Ausgabe 
26.2.1924
 
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Dienstag, 26. gcbruar

174. Jahrgang

Erstes Blatt

der

Kein Abbau der Sozialfürsorge

Pari-, 25 Sehr. (CBCT.) Der ,5em^T

anjcfm zur UJamung bte-'en

Derlänyerunq der Ulicumvcriräqe

Frankreichs morali.che Isolierung

. '*18 müfe man sich hüten vor scharfen Wort« und den lärm «Len 5or-

Gegenteil der Aal! müßten oilcn Fra

leeebet we l*5tle<n füi bic lagetrewmrt bU 1*|R HeAmrtieq oorhr' olnr bmbhdlbett preis lür l mm --tze fil ln|tiatn von 2« mm Srertt brt|id>8. ouseÄrts 10 (Polhpitnmg, füi 9k- blaer-II eiqon v 7V m Brr>l» ?5 0 clbpIrmritL Plotzoorschiist 20' Vu|* kt.aa - I crontTorilid) tut Vrhhb u. futCtion Dr Artet t WEH L'onqr; |it den übilyrn 1 eil Ernst Blumschein, ftr brr >n ,, qenieu j^amsSe*

sämtlich in lSiesten

fteilunfl r Lrla, Kgeben w>r5en fei unb mbitc. öäh die franzölrsch' Prof -e sich g rod « re Zurückhaltung <n4crl*ge Dr^SirevnLMl, fo schr-ibt IXJä Blatt tauft* sich

rcid) zur Zeit von «iaer rnor »i chrn JtoIwrtDen txDroX sein srllt:, würde d--« vvraussetzen öaB die fra.^ö'ischr Re^er-ung sich von den urvzen ö'.cubtgcm Dnit'ch-a ihS Ivsgesagt hüt e und har3 beionbrrs die etliche Xcf.cnmq es für un» möglich eracht , sich mit Frankreich M ve'stän­dige n. 7l«xt> bcr Dar tvlluna l« rnr« tt das

England und die Revision des Versailler Vertrags.

Der Eindruck der Rede Hendersons. - Macdonalds Erklärungen im britischen Unterhaus

benrrqen, die trotz de« unbeft~e:tba«n triot smnS. von dem sie ein gegeben seien, die Gefahr mit sich brächten, biemoralische 3ft>- lienmg Frankreichs" geradezu zu erleichtern. Hie und ba in bcr svonzölisch^i Prelle trnirben ben Sachverständigen in gchiererifchst 2lriL«ln Bedingungen geftdlt. TZan_ ma*?Jte ün vvraus Mrau$ aufmerdam bai Frankreich n i c ma l s dies zu lass en und auZschlieyLich jenrf annehmen werde. Wan rate, ja znen mpfebte Der ftCnADfift.cn Rcgierung ben Sterling mchr der Zxnib: au dem Dach: zu Liede f teiei *u lassen. Frarckraich und Delaien leien im Belitz ertrag­reicher PsLnder. Trotzdem leien sie beteil, euu allgemein: Regelung »u treffen, die ihnen gleich­wertige Bort eile verschaffe, denn Re strebten

flTxibt, rtdj' mit her Aeuderang deS dcukochen niv---

Suf.eim ift r» 611 e f e m a n n über i ie m o t a - lilchc Isoliertheit Frankreichs aus- ttiÄtbcrliten zu müsfe.r. Sc findet offenbar, I b« scharf« W

Abbau, eine Verschlechterung ober Würdigung diese, Fürsorge, ist la

Sc nderiü,sorge ist auch nach ihrer U-bergab« aus andere Träger nicht dem freien Örmdlcn frei» ge^eben. Sie bfcibt wie bisher eine Pflicht- ciufflabc und stehl unter dem Schien des zwingenden Recht« Für ihre Durchführung er- baltcn die Länder und tAemeinden au« bcr dritten Steuernotverordnung die nötigen Sinna h m e quellen. Aus dreien Finanzausgleich gründet sich aud) die Bestimmung. dah für die Voraus- fct)ung An und Wach der Sonderlursoige die bisherigen Dorlchrif ten bl« auf tod- tete# maßgebend lind Damit bleibt der Fürsorge für die Kriegsbeschädigten. Kriegshin^r blieben en und Sv-ialrentncr trotz de« Wechsel« im Lasten» träger di« berechtigte Sigenart gewahrt

Eescheim 'Sprich, «fc« Sen*. mb mit b Sawsuqsbeüaq«: VietzenerAam'lienb änrr Wteeeti- - r)eoipreis

2.50 Colbwarh ein- schlietzltch Iru;»rlohn. auch bei Nichterscheinen einzelner Nummern in­folge höherer ®«edli. - Fernsprech Ln'chtüfse: für bi, Schrift eunna 112; fir Verla, mnb GelchSftsst.ll, 51.

«»schrift f*r Vrahtnach- richten EnteißerOtetzeA.

P»t1*e<1eete:

$reeffer1 e. M HW.

keiner Meise inspiriert Wan fleh« sogar auf bem Standpunkte, Mh jebt öffentliche Disk f ton über die Studien der Sachverständigen nicht o p p o t t u n lein, denn ff« könne bet ihrer Qkbelt nur hinderlich sein

Frankreich verlangt verstärkte Militärkontrolle.

Pari«. 26 Fedr (DTB ck Die französische Regierung Hai lünalt in der Botfu-aflcrtonleienz das Be,lange-- gestellt, bah. nachdent di« Orb- nunfl im Deutsch-n Gleich« vvlll.'mmen to t «ibcr- adfclll lei man den 3nicrallil«ric;i Äonirolltun- miHtonen geUathn ladt, zu dem | ruberen Sgltem ber nicht vorher an gemeldeten Äon­troll ga n fl c z u rückzu kehren. Die da« Dchv de Pari«" mitleilt. Hai d» Beratung über dics«.i Borsdiiag in der Bofchasttnk n etvnt au |- gcfchoben toerben muf en n*il die englischen Vertreter noch keine 3n!trullbn«ii erhallen Mnen Diese 3nftiuhit>ncn feien nunmehr a.igetoimncr und zur Äcin.nis der französischen Aeg.trung Ui einer auS London kommende ' THitie lung gebracht worden Blau nimmt jetzt an. bah sie geeignet fe en c(nc Bei Handlung über die von der s ran- s.schen Aeglcrung auf geworfene Frag« zu ge- (tauen.

Berlin, 25 Febr lWTB.) Tte Verord­nung über die Fürforaepflicht vom 13 ft.biuar 1924 überträgt die Sont-ciladorgc für di« Ärieg«» beschädigten und ÄriegShinterbiiebenen. Sozial­rentner und Äletnrrnhiei auf bi« nder und Gemeinden. Die Bedauptung darin liege ein ~ 1 gar Herab»

llch Dies«

worden se^ Denn bcr Bericht jetzt vorgelegl wer- I tvn würbe, toürbe «r wahrscheinlich mehr schaden < al« nützen. - Auf eine Anfrage Baldtoin «

über bea Sodarbcittrftreu erklärte Mac- bonalb. er sei froh, sagen zu können, bah die Dele­giertenkonferenz übereingekommen fei. die Bedin­gungen einer Regelung anzunebmen. wonach bie Arbeit morgen vormittag wieder aus­genommen werb«.

Herabsetzung der Reparations­abgabe an England.

Berlin. 25 Febr <Dolfs.) Die deul'che Aegierung hil mit ber britische' Begierun^ ein Ab onrmeii über die Herabsetzung der 26- prozentigen Acparati -nsabgab auf 5 Prozent geschissen. Dc»s Abwmmen ist am 23 Februar gez^ior et unb tritt beivit« am 26 5c- bruar für alle D.tren in ÄraH. bie nach England d'^pben. De Erhebung erfolg! genau in der bi-herigen Delle in Gngla ib: bei englisch- Importeur hi als) 5 Prozent der Aehnung bet ber äi itubr ber Daren in ^nglanb an die bri­tische Zollb. Hörde zu entrichten unb zahlt 95 Pr)- jent der Rechnung an leinen deutschen Dfporteur unter gl ichz.it. gei Hdxrr c.ibung eine« Gut­scheine« über 5 Prozent

Di« beetfdK Aegierung ve Pfltchlek sich, diese Scheine später, wenn die deutschen Finan^n geordnet sein werden, in einer dann noch ge­nauer fesi^uste l nd« Form einzulösen.

Bi» dahin verpflichtet sie sich Vorftrge zu treffen, bah bic Abgabe Den engfiMwrn 3mpo tear nicht belastet, bzw ihm nicht In Rechnung ge.lellt wird. (Sine entsprechende Derordnung Ist in D)rbevei- tunfl. Dl- bcutltbc Reiterung verpflichtet sich weiter, alle Gutschein« bie au» bcr Darm i.ifuhr noj) England vor bem 26 Februar her rühren, sei e« aus alten Kontrakten, fei e» au« neuui Abschlüssen, in der bisherigen Delle durch E- Schatzaievcisungcn einzulösei Don der britischen Regierung ist zugesagt morr-ea. fürklein « Da - renfenDung-sn Erleichterungen «in- treten unb alle Sendungen von geringem Dnle ohne Grhebung der Abgabe frei nach England einzulassen

Die Sachverständigen.

Pari« 25 Febr lD B) Hava« Da» Ko­mitee Dawes HU den Bericht deS Un «'a'iSschusseS für Ha sdal sf-agen ükr ben ReichsbanSbalt 1924 25 gcptüfi. "SX-r Bericht ü e das B bget für 1925 26 wirb mrrgen Hera en werben Der Un er- ausschuh hat beichloisen, ben Leiter be» Dirt- schaf.sbeisteSt< 2lrtur Salier, ber gegen­wärtig in Pa ins weilt, anfzufordern ihn über die zur finanziellen Diederaufrich u g Ocfler- reichs angetranbten Mitt«! zu i.if rmieren. um sie für bm vorliegenden Fall In Anwendung zu bdngen. ohne inbdlen die Lage ber beiden Länder einander gldchktellen zu to llen Die Anhörung werbe nhn« Zwe f l am DonnerS ag ftaitfinben

Rach dem .Temps' bef ib e sich der Unter- auSschuh heule nachmittag mit ben Borau«'eyun- gen für bic Aufstellung und ben Ausgleich ber deutschen Budgets bis zum Zähre 1930 Das Ko­mitee sei ber Ueberzeugung. bab e« feine Aufgabe nicht ganz erfüllen würde, wenn es seine Aibei- ten auf das Studium be« n äfften deutschen Bridgets beschränkte.

Wie e« bie »ergangenen deutschen Budqet« gepruft habe, werd« es auch bie künstig«, mmdeftenS für bie nächsten fünf bi« sechs Haushaltsjahre, in ben Rahmen ferner Unter- suchrrng «inbez-ehen.

Der Unterau«fd)ub für Bantfragen wirb in seiner heutigen Rachmittag»sitzung über bie Silenbahnfragen verbandeln Man nehm« an. bab bie Arbeiten der beiden Sachverstandtgen- komitee« in etuxi 14 Dogen abgeschlossen lein würden Die Berichte wurden der ReoarationS- kommitswn Sndc nächster ober zu 2dang der darauf sollenden Dochc überreicht werden HavaS ertläti offtziö«. im Zusammenhang mit den in zahlrdch-n Blättern verschieben er Länder erschienenen A:«lührungcn üb-T bie Arbeiten der Sachvers!andigen werde in oflizlellen Kreisen er­klärt. bab die französische Regierung , die Absicht habe, bie Beschlüsse abzuwarten. bte die Reparationskommislivn auf Grund des Sach­verständigenberichtes zu treffen habe, unb bab sie bic Kommission in keiner Deise beein- > flulfen wolle 'Dementsprechend seien die in der Presse »um Ausdruck gebrachten Auffassungen i lediglich solche bcr jeweiligen Verfasser unb in

Lonb )n. 25 Febr tDvlfl ' Der biploma- i tische Berichterstatter dc« .Daily Dclegraph" schreibt, bic vorn Wintlter Hendeif m am Sams- <

tag in Burnley gehalten« Rede, in der tr die i

baldige unbgrün bliche Revision be« i Derlailler Bertrage« forderte, habe br- i trächrliches Aufsehen in auswärtigen diplomati­sch, n Äntfcn unb sogar Unruhe bei einzel­nen Alliierten verursacht, obwrhl Poincarö durch kürzlich von L>ndon nach Pari» geganaen« Ttlttdlung-n gewarnt worben lei. bah eine Ent­wicklung dieser Art zu einem späteren Zeitpunkt von bem neuen britischen Kabinett erwartet wer­den tonnte.

Wem» e« auch nicht ganz Har sei, ob chenber- son durch ferne ®rfiarunq« ba« Tempo bet Entwicklung befcH*unigen wollte, fei e« an» bererfeif« kein Geheimnis, baß sowohl inner» halb be« g»gentoirtigcn Ministeriums, alö auch innerhalb ber Arbeiterpartei bie An­sicht hcrrsck-, bie auswärtige Politik bet neuen Regierung sei bischer burch allzuviel äleb-rlegu tg unb Zahmch rl gek«nzeich-et, für bte Lotb Syalbane unb ba« Foreign Office in ber Hauptsache verantworttich sei«.

Ta andererseits die Revision be« Bersaill er Der- trnge« seit langem der Ha uptvunkt des »rüste--politisch n Pogtamms der Arbeiterpartei sei. fei c 5 möglich bah Hei^echon. Urdem er er- klärt bibc. dal) dl« bUtxngri Bemühungen der Premi rmlnifter fcn ?e- auswärtigen Politik (xtupt- sächlick, .inj die Schaffung einer für d4e Revision der Terfailicr Bedingu ngen günfttgen AtmvIpltzire blniiellai. nur eine Dastache feftgeftellt habe unb nichts weiter.

3m Unterhaus

fragte Lloyb Georg« den PrEmiermlnister. ob seine Aufmertsamkeit auf die Dichtigkeit bcr von dem Minister des Innern Henderson am Sam«tag in Burnley gehaltenen Rede gelenkt tt-orben sei. in der dieser zum Ausdruck gebracht Hube, bab es die Ab«ich« ber Regierung sch Schritte zu tun. um den Vertrag von Ver­sailles in verschiedenen Nardinalbezllchu na en abzuändern, ob diese Grklärung dir Politik der Regierung darstelle und welche Schritte bte RegiClung bann zu unternehmen beabsichtige, um diese Politil bunbeufübien Mac donalb er- tr-iberte: Ich habe nur gesehen, was in der Presse berichtet wurde.

Die Haltung unb Absicht ber Regierrmg wur­den in bcr Erklärung zum Ausdruck fl«bratf t, bie ich b"m Hause abgegeben bibe. Es hat kei­nerlei Teränberung ftattgefunben.

Der frühere ilnterftaat6'cfreiär des Aeubern Mac Retll fragte hierauf ob die von Hender­son abgegebene Srflärung ben Beschluf> des Kabinetts ausdrücke oder nur eine privat« Ansicht sei Mac donald antwortete: Ich hab« nur den Piefsebericht gesehen So ist jedoch kein BcschLust ?<: Regierung gefastt worden auber in Ucbevcinfilmmuna mit der Erklärung, die ich ab­gegeben habe Mac Reill fragte weiter, ob da« Haus das so auffaflcn soll«, oah Henderson eine äusterst wichtige öffentliche Erklärung über den Dcifailler Vertrag ohne Beratung mit dem Kabinett abgepeben habe Macdonald erwiderte: Ich weih nicht Ich werde mich auch nicht fcfilc'-en Ich habe die Erklärung in der Presse gel ben Die Erklärung war. wenn sie ab­gegeben tinitDC. nicht eine Srflärung. die vom Aabinctt angenommen war. Die Erklärung, bie ich selbst im Haufe abgegeben hab«, unb die Aktion, bie ich unternehme, sind bk Erklärung und die Aktion, für die bic Regierung verant­wortlich ist.

Das Arbeitermitglicd Mac Lean fragte unter dem Beifall ber Arbeiterpartei.

ob es nicht Tatsack»? sei. ba* Lloyd George, verschiedene Male se ner Abs chi Ausdruck ge- neben habe, den Versailler Vertrag zu tebi. bieten. Lloyd Georg« gab eine Verne in ende

Erklärung.

Aus bie weitere Abfrage, ob Macdonald erflären tomtc, wann man einen Bericht über den Bc'uch des Gerreralkonfuls in der Pfalz erhalten könne, erwiderte der Premiermi illter, die Hauptfuntte des Berichts feien bem Unterhaus seinerzeit durch Mac Ke. na miigetnlt worden. Dte Vc handiun- gen über bic getarnte Frage bcr Pfalz, bie weiterhin im Dange feien könnten durch eine Deröifcntllchllaq in bem gegenwärtigen Zettpuntt« beeinträchtigt werden. Er würbe eS vor- ziehcn, ahzuwtnen. bis eine Regelung enteil

Düsseldorf, 25. Febr. (MTV.) 3n heutigen Besprechung ber Sechserkommis- ton des Bergbaulidjen Verein« mit ber Ml» cum würbe In ben Reparationsleistungen In Kohle ber bisherige Zustan.b. bei bem lebe Zeche 27 Prozent Ihrer Muhförberung abyi- llcfern bat, bl« jum 31. Onär# verlän­gert. Der Antrag ber Sechferkornmlfslon, bie Kohlensteuer für die AttSfuhr auszuheben unb für ben Inlandsablay zu ermäßigen, würbe von ber Mlcum abgelehnt. Die QHkum hat ferner bie bemnädiftlfle Revi' flon ber Abgabe für Gin- unb Ausfuhrbewilli­gungen bcfchlofsen, bte burch bie Steigerung ber Industriellen Probuktion notwendig wird.

Die neue thüringische Landesregierung.

Aus Weimar wird uns berichtet:

Gleich in der ersten Sitzung de« neu- gewählten 3chüringer Landtages am 21. Fe­bruar ist e« gelungen, die neue Thüringer Can- , desregicrung zu bilden. Die Im Ordn ungS - bund -u'ammengeschloffenen Parteien, Deutschnationale. Deutsche DolkSpartel, i Landbund und Demokraten hatten beschlossen, ihr Bündnis, das ursprünglich nur zur Olle- derringung der sozialistisch-kommun istisckxn Mehrheit gebildet war, auch nach ber Wahl fortzusetzen. Sie beanspruchten zunächst ben Posten bes L a n d t a g « p r ä s I d e n » ten für fich, auf ben bie MchrhcltSsozialisten al« stärkste Frak'ion be« Landtag« gl ichfatt« Anspruch erhoben Sehr mit Recht aber stellte sich ber Orbnungäbunb auf ben Stanbpunkt. datz bie bei ben Wahlen zum AuSbruck ge­kommene Voll«stlmmung in ihr Degentell ver­kehrt würbe, wenn man jetzt einen Sozialisten auf ben Stuhl be« LanbtagSpräsidenten setzte, währenb boch gerade bie Wahl gezeigt bat, daß die Thüringer Bevölkerung In ihrer über- grotzen M^hrhelt die marxistische Wirtschaft bi« -um Ekel satt hat. Da auch Die Völ­kischen erklärten. )ebe Regierung zu unter­stützen, die antimarxistisch regieren wolle unb die Gewähr biete, bah bie völkischen Inter­essen nicht, wie bisher, unterdrückt würben, so wurde gleich im ersten Wahlzang ber Rechts­anwalt Dr. We r nick vorn ßanbbunb -um LandtagSpräsidenten gewählt.

Auch In ber Frag ber Regierungs­bildung ging ber OrdnunaSbund geschlossen vor. er gab gleichfalls in ber ersten Sitzung seine Minister liste bekannt. Statt der fünf Mi­nisterien. dte bie Sozialdemokratie geschaffen unb mit ausgesprochenen Parteimännern be­setzt hatte, wollte ber OrdnungSbunb nur bret Ministerien schaffen und sie mit ausgesproche­nen Fachmännern besetzen. Al« Minister würben sodann mit 42 gegen 28 Stimmen ge­wählt : Für das Flnanzminlsterlltm: Mini­sterialrat Stolze, Weimar; für Wirtschaft unb Innere«: Lanbrat a. D. Dr. Sattler; für DolkSdilbung: Oberverwaltungsgerichts, rat Dr L e u t h e u tz e r, M. b. R. Heben die­sen stehen vier StaatSräte. so batz |eber ber sieden thüringischen Staaten mit einem Mit­glied in ber thüringischen Regierung t>ertrc- ten ist. Die Justiz leitet neben fernen son­stigen Befugnissen Staatsrat Dr. Fritze iLanbgerichtSbirektors selbstänbia. Die An­nahme bieser Ministerliste im Landtag be­wegte bie Kommunisten zu dem üblichen Ra­dau und einem langanhaltenden Pultdeckel- konzert, das damit endete, datz ber frühere kommunistische ^Iustizmin.ster- Korsch er» Härte:Wenn die Reichswehr abgezogen ist aus Thüringen, werben Sie etwa« er­leben.

Thüringen hat also eine ausgesprochene Rechtsregierung bekommen, bie von allen bürgerlichen Parteien gestützt wird. Auch die Demokraten stimmten für bic Regie­rung. indem sic erklärten, bie Zeit für bie von ihnen seit langem erstrebte große Koalition nach preuhischem Muster sei noch nicht gekom­men. Die Regierung verfügt, wenn bie Völ­kischen bei ber Stange bleiben, über eine sichere Mehrheit von 42 gegen 30 Stimmen. Die sieben völkischen Abgeordneten, bie sich völllsch-sozialer Block nennen unb ben be­kannten Schriftsteller Dr. Artur -Sinter zum FraktionSvorfiyenden gewählt haben, bilden ba« Zünglein an ber Wage. Sie Haden e« in bcr Hand, bic Regierung zu stürzen. Rach ihren öffentlichen Erklärungen ist aber ein solche« Vorgehen nicht -u erwarten.

Die neue Regierung ist sich be« Ernste« der Lage unb bcr Schwierigkeit ihrer Aus­gabe voll bew'iht. Da« geht bcutlid) au« der Regierungserklärung hervor, die der zum Vor» sitzenden des Staatsministerium« gewählte Staatsminister Dr. Leutheusser unter leb­haftem Beifall abgab Da« Programm der Regierung hat allgemein in Thüringen war» men Anklang gefunden. ES Ist da« Programm aufrechter deutscher Männer, die mit tiefem Pflichlbewuhtlein an ihre febtoier ac Aufgabe Herangehen. Das Thüringer Voll kann endlich auf atmen. Die Eiterbeule im Herzen Deutsch­lands ist aufaeftrKh n. Der HcllungSprozeh hat begonnen. Da« taktvolle und doch energische Vorgehen bcr neuen ReqlerungSmänner, ihre E har alte rstärke und ihre Sachkenntnisse bür­gen für eine stetige und gedeihliche Detter­entwicklung Thüringen«.

EinDeutscher in Bayern.

Nürnberg, 26. Febr. (Priv.-Tel.) Der LandcSpartcitag der Demokratischen Partei Bayern« hat einstimmig eine Ent» schliehung angenommen. In welcher die Schaf­fung eine« deutschen Block« in Bayern al« elnenationaleRot Wen­digkeit bezeichnet wird. Der Block soll alle umfassen, die bereit und entschlossen seien, auf den Grundlagen der Reichs» und Landes­verfassung für bie Einheit und Geschlossenheit des deutschen Volkes und Reiche« unter aus­reichender Berücksichtigung ber befonberen Le­bensbelange in Bayern elnzutreten. Während der Tagung hatte bcr Landtagsabge orbnete Hartmann vom Dc u tschen Bauern­bund den einstimmigen V- schluß be« Deut­schen Bauembunbe« mitgeteilt, mit ber Demo» kratifchen Partei ein Wahlbündnis für

keine territorialen Annektionen unb feine wirtschaftliche Herrschaft an Aber sie Pnuten in Ruhe axirtai bis ber Entwurf ber Regelung fcrtiggeftcllt sei Eben, weil fie produkti e Pfän­der rn bi Hano hätten. Darum sollten bic Franzosen jetzt als .Bcati pof'identes fich in cji Risiko stürzen? Denn man ein Programm für eine interalliierte Regelung Vorschlägen wolle, fc hätte man da» früher Vorschlag n sollen, als man das Terrain der Auseft-mderfermng Wähler Io nie. Heute aber feien es die Degner ber inter­alliierten Lvfung selbst, bte eine vorzeitige Dis» tulfirm in Dang bringen wollten aitt ei em Ge­biete. das noch niemand genau ;tz erkennen ver» TTwchte. Möge um Gotteswillen vis Geschrei der ,all-uvielen Gänfe auf d Kapitol sich legen.

MetzenerAMiger

General-Anzeiger für Oberhessen

ümdtmbDerlog: vtihl'sche Uni»trfl1ät$-Bid'- leb $ttie»niderti R. £ew)e le Bietzen. Schnstleiteeg ueb Gesch^fiLsteäe: S tiulWraHe 7.