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Das oberhessische Heimatblatt

heutige Anzeige.

* Eine ernste E rma hnu n

Haltung der Ortsdur

Feststellungen des Statistischen Reichsamts für den 2 5. Juni auf das 1,11-Dillionenfache-

ten, angenommen.

Die zu Kap. 10 vorliegenden Anträge der Deutschen Dolkspartei, die Steuerstundungen und Erlaß der Steuern bezwecken, sowie eine Herab­setzung der Gewerbesteuer um die Hälfte und den

durchführen; sie traten mit dem Kaufmann Metz­ger in Verbindung der das Auto und falsche Pa­piere besorgen woslte.

Eines Tages trat Rullmann mit der Dehaup- tung aut, bah er jetzt den Bund überhaupt nicht mehr brauche, er mache auf eigene Faust mit

und zugleich damit ein sozialdemokratischer An­trag, die Einkommensteuer progressiv auszugestal-

ist der seit 1750 erscheinende (Siebener Anzeiger mit seiner 'WochenbeilageGiehener Familienblätter". Bezugspreis 2 Goldmark monatlich nebst 20 Goldpfennig für Trüger- lohn. Zum 1. Juli bestellen neue Bezieher in Gießen bei der Geschäftsstelle und durch die Trägerinnen, auswärts bei der Post und durch die Zweigstelleninhaber.

Verbindung traten.

Das Arteil.

Franzosen zu besorgen, denen sie die Sache dadurch mundgerecht machten, dah sie ihnen sagten, ie seien nicht für ein einheitliches Deutschland, sondern wollten ein bayerisches König­tum errichten.

wird uns geschrieben: Der einmalige Tanzabend von Hanne- Lo r e Z i e g l e c .am kommenden Dienstag dürfte nach allen Anzeichen wieder ein­mal ein grobes th^ttraltsches Ereignis werden. Fräulein -Ziegler, die immer ein Liebling deS Siebener Publikums war, hat seit ihrem letzten Auftreten hier zwei große amerikanische Reisen absolviert; auch aus dem Dollarlande liegen be­geisterte Besprechungen ihrer Leistungen vor und öu> Künstlerin ist drüben nicht minder gefeiert worden, wie auf unserm Kontinent. Die neue Tourn e durch Deutschland bedeutet für Hanne- Lore Ziegler einen neuen Triumphzug. 3n Bonn dieser Tage ausverkauftcs Haus trotz der schlech­ten Theaterzeit. In Dad-Rauhcim jüngst riesiger Erfolg; fast jede Nummer wurde da rapo verlangt. Sicherlich wissen die Theaterfreunde der Bühnen­leitung Dank für die Veranstaltung diese- Gast­spiels der beliebten Tänzerin.

Die Berliner Sänger in Gie­ßen. Das Konzert des Berliner Gesangver­eins Sängerkranz, das heute abend in der Reuen Aula- stattfindet, sei allen Freunder des Männergesangs nochmals in empfehlend« Erinnerung gebracht.

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** Veränderung tm Provinzial- tag. An Stelle des verstorbenen Fabrikdirektors Heinrich Schmitz in Hirzenhain ist der Kaufmann Friedrich Lenz zu Ortenberg in den Pro­vinzialtag der Provinz Oberhessen berufen worden. '

Mehrere Gewitter brachten uns im Laufe der Nacht sehr ergiebige Regenfälle, die namentlich gegen 3 Ahr besonders heftig waren. Bon Schäden infolge der Anwetter ist uns bis heute vormittag nichts bekannt ge­worden.

** Den morgigenWerbetag fürdir Jugendherberge auf dem Hoberodskops möchten wir heute noch einmal dem Wohlwollen unserer Mitbürger enrpfehlen. Man beachte die

hett der Würzburger Magistrat in Frack mit weißer Binde zugegen war, um der Feierlichkeit! einen «glänzenden" Rahmen zu geben, wissen wir nicht. Diese kleine Gegenüberstellung zeigt aber,

Minister Henrich rühmt die Leistungen des bisherigen Intendanten auf finanziellem und künstlerischem Gebiet.

Abg Diehl- Hochweisel (Bbd.) spricht gegen die Bewilligung des Defizits im Theater-Haus­halt.

Die Ausschußanträge werden hierauf gegen sine Stimme angenommen. Ohne Debatte werden angenommen Kap. 14 (Staatsreuten), Kap. 15 (Ruhegehalte soziale Fürsorge für die im öffent­lich m Dienst beschäftigten Personen usw). Ern Antrag Diehl-Hochweisel, 10 000 Mark für die Entfernung von alten Hoheitszeichen zu streichen, wird äbgelehnt und der Ausschußantrag ange­nommen. ,

Zu Kap. 19 (Staatspräsident) liegt ein An­trag des Bauernbundes vor, die Kosteil für einen Ministerialrat zu streichen.

Abg Dr. Osann (D. Vp) erklärt im Auf­trage seiner Frakiion, seine Partei würde die Stelle des Ministerialrats nicht bewilligen, weil ihr Inhaber nicht die Qualifikation dafür h.-be und sein Benehmen im Widerstreiit zu seiner Stellung stände.

Es entspinnt sich eine längere Debatte, in der die bekannten Vorfälle in Wimpfen beim Be uch deS Landtags zur Sprache gebracht we.den. Der Ministerialrat hatte damals ein Hoch auf die Republik ausgeb.acht. An der Debatte be e lig- ten sich die Abgeordneten Reiber (Dem.), Lücke! (Soz.) und Kaul (Soz.).

Am IV-i Ahr werden die Beratungen abge­brochen. Nächste Sitzung Dienstag. Fortsetzung der Tagesordnung.

Tageskalender für Sonntag. Oberhessische Gesellschaft für Natur- und Heil­kunde: Ausstellung europäischer Schmetterlinge ab 1 Ahr im Physikalischen Institut, 10 Ahr vornr. erläuternder Vortrag. Hugendtag: nachm. Fest­spiele auf dem Trieb. Auto- und Motorrad- Tournier: vorm. 6,30 Rennen aus der Straße

langsam. Sie wollten die Aktion selbst in die Hand Schäffenbe^' nach« 3^%

nehmen und planten deshalb ein Unternehmen in kettsprüfungen

der Weise, daß sie zuerst drei Synagogen in die

Luft sprengen wollten, um hiermit das Signal sterschaften. ^Lichtspielhaus. Mlhnhofstraße. vor i n einem al laemeinen Auistand au I mittag 11 Ahr Wanderfllm, nachm 3 Ahr flehe geben* Ä Samstag " Worw-LiMpiele;

in München nicht erhalten konnten, weil die 2ln- Palast-Licht piele vorm. 11 Ahr ^lastina- gelegenheit dort noch nicht spruchreif war, faßten W' h3 ßSL£a3ta9, abbd 8 sie den Entschluß, sich die Waffen von den Gesangsabend Otto Gebühr.

~ ' " AuS dem Stadttheaterbureau

nung zur Rein» chfahrten richtet das Kreisamt Gießen im neuesten Amtsverkün-

bcn Franzosen. Der franz 5 fische P v- lizeivffizier Malade habe c.in"

!. n,/e s5n*d e^r i^hm" das^Auto und I nicht. Diese kleine Gegenüberstellung zeigt aber, mas^'r brauche zur Verfügung daß man bei aller Sicherheitskommissarerei im vollen werde nur ei ne Bescheinigungblinden" Hessen doch noch besser auf dem Posten L ^Dsückerbundes sei nötig. Diese ist, als in dem neunmalschlauen Bayerp. And mnrfxHekxb von den besonnereren Führern ver- weil wir bisher den Finger auf dem richtigen Somit sei der Plan ins Wasser gefallen. Loch der Pfeife gehabt und gut gepfiffen haben, D^reter der Anklage, Staatsanwaltsrat so wollen wir auch weiterhin recht Helle fein Rücket b^tta^e gegen Äau acht Jahre und unsere Elektr-ische eifrig benutzen, auch wenn Zuchthaus, gegen Rullmann sieben, gegen sie uns manchmal wieder ärgert damit sie uns stelle sechs u^ gegen Metzger 6V-Iahre Nicht wiederabgeschraubt und in die Eck ge= IX« «uBct&Äi® die üblichen Neben- stellt" wird.

strafen In der Begründung führt er aus, die An- *

geklagten hätten den Plan vorsätzlich gefaßt Sie Die Reichs-TeueruNgszlffer.

seien sich am 2. März allMmein über ihr Bor- Sie Reichsindexziffer für die Lebenshal-- twr^atteS^Mie als Mitglied des na- tungskosten (Ernährung, Wohnung, Heizung, ttonalen Bundes mit den Franzosen in Beleuchtung, Bekleidung) beläuft sich nach den

$

VoriwNzen.

Tageskalender für SamStag. GesangvereinHeiterkeit": 8 Ahr Konzert in der Aula: GesangvereinSängerkranz"-Berlin. Rundfunkhaus, Löberstrahe: Gesangskonzerte. Lichtspielhaus, Bahnhofstraße:Das Kuhverbot". Astvria-Lichtspiele:Die Magyarenfürstin". Palast-Lichtspiele: Disrnarckfilm.

Wegfall der Sondersteuer vom Gebäudebesih ver­langen, werden in Einzelabstimmungen durch eine Mehrheit, die aus Zentrum, Demokraten, Sozial­demokraten und Kommunisten besteht, abgelehnt Einem weiteren Antrag der Deutschen Dolkspartei auf Steuerstundung für Kleinrentner wird zuge­stimmt und ein Antrag Brauer (Bbd.) auf Steuer­stundung wird der Regierung als Material über­wiesen. Ein Antrag Dlanck, Hofmann und Gen auf Steuerstun düng wird in Aebereinstimmung mtt dem Ausschußantrag, für erledigt erklärt. Der Ausschuhantrag, die Einnahmen in Kap. 10 mit 29 432 000 Mk. und die Ausgabe mit 1 192 000 Mk. zu genehmigen, wird angenommen; ^m^gen stim­men Deutsche Volkspartei, Deutschnationale Botts- Partei und Bauernbund. Ferner wird ein Aus- schuhantrag angenommen, die Regierung zu er­suchen, dem Landtag spätestens bis zum ersten Oktober eine Aebersicht über den Eingang aus Sondersteuern vom Gebäude vorzulegen, um h er«* nach darüber Beschluß fassen zu können, wreweit die Mehreingänge für die Förderung des Woh­nungsbaues verwendet werden formen.

Zu Kap. 7 (Landestheate r), beantragt der Ausschuß die Einnahme mit 852 333 Mk. und die Ausgabe mit 11 137 000 Mk. zu bewilligen.

Abg. Dingeldeh (D. Vp.) meint, daß die Wirtschaftsmethode des Theaters unter dem neuen Intendanten wesentlich anders werden müsse. Dom Theater mühten alle politischen Einflüsse fern ge­halten werden. , , rti . , . ,

Abg. Dr. Büchner (Dem.) hofft, daß durch äußerste Sparsamkeit ein größeres Defizit ver­mieden wird. , t. , _

Abg. Delp (Soz.) schließt sich diesen Worten des Vorredners an.

Abg Frau Ha ttemer (Ztr.) fordert, daß am Verwaltungsapparat und bei Neuinszenie­rungen gespart wird. Der neue Intendant möge mehr Wert auf die innere Ausgestaltung als auf den äußeren Effekt der Aufführungen legen.

digungsblatt an die Ortschaften des Kreises, die sich Versäumnisse nach dieser Richtung haben zu­schulden kommen lassen. In der Bekanntmachung heißt es u. a.: Die Beobachtung, daß In verschie­denen Gemeinden die vo> geschriebene wöchent­lich zweimalige Straße nreinigung äußerst mangelhaft gehandhabt wird, gibt uns Anlaß, die Bürgermeistereien aus die den Anliegern obliegende Reinigungspflicht, sowie auf die Polizeiverordnung vom 8. Januar 1881 und den Artikel 114 des Polizeistrafgesehes aufmerk­sam zu machen und damit den Auftrag zu ver­binden, daß sie die Bevölkerung alSbald nach­drücklichst auf die genaueste Beachtung der vor­erwähnten Vorschriften Hinweisen. Der Rein­haltung der Ort sdurchfahrten und der bebauten freien Strecken der Kreisstrahen wider­spricht auch die in den letzten Jahren geübte Ge­pflogenheit, Küchenspülwasser, Wasch­wasser und selbst Aeberläufe aus Pfuhl- und Hauchegruben und Miststätten aus die Stra­ßen oder in die offenen Gossen der Ortsstraßen und Ortsdurchfahrten laufen zu lassen, zu schütten oder in Rohrleitungen in die Straßengräben zu führen. Die Folge davon ist, daß die Straßen­gräben an vielen Ortsausgängen zu Schmuh- wasservorflutern und Hauchegvuben werden. Das

Leipzig. 28. Juni. In dem Prozeß wegen der Vorkriegszeit. Gegenüber der Vorwoche versuchten Hochverrats und Vergehens gegen das (1,12-Billionenfaches) ist demnach eine Ab-- Sprengstoffgesetz vor dem Staatsgerichtshof zum nähme von 0,9 Prozent zu verzeichnen. Schuhe der Republik In Leipzig ist das Urtext gesprochen worden. Es wurden verurteilt: Bau zu fieben Jahren Zuchthaus und fleben Wietzener Wochenmarktpreise fahren Ehrverlust, Rullmann, Stelle und Metz- am 28. Juni. (Händlerpreise.)

ger zu je sechs Jahren Zuchthaus und je kosteten das Pfund: Butter 160 bis 170,

sechs Fahren Ehrverlust. Matte 30, Käse 60, Wirsing 50, Römifchkohl 15,

In der Degründun g heißt es: Anfang Dohnen80, Spargel 80bis 100, Erbsen 40, Misch­vorigen Jahres herrschte unter den sogenannten gemüse 20, Tomaten 80, Zwiebeln 25, Rhabarber nationalen Verbänden und anderen Gruppen der 15, neue Kartoffeln 20, Kirschen 40 bis 50, deutschen Bevölkerung darin Einigkeit, daß es An- Stachelbeeren 30, Johannisbeeren 50, Erdbeeren fang 1923 zu einer allgemeinen sogenannten natto- no bis 120; das Stück: Eier 12 bis 13, Blumen- nalen Erhebung kommen sollte, um die Republik kohl 80 bis 100, Salat 5 bis 10, Salatgurken zu stürzen. Don München liefen die Fäden zur 70 bis ICO, Ober-Kohlrabi 15 bis 25; das Bund Untergruppe Frankfurt a. M. Den Angeklagten gelbe Rüben 15, Rettich 40; das Päckchen rote Dau, Rullmann und Hielle ging die Sache zu Rüben 20; alte Kartoffeln der Zentner 380 bis 500; der Schoppen Heidelbeeren 35 Pf.

bitc gegeben. Sie kann bei der Verwendung von t Wechselkrediten nicht wesentlich weiter gehen. Die Landwirtschaft bedarf der Reallredite zur Pro­duktionssteigerung und zur Finanzierung der un­mittelbar bevorstehenden Erntearbeiten. Dazu kann die Rentenbank nutzbar gemacht werden, wenn sie nach Annahme des Sachver­ständigengutachtens als Währungs- bankaufgehört hat. Eine schnelle Regelung des Gutachtens wird auch die Möglichkeit geben, der Landwirtschaft ausländische Kredite zu ge­währen.

Dor übertriebenen Erwartungen in dieser Rich­tung müsse gewarnt werden. Der Reichsfinanz­minister hat die Finanzämter wiederholt ange­wiesen, bei der Beitreibung der Steuern möglichst Rücksicht auf die Notlage der Land­wirtschaft zu nehmen. Eine generelle zins­lose Stundung ist nicht möglich, weil sie das ganze Gebäude der Reichs- und Staatsfinanzen erschüttern würde. Die unverhältnismäßig hohe Spanne zwischen Erzeuger- und Kleinhandels­preis wird sich erst nach einer allgemeinen Er­leichterung der WirtschastSlcvge vermindern lassen. Das Mißverhältnis der Preise der landwirtschaft­lichen Produkte zu denen der Produktionsmittel ist auf die Lage der Rvhstof Industrie zurück; u- führen, die unter dem Druck der Micumverträge leidet. Das wird sich erst nach der Annahme des Sachverständigengutachtens ändern lassen. Die Ausfuhr landwirtschaftlicher Produkte wird we­sentlich erleichtert werden. Am die dringend not­wendige intensive Landwirtschaft zu erhalten, wer­den Maßnahmen getroffen, die der heimischen Landwirtschaft Schuh gewähren und ihre Preise möglichst unabhängig von den Schwan­kungen der Weltmarktpreise machen.

Abg. Oberdick (Komm.) wendet sich gegen die Regierungserklärung. Gr verlangt Aufteilung der großen Güter zugunsten der Kleinbauern, Siedler und Landarbeiter.

Aut Vorschlag des Aeltestenrates werden hierauf die einzelnen Anträge an verschiedene Auss chüsse übertot öfen.

Abg. Dietrich (Dem.) fordert den Schuh des Weinbaues durch Wiederherstellung der Zoll­grenze. Die grohe Spanne zwischen Erzeuger­und Konsxmientenpreis sei auch durch die Re- gierungserllärung nicht ausreichend begründet worden. Die Kreditzinsen mühten ermäßigt, die Düngemittel verbilligt werden. Die Demokraten ständen den Zollfragen nicht doktrinär gegen­über.

Abg. Lang (Bayer. Dpt.) beHagt die man­gelnde Rücksichtnahme des Reichsfinanzministers auf die furchtbare Notlage der Landwirtschaft. Die steuerliche Leistungsfähigkeit der Landwirt­schaft fei in der Inflationszeit von der Regie» cung weit überschätzt worden.

Abg. Dr. Behersdörfer (Dahr.Dpt.) schildert die Notlage der Winzer in der Pfalz und verlangt Einschränkung der Einfuhr aus­ländischer Weine.

Abg. Bachmayer (Wirtsch. Vgg.) verlangt ausreichenden Zollschuh schon für die nächste Hrnte.

' Abg. Kunze (D. Soz.) betont, die Land­wirtschaft habe vis zum vorigen Jahre von dem Papierglldschwindel nur Vorteile gehabt. Erst feit der Markstabilisierung müsse sie ihre Infla- ) tivnsgewinne wieder herausgeben. Seit einem ! halben Jahre werde nun der unerhörteste Zins­wucher getrieben. Es sei ein Skandal, dah noch kein Gesetz herausgekommen sei, das jeden an den Galgen bringt, der mehr als 5 Proz. Zinsen nimmt. Redner verlangt die Verstaatlichung des Kreditwesens.

Abg v. Richthofen (Dntl.) ist von der Regierungserklärung nicht befriedigt und Hilt vor allem die Hoffnungen auf das Dawesgutachten für verfehlt.

Abg. Weiden Höfer (Nat.-Soz.) weist die Regierungserklärung als durchaus unbefriedigend zurück.

Damit schließt die Aussprache.

Um 9 Ahr vertagt sich das Haus auf Saikstag.

^2Iuf der Tagesordnung stehen Interpellatio­nen^ und Ayträge über die Notlage dec aus dem beschien Gebiet Ausgewiesenen, außerdem An­träge zur Aufwertungsfrage.

Hessischer Landtag.

^Eigener Bericht unserer Darmstädter Redaktion.) Darmstadt, 27. Juni.

Am Degierungsiisch: Staatspräsident Al­ki ch. sowie die Minister Henrich und R aa b.

Tie Spezialdebatte zum Staats­haushalt 192 4 wird bei Kap.9 und 10 fort­gesetzt. (Anteil aus Reichssteuern usw., Landes­steuern. indirekte Auflagen usw.)

Abg. Dlanck (Zentr.) tritt für S euerstun- dung zu Gunsten der Landwirte und Wein­

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 28. Juni 1924.

Die fahrende Elektrische.

Nun ist sie aus ihrem Dornröschenschlaf auf­geweckt worden, unsere gute Strahenbahn. Gestern tat sie die ersten tastenden Schritte zurück in die Welt des Hastens und Hagens. Mit dem lieben Publikum will sie die Beziehungen aber erst von morgen ab wieder aufnehmen, zunächst will sie sich ihren Weg so zurecht machen, wie es ihr paßt. Das begann gestern damit, dah sie vielen Bäumen, die ihr allzu liebevoll das Gesicht streichen würden, einfach dieFedern" gehörig beschnitt; ganze Wagen voll von diesenFedern" schaffte sie davon, und obendrein lachte sie dazu mit ihrem hellen Glocken klang. Die Sprechstunden für die Allgemeinheit sollen morgen früh be­ginnen; wann sie zu treffen ist, steht heute im Gießener Anzeiger" zu lesen, ob man sie aber auch jedesmal erwischt, oder ob man^ länger als vorgesehen auf sie warten muß, dafür lehnt sie die Verantwortung ab. Sie will geltend machen, | dah derjenige, der so lange wie sie hat schlafen ' müssen, vorerst mal einige Zeit braucht, bis ex wieder recht auf dem Damme ist. Da mach' nun einer was, denn den Vergleich mit dem Verschlafe­nen kann man nicht gut als unzutreffend be­zeichnen, wenigstens für die erste Zeit. Einstwellen steht man da eben machtlos vis-a-vis. Aber eine Gnadenfrist wollen wir gute Menschen, die wir ja sind ihr schon von vornherein ge­währen. Wenn sie diese Zeit allzu lange ausdehnt, machen wir kräftig Spektakel. Jedoch eins der Hauptsachen hat sie uns bis jetzt noch verschwie­gen: sie hat nämlich bislang nicht gesagt, was jetzt die Elle bei ihr kostet. Dem Zuge der Zeit folgend, wird sie natürlich die gute alte Zeit mit dem Nickelzehner nicht wieder aufleben lassen, sie wird halt auch nach Höherem streben. Sie sagt sich jetzt offenbar: Wer meine Preise kennen­lernen will, der mag zu mir kommen und die Probe aufs Gpempel machen, und wer das nicht tun will, der braucht meine Preise nicht zu kennen. Das ist kurz, und präzis ganz große Linie, die nur Phllister krumm nehmen können. Trotz des Sprungs ins Dunkle, zu dem sie uns beim ersten Besuch also zwingt, wollen wir sie aber gern haben, denn schöner ist es doch ge­wiß, bei barbarischer Hitze in ihr zur Liebigs- höhe oder zum Friedhof zu gondeln, als diese Reise beispielsweise vom Bahnhofs- oder Kliniks­viertel, oder von der Stadtmitte aus per pedes zurückzulegen. And wenn wir uns diese Vorstel­lung machen, so können wir uns doch wirklich aufrichtig freuen, daß wir sie nun wieder haben, die liebe Elektrische, und dah es uns nicht so ergangen ist, wie beispielsweise den guten Bürgern der Musenstadt Würzburg. Dort hat eine besonders hochweise Stadtverwaltung in der Inflationszeit dengenialen" Gedanken gehabt, die ganze Strahenbahn auf Abbruch als altes Eisen zu verkaufen. Dieserblendende" Streich, der seinen Arhebern unzweifelhaft das Anrecht auf die Mitgliedschaft in der Schild-- bürgergefellschast sichert, hat den ganzen ©traben- bahnkram glatt weggewaschen, dieser Tage wurde der letzte Mast der Stromleitung umgelegt und fortgeschafft. Ob bei dieserwürdigen" Begeben-

Das Attentat ausd'e Frankfurter Synagoge vor Gericht.

Leipzig, 28. Juni. Dor dem Staatsge­richtshof zum Schuhe der Republik hat in den letzten drei Tagen die Derhandlung gegen folgende Angeklagte begonnen: Adolf Dau, Privatsekre- tär, Kaufmann Willi Rullmann, Wolfgang Hielle, Kaufmann Metzger, sämtlich aus bauern" ein. w I Frankfurt a.. M., wegen "Vorbereitung

Abg. Hahn (D. Vp.) wendet sich ebenfalls zum Hochverrat und Vorbereitung zum Ver­legen die zu hohen Veranlagungen landwictsch. gehen gegen das Sprengstoffgeseh Die Anllage G'mndstücke. Der Redner bespricht dann einzelne vertritt Staatsanwalt Rickert. Der Qlngcftagte ©leuerfragen, u. a. die Kirchensteuer, und weist Bau war Kreisleiter des Blücherbundes in nach, dah jetzt die Ankosten in der Landwirtschaft Frankfurt a. M. Er behauptet, daß die deutsch- gegen die Vorkriegszeit ganz erheblich höher sind, national gesinnten Kreise im Frühjahr 1923 mit ®ie Deutsche Dolkspartei hat deshalb eine Steuer- einer gewaltigen deutschnationalen Erhebung red)» Herabsetzung gefordert, nicht allein für die Land- neten. Er selbst hatte auf Anordnung des Haupt- wirtschast, sondern auch für dieGewerbetreibenden. bundes in München zwei Kompagnien in Frank-

Adg.' Fenchel (Bbd.) zeigt an Einzelbtt- furt organisiert, die auf den ersten Ruf aus

Spielen, wie sehr die Steuern auf der Lanvto.rc- München sofort abrücken konnten. Am 16. Fe-

schaft lasten und verlangt die Herabsetzung der bruar hatte er eine Zusammenkunft mit Rull- Steuern. Wenn von der Regierung Steuerstun- mann und Hielle. Hierbei sei von Rullmann der

düngen zugesagt seien, so tarne doch alles auf die Vorschlag gemacht worden, als Signal zum Los-

Turchsührung bei den Finanzämtern an, die Re- schlagen die Synagogen in Frankfurt, gietung solle besondere Anordnungen hierüber Leipzig und Breslau in die Luft zu erlassen. sprengen. Dieser Vorschlag sei angenommen

Abg. Jost (Bbd.) zeigt, wie die Steuerstaffe- worden.

lunq auf eine Gemeinde wirkt. Bei minder- Zuerst toar der 1. Februar hierfür borge» wertigem Gcm'ind.gelände müßte bei dec Steuer- sehen, da aber noch kern Auto und Spvengmaterial Veranlagung disfere.nziert werden. beschafft waren, wurde beschlossen, das Purim-

Abg. L u r (Soz.) setzt sich mit den Dvrred- fest <u wählen, das auf den 5. Mäch fiel. Am

nern auseinander. Der Preußische Landwirt sei 5. März 1923 sollte die Synagoge in Frankfurt

höbet belastet als der hessische. am Marn, am 6. März morgens die Leipziger

2Nln,isterialdirektvr Schäfer weist in einer und am Mittag die Breslauer Shnaavge in Öle

längeren Erklärung darauf hin, bah bei der Luft gesprengt werden. Die drei Angeklagten

£ teuer ftunbung die Finanzämter an Destim- gelobten sich Treue und setzten ein Schriftstück mungen des Reiches gebunden seien. auf, das ihre Tat verherrlichen sollte und unter-

'Nach weiterer Debatte werden die Kap. 9 und zeichnet war: Die Verfassunggebenden. Mit die- 10 zur Abstimmung gestellt. Die Ausschußanträge I fern Schrlftstück sei Dau nach> München gefahren, -u $tab 9 werden angenommen. Damit ist die um Unter lagen zu holen. Als Dr. Arnold Rüge Mebreinnahme aus Reichssteuern auf 6 Millionen das Schrlftstück als nicht verfassungsmäßig be- und die Gesamtsumme auf 26 474 000 Mk. festgesetzt zeichnete, verbrannte es Dau. Dau und Rull- iind zugleich damit ein sozialdemokratischer An» mann wollten nun den Plan auf eigene Faust