Einzelbild herunterladen

mh^ef

Wanderung durch die Well nicht Der rrt In Oesterreich werden sogar in der heiligen Nacht die Türen tocil geöffnet, damit das ÄinMdn auf seiner Reise überall einen Zugang fände und sich ausruhen könne, wenn es ermüdet sei. Auch die Tiere bringen an diesem 215 ?nb dem Erlösen tf>re Verehrung dar, wie es Ochs und Eselein in der Stunde der Geburt taten. Daher wird er­zählt. daß man am W vchnachtsabend, wenn man in einen Ochsenßall sieht, man dort beobachten kann, daß die Ochsen niederknien, wie sie es im Ctali zu D.thlehem g tan. 3a. das D eh toll sogar m dieser 2lacht die Gabe des Sprechen« erhalten, während andcrorts die Sage g'h', daß in dieser heiligen segensreichen Stunde sich das Wasser der Brunnen und Quellen in Wein ver­wandelt.

Die Veröffentlichung von Dostojewskis

Heber den Nachlaß Dostojewskis war bis­her nur unsichere Kunde ;u uns gedrungen und bei den wirren Verhältnissen in Rußland erschien eS schwierig, diesen umfangreichen Schatz, der bei der überragenden Bedeutung dieses Dichters für die moderne Literatur von höchstem Werte ist, zu heben. Nunmehr ist es der Tatkraft eines deutschen Ver­lages gelungen, sich das allernige Ve r- laasrecht an dem gesamten Doswiewski- Nachlaß für alle Sprachen zu sichln. Es ist das der bekannte Münchner Verlag R. Piper & C o., der seine große 2lusgab-e der Teerte beö Russen durch die Veröffentlichung der a^sam^n literarischen HinterlasseMchast ver­vollständigen wird. Die deutsche Ausgabe er­scheint zuerst und umfaßt ettoa 16 ^^^e. Die ersten beiden Bände erscheinen m diesen

Ost-Reich, d. i. Oesterreich, haben selbst un­säglich viel zu tun, um sich wider die Vertrags­brüchige Vergewaltigung des Feindes zu weh­ren und sie haben zum mindesten, nach alter übler deutscher Art ebensoviel zu tun, um sich parteilich im Innern auSeinanderzuseyen, daß nur eine Minderzahl auf den Schrei der um Leben und Gut ringenden Volksgenossen außerhalb des engeren Vaterlandes hört.

Spürt das deutsche Volk noch immer nicht, daß der Krieg, die Fortsetzung des Krieges nach Clernenceau, um seine völlige Ausplün­derung, um Verdrängung aus unserem deut­schen Land, und um feine Entdeutschung geht? Daß die Unterjochung und Entrechtung uni) Beraubung der deutschen Minderheiten nur die Flankenangriffe darstellen, die den Durchbruch ins Zentrum, den Stoß in das Herz des Deutschtums vorbereiten und unter­stützen sollen? Mancher Deutsche beruhigt sich über das Schicksal des Deutschen im Aus­lande:Mir geht S schlecht, ihm geht s mate­riell vielleicht sogar besser oder auch schlecht wie kann ich ihm helfen?" Du kannst, d u mußt ihm sogar helfen wenn du dir selbst helfen willst.2Id>, was kann ich tun? ES ist ja viel zu gering I Aus dem Geringen wird allemal das Große; wenn viele auch nur ihr Geringstes tun, so wird daraus schon, ohne lleberanftrengung für den einzelnen ein Großes.

Die Vorgänge der Welt wirtschaftlich, politisch, religiös vollziehen sich tote eine Integrierung.3a, aber waS soll ich denn tun?" Nicht bloß deinen Pfennig bergeben und dich damit deiner Pflicht für ledig halten. Sondern dein Herz den Volksgenossen im Ausland geben. Deine Vaterlandsliebe zu einer glühenden Sehnsucht nach der deutschen Nation emporbrennen lassen. Mnb toenn dein Herz still und stumm geworden ist unter den Sorgen der Verarmung, unter den Schlägen täglich neuer Demütigungen so vergiß nicht: Du rettest dich selbst, wenn du den be­drängten Volksgenossen in der Fremde die Hand reichst und von deinem Herzen gibst; du hast dein eigenes Korn, wenn du sein Korn kaufst; du stützest deinen eigenen Kredit, wenn du ihm leihst, was du entbehren kannst. Sein Recht ist das Recht auf Deutschsein. Wohlan, das ist ja auch der Ruf der Deutschen innerhalb des Deutschen Reiches: keine Frohnde, keine Bevormundung keine Entman­nung, sondern Deutsch sein und bleiben.

Ausländsdeutsche und Btnnendeutsche sie kämpfen und ringen um ihr Deutschtum, ilnfere Waffen? Der Degen Friedrich des Großen ist zerbrochen aber der Frtdericia- nische Geist, der Geist schärfster Skepsis und höchster Aktivität der lebt. Gr rät uns, in dieser neuen Aera der Völkerbeglückung auch das spärlicheGlück" zu beanspruchen, das uns sogar die Diktate von Versailles und St. Ger­main en Laye und die Minderheitsverträge gelassen haben das bißchen Recht, das sie uns zubilligen. Die deutschen Minderheiten ftubteren mit Eifer die Minderheitsverträge, jeder Deutsche sollte die Verträge von Ver­sailles und St. Germain studieren, damit wir uns über unsere Rechte klar werden und uns entschlossen mit allen Mitteln der Rechtsuchenden in Gefahr, auf den Boden un­serer Rechte stellen. Lassen wir das Zagen und Zaudern untereinander. Ein verarmtes, ein hungerndes Volk, ein enttechtetes. von feinem Land verjagtes Volk, ein täglich neu gedemütigteS Voll dabei ein Volk von 100 Millionen die 100 Millionen sollten sich unter solchen Hammerschlägen nicht zu. sammenschweihen? Wenn solch ein Voll nach einer 1000jährigen heroischen Geschich'e. nach den Taten seiner Toten und unter den Leiden der Lebenden, nach seinem Recht schreit und darum ringt wer wird eS roaaen. eS ihm auf die Dauer vorzuenthalten?

König oder Diktator?

Don unserem römischen ll-Korrespondenten.

R 0 m, 20. Dez.

DaS Ereignis: Mussolini unterstellt sich dem König. Der Diktator anerkennt eine Autorität über sichl Die Alleinherrschaft des Faszismus ist gebrochen.

Ein Bruch also in der saszistischen Lebens­linie. ein völliger, die theoretischen wie die tat­sächlichen Säulen der Bewegung umftürzender Hrnschwung. Hm zu begreifen, wie es dazu kom­men konnte, muß man sich die dritte Niederlage des Faszismus. die dritte im Tkrlauf eines halben IahreS, in ihren ganzen zerrüttenden Auswirkungen vor Augen halten. Die erste, durch die Ermordung Matle 0 ttis gekenn­zeichnete. hatte das Ausscheiden der vereinigten Oppos.tion aus dem Parlament zur F Igc. Die zwe.te, am 4. November, brachte als F' ge der saszistischen Angriffe auf die Front­kämpfer die Entfremdung zw sch n beiden nationalen Lagern und ließ eine Oppos tion sogar innerhalb des Rump Parlaments entstehen. D c dritte entstand aus den Enthüllungen im Prozeß Dalbo und riß einen groß n Teil des Senats aut die Linke. Denn drS war kein Prozeß mehr im alltäglichen C nne. das war nur das Präludium zu dem großen Prozeß gegen das Regime, den die Oppos tion mit allen Mitteln bctreBl. Und wiederum, w.e nun schon der Duce vom Pech verfolgt wird, war es einer seiner besten Freunde und Mitarbeiter der ersten Stunde, der ihm die böse Suppe einbrockte.General" Dalbo, ja, Generalissimus der saszistischen Armee, wenn auch in der regulär n nur 5 s zum Leutnant vorgerückt, w lche fprungh ,ste Earric re seinen Gegnern zum ersten Sprungbrett wurde, beging die HnvorsichtigleU, ein antifasztsttsches Dlatt. dieBoce repuol.cana". w gen Bele di- gung und Verleumdung es ftanb Ite sich wi der einmal um eine pollttsche Dluttat ein-uklag n. Aber das Dlatt trat nicht nur mit Erfolg den Wahrheitsbeweis an und mußte infolge­dessen freigefprochen werden, es kamen bei dieser Gelegenheit auch Dinge an den Tag. b.e Mussolini veranlaßten, die Demission Dal­bos sofort anzunchmen.

Es ergab sich nämlich folgendes. 3n einem Lande, das Anspruch daraus erh bt. mit an der Spitze der Zivilisation zu marschieren und sich ener pur tauschen, euer reinigenden 2legicrung rühmte, konnte es geschehen, daß seitens höchster Stellen bürget wegen ihres politi­schen Glaubens verfolgt, in die Acht getan und bis aufs Dlut gepein gl wurden. General.ssimus Dalbo, bamaÖ noch einer der Männer des Quadrumv rats, das den M irsch aus Rom leitete, schrieb m t eigener Hand den Befehl aus, wobei er ausdrücklich aus die Regierung Bezug nahm und mit dem geflügelt gewordenen Worte schloß:Wer von Rom aus schreibt, weiß, was er sagt." Der Befehl wie man sagt, nur einer von den vielen solcher Art wurde von eigen- ausgesandten Elementen schärfster Evuleur nur zu gut ausgeführt. Bald daraus ver- öffenUlchte der frühere Bürgermeister von Alessandria ähnliche Prügelordcrs des D zepräii- denten der Kammer, G i u n t a, der nun auch sein Amt niebergclegt hat. Ebenso wurde der frühere Generalchef der Polder, De Bono, durch offene Anklage vor dem Senat der Del- Hilfe oder F uchth lfe bei einem Morde bezichtigt. Kurz, die Schatten Matteotlis und deS erschla­genen Priesters Don Mmzon, schweben über den Häuptern des F sz.smus und unter feinen Füßen wankt der Boden. Aus dem Quadrumoiiat war nicht lange nach dem Siege der schwarz n Revo» lut on der erste Quader herausgefallen, der Gene­ralsekretär B i n n ch i. Dann muhte der e ne der drei Generäle, De D e c ch i, in die Wüste ge­schickt werden, buchstäblich, dmn man schif te ihn nach Afrika ein. Darauf sollte der zw.i:e. De Bono, sein Rachso ger dort werden, schlieft! ch siel auch Dalbo, der dritte und der Ruhm des D.ermännertums war dahin und die Witz­blätter stellt.n die neu:n drei MuStetiere vor.

Ietzt wußte man. wer in W rkl chkeit Italien regierte: das Ralionaldirektorium. Run. das klingt nicht mehr als resolut onär. so etwas wie eine Revolution hatte eS doch auch gegeben und schließt ch kamen unter der russischen Um« Wälzung noch ungleich mehr Morde vor. Ganz recht, nur wie vereinbarte sich das alles mit der von Mussolini immer gepred.gtenNormali­sierung" ? Gewiß, jedermann wußte, daß es in der Provinz nicht ganz sauber war. aber bisher hatte 2tom für die Willkürherrschaft der Satrapen immer ins F ld geführt, Mussolini Tagen.' Der Einleitungsband enthält die Lebenserinnerungen der Gattin Dostojewskis, in benen das an drama­tischen Ereignissen überreiche Zusammenleben der beiden Gatten vom Augenblick der ersten Bekanntschaft bis zum Tode des Dichters an uns vvrüberzieht. Der ztoette BandDosto­jewski am Roulette" zeigt den Spieler. Der Dichter war bekanntlich dem Glücksspiel leiden­schaftlich ergeben. Nach dem frühen Tode seines Bruders Michail hatte er aus freien Stücken dessen Schuldenlast übernommen und hoffte immer, diese Verpflichtung durch einen großen Spielgewinn auf einmal ablösen zu können. Auch konnte er gewisse Erregungszu­stände. die in seiner epilepttschen Veranlagung begründet waren, am besten durch die Er­schütterungen des Glücksspiels überwinden. In Briefen an die Gattin, den Bruder und an Freunde verfolgen wir hier das atemberau­bende Auf und Ab in den Spielfälen von Baden ° Baden, Homburg, Wiesbaden und Saxon-leS-BainS, erleben in den Tagebuch­blättern der Gattin ihre Verzweiflung mit, da sie bei den Spielverlusten das Leyte opfern muhte, um dem Dichter die Rückreise zu er- möglichen. Auf das Eindringlichste werden hier die Aufregungen unb Qualen vorgeführt, die der Spieler Dostojewski selbst empfunden und in den Helden seiner RomaneDer Spie­ler" undDer Iüngling" gestaltet hat. Das stenographischeTagebuch der Gattin", das sie in den ersten Monaten chrer Ehe führte, behandelt hauptsächlich den Aufenthalt in Deutschland. Weitere drei Bände enthalten Entwürfe, Pläneundunveröffen t- liche Kapitel der großen Romane; erst

forme nicht überall Zugleich fcht Jetzt zeigte sich plötzlich daß bk Gewalttaten von Rom aus biftieri wurden D^ft be Prä­fekten und Staatsanwälte We.sun ; erbt hen. ja nicht dag gen einzufchreiten und die Helden Zkt Straf xpe, i tonen gefälligst uigelchoren zu lallen. Das war bas Reue. DaS M.ßg schick Dstbas zv- ftbrtc bro schöne Illusion von der gefeymäß gen und normal fierenden rvm fdj.-n Zenkralg w llt. Daher b.« Empörung im Lande b b r be; Skan­dal. Hinc illae irac! Die Em'chuldigu ig jene Gewattbef ble lägen schon e n halbes oder e n ganzes Iahr zurück, schlug feal denn, um so schlimmer, warum Hai sich bann Mus olini nicht schon früher von solchen Männern und Dingen zurückgezogen?

Das ist es gerade, was Mussolini un­mittelbar selber belastet. e)as v rw adelte den Senat zum Tribunal. Der starte M nn munic zum erstenmal eine Derleid gungjrcöe vor e n m Auditorium halten, dem er s laer von d r ersten Stunde an im Gegensatz zum A. g wrdnetenhau« die höchste Ehre gezollt belle llnb h 1 muß rundweg anerkannt werd m. wie d m überhaupt bei der fr t schen Lage in Italien nur voll'om- menc Objektivität in der Betrachtung am Platze ist. daß der Duce glänzend in Farm mar und f Ine Gegner haufenweise mit einer g.w len Sport­lichkeit erledigte. Er gr ff den öri-r be. den Hör­nern an, sprach in seiner zw.ngend log schen Weile von der verhaßten Mlz d r bebiob.cn Freiheit, der Rachsolg rschast. Gesetzt d n Fall, der F sz SmuS bräche zufamm n w r w >rbe sein Erbe antreten? Richt die Liberalen, nicht die Pvpulari, nicht die Sozialisten. Sondern die Kommunisten. Aber mit dem Fai zismus scherzt man nicht! Em neuer wurde auf lammen.

Lauter De fall. Hab wenn nicht Ko nmun S- mus, so eine militärische Diktatur, sagt man jetzt. Aber eine Diktatur kann n emalS d m Dolk den 5. eben bringm. nach sechs Manater. wären wir soweit wie vorhcr. Staate .reich? Nun, dann würden, wie jetzt die Oppos tion. dic Fiszisten auf den Aventm g che» und d.eser faszistische Aventin möchte euch noch o el mehr in Verlegenheit bringen wie uns der jetzige!

Dann aber lenkt der kluge Tatt ker e n. ..Man hat gesagt (um die Wahrheit zu tagen, dieser man" war Mussolini selber!), ich wolle und werde auf jeden Frll (auch wenn dis Land sich gegen ihn ausspräche), meine Macht auf echt­erhalten, nötigenfalls mit Gewalt. D iS stimmt nicht. Ich anerkenne die unveriähr- baren Rechte seiner Majestät deo Königs. W nn am Schluß d es'r Sitzung d r König mich aufforbern wurde, zu g hm, f' to irbe ich strammstehen, salutieren und geh n Dies, wenn es sich um D.ktor Emanuel binbji, to nn c sich aber um Seine Majestät den(Sortiere delle Sera" handelt, bann allerb ngs nein!

Senator Albertini vom Corriere belle Sera ist mit Giolitti F ihrer ber Opposition im Senat. SS stimmten denn auch nicht weniger alS 54 Senatoren gegen Mussolmi, 35 enthielten sich der Stimme. Daneben sprachen ihm aber 206 die Treue au«! Gr hatte w.eder einmal einen persönlichen Erfolg, während der F ilzismus stündlich an Boden oerLert D -S zeigt (ich leid.r auch in dem allmählich wieder einsetz-. :iden Schien- brian. wie er vor fernem Aufschwung in allen Zweigen de« öffentlichen LebeaS nistete. Der Fahrplan wirb nicht mehr so pünktlich thv gehalten, die Straßenbahn in Rom w ro zum DerkehrShinbemiS. wer ein Telephon Im H use haben toll, tut besser, eS gleich für seine Erben zu bestellen. Da helfen keine Vorzugs! i"ei und keine m.ntsteri<llen Verbalnoten Str k - tapern wieder auf, die Lira sinkt, die Preise steigen be- ängstigmd. WaS die Oppos tion n i'-ürlich auch dem F.sziSmus In die Schuhe schiebt.

So ergeht bereits wieder der Rus nach e:nem starken Mann. G nem stärkeren als Musso­lini. Die einen schreien nach dem M.l'tänäbel, die andern nach der Republik. Dumm rw.isc mußte auf dem Aventm g r ide in d m Aug m- blick das Wort fallen. Ital-en könne auch ohne Diktat Emanuel leben, wo Mussol ni durch f.in Strammstehen vor dem Qu rmal einen Ausweg anbeutele. Wie die Erfahrung lehrt, pfleg' bet derzeitige Monarch erst unter b m D.uck einer stärkeren Strömung zu handeln. F ir ein solche« Heberwiegen ist die Zeit jeboch noch nicht reif. DieraS" glauben, es genüge, ihre zwanz-g- tausendbisperat^ssimi" mobil zu machen, um alles In einem Ansturm wegzuseg n. den Aventin der Oppos.tion und b.e »wlfchen d.r grunmrft- roten und weiften F-yne schwankende Burg Mussolini«.

durch sie wird uns der tiefe Einblick in die Werfstatt und den ungeheuren Ideenreichtum dieses Schöpfers ermöglicht. Die Notiz­bücher des Dichters sind mit ph losophNchen und pollttschen Gedanken angefuUt, ml: Auf- zelchtmngen und Aphorismen aller Art dar­unter 500 Sprichwörter, die Dostojeto ki von seinen SttäflingSkameraben in S b r en röte, mit Bettachtungen über Ehe, Hnsterblichkeit usto. Die Briefe DvstvjetoSkls an seine Gattin, an ferne Freunde und Anhänger wer­den zwei Bände umfassen. Ein Igener Band Ist den Beziehungen Dostojewskis zu seinem Bruder Michail gewidmet, der ihm besonders nahestand. Ein BandDostojewski als Publizist" enthält seine verstreuten Auf­sätze, Abhandlungen und Reden die die poli- ttsche, soziale und kulturelle Wirksamkel deS Dichters beleuchten. Gin kleinerer Band fuhr! den TitelDie Beichte eines Iuden". Unter dem Einfluß desRaSkolnikoff", in dem der Held eine alte Wucherin tötet, hatte der Iude Kowner ein ähnliches Verbrechen be­gangen und führte aus dem Gefängnis mit Dostojewski einen Briefwechsel, der für die Weltanschauung des Meisters sehr wichtig ist. Ein weiterer Band behandelt die Beziehungen Dostojewskis zu Pauline Suslowa, die er feine ewige Freundin" nannte. Auß r den Bri len Dostojewskis an sie werden hür auch das Tagebuch und die Novellen der inter. ssanten Frau veröffentlicht. Di: Bürde werden zahl­reiche unveröffentlichte B ldn sse. An ächten so­wie Proben der Handschriften Dostojewskis bringen, die mit ihren merkwürdigen Zeich-. rtungen und In ihrer ganzen Anordnung so Überaus charakteristtsch sind.

Dom Mann im Mond und anderen Weihnachtslegenden

können?"

Solche Frage ist ein Verbrechen am deut­schen Voll. Sie bedeutet den Verzicht auf unser Fortleben als Natton, unser Schicksal würde das des Volkes Israel sein. Das ist es ja, was der Feind will. Lange vor dem Weltkriege sagte mir einst im Laufe ähnlicher ! Unterhaltungen Stolypin:Ihr Deutschen eib gar nicht bestimmt, eine Natton zu bilden; hr f<U> durch Wesen und Werden als Kultur- )ünger der Menschheit gedacht!" Ich habe hn damals auf die Gefahr für die national gesinnten Völler aufmerksam gemacht, wenn 100 Millionen Deutscher sich als Kulturdünger unter ihnen zerstreuen würden. Denn wir sind ein Voll von 100 Millionen, davon leben 30 Millionen außerhalb der heutigen Grenzen des Deutschen Reiches, die überwiegende Mehr­zahl an seinen Grenzen. Auf je 3 Deutsche kommt ein Auslandsdrutscher. Zweidritkel der Auslanddeutschen stehen unter der Knute der Entdeutschung. Schon dieses Verhältnis sollte die Dinnendeutschen aufhorchen lassen. Aber die Deutschen im Reich und die Deutschen im

Das Weihnachtsfest ist von zahllosen Legen­den umsponnen, unter denen die Geschichte vorn Mann im Mond eine der rnerkwürd gsten ist. *-te to rb in den versch ebenen Teilen Deutschlands verschieben erzählt. Immer ab?r handelt es sch um einen Mann, der am Hnligen Ab.nd gegen das Gebot des Heilandes verstieß. In der einen Fassung wollte en Mann zum Heil gm Abenb gerne Gemüse essen, und ba er in feinem e genen Garten keines hatte, so beschloß er. etwas von dem Kohl aus dem Garten d s Nachbars sich an­zueignen. Er hatte grrabe die Tat ausgesüh t, als plötzlich bas Christk.nb vor ihm stanb, thn mit großen traurigen Augen ansah unb ihn fragte, warum er in bicL't heiligen Stunbe zum Diebe detrorben sei. Drschärnt unb wütenb zu­gleich schrie der Mann:Ich habe n.cht ge­stohlen: der Nachbar hat mir erlaubt, sie zu nehmen." Damit wollte er Weggehen, aber das Christkind vertrat ihm den Weg und sah den Schuld gen nur mit den tränenerfüllten Augen vorwurfsvoll an. Da rief er noch einmal: Wenn ich gestohlen habe, mag man mich in den Mond setzen." Hab kaum hatte er die Worte

d Friede auf (Erben alle»., > die da guten Willens sind!

M Don Staatssekretär a. D. Admiral v. Hintze.

Die Weihnachtsbotschaft ist nun seit 2000 II Iahreu verkündet worden, immer wieder von W neuem; ja! sogar Minister, bis zu Lloyd ^George und Wirth, haben sie sich zu [ eigen gemacht. Immer wieder wird sie hin- ausgerufen, gehört, geglaubt. So stark ist der Kii Glaube daran, daß wir füglich hoffen dürfen: I einmal wird da Friede auf Erden sein! einmal i -- doch heute können wir auf dieses Einmal nur helfen hinzuarbeiten. Denn die sogenann- jM ten Frieden von Versailles und St. Germain en Laye sind die Fortsetzung des Weltkrieges, j]' einer derDrei Starken", Clemenceau, |M hat den Mut nein, den Hebermut! ge- » habt, das brutal mit lauter Stimme zu erklären. || Das Ziel der Fortsetzung des Krieges ist das» L selbe, das der Botschafter Palsologue zu U Anfang des Krieges im Iahre 1914 als Frankreichs KriegSziel proklamiert hat: Ccraser l'Allemagne. Dies Ziel zu erreichen, hat m Frankreich den Vertrag von Versailles mehr- fach gebrochen, am schreiendsten durch den Ruhreinbruch am 11. Ianuar 1923 und ff durch die mit Hilfe des Völkerbundes er» ' atoungene LoSreihung Ost-Oberschle- || siens beides bis heute ungesühnt.

Frankreichs Dafallenstaaten sind dem Bei- |l spiele ihres Herrn und Meisters gefolgt. Deut- ij sches Land haben sie an sich gerissen obwohl M nicht erobert. Nun sind sie seit 1918 dabei, die Fj Deutschen aus diesem deutschen Land zu der- [Ij treiben, zu enteignen, zu enttechten, ihrer L Sprache, Kirche und Schule zu berauben |] damit brechen sie die Derttäge zum Schutz der Minderheiten. Deren Hüter, der Völlerbund I der sich Ligne des Nations nennt und sich I richttg Ligne des NattonS vicwrieuseS pour le matnden de la proie nennen würde ist un- tärig, schweigt sogar: er braucht ja auch erst bann sich mit den Klagen der Minderheiten \ iyu befassen, wenn ein Mitglied des Völler- oundsr a t e S solche aufnimmt!

Ein klägliches Schauspiel, eine klassische Dlluftration zu Wilsons Botschaft:Hinfort soll es keine Regierung eines Volles geben ohne Zustimmung der Regierten" undhin­fort geht Recht vor Gewalt", wo im neuen Europa rund 30 Millionen Europäer unter der Herrschaft von Fremdvöllern zu leben ge­zwungen sind, wo in Europa rund 20 Millionen Deutsche mit Leib und Leben, Hab und Gut der Willkür vonHerrenvölkern" überantwor­tet sind, alle von niederer oder wesensfremder Kultur. Denn täuschen wir uns darüber nicht: Die Besetzung deS RhcinlandeS ist eine Fremdherrschaft, der ungestrafte und ungerichtete Bruch des Vertrags von Der« lailles kann sie verewigen, die Gewohn- ' Helt Hilst dabei und dazu und die Erschlaffung - Die da fragt:Ob wir eS denn verhindern

gesprochen, ba war er auch schon nach dem Bollmond, auf den er gezeigt hatte, versetzt, mit dem Dünbel Gemüse auf dem Rücken, unb da ist >r noch jetzt beim Bollmonb zu fthen. Nach e ner anderen Fassung der Legende war der Mann am Heiligabend, wo weder Mensch noch Tier arbeiten sollen, in den Wald gegangen, um Holz zu fällen, unb steht nun mit feinem Holzbündel < auf dem Rücken im Mond. Daß bas Christkind am Weihnachtsabend auf Erden wand It. ist e n vielerorts verbreiteter Glaube. In Irland stellt man in der Weihnacht brennende Kerzen in b.e ßtr, um dem Christkind den Weg zu weisen, eS sich in der dunsten Nacht auf seiner

rtrfter: Müller leßen

ttheater fln,28.Tci., bl« Uhr- eltecßönotö

ar,cdi!innn- jchu-Noberlö

nndi Ü »Uhr: It®* Snüoniy oib.zi.Dez- (üoAS i/.-yli llhr. ieiterßöyoro k IN 3 Akten ßtiebn'a"«* & SS Ml jffBllllöö ygfä in verrann nf.oetter- .M »'M nnnßtfitOÖ'

aifflS L'A sKs -te AB K i?n

i)0" Z cr- eins". Jan-, ms/, t/, Uhr

ÄS

Nr. 304 öwettes Blatt

Lietzener Anzeiger iseneral-Anzeiger für Vderhesseti) Samstag, 27. vezemder {92f