Das Jahr 1924 in seiner Bedeutung für Deutschlands Flugwesen.
Don Hauptmann a, D. Schreiber.
Die deutsche Flugzeugindustrie und ihre schneidigen Flugzeugführer haben in den lehren Monaten viel von sich reden gemacht. Berlin und gar manche Provinzstadt (im Oktober endlich auch Gießen. D. "Red.) hatten ihren Flugtag, ihr Flugturnier. 3et$t. wo es Winter geworden ist. sind die Werbeveranstaltungen auf den Flugplätzen vorüber, und die Arbeit unserer Kon- struLteure und Flugzeugführer wird sich nunmehr aus Grund der gewonnenen Erfahrungen größtenteils unbemerkt in den Werkstätten und Werften abspiclen. 3n treten Wochen, da auch der Ozeanflug u-seres stolzen L. Z. 126 von neuem in stärkstem Maße die öffentliche Aufmerksamkeit auf die Luftfahrt lenkte und die treffliche Besatzung in fremden Landen eindrucksvolles Zeugnis von deutschem Wagemut und deutscher Leistungsfähigke t ablegte, erscheint es geboten, einmal zurückzublicken und die Entwicklung unseres Flugwesens im jetzt abgelaufenen 3ahre zu betrachten.
Lkm Deutschlands Leistungen auf diesem,Gebiete voll und ganz würdigen zu können, müssen zunächst zwei dem Eingeweihten bekannte Tatsachen erneut hervvrgeyoben werden: trotz der uns ausgezwungenen Knebelungen und gewaltigen Einschränkungen durch das bis zum Mai 1922 in Kraft gewesene „Dauverbor" und der seitdem geltenden harten „Begriffsbestimmungen' des londoner Llltimatums und trotz unserer allgemeinen wirtschaftlichen Verarmung konnten wir mit dem ausländ schen Flugzeugbau, was erstklassige Aussührung anlangt, nicht nur Schritt falten, sondern haben ihm sogar hier und da wichtige Aeuerungen i orge zc ichn t. Do - bildliche reindeutsche Merkmale sind Berwenvung bidpioll erter. vei-span ungslvser und irci.ragender Füget, Aeuzüchtung des Eindeckerthps für Derkehrsslugzeuge. sowie Fort ch ute im Ganzmetallbau. Die Prinzipien der neuesten aerodynamischen Forschungen wurden überdies bei der Fortbildung unserer Flugzeuge in weitestgehendem Maße berücksichtigt. Zum anderen müht sich das Ausland bei gewissen Erzeugnissen heute noch immer vergebens ab. unserer musterglücigen Arbeit Ebenbürtiges an die Seite zu setzen. Es hat beispielsweise unseren Starr- luftschiftbau trotz vieler, mit den ausgiebigsten Mitteln und Kniffen unternommener, nun schon über ein Jahrzehnt dauernder Versuche nicht nachzuahmen vermocht.
So drüdend und hemmend das „Bauverbot" für unsere schwer ringende Luftfahrt-Industrie auch war, so lähmend die lediglich aus Haß und Angst geborenen „Begriffsbestimmungen" bleiben, cm Gutes haben sie mitsamt der einst an unserem Volke begangenen Schmach, das ganze wertvolle Gerat unserer Herresfliegerei restlos in Trümmer zu schlagen, doch gehabt: unsere bewährte Industrie wurde gezwungen, wieder von vorn anzufangen und aufzubauen, während das Ausland, vornehmlich aber unsere ehemaligen Gegner, fein Kriegsmaterial erst aufbrauchen mußte. Durch den Versuch mehr oder minder starker und gelungener Umbauten, die vo.Hande- nen Flugzeuge den eig ntlichen Friedenszwede.'r anzupalsen, sand es lange Jahre hindurch nicht den richtigen, geraden Weg zum Verkehrs-Flugzeugbau und kam so ins Hintertreffen. Deutschland hingegen erbrachte durch seine Erzeugnisse einwandfrei den Beweis, daß dir beabsichtigten Dernichtungsbestrebungen genau das Gegenteil von dem bewirkt haben, was f e bezwecken sollten Es gelang uns, mit geringen Mitteln und schwachen Kräften durch denkbar angestrengteste Arbeit in engem Zusammengehen von Wissenschaft und Praxis anerkannte Meisterleistungen auch bei ausiä d schen W.ttbcwerben zu erreichen, so daß wir gegenwärtig und ooraussichttich auch für die Zukunft, so seltsam es klingen mag, der Lehrmeister der ganzen Weit in der Lustjahrzeugtechnik sind.
Lassen wir nun einmal die namhaftesten und bekanntesten Firmen unserer Flugzeugindustrie Revue passieren! Während eine Reihe der einst so stattlichen Zahl infolge der durch das Gebot von Versailles auferlegten Fesseln ihre Betriebe ganz ein stellen muhe, oder sich auf andere Erzeugnisse umstellte, konnte sich ein Stamm alter Werften weiter erhalten und durch Reuschöpfungen von Sport-, Reise- und Derlehrsmafchi -,ea ihren ausge eich eien Ruf sichern. D esen Unternehmungen haben sich einige neugegründete Gesellschaften zugesellt, die unter Leitung und Mitarbeit zielbewuh.er Fachleute nicht minder gute Konstruktionen schufen.
So hat die bewährte Albatros-Werke A.-G.. Berlin-Johannisthal, die saft zwei Jahre still lag, zweisitzige Klein- und Sportflug-euge herauckgebracht und an dem Dau aussichtsreicher Schulmaschinen emsig weitergearbeitet. Auch wurden ihre Verkehrsflugzeuge mit 200 bis 300 P S. starkem Motor, die Platz für acht Personen bieten, verbessert.
Die Caspar-Werke. Travemünde, stellen ein zwe s.tziges Leichtflugzeug Typ E. 17 her. 3n diesen verspannungslofen T efb.der ist ein 20 bis 30 P.S. starker englischer Motor eingebaut
Bei der Daimler-Motoren- Gesellschaft. Wert' Sindelfingen, wurde 1919 das Leichtslugre-g L. 15 durch Regierungsbarmeister Klemm nach Gesichtspunkten, d e sich jetzt durch unsere Segelsl.g,orschungen als durchaus richtig erwiesen haben, entworfen und gebaut 3m 3ahre 1923 bereits und besonders Anfang 1924 führte Dip om-Ingenieur Schrenk nach Einbau eines schwachpscrd.gen Fahrvadmowrs mehrere wohlgelungene F.üge aus, darunter am 15. März 1924 den ersten Zweisiher-^leberlandflug der Welt auf einem Leichtflugzeug von S, Mf ngen bei Stuttgart nach Deitsheirn an der Bergstraße. Die Entfernung, die 120 Kilometer beträgt, wurde in lJ/2 Stunden bewältigt und dabei eine Höhe von 1100 Meter erreicht.
Die erst vor wenigen Jahren gegründete Dietrich Gobiet-Flugzeugwerke A. G, Kassel (deren Flugzeugtyv bJm Fiugiag in Gießen geflogen wurde. D. Red.f. hat neben der Durch.onstruttion neuer Schulmaschmen an der weiteren Vervollkommnung Ore- •?? ? deckers D. P. Ha gearbeitet. D ese*> >n und Äeisezwede gedachte Flugzeug bef < seinem 7ö-PL-.-2"Ätzl"<der°Slemen---Ete. n motor glänzende Flugeigenschaften und wc ' , ar 7,2 Meter Spannweite auf. Es ist nur für zwei
Personen — Führer und Fluggast — mngerichtet Die Leistungen d.eser dem Fo.ker-Thp ahne.nden Maschinen traten bei den im vergangenen ^ayre stattgejundenen flu^spor lichen Veransta.tungen und Heberlanbfliigen immer wieder m ben Vordergrund. _
Dornier, der als Mitarbetter des „Zep- pelin-Lustschsfbaues" schon lange als eme der ersten Größen gilt, hat in seiner eigenen Werft Dornier-Metallbauten G. m. o. H. Friedrichshasen am Bodensee, und im ausländischen Lizenzbau e ne Reihe erstklassiger Wascht- nen hergestellt, u. a. den für den Aachtflugver- kehr eingerichteten neuen Typ des ,.Selb Din , das Dornier-Metall Flugboot ..Libelle", Wasserflugzeug für Sport- und Schulzwecke mit 6) P.S. Siemens, sowie das leistungssähigste Großflugzeug ..Wal" mit zwei 330 P.S. starken Rolls- Royce und den „Komet", ebenfalls ein Etndecl^, der mit 185-P.5.-D. M. W.-Mvtor als Landflugzeug für die Beförderung von sechs Fluggästen Platz gewährt und durch seinen Ganzmetallbau und Hervorvagende Fiuglcistungen gelegentlich der Berlin—London-Flüge noch kürzlich in aller Welt Aufmerksamkeit erregte.
Die nach Kriegsende ins Leben gerufenen Ernst HeinkelFlugzeugwerke, Warnemünde. haben ein Spezialflugzeug für zwei Personen in Anlehnung an d e vorjähr ge Sieger- maschine bei der Internationalen Luftfahrtausstellung in ©oteburg fertiggeftellL Es ist dies ein Tiefdeder mit 75/80- P.5.-Siemens-Stern- motor. Die Flächen sind einseitig nach oben abgestrebt und nach hinten klappbar. Als Reuschöpfung liegt em Doppeldecker mit 100 bzw. 120- P.S.-Mercedesmotor vor. der in letzter Zeit berechtigtes Aufsehen erregte. Diese ersten Maschinen verdanken ihre Entstehung und sachgemäßen Aufbau vornehmlich den Erfahrungen Emst Heinkels. der emft Direktor der Hansa- Brandenburgischen Flugzeugwerke war.
Endlich wäre noch die in Breslau befindliche Stahlwerk Mark A.-G au erwähnen, die den Serienbau eines ein- und zweisitzigen Kleinflugzeuges, freitragender, veisoannungs- loser Hockdecker mit 30- bzw. 50-P.S-Haacke- Motor und nach hinten zusammenklappbaren F ü- geln betreibt. Durch d e Flagerfolge seiner Sport- eindeder ist das Werk in den weitesten Kreisen bekannt geworden' es fei hier nur die durch den damaligen Marlp lo en Raab ausgeführte Landung Unter den Linden angeführt.
Der Rohrbach-Metallflugzeugbau, Berlin und Kopenhagen, weist mit seinem bekannten Riesenflugboot Rv!I völlig neue Wege für die Vergrößerung unserer Flugzeuge.
Die .Udet-Maschmen haben gerade 1924 wieder beachtenswerte Leistungen gezeigt und damit den Erfolgen, welche die lldet-Flugzeug- b a u G. m. b. H, Mü iche i-Ramer.dorf, mit ihren Flugzeugen unter Führung des kampferprobten Jagdfliegers und Meisters Übet schon bislang erzielte, noch weitere hinzugesügt. Seine am 29. August kurz vor Schluß des diesjährigen Rhön-Segelpslug-Wettbewerbs auf- gefteLte Welthöchstleistung auf dem Leichtmo oi- fli gzeug „Kolibri" von 4 Stunden und 40 M n. dürfte noch in aller Gedächtnis sein. Der Typ „Kolibri" ist ein einsitziger Eindecker in erstklassiger Verarbeitung, der bei einer Spannweite von 10 Meter und einer Länge von 5,5 Meter nur einen Flächeninhalt von 12,5 Quadratmeter hat und in den der englische Fahrvadmotor Douglas mit 753 Kubikzentime.er Zyli.iderinhalt eingebaut ist. llldei erre chte auf feiner Sieger» maschine eine Höchstgeschwindigkeit von 110 bis 120 Kilometer bei einem Brennstoffverbrauch von etwa 6 Liter in der Stunde. Sodann bringt seine Gesellschaft als Schul- und Gebrauchsflugzeug einen fre tragenden Tiefdecker (Doppelsitzer) mit 55-P.8.-Si einens-Motor heraus. A s diesem nahm der bewährte Führer außer Konkurrenz an der Eoppa 3ta(ia, dem bedeutendsten italienischen Flugzeugrennen, teil und siegte überlegen. Mit Ädet-Lanus nen (100-P.8.-Siemens) wi.d feit Anfang des es Jahres In Mexiko—Südamerika eine schwierige Linie beflogen, während sie in Deutschland im Luftverkehr Hamburg—Hannover und Bremen—Hannover Fluggäste und Post an die internationale Fluglinie Berlin- London beranbringen.
Ein anderes, ebenfalls in fernsten Ländern von Erfolg zu Erfolg eilendes deutsches Unternehmen, das bisher wohl mit am schöpferischsten auf diesem Gebiete war, sind die Junckers- Werke in Dessau, die neben ihren ausgezeichneten Metall-Dertehrslimusinen als neueres Erzeugnis ein Kleinflugzeug schufen, einen Metall- einbeder mit einem 75 P.S. starken Siemens- Sternmotor, der einen Führer und zzwei Fluggäste trägt und trotz seines gedrungenen Aufbaues mit nur 11 Meter Flügel-Spannweite eine leicht besteigbare Kabine aufweist.
Turnen, Sport und Spiel. Deutsch-französisches Fußballspiel iti Ma nz.
Mainz, 25. Dez. (Wolsf.) Bei dem heutigen Spiel des Fußballklubs Mainz 1 905 gegen Club Athletik de Paris gewann Mainz mit 6; 2.
<Srfolgftatistik
der deutschen Schwimmvereine.
.Unter den deutschen Schwimmvereinen steht dcr Hellas (Magdeburg) im abgelaufenen Sporljahr mit 165 Siegen toicuer weitaus an der Spitze. Erft in größerem Abstand mit 110 Siegen folgt Rhenus (Köln). Durch Poseidon belegt Köln mit 80 ©legen auch den dritten Platz vor Magdeburg 96, das mit 70 Siegen an vierter Stelle steht. Dann kommt der erste Berliner Verein der S. S. E. 1889 mit 58 Siegen, gefolgt von Stern 'Leipzig) mit 50 Siegen. 3n der Skala der Vereine nut 40 bis 50 Erfolgen finden wir den Reuen Schwimmverein (Breslau), Jungdeutschland I (Darmstadt) und den Schwimmverem Göppingen s 30 bis 40 ©iege haben errungen Poseidon (Berlin >, Ruhrort 09. Borussia^Silesia «Breslau)
Poseidon Gelsenkirchen), Union . u . <znen 96. Vereinigte Wastersreunde 'randawwt^glitz. unh o:ern (Hamburg). Die ; i-’ .l 50 ^iegc bilden der A. ©. V (Dres-
i rJ1. - ■-■'"'"^1' C V. A. B. T. © (Bremen), ' r e lMi hei imf TTüar (Heidelb^g) 20 bije
den
Sportlern.
25 Siege haben errungen S. V. Mannheim, ©p. Vg. Fürth, Berliner ©. D. 1878, Spandauer S. C.
Die 10 größten Turnvereine.
Rach der letzten Destandeserhebung der D. T.
6994 Angehörige, Berliner Turnerschaft 6905, Turnerschaft von 1816 Hamburg 4251, Turn verein Vorwärts Breslau 3615, Turnverein 184 Nürnberg 3350, Allgemeiner- Turnverein Dresden 3257, Turnverein Eintracht Dortmund 3089. Tumerbund Ulm 2954. Turnclub Hannover 2901. Turngcmeinde in Berlin 2850. Weitere 22 Vereine haben mehr als 2000 Vereinsangehorige. Die Tabelle zeigt eine Reihe interessanter Einzer- heiten. So hat z. B. der Männerturnverem München die Berliner Turnerschaft, die wohl länger als 25 Jahre als größter deutscher Turnverein an der Spitze stand, davon verdrängt, und zwar, wie sich aus einer Zusammenstellung der einzelnen Abteilungen ergibt, hauptsächlich dadurch, daß die Münchener über 1000 Frauen mehr m ihren Reihen haben. Eine gute Entwicklung hat der Turnverein Vorwärts Breslau genommen, der von der zehnten Stelle unter den großen Vereinen aus die vierte oorgerüdt ist. Ganz neu erscheint in vorderer Reihe der Turnverein 1846 Nürnberg. Auch der Allgemeine Turnverein Dresden und der Turnclub Hannover sind vor- gerüdt. während Turngemeinde Eintracht Frankfurt a. M. Turnverein Fürth. MTV. 1860 und andere an Mitgliedern jurüdgegangen sind, mehrere davon durch die Scheidung von
Weihnachtsfeiern.
Im Gießener Knabenhort.
Zum ersten Male seit der Beendigung des Weltkrieges konnte der hiesige städtische.^uaben- hort seinen Zöglingen wieder eine Weihaachts- bescherung mit deutschem Gelde Herrichten. Mit herzlichen Worten des Dankes wurde bei der Feier nochmals des Deutschamerikaners, des Herrn Georg Lampus, gedacht, dessen Spenden in den verflossenen Jahren allein diele Christbescherungen möglich machten. Ebenso innig wurde aber auch denen gedankt, die die diesjährige Bescherung ermöglichten, vor allem der Stadtverwaltung Gießen und bent Fabrikanten Harries. die namhafte Betrage zur De- schidung der Gabentische gestiftet hatten. Prächtige Lichtbilder aus Jesu Leben — umrahmt von Liedern und kleinen Vortragen — verschönerten die Feier, die eine besondere Weihe erhielt durch die musikalischen Darbietungen des Herrn M o m b e r g e r, der seine Kunst wieder bereitwilligst in den Dienst der guten Sache stellte. Mögen die Kinderhorte auch in Zukunft Gönner und Freunde finden, die ihr die Daseins- bedingungen ermöglichen und erleichtern!
Turnverein von 1846.
Die Weihnachtsfeier, die am Montagabend die Schüler mit ihren Angehörigen und Turw- freunden in der Turnhalle vereinte, nahm — so berichtet man uns — einen recht schönen Verlauf. Die Vorführungsfolge wurde allein von den Schülern — Jungen und Mädeln — bestritten. Ihre Vorführungen fanden lebhaften Beifall bei den zahlreich erschienenen Zuschauern. Bewiesen zunächst die turnerischen Vorführungen, daß auf dem eigentlichen Gebiet der D. T. Tüchtige- in den Abteilungen geleistet wird, so zeigte aber auch das reizende Weihnachlsspiel der Mädel, daß nicht nur der Körperpflege, sondern auch der Pflege deS Geistes im Turnverein die Beachtung geschenkt wird, die ihr zukommt. Der schöne Abend dürste den Eltern gezeigt haben, daß ihre Kinder im Turnverein gut aufgehoben sind, daß diese sich dort auch wohl fühlen, sah man ihnen an den freudig glänzenden Augen an. Ein Jugendquartett verschönte die Feier durch wohlgelungene Konzertstücke.
Kreis Büdingen.
)( Edartsborn, 24. D?z. Einen schönen Abend durfte die Gemeinde am Sonntag erleben. Unser verdienstvoller Lehrer Carl hatte sich die Mühe gemacht, mit feinen Kindern verschiedene Weihnachtsmärchen einzuüben, die unter seiner Geltung recht wirkungsvoll von den (leinen Schauspielern zur Darstellung gebracht wurden und den verdienten Beifall der ganzen Gemeinde ernteten. Der Ertrag des Abends betrug über 100 Mark und sott zur Anschaffung eines Lichtbilderapparates verwandt werden.
Aus der Provinz.
Lktnskreis Gießen.
ll. Collar, 27. Dez. Am zweiten Weih- nachtsferertag begingen bie Eheleute Johannes Kutfch und Frau Katharina, geb Schmidt, das seltene Fest der g o I b e n e n 5S o cb- 8eit. J
l. Hungen 23 Dez. Aus den jüngsten Gemetnderatssttzungen ist zu bergen Das Gesuch der Deutsch-Amerikanischen Petro- leumgesettschast, Frankfurt a. M., um Genehmigung einer D a p o l i n p u m p e n a n 1 a g e und Errichtung eines Benzintanks f in bet mit emtgen Vorbehalten die Zustimmung des Ge° mcmderats. Zwei Gesuche um Überlassung von Bauplätzen werden genehmigt, und der Preis der Lage des Platzes entsprechend auf 1 80 Mk und 2 Mk- je Quadratmeter festgesetzt. An brc @dc der Gießener und Bahnhofstraße soll ein Zlusullschacht Sur Abnahme der Tagewasser hergestellt werden. Die Giefe» rung des D r u ch st e i n m a t e r i a l s zur Chaussierung verschiedener Feld - Wege wird dem Wenigstnehmenden übertragen Verschiedene ° h n u n g s g e s u ch e konnte mangels geeigneter Wohnungen zur Zeit keine Erledigung finden. ne
Kreis Friedberg.
* Friedberg, 24. Dez. Der hessische Anzeiger" berichtet: In ihrer "lemen Vollversammlung ernannte die Handes- kammer Friedberg für die Kreise Friä- berg, Budmgen uni) Schotten in dankbarer Anerkennung der großen Verdienste, die sich ihr Dorsltzender Herr Kommerzienrat H.§ Langsdorf (Friedberg), der seit Bestefan der Kammer Mitglied und seit dem Sp r1912 erster Vorsitzender ist. erworben ha^di^ sen emstnmmg zum Ehrenvorsitzenden.
Streik Schotten.
Ä r eh hVb abJftnH?5 Bäckermeister
»JLLeJ- P beschäftigier Bäckergeselle hr nebenfai tu den verschiedensten Rachba^rA
IMS
Backwaren verkaufte und btc Bezahlung ent* gegennahm, machte sich durch große Einkäufe in Niddaer Geschäften verdächtig. Da er den rechtmäßigen Erwerb des Geldes nicht glaubwürdig nachzuweisen wußte, und sich beim Verhör verschiedentlich in Widersprüche verwickelte, wurde er verhaftet und ta das Amtsgerichtsgefängnis zu Schotten über- führt.
Eichelsach sen, 24. Dez. 3n den letzter Wochen tritt unter den Kindern stark der Keuchhusten auf. Er verläuft im allgemeinen gutartig.
Kreis Büdingen.
)( Orten 6 e r g, 24. Dez. Für dieD e u t s ch e Opferwoche gingen in unserer Gemeinde durch Verkauf von Wohlfahrtsmarken durch die Konfirmandinnen 70 Mü ein.
)( Ortenberg, 24. Dez. Einen wundervollen Weihnachtsabend bereiteten schon im voraus die SchulkinderderGemeinde durch die Aufführung des ^deutschen Weihnachtsspiels für Kinder" von Lina H i l g e r am Abend des 4. Advents in unserer Kirche. 3n sinnigen Zwiegesprächen und Gesängen, bekannten und unbekannten Weihnachtsliedern, in Engelreigen, Hirtenszenen und der Anbetung der drei Könige zog die ganze Weihnachtsg^schichte in kindlichem Spiel an den Augen der Gemeinde vorüber. Ohne jeden Fehler verlief dank der trefflichen Äw Übung durch Lehrer Roh das weihevolle Spiel. Die nachhaltige Wirkung wurde noch erhöht durch eine sich den einzelnen Szenen geschictt anpassendr Beleuchtung, verschiedene Gesänge der Gemeinde und zwei schön zum Vortrag kommende Weih- nachtschöre deS Gesangvereins ,Froh- f i n n", sowie durch stimmungsvolle Orgeloov- träge. Das einleitende Wort, das zugleich, um den Eindruck am Schluß nicht abzuschwächen, Dankeswort war, sprach der Ortsgeistliche. Sine Sammlung am Schluß, die nach Abzug der Unkosten zur Hälfte der Schule und zur andern Hälfte einem kirchlichen Zweck zukommt. ergab 61,58 Mk. Nachmittags fand in der Kirche die W e i h n a ch t s b e f ch e r u n g der Kleinkind e r s ch u l e statt. Es war eine Freude, die strahlenden Augen der Kleinen zu beobachten, ihren Sprüchlein und Liedlcin zu lauschen, die sie unter der Leitung der lieben Tante Emma aufsagten. Zum Schluß erschienen drei Zwerge, leerten ihre Säcklein aus und konnten jedes Kind mit Gebäck, Schürzen und sonstigen nützlichen Sachen beschenken.
)( Usenborn, 24. Dez. Ein schönes Weihnachtsgeschenk erhieft die hiesige evang. Gemeinde in Gestalt von drei Glocken. Di.se trafen am Samstag in Hirzenha n ein, wurdcn auf zwei vie spann g b.'fpannten Wagen, bie mit Gewinden schon geschmückt wurm, am Montag abgcholt und am Umgang unseres Do^.s, wo der Ortsgeistliche eine D.grüßungsansprach > hielt, von der Gemeinde in Empfang genommen, im Festzuge unter Dorantr.ft mehrerer Sp hen- reiter in feierlichem F stzug in die Kirche gebracht und vor dem 2Ltar aufgeftcllt. Hier h cü Pfarrer Werner eine Ansprache und wechtc die Glocken feierlichst ein. Nach deren Anbringung im Turm sollen sie am 1. Feiertag nachmittag durch einen entsprechenden Gottesd cnst in Gebrauch genommen werden. $>ie Glocken wiegen ungefähr 14 Zentner, zwei derselben stiftete die Zivilgemeinde, für die dritte brachten die ©emembeglLöer durch eine freiwillige Sammlung 500 Mk. auf. Auch die Gemeinde Gelnhaar beabsichtigt, wie wir hören, durch dieses Be.spiel angeregt, d.e Anschaffung neuer Glocken, so daß dann fast alle Gemeinden in unserer Gegend wieder ihr volles Geläut h^ben.
△ Wippenbach, 22. Dez. Die hiesige S chu 1 st e 11 e besteht nun über 200 Jahre Vor der Errichtung derselben muhten die schulpflichtigen Kinder diejenige in dem benachbarten Selters besuchen. Das Konsistorium zu Hanau gab der Gemeinde die Erlaubnis, eine eigene Schule al gründen und einen Lehrer anzustellen. Der erst« Lehrer, ein lediger Mann, Schneider seines Berufes, hieß Johannes Demges und stammte aus Frischbom bei Lauterbach. Die Schule wurde am 9. Januar 1721 im Hause des Waigand Veller mit 13 Kindern eröffnet. Der Schullohn betrag von jedem Kinde: 1 Achtel Korn, 15 Albus in Geld und 3 Gulden Zuschuß aus der Gemeindr- kasse. Jeder der 8 Nachbarn hatte einen Laib Brot zu liefern.
Kreis Wetzlar.
4 Hohensolms, 24. Dez. 3m hiesiger Schlosse, in dem Se. Durchlaucht der Fürst vvi Solms-Hohensolms-Lich der ch r i st d e u t s ch en 3 u g e n b eine Anzahl Räume als Bundesheim zur Verfügung gestellt hat. werden in diesem Winter Volkshochschullehrgängc für junge Leute vom Lande abgehaltev Der erste Lehrgang für junge Mädchen fand vow 16. November bis 17. Dezember statt. Es nahmev 26 Mädel aus dem Solmser- und Hinterland daran teU, die im Schlosse wohnten und so in Hau-« arbeit und Geistesarbeit, in Ernst und Freude den ständigen Bewohnern des Heimes lebten. Dir Leitung der Schule liegt in den Händen des Pfav rers Petr i°HohenfolmS. der zusammen mit Lehrern und Pfarrern von Hohensolms und ihn- gegenb und mit dem Burgwart der christdeutschen Jugend die Unterrichtsstunden erteilt Da6 Ziel der Schule ist, junge Menschen vom Can* in baS Verständnis der Gegenwart einzu'ühre» Durch die Lehrgänge sollen sie gerüstet werden fir die Mitarbeit an den Aufgaben in Volk und Staat, Kirche und Gemeinde, und besonders auf de» Wege Aur Charakterbildung und Vertiefung btf christlichen Glaubenslebens fördern. Anfang Jiv nuar beginnt ein zweiter Lehrgang für Bursch«
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Die Umsatz zu emähigen. 3' dieser bezüglich Mabe zu begunfti in Wirklichkeit ei tätsware, ist zu I
Für die De eine Aeuveranla der letzten Derc heilen beseitigt, Verluste berücksich für die Umlegun stellt.
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