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führt habe unb für trgenö welche Requfstttvnen ün FoindeSlande gar ferne CBercoeibung gehabt habe Nach seiner Verurteilung we e.t Äautei an französischem Privateigentum wähnend der KrlegSzoii ist der General seelisch völlig zusammengebrochen. Er konnte kaum et­was elfen und auch nicht schlafen, denn eine derart ge Verurteilung ha te er gar nicht für möglich gehalten. Er Hal sei- en Rechts- b.-ista b g b t' -n, gegen dieses Urteil Revision einzulegen, denn er weist genau, da st er feind­liches Privateigentum niemals für sich behalten hat. Einige Tage vergn en, als plötzlich» in ter Rächt ein Major, ver-nuillch der Or.skomman- txenl, mit einem älteren Sergeanten oder Offi- zie csstellvcrt re ter zu ihm irL Zimmer trat, um ihm mitzute.len, datz der französische Kri-g mi- nifter R 0 l l e t sich für ihn dem Präsidenten der französischen Republik verwandt habe u: d er infolgedessen durch einen Gnadenakt des Präside.tten L-omnergue aus der Will ä haft zu entlassen sti General von Rat u iu; e;* hielt zahlreiche Glückwunschtelegramme und Schrei­ben aus allen Teilen Deutschlands.

Das Reichsgericht zum Fall Rathusius.

Die Anterfuchung beim Reichsgericht über die französischen Beschuldigungen gegen den General von Rathusius.

Leipzig. 28. Rov. (SIL) Wie wir er­fahren. hat der Oberreichsanwalt mit der Unterfuchung des F.lles Rathusius den Staats- anwaltschastsrat Lehemann beim Reichs­gericht betraut. Sowohl in Leipzig wie in zahl­reichen anderen Städten Deutschlands haben die Vernehmungen der Zeugen begonnen, die von dem französischm Kriegsgericht nicht ge­hört worden sind. Cs handelt sich vor allem um die Personen, die im Kriege zur näheren Um­gebung des Generals v. Rat Hufms gehörten, um feine Adjutanten und Burschen, die von Rathusius als Gnklastungsreugen angegeben wor­den sind. Weiter soll in diesen Tagen der General selbst in Kassel vernommen werden. Als Weileier Leumundszeuge ist der frühere Dorgesethe des Herrn v. Rathusius. General der Infante le Sixt v Arnim, ObcrM h.shaber ter 4. Armee, mi einer Erklärung an die Oefsentlichkeit getreten.

Wahlkorruption in Frankreich.

Eine parlamentarische Untersuchung gegen den Handelsminifter

Paris, 29. Rov. (Sil.) Der Abgeordnete Saitinger macht tn derCiEkrte" neue, auf- fehenerregende Angaben über die Bestechung von Mitgliedern des Kabinetts Her­ri o t während der letzten Wahlkampagne. Don R a y n a l d i, dem Handelsminister, behauptet er, dah dieser -am 6. Rovemder 1923 von dem Senator Dilhivt, dem Vorsitzenden der rechts­gerichteten Vereinigung der Wirtscha^tSrnteressen- ten, einen Scheck (Dr. 32 201) von 10 003 Franken zur Vorbereitung der Wahlen ent­gegengenommen hohe- Raynatdi gehörte per Mehrheit PvinvareS an und hatte das Programm der Vereinigung der Wirtschafts» interesfenlen restlos gutgeheißen.

' Es ist untertennixrr, tast tie'e GntHilllunren , in den polltiischen Kreisen seit den letzten 24 'Stunden einen starken Eindruck gemacht Jfcribcn. Tie Stellung des Kabinetts Herriot wird, ^wie auch derIntran iq-mnt" zu verstehen gibt, rold u.'ierschüitert cn:g. i-chen. Es wird die Mig- lichkcit erörtert, dast d.e Mitarbeiter Herr'iots, de:en Auszahru g? von Geldern aus ter Kai e des Cenut BÜhiot nau-g.'ween wird, aus dem Kabinett ausscheiden. Die Mehr- -heit im Parlament nimmt jedoch gegen diee Eventualität Stellung. In der Kam.ner ist es zu heftigenAuseinandersetzungen ge= fcänmen. Lter Hemd Lsmnister bestreitetnicht die gegen ihn erh. denen Ve chu! igun en, er er­klärt a-ber, dah er 1923 dem tepub La i,ch-denw» «kratischen Verband ang ch rte, der ihn an de Vereinigung da? toirtfd)o.ftlid:en Interessen, In der Senat :r Dilhiet ten Vorsitz führte, verwie'en -'höbe. Gin Interpellant bea fragte ite Ein! et» zung eines Untersuchungsausschusses. Ter Handelsmrnister und Herriot schlossen sich dem Antrag an, der darauf von der Kammer einstimmig angenommen rour e

L oucheu r brachte folgenden Zusatz ein: Die Kommission hat die'Herkunft der Be­träge festzustellen, die allen Parteien 1924 zur Verfügung gestellt wurden." Die gesamte Tages­ordnung gelangte mit 531 Stimmen ;ur Arnahme. Im Verlaufe der Debatte betonte Herriot, dah die Dlickersuchung sich auf sämtliche Parteien, also auch auf die Radikalsoziallstische Partei, er« strecke. Man werde fest stellen, dah die Radikal- sozialisten während des letzten Wahlfeldzuges sich In einem Zustand grober Armut be­fanden.

Rußlands Antwort.

London, 28. Rov. (WB.) Heute tourten die Antworten der Sowjetregierung auf die beiden britischen Roten vom 21. 11 im Foreign Of­fice überreicht. In der ersten Rote erklärt Rakvwsly, die Sowjet egierung bebaue.e die A b- lehnung des allgemeinen Handels­vertrags vom 8. 8. aufs lebhafteste, da deren

Avichlutz einen wichtigen Schritt zur Sicherung des allgemeinen Friedens und besonders zur S.arkung der freundschaftlichen Beziehungen zwiscte" den Völkern des britischen Reiches und der Svwiet- republiken dargestellt haben würde. Die Sow^et- legientng habein ihren Zugeständnissen das Höchstmaß von gutem Willen gezeigt" und tonne daher keinerlei Verantwortung für die Llnzufrre- denhert übernehmen, die der Beschluß der bnti- tischen Regierung in den beiden Ländern verur­sachen werde.

Die zweite Rote Rakowskys Werst darauf htn, dah der von dem letzten Kabinett mit der 11 n t er= suchu ng des Sinowjew-Drieses be­traute Ausschuh festgestellt habe, dah weder die Regierung noch irgendeines der Aemter dis Originaldokument gesehen habe. Daher be­trachte die öffentliche Meinung der gesamten Welt denSinowjewbrief als eine u nzwe i - felhas te Fälschung. Die' Sowjetregierang sei aufs äußerste überrascht darüber, dah die jetzige Regierung Großbritanniens unbewi-s-n-e und un­bestimmte Erklärungen abgebe, dah dasDoku­ment" echt sei. Die Sotojetregierung könne ter»

zunwren t)t. Persien soll Bereit fern, tm 'Jto- men A gyptens tie Frage der In ervention des Bölterbuirdes zur Sp<aa-e zu bringen.

Die türkische Presse gegen England.

Konstantinopel. 28. Rov. (L.-A.) Das BlattT ew h i d i E s k iaw" schreibt: Die bri­tische Aktion in Aegypten bedeute einen An­griff auf den Islam und sagt voraus, dah der Kampf für die Unabhängigkeit ebenso wie in Sva .isch-Riarotto tojitet gehen wer c. De gleiche Feindseligkeit zeige das BlattAis Ham", das erklärt, dah die Bestrafung einer ganzen Ration für das Verbrechen eines einzelnen e.n Rückfall in die Barbarei sci, und dah die Türken, die eine britische Okkrcha.ion erlebt hätten, volles Mitgefühl m.it den Aegyptern hätten.

Das Deutschtum im Ausland.

Berlin. 23. Rod. (W-lft.) In ter Hau P t- ausschuhsitzung des Vereins für Deutsch­

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bedingen eine schnell und zuverlässig unter­richtende, von den Parteien unabhängige Tageszeitung. Für Obsrhessen und für die angrenzenden Bezirke ist es der

Gießener Anzeiger

Bezugspreis für die erste Dezsmberhälfte 1 Mk. und 10 Pf. Trägerlohn, für den ganzen Monat 2 Mk. und 20 Pf. Trägerlohn

artige Behauptungen nicht crmtebmen; in einer Aryahl von europäischen und amerikanischen Städten beständen Organ:fotioncn russischer Ge­genrevolutionäre und Gmigrcmten, die sich besonders mit der Herstellung gefälsch­ter Dokumente befaßten, um die internatio­nale Stellung der Sowjetunion zu untergraben.

Im Ramen der Sowjetregierung gibt Ra­kowsky seinem tiefsten Bedauern Ausdruck, dah die britische Regierung politische Handlungen, die die ernsteste Auswirkung auf die künftigen Be­ziehungen zwischen Sowjetruhiand und Groß- britonnten hätten, auf unbeglaubigte und aus zweifelhaften Quellen stammende Dokumente gründe und so die Beziehungen zwischen den tetten Regierungen auf eine sehr unsi cher e Grundlage stelle. Die Sowjetregierung be­dauere ferner, dah die britische Rote vom 21. Ro­vern der einer direkten Antwort auf die Frage des Schiedsgerichts aaswttche. Rakowsky schließt, ferne Regierung habe ihn ersucht, zu erflären, dah sie die von ihr übernommenen Verpflichtungen loyal duvchaeführl habe und auch in Zukunft nach dem Grundsatz der Gegenseitig­keit durchführen werde.

Die Räumung des Sudan.

Zwischenfälle in Chartum.

London, 2$. Rov. (Täl.) Rach einem amt­lichen Bericht aus Kairo weigern sich die ägyptischen Offiziere und Truppen in Chartum, dell Sudan zu verlassen. Der diensttuende Kom­mandant habe geäußert, er müsse erst den Befehl der ägyptischen Regierung abwarten, ehe er den Sudan räumen könne. Infolgedessen baten die englischen Truppen die äoyp- t.schen Truppen im Sudan umzingelt. Rach einer Reutermeldung aus Kairo meu­terten heute zwei Abteilungen des 11. suda­nesischen Bataillons in Kartum, überfielen das Militärhospital und töteten einen englischen und zwei syrische Aerzte. Die englischen Trup­pen feuerten auf die Meuterer, die ernstliche Verluste erlitten. Eine anscheinend von amt­licher englischer Seite kommende Meldung be­sagt dagegen, dah der Befehl König Fuads zur Zurücrziehung der ägyptischen @inf>eiten aus dem Sudan glatt vollzogen wird.

Aegyptens Prote't angenommen

P a r i s. 23. Rov. (CB. Z.") Das Sekretariat des Völkerbundes bat ich «rtichl-ssen, den Protest der ägyptischen Äanmer zur Kennt­nis des Prä i enten des Völker >u dsvoteZ Hy­mans zu bringen. In Conlon wird a ge-om- men, dah dieser Entschluß auf der all r.ä ck en französisch-italienischen Druck zu ück

tum im Auslande wurde eine Reihe von Be­schlüssen g facht, dir eine noch ausgedehntere Unter ft Übung ter schwr bedrängten aus- lards eullchen Studierenden, die Auswa?.-- teiu.gssvage, die Iu gendwanderu a g e n in ©re und nuherdeutschen Gebiet, iii? Schafs ung eines WanterfcnDs und die Aüsteh ung der S t pendieng.Währung an gieifinete rusaads eut» sche Ha n dwe rker und Kaufleute, um ihren eine deutsche Fortdildu g in der deutschen Heimat bieten zu können, betreffen.

Schwerer Unfall eines Abgeordneten.

Rach Dl"'ttermolSungen auS Köngbrg e* litt der frühere sozialdemokratische Rvici-s'ags- abgeorbnete und j-tz ge Reichst gs andidat M i tt- wo ch aus Kon.gLberg in Marienw.rter einen schweren Unfall. Er geriet unter ein durch­gehen de s Gespann. Besinnungslos wurde er in ein Kranbrnhaus gebracht, wo ein Schä - dc lbruch festgcstellt würbe. Sein Befinden ist ernst.

Aus aller Welt.

Ein Vortrag Dr. (Eäteners beim Neichsverband der deutschen

Presse.

(Berlin, 29. Rov. (TA.) Im Marmorsaal des Zoo fand gestern abend in Gegenwart des Reichspräsidenten, zahlreicher Vertreter der Reichsregierung, der Länder, zahlreicher Be­hörden. der Wirtschaft, Kunst und Presse eine Ehrung für Dr. Eckener statt. Dem Vor­trag Dr. Eckeners gingen künstlerische Dar­bietungen des Philharmonischen Orchesters voraus. Rach demMeistersinger"-Vorspiel be­grüß tc der Direktor des Reichsverba n- des der Deutschen Presse Herrn Dr. Eckener und lieh ihm unter dem Jubel und Beifall, der Zuhörerschaft einen Lorbeer­kranz mit den Farben der Stadt Flensburg überreichen. Vizekanzler Dr. Jarres ent­bot dem Führer des Z.R. lll im Ramen des Reichspräsidenten und der Reichsregierung den Gruh des deutschen Volles.Ihre Tat", sagte er,war ein Lichtblick im düstern deutschen Tal, auch wenn die vertragsmähige Ablieferung des deutschen Luftschiffes bittere Gedanken in jedem Deutschen erwecken muhten. Aus dieser Tat schöp­fen wir und das vernünftig denkende Ausland die Zuversicht, dah die Fesseln fallen werden, die der Friedensvertrag und vielmehr noch seine Auslegung unserer Luftschiffahrt auf- erlegt haben. Die Mitarbeit am friedlichen Fort­

(Siebener Stadttheater.

Jlgenstrin: Liebfrauenmilch (Erstausführung).

Es ist erfreulich, dah der neueIlgenstem" dach der Bremer Uraufführung vor knapp zwei Monaten so schnell den Weg zu uns nach (Ziehen gefunden hat. Wir sind nicht reich an guter Lust- fpielliteratur, und das meiste, was man von mo­dernen Verfassern unter d.eser anspruchZ^s'en Firmierung vorgesetzt bekommt, ist Schwank, Bur­leske, Komödie, nur kein Lustspiel. Ilgenstein bringt dazu das nötige Zeug mit: Geschmack und Witz. SeinSpiel um die Ehe in vier Stationen sagt nicht allzuviel Reues. aber wie es gesagt wird, macht das Stück reizvoll und amüsant.

Die Suche nach ihremTyp" bringt vier sym­pathische Leutchen in einen strudelnden Wirr- Darr Fibr kvircktor Seger und Frau D>do snd sich imTrott dcSAlltags c.e e fertig etnarber m ; geworden, sie brauche t E.h lang von der^h Freundin Hella gibt ihnen das Rezept: Getrennte . Sommerreife. Ausspannuna, andere Men'ch DaS Herne Frauchen will heraus auS öen5)<_' ' pietanftanb ihrer Ehe. verlangt stürmisch nach |

dem wahren Glück, demUnnennbaren, dem ge­heimnisvollen Etwas, das sie ..Dust" nennt. In Baden-Baden erwartet sie Erfüllung ihrer Sehn­sucht ihrenTyp". Der Gatte macht es sich bequemer. Seit Hella, die einst begehrte und schnell wieder begehrenswerte Jugendfreundin, sein Haus betreten, bedarf es bei ihm keiner See­reise mehr. Er findet alles daheim in seinen vier Wänden, die ersehnte Ruhe, ein trauliches Bei­einander bei Wein, Rosenduft und Rachtigallen­flöten in linder Sommernacht und schließlich- seinenTyp". Aber die Mißverständnisse blei­ben auch in diesem Idyll nicht aus. zur Ehe ist ihm fein Hellachenzu schade", und Hella wieder­um Habet sich tum Flirt zu schade. Ueberraschend erscheint die Gattin wieder auf der Bildfläche, begeistert, so schnell ihrenTYP" entdeckt zu haben.

Das Ehepaar ist zur Scheidung schnell ent­schlossen, jedes glaubt den reckten Lebensgefährten gefui-bcn Dte Sitaatbn wird prekär, au in dem herbeizitierten Rechtsanwalt Frau Dodo ihren Typ von der -ächtentaler Allee entdeckt und Hella den Freund, dem sie sich telegraphisch ver» .....chtecne Ehetheoretcker, Verfasser !nD-. "rnecums für Ehemänner, Ziger des männlichen Geschlechts.

findet sich unsagbar hilflos gleich zwei Frauen gegenüber, die ihn für sich beanspruchen. Der arme Gatte dagegen scheintzwischen beide ge- raten zu sein und teer ausgehen zu sollen. Dw kluge Hella rettet die Situation, sie hält an dem Verlobten fest, und ihre Freundin Dodo findet ohne Diel Schwierigkeiten zu ihrem Manne und in den Hafen der Ehe zurück. Der ruhende Pol in diesen Irrfahrten der Eheleutchen ^unö derer die es werden wollen" ist der Diener Friedrich dank der Lebensfchulung seines verstorbenen Herrn, des in Ehewirrnissen erfahrenen Grafen Plomberg. Er überträgt die vier Stationen der £ * x o" - !etne Sprache und kredenzt ent­brechend Liebfrauenmilch. Sekt. Wermut oder Burgunder.

. Das luftige Eheintermezzo wirkt lediglich durch den fein pointierten Dialog, der auch ohne

: x'* Jet??r allzu beliebten Anzüglichkeiten allein durch feinen besinnlich-heiteren Humor das 9r<?,t0Z! l?ertc6.en weit über den Durchschnitt her- btx?adu am gestrigen Abend eine Be- ehung, die unter Karl Volcks umsichtiger Splel- leitung m ausgezeichnetem Ineinanderspiel auf alle 3ntentioncn des Dichters bereitwilligst ein- ging. Besonders Herr Rorfolk war für den

scyrttt Darr uns nicht versagt wevden. Del un­serem Dank an Sic, Herr Dr. Eckener, und Ihre Mitarbeiter gedenken wir auch des großen Mannes, der unbeugsam seinen kühnen Plan durchsetzte, des Grafen Zeppelin." Im Ramen des alten Reichstags feierte Vlze ° Präsident Dr. R i e s s e r die Fahrt über den Ozean als einen Sieg des Zusammenwirkens deutscher Technik, Wirtschaft und Industrie. Als dann

Dr. Eckener

selbst das Podium betrat, erhob sich das Publi­kum, und der Begriißungssturm nahm erst dann ein Ende, als Dr. Eckener heftig mit beiden Hän­den abwehrte. Zu Beginn des Vortrags nahm Dr. Eckener den ihm gespendeten Dank für den Erbauer des Schiffes, für den in Fried­richshafen noch immer lebendigen Geist des Grafen Zeppelin, in Anspruch.Ich habe, fuhr er fort,bei der ganzen jährt von Anfang an die Mentalität des deutschen Volkes bewun­dert. Luftichisfe sind doch schon zu'Hunderten ge­baut worden, aber mit diesem Schiff flogen die deutschen Hoffnungen mitten in die Welt hinaus. Diese Fahrt ist für mich nicht nur ein Sieg der deutschen Technik, sondern auch ein politi­scher Erfolg gewesen. Wir haben die Fahrt über den Ozean nie als ein Wagnis betrachtet. Wir wußten genau, daß wir siegen würden."

Dr. Eckener gab dann in manchmal mit Humor gewürzten Worten eine Schilderung der Fahrt und des Aufenthalts in Amerika, ähnlich wie in seiner letzten Rede. Besonders starken Eindruck machten seine Ausführungen über den politischen Wert der Zeppelinfahrt, die ein neues Band der Verständigung zwischen Deutschland und Amerika geknüpft habe. Dr. Eckener schloß dann mit der Hoffnung, dah die Fahrt der 28 «fang zu einer Verständigung und zum Ausbau der Beziehun­gen beider Völler geworden sein möge, bis zu einem freundschaftlichen Verhältnis, wie es die be den Länder früher gepflegt haben Richt enden­wollender Beifall sagte dem Führer des Luft­schiffes Dank für seine Tat.

Brandstiftungen auf Hommerschen Gütern.

Die Blätter melden aus Pommern zahlreiche Brände von Scheu wen und Stallun­gen, die auf Brandstiftungen zurückzuführen sind. So brannte auf der Domäne H ildebra nd- Hagen-Südhos ein Stallgebäude mit vier­zehn Pferden, sieben Kühen und großen Futtev- oorräten ab. In Penkon wurden fünf gefügte Scheunen durch Feuer vernichtet.

Zwölf Menschen im Schacht verunglückt.

London, 29. Rov. (TA.) Bei eineir Wasserei nbruch in den Schacht eines Berg­werkes in Dunvant bei Swansee sind zwölf Men­schen ums Leben gekommen. Bei der Kata­strophe befanden sich im Schacht 70 bis 80 Per­sonen. Es gelang, alle bis auf zwölf zu retten Bisher ist nur ein Leichnam gefunden worden. Die Bergungsarbeiten werden fortgesetzt, da es noch ungewiß ist, ob nicht noch jemand von den Vermißten am Leben ist,

Schwere Stürme im Schwarzen Meer.

Sofia, 28. Rov. (WTB.) Im Schwarzen Meere sind mehrere Dampfer und Schiffsbaiten von einem schweren Sturm überrasch: worden. Mehrere Dampfer und Barten f.te) unter­gegangen. Der englische DampferBeller- mamr ist m der Rahe von Constanza infolge des Sturmes gesche tert und untergegcuigen. Das Schicksal weiterer 14 großer Dampfe.-, Darunter 5 deutsche, ist unbekannt. Dec holländifche DampferScttoee" ist an der bulgarischen Küste gestrandet.

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 29. Rovernber 1924.

Advent.

Eine deutsche Zeitung, die fett beinahe si^ztg Jahren mit großer Konsequenz demokratische Prinzipien vertritt und keineswegs monarchi ch gesamt ist, HR vor wenigen Iah.en einen Artttel veröfseiitlicht, in dem bedauert wird, dah es tn Deutschland keine Könige mehr, überhaupt in der Welt nur noch wenige Könige gibt. Der Artikel war ganz unpoltt>sch und faßte die Sache von der Seil > des Gefühls und der Phantasie. Könige haben im Vorstellangstreis der Rleitschen immer eine große Rolle gespielt. Wenn das Kind Sagen und Märchen liest, so macht eS sich gern ein Bild von dem Könige, der die KronE trägt und mit Purpur und Hermelin angetan auf dem Throne sitzt. Wächst der M-enfch heran, so kann er sich nicht leicht in den Ged an.en finden, daß Könige in diel einfacherer Farm in dte Oeffentlichteit treten. Aber auch der Erwachsen» liebt es, sich einen König vorzustellen, der mtt großer Macht ausgerüstet Rocht und Gerechtigkeit in einem Lande handhabt und Güte und Milde walten läßt.

Auch im religiösen Leben Tarrn btete Id« nicht entbehrt werden. Die Christ-eilheit be­zeichnet Jesus als ihren König und denkt be­sonders in der Adv.rttszett an sein Königtum Uralte Vorstellungen Legen hier zugrunde. Als Jesus auf Erden lebte, war se n Volk politisch sehr gedrückt. Gern schwe.ften da die Gebauten der Besten und Treuesten in die Vergangenhett zurück, da David kraftvoll über dem Volte waltete, man träum Le von einem kommenden König, der die Macht der Feinde brechen und die

geplagten Gatten, derseine Ruhe" haben will, der gegebene Mann. Ein unerschütterliches Phlegma, eine behagliche Heiterkeit, die von ihm auf das ganze Spiel ausstrahlte, und schließlich die gewinnend liebenswürdige Art der Unterhal­tung wußte der Künstler ausgezeichnet zu treffen. Dodo, das enttäuschte, nach Harmonie, nach der Poesie der Ehe suchende kleine Frauchen, spielte Fil. Relien anfangs vielloicht etwas zu k ab- belg, doch bald fand auch sie den rechten Ton und brachte dann ihre frisch gebackenen, oft recht krausen Eheweisheiten sehr niedlich kunterbunt aufs Tapet. Der klugen Hella, die weih, was sie will und sich fest in der Hand bat, wurde Rita Andre b sondrs im ztve.ten Ast mit viel An­mut und graziösem Geplauder vollauf gerecht. Auch Max Hoffmann brachte als der In der Praxis gänzlich unerfahrene Q3erfarfer desDade- mecums für Ehemänner" die komische Ruance des Stückes gut zum Ausdruck. Mit sehr drolliger Gravitesse gab der Diener des Herrn Baste die vielerlei Erfahrungen seines gräflichen Herrn zum besten, zu Rutz und Frommen seiner neuen Herr­schaft. Fräulein Rohr war ein niedliches Zös­chen. Das gut besuchte Haus folgte dem lustigen Ehesdiel mtt herzlicher Anteilnahme.e.

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