tolieDt mit ernem Gesamtuver schuh von etvxr 2,5 Milliarden Reichsmark ab. Der Reichs- vat wird in der kommenden Woche über den Voranschlag beraten.
Die Arbeitszeitfrage.
(Sine Rede des Reichsarbeitsminifters.
Osnabrück, 26. Ryv. (Wolfs.) ReichZ- -arbeitsminister St. Brauns äußerte sich' her in einer Versammlung zur Arbeitszeitsrage. Der Minister führte cttr? folgendes auß: Auf dem Gebiete des Arbeiterschutzes ist die brennendste ' Frage die Frage der Arbeitszeit. Gegenüber dem immer wi.»Verkehrenden Vorwurf, daß gerade der Arbeitsmini st eres war, btr im S-pätjahre 1923 den Achtstundentag abge- schafft habe, muh erneut festgestellt werden, daß sich damals über die Llnmöglichkeit der Beibehaltung des chnnatischen Achtstundentages die gesamte öf'entliche Meinung und alle Parteien von der Sozialdemokratie bis zur äußersten Rechten einig wa en. Auch haben sich die gesamten Parteien über den wesentlichen Inhalt ^des damaligen Gesekes gieinigt. Es ist nicht wahr, daß der Achtstundentag allgemein labgeschafft wäre.
Die Mehrzahl der Betriebe und annähernd die Hälstx der Arbeiterschaft werden auch heute noch in normaler Weise acht Stunden am Tage be- fchästigt.
Die einschneidendsten Aenderungen muhten in der Schwerindustrie, msbesondere in der Schwereisen- industrie, vorgenommen werden. Aber gerade hier waren bei der Eigenart der Betriebe und angesichts der furchtbaren wirtschaftlichen Rotlage — Micumverträge — die Verhältnisse besonders zwingend. Die Reichsregierung sah die damalige Arbeitszeitverordnung stets als eine R o t Verordnung an. Sie ist deshalb auch trotz der gegenwärtig immer noch außerordentlich schwierigen wirtschaftlichen Lage im Laufe dieses Jahres mit den Rachbarländem ins Dentzbmen getreten, um über eine vernünftige Anwendung des Washintoner Abkommens eine Verständigung herbeizuführen, die auch der ungeheuer geschwächten deutschen Wirtschaft die Anwendung dieses Abkommens noch ermöglichen soll. Auch steht die Abhilfe für die Schwerstarbeitev in den ununterbrochenen Betrieben mit Sonntagsarbeit unmittelbar bevor. Die neuen Arbeitszeit- gesehe, welche die Verordnung vom Dezember 1923 ablösen sollen, sind im Reichsarbeitsministerium in Vorbereitung und werden von dem neuen Reichstag zu erledigen sein.
Lohnkamps in der thüringischen Metakinduftrie.
Weimar, 26. Rov. (Wolff.) Der Verband thüringischer Metallindustrieller nahm in seiner ,außerordentlichen Mitgliederversammlung, die gestern bis spät abends in Weimar stallfand, zu der Streikbewegung in Thüringen Stellung und beschloß, bau alle Ortsgruppen, in benen augenblicklich Teilstreiks stattfinden (Erfurt, Gotha, StAnalkalden, Ruhla, Apolda, Greiz usw.), auf Antrag der in diesen Bezirken bestreikten Firmen auszusperren haben und daß ab 10. Dezember die Gesamtaussperrung von etwa 40 000 Metallarbeitern in Thüringen erfolgen soll, wenn bis zum 8. Dezember nicht überall d i e A r - be.it wieder ausgenommen worden ist. Von der Aussperrung sollen nicht betroffen wer- ifcen die Angehörigen der Verbünde, die die vom Reichsarbeitsminister für verbindlich erklärten - Schiedssprüche anerkannt haben und die Richtorganisierten. Träger der Streikbewegung ist der deutsche Metallarbeiterverband.
Um den Abbau Scheidemanns.
Kassel, 26. Rov. (WTD.) Die Verhandlung vor dem Bezirksausschuß, über den Abbau des Oberbürgermeisters Sch:äbemann endete nach . längeren Ausführung n des Vertreters der Stadt- - verordneten und eingehender Krakung mit folgendem Beschluß: 5>er Klage der Stadtverord- j netenversammlung wird stattgegeben. In der ! Begründung führte der Vorsitzende aus, daß die Gründe v<s Mag strats in der Dsanstandung IVerfügung nicht stichhaltig seien. Ob der Beschluß LeS Magistrats an und für sich ordnungsmäßig zustande gekommen ist. darüber zu entscheiden sei nicht Sache des Gerichts. Dieser Spruch des Bezirksausschusses hat zunächst nur eine formelle juristische Bedeutung. Die Klage wird nunmehr vor das Oberverwaltungsgericht getragen. Erst wenn dort ein Spruch gefällt ist, ist das Verwallungsstreitverfahven endgülckg entschieden. Der Abbaubeschluß der Ctadtverord- netenversammlung gegen Scheidemann ruht solange, bis das Verwaltungsstr^itverfah<en erledigt ist. Wenn das Oberverwaltungsgericht der Klage der Stadtverordneten stattgeben foll'e, bleibt dem Oberbürgermeister noch bec durch d e Perfonakabbauverordnung vorgeschrebene Beschwerdeweg. Die endgültige Entscheidung lörirb dann von dem Provinzialausschuß in Frankfurt a. gefällt.
Die einheitliche Steuerb?wertung des landwirtschaftlichen Grundvermögens.
Berlin, 2t. Rov. (Priv.-Tel) Wie wrr hören, findet am 3. Dezember im Reichsfmanz- Ministerium eine Besprechung über die Frage der einheitlichen Bewertung des landwirt- schafllichen Grundvermögens für Struerzwe^e des Reichs, der Länder und Gemeinden unter Zuziehung der Fachreferenten der Länder statt.
Belgische Gendarmen unterstützen den Versammlungsterror
Krefeld, 27. Rov. (TU.) Rach der „Volks- rribüue" kam es hier in einer sozialdemokratischen Versammlung zu schweren Störungen. Eine Sprengkolonne, bestehend aus Erwerbslosen, Syndikalisten und Kommunisten trat unter 'Führung zweier aus der Separatistenzeit bekannter Leute in den Versannnlungsraum und besetzte das Podium. 'Den wiederholten Auskvrderungrn, den Saal zu räumen, kamen die Eindringlinge nicht nach. Rach lebhaften Auseinandersetzungen mit dem Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold, das die Versammlung schützte, gab es eine w ü st e S ch l ä g e r e i. Es ae- lang mit Hilfe der Krefelder Polizei, die Ruh störer aus dem Saal zu e n t f e r n c n. Kurz na dem der Vortragende die Rede begonnen hatte, c. schien belgisch e Gendarmerie im Saal. £ führt von einer Gruppe von Erwerbslosen.
Genvarmerie durchsuchte die anwesende n Reichs- bannet teute nach Waffen, fand aber kerne. Als bte Eindringlinge nicht mehr zu entferneu waren, schloß der Versammlungsleiter vorzeitig die Versammlung. ______ . ,
Die deutsch-englischen handell- vertragsverhandlnngen.
Ein Kompromiß in der Frage der Ausfuhrabgabe.
London, 27. Rov. (TA.) Die deutsch-englischen Handelsvertrag-Verhandlungen sind in ein neues Stadium getreten. Es ist ein Kompromiß in der Frage der 26prozen- tigen Ausfuhrabgabe in Aussicht genommen. Von deutscher Sete ist der Vorschlag gemacht worden, die eingehenden Zahlungen für Rechnung der 26prozentigen Abgabe, die von den einzelnen Käufern in England geleistet we den muffen und mit Schwierigkeiten und Unannehm- lichkeiten für den Handel verbunden sind, durch eine Pauschalzahlung der deutsche i Regierung abzulösen. Diese Zahlung würde a n b e n Reparationsagenten geleistet wer, en, ein Verfahren, das sich schon aus dein Grunde empfiehlt. weil die Möglichkeit besteht, daß bei dem 'gegenwärtigen Verfuhren der Regelung der Abgabe bei jeder einzelnen Transaktion England mehr an Reparationen erhält, als ihm nach dem Dawesplan in einem Jahre zusteht.
Man nimmt an, wie der diplomatische Korrespondent der „Westminster Gazette" meint, daß man auf dieser Basis zu einer Einigung gelangen werde, da sich der deutsche Widerstand gegen die 26proz. Abgabe in der Hauptsache gegen ihre schikanöse Wirkung richtet. Rach einer Meldung aus Paris wird am Freitag im Hotel-„Astoria", dem Sitze der Repko, eine wichtige Erörterung dieser Angelegenheit stattfinden. Gilbert, der Reparations-Agent, wird mit der Reparations-Kommission die Frage der 26proz. Abgabe in der vorgeschlagenen Weise erörtern. Gilbert besteht auf eine wörtliche Anwendung des Dawesplanes und verlange, daß alle deutschen Zahlungen, sei es m bar oder in Sachlieferungen, nur durch die Hand des Reparationsagenten laufen müßten: er wäre diejenige Persönlichkeit, die diese eingehenden Summen mit Zustimmung des Transfer-Komitees zu verteilen habe.
Das deutsch-schweizerische Wirtschaftsabkommen unterzeichnet.
Berlin 27. Rov. (TA.) Das deutschschweizerische Abk'mmen über die Einfuhrbeschränkungen ist nunmehr von der Reich-- regierung und von der schweizerischen Regierung genehmigt worden. Im Auswärtigen Amt hat daraufhin gestern zwischen dem Rechsmini- ftei des Auswärtigen Dr. Stresemann und dem Gesandten der Schweiz Dr. R ü f e n a ch t ein Rotenaustausch ftattg.fun'ei, demzufo'g^ das Abkommen nach Ablauf der darin vorgesehenen Frist von zwei Wochen, also am 10. Dezember 1924, in Kraft trete.
Auswanderungsmöglichkeiten nach Südamerika.
Aeber die Aussichten in Chile wird dem „Deutschen Kaufmann im Ausland" aus Valparaiso berichtet: Wir wurden vor wenigen Wochen überschwemmt von Briefen aus Deutschland, in denen sich Leute jeden Berufs nach den Einwanderungsmöglichkeiten für Chile befragten. Wir haben allen diesen Leuten abgeraten. Die Verhältnisse in Chile haben sich seit des Frühjahrs nicht im geringsten gebessert, eher verschlechtert. Stellengesuche aus Deutschland an hier ansässige Firmen sind vollkommen zwecklos, da die Firmen hier genügend Bewerber finden. Wer aber unbedingt hierher kommen will, muß eben auf gut Glück einwandern, wobei natürlich Voraussetzung ist, daß er wirklich etwas kann und soviel Geld mitbringt, daß er sich evtl. 2—3 Monate über Wasser halten kann. Das würden in chilenischem Gelbe etwa 800—900 Pesos Papier sein. Falls er diese Summe nicht im Besitz hat, soll er lieber drüben bleiben und sich bittere Erfahrungen sparen.
Aeber Brasilien heißt es in demselben Blatte: Die Lage ist dort so, dah die Angestellten kaum das Rotdürftig ft e verdienen. Rio de Janeiro, Sao Paulo usw. sind 'mit Stellungssuchenden überlaufen, die sich um jedes Gehalt anbieten und so die Bezahlung immer weiter herabdrücken. In Brasllien ansässige deutsche Kaufmannsgehilfen warnen nachdrücklich st vor weiterer Einwanderung, da jeder Ankommende nur auf der Straße 11 eg t und wenn er kein Geld zur Rückreise besitzt, elend untergeht.
Geschlossene Abwehrsront der Deutschtums in der Tschechoslowakei.
Die Drangsalierung des Deutschtums in der Tschechoslowakei hat dazu geführt, wozu sie führen mußte, nämlich zur Bildung eines deutschen Abwehrblocks im Prager Parlament, der noch durch die parlamentarische Vertretung der übrigen nationalen Minderheiten Zuzug erhalten hat. Schon vor einigen Wochen, als bekannt wurde, daß die Prager Regierung den Deamtenabbau dazu kennten wollte, 70 000 deutsche Eisenbahner auf ö i e Straße z u werfen, wurde der Grundstein zu diesem Abwehrblock gelegt, der dem tschechischen Staat außerordentlich scharfe, innerpolitische Schwierigkeiten bringen wird. Wie lange die nationaltschechische Regierung sich unter diesen Am- ftänben wird halten können, muh abgewartet werden. Die bisher geübte Drangsalierungspolitik wird sie aber schleunigst einstellen müssen, da sich auch die übrigen nationalen Minderheiten dem Deutschtum angeschlossen haben und ihre Stühe, Heer und Beamtenschaft, sich nur zu einem geringen Teil aus Rationaltschechen zu- sammensetzt.
Trotzky abberuf'n.
Riga, 27. Rod („Vorwärts".) Trotzki ist I ' ls Kommissarfür ÄriegSanaelegen» beiten und von seinen anberen hohen Posten I abb rufen worben. Man spricht von seiner ■ Josten im Anstand aber auch von seiner Der-
Dr. (Eäiener beim Reichspräsidenten.
Der Trinkspruch des Reichspräsidenten Ebert. .
Berlin, 26. Rov. (WTD.) Zu Ehren des Führers des „Z.R. III" Dr. Eckener fand heute beim Reichspräsidenten ein Frühstück statt, an dem außer Dr. Eckener u. a. bie Reichsminister Gehler, Luther, Strese- mann, Hamm, Graf Kanih, preuhischer Staatsminlster v. R i ch t e r, General v. S e e ck t, württembergischer Gesandter Dr. Böhler, Krupp v. Bohlen, Professor Juncker- Dessau Schi fss iauingen icur Flet tner fr tote eine Reihe fuß ender Vertreter der Industrie, der Gewerkschaften, der Finanzwelt, der Wissenschaft und der Presse teilnahmen. Während der Tafel hielt
der Reichspräsiden
folgende Ansprache: „Es ist mir eine lebhafte Freilde, Ihnen, Herr Dr. Eckener, und Ihren Mtt- arbeitern nach Ihrer glücklich und erfolgreich vollendeten Fahrt und Ihrer Rückkehr in bie Heimat den herzlichsten Will tommensg ruh des Deutschen Reiches hier zu entbieten. Mit diesem Gruß gebe ich zugleich dem bewundernden Danke des gesamten deutschen Volkes an Sie unb bie anderen kühnen Luftfahrer für dhre großen Leistungen herzlichsten Ausdruck.Anser Dank umfaßt alle Männer, die als Erbaue r, Ingenieure und Arbeiter an dem so trefflich bewährten Luftschiff mit bester Kraft zu-- fammenarbeiteten. Ihre Fahrt war begleitet von den besten Wünschen und den zuversichtlichen Hoffnungen des ganzen deutschen Volkes. Richt nur aus sportlichen Interessen, weil man sich begeisterte an dem Wagemut des Einvernehmens und an der Kühnheit der Fahrt, jubelte man Ihnen und dem Luftschiff zu: es war mehr als das:
Wir alle sehen in diesem Werk und dieser Fahrt den Ausdruck technischen Könnens Deutschlands trotz allem und des ungebrochenen deutschen Willens für Selbstbehauptung und des stolzen Vertrauens unserer Nation in sich und ihre Zukunft.
Diesem Gefühle der Deutschen haben Sie, haben Ihre Mitarbeiter an dem Schiff und der Fahrt durch das gute Gelingen verstärktes Leben gegeben. In der Welt aber haben Sie deutsche Arbeit und deutsches Können erneut zu Ehren gebracht und unterem Lande -neue Sympathien errungen. So war der Dau dieses Schiffes und seine glückhafte Fahrt, trotzdem sie im Zeichen der Reparationsleistung stand, dennoch eine nationale Tat, für die wir dem Erbauer und Führer von Herzen Dank und Anerkennung darbringen. Ich bitte Sie, meine Herren, mit mir das Glas zu erheben auf den kühnen Kapitän Dr. Eckener unb seine Kameraden auf der Zeppe- linwerst und alle ihre Mitarbeiter."
Auf die Ansprache des Reichspräsidenten antwortete
Dr. Eckener
wie folgt: „Sief bewegt nehme ich die überaus herzlichen Begrühungstoore. bte Sie, Herr Reichspräsident, an mich unb meine Kameraden gerichtet haben, entgegen. Ich erfuhr von ganz Deutschland soviel D.tv/vse der S.Mfrath'.e unb Anerkennung, daß ich rriicht toriß, ob sie im Einklang stehen mit der bescheidenen Leistung, die wir vollbracht haben. Bei der ganzen Fahrt hatten wie außerordentliches Glück. Glück erstens insofern, als wir beim deutschen Volke Anerkennung gefunden baren, auf die wir nicht rechnen durften. Glück hatten wir weiter mit dem Wetter. Richt, als ob wir gutes Wetter g h j>t hätten, ganz im Gegenteil fanden wir schlechtes Wetter vor, aber es HA uns erlaubt., zu beweisen, was man mit unere.n Luftschiff machen kann. Glück hat.en wir to iter insofern, als wir bei der Fahrt über R:u'yor? ein Wetter vorfanden das man am besten als The- atertoetter" bezeichnen kann unb das u ; er Schiff )a;uag>n in benga lischer Deleuch- tu n g vor strählendem Himmel zeigte. Glück batten wir schließlich darin, daß wir drüben in Amerika eine Situation und Stimmung vorhanden, dir aus un’ecer rem technischen Angelegenheit eine politische machte.
Ich hübe mir in Amerika erzählen lassen, dah sich in den Vereinigten Staaten eine psychologische Stimmung herausgebildet hat, die zeigt, daß das amerikanische Voll geneigt ist, zu einer Wiederannäherung an uns und nur nach einem Anlaß suchte, um diesem Gefühl Ausdruck zu geben. Das amerikanische Volk hat mit einer gewissen Begeisterung die von uns hingestreckte Hand ergriffen und sich bereit erklärt, wieder gut Freund zu werden mit den Deutschen. Das ist der allgemeine Ausdruck, den ich drüben gefunden habe, in der Bevölkerung sowohl, wie bei den Vertretern der amerikanischen Regierung. Ich darf ber Genugtuung über den unverdienten Erfolg Ausdruck geben, indem ich Sie bitte, mit mir das Glas zu erheben auf die guten Beziehungen zwischen • dem amerikanischen und dem deutschen Volke, die sich so erfreulich entwickelt haben. Mögen sie weiter gestärkt werden und zu einer wirklichen Freundschaft beider Völler führen!"
Kleine Nachrichten aus aller Welt
In S i e g e n ist die vom Siegerländer Kunst- verein veranstaltete 5. Siegerländer Kunstausstellung eröffnet worden. Vertreter der Industrie, des Gewerbes, der Schule und der Presse hatten sich zu dem für das Siegerland bedeutungsvollen Ereignis einge’unben. Die Ausstellung die sich im Logengebäude befindet, ist von mehr als 50 Siegerländer Künstlern und Kunsthandwerkern beschickt und bietet ein prächtiges Bild. Die Ausstellungsobjekte sind überwiegend von wertvoller Qualität und zeugen von der Vielseitigkeit des heimatlichen Streben#.
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2m Jnvalidenpark in Berlin wurde gestern ein Denkmal für die Gefallenen des L #e 1 bar t i Her ie r eg im ent8 und seiner Kriegsformationen enthüllt.
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Das große Sägewerk in Obersdorf im Allgäu tou de vollständig eingeäschert. Es wird Brandstiftung vermutet. Der Schaden be- | trägt über eine Million Gvldmark.
■ Die Kirch ft einbeckerMühlc bei Hamburg tourbe ein Raub de r Flammen. Das ' Srvße Gebäude mit den Turbinenanlagen und
reichen oerrefbettorräten ist bis auf die Grunh» mauern niedergebrannt
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Auf dem Gute Düstow bei Wismar kam ein sechsjähriges Mädchen beim Spielen dem Feuer des Ojens so nahe, daß ihre Kleidung Feuer fing. Das Mädchen ist im Krankenhaus seinen Verletzungen erlegen.
In einem Ort bei De novent (Süditalien) stürmten 300 Dauern das Gefängnis, ent» toOifneten bie Carabinieri und befreiten zwei Gefangen e, bie am Vorabend verhaftet waren. Verstärkungen der Carabinieri stellte die Ordnung wieder her und nahm zehn Verhaftungen vor.
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Die Leiche der seit gestern vermißten Fürstin Dorghese ist aus dem Gardases geborgen worden. Sie weist eine Wunde an der Stirn auf. Vermutlich ist die Fürstin, die sich in Begleitung ihres großen. Hundes an das Seeufer beg?ben hatte, als sie sich 'bückte, am Dlumen zu pflücken, ohnmächtig geworden und in den See gestürzt, oder sie ist von dem Hunde angerannt worden, verlor das Gleichgewicht, stürzte etwa acht Meter tief auf die dort befindlichen Klippen herab, wurde infolge ber Verwundung an der Stirn ohnmächtig unb versank in den Wellen.
Aus Stadt und Land.
Gießen, den 27. Rovember 1924.
Bei Petroleum.
Es wird wohl nur wenige Haushalle geben, die heute noch Petroleum brennen. Vor einem Jahr war das vielfach ganz anders. Da wurden die alten Petroleumlampen vvrgesucht, Petroleum gehamstert, und die Famllie fand sich beim Schein der Petroleumlampe abends zusammen, denn in versch ebenen Zimmern durste nicht Licht gebrannt werden, weil man sparen wollte und mußte.
Diese Zeit ist meist schon vergessen; die Petroleumlampen sind wieder auf den Boden geschafft worden, dort stiften sie ein unrühmliches Dasein, niemand kümmert sich um sie, höchstens ein paar Spinnen, die mit ihren langen Deinen an den Messingftangen herumklettern und ihr kunstvolles Retz ausspannen. Es ist ja auch viel bequemer, an den Schalter zu gehen und das elektrische Licht anzudrehen. Man macht sich die Hände niemals schmutzig, und es riecht niemals nach Petroleum.
And doch war die Petroleumlampe ein letztes Stücklein Romantik. Ihre Flamme hauchte Leben! aus; sie konnte flackern und summen; sie konntq ausgehen und schw.elen. Man mußte auf sie aufpassen, ihr gleichsam etwas Liebe schenken, wenn sie gut brennen sollte, und es war der Stolz der Hausfrau, daß das Messing gut geputzt war unb der Zylinder funkelte. Wie viele gute Dücher find beim Schein der kleinen Petroleumlampen entstanden! Man denke rour zurück, wie traulich es sich sinnen ließ bei dem fröhlichen Licht, das sie verbreiteten! Du konntest! es groß oder klein stellen, wie du es brauchtest, und es sah so hübsch aus, wenn der Rauch ber Zigarre oder der Pfeife über dem Zylinder aufwirbelte. Du zeichnetest wohl auch einmal trt luftiger Laune ein paar Figuren mit ber Feder auf die Glocke; die blieben den Abend stehen, am nächsten Tage waren sie von fürsorglicher Hand beseitigt.
Wie gemütlich das alles war, wie lebensvoll; gar nicht so kalt unb deutlich wie das elektrisch« Licht. Die Welt ist eben zweckmäßiger geworden, aber nicht schöner; sie verliert immer mehr an Seele.
Das ist nicht nach jedernranns Geschmack, unb deshalb kann ich es verstehen, dah auch heutet noch in manchen Familien die Petroleumlampe geführt wird. Die sparsame Hausfrau benutzt sie bei ihren Küchenarbeiten und morgens beim Feueranmachen, wie es ihre Mutter früher tat Ja, sie nifnmt sie wohl auch mit in die Stube hinein, ehe es abends Zeit ist, das elektrische Licht anzubrennen. Ich kann mir auch denken, daß es Gelehrte gibt, die ihre Büch erarbeit lieber bei Petvoleumlicht vollbringen. Gerade die Arbeit in ihrer Gleichmäßigkeit verlockt ja dazu, etwas in seiner Rähe zu haben, was ein Lebenszeichen von sich gibt.
Liebe, traute Petroleumlampe, schone Stunden haben wir mit dir verlebt, fröhliche Gesichter sahen in der Runde, du beschienest unser Glück. Auch wenn wir dich heute aus Pietät noch brermen, so wird doch mal die Zeit kommen, wo dich ein spätgeborenes Geschlecht nur mehr dem Ramen nach kennen wirb. H. 21
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Nene Bestimmungen in der Erwerbslosenfürsorge.
Mit Wirkung vom 1. Dezember ab hat ba< Reichsarbeitsministerium aus Grund der Verordnung über Erwerbslose nfürsorgs vom 16. Februar d. Js. eine neue Verordnung erlassen. Rach der Verordnung front 16. Februar sind bekanntlich die krankenversichv- rungspfl chtigen Arbeitnehmer und ihre Arbeitgeber beitragspflichtig zur Erwerbslosenfürsorge. Schon bisher hat es einzelne Defreiungen fron der Beitrags Pflicht gegeben. Verschiedene Verordnungen waren nach dieser Richtung erlassen worden. Die neue Verordnung stellt nun die bisherigen Beitragsbesteiungen zusammen und gibt jetzt folgende neue Bestimmungen.
Rach der Verordnung vom 1 Dezember ist beitragsfreizur Erwerbslvsenfür-. sorge zunächst eine Beschäftigung in der Land- und 'Forstwirtschaft, wenn ber Beschäftigte während eines Teiles des Jahres als Arbeitnehmer tätig, außerdem aber Eigentümer oder Pächter von 6 bis 8 Morgen Grundbesitz ist. so daß er hiervon in der Hauptsache mit seinen Angehörigen leben kann. Die nähere älmschreibung biefer Grenze ist fron den entsprechenden Behörden festzulegen. Daneben ist eine Beschäftigung beitragsfrei, wenn der Ehegatte oder ein Abkömmling ber eben genannten Personen in häuslicher Gemeinschaft leben, die Beschäftigung während eines Teiles des Jahres ausüben, gleichviel, ob diese Personen selbst zur Zeit als Arbeitnehmer beschäftigt sind, oder nicht. Beitrags- befteiung tritt auch ein, wenn der Arbeitnehmer auf Grund eines Arbeitsvertrages mit minb»
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Wettervoraussage.
Leicht bewölkt, vielfach nebelig, hvchftenD seichte Riederschläge.


