Ausgabe 
24.5.1924
 
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Person des Großadmirals von Tirpitz nichts einzuwenden ist. Die offizöse Parieikorrespondenz schreibt dazu:Trotz seines hohen Alters zweifel­los ein Mann von geschichtlichem Format, ein Staatsmann, der mit dem Auge des Sehers des Ausgang des Krieges schon 1914 vorausgeahnt hat. Ein Mann auch>, der im parlamentarischen Betriebe erfahren und als geschickter Unterhändler zwischen den Fraktionen hundertfach bewährt ist. .... Wenn der deutschnationale Reichs tagsabge­ordnete von Tirpitz jetzt auch gerade keine über­parteiliche Persönlichkeit mehr ist. so doch cm Mann von vielen Graden, gegen den von unserer Seite als Person nichts einzuwenden ist." Aber die Voranstellung der Personenfrage vor dieD:- hairdlung des sachlichen Programms konnte auch sie nicht gutheihen. Ihr sehr vernünftiger Korn- promihvorschlag, Herr von Tirpitz möge die Ver­handlungen persönlich leiten und bei dieser Ge­legenheit seine politischen Ansichten entwickeln, wurde von der deutschnationalen Fraktion abge­lehnt, die Verhandlungen wurden abgebrochen und die Initiative ging von den Deutschnationalen auf dieDeutscheDolkspartei über.

Die Deutsche Dolkspcrrtei hat nunmehr das von ihr im Einvernehmen mit dem Außenminister Dr. Stresemann und mit Unterstützung der Sach­verständigen der zuständigen Reichsämter bis in alle Einzelheiten ausgearbeitete und begründete Programm für die Behandlung der Sachver­ständigengutachten zum Gegenstand der am Frei­tag morgen begonnenen Besprechungen gemacht, über deren Verlauf bis zur Stunde authentische Rachrichten noch nicht vorliegen. Die Haupt­schwierigkeit bei all diesen Verhandlungen schemt Larin zu liegen, daß innerhalb de rdeutsch- nationalen Fraktion über die Stellung zu den Sachverständigengutachten noch keine Einigkeit erzielt werden konnte. Deshalb auch das Dor­schieben der Personenfrage und die Weigerung der Fraktion, als man Tirpitz selber über sein politisches Pvogranun hören wollte. Die verschie­denen Anschauungen innerhalb der Partei stellen sich einem ehemaligen Angehörigen der Deutsch- nationalen, dem Abg. Wulle im wesentlichen ver­körpert dar, einmal in dem völkischen Flügel um Schlange-Schöningen, dann in dem konservativen Flügel um den Grafen Westarp und schließlich in dem linken Flügel mit Hergt, Tirprh und Hoetzsch. Durch einen Mann wie Tirpitz hoffte offenbar die Parteileitung diese verschiedenen Richtungen in­nerhalb der eigenen Reihen zusammenzubringen und nach außen hin den Eindruck der Geschlossen­heit dadurch zu erwecken, daß sie auf eine Be­sprechung eines sachlichen Programms im Augen­blick nicht einging, sondern die Feststellung eines Regierungsprogramms einem späteren Stadium vorbehielt, nachdem ihr Kanzlerkandidat von den Mittelparteien akzeptiert war. Nachdem nun die Deutsche Dolkspartei ihr Programm zur Grund­lage der weiteren Erörterungen gemacht hat, wird alles darauf ankommen, wieweit die Klärung innerhalb der deutschnationalen Fraktion vorge­schritten ist, wie weit die Parteileitung ihre Leute für ein eigenes Programm hinter sich f>at. Die dem Großadmiral von Tirpitz nahestehendenMün­chener Reuesten Rachrichten" wol^n wissen, daß dessen Standpunkt zum Sachverständigengutachten sich von dem der Regierung nicht wesentlich unter­scheide, so daß auf der Basis, der volkspartei­lichen Ausarbeitungen wohl eine Plattform für ein Kabinett der nationalen Mitte denkbar wäre.

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Der Kamps im Ruhrrevier.

Essen, 24. Mai. (WTB) Auf Grund der Schlichtungsverordnung, nach der vor der Ent­scheidung des Schlichters über die Derbindlich- keitserklärung des Schiedsspruchs die Parteien zu hören sind, wurde in Essen vor dem Schlichter für den Bezirk Westfalen über die Derbindlich- kertserktärung des von der vereinbarten Schlich- iungsstelle am 16. Mai in Berlin für den Ruhr- bergbau gefällten Schiedsspruchs verhandelt. Der Versuch des Schlichters, eine Einigung herbeizu- sühren. ist nicht gelungen. Er hat sich ferne wettere Stellungnahme Vorbehalten. Wie dasB. ES. von unterrichteter Seite erfährt, ist wegen des Kampfes im Ruhrbergbau für die deutsche Wirt­schaft vorerst i

7 ein Kohlenmangel nicht zu befurchten.

Tie Einführung englischer bzw. tschechoslowakischer Kohle komme nicht in Frage. Auch die G a s - an st alten seien vorläufig mit Brennstoffen gut versehen. Die Stillegung gewisser Wette un Ruhrgebiet infolge Kohlenmangels habe seine Ursache in der Auswirkung der M i c u m v e r - 1 r ä g c. Sollte sich bei längerem Andauern des Kampfes Kohlenmangel bemerkbar machen, so könnte sofort auf die deutschen Händlern im Aus­land, namentlich in Holland, gehörenden Koh­lenlager zurückgegriffen werden.

TerVorwärts" meldet, daß das Exekutiv­komitee der Dergarbeiterinternatio- n a l e m einer Entschließung den kämpfenden deutschen Bergarbeitern weitgehendste sinter­st ü h u n g zusichert. Die Landesorganisationen 'haben sofort zu beraten und dem internationalen Generalsekretariat bis spätestens Juni zu berich­ten, welche Schritte zu unternahmen sind, um die deutschen Bergarbeiter wirksam zu unterstützen. Der Vorstand des De,u tschen Eisenbah­nerve ibandes fordert seine Mitgli^er auf, den Kamps der Bergarbeiter finanziell zu un­terstützen. Er beschloß, den Bergarbeitern so­fort 10 000 Mark aus der Haupttasse des Ver­bandes zu überweisen.

Stillegungen bei Krupp.

Essen, 23. Mai. (WTB.) Don der Kruppschen Gußstahlfabrik wird mitgeteilt, daß infolge Kohlenmangels ein Teil der Feuerbetriebe morgen früh, der andere Teil am Sonntag früh stillgelegt werden muß. Wieweit die mechanischen Betriebe weiterarbeiten können, die aus Kohle erzeug­ten elektrischen Strom, Dampf usw. verbrau­chen, wird im Laufe des morgigen Tages fest- gestellt werden. Der an sich noch mögliche Aus­weg, daß nämlich die Belegschaft der mitten im Werk gelegenen Kruppschen Zeche Saelzer-Reuack" unbeschadet der end­gültigen Regelung im Bergbau die für den eingeschränkten Betrieb der Gußstahlfabrik er­forderliche Kohle gefördert hätte, ist dem Ver­nehmen nach daran gescheitert, daß die Beleg­schaft dieser Zeche mit Rücksicht auf die Frage der A r b e i t S z e i t der Uebertagearbeiter und im Hinblick auf die Solidarität mit

den anderen Bergaroenern sicy yterzu nicht bereitgefunden hat, obwohl sich auf diese Weise die Möglichkeit geboten hätte, 30 000 Arbeiter der Gußftahlfabrik noch in Arbeit zuerhalten.

Ein kommunistischer Anschlag.

Essen, 23. Mai. (WB.) 3n der vergange­nen Rächt würben in der Wache des 18. Polizei­reviers in Stoppenberg von mehreren Tälern zwei Revolverschüsse abgefeuert und darauf zwei Handgranaten geworfen. Die erste Handgranate durchschlug ein Fenster und fiel in die Mitte des Zimmers, ohne zu explodieren. Die zweite prallte vom Fenster- Pfosten ab und explodierte auf dem Bürger­steig. Personen wurden nicht verletzt. Sämtliche Fenstettcheiben des Hauses wurden z e r t r ü m - m e r t. Der Ueberfall auf die Polizeiwache sollte jedenfalls dazu dienen, die Aufmerksamkeit der Polizei von dem katholischen Kranken­hause in Stvppenberg abzulenken, aus dem zur Zeit der Explosion der Bergmann Kleiber ent­wichen ist, der sich vor vier Wochen beim Aus­probieren selbstgefertigter Handgranaten verletzte.

Der Bayerische Landtag.

München, 23. Mai. (WTB) Der Landtag ist zum 3. Juni nachmittags einberufen worden. Sie Landtagsfrattion der Bayeris chen Volkspartei wählte in ihrer konstituieren­den Fraktionssihung Geheimrat Held wieder zum 1. Fraktionsvorsitzenden. 3n der konstituieren­den Sitzung der kommuni st is chen Landtags­fraktion wurde der Schlosser Schlaffer- Mün­chen zum 1. Vorsitzenden, Frau Aschenbren­ner zum 2. Vorsitzenden und Studienprofefsor a. D. Mager zum Schriftführer gewählt. Die Wahl bedeutet einen Sieg der radikalen Gruppe innerhalb der Partei.

Die preußischen Gemeindewahlen.

Berlin, 23. Mai. (WB.) Der Gemeinde­ausschuß des Preußischen Larchtoges hat seine grundsätzliche Zustimmung dazu erteilt, daß eine Reu Wahl des Gemeindev.orstandes überall da stattzufinden habe, wo bei der letzten Wahl die alten Schöffen und die Vorsteher mit­gestimmt haben. Dieser Grundsatz soll auch auf die Fälle ausgedehnt werden, in denen Magi­stratsmitglieder mit der Stadtverordnetenversamm­lung gemeinsam gewählt haben. Außerdem fand die Anregung Annahme, daß auch dort eine Reuwahl des Gemeinüevvrstandes stattzufinden hat, wo keine Gemeindevertreter zu wählen haben, sondern die Gemeindeversammlung als solche zu wählen hat.

Das deutsche Eigentum in Südafrika.

P retvia, 23. Mai. (WB.) Der Verwalter des Eigentums ehemals feindlicher Staatsange­hörigen teilt mit, daß ein neues Gesetz veröffent­licht wurde, um eine endgültige Regelung in der Verfügung über das ehemals feindliche Eigentum herbeizuführen. Alle Ausnahmemah- regeln aus der Kriegszeit werden aufgehoben und die Beschränkungen, die den südafrikanischen Inhabern von Sicherheiten aufettegt waren, wer- den beseitigt, so daß über die Sick^rheiten jetzt frei verfügt werden bann. Endlich wird der 31. Dezember 1924 als Schlußtermin festge­setzt, bis zu dem die Ansprüche von Südafri­kanern und von Angehörigen der ehemals feind­lichen Staaten angemeldet werden können.

Der Kamps um Millerand.

Paris, 24. Mai. DesOeuvre" wirft in einem heuttgen Leitartikel wieder die Frage Millerand" auf. Rachdem das Blatt festgestellt hat, daß nicht vor dem 3. Juni mit der Bildung des neuen Kabinetts begonnen werden könne, chreibt es: Wenn hie Kundgebungen der Linbs- pcrrteien sich so erfüllen, wie zu erwarten sei. und wenn die Wahl der Vorsitzenden der Kammer diejenige gewesen sei, die man erhofft habe, so würde die Unterredung, die am 3. Juni Mil­le r a n d mit dem V orsihenden von Se­nat und Kammer haben werde, entscheidend ein. Dann würde es nicht begreifen, nachdem die republikanische Mehrheit dem Präsidenten der Republik, zu verstehen gegeben hätte, krß sie nicht mit ihm Zusammenarbeiten wolle, daß sich nur ein einziger Politiker fände, der gegen dieses Stichwort verstoße. Die Linkspar­teien, die in der heuttgen schweren Zeit die Re­gierung übernehmen werden, übernehmen dann icher eine furchtbare Verantwortung. Denn

von ihrem Erfolg oder Mißerfolg hänge das Geschick nicht nur der republikanischen Partei, sondern des ganzen Landes ab.

Ihnen stehe es allein vollkommen zu, in solchen Fällen alle Vorsichtsmaßregeln zu treffen und zu mindestens zu verlangen, daß das Staatsoberhaupt sie nicht ver­rate. Vielleicht habe man auch nicht vergessen, wie Millerand die Verhandlungen in Cannes zum Scheitern gebracht habe. Vielleicht erinnere man sich auch an die Intri- guen, die das Eltzse selb st gegen Poin - core gesponnen habe. Da würde man es chlecht begreifen, wenn ein Ministerpräsident, der im übrigen eine Politik betreibe, die der­jenigen Millerands noch viel stärker ent­gegengesetzt sei, sich bereit befinde, unter einer derartigen ständigen Bedrohung zu regie­ren. Es lie^e nur an Millerand selbst diese Krise abzukürzen, denn, wenn auf der einen Seite cm einzelner Mann, auf der anderen Seite die Mehrheit des Landes stehe, da gebe es chließlich keine Möglichkeit, daß sich die Mehr­heit des Landes beuge unter dem Vorwand daß man es eilig habe und daß der einzelne Mann nicht hören wolle.

Serriots Verhandlungen.

P ris, 24. Mai. (WD.) Der Abgeordnete Herriot h.ttte gestern nachmittag eine zwei- tündige Unterredung mit dem Präsidenten des Senats Doumergue gehabt. Rach der länge­ren Unterredung, die Herriot am Vormittag mit Poincare hatte, unterhandelte er auch mit dem sozialistischen Abgeordneten Moutet, der mit ihm auf einer Liste gewählt worden ist. Rach demMattn" hat Poincars dem künftigen Ministerpräsidenten über die mit den Alliierten eingeleiteten Verhandlung:n, namentlich über d^s Sachve rstä ndjge n proaramm unteirich t e t. Mit dem Senatspräsidenten soll Herriot die Finanzlage studiert haben. Roch einmal habe man sich dahin rerftändigt, daß die zukünftige Regierung unter a^en Umständen den Aus­gleich des Duvgets erzielen müsse ohne

die erforderlichen Mittel durch Anleihen zu suchen. Der Senatspräsident habe besonders auf diesen Punkt hingewiesen, da die erste Kammer diesem ein ganz besonderes Gewicht beilege. Herriot und Doumergue hätten auch die Frage besprochen, welche Mitglieder des Senats in die neu zu bil­dende Regierung eintreten werden.

Poincar6s zukünftige Rolle.

London, 23. Mai. (WD.) DieEvening Rews" veröffentlicht einen eingehenden Artikel Huddlestons aus Paris über die Ab­sichten Poincares, der nach Ansicht Huddlestons das politische Leben noch Jahre lang beherrschen werde. Huddle- ston, der in den letzten Tagen eine lange Unter­redung mit Poincare hatte, schreibt, Poincars fei keineswegs niedergeschlagen. Er wisse, daß seine Politik von seinem Nachfolger ohne große Veränderung fortgesetzt würde. Wenn Deutschland den Bericht der Sachverstän­digen nicht vorbehaltlos und aufrichtig annehme, werde die französische Politik in den Augen der Welt gerechtfertigt dastehen. In dem Artikel heißt es dann weiter, Poincare werde auch nötigen- falls eingreifen, umRevanchevorberei- tungen Deutschlands zu verhindern. Alle offiziellen und inoffiziellen Meldungen besagten, daß die Gefahr niemals größer gewesen sei. Deutschland werde nicht so naiv sein, Frankreich direkt anzugreifen. Es werde vielmehr Mißgriffe des Friedensvertrags wie den polnisch enKor- ridor oder die Danziger Frage dazu be­nutzen. Wenn der Kampf einmal begonnen habe, könne er nicht mehr lokalisiert werden, sondern werde allgemein werden.

Kleine politische Nachrichten.

Die geplante Denkmalsweihe des ehe­maligen 4. Garderegiments zu Fuß am Schloß Bellevue in Berlin ist verboten worden.

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Am 25. Mai sind von der Interalliierten^ Rheinlandkommission im besetzten Gebiet folgende Zeitungen verboten worden: auf 1 Monat dieWeltrundschau", auf 3 Monate Fiidericus",Freiheitssonne" undBerliner Lokalanzeiger".

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Präsident Coo lidge leidet an einer Er­kältung. Sein -3uftand hat sich heute ver­schlimmert, obwohl durchs die Spezialbehandlung (Einatmung eines Gasgemisches auf der Grund­lage von Chlor) eine vorübergehende Erleichterung herbeigeführt werden konnte. Der Präsident hat die meisten von seinen Verpflichtungen absagen müssen.

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 24. Mai 1924.

Die Reichs-Teuerungsziffcr.

Die Reichsindexziffer für Lebenshaltungs­kosten (Ernährung, Wohnung, Beleuchtung und Bekleidung) beläuft sich nach den Feststellungen des Statistischen Reichsamtes für den 21. Mai auf das l.lbbillionenfache der Vorkriegszeit. Gegen­über der Vorwoche (1,16 Billionen) ist demnach eine Abnahme um 0,9 Proz. zu verzeichnen.

Gießener Wochenmarktpreise

am 24. Mai. (Händlerpreise.)

Es kosteten: das Pfd. Butter 210, Matte 35. Käse 65 bis 70, Weißkraut 45, gelbe Rüben 60, Spinat 35 bis 50, Spargel 40 6is 80, Tomaten 250, Zwiebeln 20 bis 25, Rhabarber 25, Aepfel 50, Kirschen 80, Kartoffeln, neue 30 bis 35, atte der Zentner 500 bis 700; das Stück: Eier 11 bis 12 Blumenkohl 150, Lauch 10 bis 20, Rettich 40 bis 50, Sellerie 15 bis 25; das Bund Radieschen 15 bis 25 Pf.

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Vornotizen.

Lageskalender für Samstag: Gesangverein Concordia: 60. Stiftungsfest und Bundesfest des Oberh. Sängerverbands: 8 Uhr Festtommers. V. f. D.: 81/2 Uhr im Schipkapah Monatsversammlung. Rundfunkhaus, Löber- straße: 8y2 Uhr Wunschabend. Radiohalle, Kirchenplatz 9: Tägl. neues Programm. Licht­spielhaus, Bahnhofstraße: Faszination". Pa­last-Lichtspiele:Der Nibelungenfilm".

Tageskalender für Sonntag. Gesellschaft Liebig-Museum: 1011 Uhr im Mu­seum Ausstellung von Liebig-Erinnerungen und Dortrag von Studienrat Dr. Heussel, "kl Uhr Gedächtnisfeier am Liebig-Denkmal. Gesang­verein Concordia: 60jähr. Stiftungsfest und Bun- , desfest des Ober Hess. Sängerverbands. Licht­spielhäuser dasselbe Programm wie am Samstag.

Aus dem Stadttheaterbureau wird uns geschrieben: Die Tragikomödie ernes Magiers nennt Heinrich Lilrenfein sein neues WerkCa g l r 0 st rc>", das am kommenden Mitt­woch als Gastspiel des Dab-Rauheimer Kur- theaters gegeben wird. Die fein abgestiminte Per- iflage des in dem AbenteurerCagliostro" ver­körperten Ottultismus wirkt recht zeitgemäß und wird fieber wettere Kreise interessieren. Das Werk ist erst jüngst am Mainzer Stadttheater mit leh­rhaftem Erfolge gegeben werden.

Vom Bühnenvolksbund wird uns geschrieben: Die Theatergemeinde des Bühnew- volksbundes veranstaltet nunmehr, nachdem die' Vorbereitungen soweit gediehen find, am Sonntag, 1. Juni, nachrn. 51/2 Uhr die erste Aufführung von LienhardsWieland der Schmied". Die Waldbühne wurde der Spielgemeinde des D. V. B., die zum Teil aus Mitgliedern der Waldbühne besteht, in dankenswerter Weise von Prof. Dr. B e r n b e ck zur Verfügung gestellt und ist zweckentsprechend hergerichtet worden. (Näheres s. Anzeige.)

Der Goethebund veranstaltet Sonn­tag einen Vortragsabend über das ThemaGoethe als Naturforscher". (Siehe Anzeige.)

Deutsche christl. Studentenver- einig ung. Montag abend ttn Saale der Iv- hannesgemeinde Dortrag überChristentum und Wirtschaftsbau". Näheres im Anzeigenteil.

Ein Handballwettspiel der Hoch- chulen Darmstadt und Gießen findet am nächsten Mittwoch nachmittag 6 Uhr auf dem Universitäts- Spielplatz am Schützenhaus statt. Beide Hoch­schulen verfügen über gute Mannschaften. Es ist also ein schöner Kampf zu erwarten. (Dgl. die Anzeige m der gleichen Nummer.)

Wettervoraussage

Meist bedeckt, zeitweise auffrischende Winde, etwas wärmer, Regenfälle.

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Tagung des Kreistages defc Kreises Gießen. Am Samstag, 31. Mai, vormittags 10 Uhr, findet im Sitzungssaal des Regierungsgebäudes zu Gießen die diesjährige ^deutliche Tagung des Kreistags des Kreises Gießen mit folgender Tagesordnung statt: 1. Rechnung und Rechenschaftsbericht der Kreis- kaffe für 1921. 2. Frage des Kreiskassenvoran^ schlags für 1923 und Antrag auf Genehmigung der für 1923 erhobenen Umlagen. 3. Voranschlag der Kreiskasse für 1924. 4. Erhebung einer Hunde­steuer (Kreisabgabe). 5. Erhebung von Zuschlägen zur Grunderwerbsteuer durch den Kreis 6. Kreis- fteuerreform. 7. Vergütung für Drandhilfe.

"Dasl68erRegiments-undStis- tungsfest, mit dem auch eine Gedächtnisfeier für die Gefallenen verbunden sein wird, soll am 31. Mai und 1. Juni in unserer Stadt abgehalten werden. Näheres im heutigen Anzeigentäl.

Da s nächste An läge nkvnzer t fin« bet am Montag, nachmittags 7 Uhr, am Liebigs- bentmal durch das Musikkvrps des 1. (Hess.) Da­ta ilbons, 15. Inf.-Regt. unter Leitung von Ober» Musikmeister Löber statt. Vvrtragsfvlge: 1. 2Ioe Maria von Frz. Schubert, 2. OuvertüreDie Heimkehr aus der Fremde" von F. Me>ck»elsohn-- Dartholdh, 3. Preislied a. b. Oper:Die Meister- sing er von Nürnberg" von R. Wagner, 4. Hal- lorenmarsch mit Benutzung zweier Marschmelv- dien aus dem 15. Jahrhundert von M Kämpfert, 5. Marsch über altniederländische VollSli-eder von Th. Grawert. \

** Zum Programm bs.r Liebig» F e i e r ist noch nachzutragen, daß am Sonn­tag, 25. Mai, nach dem im Liebig-Musemn stattfindenden Dvrttag von Studienrat Dr. H e u ß e l, zwischen l/2 und 8/tl Uhr der Rek­tor der Universität, Prof. Dr. Laqueur.am Liebig-Denkmal, Ost-Anlage, eine Ansprache hält. An der gleichen Stelle wird am Montag, 26., also am eigentlichen IubilämnStage, abends um 7 Uhr dank dem Entgegenkommen des Kommandos unseres Reichswehr-Regi­mentes, ein Promenadenkonzert der Militär­kapelle stattfinden. An demselben Abend, von 8V4 Ahr an, findet im Katholischen Dereins- haus der Borttag von Geh. Mat Prof. Dr< Elbs und die Vorlesung derGoldmacher^ durch Regisseur D 0 l ck statt. In denGoldq machern" ist der Gedankenkreis der phhsikali^ schen und chemischen Naturwissenschaften mit dem sozialen Geschehen der letzten 10 Jahre, seit Ausbruch des Krieges, sowie bei ynd nach der Revolution in einer dramatischen Darstel­lung verknüpft.

** Oberhessischer Kunstvereirr Die Ausstellung, die zur Zeit ttn Turmhaus am Brandplatz veranstaltet wird, ist bestimmt, einen Ueberblick über die derzeitigen wichtigen Erzeugnisse der Karlsruher Graphik zu geben. Die Kollektion ist von Professor Hans von V 0 l k m a n n zusammengestellt, umfaßt Werke von 26 Künstlern und konnte zunächst nicht vollständig vorgeführt werden. Ende dieser Woche findet eine teilweise Umwechslung statt. Neu dertreten werden sein: Professor G.Wolf, Alfted Springer, Friedr. Siegvist, Albett Ludwig, Hans Otto Schönleber (Faust-Zyk^ lus). Auch werden einzelne weitere Werke der bisher schon betretenen Künstler hinzukvm- nten. Die Ausstellung wird in dieser neuen Zusammensetzung von Sonntag, 25. Mai, ab noch in der nächsten Zeit, wie bisher, Sonn­tags, Montags, Mittwochs, Freitags von 11 bis 1 Uhr, Mittwochs auch von 35 Uhr ge­öffnet sein.

" Oberhesfifches Museum unD Gailsche Sammlungen. Man schreibturrs: Oestlich und westlich der Sttaße Leihgestern Lang-Göns wurde im Jahre 1908 und den darauf folgenden Jahren eine große Siedelung der Stem- zeit bei Errichtung von Neubauten freigelegt. Der schwere Lehmboden, in dem einzelne Sandnester eingesprengt sind, barg eine Fülle von Steinwerk­zeugen, verzierten und urwerzierten Scherben, Knochen größerer Säugetiere, zum Teil ge­spalten, Lehmputz und Holzkohle. Zwei Menschen­skelette, die auf dem Boden ihrer Haushütte bestattet waren, im Verein mit mannigfachen Steinwerkzeugen und Gefäßscherben, zeigten einen zierlichen Wuchs. Das im Januar 1924 auf­gedeckte Grab bei Holzheim hat ähnliche ©röftero» Verhältnisse. Die Siedelung gehört in der Haupt­sache der Periode der Dandkeramik an, deren Gefäße äußerlich mit Bandmustern geziert sind. Ihre Bewohner, ein Dauernvolk aus den Ge­bieten der oberen und mittleren Donau stam­mend, hatten sich gur Steinzeit stark in unserer Gegend ausgedehnt. Im 2lpril 1924 fand Lehrer Loh, Leihgestern, dem wir durch seine rastlose Tätigkeit so manchen wichtigen Bodenfund ver­danken, in einer Grube eine Menge Gefäßscher­ben, die im Museum nach mühseliger Arbeit zu entern prächtigen Gefäß zusammengesetzt werden konnten, und eine Kugelatnphore von 33 Zenti­meter Höhe, wovon 6,5 Zentimeter auf den HabS fallen, ergab. Sechs Henkel zum Aushängen sind

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