Smyrna.
Paris, 27. Dez. (WD.) Eine Nachrichtenagentur berichtet aus Konstantinopel, in Smyrna sei eine heftige Feuersbrunst ausgcbrochen, die viele Opfer gefordert habe, Einzelheiten fehlen noch.
Aus Stadt und Land.
Gießen, Den 29. Dezember 1924.
fpd. Ein Meteor. In Der Nacht zum zweiten We h lach'sseiertage kurz vor 1 ‘/j Ahr ging in Der Nähe Des Dahnho.es Lauterbach unter blendenDen weihen Lich escheinungen und dumpfen Detonationen ein Meteor nieder. Der Himmelskörper hatte die Richtung vo.i Süden nach Norden. Die Erscheinung wurde auch in Gießen beobachtet.
fpd. Wichtige Radioentscheidung. Ein Hausbesitzer hatte einem Mieter, der auf dem Hause eine Antenne angebracht hatte, diese durch- geschnitten, worauf der Mieter auf Herstellung Der Leitung klagte. Das Frankfurter Landgertcht prüfte die Frage, ob der Besitz eines Rundsunk- horers ein Ausfluß des Mietrechtes sei'und verneinte sie. Der Hausbesitzer erhielt also Recht, und zwar mit Dem bemerkenswerten Hinweis Darauf, Daß Die Handlungsweise des Mieters selbst bei bestem Schuh eine erhöhte Dlitzgefahr für das Haus bedeute.
-"Neuerung beiderAuflieferung von telegraphifchen Postanweisungen und Zahlkarten. Dom 1. Jan. 1925 an tritt mit Der Ermäßigung Der Gebühren für telegraphische Aufträge des Geldoerkehrs auch eine Vereinfachung des Verfahrens bei der Auflieferung von telegraphischen Postanweisungen und Zahlkarten ein. Für diese SenDungen wird ein besonderer Vordruck eingeführt, der die Postanweisung oder Zahlkarte und das Aeberwei- fungstelegramm vereinigt und der in Den besonders gekennzeichneten Teilen vom Absender auszufüllen ist. Hierdurch fällt die zeitraubende Ausfertigung der Aeberweisungstelegramme Durch Den annehmenden Postbeamten fort. Erläuterungen und Muster für die Ausfertigung des Aeberweisungstelegramms beftnden sich au, der Rückseite des Vordrucks, der zum Preise von 1 Pf. für das Stück an Den Postfchaltern verkäuflich ist. Nicht amtlich hergestellte Vordrucke find unzulässig.
** Christ bäum und Explosionsgefahr. Wenn der Weihnachtsdust das Zimmer füllt, Der würzige, trauliche Tannenduft, der allein schon Weihnachtsfreude ist, dann Denkt wohl kaum jemand daran, Daß dieser süße Duft gleichbeDeutenD ist mit einer Gefahr, nämlich der Explosionsgefahr der trockenen TannennaDeln und Zweige. ®*: Dust, den Die NaDelzweige ausströmen, stammt von flüchtigen wohlriechenden Oelen, die in Form allerkleinster und nur bei mikroskopischer Vergrößerung wahrnehmbarer Tröpfchen in den Nadeln enthalten find. Werben Die NaDeln erhitzt, so sprengen Die Oel- tröpfchen alsbald ihre Zellwände und verbrennen sodann unter Heller Flamme und dem bekannten leisen Krachen, das uns Das Anbrennen eines Christbaumzweiges beim auch gewöhnlich rasch erkennen läßt. Sind aber die Nadeln recht trocken, so kann daS Verbrennen Der Zweige gelegentlich auch böse Explosionen zur Folge haben, nämlich Dann, wenn man, wie es so ost geschieht, Die trockenen Zweige des abgeleerten Christbaumes tm Ofen verbrennt. Denn in diesem Falle verbindet sich der aus Dem Nadelholz entweichende Kohlenwasserstofs mit Dem im Ofeninnern befinDlichen Sauerstoff, worauf Gase entstehen, die, wenn sie sich in größerer Menge bilden, feßr leicht und heftig explodieren. Man verbrenne daher immer nur kleinere Mengen Der trockenen Nadeln oder Zweige auf einmal und schiebe immer erst neues Astwerk nach, wenn Das alte bereits abgebrannt ist. Auch sorge man Dafür, daß beim Verbrennen fein zu starker Lustzug im Ofen herrscht, Da Durch Den Zustrom von Sauerstoff Die Bildung Des Cxplo- fionsgases vermehrt wird.
** Auf Dem heutigen Frankfurter Schlachtvieh markt waren aufg trieben: Ochsen 346, Bullen 45, Firsen uni) Kühe 885, Kälber 648, Schafe 381, Schweine 2943.
Bornotizen.
Tageskalender für Mo n t ag. Lichtspielhaus Bahnhofstraße: „Mutter, hilf mir". — Astoria-Lichtspiele: „Die Tochter Der Fidschi-Inseln".
Wettervoraussage.
Zunehmend bewölkt, milder, westliche Winde, regnerisch.
Weihuachtsseieru i« Gießen.
Die Elsaß-Lothringer.
Man berichtet uns: Wie alljährlich, so versammelten sich auch in diesem Jahre wieder, am Sonntag, 20. Dezember, die in Gießen ansässigen Elsaß-Lothringer, um gemeinsam Weihnachten zu feiern. Der lichte Saal des Hotels „Prinz Carl" war von festlich gestimmten Menschen erfüllt; groß und klein war voller Erwartung. And in Der Tat, es war eine Reihie ernst-froher Stunden, die die Gemeinde der durch das gemeinsame Schictsal verbundenen Grenzland- 'eullchen aus Elsaß-Lothringen im Glanze des Eß.'istbaums verbrachte. Ihnen allen, die an öiefem Abend durch Mort. Gesang Musik und
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