Ausgabe 
22.12.1924
 
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zrnNche «uv wissenschaftttche ötoede bestand«. Stnjig die Unterfomntinton B wird nach den WeffmachtSferien Wieder zusammen-' treten. Die Üntertommifflon A, die sch pari­tätisch auS Vertretern der Herstellungs- und Derbraucherländer der Narkotika zusammensetzt, sprach sich für die Schaffung eines durch den VölkerbundSrat zu ernennenden Zentral­komitee« auS, dem die Kontrolle des internationalen Handels mit den unter die Konvention von 1912 fallenden Produkten obliegen würde. Die Regierungen hätten diesem Komttee schätzungsweise Angaben über die ein- zuführenden Mengen an Rarkotika zu machen, sowie statistische Angaben über deren Produktion, Herstellungsweise, Vorräte, Konsum und Ein- und Ausfuhr. Sollten diese Angaben für ein Land nicht in befriedigender Weise ausfallen, fo hätte das Zentralkomitee das Recht, nähere Aufklärungen zu verlangen und die Re­duktion der Lieferungen an diese- 2anb zu beantragen.

Die Wirren in Albanien.

Skutari. 22. Dez. (5SL) AuS albanisch«, Regierungskreisen wird über die Loge im Auf» standsgebiet folgendes mitgeteill: Ahmed Z o - qolli, der ehemalige Ministerpräsident, der im Juni d. 38. durch die Revolution vertrieben wurde und dessen Schuld an dem Morde der beiden Ame­rikaner bei MamuraS einwandfrei gerichtlich fest- gestelll uird deswegen z u m T o d e v e r u r t e t l t wurde, griff unter dem Schutze Jugosla­wiens und mit dessen Unterstützung Albanien von mehreren Sellen an. Am 14. ds. Wts. überschrllten feine Banden, die größtenteils aus Leuten jugoslawischer Rationalitat bestehen, die albanische Grenze nordwestlich von Skutari an. Am 15. d Mts. wurden bei einem Dandenüoerfall von einer albanischen Grenzwache bei den Gefan­genen 5 Kisten Munition ausoesunden.die v o n Podgoriza für die Banden in Drake abge­tan bt waren. Die Munition stammt aus dem Munllionsdepot des mllitärifchen Plahtommandvs von Podgoriza und ist mll dem Ramen des dorti­gen Kommandanten gezeichnet. Bei Murtcan grif­fen jugoslawische Soldaten die eigene Bevölkerung, die jedoch albanischer Rationalitat ist, mit dem Bajonett an.

Die bei Kossowo und Dibra angretfcnben Banden waren mitKanonen und Maschi­nengewehren ausgerüstet.

Auch an der griechischen Grenze fanden mehrere Ueberfälle statt. Auf Anfrage ber al» dänischen Regierung in Achen hat bie griechische Regierung die Säuberung des Grenzgebietes von den Banden zugesagt und um Angabe der Ra- men der Führer gebeten. Die Front westlich von Skutari und Dibra ist gegenwärtig ruhig und von Banden gesäubert. An der Front von Kos­sowa finden noch Kämpfe statt. Di. Malis so» renftämme haben Frieden geschlossen und kämpfen mit den Regierungstruppen Aufammen gegen die Banden Ahmed Zogollis. Es haben sich berells über 4000 Freiwillige der Regierung zur Verfügung gestellt und find sofort in die Ar­mee eingetreten. Die Regierung hat, nachdem sie die Unterstützung Ahmed Zogollis durch Jugo­slawien einwandfrei festgestellt hat, eine P r o - testnote an den Völkerbund gerichtet. Die Wahlen sind um einen Monat verschoben tforben. Die Parteien des Landes haben einen (Burgfrieden geschlossen, sodaß das ganze Land einheitlich geschlossen hinter fcer Regierung steht und s e in ihrem Kampfe gegen Ahmed Zogolli unterstützt.

Die jugoslawische Regierung leugnet in einem Tommuniquä jede Beteiligung an dem Aufstand.

Die Wshlvorlüge IRuffoiims. Ue-erraschunq bei dcr Opposition. Annahme gesichert.

Rom, 22. Dez. (TU.) Die Ankündigung einer neuen Wahlrechtsvoclage durch Mussolini in der Kammers tzung am Samstag kam dem Parlament völlig unerwartet und tolrtie wie eine Bombe. Auch in der nächsten Um­gebung Mussolinis war nicht das geringste über eine derart ge Wsichi bekannt. Der Minister- rat, der. wieMessageco" nachträglich behaup­tet, schon seit einiger Zell diese Frage venti­liert hat, hat jedenfalls die größte Ver­schwiegenheit gewahrt. Die Erregung war so allgemein, daß die Sitzung unterbrochen wer­den muhte. Die Wandelgänge blieben bis in die tiefe Rächt hinein belebt. Die Opposition im OlDenfin s.eht in dem Vorgehen Mussolinis den letzten Versuch, sich zu halten ober sich einen guten Abgang zu ver­schal f e n. Da die Anhänger Giolit tis, Sa­la n d r a s und auch Orlandos für ein Wabl» red>t mll der Grundlage der allgemeinen Mehr- hell sind, dürste die Vorlage glatt ange­nommen werden.

3n der Aventin-Opposition ist die Gruppe D m e n d o l a und, wie man berells jetzt fest­zustellen glaubt, s nd auch bie Sozialisten dafür, so daß eine Spaltung der Opposition kaum ein» treten dürste. 3n Erwartung eines Wahis eges in den Industriezentren sollen auch die Popo­lari erklärt haben, bei der gegenwärt gen Sage keine Schwierigkeiten bereiten zu wollen. Die Opposition ist sich jedoch einig darin, dah auch bei der neugeschaffen«, Lage eine Rückkehr in das Parlament und in die Regierung ausgeschlossen sei. Es kön'te fein, dah auch die Girl t i-Anh nger bief ? Aus a sang veitccten und so dte Wahlrechtsvorlage trotz ihrer An­nahme indirekt dazu benutzt wird, die moralische F age, die ImMatteotti-Prvzeh ausläuft, in den Vordergrund zu rücken und damit den Kamps gegen die Regierung zu verschärfen.

Die Dlämische Bewegung in Belgien.

Amsterdam, 20. Dez. (WTD.) Die Morgenblätter bringen zum Teil ausführliche 'Berichte ihrer belgischen Korresporckenten über die vlämische studentische Kund­gebung, die am Donnerstagabend in Löwen zum Protest gegen die Unterdrückung der poli­tischen Freihell der vlämischen Studenten und gegen Verweisung von fünf Studenten von der Universität wegen ihrer vlämischen Gesinnung statt fand. Die Teilnehmer an der Kundgebung nach demRieuwe Rotterdamschen Gourant" etwa 1000, zogen, von einem großen Ten bet Einwohnerschaft freudig be­grüßt, unter Rusen. .Hoch Oranien! Rie- der mit Belgien! Wir fordern politische Frei- hell!- in einem langen Demvnstrativnsz^c hutth bie Straften bet Stadt. Die Demorv

ftratton endete mn etner BrvtestversammttQ»g. Rach der Zeitung .Maa-bode- soll die Polizei stellenweise mit blanker Waffe eingegrtffen haben, um ernsthafte Zwischenfälle zu verhindern.

Marokko.

Paris, 21. Dez. (WTD.) Rach einer Ha» vasmeldung wirb aus Bayonne berichtet, dah nach Mitteilungen vorn vergangenen Frellag General Prirno bi Rivera Gerüchten zu­folge sich gezwungen gesehen habe, T e t u a n aufzugeben. Diese (Nachricht, sowie ein an­scheinend offiziöser Artikel eines Madrider Blat­tes vom gleichen Tage, in dem das Interesse hervorgehe, bas Spanien daran habe, Melilla, E e u t a und Larasch zu behaupten, hätten in gewissen Kreisen, die vorausgesehen hätten, dah die Dmge in Marokko eine ungünstige Wendung nähmen, eine gewisse Beunruhigung her­vorgerufen. Man erinnere sich jetzt der Forderung A b d e l K r i m s, die Spanier dürften nur Ceuta und Melilla behalten und mühten das übrige marokkanische Gebiet auf geben sowie der Aeuherung Primo di RiveraS, er werde wohl im Januar Ab del Krim, an Händen und Füßen gebunden, in Tetuan festhalten. Die Tat­sache, dah General Weyller sich am Freitag in den königlichen Palast begeben habe, sei in Verbindung mit diesen Rachrichten ebenfalls stark kommentiert worden. r x

Das spanische Oberkommando In Ma^oao hat gegen die Aufständischen Andjeras die Fremdenlegion Aufgeboten, d.e in he- tige Kämpse verwickelt ift Die Truppen des Generals Sarv sind anschemend bei ihrem Dor­rücken von Tetuan nach Alcazar Segtir auf starken Widerst a n d g e st o h e n. Die T.up- pen haben bei Ali Fayal, neun Meilen von Tetuan entfernt, ihr Lager aufgesch^gen.

Belebung derBautätigkeit Steuerliche 2Zvrsch!äqe der Industrie und Handelskammern.

Berlin. 21. Dez. (Wolff.) Die Industrie- uni) Handelskammer in Berlin hat gemeinsam mit den Spitzenorganisationen der deutschen und preuhischen Handelskammern sowie den Spitzen- verbänden der deutschen Wirtschaft der Reichs­regierung und dem preuh schen Staatsministerium eine Reihe von Anträgen unterbreitet, die Steuerbefreiungen zwecks Belebung der Bautätigkeit verlangen. Es wird u. a. die Freistellung von der Reichsvermögens- steuer auf zehn Jahre bei Grundstücken ver­langt, deren Bebauung nach dem 1. Januar 1924 begonnen hat: ferner die Stundung der Grundgewerbeste.uer bei (Veräußerung zwecks Bebauung sowie die Befreiung der 1924 und in den folgenden Jahren erbauten Reubauten von der preuhischen Grundvermögens» steuer aus zehn Jahre, ferner bie steuerliche Abzugsfäyigkeit bet Aufwendun­gen für Reubauten bei den Äeichsetnkvmmen- und der Körperschaftssteuer für zehn Jahre, schließlich der Stundung und Befreiung von Wert- zuwachssteuem.

Der Prozeß des Reichspräsidenten.

Magdeburg, 20. Dez. (Sil.) 3n der heu­tigen Verhandlung wendet sich zunächst RechtS- antoalt Heine als zweiter Vertreter des Reben- klägers Reichspräsidenten Ebert gegen die Ver­teidiger des Angeklagten, die es fertig gebracht hätten, auf Freisprechung zu plädieren. Er halte bie Aufforderung be8 'Ängellagten an Herrn Ebert: Beweisen Sie doch, dah Sie kein Landes­verräter sind, für eine Beleidigung nach § 195 und eine dreiste Verhöhnung. Rach Rechtsanwalt Heine nimmt Verteidiger Dindewald das Wort. In Frage komme bet dem Artikel des Angellogten nur üble Rachrede im Sinne des § 183. Rechtsanwalt Dr. Landsberg wendet sich gegen die Verteidigung und erflart: .Es sei ein Zeichen unanständiger Gesinnung, wenn srühere SozialdemokratLn ihrer ehemaligen Partei jetzt in den Rücken fallen. Die Rede im Treptower Park müsse im ganzen betrachtet werden. Der Mann, der sie hielt, liebe sein Vaterland auf bas tiefste. Die Verhandlung ist bamll beendet. Die ilrteilsverkünbung wird auf DienS- tag festgesetzt.

Spaltung

der sächsischen Sozialdemokratie

Dresden, 22. Dez. (TU.) Die Spaltung in der sächsischen Sozialdemokratie ist nunmehr endgültig vollzogen. Die FranktionSmehr- h e i t unter der bisherigen Führung des Land­tagsabgeordneten Wirth und die Frak­tionsminderheit unter der Führung von Arzt haben sich völlig getrennt Die beiden Fraktionsteile haben an das Präsidium des Landtags die Aufforderung gerichtet, ihnen getrennte Fraktionszimmer zuzuwei­sen. was auch bewilligt wurde. Schon bei den nächsten Landtagswahlen werden getrennte Wahllisten aufgestellt werden.

Beschlüsse der Deutschnationalen

Berlin. 20. Dez. (TU.) Die deutschnativ- nale Relchstagsfrallion beschloß am 19. De ember. die Lösung der Flaggenfrage im Wege deö Dolksent s cheides zu ver­suchen. da nach der Verfassung für die Wieder­einführung der Farben Schwarz-Weih Rot eine Zweidrittümehrheit erforderlich ist, die sich im Reichstag nicht findet. Die Reichstagsfraktion hat es ferner für dringend notig erklärt, dah die deutsche Regierung sofort Maßnahmen er­greife. um das Recht Deutschlands auf Räu­mung des Ruhrgebiets und der Köl­ner Zone zum 10. Januar 1925 zu wahren. Die Kosten für die Transporte

der Besatzungstruppen,

Berlin, 20. Dez. (TU.) Das Orga» nijationskomitee der Reichsbahn­gesellschaft, bestehend auS den Herren Aquwvrth, Levevre, Dogt und Bergmann be­handelte Fragen der Liquidierung der Regie und des Abbaues der Regiearbeiter sowie die Kosten für den Transport der Besatzungstruppen. In allen Fragen wurde eine Einigung erziett, die im allgemeinen auch den deutschen In­teressen Rechnung trägt Bei der Fest­setzung der Tarife für den Transport der De- satzungstruppen ist der Grundsatz gewahrt wor­den, dah die Reichsbahn, über Me im Londoner Abkommen sestges.yte Jahresrate hinaus keine weiteren Zahlungen leistet»

Die Reichseinnahmen im November.

Berlin, 20. Dez. (TU.) Die Reichseinnah- men an Steuern, Zöllen und Gebühren betrugen nach dem endgültigen Ausweise für Roveinber 24 672 125 Millionen Mark und bleiben hinter denen vorn Oktober nur etwaS zurück. Trotzdem aber zeigt auch der Rovernberausweis ein recht befriedigendes Bild, denn auch die Ro- vemberelnnahmen überschreiten den Mo­natsdurchschnitt des Jahres um rund 80 Prozent. Die Zölle und Decbrauchssteuern haben auch im Rovember steigende Erträge gebracht.

Aus aller Welt.

Eröffnung der Missionsausstellung in Rom.

Rom, 21. Dez. (WTD.) Die in Rom an­läßlich des Heiligen Jahres stattfindende Mis- flonsausstellung wurde heute t>Dtn_ Papst in Anwesenheit von 24 Kardlnälen. des diplomatischen Korps beim Heiligen Stuhl sowie vielen Bischöfen, Prälaten und Wür­denträgern des päpstlichen Hofes feierlich e r» öffnet Der Präsident des Generallomlte-s, Kardinal Dan Rofsum, hielt hierbei eine An­sprache. Der Papst würdigte das Werk der Mis­sionare, die überall, selbst in den entferntesten Teilen der Welt, die christliche Gesittung und christlichen Glauben verbreiten. Der Papst erteilte den päpstlichen Segen, besichtigte die Ausstellung und beglückwünschte ihre Deranstolter und Aus­steller.

An der M sfionsausftellung sind die deut­schen Missionsgesellschasten fast vollzählig b.te I gt, b sond.rs die G-sel.schfften, die sich vor dem Kriege in den deutschen Schutzgebieten Tcgo, Äim.cun, Ostaf. k', Südwestafrika und Südsee sowie in China u d In Indien betätigt hüben. Die Lei mig der ethnolog.schen und l.ngu st schm 2kt ihrig, d.e wohl die interessanteste und hervorragendste dec Ausstellung ist, liegt in Händen des deutschen Gelehrten und Herausgebers der Zettschclft »Anthropos", des Paters Schmid von der Steyler M.sffonsg s l.sch.ft, dec sich auch um bie Dorarbe.ten für diese Abteilung sehr verdient gemacht hat. Unter dm etwa 60 Besch'.ckern der Ausstellung bff.nden s.ch in den einzelnen Komitees etwa 23 deutsche Patres. Ein blon­derer AnziLhungspunkt der Ausstellung dürfte wohl die Abteilung für tropische Hy­giene und tropische Medizin sein. Hier haben die deutschen Gelehrten unJ Fich wtilu.e eine seit.ne Gelege he.t ge inken, euk neue e nem int ressierten Publ tu n vor Augen zu führen, was deutsche Wissenschaft und deutscher Fleiß für das Wohl der Mmschh.it insbeson­dere für das Wohl der Tropenbewoh­ner, geleistet hat Jeder unbefangene Besucher der Lllrsstellung dürfte die Heb rzeugung mit» nehmen, daß die d utschm M s onen und d e deutschen Aerzte Deutschlands F higke t zu Lk* nifLrcn, offenkundig erwiesen h.ben.

auf, daß die besteh enoc SteuersluchtgesetzgevnnA mit dem 31. Dezember ihr Ende erreicht, ent­schloß sich die Rechsregiecung im Interesse der Deriehrsförderung ab 1. Januar 1925 die bisher für die Ausreise aus dem Reichsgebiet erforder­liche steuerliche Unbedenklichttltsecllä.-ung der Fi­nanzämter fortfallen zu lassen. Somit ist die Möglichkeit geschafs«t iür Re.chZangehöcige den deutschen Sichtvermecks^wang nunmehr aUgenutn zu beseitigen und für R.chtreichsangehöiige mit Wohnsitz oder dauerndem Aufenthalt im In- , lande den Ausreisesichtvermei.^wang wesenllich abzuschwächen. Eine entsprechende Delannunach- ung des Reichsministers des Innern ist in Dor­bereitung.

Der Pvstdienst zur Weihnachts­und Reujahrszelt. Am Mittwoch, 24. De­zember. sind die Postschalter von 8 bis 12 Uhr vormittags und 2 bis 4 Uhr nachmtttags geöffnet Die Ausgabe von Wertzeichen in kleinen Mengen und die Abfertigung von Telegrammen und Ge­sprächen erfolgt wie an Werktagen. Die beiden letzten Briefkastenleerungen fallen aus. Orts- Brief-, Geld» und Paketzustellung wie Werktags, ebenso die Landzustellung. Am Donnerstag, 25. Dezember, Schalterdienst, Briefkastenleerung Orts-Briefzustellung wie Sonntags, die Orts- Geldzustelluna fallt aus, eine Paketzustellung an Dormittag, eine Zustellung von Briefsendungeo und Paketkarten nach allen Landorten. Am Frei­tag. 26. Dezember, Schalterdienst und Briefkasten­leerung wie Sonntags, der übrige Dienst fällt aus Am Sonntag, 28. Dezember, Schalterdienst, Brief­kastenleerung und Oris-Driefzustellung wie Svan- tags, der vorige Dienst fällt aus. Am Donners­tag, 1. 3anuar, Schalterdienst und Briefkasten­leerung wie Sonntags, Orts-Drieszustellung nach Bedarf, mindestens eine Zustellung vormittags,

** Personalien. Ernannt wurden: Der Kriminalwachtmeister Heinr. Wolf zu Gießen zum Polizeioberwachtmeister mit Wirkung vvm L Dezember an; dec Schalamt.aawLriec Heincich R o r w l g aus Holzhaufen bet Homberg a. d. Esse zum Lehrer an der Volksschule zu Freien- seen, Kreis Schotten: der Kanzleigehllse Friedrich Heinrich Rühl in Schotten zum Kanzleiassllten- ten bei dem Kreisamt Schotten mit Wirkung vvm 1. Dezember 19-4; der Pottzeiafsistent Wilhelm Denzler zu Gießen zum Pvlizeioberafsisten- ten. mit Wirkung vom 1. Januar 1925.

" Ihren 80. Geburtstag kann morgen, Dienstag. Frt Minna Wittich, Reuenweg 10 wohnhaft, begehen. Frl. Wittich ist eine ge­borene Gießener Bürgerin.

** Zigarettendlebstahl? Der Pvli- zeibericht meldet: In der Rächt zum Samstag wurden in der Bahnhofstraße dahier, in der Rähe des Bahnhofs, mehrere gleichart ge, leere Zigarettenschachteln aus Blech (gelb). Macke Rot- Etikett, Wanoli. gefunden. Es ist anzunehmen, daß diese von einem Diebstahl hecrühren. Sach­dienliche Mitteilungen nimmt die Kriminalpolizei entgegen.

Auftrieb auf dem heutigen Frankfurter Schlachtviehmarkt: 286 Stück Ochsen, 46 Dullen, 902 Firsen und Kühe, 914 Kälber, 484 Schafe, 1876 Schweme.

Vornotizen.

Aus Stadt und Land.

Gießen, den 22. Dezember 1924.

Der Goldene Sonntag brachte unseren G.schä^tSstpatzen gester.a noch enmcle nen außerordentlich starken D:rkehc. Ja den frühen Rachmittagsstunoen herrschte in den hin- und herwogenden Wenschenmassoi daS au.wärt ge, namentlich das Landpubl.kum, vor, während die späteren Stunden m überwiegendem Matze von der städtischen Bevölkerung zum Kaufbesuch und letzten Schauen benutzt wurden. Der Zusprach tn den Geschäften war nach unseren D-ooach.ungcn gestern wett stärker, als an den be.den vorher­gehenden Sonntagen: manche G.schifte sahen s ch wieder gezwungen, AeihDeife_ den Andrang zu bremsen, und in anderen Läden, in d nen es am vorigen Sonntag noch verhättnisrnäß g ,tot" aussah, konnte man gestern ebenfalls allerlei Betrieb merken. Und dah die Ware nicht etwa nur angesehen, sondern w rklich auch getauft wurde, konnte man an den vielen pakttragenden Ltraßenpassanten feststellen. Hoffentlich kenn unsere G'schäft?welt m t Befm d gung auf das We hna^t.haap g schc ft zurackblicken. Zu gönnen wär'S ihr.

"DieDienStag-AuSgabeunferer Gießener Familienblätter wird in die­ser Woche ausnahmsweise nicht an dem gewohnten Tage, sondern am Mittwoch mit der WelhnachtS- nummer unseres Blattes herausgegeben werden.

** Das Rundfunk-Programm des Frankfurter Senders teerben wir von heute ab täglich, und zwar Immer die Darbie­tungen für den folgenden Tag, in unseren Spalten veröffentlichen. Wir hoffen, damit einem Bedürfnis der Rundfunk-Teilnehmer in Stadt und Land zu genügen.

** Die Rotverordnung zur Auf­wertungsfrage. Der Reichspräsident hat bekannllich die Dorschriften der 3. Steuernot­verordnung, um keinen Zweifel an deren Gül­tigkeit mehr aufkommen zu lassen, in eine ver­fassungsmäßig erlassene Rechtsverordnung über­nommen. Im Zusammenhang damit sei wieder­holt darauf hlngewiesen, daß die Ausschluhsristen der 3. Steuernotverordnung und ihre Durchfüh­rungsbestimmungen bis zum 31. März 1925 ver­längert worden sind. In der letzten Zeit war der Andrang bei den betreffenden Amtsstellen so stark, dah wir gerne darauf Hinweisen, bat) vor­erst irgendwelche Dringlichkeit nicht mehr vor» liegt, zumal mit Bestimmtheit anzunehmen ist, daß die Aufwertungsfrage alsbald nach dem Zu­sammentritt des neuen Reichstages von neuem aufgerollt werden wird.

** Der Ortslohn nach der Reichs­versicherungsordnung ist vom Ober­versicherungsamt Darmstadt für die Landge­meinden bei Kreises Gießen mit Wir­kung vom 1. Januar 1925 ab wie folgt fest­gesetzt worden: Für Dersicherte über 21 Jahre: männlich 3 QltL, weiblich 2 Mk. Für Dersicherte von 1621 Jahren: männlich 2,50 Mk., weiblich 1,80 Mk. Für Dersicherte unter 16 Jahren: männlich 1,50 Mk., weiblich 1 Mk. Der durch­schnittliche JahresarbeitsveiLienst land- und forstwirtschaftlicher Arbeiter tn den Landgemein­den des Kreises Gießen ist ab 1. Januar folgen» der: Für Dersicherte über 21 Jahre: männ­lich 870 Mk., weiblich 600 Mk. Für Dersicherte von 1621 Jahren: männlich 720 Mk., weiblich 510 Mk. Für Dersicherte unter 16 Jahren: männ­lich 480 Mk., weiblich 360 Mk.

** D i e steuerliche Unbebenkkich- keit-er klärung der Finanzämter fällt fort WTB. meldet: Mit Rücksicht dar-

TageSkalender für Montag. G. D. E. v. 1900: 81/, Uhr Gasthaus Doller Außcrocdentl. Generalversammlung. Tu-n» verein v. 1846 : 71/, Uhr TucnhUle W'ihiachtS- feier für die Schukrabteilungen. Lichtspiel­haus: Pat unb Parachon und die llerne Tänzerin.

Landkreis Gictzen.

y. Lollar, 20. Dez. Die R u n drei s e de - Dethel-Zilm- durch daS Dekanat Gießen hat mtt dem heutigen Tage In hiesiger Gemeinde sein Ende gefunden. Die Besucherzahl wuchs von Tag zu Tag, der beste Beweis für daS vorhandene Jnterefse diesem F.lm gegenüber, dec ja in diesem Blatte beretts hinreichend gewürdigt wurde. 3n dem dichtgesülllen Ducgsaale von Stausen» berg wurde dec Abend durch den Dortcag von dreistimmigen Gesängen der 1. Schulklasse unter Leitung von Lehrer Rabenau»Staufenberg, in Lollar, wo noch mehr Zuschauer auch aus den benachbarten preuhischen Gemeinden zusam­mengeströmt waren, die Deranstaltung durch Dac^ bietung mehrstimmiger, passender Licder unter Leitung von Rektor Da ab abwechslungsreich gestaltet.

y. D a u b r i n g e n, 20. Dez. Gestern abend sand eine von der Schule veranstaltete W e i ft- nachtSseier im Saale des Gastwirtes 6. Schä­fer statt, die einen sehr schönen Derlaus nahm. Trotz dec Ueberfüllung deS Saales konnte durch die würdige Haltung der Erschienenen das Pro­gramm bis zu Ende durchgesührt werden. Die einzelnen Scyulvassen unter Leitung der Leh-rer Balser, Peppier, Josef und der LeHrerin Fräulein Ihrig boten zahlreiche Weihnachts­lieder, zum Teil wenig gehörte altdeutsche mit ihren reizenden Melodien und noch zahlreichere Dellamationen verschiedener Kinder. Den Höhe­punkt bildete ein von Kindern flott gespielte« Weihnachtsmärchen, das vom Schulgehilfen W e i- m c r - Saubringen gedichtet und eingeübt worden war. Der Leiter des Abends. Lehrer Balser, hielt eine be isällig auf genommene warme An­sprache.

Kreis Friedberg.

Griedel, 20. Dez. Gestern nachmittag sind von dem Rachmittagszug der Butz- bachLicher-Dahn aus bisher iwch nicht bekannter Ursache zwei Wagen entgleist. Das Gleis wurde beschädigt. Sie AusräumungS- arbelten nahmen längere Zeit in Anspruch so daß der Abendzug erst mit erheblicher Derspä- tung abgehen konnte.

" Dad-Rauheim, 21. Sez. Eine ange­nehme Weihnachtsüberraschung wurde einem hiesigen Sparer zuteil. Auf fein Konto entfiel bei der Sparprämienverlosung des Hessischen Sparkassenverbandes die Höchst­prämie von 2000 Mark.

Kreis Schotte«.

- Schotten. 20. Dez. Die Reichswehr beabsichtigt, ihre Mannschaften Im Do- gelsberg im Schneeschuhlaufen auS- z u b i l b e n. In den um den Hoherodskopf ge­lagerten Ortschaften wurden bereits von Quar­tiermachern Bereitschaftsquartiere sicher gefteHt, die bei günstiger Witterung bezogen werden sollen. Auch von dieser Anordnung verspricht man sich eine starke Belebung des WinterverkehrS auf dem Hoherodskopf. 3m 80. Lebensjahre verstarb in Calbach bei Dü3 hgen der Lehrer LOL Wilhelm Strack. Der Derstorbene war 3ahrzehnte in unserem Äreife beruflich tätig, wo j er in Ralnr o d und Glashütten wirkte. \ Seinen neun Kindern ließ er eine sorgfältige AuS- bllduna zutell werden, fo daß sie heute auSnahms«