L>HerMich verschlechtert Häven, Doch gtoüBt man «andererseits annehmen zu können, daß das günstige Wetter der letzten Wochen immerhin einige Verbesserungen dieser Aussichten gebracht habe. -Zum arideren Teil aber sind die Ausfuhrmöglichkeiten für Deutschland, wie die Verhältnisse nun «augenblicklich liegen, recht gering. So konnte die Preissteigerung sich an den einheimisch en Produktenmärkten nicht fortsetzen, sondern die Tendenz flaute im weiteren Verlauf der abgelaufenen Woche erheblich ab. Weizen erfuhr einen Rückgang ron 10 Mk. pro Tonne, Roggen, der an uird für sich eine geringere Preissteigerung aufzuweisen hatte, büßte ca. 5 Mk. wieder ein. Hafer und Gerste gingen in ähnlichen Grenzen zurück. Müh- len uird Konsum halten ihren Bedarf bereits wieder gedeckt. Zu Vorratskäufen kam es aus dem Grunde nicht, weil irgendwelche Geldmittel dem Handel nicht zur Verfügung standen. Die augenblickliche Kreditnot wirkte auch hier recht hiicherrrd, und auch für die nächste -Zeit ist mit diesem Faktor zu rechnen.
Was die Bewegung in den Vereinigten Staaten anbelangt, so ist die Aussicht auf Fortsetzung der Hausse-Bewegung wesentlich günstiger. Die Geld- und Kreditmarktlage drüben ist außerordentlich leicht und ermöglicht der Spekulation eine längere Hochhaltung der Preise, bis die end- gültigen Ernteergebnisse vorliegen. H. W.
*
Ein europäischer Eisentrusts
Rach Dlättermeldungen werden zur Zett in Belgien Bestrebungen verfolgt, aif der Grundlage eines belgisch-luxemb rrgischen Stahlwerks- Verbandes die Bildung eines über ganz Err)pa sich erstreckenden Eisen- und Stahltrustes zu betreiben.
Derarttge Bemühungen reichen sch)n mehrere Jahre zurück. Äne Äläring der Ansichten hat sich allerdings bisher nicht einmal in den einzelnen beteiligten Ländern erzielen lassen. Das gilt besonders für Frankreich. 3n der französischen Eisenindustrie bekämpfen sich schon seit längerer Zeit zwei Richtungen, die eine eigentlich französische unter ber Führung von Schneider-Creuzot nni) die andere lothringisch-luxemburgische unter de Wendel. Der eine will aus dem Ruhrgebiet Koks zwecks Ermöglichung der restlosen 2blsnuhung der Prvdukttvnsfähigkrit der französischen Eisenindustrie; im übrigen möchte sie am liebsten die ganze westdeutsche Kohlen- uno Eisenindustrie stillten. Damit würde sie nicht nur von einem lästigen Konkurrenten befreit, sondern erschlösse gleichzeitig auch noch der unter französischem Einfluh stehenden polnischen und tschechischen Eisenindustrie neue Absatzgebiete im unbesetzten Deutschland. Der anderen ebenso großen Gruppe gehen diese Pläne zu weit; an sich wäre sie coohl mtt der Unterdrückung einverstanden; in diesem Falle bestände aber für sie die Gefahr, daß die lothringische Minette, von der früher 6,6 Mill. Tonnen an die Ruhr gingen, in Zukunft nicht mehr absatzfähig wäre. Diese (die ltthringische) Gruppe möchte zur Vermeidung eines so großen Risikos am liebsten mit der westdeutschen Eiseniiidustrie unter gleichzeitiger maßgeblicher französischer Beteiligung Lieferungsverttäge zwecks Austausch von Koks und Minette schließen. Es scheint nun so, als ob die beiden bisher widerstrebenden Richtungen auf der Grundlage der Bildung eines europäischen Ersentrustes sich näher gekommen wären, ein Pro- eft, von dessen Verwirklichung beide Parteien ich Dortette zu versprechen scheinen. Geschlossen oerden kann auf das Vorhandensein solcher De- trebungen aus Ausführungen der der fvanzö- ischen Eisenindustrie sehr nahestehenden Zeitung ^Öoumee industrielle", die sich vor einigen Mo- yaten ganz offen für die Bildung eines solchen tzrternationalen Syndikates eingesetzt hat; lie führte aus, daß aus dem gegensettigen Wettbewerb der europäischen Eisenindustrie nur die überseeischen Verbraucher Ruhen zögen, wie namentlich die außerordentlich gedrückten Schienen- prcise bei den überseeischen Submissionen gezeigt hätten. Angesichts dec zu erwartenden Produktionssteigerung in den meisten europäische.? eisern- erzeugenden Ländern müsse die Frage aufgeworfen werden, ob eine Erneuerung dieser Kon- kucuenz zum alleinigen Dortett der Verbraucher nicht vermieden werden könne.
3n England finden diese Pläne (ebenso wie in Belgien) ebenfalls günstigen Boden. Aller ings müssen dort erst die Voraussetzungen gescha en werden in Gestalt der Errichtung eines englischen Eisenverbandes; diese schnitt jedoch gute Fortschritte zu machen. Reulich Hal noch einer der maßgeblichsten englischen Eisenrndust.i lle i erflä.i, die Meinungsverschiedenheiten unter den Eisenwerken hinderten nichts an dec fteöereinsttm- mung über die Rotwendigk-nt der Beschränkung des Wettbewerbes du.ch Präsrereinbavungen, d.e übrigens für kleinere Verbände le eits lest-heil. Sfrrabe in England ist eine syndlkattiche Rege u ig deshalb nicht unschwer möglich weil dort die Konzentrattonsbewegung erhebliche Fortschritte gemacht hat; schon jetzt befindet sich der über-
wtegenve Döll Der englischen Eisenerzeugung In relativ wenigen Händen. Man ist in England der Ansicht, daß das günstige Pvodukttonsergeb- nis des Jahres 1923 zum guten Teil durch >das Fortschreiten des Konzentrationsprozesses möglich gewesen sei. Es scheint so als ob namhaste englische Cisenindustrielle ihre weitere Erzeugungspolitik jetzt hauptsächlich auf die Ml- dung von Preiskonventionen und gemeinsamen Derkaufsorganisationen ernstellen wollten. Das gilt besonders für den Export.
Rach den bisherigen Erfahrungen ist damit zu rechnen, daß der Ausgleich der Ansprüche der verschiedenen Länder (besonders Frankreichs) vermutlich aus deutsche Kosten vor sich gehen soll. Wir haben deshalb allen Grund zur vorsichtigen Zurückhaltung.
* Die Wirtschaft 8läge im Siegerländer Erzgebiet ist außerordentlich schlecht. Schon seit Monaten werden nur 35 bis 40 Proz. der Arbeiter voll beschäfttgt. Die Gruben Stahl- beig, etwa 300 Arbeiter, Wilhelmine-Riederfisch- buch, über 300 Arbeiter, und Henriette-Rieder- scheldcn, 300 Arbeiter, liegen still, ganz abgesehen von den kleineren Gruben, die insgesamt ebenfalls Hunderte von Arbeitern beschäftigen. Drohende neue Stillegungen bedingen einen langsamen Abbau auf fast allen Betrieben. Mehr als 24 000 Bergleute und mehr als 50 Prozent der Metallarbeiter sehen sich in ihrer Existenz bedroht. Der pieußische Landtag hat sich kürzlich mit dieser Rotlage beschäftigt, ihn eine Gesundung des Erzbergbaues zu ermöglichen, wird von den beteiligten Fachkreisen die Einführung der Friedensfrachtsähe gefordert. Auch wird eine weitgehende -Unter» slützung in der Kreditfrage durch das Reich nötig fein. Der Regierungspräsident sagte Hilfe in der angedeuteten Richtung zu, soweit es die beschränkten Mittel erlauben.
* Teilweise Stillegung der Höch- ster Farbwerke. Die Höchster Farbwerke A. G. sind durch die trostlose Lage auf dem Farbenmarkt gezwungen, ihren Betrieb zum größten Teil sttllzulegen. Von den Arbeitern toirb ein großer Teil entlassen.
* Feierschichten bei der Zlseder- Hütte. Die 3ls^>erhütte hat auf der einen Grube Georg Friedrich in Dönten im Harz wegen schlechten Absatzes 3 Feierschichten in der Woche eingelegt und eine große Anzahl Arbeiter entlassen.
Frankfurter Dorfe.
Frankfurt a. M, 22. Huli. (Drahtbericht des „Gieß. Anz.".) Das lebhafte Geschäft, das gestern nach kurzer Pause die Börse günstig beeinflußte, schien anfangs eine Trübung erfahren zu sollen, da man durch das Vorgehen dec Amerikaner, wenn auch keine Schwierigkeiten, so doch eine Störung der Verhandlungen befürchte e Der Druck, den die ameritenischen Bankiers auf Frankreich auszuüben beginnen, um die politische Sicherheit für die Deutschland zu gewährenden 800 Millionen-Anleihe zu erhöhen, wurde jed.ch bei Eröffnung des Verkehrs weniger skeptisch beurteilt. Der Einfluß, den die Amerikaner durch das hartnäckige Festhalten an ihren Anlciheplänen zu vergrößern suchen, wurde an der Börse viel besprochen. Das Geschäft ist weniger lebhaft als gestern, die Stimmung blieb jedoch weiter fest, und die freundlichere Strömung wurde dadurch gefördert, daß das Angebot fast völlig zum Erliegen gekommen ist. Auf allen Gebieten waren wiederum einige Kursgewinne zu verzeichnen. Der Geldmarkt verlief wieder ohne Umsätze Für Tagesgeld bestand sett heute morgen etwas Untere) fe. Dec Zinssatz beträgt 1/4 pro Mttle Monatsgeld l3/8 PvlHent. 3m internationalen Devisen verkehr ist eine neue Belebung festzustellen, das englische Pfund setzte seine AufüÄrtsb.w a ng im verstärkten Ausmaße fort und erreichte heute im Usancenverkehc einen Kurs von 4,38V4 Dollar, der Frank ist mit 85,20 bis 85,40 in Pfundparität und 19,40 in Dollarparität eine Ruance schwächer. Bankaktien lagen ruhig bei weiteren leichei Kursgewinnen. Der Freioerteh? hatte eia ruhiges Geschäft bei ziemlich verbesserten Kursen. Man fjör'e Api 21/8, Decker-Stahl 1,5, Decker-Kohle 3,75, Benz 2,25, Ufa 4,25, Petroleum 10,75, Growag 0,125. Der heimische Anleih markt hafte stilles Geschäft. Kriegsanleihen bröckelten ab, um 6,5 Milliarden. Ausländische Renten tagen ruhig. Die Kurse waren behauptet. 3m toetxren Verlauf machten sich vereinzelte Realisatwaen bemerkbar. wodurch für eine Reihe von Werten eine Abbröckelung eintrat
Berliner Börse.
Berlin, 22. Juli. (Drah bericht des „Gieß. Anz.".) Die Börse verkehrte brüte bei freundlicherer Grundstimmung und etwas stärkerer Haltung. Die Umsätze zeigten im Vergleich zu gestern eine mäßige Zunahme, jedoch konnte von einer allgemeinen Aufwärtsbew. gung noch nicht die Reve sein. Die Börse wicü nach an? vor Won den zum Teil recht widersprechenden Mittettu igen aus London beeinflußt. Reuere Rachrichten zeigen daß die Erörterungen sich immer mehr auf dir Frage
Der Alte auf Lspper.
Roman von Hanns von Zobeltih.
83. Fortsetzung. (Nachdruck verboten.)
Mit einem Male hat er zwei kleine zitternde Mäuslein zwischen seinen Tatzen und hält sie aanz fest und fragt: „Wirst oft an mich denken, Ruth?"
„3mmer weid' ich . . ."
„Und mich recht lieb behalten?"
Da will ihr die Antwort, die sie so gern »eben möchte, nicht recht über die Lippen, als fühlte sie, daß sie's nicht aussprechen dürfte. Ueberwindet's doch, sagt -schnell, schnell: „3a, Kaspar . . . und du auch?"
„Wo werd' ich nicht, Ruth!" Scheint ihm glicht genug, und er bekräftigt: „3n Freud' und ,n Rot und Gefahr, Ruth . . . Parole d Honneur I"
Kühl ist's, und der Abendwind rauscht um hie Laube, toirft einen Schauer von Blättern auf hie beiden. Aber nun brennen die derben Zuivgen- bänbe, und die kleinen darin glühen. Gan; nah find sie sich gerückt, und plötzlich liegt ihre Wange auf feiner Schulter, Und sie atmet schwer. „Ach, (lebet Kaspar . . . ach lieber, lieber Kaspar... io allein werd' ich sein . . . ohne dich!"
„3ch schreib' dir, Ruthchen, süßes! Schreib' fleißig an den Herrn Großvater und die Frau Mutter, aber auch an dich. Sorg' dich nur nicht!"
„Die Posten gehen so langsam und so unsicher. Ach Kaspar . . . wie große Angst werd' ich leihen. Und dann kommt der Herr Großvater und zrzählt von einer neuen Bataille, und immer muß ,ch sorgen: wie steht's um dich? Ob dich der liebe Kott auch recht behütet hat . .
„Dafür wirft du beten, Ruth!"
„3a, lieber Kaspar . . . das will ich wohl... recht von Herzen . . .“
„Und denk' dann, Ruth, liebe Ruth, wenn ich wieder komme . . ."
Eagt's nicht zu End?. Stumm sind sie beide. Lehnen aneinander. Leise rascheln die Blätter, rote und gelbe, auf sie nieder. Und "bann küßt er die zuckenden Lippen —
Oft schon haben sie sich geküßt. Grad so oft Wohl, wie sie sich kratzten und bufften. Die Kinder.
Run ist das plötzlich ganz anders. Ein seltsames Erschauern ist habet Etwas Ungeahntes, Großes, etwas Heiliges. 1
Sie fühlten es beide, jedes auf seine Art. 3hr stürzen die Tränen. Er löst sich, beseligt und erfchrocken, steht jäh auf, streift im dämmernden Acht das bunte Dlattzeug vom Rock, sagt fast raub: „Hetzt muß ich gehen. Die Frau Mutter wartet. Leb' wohl . . . ‘
Da schreit sie seise auf, hängt an seinem Halse, ist plötzlich wieder die wilde Katze, die sie fo oft im Spiel war, schlägt ihre Zähne fest in seine Hand. „Daß du immer an mich denken mußt!" <
Und er lacht. z„3ft gut so! Solch Merkzeichen auf den Weg! Daß dich!" Packt sie, wie er's so oft getan, hinten in die schweren roten Zöpfe, schüttelt sie, zaust sie, küßt sie — und ist auf und davon.
„Also," sagt der Gestrenge beim Abendessen, als er dem Enkel die Schüssel mtt den Tartuffeln hin schob und der zulangte. „Bist ja da blutig an der Hand, mein 3un&.“
TJn DMlone« Prozent
Datum:
*j Dom —
der Sicherheit der internationalen Anleihe konzentrieren und daß dementsprechend die Forderungen der amerikanischen Bankiers gegenüber den politischen Gesichtspunkten stärker in den Vordergrund treten. 3n Berlin verfolgt man diese Entwicklung mit größter Spannung. Berliner Dank- und Parlaments kreise wollen wissen, daß die Amerikaner unter allen Umständen an ihren Forderungen festhalten werden. Es würden also erhebliche Zugeständnisse der Franzosen notwendig sein, um die Grundlage für eine Anleihe zu schaffen. Der Ausgang der Verhandlungen ist demgemäß immer noch sehr unbestimmt. Diese Tatsache veranlaßt die Börse nach wie vor, eine gewisse Zurückhaltung auszuüben. Man ist sich in Dörsenkceisen auch darüber klar, daß eine allgemeine Aufwärtsbewegung der Kurse nur möglich ist, wenn das Ausland stärkeres 3nlerefTe für die deutschen Effekten zeigt. Die fortschreitenden Stillegungen in der gesamten deutschen 3ndustrie Wecken neue ernste Besorgnisse. 3m Geldverckehr herrscht weiterhin ein gewisses Angebot kurzfristiger Kredite. Der Devisen verkehr liegt unverändert fest, Kriegsanleihe 295 bis 29?.
Börsenkurse.
(Ohne Gewähr.)
lun??" '.t.
5% Deutsche Reichsanleihe . 4% Deutsche RetchSanleihe . S'/,*/<, Deutsche Rcichsanlethe 3% Deutsche Reichsanleihe . Deutsche Svarprämienanlethe 4% Preußische Konsols . . . 4% Hessen ........... 8V.% Hessen........
3% Hessen...........
Deutsche Wertb. Dollar-Anl. dto. Doll.-Schatz-Anweisng.') 4% Zolltiirken 5°/o Goldmexikaner Berliner Handelsgesellschaft. Commerz- und Prwat-Bank Darmst. und Naiionalbauk . Deutsche Bank.........
Deutsche Vereinsbank .... Disconto Commandtt .... Metallbank...........
Mitteldeutsche Creditbank. . Ocsteiretchische Creditanstalt. Weltbank............
Bochumer Guß ......
Buderus........
Caro Deutsch-Luxemburg......
Gelsenkirchener Bergwerke. . Harpencr Bergbau.....
Kaliwerke Aschersleben.... Kaliwerk Westeregeln .... Laurahüttc.......
Obcrdedarf...........
Phönix Bergbau Rbeinttahl...........
Riebest Montan ....... Tellus Bergbau.....
Hamburg-Amerika Paket. . . Norddeutscher Lloyd.....
Cheramtsche Werke Albin . . /jementwerk Heidelberg . . . Philipp Holzmann......
Anglo-Cont -Guano.....
Badische Anilin........
Chemische Mayer Alapüt . . Goldschmidt..........
Gries eimer Electron .... Höchster Farbwerke......
Holzverkoylung..... . .
RütgerSwerke.........
Scheideanstalt ........
Allg. Elektrizitäts-Gesellschaft Bergmann...........
Matnkraftwerke . ......
Schuäert...... .....
Siemens A HalSke ......
Adlerwerke Kleyer ...... Daimler Motoren. ..... Hcyligenstaedt. . ...... Meguin............ Frankfurter Armaturen . . lkonservenfabrik Braun . . . MetallgcsellSchaft Frankfurt. Pct. Union A°G.......
L-chnh>abrtk Herz Sichel. . ..... . . .
Ze list cm Waldhof Zuckerfabrik Frankenthal . . Zuckerfabrik Waghäusel . . .
Frankfurt a. M.
Berlin
Schluh-
Schlulj.
Schluß.
Schluß.
Kurs
Kurs
filt-5
Kurs
21. 7.
2-i. 7.
21. 7.
22. 7,
0,2975
0,275
C.290
0,279
0,550
0,375
0,575
0,530
0,460
—1
0,448
0,445
0,970
0,975
0,995
C.961
0,199
0,191
0,181
0,-08
0,440
0,450
0,446
0,460
0,560
0,550
0,700
0,700
—
-
0,5c0
• 0,530
0,440
0,455
0,480
0,490
4,2
4,2
4,2
4,2
80,5
81
80,5
81
6,65
6,75
6,75
6,65
33,5
—
42
39,25
21
23,95
20,13
23,50
3,87
3,87
4
4
6,37
,50
6,30
6,75
7,25
7,50
7,31
6,40
0,345
0,3
—
—
e
8,12
8,13
8,4
1C,50
11
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—
1,75
1,80
1,75
1,90
0,300
0,305
0,3
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0,2
0,2
0,4
0,35
--
-
44,21
7
7,25
6,15
7,4
8
9
8,40
8,61
44,37
45,25
44,50
45,6
44,50
46,75
45
46
49.5
51,5
49
50,75
6,30
6,70
6,25
6,65
9,5
10,25
10
10,4
3.60
4
4,1
4,3
6,50
9
7
7,50
23,75
24,50
23,65
24,13
16,50
20, £0
19, 0
21,25
30,50
32
31
32
1,40
1,75
—
—
18,90
19,90
19
19,13
3,82
4,12
3,9
4,20
1,50
1,5
_
_
7,90
8,25
_
2,35
2,55
2,60
2,75
—
—
6,0C
7,13
11,50
12,50
10,40
12,65
0,30
1
—.
8,13
9
8,50
8,1
11
11,25
11
11,13
9,2
9,60
9
12,4
4,75
5,10
—
—*
9,50
10,2
9,60
9
11
12,6
—
6,90
7,25
6,90
7,20
—
10,5
10
10,65
6,75
7
—
—
28,2
28,5
28
29
39,9
40
39,50
39,75
1,15
1,15
1.1
1,18
1,80
1,90
1,90
2
1,80
1,90
—
—
8
7,9
7,40
7,8
0,460
0,46
—
—-
0,52
0,r.2
0,65
0,65
10,2 >
10,-80
—
—
1,05
1.0
1.1
1,2
2,1
2,3
2
2
2,90
3,15
3
3,13
7,50
7,75
7,20
7,5
2,75
2,75
■■
2
2,37
1,9
2.4
Devisenmarkt Berlin—Frankfurt a. M.
(In Billionen Mark auSgedrückl. BueuoS-StreS, London, Nrn« York. Japan, Nio de Jauetro für eine Einheit, Wien und Budapest für 100000 Ein Hellen, alle» übrige für 100 Einheiten.)
Banknoten.
(Ohne Gewähr.)
rrrn«, 2?. Juli'
Geld
I Briet
Repan. °/n
Vlmerffanifcbe Noten . . . . . Belgische Noten ........
4,1) 19,25 67 8
4,21 19,35
67,9 18.49
voll voll voll voll
Danilchc Noten ........
Englische Noten........
18’39
Französische '.Voten......
21,7 =
21,8.
voll
Holländische Noten...... tztUienischc Noten.....
160
18, 2
66,05
160,80
18,22
56,34
voll voll
Norwegische Noten......
Deutsch Oesterr100 Kronen
Rumänische Noten......
Schwedische Noten......
5,97
1,8?
111,22
77,2
65,26
12,42 4,97
5,99
1,84
111,78
77,64
55,54
12,48
4,99
voll voll voll voll voll voll voll
Schweizer Noten.......
Spanische Noten.......
Tschechoslowakische Noten . .
Ungarische Noten . ...
Telegraphische Auszahlung.
21. Juli
13. Juli
{Report
Amtliche Notierung
Amtliche Notierung
।
Geld
Briet
Geld |
Brief
21.
Amst.-Rokt.
159,80
160,60
160,45
161,25
voll!
voll
S^rss-'Antw.
19,35
19,45
19,35
19,45
voll
voll
Fhristianta.
56,06
56,34
56,06
56,34
voll
voll
Kopenbagon
67,43
67,77
67,73
68,07
voll
voll
Stockbolm .
111,42
111,98
111,57
112,13
voll
voll
Helungfors- Italien. . . London. . .
10,495
18,10
10,555
18,26
10,495
18,125
10,555
18,225
voll voll
voll voll
18,375
18,4)7,
18,423
18,515
voll
voll
Neuyork ..
4,19
4,21
4,19
4,21
voll
voll
Paris. . . .
21,70
21,80
76,84
21,65
21,75
voll
voll.
Schweiz . .
76,46
77,26
77,64
voll
voll
Spanien . . Wien in D--
55,46
55,74
65,46
65,74
voll
voll
Oest. nbgeft.
5,92
5,94
5,9)5
5,93=
voll
voll
Prag . . . .
12,45
12,51
12,47
12,53
voll
voll
Budapest. -
5,165
5,185
5,165
5,185
voll
voll
Buen.-Aires
1,345
1,355
1,345
1355
voll
voll
Bulgarien
3,01
3,03
3,01
3,03
voll
voll
Japan . . . Nio de Fan.
1,72
1,73
1,705
1,715
voll
voll
0,395
0,405
;,?85
1,395
voll
voll
Belzrad . .
4,95
4,97
4,96
4,98
voll
voll
L'ffabon . .
11,07
11,13
11,27
11,33
voll
voll
Berliner Produktenbörse.
D e r l i n , 22. 3uli. Am Prvduktenmarkt lieg! Voggen unter erheblichem Preisdruck. Auch neuer Roggen wird bereits angeboten.- Dagegen ist Weizen ziemlich unverändert, weil hier Exportmöglichkeiten vorliegen. Hafer behauptet, Sutter- mittel ohne nennenswerten Umsatz. Es wurden notiert für je 1000 Kilo: Weizen, märt. 172 bis 179, Roggen, märt 130 bis 137, westpreuh. 124 bis 125, Gerste, märt. 155 bis 165, neue 150 bis 155, Hafer, märt 139 bis 144, Raps 275, Leim faat 350 bis 360; für je 100 Kilo: Weizenmehl 24 bis 27,50, Roggenmehl 21,50 bis 23, Weizenkleie 9,60 bis 9,80, Roggenkleie 9,50 bis 9,60, Viktoriaerbsen 20 bis 21, kleine Erbsen 14 bis 15, Futtererbsen 14, Peluschken 14, Ackerbohnen 14 bis 15, Wicken 15 bis 16, Lupinen, blau 9,20 bis 10, gelb 16 bis 17,50, Rapskuchen 10,50 bis 10,60, Leinkuchen 19 bis 20, Trocken schnitzel 8,80 bis' 9, Kartoffelflocken 20,50 bis 21.
Frankfurter Getreidebörse.
Frankfurt a. M., 22. 3uli. (Drahtbericht des „Gießener Anzeigers".) Es wurden notiert: Weizen, Wetterauer 19,25—19,50, Roggen, tnl. 17,50—17,75, Sommergerste für Drauzwecke 17,50 bis 18,25, Hafer, inländ. 17,50-18, Mais (gelb) 17—17.25, Weizenmehl, inländ. Spezial 0 30,50 bis 31,50, Roggenmehl 24,75—25,75, Weichen- und Roggenkleie 10—10,35. Tendenz: Ruhig,
Büchertisch.
X Psychologie des Lehrerberufs von Prorektor Dr. Schneider, Köm, in „W ege und Wink e", Schriften über pädagogische Gegenwartsfragen (bei Moritz Diesterweg, Frankfurt a. M.). Keine abstrakte Wissenschaft, sondern ein brauchbares Büchlein in der Hand des Praktikers zur besseren Erkenntnis seines Berufs und der in ihm liegenden Möglichkeiten.
— We r ent waf f net die Franzosen? Frankreich und die Sicherheit Europas. Von Erich Lilienthal. Verlag von Reimar Hobbing, Berlln SW. 61, drosch 80 Pf. Diese Anklageschrift zeigt die Gefahren des französischen Militarismus! Angst und Furcht treiben Frankreich zu immer neuen Rüstungen und zum Mißbrauch seiner augenblicklichen Gewalt. 3ntereffant ist die historische Entwicklung: Schon im 16. und 17. Zahrhundert war die Einverleibung der deutschen Rheinlande ein Progoamm- puntt der französischen Auslands-Polttik — be- 1 gründet mit der Rotwendigkeit seiner .Sicherung". I
— „Die Wasserkräfte Bayerns" betitelt sich ein reich illustriertes Sonderheft der „Bayerischen 3ndustrie- und Handelszeitung". Rr. 24 (Verlag F. C. Mayer, G. m. b. H.» München, Driennerstr. 9). Preis des Heftes 3 G.-Mk. Es handelt sich bei der Ausgabe um eine hochwertige aktuelle Veröffentlichung, die über Bayers Grenzen hinaus das größte 3ntereffe finden dürfte. Beim Studium dieser lehrreichen Le.türe gewinnt man vor allem einen Einblick in die Hochentwickelte Technik, die heute bet der Ausnützung der Wasserkräfte angewandt wird. Aber auch dem Volkswirtschaftler bietet sie *ein umfangreiches Material, um die staats- und privatwirtschaftlichen Werte dieser Energieanlagen in voller Höhe zu bemessen.
Eine frohe Botschaft
8» Gallenleidende!
Die Rohstoffe zur Herstellung der seit 1910 glänzend bewärten lkholysolvinkur sind wieder in alter Güte zu beschaffen. Unzählige Kranke wurden o^e Operation durch Anwendung der Cholysolvinkur schmerzlos von ihrem Leiden befreit. Die Kur ist vollkommen un- schädlich, wirkt innerhalb 24 Stunden und kann ohne Berufsstörung gebraucht werden. Zu haben in den Apotheken. 5832A
Macht der Junker ein törichtes Gesicht. „Herr Großvater ... ich wollt' mir ein Kätzchen fangen.“
„Also," meint der Alte. „Ein Kätzchen? War wohl ein Kätzchen mit rotem Fell?“
„Kann sein, Herr Großvater. GS dunkelte schon. 3ch weih nicht recht —“
„Ob ich dem Dengel eine haue?" hat sich der Gestrenge gedacht. ,<Ä>lch Fvechsack! Wird wohl beim Abschied gewesen sein — morgen geht er ja . . . also . . .' und zwinkert mit den Augen. Sagt bloß noch: „Die Erdäpfel sind gut geraten heuer, Beate. So ziemlich das einzig Gute in diesem Jahr —“
Am andern Morgen ftanb der Gottlieb Mar- zanke in voller Montierung schon um sechs älhr vor der Tür des Schlosses und wartete. Stattl ch sah er aus, gut geteilt wie er war und gut gefuttert, mit dicken knallroten Backen. Die Montierung blitzsauber, alles gewaschen, geflickt, gesonnt; das Lederzeug proper, der Zopf straff, die Locken rechts unb links gesalbt und gemehlt. 3eder Feldwebel haft' seine Freude an dem Burschen gehabt.
Rur eins stimmte nicht, und das war sein Schmerz. Die blanke Grenadiermühe lag auf dem Schlachtfelds zu Kilnersdorf! Freilich hatte der gnädige Herr mit einem allen Dreispitz ausgeholfen, doch der Hut war eben keine Grenadler- mühe und paßte nicht zur Montur. Wer weiß, wofür sie ihn eftimierten, so er bei einer Torwache oder im Lager sich melden muhte?
Drinnen im Hause rumorte es, und es duftete durch die Tür kräftig nach Brotsuppe und gebraten em Speck
Sie sahen eben bei der Henkersmahlzeit, Hunker Kaspar auf dem Ehrenplatz zwischen dem Grohvater und der Frau Mutter; neben der der Stabskapitän und dann der 3nfvrmator und der alte Egid. Diel Appetit hatten sie alle nicht, außer dem Hunker. Dec stopfte für zwei, halb Well s ihm schmeckte, und halb, um die AbschiedS- rührung nicht hochkommen zu lassen.
Sie sprachen auch nicht viel. Rur daß die Mutter manchmal fragte, ob er auch alles beisammen hätte im Felleisen; die Dukaten gut verwahrt auf der Brust und die Schreiben des Herrn Großvaters: das eine an den König, das andere dah der Junker sich bei allen Äemtern und Wachen legitimieren konnte. Frau Beate hatte heute eine eigen verhaltene, schmerzensreiche Stimme, und ihre Augen gingen wie abwesend von dem einen zum andern.
Einmal wachte der Egid auf und meinte: „Sv du nach Dresden kommst, Vetterlein, magst du vom starken August hören. Der zerbrach ein Hufeisen, ich aber zweie... so . . ."
„Lah nur gut sein, Egid," wies der Groh- Vater ihn zu schweigen. Lind es war wieder Stille. Der 3unfer würgte am letzten Stück Schwarzbrot mit Speck und wußte gar nicht recht, sollt' er laut aufjauchzen oder heulen.
Da rasselte draußen die Kalesche vor. Fvcm Beate wurde kreidebleich, faßte sich aber gleich, wie der Großvater sagte: „3st nun Zett — und schwer aufftanb.
3n der Ecke Lag das Felleisen parat, beträchtlich geschwollen, dah die Löcher in den Lederriemen kaum langten. Das nahm der Egid auf, wie einen Spielball, und trug es hinaus.
(Fortsetzung folgt.)


