Ausgabe 
24.5.1924
 
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mm 4 Monaten 2 Wochen und werden sich demnächst noch in Frankfurt a. M. toegen des Autodiebstahls zu verantworten haben.

Wegen Beleidigung seines Schwagers wurde ein Schmied von Heuchelheim, der mit ihm im gleichen Hause wohnt, zu einer G e l d st r a s e von 50 G o ldmark und den Kosten verurteilt.

yatinisi: von grundlegender Bedeutung. Schliess sich wird ein Antrag einstimmig angenommen der bestimmt, daß zur Generaldebatte über den Bor­an sch lug eine neue Sitzung des Stadtparlamsnts am 4. Juni stattfinden soll.

Verspätete Zahlung von Gemeinde­steuern und - Abgaben.

Mit einer Mehrheit von 24 Stimmen be­schließt das Haus, daß bei nicht rechtzeitiger Zah­lung von Gemeindesteuern und -Abgaben für je. en auf den Zeitpunkt der Fälligkeit folgenden aiL» nat ein Zuschlag von 5 v. H. des Rückstandes zu zahlen ist. Der Finanzausschuß wollte die 5 Proz. für ben halben Monat erhobm wissen, La dieser Satz aber auf einen Zähreszrnssay von 120 Proz. hinauslausen würde dehnt ein Antrag der F eien Vereinigung und der Deutschen Bolksparter die 5Proz auf einen ganzen Monat aus, also gleich 60 Proz. Hähreszins. In dieser Fassung, die denr weitverbreiteten wirtschaftlichen 2iotstand Rechnung tragen will, findet die Vorlage An­nähme. 1

Anlage eines Waldsportplahes.

Sitzung der Stadtverordneten.

Gießen, 23. Mai 1924.

Die heutige Sitzung sah als Höhepunkt die Einbringung des Haushaltungs-Dor­anschlags für 192 4, mit der eine bedeut­same und aufschlußreiche Rede des Oberbürger­meisters verknüpft war. Der Voranschlag, dessen Abschluhziffern wir weiter unten im Sxtzungs-

unstderein. im Turmhaus d. ist bestimmt, tigen lvichtigev lphik zu geben. Dt Hans von > umfaßt Deck Machst nicht ' Ende dieser xdjflungftatt. MT.Dvlf, eM, Werf it (Faust-Zhd lere Deck der Her hinzudm- n dieser neuen z, 25. Mai, ab bisher, Sonn» 'eitags von U 3-5Hrge»

den erhöht.

Kreditbewilligungen. __

3m Hinblick auf die ab 1. April eingetretene Erhöhung der Löhne der städtischen Arbeiter wird für 1924 ein Kr^>it von rund 52 000 Mk. zur Ver­fügung gestellt. Für die Beschaffung eines Oel- schalters für den Transformatorenbetrieb werden 450 Mk für die Lieferung von Planroststaben 540 Mk., für Reuanschlüsse an das Kabelneh und die Beschaffung von 2000 Mtr. Verteilungskabel für das Elektrizitätswerk 10 770 Mk., für die Lie­ferung feuerfester Steine 600 Mk., zur Bestrei­tung von Reichstagswahlkosten 1386 Mk., für Der- einsmitgliedschaften 65 Mk. und- für die Anbrin­gung von Stratzenlampen in verschiedenenStraßen- zügen 2500 Mk. bewilligt.

Kleine Vorlagen.

Die Wahl einer neuen Armenpflegerin für den 4. Armenpflegebezirk, eine formelle Iugend- amtsangelegenheit, einige kleine Stadtwald-Bor- lagen, mehrere Baugesuche (u. a. Anbringung von Finnenschilderns und zahlreiche Vergebungen von Arbeiten und Lieferungen werden glatt genehmigt.

Mitteilungen.

Der Oberbürgermeister gibt Kenntnis von einer Einladung der Gesellschaft Liebig-Museum an das Stadtparlament zur Teilnahme an der Liebig-Gedächtnisseier.

Weiter teilt er mit, daß die Deutsche Volks- Partei in einer dringenden Anfrage Aufklärung erbittet über die Absichten der Stadtverwaltung zur Bekämpfung der Staubplage in der Frankfurter Straße, und daß die Sozialdemokratische Fraktion in ^-rselben Ange­legenheit einen Antrag eingebracht hat, in dem die Teerung der Frankfurter Straße gefordert wird Der Oberbürgermeister erklärt, das Stadt- barramt habe Auftrag zur Ausarbeitung von Vorschlägen erhalten, in der nächsten Sitzung könne die Frage beantwortet werden.

Landkreis Gießen.

* Grünberg, 23. Mai. Zum jüngstenVieh- "markt wurden 887 Schweine angefahren, eine Zahl, die seit 19h4 nicht mehr zu verzeichnen war. Das starke Angebot, dem eine nicht ebenso große Rachfrage gegenüberstand, hatte sehr gedrückte Preise zur Folge. Es kosteten 67 Wochen alte Ferkel 11 bis 15 Mk., 78 Wochen alte bis zu LO Mk., 810 Wochen alte 20 bis 25 Mk. Für ältere Tiere und Läufer wurden je nach Stärke und Qualität bis zu 35 Mk. bezahll.

* Lang-Göns, 23. Mai. Zur Vor­nahme von Kanal- und Wasserleitungsarbei­ten ist die K r e i s st r a ß e Lang-Göns Holzheim bis auf weiteres für den Ver­kehr gesperrt worden.

» H u n g e n, 23. Mai. Der hiesige Schweine­markt konnte eine überaus große Zufuhr an Ferkeln aufweisen. Richt weniger als 813 Tiere stau den zum Verkauf. Die Preise bewegten sich zwischen 12 und 20 Mk. für jüngere, 20 bis 30 Mk. für ältere Ferkel pro Kopf. Springer wurden mit 30 bis 40 Mk. verkauft. Der 5)cmM war schlep­pend, so daß großer Lieberstand verblieb.

Starkenburg und Rheinhessen.

Darmst adt, 22. Mai. (WTD.) Aus Dingen wird gemeldet: In D i n g e n hatte der separatistische Kreiskommissar, Kellner und spätere Danknotenräuber Schorn Anfang November 1923 den hessischen Kreisdirektor Schönin die Verbannung geschickt" so soll wenigstens die originelle Auswei­sungsverfügung gelautet haben. Endlich nun, nach siebenmvnatigen Verhandlungen, ist es den deutschen Behörden gelungen, zu er­reichen, daß der hessische KreiSdirektvr Schön seinen Dien st wiederaufnehmen kann. DiS jetzt wurde dies von dem Kreisdelegierten der Interalliierten Rheinlandkommission ver­hindert, der nunmehr von höherer Stelle eines Desseren belehrt worden zu sein scheint, so daß er seinen Widerstand aufgeben muhte.

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erhält ihre Fußböden dauernd schön, weil aus besten Edelwachsen und mit V#*0"** amenkan. Terpentinöl hcrgestellt.

Zu haben bei Ernst Noll. Kaiser-Drog., Roons tr.2

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wird. ,

3m übrigen behandelte das Haus noch ver­schiedene andere wichtige Vorlagen, von denen u a. die eine zahlreichen Sportfreunden eine Ge­nugtuung bereiten wird, während die andere manchen sorgengeplagten Vater einlädt, in Zu­kunft für das Töchterchen noch ein wemg tiefer in ben Geldbeutel zu greifen.

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befitmmter Reihenfolge angebracht; die Farve | fl schwarzgrau. Das Oberhessische Museum besitzt Kreits eine ähnliche Urne aus den Ausgrabun- der Lindener Mark, doch nur mit 4 Henkeln versehen. Durch Geschenke hiesiger Bürger sind ,2Ach die übrigen Abteilungen des Museums be­trächtlich vermehrt worden, wofür auch an dieser Stelle herzlicher Dank ausgesprochen wird. An­dauernder reger Besuch der drei Museen von per Stadt- und Landbevölkerung beweist dxe Wertschätzung dieser hervorragenden Dxldungs- stätten. , , Kr

116er Gedächtnisabend. Am Samstag, 31. Mai, veranstaltet der Verein ehe­maliger 116er zum Gedächtnis der Gefallenen bes Regiments und seiner Kriegsformationen einen Ehrenabend im hiesigen Stadttheater, dessen Reinertrag zur Errichtung eines 116er Denkmals Verwendung findet. Die ^Vorbereitungen unter Leitung des Herrn Karl Juhnke vom Stadt- ttyeater sind in vollem Gange, so daß mit einem würdevollen Abend zu redjncn ist. Räheves wird noch im Anzeigentell deS »Gießener Anzeigers" bekanntgegeben.

** Goldmarkbandervlierung oller Tabakfabrikate. Sämtliche Ta- bakerzeugnisse, die noch mit Papiermarkbande­role versehen sind, müssen spätestens am 31. Mai bei allen Zigarrenhändlern mit Gvld- -riarkbandervle nachversehen werden. Die Pa- ^iermarkfteuerzeichen verlieren an diesem Tage ihre Gültigkeit, dürfen aber lautZigarren- tind Zigaretten-Spezialist- von den Packungen nicht entfernt werden. Tabakerzeugnisse mit Papiermarkbandervle, die nach dem 31. Mai 1924 im Handel ohne die Zusatzgoldmarkban- Lerole betroffen werden, unterliegen der Ein­gehung.

" Aus dem Gießener Standes- vmtsregister. Es starben in der Zeit vom 1. bis 13. Mai: 1. Mai Ludwig Vogel, 6 Stun­den alt, Ebelstraße 26, 2. Mai Heinrich Vogel, 1 Tag alt, Ebelstrahe 26; 3. Mai Gisela Fendt, geb. Dertog, 24 Jahre alt, Löberstrahe 25; 4. Mai Lucie Engel, 2 Monate alt, Wetzsteinftraße 43, Hans Zimmermann, 2 Stunden alt, Schloß­gasse 16; 6. Mai Karl Schneider, Kellnerlehrling, 15 Jahre alt, Wilsonstraße 4; 8. Mai Margarete Gutfleisch, ohne Beruf, 82 Iahre alt, Bahnhof­straße 67, Elise Bauer, geb. Dotter, 81 Iahre jalt, Sicher Straße 74; 9. Mai Hermann Windheil, ohne Beruf, 71 Iahre all, Lvnhstrahe 4; 11. Mai Ultima Gröninger, geb. Gundel, 73 Iahre alt, Bvethestvatze 46, Kurt Günther Klaus, 1 Monat xilt, Wetzsteinstraße 43; 12. Mai August Hermann -Reu reut her, 9 Monate all, Löwengasse 18, Mar­garete Schrieke, ohne Beruf, 71 Iahre alt, West- Umlage 35, Oskar Klose, Eisenbahn-Oberingenieur, , ,73 l>lhve alt, Gartenstrahe 26; 13. Mai Mathilde .Bauer, ohne Beruf, 56 Iahre all, Liebigstrahe 3, Konrad Damm, Schreinermeister, 65 Iahre alt, Liebigstrahe 97, Karvline Voigt, geb. Dornseiff, »76 I^hre all, Ludwigstraße 32.

Amtsgericht.

Gießen, 22. Mai. Im Sommer 1923 wur­den auf dem hiesigen Friedhof häufig Zinklasten von Gräbern gestohlen, ohne daß man der Täter habhaft werden konnte. Am 11. 3um sah nun ein auf dem Friedhof arbeitender Bild­hauer wie ein Mann sich an einem Grabe zu schaffen machte, einen Zinkkasten mit Erde aus­schüttete und damit verschwinden wollte. Er lies ihm nach und sah gerade noch, wie er über die Friedhofsmauer sprang. Auch eine in der Rahe des Friedhofs arbeitende Zeugin sah den Dxed. Beide bekunden übereinstimmend, daß der Ange» klagte ein Händler und Scherenschleifer von hier, derjenige sei, den sie ^wals gesehen haben. Trotz seines Leugnens hielt ihn das Ge­richt für überführt und ixrurtexlte ihn wegen Diebstahls zu 2 Monaten Gefängnis.

Ein Motorschlosser^nd ein Friseur aus Rorddeutschland entwendeten auf der Wan­derschaft in der Rähe von Frankfurt a. M. ein Auto und fuhren damit in die Gegend von Gon» irorf Auf ihren Streifzugen gelangten sie auch an das bei Beuern gelegene Sommerhaus eines hiesigen Zahnarztes. Einer von ihnen flieg auf Vas Dach, drang durch das Dachfenster xn das Iimere des Hauses ein und öffnete mit einem falschen Schlüssel die Haustüre Beide verachten mehrere Tage daselbst zu, machten sich Feuer an, kochten von den vorhandenen Vorräten und ent» wendeten verschiedene Gegenstände. Sie erhielten Gefängnisstrafen von 4 Monaten und

Aus aller Welt.

Schwere Gewitterschäden.

Magdeburg, 23. Mai. <WTB.) Die Ge­gend südlich des Gebirgszuges Huy bei H a l b e r» stadt ißt von sehr schweren Wolken- b ch e n heimgesucht worden. Besonders in Mit­leidenschaft gezogen wurden Athenstedt und S t r o e b e <£. Die reißenden Fluten, die sich durch die Dörfer wälzten, legten d e Mauern um, rissen das Pflaster auf und führten Vieh und Inventar mit sich. Die Saaten wurden teilweise ver­nichtet. In den Wohnräumen schwimmen die Ein­richtungsgegenstände. Im Dotfe Stroebeck steht das Wasser zwei Meter hoch. Menschenleben sind nicht zu beklagen. Der Sachschaden ist sehr groß. Besonders stark ist die Einbuße an Vieh.

Hamburg, 23. Mai. (Wolfs.) In den gestrigen Abendstunden entlud sich über Ham­burg ein s ch w e r e s Gewittermitwvlken- b ruchartig em Regen. Terschi dme Hm ec wurden durch kalte Schlage beschädigt. Im Stadt­teil Eppendorf legte ein Blitzstrahl, der in einen Strahenbahnmast fuhr, den Vermehr der eietiri­schen Bahn mehrere Stunden still. Im Stadtteil Hamm schlug der Blitz in einen Baum, unter dem mehrere Personen Schutz gegen den Regen gesucht hatten, und tötete einen Arbeiter und verletzte drei weitere Personen.

Hessen-Nassau.

tob. Frankfurt a. M., 22. Mai. Am Fahrkartenschalter des Hauptbahnhofes wurde | ber 24jährige Hans Keul aus Herne tn dem Augenblick verhaftet, als er eiiEN Reisen­den den Mantel stehlen wollte. Äeal ging ftetö mit Strudentenkappe und Evuleurband. Erne Haus­suchung bei ihm beförderte eine gewaltige Zahl von Pfandscheinen über gestohlene und versetzte Pfandscheine an das Tageslicht. Der Bursche gestand bisher 1 3 Man te ld i ebst ä hle ein, die Zahl der geslvhlenen Mäntel wird von der Polizei auf Grxmd des Deweismaterials auf m in= de stens 50 geschäht. Auch als Dieb zahlreicher Fahrräder kommt der Iüngling, der aus den Erträgnissen seiner Gaunereien ein recht gutes Leben führe:,, konnte, in Frage. Einem im Stadtteil O b e r r a d wohnenden jungen Ehepaar, das erst ein Geschäft angefangen hatte, wurde, während es in der Wohnung weilte, der Ge- schäftsraumausgeplündert.sv daß das ganze Lager erneuert werden muhte. Run weilte das Ehepaar dieser Tage morgens im Geschäft vnd lieh die Wohnung unbeaufsichtigt. Als es mittags heimkam, hatten Diebe aus der Woh- Biung sämtliche Wäsche, Betten, Kleider und andere Wertgegenstände fortgeschleppt. Das Ehe- toar ist durch die beiden Diebstähle an den flisttelstab gebracht worden.

bericht mitteilen, läßt in allen Teilen strengste Sparsamkeit erkennen, ja mcm hat den Eindruck, dah die Sparsamkeit verschiedentlich wohl zu weit getrieben ist und die tn diesen Titeln vor­gesehenen Ansätze kaum innezuhalten sein dürften. Das Etatenmaterial offenbart eine Fülle recht beachtenswerter Punkte, auf die wir in den näch- I st en Sagen näher eingeben werden. Der Ober­bürgermeister hob in seiner Voranschlagsrede, die I wir in ihren besonders wichttgen Teilet: noch bringen werden, hervor, daß dieser Voranschlag alle Merkmale eines Rotetats zeigt. Er hat leider allzu recht, beim unsere deutsche Verarmung, namentlich die Verschlechterung der kommunalen Finanzen sieht man auch hier wieder mit aller Deutlichkeit hervortreten. Manches brauchte für I die Städte nicht so schwierig und ärmlich zu I sein, wenn das Reich und die Länder nicht überall I die Fettaugen von der Steuerfuppe abschöpsen I und den mageren Rest samt einem gehörigen Bündel von wenig schmackhaften Lasten den Ge­meinden überlassen würden. Der Oberbürgrr- I meister brachte nach dieser Richtting hin sehr I beachtenswerte Grundsätze zum Ausdruck, die man an den maßgebenden Stellen in Berlin und in Darmstadt sich mal durch den Kopf gehen lassen und darm bald in die Praxis umsetzen sollte Er gab aber auch den Bürgern einiges zu be-

i denken, das nicht minder beherzigenswert ist. Das Stadtparlament würdigte die weitreichende Be­deutung eines neuen Voranschlags auf wieder gefestigter Rechnungsgrundlage und die sehr be­merkenswerten grundsätzlichen Anmerkungen und technischen Erläuterungen in der Oberbürger­meister-Rede so sehr, dah es dem Antrag der Verwaltung, den Voranschlag sofort an den Finanzausschuß zu schicken, nicht Folge gab, son­dern beschloß, erst einmal in eine General­debatte über diesen Voranschlag einzutreten. Obwohl wir im allgemeinen der Ansicht sind, daß ! große Reden im Parlamentsplenum nicht gerate

I zu den Rotwendigkeiten geboren, so möchten wir in diesem Falle doch auch sagen, daß hier eine

| Generalaussprache erwünscht, ja notwendig ist. Die Verbältnisse sind nachgerade so schwierig und

I kompliziert geworden, daß man von den Mit­gliedern der Stadtverwaltung und den paar Herren des Finanzausschusses unmöglich ver­langen kann, sie mühten alles wissen, alle Dinge beherrschen und sie einwandfrei, entschei­den können. Wir erwarten von dieser General- aussprache, in der die Gedanken vieler Köpfe und die Wahmebmungen vieler Augenpaare zum

I Vortrag kommen werden, eine Befruchtung der schwierigen Beratungsarbeit des Finanzaus­schusses. Diese Prozedur vor der Ausschutzarbeit vorzunebmen, ist nicht nur nach parlamentarischen Regeln allein richtig, sondern auch das sachlich Zweckmäßigste. Angesichts des einmütigen Wun­sches des Hauses gab die Verwallung ihren ur­sprünglichen Etandpunll auf, den ein sozialdemo­kratischer Redner tn der ersten Aufwallung allzu hart alsProvokation des Hauses" bezeichnete wir glauben nicht an eine solche Absicht, sondern halten eher dafür, daß es der Verwallung nur

I um rein geschäftsmäßige Gründe zu tun war und erklärte sich mit der gewünschten großen Aussprache einverstanden, die nun am 4. (Juni stattfinden soll. Wir hoffen gern, daß dabei v \ e l sachlich Förderndes herauskommt und möglichst wenigzum Fenster hinaus gesprochen

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Sitzungsbericht.

Anwesend Oberbürgermeister Keller, Bür­germeister Krenzien, die Beigeordneten Dv Seid, Dr. Frey, 3uft^rat Rosenberg und Kommerzienrat Klingspor sowie 38 Stadt» I vervrdnäe.

Zu Beginn der Tagesordnung legt der Ober­bürgermeister den

Haushaltungs-Voranschlag für das Rechnungsjahr 192 4.

t>Dr In seiner etwa einstündigen Doranschlags­rede schneidet der Oberbürgermeister eine ganze Reihe wichtiger kommunaler Fragen an. Der Vor­anschlag ist unter strenger Beachtung des Grund­satzes der äußersten Sparsamkeit aufgestellt wor­den Die Detriebsrechnung schließ xn Ein­nahme und Ausgabe mit 2 233 538 Akk Q^en 3 694 059 Mk in 1914 ab. Zur Erzielung desiAus- gleichs zwischen Ausgaben und Einnahmen smd 647 529 Mk durch selbständige Gemeindesteuern, aufzubringen. Zur Deckung dieses Betrages stehen der- Stadt nur die Grundsteuer die Gewerbesteuer und die Sondersteuer vom bebauten Grundbesitz zur Verfügung. Die Ver m ög e nsr e chnung | verzeichnet an Gesamtausgaben 641256 Mk an Gesamteinnahmen 484 454 Mt. Mllhw sind durch Kapitalaufnahme 156 802 Mk. zu decken. Ramens der Stadtverwaltung beantragt der Redner den

I Voranschlag dem Finanzausschuß zur Vorbera­tung zu überweisen. Gegen diesen Vo^ch^ag er­hebt sich Widex-spruch aus dem Hause. Redner der sozialdemokratischen Fraktion verlangen, daß vor der äleberweisung des Voranschlags an den Finanzausschuß eine Generaldebatte öum Haushaltsplan stattfinde, die ^Gelegenheit bieten solle, dem Ausschuß die Wünsche und Ansichten der Parteien eingehend zur Kenntnis zu bringen und für die Ausschußberatungen nere Gesichts­punkte zu eröffnen. Ein demokratis cher Sprecher vertritt den gleichen Standpunkt. Der Wortführer der Deutschen Volks Part ex

I gibt zu erkennen, daß seine Fraktton dem Verlan­gen Der Vorredner freundlich gegenüberftdyt und bereit ist in eine Generalaussprache einzutreten. Ein Redner der Freien Vereinigung stimmt gleichfalls zu. Alle Redner bedauern, daß dem Hause der Voranschlag so spät vorgelegt wird; sie beben weiter hervor, daß die große Aussprache erst stattfinden könne, nach,dem den Stadtverordneten der erste (allgemeine) Teil der Rede des Oberbürgermeisters, in dem sehr bedeut­same Gesichtspunkte eröffnet worden seien, im Wortlaut vorliege, denn dieser Teil sei für dxe Betrachtung unserer komnmnalpolitischen Der-

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die oberhalb Gießens liegen, fließen die Abwäsier der Kläranlagen In die Lahn hinein, das auch be­seitigt werden mühte. Weiter empfehlen wir dem Einsender, bei der Stadt vorstellig zu werden, daß die Stadt ein gesundes Luft- und ^>raxenbab bei den städtischen Eisteichen im Schiffenberger Weg errichtet, das unbedingt nottoenbig wäre für die Einwohnerschaft in Gießen.

Sektion Gießen des hesiischen Landesverbandes reisender Schausteller, Händler, und dessen De- rufsgenosien, Sih Darmstadt.

Max Walldorf, Vorsitzender

Geschäftliches.

Die Zigarettenfabrik Engel zu Frankfurt a. M. hat eine Anzahl neuer Marken herausgebracht, von denen Roma und Sportkartell nunmehr in den einschlägigen Ge­schäften zu haben sind. Die Marke Roma, welche trotz des Großformats nur 3 Pf. kostet, ist aus erlesenen orientalischen, sehr aromatischen und bekömmlichen Tabaken hergestellt und wirkt auch bei andauerndem Genuß nicht ermüdend. Sport­kartell zu 5 Pf. stellt ein Qualitätsfabrikat ersten Ranges dar und übertrifft alle an sie gestellten Erwartungen. \

Rachdem die Militärverwaltung die Beseiti­gung des Sportplatzes auf ihrem Gelände verlangt hat, will die Stadt die Anlage eines Sportplatzes auf städtischem Gelände in Mur 52 (im ClDalbe xn der Rähe des Sckühenhauses) ermöglichen. Der Vertrag soll mit dem Verein für Bewegungsspiele getätigt werden . Das Gelände wird dem Verein auf 20 Jahre unentgeltlich gegeben, ohne Dar- unterstühung von der Stadt, die Herrichtung des Platzes hat der Verein zu besorgen, wobei ihm die Mitarbeit von Erwerbslosen vermittelt iver- den soll. Die Anlagen müssen nach den Vorschrif­ten der Stadt ausgeführt werden, der Platz soll

auch den Schulen osfenstehen. Rach Ablauf der . 20 Jahre, nötigenfalls aber auch früher, ist der WtltQefCinDl.

Platz samt Anlagen an die Stadt zurückzugeben. Form und Inhalt aller unter dieser Rubrll Die Durchführung des Vertrags hat der Verein stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem mit einer Bürgschaft von 5000 Mk. garantiert. Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung/)

Auf eine Anfrage, wie es mit der Errichtung eines m

städtischen Sportplatzes aussehe, erwidertAebelstand an der Lahn bei der Bade- ber Vertreter der Verwaltung, die Stadt habe Anstalt/'

für die Errichtung eines städtischen StadionsPläne _. , , nr___

ausgearbeitet; vorgesehen sei der Trieb zwischen Zu dem Eingesandt m vbiger Angelegenhe^. der Liebigshohe und dem Philosophenwald; finan- sehen wir uns gezwun^, folgendes zu erwl^rn zielle Gründe verhindern aber einstweilen noch die Wenn der Einsender der Ansicht ist daß^er Verwirklichung der Pläne. Hierauf wird der berechtigt fei aur biejen sogenannten Abstand Waldsportplatz-Vorlage und dem Vertrag zuge» bmAuweisen, so geht ^s dem Inhalt Brests Ar stimmt tikels hervor, dah er tatsächlich falsch unterrichtet

1 , .. . ist. Wenn er schreibt, dah von den Bewohnern des

Schulgeld-Erhohung. Wagenparks die Abfälle usw. einfach in die Lahn

3m Einklang mit dem staatlichen Vorgehen geleitet würden, so ist dies vollständig unrichtig, wird das Schulgeld an der höheren und erweller- Die Abfälle sowie die Exkremente werden von je- ten Mädchenschule mit Wirkung vom 1. April an dem Bewohner in einen Kübel entleert und von wie folgt erhöht: höhere Mädchenschule: der Stadt beseitigt. Wenn der Verfasser des Ar- 10 Mk für Gießener, 11 Mk. für Hessen, 12.50 tikels weiter bemerkt, dah Gefahr besteht, Insek- Mark für Richth^fen, 20 Mk. für Ausländer; er- tionskrankheiten, wie Typhus usw., heraufzube- weiterteMädch.enschule: 7 Mk. für Giehe» schwören, so fönnen wir ihm nur sagen, dah unter ner 8 Mk für Hessen, 9 Mk. für Richthefsen. den ganzen Bewohnern des Wagenparks noch nie»

' , ,. , .ar kmX» mals eine derartige Krankheit festgestellt worden

Gewerbliche sortbildangsschule. I un^ ^nen Luftveränderung, die ihr Beruf

Dem Antrag des Schulvorstandes entspre- mit fich bringt, sehr gut bekommt. Ferner wäre chend, wird die Pf lichtstunden,zahl in der gewerb- ^s dringend am Platze, einem anderen plebelstand lichen Abteilung der Fvrtbildungschule für irie abzuhelfen, nämlich, dah der Verfasser verbieten Lehrlinge des letzten Lehrjahres im elektrotech- würde, dah sich keiner mehr ertränkt in der Lahn, nischen Installationsgewerbe von 8 auf 10 Stun- wo die Leiche längere Zeit im Sommer im Wasser liegt. Ferner müssen strenge Maßnahmen getrof­fen werden, das verendete Tiere nicht mehr ins Wasser geworfen werden, wie das seither viel­fach beobachtet worden ist. Ebenso müßte der Ver­fasser beantragen, dah die Abwässer von der Wäsche, u. a. Klinikswäsche, die oberhalb der Drücke gewaschen wird, auch nicht in die Lahn ge­leitet werden dürfen. Von den größeren Städten,

im c. itjarbt- lit gr"